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Reisebericht: Rundreise Nepal und Bhutan - Paradiese im Himalaya

07.02. – 22.02.2015, 16 Tage Kathmandu - Chitwan Nationalpark - Lumbini - Paro - Thimphu - Bhaktapur

Kathmandu und die Königsstädte Patan und Bakhtapur, den Chitwan-Nationalpark, Buddhas Geburtsort Lumbini und das Königreich Bhutan erleben Sie auf dieser Rundreise durch mannigfaltige Landschaften und eine hinduistisch und buddhistisch geprägte Kultur

07.02.2015 via Istanbul


indien

Zu mittäglicher Zeit trafen sich 21 Gäste in Berlin zum Flug via Istanbul nach Kathmandu. Gegen 19 Uhr erreichten wir zum Zwischenstopp die türkische Riesenstadt Istanbul und hatten beim Überflug der Hohen Tatra in der Slovakei beste Sicht auf die schneebedeckten Gipfel. Die Wetterbedingungen in Kathmandu hatten einige Gäste vorher bereits erfahren, so dass wir hoffnungsvoll und fast pünktlich mit einem A 330 von Turkish Airlines in Istanbul abhoben. Die Lichter von Yerevan und Baku begleiteten uns auf unserem sechsstündigen Flug über Armenien, Azerbaidshan, Turkmenien, Kasachstan, Afghanistan, Pakistan und Indien nach Nepal.

08.02.2015 Kathmandu, Bummel in Patan


Bei der Ankunft am Morgen gegen sieben Uhr wurden zunächst einmal die Uhren richtig eingestellt: 4:45 min plus zur MEZ. Atypisch, und bei einem Land mit tausend Kilometer West-Ost-Ausdehnung wohl eher nur auf Kathmandu ausgerichtet.
Nach recht zügiger Passkontolle empfing uns K.C. unserer nepalesischer Reiseleiter. Im „besser als erwartet-Bus" erreichten wir das Hotel Himalaya am Stadtübergang zwischen Kathmandu und Patan zur Frühstückszeit.
Da die Zimmer noch nicht bezugsfertig waren, entschieden wir uns zu einem ersten Kennenlernen Nepals. Die alte Königsstadt Patan, am letzten Aufenthaltstag noch  Besichtigungsprogramm, liegt nur zwanzig Fußwegminuten vom Hotel entfernt. Auf Straßen und Gassen auch jenseits der Touristenwege erreichten wir am ehemaligen Königspalast den Durbar Square von Lalitpur (wie Patan ehemals hieß). Das war Nepal ganz authentisch: manchmal schlammige Straßen, wirre Baustellen, Müll, verworrene Elektroleitungen an den Masten; dazwischen aber immer wieder Tempel, geschnitzte Fenster an den Häusern, Stupas und Chörten, kleinste Geschäfte und Handwerksbetriebe und viel Trubel. Besonders eindrucksvoll der Innenhof eines tibetischen Wohn- und Handelshauses. Zum Abschluss am Mittag noch ein Blick hinüber zu den schneebedeckten Gipfeln des Himalaya, die langsam aus dem Dunst erschienen – Hoffnung, diese am Nachmittag bei spätem Licht noch gänzlich zu sehen. Gegen dreizehn Uhr war die Kraft heraus und die Müdigkeit wurde größer und größer. Also Freizeit angesagt und jeder konnte zwischen Bett, Lalitpur oder Kaffeetrinken wählen.
Zum Tagesabschluss noch ein feines Buffet im Hotel. Endlich Gute Nacht wieder im weißen Bett.

