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Baltikum

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Ihre Rundreise durch das Baltikum

Drei auf einen Streich – kaum eine Länderkombination ist so beliebt wie eine Reise durch Lettland, Estland und Litauen. Dabei werden Sie auf Ihrer Reise durch das Baltikum die Unterschiede und die Vielfalt dieser drei Länder kennen lernen. Auf Ihrer Rundreise durch das Baltikum begegnen Ihnen ehrwürdige Hansestädte, trutzige Ordensburgen und weitläufige Nationalparks. Reisen Sie in die idyllische Ruhe der Nationalparks Kaunas und Laheema, schlendern Sie durch die Straßen der so unterschiedlichen Hauptstädte Vilnius, Riga und Tallinn und erleben Sie dabei das Baltikum klassisch auf einer Rundreise, aktiv beim Radfahren oder barrierefrei.

Regionen des Baltikums

Lettland
Lettland
Das grüne Land an der Ostsee punktet mit unberührter Natur breiten Stränden und ausgedehnten Wäldern. Die historischen Städte sind von malerischer Architektur geprägt, in der hanseatischer Stil auf Barock und Jugendstil trifft.
Litauen
Litauen
Ländliche Architektur, Volkstrachten und -tänze und weltbekanntes Liedgut prägen die Traditionen dieses gastfreundlichen baltischen Landes. Seine bedeutsame Geschichte zeigt sich in vielen historischen Bauten und Regionen.
Estland
Estland
Das kleinste der baltischen Länder mit abwechslungsreicher Landschaft, großen Wäldern sowie seinen vielen Seen und Inseln gehört inzwischen zu den Reisezielen, die man gesehen haben muss! Insbesondere die UNESCO-gelistete Hauptstadt Tallinn gehört zu den schönsten und besterhaltenen Städten im nördlichen Europa.
Insel Saaremaa
Insel Saaremaa
Weit über 1000 Ostseeinseln liegen vor der Küste Estlands und Saarema ist die größte und bevölkerungsreichste von ihnen. Alte Kirchen, eine Festung und zahlreiche Windmühlen prägen neben Wäldern das Antlitz der Insel, deren zerklüftete Küste über zahlreiche Buchten, Halbinseln und vorgelagerte Inselchen verfügt.
Kurische Nehrung
Kurische Nehrung
„Sahara an der Ostsee“ hat Thomas Mann die Dünen der bekanntesten und längsten Ostseehalbinsel genannt. Seit 2000 als UNESCO-Welterbe gelistet, gehört etwas mehr als die Hälfte der geologisch seltenen Formation zu Litauen, der andere Teil zu Russland.

Metropolen des Baltikums

Tartu
Tartu
Die Universitätsstadt, die auf schwedisch und deutsch Dorpat genannt wird, ist die zweitgrößte Stadt Estlands und die älteste bekannte Stadt im baltischen Raum. Für 2024 wurde Tartu, die für ihre Vielfalt an kulturellen Einrichtungen und Festivals bekannt ist, zur Kulturhauptstadt Europas gewählt!
Kaunas
Kaunas
Viele gut erhaltene Bauwerke, unter anderem eine interessante Burg, machen den Reiz der Altstadt von Litauens zweitgrösster Stadt aus. Nahe der Stadt laden am Memelstausee, dem „Kaunasser Meer“, das schöne Barockkloster Pažaislis und ein bedeutendes Freilicht-museum, eines der größten seiner Art in Europa, zu einem Besuch ein.
Klaipeda
Klaipeda
Litauens drittgrößte Stadt und wichtigster Hafen liegt am nördlichen Ende des Kurischen Haffs mit dem UNESCO-Welterbe Kurische Nehrung mit ihrer vielseitigen Geschichte gehörte später zu Ostpreussen und galt als Deutschlands nördlichste Stadt.
Tallinn
Tallinn
Als Reval war die heutige estnische Hauptstadt im Mittelalter die bedeutendste Hansestadt im östlichen Baltikum, was Ihr Reichtum und Privilegien Einbrachte, dir man bis heute an ihrer herrlichen mittelalterlichen und wehrhaft ummauerten Altstadt, zur UNESCO gehörend, ablesen kann.
Riga
Riga
Die „Perle des Baltikums“ ist die größte der baltischen Metropolen und durch ihre Bedeutung als ehemalige Hanse- und Handelsstadt zu einem multikulturellem Zentrum geworden, von dessen Weg durch die Jahrhunderte ein Rundgang durch das Stadtzentrum zeugt, in dem jede Epoche ein baugeschichtliches Kapitel hinterlassen hat.
Vilnius
Vilnius
Die litauische Hauptstad, etwa so groß wie Dresden, beherbergt eine der ältesten Universitäten Nordosteuropas und gehört seit 1994 zum UNESCO-Welterbe. Ihre verwinkelte Altstadt ist ein immer noch viel zu wenig bekanntes Kleinod!

