Reisebericht: Mit der Dresdner Seniorenakademie zum Golf von Neapel

27.04. – 04.05.2019, 8 Tage Flugreise - Neapel - Vico Equense - Sorrent - Amalfiküste - Insel Capri - Caserta - Pompeji - Vesuv

„Mit Schwund muss man rechnen“, sagt der Volksmund und mit Schund begann unsere Reise in aller Frühe am Flughafen Dresden. Drei der Gäste mussten kurzfristig aus persönlichen Gründen ihre Teilnahme absagen.Für unsere Tour an den Golf von Neapel machten wir nun nur das Dutzend voll,– eine luxuriöse Größe für Besichtigungen und Touren in dieser beliebten Region. Vom Flughafen Capodimonte in Neapel aus ging es ungeachtet des für deutsche Verhältnisse chaotischen und unübersichtlichen Verkehrs mit Radrennfahrern, Mofas, Autos, Lastwagen und Reisebussen durchaus zügig zum Hotel. Bis zum Abendessen blieb Zeit für erste Spaziergänge im überschaubaren Zentrum von Vico Equense. Eis isst man bei Gabriele, hatte uns jedenfalls unser Buschauffeur empfohlen und tatsächlich schmeckt es köstlich. Selbst Hillary Clinton konnte dieser süßen Verführung nicht widerstehen und hat ein Dankesschreiben hinterlassen.

Atemberaubend- die costa amalfitana


Die erste Erkundungstour führte uns nach Positano, einem malerischen Fischerort, in dem es treppauf, treppab geht und die Häuser sich fast wie große Schachteln übereinander türmen. In den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts hatte es viele deutsche Künstler nach Positano verschlagen. Damals war dieser zwischen Steilhang und Meer auf engstem Raum liegende Ort noch kein Ziel der Touristen. Bei den Künstlern – oft Hungerleider- war er beliebt, weil man dort sehr billig über den Winter kommen konnte. Eine Beschreibung von John Steinbeck und die Mund- und Mund- Propaganda lockte im Lauf der Zeit dann auch die Schönen und Reichen in diesen Küstenort, in dem jetzt rege Geschäftigkeit in den Straßen und Gassen herrscht. Künstler scheinen es nach wie vor noch hier zu leben, es gibt zwischen all den Geschäften für Mode Keramik und Souvenirs auch einige interessante Kunstgalerien.
Von Positano aus geht es per Schiff entlang der zerklüfteten Küste, wo immer wieder alte Wachttürme zu erkennen sind, bis nach Amalfi. Die Stadt war einmal eine bedeutende Seemacht und Drehscheibe für den Handel mit dem Orient und man brachte von dort zum Beispiel Feigen, Baumwolle aber auch die Kunst der Papierherstellung mit. Für sein Büttenpapier ist Amalfi bis heute bekannt, auch wenn von den vielen Mühlen nur noch wenige existieren. Das Papier wird nicht mit Holz, sondern aus Lappen hergestellt und wie das noch mit alter Technik wie vor hunderten von Jahren funktioniert, lässt sich im Papiermuseum erkunden.
Der Weg zurück führt über die kurvenreiche und enge Straße, auf der vor allem die Buschauffeure Milimeterarbeit leisten müssen. Die Ausblicke sind teilweise atemberaubend, doch wir sind auch froh, als die Kurverei ein Ende hat und wir im Hotel freundlich empfangen werden.

Temperamentvoll und vielseitig- die Hauptstadt Neapel


Beim Tagesausflug nach Neapel haben wir es gemacht wie der berühmte Italienkenner Johann Wolfgang von Goethe. Er notierte seinerzeit:" heute ward geschwelgt und die Zeit mit Anschauung der herrlichsten Gegenstände zugebracht. Neapel ist ein Paradies, jederman lebt in einer Art von trunkener Selbstvergessenheit." Angeschaut haben wir den Dom, natürlich die berühmte Straße, in der die Krippen gemacht werden, Kirchen und Gassen der Altstadt, wir sahen die berühmte Galerie Umberto und das Teatro San Carlo. und Zum Schwelgen gab es die traditionelle Pizza Margherita, die ja in der Stadt erfunden worden sein soll und immer wieder tolle Ausblicke auf das Castello d' Ovo und den Hafen.Die Insel Capri und die rote Sonne
Von Sorrent aus bringt uns das Fährschiff in knapp einer Stunde auf die Insel Capri, Pablo Neruda hat duese Insel das meisterwerk Gottes genannt. Unser erstes Ziel ist die berühmte Villa San Michele des schwedischen Arztes Axel Munthe. Noch haben wir Glück, Haus und Garten sind noch ruhig und wir haben Zeit, um ungestört durch das Gelände zu streifen. Nach einem Besuch in den Augustusgärten lassen wir uns von einem kleinen Boot einmal um die Insel schippern, vorbei an den Faragliolifelsen und einigen kleinen Buchten. Abends bringt uns die Fähre zurück nach Sorrent. Während der Busfahrt versinkt die rote Sonne hinter Capri im Meer – zum Weinen schön.

La reggia di Caserta- das Versailles Italiens


Das prächtige Schloss von Caserta ist am 1. Mai offensichtlich Ausflugsziel für viele italienische Familien. Wir besichtigen die königlichen Gemächer mit ihrem Dekor, den Möbeln, Statuen und Bildern und erfahren einiges über das höfische Leben der Borbonen in Neapel. Gut 40 Minuten läuft man dann durch den Graten hinauf bis zur großen Fontäne, ein imposanter Eindruck und in seiner Größe beeindruckend.
ländlich und beschaulich klein ist dagegen St. Agata di Goti, wo eine Kellereibesichtigung und der eine oder andere gute Tropfen auf uns wartet.

Pompeji und Vesuv


Die Ausgrabungen von Pompeji sind unser Schaufenster in die römische Antike. Die Stadtanlage, Läden und Häuser, Badeanstalten und der Marktplatz, selbst die Freudenhäuser und die Trittsteine auf den Straßen, die so ausgelegt sind, dass Wagen problemlos passieren können- all das lässt sich in dieser 79 nach Chr. unter einem Regen aus Asche und Bimsstein verschüttetten Stadt entdecken.
Vor seinem damaligen Ausbruch war der Vesuv nahezu 3000 meter hoch, inzwischen ist er durch die Ausbrüche auf 1281 Meter geschrumpft. Doch beim Aufstieg zum Kraterrand bringt er uns trotz der geringeren Höhe durchaus ins Schwitzen- gefährlich mutet er mit diesem Loch aus brauner Erde und Geröll nicht an- doch vor einem Ausbruch müssten allein in der roten Zone rund 600 000 Menschenevakuiert werden.

Elegant und mondän bis heute- Sorrent


In den Hügeln oberhalb von Sorrents bestaunen wir uns nochmals mit Früchten beladene Zitronenbäume und wir lassen uns etwas über die Gewinnung von Olivenöl erzählen. Danach wir natürlich gekostet und eingekauft- beim Kofferpacken am Abend ist dann Logistik gefragt.
Nach einem Rundgang durch das elegante Sorrent gönnen wir uns den letzten Eisbecher, nutzen die freie Zeit zum Einkaufen und nehmen mit allen Sinnen und voller nachhaltiger Eindrücke Abschied vom der Halbinsel Sorrent, dem Meer und den Zitronen.
Am nächsten Tag weint der Himmel und wir treten die Heimreise an.


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