Reiseinformationen zu Bosnien-Herzegowina

Einreise

Die Einreise ist mit einem für die Aufenhaltsdauer gültigen Personalausweis oder Reisepass möglich. Bei Anschlussfahrten nach Serbien, Mazedonien und Albanien ist ein noch mindestens 6 Monate gültiger Reisepass nötig.

Zeitverschiebung

In Bosnien- Herzegowina gilt die mitteleuropäische Zeit, sowie die Sommerzeit, so dass ein Umstellen der Uhr nicht nötig ist.

Landesdaten

Bosnien und Herzegowina (in den Landessprachen Bosna i Hercegovina, kurz BiH, deutsch auch Bosnien-Herzegowina) ist ein Staat in Südosteuropa. Er grenzt im Osten an Serbien, im Südosten an Montenegro, im Norden, Westen und Südwesten an Kroatien sowie auf wenigen Kilometern bei Neum an das Mittelmeer. Die unabhängige Republik ging 1992 aus der jugoslawischen Teilrepublik Bosnien und Herzegowina hervor und hat wie diese fast dieselben Grenzen, die das österreichisch-ungarische Okkupationsgebiet Bosnien und Herzegowina 1878 auf dem Berliner Kongress erhielt. Bosnien und Herzegowina besteht seit dem Dayton-Vertrag aus zwei weitgehend autonomen Gliedstaaten (Entitäten), der Föderation Bosnien und Herzegowina und der Republika Srpska, sowie dem Sonderverwaltungsgebiet Brcko-Distrikt.

Die Landesgröße beträgt 51 197 qkm.

Einwohner

Die Gesamteinwohnerzahl beträgt ca. 3,8 Millionen. Die Nationalitätszugehörigkeit ist abhängig von der Entität (Landesteil). In der Republik Srpska leben mehrheitlich bosnische Serben, in der Föderation mehrheitlich bosnische Kroaten und Bosniaken (Moslems). Die Entitäten wurden vom "Dayton- Vertrag" 1995 festgelegt. In der Haupstadt Sarajevo leben zur Zeit 304 000 Menschen.  Stand 02/2016.

Sprache

Die Sprachen sind abhängig von der Nationalität. Es wird also mehrheitlich bosnisch, serbisch und kroatisch gesprochen. Allerdings sind die Unterschiede zwischen den Sprachen sehr gering. In den tourisischen Bereichen kann man sich gut in englisch verständigen, oft auch in deutsch.

Stromspannung

Die Netzspannung beträgt 220 Volt/ 50 Hertz. Ein Adapter ist nicht nötig.

Kommunikation

Die Landesvorwahl ist für Bosnien- Herzegowina ist 00387, nach Deutschland 0049. Die deutschen Mobilfunkanbieter haben Roamingverträge mit den bosnischen Unternehmen abgeschlossen. Nähere Informationen erfragen Sie bitte bei ihrem Anbieter. Öffentliche Fernsprecher gibt es bei der Post (Kabinen) und im öffentlichen Bereich der Städte. Das sind meist Kartentelefone, Karten bekommen Sie bei der Post oder an Kiosken.

Geld und Währung

Die offizielle Währung ist die Konvertible Mark (KM; 1 Euro = 1,95583 KM). Der Kurs ist festgeschrieben, unterschiedlich ist nur die Provision beim Geldtausch. Seit Oktober 2010 gibt es ein Gesetz welches das Bezahlen in Fremdwährung untersagt (bis dahin konnte man auch in Euro bezahlen). Geldtausch ist in Banken, Wechselstuben und manchmal auch an den Hotelrezeptionen möglich. Kreditkarten werden immer öfter akzeptiert leider noch nicht flächendeckend so dass sich die Mitnahme von genügend Bargeld empfielt.



Änderungen vorbehalten. Stand 1/2016

Kleidung und Reisegepäck

Es herrscht kontinentales Klima vor und je nach Jahreszeit wird entsprechend warme Kleidung empfohlen. Sehr heiß kann es in Mostar werden von hier bis zur Adriaküste herrscht mediterranes Klima vor, desgleichen im bosnischen Küstenort Neum. In den Hochgebirgslagen gibt es alpines Klima.

Gesundheit

Die medizinische Versorgung im Land ist mit EU-Standards noch nicht zu vergleichen. Ein ausreichender, weltweit gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserücktransportversicherung mit Gültigkeit auch für dieses Land werden dringend empfohlen. Auskunft erhalten Sie bei Ihrer Krankenkasse.

Geschichte und Politik

Geschichte

 

Bosnien und Herzegowina besteht aus zwei historischen Regionen, die aber keine Beziehung zu der heutigen Einteilung in Entitäten haben: Bosnien und die Herzegowina. Der Landesname Bosnien leitet sich vom Fluss Bosna ab, der nahe der Hauptstadt Sarajevo entspringt. Der Name Herzegowina geht auf den Herrschertitel Herceg = Herzog (Hercegovina=Herzogsland) zurück.

 

Bosnien und Herzegowina erklärte am 2. März 1992 nach einem am 29. Februar 1992 und 1. März 1992 abgehaltenen Referendum seinen Austritt aus dem Staatsverband Jugoslawiens und ist seither eine unabhängige Republik. Die internationale Anerkennung erfolgte am 17. April 1992. Ab 2004 öffnete sich das Land schrittweise dem Tourismus und kann heute auf diesem Gebiet schon beachtenswerte Erfolge aufweisen.

