Reisebericht: Zum Weihnachtsmarkt nach Tallinn

14.12. – 17.12.2011, 4 Tage Advent in Tallinn

Ein Reisebericht von:
Nicole Kunath
 
Ägypten ist ca. 3mal so groß wie Deutschland, allerdings sind nur 4 Prozent der Landesfläche kultivierbar, der Rest ist Wüste. Einige Tage bevor die Reise begann, merkte ich die Nervosität in mir. In meinem Kopf kreisten Gedanken wie: Was erwartet mich? Wie ist das Land? Wie ist die Kultur und wie sind die Menschen?

Endlich war es soweit und ich trat, als Reisebegleitung für Eberhardt TRAVEL, mit großer Erwartung und Aufregung die Reise in das Land der Pharaonen an.

Alle Gäste wurden bequem per Haustür-Transfer-Service zum gewählten Flughafen gebracht. Ich traf mich mit 9 Gästen am DB Info-Point im Leipziger Flughafen. Gemeinsam checkten wir ein und gaben das Gepäck auf. Somit waren wir die Koffer los und hatten unsere Hände frei. Vor dem Boarding war noch Zeit für ein gemeinsames Frühstück. Pünktlich um 11:45Uhr startete unsere Maschine nach Luxor. Knapp eine Stunde vor Landeanflug wurde von den freundlichen Stewardessen das Formular für die Visa und durch die momentane Situation mit der Schweinegrippe auch noch ein weiterer Zettel ausgehändigt. Natürlich war ich meinen Reisegästen beim Ausfüllen der Formulare behilflich, denn diese gibt es nur auf Englisch. Planmäßig um 16:15Uhr sind wir in Luxor gelandet. Es traf uns wie ein Schlag, als wir aus dem Flugzeug ausstiegen. Es waren 37 Grad, bei unserem Start in Leipzig waren noch 9 Grad. Somit ging das Schwitzen schon los. Meine Leipziger Reisegäste und ich wurden von einem Kollegen unserer Partneragentur in Empfang genommen. Nach der Passkontrolle warteten wir noch auf unsere Koffer und dann konnte es auf unser Schiff gehen. Die Fahrt dauerte nur ca. 30 Minuten. Auf unserem „schwimmenden Hotel“ der MS „Norma“ angekommen hieß uns Ahmed, der örtliche Reiseleiter für die Nil-Kreuzfahrt und Kairo, mit einem Hibiskusblütentee herzlich willkommen. Danach konnte jeder Gast sich vom Flug erholen und das Schiff erkunden. Am Abend trafen wir uns alle auf dem Sonnendeck zu einer gemütlichen Gesprächsrunde. Die weiteren Reisegäste meiner Gruppe lernte ich jetzt kennen, denn 8 Reisegäste flogen ab Berlin-Tegel und landeten knapp 1 Stunde vor uns.

Nach der ersten Nacht auf der MS „Norma“ ging es 7Uhr mit meinen 17 „Reiselustigen“ und Ahmed als erstes in das Tal der Könige (Fotoverbot!). Es war erst ca. 8Uhr, aber die Sonne schien schon kräftig. Wir alle waren nur noch am Luft zufächern und Wasser trinken. Aber so wie wir das Wasser tranken, hatten wir es wieder an die Luft abgegeben. Zum Glück ging es allen Leuten so. Anschließend ging es weiter zum Hatschepsut-Tempel. Dieses Bauwerk erhebt sich von der Ebene aus in drei Terrassen und liegt in einer flachen Talmulde vor einer steilen Felswand. Bevor es zum Schiff zurückging, besuchten wir eine Alabasterwerkstatt und auf dem Rückweg legten wir noch einen Fotostopp vor den Memmnon-Kolossen ein. Als wir vor den „Riesen“ standen, kamen wir uns vor wie Zwerge. Mit vielen ersten Eindrücken kamen wir auf unserem Schiff an. Gegen 13Uhr hieß es „Leinen los“! Die Fahrt begann. Das erste Stück was wir zurücklegten ging von Luxor nach Edfu. Die Nillandschaft glitt an uns vorüber und wir genossen es gemeinsam bei einer Teestunde auf dem Sonnendeck.

