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Wie geht Reisen nach Corona?

Eberhardt-Studienreiseleiter, Journalist und Sprachhistoriker Dr. Michael Krause über das Reisen in naher Zukunft ...

Von Dr. Michael Krause / 13.04.2020
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"Und wüsste ich sicher, dass morgen die Welt untergeht, so würde ich dennoch heute ein Apfelbäumchen pflanzen" 

Diesen Spruch als Ausdruck unverwüstlicher Hoffnung hat einst der Reformator Martin Luther geprägt.

 

Doch wie kann man den auf die derzeitige Situation anwenden? Was bedeutet er für uns im Tourismus? Überschlagen sich nicht gerade alle Kanäle mit Schreckensmeldungen, Durchhalteparolen oder versuchen, uns auf „lange Durststrecken“ einzuschwören? Ist nicht die Wirtschaft durch den plötzlichen, nahezu komplexen „shut down“ im Niedergang begriffen? Wie kann man da ans Reisen denken, wo doch die Kreuzfahrschiffe auf lange Sicht in den Häfen liegen, Hotels zumachen oder vielleicht kurz vor der Pleite stehen und die Flugzeuge selbst der größten Luftflotten am Boden bleiben?

Also wirklich – man kann doch nur düster in die Zukunft schauen – oder ???

An dieser Stelle halten wir bitte einmal inne und – vertrauen Sie mir – lassen sie uns „den Spieß herumdrehen“. Wie wäre es mit folgendem Gedankenexperiment: Wir versuchen uns nicht in Zukunftsprognosen, die derzeit im günstigsten Falle etwas hilflos, wenn nicht gar negativ ausfallen, sondern stellen uns vor, dass wir aus der Zukunft auf die jetzige Situation zurückblicken , also die Wünsche, Hoffnungen aber auch die Erfahrungen der Gegenwart bereits hinter uns gelassen haben und der „Ausblick“ bereits verwirklicht wurde.

Eine solche vorauseilende Rückschau, wie sie der Wiener Zukunftsforscher Matthias Horx vorschlägt (siehe im Internet unter www.horx.com oder www.zukunftsinstitut.de), kann nicht nur entspannend sein, sondern eröffnet auch neue, durchaus positive Sichtweisen.

Vieles, was sich in den letzten Jahren unversehens eingeschliffen hatte, ist nunmehr auf den Prüfstand gekommen. Richtig, so Einiges im sozialen und gesellschaftlichen Leben wurde gleichsam „heruntergeregelt“ und viele Härten sind für jeden von uns persönlich aufgetreten – wie z.B., sich nicht mehr mit der Familie oder Freunden in größerem Rahmen treffen zu können. Auch das Reisen, für die meisten von uns seit langer Zeit Höhepunkt eines jeden Jahres, ist derzeit nicht möglich – weder zu Fernzielen noch innerhalb der EU - ja, noch nicht einmal innerhalb Deutschlands. Hier ist es nicht nötig, der Reiselust auf Dauer zu entsagen. Zwar wurde und wird in der derzeitigen Situation Vieles, was unverrückbar schien und als unbedingt notwendig empfunden wurde, als letztendlich verzichtbar aufgefasst. Wir erleben wieder, dass man sich mehr auf kleinere, alltägliche Dinge konzentrieren und vor allem: freuen kann! Was bisher auf Fernes, Globales und Herausgehobenes gerichtet war, wurde auf Bodenständiges, Nahes und Unmittelbares zurückgeführt.

So geht es auch uns Reisemachern! Zwar können – dürfen – wir uns derzeit nicht physisch in andere Länder bewegen, aber wir wären nicht Touristiker aus Leidenschaft, wenn  wir nicht die Zeit nutzen würden, um uns auf das Beste auf die kommenden Reisemöglichkeiten vorzubereiten, Neues zu planen und auch Ziele ins Auge zu fassen, die in der unmittelbaren Nach-Corona-Zeit unsere Reisegäste begeistern können!  

Eine Erfahrung, auf die wir zurückblicken können ist, dass die ausschließlich an Markt und Profit Orientierten zurückstecken mussten. Überall gewann man die Erkenntnis, dass Globalisierung auch Nachteile haben kann und dass es zwar möglicherweise profitabel ist, Dinge und Produkte um die ganze Welt zu schleusen, aber auch in besonderen Fällen Chaos, Mangel oder gar Notstände erzeugen kann. Die Realität hat das deutlicher und nachdrücklicher bewiesen, als reine Planspiele oder Vorhersagen es hätten tun können.