TOP-Angebote

Hotels im Stadtzentrum

Rundreise durch Litauen, Lettland und Estland

11 Tage Rundreise: Vilnius – Trakai – Kaunas – Klaipeda – Kurische Nehrung – Riga – Gauja Nationalpark – Tallinn – Lahemaa-Nationalpark

23.04. – 03.05.2020

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12 Tage Rundreise Litauen – Lettland – Estland – Finnland – Schweden

28.05. – 08.06.2020

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Rundreise mit Bus - Sterne des Baltikums mit St. Petersburg

14 Tage mit Warschau – Vilnius – Riga – Tallinn – St. Petersburg – Helsinki

15.05. – 28.05.2020

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13 Tage mit 9 geführten Radtouren inkl. Leihrad & Reisebegleitung ab Deutschland

24.05. – 05.06.2020

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Unterwegs in Ostpreußen und im Memelland

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08.05. – 17.05.2020

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Rundreisen Baltikum

7 Tage Rundreise über Weihnachten für Singles & Alleinreisende mit Tallinn - Kurort Haapsalu - Ostsee - Nationalpark Lahemaa...

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21.12. - 27.12.2019

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7 Tage Flugreise: Vilnius - Trakai - Riga - Jurmala - Tallinn

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9 Tage Flugreise: Vilnius - Trakai - Riga - Jurmala - Tallinn - Tartu - Sigulda - Vilnius

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29.05. - 06.06.2020

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4 Tage Städtereise Vilnius - Litauen

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29.05. - 01.06.2020

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4 Tage Städtereise Riga - Lettland

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10 Tage Rundreise durch Litauen, Lettland und Estland mit Vilnius - Trakai - Memel - Kurische Nehrung - Riga - Sigulda -...

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14 Tage Flugreise: Vilnius - Trakai - Kaunas - Klaipeda - Aufenthalt auf der Kurischen Nehrung - Riga - Jurmala - Tallinn...

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13 Tage Rundreise: Vilnius - Trakai - Kaunas - Klaipeda - Kurische Nehrung - Riga - Gauja Nationalpark - Tartu - Peipussee...

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28.06. - 08.07.2020

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9 Tage Rundreise mit mehr Bewegung für Singles in Litauen, Lettland und Estland mit leichten Wanderungen in den schönsten...

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06.09. - 13.09.2020

2 in 2020

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Das Baltikum

Unter „Baltikum“ werden die drei Staaten Lettland, Litauen und Estland zusammengefasst. Zusammen haben sie sechs Millionen Einwohner, teilen sich 175 000 Quadratkilometer Land und vor allem ein großes Stück Ostseeküste. Die Ostsee ist auch die Namensgeberin des Gebietes: In mittelalterlichen Chroniken taucht sie als mare balticum auf. Die nichtslawischen Stämme der Gegend nannten sich selbst Balten. Russen gehören ebenfalls seit dem 9. Jahrhundert zu den Einwohnern. Doch damit enden die Gemeinsamkeiten auch schon. Beispielsweise stellen nicht zufällig Russen 25 Prozent der Einwohnerschaft in Estland und Lettland, während es in Litauen nur 5 Prozent sind: Litauen gehörte stets mehr zur polnischen Einflusssphäre. Die litauische und die lettische Sprache wiederum zählen zu den indogermanischen Sprachen, während das Estnische Verwandtschaft zum Finnischen aufweist. Erst seit 1945 verläuft die Geschichte der Staaten weitgehend ähnlich: Erst Annexion durch die Sowjetunion, 1990 dann Ausrufung der Unabhängigkeit. Inzwischen sind alle drei EU-Mitglieder und gehören zur Eurozone.