09.02.2015 über Manakamana zum Chitwan Nationalpark


Bereits 8 Uhr ging es mit einem modernen Bus durch Kathmandu Richtung Westen. Noch lag Dunst über dem Tal, bald sahen wir aber nicht nur die terrassierten Felder neben der Nationalstraße nach Indien, sondern auch im Norden die Gipfel von Langtang, Ganesh und Manaslu. Besonders der achthöchste Berg der Erde, der Manaslu, reckte mit Schönheit seiner zwei Spitzen in den Himmel. Leider sind nur wenige Kurven der Straße zum Fotostopp geeignet.
Pause machten wir dann in einem nepalesischen Dorf und mancher kostete köstliche Bananen. Weiter ging es dann bald mit großem Stau infolge eines Unfalls. Hier in Nepal ist das dann weniger Klärung durch Polizei und Versicherung, sondern die Gemeinde sperrt die Straße, um zunächst die lebenslange Versorgung der Hinterbliebenen mit Faustrecht zu klären.
In den späten Mittagsstunden trafen wir an der Seilbahnstation unterhalb des Kali gewidmeten Tempels Manakamana ein. Eine Kabinenseilbahn brachte uns fünfhundert Meter höher und nach eingigen hundert Metern Pilgerweg erlebten wir typisch hinduistisches Leben und Zeremonien am Tempel. Viel Erleben und beste Gelegenheit für Fotos in der Totalen und direkt in die Gesichter der Menschen.
Ein weiterer Unfall vor uns verlängerte unsere Fahrzeit in den Chitwan Nationalpark, wo wir kurz nach Einbruch der Dunkelheit eintrafen. Die Machan Country Villa, ein Lodgeressort bot jedem eine Übernachtung mit gutem Lodgekomfort und einem zentralen Gebäude für das Abendessen.
Nach dem Abendessen sahen wir noch Bilder eines Vortrages über den Nationalpark. Mit einem Foto in den offenen Rachen eines Tigers trennten wir uns Richtung Lodgebar oder Bett

10.02.2015 Chitwan Nationalpark


Zeitiges Wecken der ersten Gruppe war angesagt, um bereits um sieben Uhr in den Tag mit einem Elefantenritt durch den Dschungel zu beginnen. Bei Kühle und Nebel ging es auf schmalen Pfaden und mitunter direkt durch das Unterholz, stets in der Hoffnung, auf viele Tiere zu treffen. Das erwartete Großwild zeigte sich indes nicht, aber gefleckte Rehe, Wildschweine und zum Schluss ein Naßhornvogel. Ganz schön wacklig und auch anstrengend ist das Reisen hoch oben in der „Maharadschakabine" auf dem Elefanten.
Die andere Teilgruppe startete eine Stunde später mit Jeep und paddelte anschließend. Nebel lag noch über dem Elefantengras der Savanne und über dem Fluss – die Krokodile hatten sich in den Fluss zurückgezogen anstelle am kiesigen Flussufer zu aalen.
Vor dem gemeinsamen Mittagessen in der Lodge erfuhren wir im wirklich hautnahen Kontakt zum Elefanten mehr über die Dickhäuter.
Am Nachmittag dann Programmwechsel der Gruppen. Beide Gruppen sahen Naßhörner, die Bootsfahrer auf dem Narahayani-Fluss nun auch mehrere Krokodile, einen Geier, Makaken – alle waren zufrieden als sie zum five.o'clock-tea in der Lodge eintrafen.
Zum Abend dann ein nettes Kulturprogramm mit Tanz, Musik und Gesang einheimischer Jugendlicher im Schein von Holzfeuer und Scheinwerfern.Tagesabschluss bei Barbecue, wie auf Neudeutsch und wohl auch Neunepalisch, der Grillabend genannt wird.