Abends erreichten wir die Schleuse von Esna und mussten warten bis wir diese passieren konnten. Aber man hatte keine Langeweile. Im Gegenteil, wir konnten das legendäre Händlertreiben an der Schleuse miterleben. Die Händler warfen ihre Handtücher, Galabias oder kleine Teppiche auf das Sonnendeck. Einige Touristen an Board warfen es wieder zu den Händlern zurück, da sie kein Interesse hatten. So ging es eine Weile hin und her. Für 2 Gäste von mir handelte ich den Preis für Handtücher herunter. Die Händler waren einverstanden und wir kauften die Handtücher. Nun fragten wir uns aber, wie wollen diese Leute ihr Geld bekommen? Auch dafür gab es eine Lösung. Sie warfen eine mit Sand gefüllte Plastiktüte an Deck, wir legten das Geld hinein und dann ging es wieder abwärts. Nach diesem Erlebnis fuhren wir dann weiter nach Edfu. Dort legten wir 24Uhr an. Der nächste Tag begann 7Uhr und um 8Uhr fuhren wir mit unserm modernen Reisebus zum Tempel von Edfu.

Beeindruckt standen wir vor dem zweitgrößten Pylon (Eingangstor in einen Tempel) Ägyptens. Er ist ein wahrer Traum, diese wunderschönen Verzierungen. Bevor Ahmed uns etwas zu dem Tempel erzählen konnte, mussten wir uns zuerst alle in den Schatten verkrümeln. Denn die Sonne meinte es schon wieder sehr gut mit uns. Nach der Tempelbesichtigung ging es wieder zurück auf das Schiff und 10:45Uhr legte es ab. Weiter ging es nach Kom Ombo. Beim Mittagessen strich die Landschaft an uns vorbei. Nach 6 Stunden Fahrt kamen wir in Kom Ombo an. Wir verließen das Schiff und liefen zu dem Tempel. Nach einem kurzen Spaziergang erreichten wir die mächtige gut erhaltene Doppeltempelanlage. Wir lernten nicht nur viel Neues bei dem Ausflug, sondern konnten auch einen wunderschönen Sonnenuntergang genießen. Am Abend legten wir wieder ab und fuhren weiter nach Assuan.

Während der Fahrt vergnügten wir uns an der Bar bei einem Galabia-Abend und schwangen unsere Hüften zu ägyptischen Rhythmen. Das Schiff machte die Leinen in Assuan kurz vor 23Uhr fest. Der nächste Tag führte uns zum Assuan-Staudamm. Der Assuan-Staudamm ist ca. 3,6km lang und 197m hoch. Von diesem imposanten Bauwerk hat man einen herrlichen Panoramablick. Nach der Staudammbesichtigung fuhren wir mit einer kleinen Felukke (einmastiges Segelschiff) zum Isis-Tempel, auf die Agilika Insel. Dieser Tempel stand früher auf der Philae-Insel. Durch den Bau des Assuan-Staudamms ist Philae in den Fluten des Nil´s versunken. Doch die wichtigsten historischen Denkmäler des Tempels konnten gerettet werden und wurden auf der Nachbarinsel Agilika aufgebaut. Es ging mit dem Bus weiter zu rötlich schimmernden Granitsteinbrüchen in Assuan. Hier liegt der unvollendete Obelisk. Hätte man ihn vollendet und aufgerichtet, wäre es der größte von Menschen geschaffene Obelisk der Welt. Anschließend fuhren wir zurück auf unser Schiff, diese Gelegenheit nutzen wir um uns am reichhaltigen Mittagsbuffet zu stärken. Gegen 14Uhr ging es mit einem Segelboot los, welches nur für unsere Gruppe reserviert war, auf die Kitchener Insel.

Dort angekommen besuchten wir den Botanischen Garten und ließen uns verzaubern von den einmaligen Farben der Blumen sowie den einzigartigen Bäumen, wie dem Leberwurstbaum. Am Abend sind wir mit dem Bus auf den Bazar von Assuan gefahren und beobachteten dort das turbulente Treiben. Auch wir ließen uns davon anstecken und begannen eifrig zu handeln und verschiedene Waren zu kaufen. Der darauf folgende Tag begann sehr zeitig, der Weckruf erfolgte bereits 3Uhr. Wir versuchten bei einer Tasse Kaffee munter zu werden. Um 4Uhr ging es nach Abu Simbel, ein reichhaltiges Frühstückspaket hatten wir mit im Gepäck. Doch bevor die Fahrt richtig startete, stoppten wir zuerst an einer Sammelstelle. Denn seit einigen Jahren fährt man aus Sicherheitsgründen im Konvoi und mit Polizeischutz. An diesem Punkt werden die Busse noch einmal komplett überprüft und die Reihenfolge der Busse festgelegt, wir waren der letzte Bus im Konvoi da unser Bus im Kennzeichen die höchste Zahl hatte. Ein Polizist stieg mit ein und wir konnten unsere Fahrt beginnen. Vor uns lagen 280km bis Abu Simbel. Es dauerte nicht lange bis meine Gäste schliefen. Doch pünktlich zum Sonnenaufgang wurden alle wieder geweckt. Der Sonnenaufgang in der Wüste war ein einmaliges Schauspiel. Der rote Ball wurde immer größer und die Wüste färbte sich rötlich. Nach dem wunderschönen Spektakel dauerte es nicht lange und meine Gruppe war wieder eingeschlafen. Ich schaute während der Fahrt immer wieder aus dem Fenster und fragte mich, ob wir hier schon einmal vorbeigefahren sind. Auf Wüstenstraßen gleicht ein Stein dem anderen. Aber es war nicht der Fall.