Geschichte

Livland und Kurland, die Kurische Nehrung und die Memel – viele geografische Begriffe aus Lettland, Litauen und Estland sind uns vertraut. Kein Wunder: Die Geschichte der drei Länder hat viel mit der deutschen zu tun, die Hauptstädte Riga und Tallin gehörten seit dem 14. Jahrhundert zur Norddeutschen Hanse und standen im regen Austausch mit Lübeck, Hamburg und Bremen. Bis heute zeugt die typische Hansearchitektur der Städte davon: Sei es die rote Backsteingotik oder - bei Mietshäusern - die halbe Treppe hinunter in die Tiefparterre-Lädchen.

Im Lauf der Jahrhunderte kämpften Dänen, Schweden, Deutsche, Polen und Russen um die Vorherrschaft in verschiedenen Teilen des Baltikums, bis Russland die Baltischen Staaten im 18. Jahrhundert in seine Ostseeprovinzen einreihte. All die wechselnden Herrschaftsformen hatten eins gemeinsam: Sie tasteten die Privilegien der größtenteils deutschen Oberschicht in den Städten nicht an – als Mitglieder der Hanse waren ihre wirtschaftlichen Verbindungen quer über die Ostsee unverzichtbar. Erst der Sieg der Roten Armee über die deutsche Besatzung in den Baltischen Gebieten löschte diese lange Tradition aus.

Der wechselnde Einfluss der verschiedenen Völker und der landeseigenen Großfürsten sorgte für katholische, lutherische und russisch-orthodoxe Kirchen, in Vilnius auch für große Toleranz gegenüber dem Judentum. Bis heute leben neben den Esten, Litauern und Letten zahlreiche Minderheiten auf dem Baltikum – infolge der jüngeren Geschichte natürlich besonders viele Russen.

Landschaft

Die Landschaft des Baltikums entstand im Eiszeitalter. Das Inlandeis formte eine typische wellige Jungmoränenlandschaft, geprägt von Seen und Flüssen, sandigen Böden, Findlingen, Hügeln, Sümpfen und Dünen in Ostseenähe. Die große Zahl an Nationalparks und Naturschutzgebieten, die die drei Staaten ausgewiesen haben, zeugt von der einmaligen, unberührten Natur des Baltikums und der großen Naturverbundenheit der Balten.

Klima

Kühl-gemäßigtes Klima an den Küsten und kontinentales Klima im Landesinneren lässt die Sommer warm und die Winter kalt werden. Von Dezember bis Februar herrschen durchschnittlich einstellige Minustemperaturen, von Juni bis September werden stets über 20 °C erreicht. Von der Ostsee strömt warme und feuchte Luft ins Landesinnere, die vor allem in Herbst und Winter schnell zu Niederschlag wird.

Lage & Landschaft von Litauen

Litauen ist der Südlichste der drei baltischen Staaten mit Grenzen zu Kaliningrad, Weißrussland, Polen und Lettland. Nördlich der Hauptstadt Vilnius liegt der Mittelpunkt Europas. Seinen Namen hat Vilnius von der Vilnia – kein Riesenfluss, dafür mit beachtlichem Gefälle, das ihn gut zum Wildpaddeln eignet. Von der Landschaft voller Wiesen und Hügel, Seen und Wälder vermittelt der Nationalpark Aukštaitija in Hochlitauen einen Eindruck. Mit Kaliningrad teilt sich Litauen den großen Bogen der Kurischen Nehrung, der das Kurische Haff an der Ostseeküste einschließt. Die breiten Dünen und Sandstrände gehören inzwischen zum Unseco-Welterbe.