11.02.2015 Lumbini


Bevor wir den Chitwan – Nationalpark verließen, war eine Dorfbesichtigung angesagt. Besichtigten wir das Dorf und Ihre Einwohner oder wurden wir besichtigt, als wir auf fünf Ochsenkarren verteilt durch die Dörfer gezogen wurden??? Sicher war es für die Einwohner ebenso interessant wie für uns, als Sie die „Langnasen" auf dem Ochsenkarren sahen und diese Menschen aus dem reichen Europa ihre Kühe, Häuser, Pflanzen, besonders aber die Menschen fotografierten. Immer wieder Kinderlächeln und Winken. Das bewog uns zu einem Besuch der örtlichen Grundschule. Unter einfachsten Bedingungen lernen hier vielleicht fünfzig Kinder der „Unberührbaren", also der Angehörigen der vierten Kaste; ein schlecht bezahlter Lehrer und drei Hilfslehrer sind das Schulpersonal, Lehrbücher und andere Materialien können bezahlt werden, wenn staatliche Mittel eintreffen – also meist nicht – und von Spenden. Das bewog alle Gäste dazu, aus dem gemeinsamen Trinkgeldfonds zu spenden und viele legten nochmals enorm drauf. Diese Spende kommt wirklich bei den Ärmsten und Bedürftigsten an. Danke allen!
Nach dreistündiger Fahrt erreichten wir Lumbini im Terrai nahe der indischen Grenze. Mit Fahrradrikschas ließen wir uns durch den Lumbini-Park fahren. Zahlreiche buddhistische und nichtbuddhistische Staaten haben hier einen Tempel errichtet, mittlerweile sind es wohl 42. Beim Besuch des durch deutsche Gelder errichteten Tempels, der sich an den buddhistischen Traditionen Tibets orientiert, des chinesischen Tempels und des thailändischen Tempels machten wir uns nicht nur mit riesigen goldenen Buddhafiguren bekannt sondern hörten mehr über die Ausbreitung und Mannigfaltigkeit des Buddhismuas. Im zentralen Mittelpunkt des UNESCO-Weltkulturerbes steht jedoch eine Stupa direkt auf jenem Platz, an dem einst der Religionsstifter Gaudama („Buddha") geboren worden sein soll. Im 2. Jahrhundert v.C. errichtete der damalige Herrscher die nach ihm benannte Ashoka-Säule, auf der er schrieb, das hier an jenem Ort Buddha geboren worden sei.
Den ersten kleinen Grundkurs in Buddhismus beschlossen wir die kommenden Tage dann fortzusetzen.

12.02.2015 von Lumbini nach Pokhara


Auf einer pausenreichen Fahrt von zehn Stunden war natürlich Zeit nochmals an die ethischen Grundsätze Buddhas und Gesetze des Königs Ashoka anzuknüpfen. Die Fahrt führte uns aus dem Terrai hinaus über die südliche und dann die mittlere Gebirgskette des Mittellandes, oft durch Täler oberhalb reißender Flüsse entlang. Auf unserer Fahrt bis Mugling, wo wir bei warmer Mittagssonne die Mittagspause einlegten, faszinierten uns tiefe Talblicke und Zusammenflüsse des aus dem Himalaya strömenden Wassers. Hinter Mugling waren wir im Gorkhaland und erinnerten uns der Geschichte der Einigung Nepals unter dem König Shah und der Rolle der Gorkhasoldaten. In den Tälern an der Fahrstrecke nahmen nun die Terrassenfelder zum Anbau von Senf, Linsen, Getreide und Buchweizen zu. Am Nachmittag nutzten wir dann die Chance zur Besichtigung eines Dorfes und der anschließenden Terrassenfelder über eine Hängebrücke zu laufen. In Erinnerung wird wohl allen die Begegnung mit einer 86-jährigen Frau im Dorf bleiben, die einfach etwas zu essen erbat. Ankunft nach 18 Uhr am Hotel Fishtail Lodge am gegenüberliegenden Ufer: ein Fährmann zog uns mit dem Fährponton hinüber. Wohnpavillons, benannt nach den umliegenden Gipfeln mit mehreren Zimmern inmitten einer zauberhaften Parklandschaft am Seitenarm des Phewa-Sees empfingen uns. Das feine Abendessen vom Büffet gab es dann im Speisepavillon, der vom offenen Holzfeuer beheizt wurde. Mancher saß am Abend noch in der Nähe des warmen offenen Feuers im Restaurant und ließ sich einen guten Tropfen reichen.