Nach der 3-stündigen Fahrt quer durch die Wüste erreichten wir Abu Simbel und waren nur noch 20 Kilometer vom Sudan entfernt. Die Tempel von Abu Simbel liegen direkt am Nasser-Stausee. Wir besichtigten den großen Tempel von Ramses II. (Fotoverbot) und den Hathortempel (Fotoverbot). Gegen 10Uhr hieß es wieder 280km bis Assuan fahren. Das Busthermometer zeigte 50 Grad. Auf der Rückfahrt zum Schiff sahen wir eine Fata Morgana. Zum Mittagessen waren wir wieder an Bord. Unser Tag klang auf einer Anhöhe von Assuan aus. Hier genossen wir in einem Kaffeehaus den Sonnenuntergang. Am nächsten Tag fuhren wir mit einem Segelboot in ein Nubisches Dorf. Wir wurden herzlich in der Nubischen Familie mit Tee willkommen geheißen. Durch den örtlichen, deutschsprechenden Reiseleiter Ahmed erfuhren wir sehr viel über das Leben und Arbeiten der Nubier und in welchen Verhältnissen sie leben. Allerdings haben viele nubische Familien eigenartige Haustiere, so legte der Hausherr ein mittelgroßes Krokodil auf meinen Schoß.

Mein Herz raste, ich dachte jeden Moment es springt aus mir heraus. Die eine Hand legte ich ruhig auf das Krokodil und die andere unter das Maul. Das Krokodil interessierte sich gar nicht für mich und zuckte kein bisschen. Mein Herzrasen und die Angst legten sich auch ganz schnell. Ich war davon so fasziniert und habe mich gefragt warum ich so eine Angst hatte. Anschließend ist das Kroko wieder zurück zu seinem Besitzer. Unser Mittagessen nahmen wir wieder an Board der MS „Norma“ ein, während wir ablegten und unsere Rückfahrt begann. Abends wurde das Schiff in Edfu festgemacht, da die Schiffe nachts nie fahren. Am nächsten Tag ging es weiter nach Luxor. Vormittags hatten wir die Gelegenheit hinter die Kulissen der MS „Norma“ zu schauen. Wir lernten bei einer Schiffsbesichtigung u.a. den Maschinenraum, die Brücke und unseren Kapitän kennen. Nachdem wir 14Uhr in Luxor angekommen waren ging es dann mit dem Bus zum Karnak- und Luxor-Tempel. Im Anschluss besuchten wir eine Papyrusfabrik. Der Abend klang bei der Ton- und Lichtshow im Karnak-Tempel, dem größten Tempel Ägyptens, aus. Bei diesem Spektakel konnten wir die traumhafte Nilkreuzfahrt Revue passieren lassen.