Geschichte & Hauptstadt Vilnius

Die Hauptstadt Litauens liegt im Landesinneren und wurde deshalb nicht wie Riga oder Tallinn von der Hanse geprägt. Dafür verteidigten die litauischen Großfürsten sich lange gegen jegliche Christianisierung. Das führte zu zahlreichen Konflikten mit dem Deutschen Orden, der ohnehin seinen Einfluss im Baltikum ausdehnen wollte. Doch Vilnius eroberte er nie – mit der Folge, dass die Stadt ungewöhnlich liberal agieren konnte. Verfolgte Juden aus Russland und Mitteleuropa kamen hier unter, bis sie ca. 40 Prozent der Einwohnerschaft stellten und Vilnius sich zum Zentrum der jüdischen Kultur mit dem Beinamen „Jerusalem des Nordens“ entwickelte.
Als sich das Großfürstentum Litauen mit Polen zur zusammenschloss, um dem Deutschen Orden besser Paroli zu bieten, wurde Vilnius vom 14. bis zum 18. Jahrhundert die Hauptstadt des litauischen Teils. Polen bildeten damals 30 Prozent der Einwohnerschaft und sorgten für die katholischen Kirchen im Stadtbild. In diese Zeit fiel die Gründung der Universität Wilna im Jahr 1579 – eine der ersten in Mitteleuropa.
Bei seiner späteren Zugehörigkeit zum russischen Zarenreich verlor Vilnius seinen Hauptstadt-Status und musste zwischen dem Ersten bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges erst russische, dann deutsche, dann polnische und dann wieder russische Truppenbesetzungen ertragen – jeweils mit gravierenden Folgen für die polnische bzw. jüdische Bevölkerung der Stadt. Dass die Litauer 1918 eine unabhängige Republik ausriefen, ging in den Geschichtswirren völlig unter. 1990 erklärten sich die Litauer wieder zum souveränen Staat – als erste der sowjetischen Unionsrepubliken überhaupt. Vilnius wurde wieder zur Hauptstadt und zum Regierungssitz des Landes. Heute leben 63 Prozent Litauer in Vilnius, gefolgt von 16 Prozent Polen, 12 Prozent Russen und 3,5 Prozent Weißrussen.

Vilnius heute

Viel Barock, viele Kirchen, prächtige Palais und ein paar sozialistische Zweckbauten bestimmen heute das Bild der Stadt, deren historische Altstadt zum Unesco-Weltkulturerbe zählt. Ein Besuch des Stadtteils Užupis neben der Altstadt gehört unbedingt zu einem Besuch. Ursprünglich war Užupis das jüdische Viertel, doch kaum ein Einwohner überlebte die Säuberungsaktionen der Nazis. Nach 1945 verkamen die Häuser, und als Litauen 1990 seine Unabhängigkeit ausrief, hatten die allermeisten weder Strom noch fließend Wasser. Beste Voraussetzungen für Künstler auf der Suche nach preiswertem Wohnraum mit Charme. Denn charmant ist dieser alte Stadtteil voller zweigeschossiger Bürgerhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert links und rechts der gewundenen Gassen! Und weil es immer mal bergauf geht, fällt der Blick oft weit über die Stadt.

Lage & Landschaft von Lettland

Lettland in der Mitte der baltischen Staaten grenzt an Litauen, Weißrussland, Russland und Estland. Es erstreckt sich über die früheren Gebiete Kurland und Livland, ist dünn besiedelt und etwas kleiner als Bayern. Unter den 2,068 Millionen Bewohnern sind 62 Prozent Letten, 26 Prozent Russen, 3,3 Prozent Weißrussen und 2,2 Prozent Polen. Die Amtssprache ist Lettisch.
Vier große Nationalparks bilden die vielseitige Landschaft Lettlands ab. Gauja wurde bereits 1973 am Urstromtal des Flusses Gauja gegründet. Die Felsen und Höhlen im Sandstein, die der Fluss ausgewaschen hat, sind die Besonderheit des Parks. Dazu gesellen sich alte Burgberge und mittelalterliche Burgen . Ganz anders ist das Landschaftsbild im Nationalpark Slītere am westlichen Ende des Rigaischen Meerbusens. Es wird von bewaldeten Dünen, sumpfigen Niederungen und den Blauen Bergen im Süden bestimmt. Ebenfalls an der Küste liegen die Nationalparks Pape und Ķemeri. Ihre Markenzeichen sind kleine Flüsse, Seen und Sümpfe, bewohnt von zahlreichen seltenen Tierarten.

Geschichte & Hauptstadt Riga

Rigas gut erhaltene Altstadt hat es auf die Liste des Unesco-Welterbes geschafft. Bei der Entstehung der Stadt spielte die Düna eine Rolle: Ihre Ostsee-Mündung machte die Stelle zu einem interessanten Handelspunkt. Riga avancierte früh zur Hauptstadt von Livland, dem Einflussgebiet des Schwertbrüderordens, der im 13. Jahrhundert im Deutschen Orden aufging. In seiner Folge wanderten zahlreiche Deutsche ein und bildeten in Riga ebenso wie auf dem Land die Oberschicht. Das blieb auch so, nachdem sich die Reformation in Lettland durchgesetzt hatte, und erst recht, als die Stadt Mitglied der Hanse wurde. Unterdessen geriet Riga mitsamt Livland immer wieder in wechselnde Machtsphären: Polen-Litauen bestimmten ab dem 16. Jahrhundert die lettischen Geschicke, immer wieder gestört von schwedischen oder russischen Interessen, bis sich das russische Zarenreich 1795 gegen Polen durchsetzte.
Besonders an Riga lässt sich der wirtschaftliche Aufschwung der Jahrhundertwende ablesen: Bürgerhäuser im Jugendstil bestimmen das Bild der Neustadt. Zusammen mit den Holzhäusern aus dem 19. Jahrhundert und der über Jahrhunderte wenig veränderten städtischen Grundstruktur der Altstadt am Ufer der Düna erhielt Riga dafür den Titel Unesco-Weltkulturerbe. Heute leben knapp 700 000 Einwohner in der Stadt, sie ist Sitz der Regierung und des Parlaments, der Ministerien und des Obersten Gerichtshofs.