13.02.2015 Pokhara


indien

Noch vor fünf Uhr klingelte das Telefon zum Weckruf. Im Zimmer war Chance für jeden sich einen early-morning-tea zu machen. Dann ging es mit Kleinbussen auf den Stadthügel Sarangkot, wo wir auf den Sonnenaufgang warteten.
Gegen 6:30 Uhr wurden langsam die Spitzen der Annapurnagipfel, des Fishtails und ganz links des Dhaulagiri zaghaft hell. Immer tiefer sank die Schattengrenze an den Gipfeln und gegen 6:45 Uhr quoll langsam gegenüber der Range ein glutroter Ball empor. Das war ein toller Tagesbeginn vor dem Frühstück.
Nach dem Frühstück führen wir zu den Devi-Wasserfällen mitten in Pokhara, die hier dreißig Meter in der Tiefe eines Canyons im Fels verschwinden und erst nach fünfhundert Metern wieder zu Vorschein kommen. Weiter ging es mit dem Bus zu einem tibetischen Flüchtlingsdorf, einerseits um mehr über das Leben der exilierten Tibeter zu erfahren, andererseits aber auch um deren handgewebte Teppiche zu bestaunen. Von dem buddhistisch-tibetischen Dorf ging es weiter zum bedeutendsten Hindu-Tempel in Pokhara, dem Bindyabasini-Tempel. Dieser ist der Göttin Kali gewidmet. An unserem Besuchsfreitag war es ziemlich ruhig gegenüber einem Sonnabend, an dem tausende Gläubige zum Tempel eilen und Kali ein Opfer erbringen. Anstelle eines Tieropfers sind es meist Kokosnüsse im Blütenkörbchen.
Die Busfahrt führte uns dann durch das Zentrum von Pokhara mit dem quirligen Hauptmarkt, der – anders als in Europa – nur eine Einkaufsstraße mit Geschäften ist.
Am Nachmittag war es angenehm warm und sonnig, aber die Berge blieben verhüllt als wir die Boote bestiegen und uns über den See zu einer kleinen Insel mit Tempel paddeln ließen.
Danach war noch Zeit für ein Bummeln auf der für Touristen geprägten Einkaufsstraße in der Nähe des Phewasees: Pashminaprodukte, Trekkingbedarf, Tee, Ansichtskarten – all jene Produkte, die man eigentlich nicht braucht, aber die Rückkehr in den Freundes- und Verwandtenkreis und das Erinnern so angenehm machen.
Ob wir am kommenden Tag zum Abschied die Berge nochmals sehen werden?

14.02.2015 von Pokhara nach Kathmandu


6:40 Uhr an diesem Morgen – ganz anders als am Vortag: wolkenverhangene Berge. Also schön, dass es gestern mit dem Sonnenaufgang geklappt hatte. Bereits vor unserer Abfahrt zum Flughafen hatten wir erfahren, dass in Kathmandu wegen Nebels keine Flieger starten können. Das entwickelte sich dann zu einer zweistündigen Verspätung bis unser in Großbritanien gebautes Kleinflugzeug Jetstream von Yeti Airlines mit uns abhob. Das Grummeln der Propellermaschine für 30 Passagiere ist schon etwas gewöhnungsbedürftig. Wer links saß konnte schon manchen Gipfel des Himalayas sehen.
Am Nachmittag besuchten wir den Durbar Square von Kathmandu mit zahlreichen Tempeln und dem ehemaligen Königspalast, vor dem Hanumat, eine Affenfigur steht. Beeindruckend immer wieder die Schnitzereien an Fenstern, Dachaufbau und Säulen. Großer Höhepunkt: im Kumarihaus zeigte sich uns 16 Uhr die Kumari, ein junges Mädchen, das als Reinkarnation der Göttin Kali gilt.
Es war Sonnabend, freier Tag der Nepalesen – großer Trubel im Stadtzentrum und auch Platz für eine Veranstaltung zum Einfordern von Frauenrechten und für einen Handwerkermarkt von Frauenvereinigungen. Alles ganz friedlich.

