Tagesfahrt ins tschechische Liberec

Alle 40 Reisenden der Tagesfahrt ins tschechische Liberec waren froh nach Monaten der Isolation „endlich mal wieder rauszukommen“. Auch wenn nicht gleich die große, weite Welt bereist wurde, haben sich alle auf die größte Stadt Nordböhmens gefreut.

Von Philipp Sonntag / 03.07.2020
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Ein wenig ungewohnt war das erste Mal Einsteigen in einen Reisebus zu Zeiten von Corona zwar schon, aber alle Reisenden haben sich schnell an die Situation gewöhnt. Neben einer unterschriebenen Gesundheitserklärung waren die Gäste auch dazu angehalten, beim Einsteigen in den Bus ihre Hände zu desinfizieren. Als Bordservice gibt es derzeit Getränke aus Flaschen und abgepackte Snacks und nicht die beliebten Würstchen, sodass die Gruppe froh war, dass zuerst der Besuch eines Tschechischen Restaurants auf dem Programm stand.

Das Budvarka gehört, wie der Name schon vermuten lässt, zur Budweiser Brauerei und liegt in unmittelbarer Nähe zum Rathaus. Nachdem man sich also bei Lende, Gulasch oder einem Pilzrisotto gestärkt hatte, stand die Stadtführung auf dem Programm. Um die Personenzahl gering zu halten, wurden die Reisegäste in Gruppen aufgeteilt. Danach ging es durch die kleinen Gassen der Stadt. Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist zweifelslos das Rathaus mit dem 65 Meter hohen Hauptturm auf dem eine Roland-Statue thront. Der Wiener Architekt nahm dabei Bezug zum Rathaus seiner Stadt, das allerdings sowohl einen höheren Turm aufweist, als auch eine größere Roland-Statue. In Zeiten des Kommunismus zierte ein roter Stern die Spitze, wie uns die örtliche Reiseleiterin erklärte. 

Von Außen wurde das Schloss und die ältesten Häuser der Stadt, die Wallensteinhäuser betrachtet. Zum Schluss ging es am Theater vorbei in Richtung städtischer Bibliothek und Synagoge. Vor der Bibliothek steht seit 2006 ein Baum, umgeben von einem rundem Tisch und zwei Stühlen des Künstlers Borek Šípek. Dieser ist als Ort des Dialogs, der freien Meinungsäußerung und der Diskussion bekannt - Werte, die der ehemalige Politiker Vaclav Havel vertrat. Direkt angeschlossen an den „Bau der Versöhnung“ ist die neue Synagoge.  

Auf dem Rückweg zum Bus konnte man noch einen Blick auf die außergewöhnliche Bushaltestelle „Fest der Riesen“ erhaschen. Die von David Cerny entworfene Haltestelle wirkt wie ein überdimensionierter Tisch und soll an die Zeit erinnern, als in Reichenberg Deutsche, Tschechen und Juden friedlich zusammenlebten. Wer bereits einmal vor der Deutschen Botschaft in Prag stand, kennt den Künstler bereits - von ihm stammt auch die Skulptur „Trabant auf Beinen“.

Mit dem Bus ging es anschließend weiter in Richtung der höchsten Erhebung im Jeschkengebirge, dem Hausbergs Jested (dt. Jeschken). An seinem Fuße befindet sich die für die Nordische Skiweltmeisterschaft erbaute Skisprunganlage. Die Fahrt mit der Seilbahn (hier besteht Maskenpflicht) auf den über 1000 M hohen Gipfel mit dem auffallenden Fernsehturm dauert nur wenige Minuten. Auch das Wetter spielte nun sehr gut mit und gewährte uns einen einzigartigen Ausblick auf die umliegenden Gipfel und die Stadt zu unseren Füßen. Nun war es auch möglich das Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien unweit von Zittau zu erahnen, da man das Kohlekraftwerk Bogatynia mühelos sehen konnte.

Im Anschluss wurden bei Strudel und Kaffee interessante Gespräche geführt, bevor es mit der Seilbahn bergab und mit dem Bus wieder nach Hause ging. Auf dem Rückweg konnten wir dank des guten Wetters noch einmal die Schneekoppe, die mit 1603,2 m die höchste Erhebung des Riesengebirges ist, in der Ferne erkennen.



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