Am nächsten Morgen hieß es Koffer packen und 8Uhr ging es zum Flughafen nach Luxor mit vielen schönen Eindrücken im Gepäck. Nach einer Verspätung von zwei Stunden ging es nach Kairo. Während des Landeanfluges sah man schon die Pyramiden von Gizeh und die Hauptstadt Kairo, eine nicht enden wollende Stadt. Leider mussten wir im Flughafen ziemlich lange auf unsere Koffer warten und die Zeit drückte immer mehr. Als wir dann alle unsere Koffer hatten, wartete ein komfortabler Reisebus und Hossam, der örtliche Reiseleiter auf meine Gäste, Ahmed und mich. Während der Fahrt zur Zitadelle von Kairo mit der Alababstermoschee hieß uns Kairo sofort willkommen. Es war das reinste Verkehrschaos für uns Deutsche. Ahmed und Hossam nannten es aber normal, dass kreuz und quer Autos fahren und keine Fahrspuren einhalten. Hier in Kairo geht es nur vorwärts mit Hupen. Ahmed erzählte fleißig über Kairo, aber leider hörte ihm keiner zu. Alle schauten nur fasziniert auf den Verkehr oder hielten sich wie ich die Hände vor die Augen. Als wir unser Ausflugsprogramm absolvierten, organisierte Hossam schon alles für den Check-in im Hotel. Von der Zitadelle aus hatte man einen herrlichen Blick über Kairo, denn wir hatten wie immer blauen Himmel und Sonnenschein. Doch ich bin ehrlich, als wir vor der Alabastermoschee im Schatten standen, überkam mich ein kurzer Kälteschauer. Die Gäste und Ahmed haben geschmunzelt. Doch es war schon ungewohnt. Denn am Nil waren täglich 40 bis 50 Grad und in Kairo waren mit einmal nur 33 Grad. Bevor wir die Moschee betraten, mussten wir alle unsere Schuhe ausziehen. Nach einem Rundgang und viel Neuem zum Islam ging es weiter zur Sultan-Hassan-Moschee. Diese Moschee ist viel kleiner und auch nicht so bekannt wie die Alabastermoschee. Doch meiner Meinung nach und damit war ich auch nicht allein, ist sie viel schöner, da die Moschee nicht ganz so prunkvoll ist. Nach einem anstrengenden Tag ging es in unser Hotel „Intercontinental Pyramids Park“. Dort wartete Hossam auf uns und unsere Gäste konnten schnell und ohne Probleme ihre Zimmer beziehen. Das Hotel ist ein sehr großes Gebäude mit mehreren Nebenhäusern und liegt an der Stadtautobahn. Aber unsere Zimmer waren ideal und man hat nichts davon mitbekommen.

Am nächsten Tag verschlug es uns als erstes nach Memphis. Dort besichtigten wir die Kolossalstatue von Ramses II. und die Alabastersphinx von Memphis. Danach fuhren wir weiter nach Sakkara und bestaunten die Stufenpyramide von König Djoser. Dieses sechsstöckige Bauwerk ist der älteste monumentale Steinbau Ägyptens. Hier ist es wichtig, ausreichend Wasser mitzunehmen! Im Anschluss sind wir in ein kleines Restaurant zum Mittagessen gegangen. Man hieß uns mit ägyptischer Musik willkommen. Nach der Stärkung ging es weiter nach Gizeh. Während der Fahrt dahin hat man die Pyramiden schon von weitem gesehen. Zuerst sind wir zum Aussichtspunkt, wo man einen herrlichen Blick auf diese drei Prachtstücke hat, ein idealer Stopp um die Bauwerke zu fotografieren. Es war einfach nur beeindruckend, vor den drei Pyramiden von Gizeh zu stehen. Doch ein Bild mit sich und den Pyramiden zu bekommen war nicht so einfach. Denn es hüpfte immer wieder jemand ins Bild, wenn man gerade auf den Auslöser drücken wollte. Weiter ging es zur Cheops-Pyramide. Jetzt standen wir vor der größten und ältesten Pyramide der Drei von Gizeh. Es war überwältigend! Meine Gäste und ich fragten uns die ganze Zeit, was das für eine Leistung bzw. Arbeit gewesen sein muss. Kaum vorstellbar! Dann ging es noch zur Chephren-Pyramide. Danach hatten alle Zeit um sich selber noch einmal umzuschauen. Einige nutzen die Zeit um in die Cheops-Pyramide zu gehen. Hier ist zu beachten, dass die Gänge sehr schmal sind und nur in gebückter Haltung die Strecke überwunden werden kann. Wegen der Enge, der Hitze und des Mangels an Sauerstoffs ist es nur Leuten zu empfehlen, die keine Platzangst, Herz- und Kreislaufschwäche haben. Es besteht aber auch die Möglichkeit in die Sonnenbarke zu gehen. In diesem Museum ist ein 43m langes Sonnenschiff aus Zedernholz ausgestellt. Ein weiteres Highlight war der Sphinx und im Hintergrund die Chephren-Pyramide. Wenn man die Sphinx genau betrachtet, erkennt man einen liegenden Löwen mit einem Menschenkopf. Am Ende des Ausfluges lohnte es sich die Schuhe vorm Bus auszuschütten, denn sonst wäre kein Sand mehr in der Wüste gewesen. Auch auf eine Dusche haben wir uns alle gefreut, denn durch einen ständigen Wind klebte der Sand überall am Körper. Am Abend sind wir mit Hossam zum Eessen nach Kairo gefahren.