15.02.2015 auf nach Bhutan


Zeitiges Wecken und Frühstück waren heute erforderlich, um drei Stunden vor Abflug am Flughafen in Kathmandu zu sein. Mit Druk Air, der Königlichen Fluggesellschaft von Bhutan, sollte es gegen neun Uhr nach Bhutan gehen. Die Maschine aus Delhi hatte jedoch vier Stunden Verspätung. Im Flugzeug saßen wir recht verteilt auf der linken wie auf der rechten Seite. Einige Vielflieger hatten uns ihre linken Fensterplätze überantwortet; andere indische Gastarbeiter schliefen jedoch vor dem Fenster. Ob A oder F-Platz, zu sehen war bei dichter Wolkenschicht nicht viel vom Panorama des östlichen Himalaya und gar nicht die 8000er um den Everest (Makalu, Cho Oyu, Lhotse) und Kantschendzönga, dem dritthöchsten Berg der Erde im Grenzgebiet von Nepal, Sikkim und China. Wir überflogen Sikkim in Westbengalen bevor wir nach Bhutan einflogen. Durch die Täler sich windend wurde der Flughafen von Paro angesteuert. Nach etwas langwierigen aber unkomplizierten Einreisemodalitäten begrüßte uns unser örtlicher Reiseleiter Mima.
Mit nun noch drei Stunden Verspätung und ohnehin sonntäglichem Schließtag verschoben wir die Besichtigung des Paro-Dzongs und Nationalmuseums auf den Abreisetag und fuhren sofort nach der Hauptstadt Thimphu; natürlich mit mehreren Fotostopps. An einem Stopp wurde plötzlich unser Gast J. ganz eilig; als Geo-caching-Fun hatte er in 350 Meter Entfernung einen der wenigen geo-caching Punkte in Bhutan geordet. Dieser mußte natürlich gefunden werden – am Abend dann hierzu ein kleiner interessanter Vortrag für alle Gäste, die mit GPS und dieser Art der Freizeitbeschäftigung keine Erfahrung haben. In Thimphu dann ganz anders die Wohnbauten als im eher hinduistisch geprägten Kathmandu. Leider konnten wir es bald nicht mehr genießen, da es zu regnen begann. In Thimphu erwartete uns zunächst ein Süppchen, Kaffee und Tee bevor wir unsere Zimmer im erstklassigen Hotel oberhalb der Stadt in 2500 m Höhe bezogen.

16.02.2015 Thimphu


indien

Ein ganzer Tag für die 70.000 Einwohner zählende Hauptstadt des Landes stand uns zur Verfügung. Zunächst besuchten wir die Gedächtnis-Chörte für den 3. König Bhutans, der massgeblich eine Modernisierung des Landes mit Straßen, Krankenhäusern und Schulbildung initiierte. Viele Gläubige umrundeten die Chörte und einige warfen sich als Zeichen der Buddhaverehrung nieder. Im weiten Hintergrund der Chörte leuchteten schneebdeckte Berge hervor. Von hier fuhren wir zur beeindruckenden 65 Meter hohen Buddhafigur oberhalb der Stadt– Kuensel Phodrang oder touristisch einfacher Buddha Point genannt. Es wird wohl noch einige Jahre dauern bis die gesamte Kultstätte begehbar ist. Von hier jedoch Blicke über die Stadt bis hinüber zu den fast sechstausend Meter hohen verschneiten Bergen am Horizont.
Anschließend hielten wir an der Post Bhutans, die bekannt ist für die Herausgabe mannigfaltiger Briefmarken für die Sammler in der ganzen Welt. Auch die Produktion individueller Briefmarken war möglich und machte uns viel Spaß. Beeindruckend war der Besuch der Königlichen Bibliothek Bhutans mit dem größten Buch der Welt und alten religiösen Schriften.
Unter Schirmherrschaft der Königmutter entstand in einem alten Farmhaus ein Museum und zeigt das Leben der bhuttanischen (wohl eher wohlhabenden) Bauern in ihren mehrstöckigen Häusern. Da die Malschule Bhutans geschlossen war, besuchten wir anschließend wenigstens eine kleine Verkaufsausstellung der Schule.
Nach dem Mittagessen bummelten wir über den Markt, wobei sicher mancher unter Markt mehr europäische oder islamische Erinnerungen hatte. Der hiesige Markt ist eher eine für Touristen eröffnete Kioskstraße mit Handwerksarbeiten. Da war tatsächlich der vorherige Besuch einer Manufakturweberei authentischer.
Pünktlich zum Büroschluss im Regierungspalast standen wir zum nun möglichen Einlass in den Thimphu-Dzong bereit. Der König selbst wohnt in einem eher unscheinbaren Haus in Palastnähe. Die alte Burganlage (Dzong) aus dem 17. Jahrhundert dient heute sowohl als Sommersitz für die religiöse Obrigkeit des Landes als auch als Arbeitsgebäude der Regierung und des Königs. Morgen geht es nach Punakha, dem Wintersitz des geistlichen Oberhaupts der hiesigen Rotmützen und in die einstige Hauptstadt.