Lage & Landschaft von Estland

Als nördlichster der drei baltischen Staaten grenzt Estland an Lettland und Russland. Zu Finnland gibt es zwar keine Landesgrenze, dennoch spielt der Nachbar auf der anderen Seite des Finnischen Meerbusens eine besondere Rolle für die Esten – nicht nur, weil ihre Sprachen verwandt sind, auch kulturell fühlen sie sich den Finnen nahe, sogar die Melodie der Nationalhymne teilen sie sich. Anders als bei der Litauischen Küste mit der vorgelagerten Kurischen Nehrung und Lettland mit seinem glatten Küstenstreifen rund um die Rigaer Bucht liegt Estland am Finnischen Meerbusen. Die stark zerklüftete Küste dort fächert sich in über tausend Inseln auf – sie machen zehn Prozent des Landes aus. Allerdings sind viele klein und unbewohnt. Dafür eignen sie sich prima als Naturschutzgebiete! Auch auf dem estnischen Festland spielt das Wasser eine große Rolle: Landschaftsbestimmend sind Sümpfe, Seen und Flüsse. Die Esten sind selbst sehr naturverbunden und stolz auf ihre Nationalparks, in denen noch Luchse und Wölfe leben. Im Nationalpark Lahemaa an der nördlichsten Küste des Landes leben auch Elche und Flussperlmuscheln – diese Muscheln sind weltweit die letzten ihrer Art. Zu den Eigenheiten des Landes gehören auch die Weißen Nächte zur Sommersonnenwende am 23. Juni. Dann scheint die Sonne 19 Stunden am Tag, und wie alle Skandinavier feiern auch die Esten diese Mittsommernacht mit Feuer, Tanz und Gesang.

Geschichte und Hauptstadt Tallinn

Mit dem benachbarten Lettland verbindet Estland die gemeinsame Livländische Geschichte. Allerdings wurde das Land schon 1721 Teil des Russischen Reiches, nachdem die Estländische Ritterschaft im Nordischen Krieg kapitulieren musste. Tallinn hieß bis 1918 Reval. Seit dem 11. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt am Finnischen Meerbusen ähnlich wie Riga aus einem estnischen Handelsplatz, gekrönt von einer Burg. Es gibt noch mehr Parallelen: Im 13. Jahrhundert übernahm der deutsche Schwertbrüderorden die Burg und die Verwaltung des Landes. Doch als der Orden das estnische Gebiet nicht halten konnte und an den Deutschen Orden weitergab, schlug der Papst die Stadt Reval Dänemark zu. Unter dänischer Herrschaft erhielt Reval das Lübische Stadtrecht, eine Voraussetzung der Hanse-Mitgliedschaft, die hier wie in Riga dafür sorgte, dass die Oberschicht von Stadt und Land vorwiegend aus Deutschen bestand. Unter die Fittiche des Deutschen Ordens gelangte Reval schließlich 1346, wobei alle Privilegien der ortsansässigen Kaufleute erhalten blieben, was die Stadt zeitweise zur wichtigsten Hansestadt für den Osthandel machte. Die nächsten Entwicklungsetappen bestimmte die Reformation und die schwedische Herrschaft bis 1710, danach die Zeit als russisches Gouvernement und schließlich die Ausrufung der selbstständigen Republik Estland ab 1918, bei der Reval zu Tallinn wurde.

Tallinn heute

Heute bewohnen 416 000 Menschen die estnische Hauptstadt, davon sind 53 Prozent estnischer und 44 Prozent russischer Herkunft. Höhepunkt des Jahres sind die Weißen Nächte rund um den 23. Juni, die mit zahlreichen Open Air-Festivals gefeiert werden.

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