Die Fahrt dauerte eine gute Stunde, obwohl es nicht so eine lange Strecke war. Aber dies sagt schon wieder alles über den Verkehr aus. Hossam erzählte immer wieder das es normal sei für Kairo. Auf dem legendären Khan El-Khalili-Bazar angekommen kämpften wir uns durch Menschenmassen zu unserem Restaurant „Naguib Mahfus“. Hier haben wir bei einem 3-Gänge-Menü die Spezialitäten Ägyptens kennen gelernt. Gut gesättigt sind wir zum ältesten Kaffeehaus der Stadt gegangen, dem Fishawi. Hier hatten wir die Gelegenheit Kaffee oder Tee zu trinken und eine Wasserpfeife, Shisha, zu rauchen. Einige von uns schlenderten in dieser Zeit über den Bazar. Der Rückweg mit dem Bus vom Bazar ist nicht so einfach, zumindest für uns Deutsche. Der Bus fuhr einfach eine Gasse entlang, wo es wieder zur Hauptstraße ging. Es hat nicht interessiert, ob da Einheimische sitzen. Die Ägypter nahmen ihre Wasserpfeife weg und gingen ein Stück zurück, damit wir Platz zum Durchfahren hatten. Meine Gruppe und ich konnten es einfach nicht glauben und waren sprachlos. Hossam sagte: „Das ist Kairo“.

Unser letzter Tag in Kairo führte uns ins Ägyptische Museum (Fotoverbot). Hier sahen wir u.a. den Grabschatz des Tutanchamun und der Königin Hetepheres, sowie die Schmucksammlung. Bei diesem Funkeln der schönsten Schmuckstücke wurden die Frauenaugen immer größer. Außerdem besichtigten wir den Mumiensaal, wo sich die elf Pharaonenmumien befinden. Nach dem gut 3-stündigen Aufenthalt sind wir zum Mittagessen zu einem Restaurant am Nil gefahren. Als letzten Punkt stand heute der Besuch einer Parfümerie auf dem Programm. Hier haben wir die verschiedensten Düfte probiert. Natürlich waren wir Frauen voll in unserem Element und haben jeden Duft getestet. Danach ging es zurück zum Hotel. Unser Bus roch angenehm nach verschiedenen Parfümsorten. Als wir im Hotel ankamen, bedankten wir uns bei Ahmed für die wunderschönen 10 Tage und verabschiedeten uns. Den Rest des Tages nutzten wir, um am Pool zu relaxen. Abends hieß es wieder Koffer packen. Am nächsten Tag stellten wir 7:15Uhr unsere Koffer vor die Tür, damit diese in den Reisebus verladen werden konnten. Pünktlich um 8Uhr starteten wir nach Hurghada, unsere letzte Station für vier Tage. Vor uns lag eine Strecke von ca. 460km, wir hatten zwei Buschauffeure. Hossam begleitete uns auch während der Fahrt. Schon nach einer kurzen Weile mussten wir anhalten, denn wir wurden von einem komischen Geräusch verfolgt. Es stellte sich heraus, dass es die Klimaanlage auf dem Dach des Busses war. Somit kletterten unsere zwei Buschauffeure auf das Dach und befestigten dies mit den Mitteln die vorhanden waren. Nach einer Verzögerung von ca. 30 Minuten konnte es weitergehen. Die Strecke war sehr eintönig. Es war weit und breit nichts zu sehen, außer Wüste. Es dauerte nicht lange bis die Gruppe schlief. In gewissen Abständen haben Hossam und ich die Gäste immer ganz leise durch das Mikrofon geweckt. Als wir die Hälfte hinter uns hatten, wurde eine Pause eingelegt. Nach einer halben Stunde ging es weiter. Es dauerte wieder nicht lange bis alles schlief. Pünktlich zur Raucherpause waren alle munter. Dann war Endspurt angesagt. Endlich haben wir das Rote Meer gesehen und man konnte sagen, Ziel ist in Sicht. Nach 7 Stunden Fahrt, hatten wir das Hotel erreicht und somit auch das letzte zu Hause für unsere Reise, das „Royal Azur“ in Makadi Bay. Das Hotel ist ca.15km von Hurghada entfernt. Die Anlage ist sehr gepflegt, mit vielen blühenden Pflanzen und einer großen Poollandschaft. Mostafa, unser örtliche Reiseleiter von Hurghada, hieß uns herzlich willkommen.