17.02.2015 Dochula Pass und Punakha


indien

Um Straßensperrungen für Bauarbeiten zu umgehen, begann der Tag zeitig zunächst ohne Frühstück, so dass wir 7 Uhr starteten. Nach einer reichlichen Stunde waren wir auf dem Dochula Pass in 3100 Meter Höhe. 108 Chörten im Rund eines kleinen Hügel und hunderte Gebetsfahnen am Hang darüber bestimmen die Passhöhe. In der Ferne zeigten sich die weißen Spitzen der höchsten Berge Bhutans im Grenzgebiet zu China. Die höchsten Gipfel sind immerhin 7500er. In steiler Kurvenfahrt ging es nach dem Frühstück in der Höhe auf 1300 m Höhe hinab. Die Abfahrt indess dauerte durch Baustellenstopps und Gegenverkehr auf engster Bergstraße. Im Stau machten wir einen Fotostopp in einem kleinen Dorf, fotografierten nach Herzenslust Porträts der Einheimischen und das in kleinen Lädchen angebotene Gemüse der Region: jede Menge Chilli als große und kleine Schote, getrocknet und als Pulver, Tee für Buttertee sowie ein Reismehlgebäck wie ein aufgeblasener kleiner Ballon („Buthaner", wohl in Anlehnung an "Berliner"). Mit ein und einer halben Stunde Verspätung gegenüber Plan trafen wir in einem Dorf in der Nähe des Klosters Chimi Lakhang ein und speisten mit Blick auf Terrassenfelder zu Mittag. Danach spazierten wir straffen Schrittes durch die dörfliche Landschaft zum Kloster, einem Fruchtbarkeitskloster. Bereits im Dorf prangten riesige Phallusmalereien von den Wänden und im Souvenirshop bot man eben diese Teile aus Holz geschnitzt an.
Am Nachmittag erreichten wir Punakha, die einstige Hauptstadt Bhutans. Ein riesiger Dzong bestimmt die Landschaft am Fluss. Es ist die Winterresidenz des geistlichen Oberhauptes des Landes und Krönung- sowie Hochzeitsort des Königs von Bhutan. Mehr als dreihundert (oder doch dreitausend - da widersprechen sich die Reiseführer) Mönche leben hier und prägen das Bild der Anlage mit ihrer Anwesenheit in karminroten Gewändern. Eindruckvoll diese Anlage mit weißen hohen Mauern und den Schnitzereien und Holzarbeiten. Hier liegt einbalsamiert der Gründer des heutigen Bhutans. Einige Minuten nutzten auch wir zur Teilnahme am Gebet der Mönche im Klosterbereich des Dzongs. Zum Abschied hüllte die tiefliegende Sonne das Kloster in zartes Licht.