Wir können wieder Dinge genießen, deren Wert wir schon beinahe nicht mehr geschätzt haben. So dürfen wir auch - gerade in Zeiten der Beschränkung – die (Vor)Freude auf’s  Reisen, wenn es denn endlich wieder geht, neu erleben, auch wenn die Hauptgedanken erst einmal unmittelbareren Problemen gelten. Was völlig normal dazuzugehören schien und jetzt fehlt, können wir dann wieder mit neuen Augen sehen und in seinem Wert erkennen. Wir dürfen es ruhig zugeben: die Corona-Krise hat viele von uns „geerdet“, hat zu einer Renaissance des Heimatlichen, Lokalen geführt, andererseits aber auch Sehnsüchte neu entfacht.

Wir werden nicht mehr mit Schnäppchen-Angeboten von Billiganbietern überhäuft und beim Thema Reisen freuen wir uns mehr auf künftige beflügelnde Erlebnisse, auf gemeinsames intensiveres „Richtig Reisen!“ anstelle auf möglichst preiswerte Angebote. Gemeinsam – so wie wir uns inzwischen zwar mit Abstand, aber dennoch höflicher und irgendwie „bewusster“ begegnen – werden wir in absehbarer Zeit mehr Genuss beim Reisen empfinden, auch mit mehr Besinnung die Besonderheiten genießen. Genauso haben wir gemeinsam eine Reihe von Ängsten, die uns zu überwältigen drohten, überwunden!

Vielleicht schafft dieses neue Reisebewusstsein für uns alle eine ganze neue Reisewelt. Wir Reisemacher haben für uns selbst Ziele und Reisevergnügen neu entdeckt und richten unsere neue Energie auf die Planung und Durchführung der demnächst wieder möglichen Reisen. Die Ziele werden sich gewiss nicht entscheidend verändern, wir werden vielleicht mehr Interessantes in der eigenen Heimat aufspüren und eher darauf ausgerichtet sein, die Schönheiten auf unseren Reisen wahrzunehmen. Zudem – nur wenige Wochen des fast weltweit wirkenden Innehaltens von Wirtschaft, Verkehr und Produktion haben Erstaunliches bewirkt. Vielleicht haben Sie es im Fernsehen gesehen – die Einschränkungen im Flug- und Straßenverkehr und die Drosselung der Produktion haben zu einer Erholung der Umwelt geführt – es hat jahrzehntelang weder so klare Aufnahmen in Metropolen wie Peking oder Delhi gegeben noch Satellitenbilder, die klaren Himmel über eigentlich notorischen Smog-Gebieten zeigen.

Vielleicht tut es uns allen wirklich gut, wenn wir demnächst wieder in eine solche Welt zurückkehren und sie bereisen können – vielleicht mit etwas mehr Bewusstsein für die alltäglichen aber guten Dinge des Lebens!

 

An uns soll es nicht liegen, denn wir starten mit Ihnen gemeinsam in eine neue, vielleicht noch nachhaltigere und damit auch genussvollere Saison. Ganz im Sinne Luthers wollen wir damit Zukunftsängste und Reise-Besorgnisse zerstreuen und vor allem neue Zuversicht und Reiseträume hervorrufen und die Hoffnung auf großartige gemeinsame Erlebnisse wecken.  

Ich jedenfalls freue mich schon sehr auf die Erfahrungen und Eindrücke, die wir demnächst gemeinsam haben werden und über die ich natürlich in gewohnter Weise werde berichten können. Vielleicht wollen Sie es nicht nur lesen, sondern gleich mit dabei sein?

 

Bleiben Sie bitte gesund, denn auf Sie warten die tollsten Reisen sowie

Ihr Studienreiseleiter Dr. Michael Krause



Kommentare zum Reise+Blog

Guten Tag Herr Dr. Michael Krause,

vielen Dank für die tollen Gedanken und Ideen die Sie weitergeben.

Bleiben Sie auch gesund und bis bald einmal.

Herzliche Grüße Peggy Pfützner/Reisebegleiterin und Reiseleiterin - unterwegs für Eberhardt Travel

Peggy Pfützner
16.04.2020
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