Der Check-in verlief ohne Probleme. Die Koffer wurden auf unser Zimmer gebracht. Für Hossam und unsere Buschauffeure ging es wieder 460km zurück nach Kairo. Nach dem Abendessen hatte sich die Gruppe, Mostafa und ich zu einem Informations-Treffen zusammengefunden. Hier wurden alle wichtigen Informationen zum Hotel gegeben und Ausflüge vorgestellt. Diese konnten meine Gäste dazubuchen. Am nächsten Tag ging es nach dem Mittagessen, mit einigen Reisegästen und Mostafa, zur Stadtrundfahrt nach Hurghada. Hier sahen wir das Aquarium, die Moschee und die Kirche von Hurghada, sowie den Hafen. Bevor es weiterging, probierten wir Falafel. Falafel sind frittierte Bällchen aus Kichererbsen, Kräutern und Gewürzen. Sehr lecker und nur zu empfehlen. Der Höhepunkt der Stadtrundfahrt war der Markt von Hurghada. Man kann ihn nicht in Worte fassen, man muss ihn einfach gesehen haben. Nach diesem Besuch hatten wir die Gelegenheit in verschiedene Geschäfte zu gehen. Diese Chance nutzen wir Frauen. Mostafa und ich standen den Gästen immer hilfreich beim Handeln zur Verfügung. Danach ging es in ein Kaffeehaus und man konnte langsam das Nachtleben von Hurghada mitbekommen, denn abends wird Hurghada erst lebendig. Den nächsten Tag nutzen wir alle um die Seele baumeln zu lassen und die Annehmlichkeiten des Hotels kennen zu lernen. Einige von meiner Gruppe gingen direkt am Hotel Schnorcheln. Am darauf folgenden Tag bin ich mit ein paar Gästen nach dem Mittagessen zur Jeep-Safari aufgebrochen. Bei dieser Fahrt ging es quer durch die Wüste mit gut 50km/h. Bei den Beduinen wurden wir mit Tee empfangen und dann ging es zum Kamelreiten.

Nach dem Kamelritt haben wir ein Beduinendorf erkundet und sind ca. 30 Minuten entlang eines ehemaligen Flussbettes gelaufen. Dann war es soweit, wir sind wieder in den Jeep eingestiegen und unser Fahrer, der sehr sicher gefahren ist, gab Gas. Rasant und mit viel Durchschütteln sind wir zu einem Aussichtspunkt gefahren. Hier konnten wir den Sonnenuntergang in der Wüste beobachten. Es war ein traumhaftes Ereignis, wie die Sonne langsam hinter dem Berg verschwand. Ich fing sofort an zu träumen. Danach fuhren wir zurück zu den Beduinen, um unser Abendessen einzunehmen. Bevor es wieder Richtung Hotel ging haben uns die Beduinen mit einem Gesang verabschiedet. Gegen 21Uhr waren wir wieder im Hotel und hielten die letzte Sprechstunde für diese Reise. Mostafa und ich gaben alle Einzelheiten für den morgigen Rückreisetag bekannt. Gemeinsam bei einem Glas Wein ließen wir den letzten Abend ausklingen. Den Morgen nutzten wir zum Koffer packen, noch einmal ins Meer zu springen und die letzten Sonnenstrahlen zu genießen. Schließlich war es soweit und unser Bus war 15Uhr zur Abfahrt bereit. Um das Beladen der Koffer mussten wir uns nicht kümmern, dass wurde wie immer vom Personal erledigt. Während der Rückfahrt ließ ich die traumhafte Reise Revue passieren. Der Check-in am Flughafen in Hurghada verlief ohne Probleme. Meine Gruppe und ich bedankten und verabschiedeten uns bei Mostafa. Dann wurden die ersten 8 Gäste, welche nach Berlin-Tegel flogen, zum Boarding aufgerufen. Eine Stunde später stand unsere Air Berlin zum Abflug nach Leipzig bereit. Jetzt war der Augenblick gekommen um „Salam Ägypten“ zu sagen!

Es war eine traumhafte Reise und ich bin überglücklich, dass ich diese Reise begleiten durfte. In den letzten zwei Wochen habe ich soviel Wissenswertes über Ägypten erfahren, so viele nette Menschen kennen gelernt, dass dadurch mein eigenes positives Bild von Ägypten noch bunter geworden ist.

Nicole Kunath, Reisebegleiterin bei Eberhardt TRAVEL

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