18.02.2015 Paro-Tal


indien

Wir starteten mit dem Bus in Punakha bereits um 6 Uhr und waren so bereits vor Beginn der Bauarbeiten an den engsten Straßenstellen vorbei. Am Dochula-Pass war schlechtere Sicht als am Vortag. Hier frühstückten wir nun und konnten geruhsam Richtung Thimphu den Berg hinunterrollen. Kurz vor Thimphu steht der älteste Dzong Bhutans, den Zhabdrung Ngawang Namgyal 1629 als ersten Dzong in Nepal erbauen ließ. Hier war der wehrhafte Charakter eines Festungsbaus um ein Kloster herum besonders deutlich nachzuvollziehen. Weiter ging es nach Paro, wo wir in einem einfachen Restaurant gut zu Mittag aßen. Auf noch im Vorjahr recht holpriger Straße, die nun zweispurig asphaltiert war, fuhren wir in ein Gebirgstal, um unterhalb des Tigernestes, des wohl bekanntesten Dzongs in Bhutan, der an einer Felswand in dreitausend Meter Höhe zu kleben scheint, für ein Foto zu stoppen. Zurück in Paro besuchten wir zunächst das 2012 errichtete Nationalmuseum mit seiner prächtigen Sammlung von Tanzmasken und buthanischer Malerei. Gleich nebenan steht der bei einem Erdbeben stark zerstörte Wachturm des Dzongs von Paro, der gegenwärtig wieder aufgebaut wir: Steine und Lehmkiepen schleppende Frauen als Bauarbeiter haben sich uns hier wohl besonders nachhaltig eingeprägt. Auf einem leichten Abweg erreichten wir dann den Dzong von Paro, der uns nochmals alle markanten Elemente des Festungsbaus des 17. Jahrhunderts in dieser Region offerierte. Der zeitige Tagesbeginn ermöglichte uns am Nachmittag noch einen Bummel durch die kleine Geschäftsstraße von Paro, bevor wir zum Hotel Olathang hinauf fuhren.
Im großzügigen Hotel Olathang bedankte sich Eberhardt Travel bei den Gästen dieser exclusiven Reise mit einer zusätzlich georderten Folkloreveranstaltung, die auch zwei traditionelle Maskentänze einschloss.

19.02.2015 von Paro nach Kathmandu


Der früh geplante Rückflug startete gar überpünktlich. Vielleicht mussten wir auch Platz machen, da der rote Teppich für Gäste zum bevorstehenden 35. Geburtstag des Königs bereits ausgerollt wurde. Beim Flug hatten die Rechtssitzer Glück, sahen beim Aufstieg den heiligen Berg Yomolhari, nach reichlich zwanzig Minuten den Kantschendzonga und nach einer halben Stunde den Mont Everest. Die Einreise in Kathmandu ging recht schnell vonstatten und K.C. fuhr zeitlich passend mit dem Bus vor. Sofort ging es nach Bakhtapur der alten Königsstadt, zwanzig Kilometer östlich der alten Stadtgrenze von Kathmandu. Auch maßgeblich mit deutscher Unterstützung wurde dieses UNESCO-Weltkulturerbe erhalten. Alte Königspaläste, der Palastbrunnen mit großen Bronze-Cobra, die Königsloge auf der Durbar Square und zahlreiche Tempel und Pagoden prägen das Bild. Mit einem Bummel durch die engen Gassen gelangten wir zum Taumadhi Tole, dem bedeutenden traditionellen Platz Bakhtapus, mit der fünfetagigen Nyatapola Mandir, einer der wenigen fünfetagigen Pagoden. Unser Weg führte über den Töpfermarkt zurück zum Durbar Square, wo wir bei warmer Mittagssonne direkt am Durbar Square zu Mittag aßen. Nach neun Stunden Reisezeit und zwei Ländern an einem Tag ging es am Nachmittag zum bereits bekannten Hotel Himalaya in Patan – auch Zeit zu ein wenig Ruhe und Erholung.

20.02.2015 Kathmandu


indien

Frühmorgens aus dem Fenster blickend sah es eigentlich eher pessimistisch aus, aber wer im Hotel blieb, konnte gegen neun Uhr Flugzeugmotorenlärm hören. Per sms sprach es sich dann schnell herum, der Flug über den Himalaya zum Everest sollte nach immer wieder hinausgeschobenem Start stattfinden. Voller Eindrücke kamen alle achtzehn Eberhardt Gäste dann im Laufe des späteren Vormittags zum nachzuholenden Frühstück zurück.
Es hatte geklappt und jeder konnte den höchsten Punkt der Erde in Augenschein nehmen.
Am späten Vormittag besuchten wir Swyambhunath mit dem Affentempel und einer großen Stupa. Selten sind Hinduismus und Buddhismus auch baulich so eng vereint wie auf diesem Hügel im Westen der Stadt. Noch ließen Sonnenstrahlen die vergoldete Stupa glänzen.
Am Nachmittag bummelten wir dann mit unserem nepalesischen Reiseleiter KC durch Patan, einst auch Königsstadt; heute Distrikt Lalitpur. Der Kwa Bahal, der Goldene Tempel, fand zunächst unsere Aufmerksamkeit, bevor es zum hiesigen Durbar Square ging, jenem Platz mit Tempeln und Pagoden vor dem Königspalast. Letzte Chance in Patan zum Kauf von Kashmir-Pullovern, Pashmina-Schals, Gewürzen, Klangschalen und Buddhafiguren, denn am morgigen Sonnabend werden wohl die meisten Geschäfte geschlossen sein.

