Indische Saiteninstrumente und die Kaste der Musiker

Saiteninstrumente gibt es mit relativer Sicherheit bereits seit der Steinzeit und sie sind bis heute aus der Musik nicht wegzudenken. In vielen Ländern erzeugen besondere, mit den Traditionen der Bewohner verbundene Instrumente ganz eigene Klänge – vor allem in Asien gibt es typische Musik, die sich von den uns vertrauten melodischen Klängen unterscheidet. 

Von Dr. Michael Krause / 30.01.2020
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Auf dem indischen Subkontinent gibt es fast so viele "typische" Musik-Instrumente wie dort verschiedene Völker leben. Das bekannteste und wohl auch am meisten verbreitete Instrument ist dort die Sitar, die es in den verschiedensten Varianten gibt.
Beliebt sind auch Langhalslauten, deren Resonanzkörper die Straßenmusiker häufig selbst aus Holzresten oder auch hohlen Kürbissen herstellen, versehen mit langem, mit Silberpapier umwickeltem Hals und unterschiedlich vielen Saiten.
Eine Attraktion nicht nur für Touristen im für sein Kastenwesen bekannten Indien sind jedoch die Musiker, die beispielsweise in Rajasthan zu einer besonderen Kaste, den Manganiyar, gehören. Ihr typisches Instrument ist die Kamaica, eine mit einem Bogen gestrichene Laute mit langem Hals und breitem, schalenförmigen Körper, mitunter aus einer großen halben Kürbisschale, mit Fell straff bespannt, geformt.
Stolz erzählen die Musiker, dass Ihre Kunst und Form und Klang ihres Instrumentes direkt auf das älteste aller Musikinstrumente zurückzuführen sein, die Ravanahatta, eine Laute mit kleinem Resonanzkörper und sehr langem Hals, die heute mitunter noch zur Begleitung religiöser Feiern oder bei traditionellen Puppenspielen zu hören ist. Der böse Dämonenkönig Ravana aus Lanka, der Gegenspieler des indischen Kriegshelden Rama, hätte sich eine Sehne aus dem Leib gerissen, über einer Kürbis mit Holzstab gespannt, um die Kräfte des Zerstörergottes Shiva zu beschwören…
Ob Kunst und Instrument der bei vielen Straßenmusikern zu findenden Kamaica tatsächlich dämonischen Ursprunges sind, lässt sich wohl nicht mehr nachvollziehen. Seltsam aber berühren die Melodien, die die Mitglieder der Musikerkaste mit ihren bunten Turbanen und charakteristischen Schnurrbärten in der Nähe von Tempeln oder Kultstätten, mitunter aber auch nur am Rand eines Marktes spielen und dafür von den Zuhörern kleine Spenden erhalten – immerhin ist dies ja ihr Beruf …



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