21.02.2015 Pashupatinath, Bodnath


indien

Zu gut ausgeschlafener Zeit fuhren wir zunächst nach Pashupatinath, Heiligtum der nepalesischen Hindus mit dem Kali gewidmeten goldenen Tempel. Hier am Bagmatifluss finden die Verbrennungen der Verstorbenen nach strengem Ritual in Verantwortung des (ältesten) Sohnes des Verstorbenen statt. Gleich nebenan lagern die Sadus; Askethen, die so askethisch leben, dass sie Fotogeld verlangen. Unter „Heilige", wie es manche beschreiben, verstehen wir wohl doch etwas anderes.
Unter dem Schirm des Heiligtums hat sich leider auch ein penetrantes Anbieten von „Kleinkunst" an die Touristen breitgemacht.
Von Pashupatinath führen wir zum Heiligtum der vorrangig tibetischen Buddhisten: Bodnath mit seiner großen Stuppa, deren Weiß im Tageslicht glänzte. Schöne Fotomotive der die Stuppa umrandenden Häuser waren möglich oft mit buddhistischen Gläubigen. Tibetische wie hinduistisch geprägte Architektur im Rund; Klänge von "Om ma ni padmi um", Mandalamalerei und ein endloser Strom von buddhistischen Pilgern prägten unsere Eindrücke. Zurück fuhren wir zum Hotel auf weniger befahrener Straße durch das Regierungsviertel.
Zum Abschlussabendessen ging es nach Kathmandu in neues Gebäude in der Nähe des ehemaligen Königspalastes, das heute internationale Unternehmen beheimatet. Das war dann das neue, moderne und reiche Kathmandu – laut, hallig, kühl. Mit einem nepalischen Essen und nepalischer Folklore beendeten wir dort den Tag und die Reise in Nepal.

22.03.2015 Heimflug


indien

Kurz vor sechs Uhr am Morgen waren wir am Flughafen, aber schon bald erfuhren wir, dass es wieder eine Verspätung geben wird, Das Personal des check in-Schalters arbeitete indes zügig. Nachdem wir noch fast eine Stunde auf der Startbahn warteten, ging es dann mit drei Stunden Verspätung Richtung Istanbul. Über Indien, Pakistan, Afghanistan, Usbekistan, Turkestan, Kasachstan, Azerbaidshan, Armenien und Georgien flogen wir; in Georgien konnte man gut zur Rechten den Kaukasus und unter uns den Kleinen Kaukasus sehen. Dann war das Schwarze Meer bei Batumi erreicht; auch das Pontische Gebirge der Türkei war verschneit; selbst in Istanbul zeigten sich Schneereste. In Istanbul wurde es ein rasanter Flugzeugwechsel: in einer zwanzig-Minuten-Aktion wechselten wir die Flughafenseite und unterzogen uns dem Sicherheits-check. Einige waren vorgeprescht und hatten am Zustieg unser Kommen noch avisiert (ob dies auch der Computer getan hat, bleibt offen). Der Spätnachmittagsflieger brachte uns dann fast noch pünktlich – mit etwas Schaukeln über den rumänischen Karpaten - nach Berlin.
Guten Abend Deutschland – hieß es dann für alle Gäste an Ihrer Haustür nach dem Transfer.
Also ab ins Bett und Träumen von sechzehntägigen Reiseerlebnissen in Nepal und Bhutan oder bereits von neuen Reisezielen mit Eberhardt Travel.

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