 

Politik

 

Staats- und Regierungsform: Demokratischer Staat mit zwei starken konstitutiven Landesteilen (Entitäten): Föderation Bosnien und Herzegowina und Republika Srpska

Staatsoberhaupt: Staatspräsidium, bestehend aus jeweils einem Vertreter der kroatischen Bosnier, der Bosniaken sowie der serbischen Bosnier; der Vorsitz rotiert alle 8 Monate.

 

Die Wahlen am 1. Oktober 2006 galten als zukunftsweisend, weil die internationale Gemeinschaft 2007 den Hohen Repräsentanten abziehen und Bosnien und Herzegowina in die volle Souveränität überführen wollte. Im Nachhinein wurde dieses Vorhaben um ein weiteres Jahr verschoben.

 

Ende Februar 2008 beschlossen EU-Vertreter gemeinsam mit Gesandten der USA und Russlands, den Hohen Repräsentanten auf unbestimmte Zeit im Land zu lassen. Am 16. Juni 2008 wurde das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union abgeschlossen, das als wichtige Vorstufe für den angestrebten Beitritt zur EU gilt. Eine EU-Vollmitgliedschaft wäre noch vor 2020 möglich, sofern Bosnien-Herzegowina kontinuierlich die wirtschaftliche Situation verbessert, demokratische Strukturen stärkt und ethnische Spannungen abbaut.

 

Vorsitzender des Ministerrats und damit Regierungschef ist Vjekoslav Bevanda.

Wirtschaft

Im früheren Jugoslawien gehörte Bosnien und Herzegowina zu den wirtschaftlich schwächeren Regionen. Nach dem Ende des Bosnienkriegs kam es zunächst zu einem kontinuierlichen Wirtschaftswachstum. Die strikte Geldpolitik, die einen festen Wechselkurs der Konvertiblen Mark zum Euro beinhaltet, trug zur Stabilität der Währung bei. Das Bankwesen wurde reformiert, wobei ausländische Banken 85% der Banken kontrollieren. Die offiziell angegebene Arbeitslosenrate liegt bei 40 Prozent, wobei diese Rate durch einen großen grauen Wirtschaftssektor reduziert wird. Die Einführung einer Mehrwertsteuer im Jahr 2006 hat die Staatseinnahmen erhöht.

 

Die Exporte sind noch wenig diversifiziert; Mineralien und Holz machen 50% aller Exporte aus. Das hohe Leistungsbilanzdefizit konnte bisher durch Transferleistungen von Bosniern, die im Ausland leben, ausgeglichen werden. Haupthandelspartner von Bosnien und Herzegowina ist die Europäische Union mit einem Anteil von etwa 50%. Österreich ist wertmäßig der größte ausländische Investor vor Slowenien.

Seit 2004 gewinnt der Tourismussektor immer mehr an Bedeutung.

Religion

In Bosnien und Herzegowina gibt es seit Jahrhunderten ein Nebeneinander verschiedener Religionen und Glaubensrichtungen. Die meisten Einwohner werden formell einer der zwei großen monotheistischen Religionsgemeinschaften (Christentum und Islam) zugerechnet: bosniakische Muslime (ca. 43,7 %), serbisch-orthodoxe Christen (ca. 31,4 %) sowie mehrheitlich kroatische römisch-katholische Christen (ca. 17,3 %). In Mostar hat sich während des Krieges eine kleine evangelische Gemeinde aus Serben, Kroaten und Bosniaken gebildet. Sie ist spirituell-charismatisch geprägt; die Gemeindearbeit ist ökumenisch ausgerichtet. Die Gläubigen sonstiger Religionen stellen ca. 7,6 % der Gesamtbevölkerung des Landes. Im Jahr 2008 leben rund 1000 Juden in Bosnien und Herzegowina, etwa 900 Sephardim und 100 Aschkenasim. Die größte Gemeinde ist die von Sarajevo mit zirka 700 Mitgliedern.

 

Die genannten Zahlen geben keine Auskunft über den Anteil der Einwohner, die sich als nichtreligiös oder atheistisch bezeichnen würden.

Flora und Fauna

Flora

 

In Bosnien und Herzegowina finden viele bedrohte Pflanzenarten in den Hochgebirgen einen Lebensraum. Im Nationalpark Sutjeska befindet sich der Perucica-Urwald – einer der größten, die noch in Europa erhalten sind. Im Bereich des Dinarischen Gebirges gilt eine Höhe von 500 bis 1000 Metern als Niedrigzone. In diesem Bereich sind Eichen- und Buchenbewaldung typisch. In der Höhe von 1500 Metern kommt eine Buchen-, Fichten-, Tannen- und Kieferbewaldung vor. Ein Baum, der in fast allen Gebirgen des Landes vorkommt, ist die gewöhnliche Kiefer. Eine Mischung aller dieser Baumarten findet man vor, wenn bewaldete Bereiche schon in niedriger Höhe beginnen und sich nach oben fortsetzen. In diesem Falle spricht man von einem illyrischen Floragebiet.

 

Man kann in allen Bereichen der Hochzone Gebirgsgewächse wie beispielsweise Windröschen, Thymian und Katzenkraut antreffen. Sie sind auf allen Bergen des Landes zu finden, sowie die klassische Alpenflora. Eine Besonderheit sind die durch Höhleneinbrüche entstandenen Dolinen. Auf den großen Flächen der Dolinen findet man typische Pflanzen einer kälteren Gebirgslandschaft, während auf den Rändern mittelmeertypische Pflanzen wachsen. Ein gutes Beispiel für die Flora des Landes ist das Gebirge Bjelasnica. Man trifft am Fuße des Berges verschiedene Laubbaumarten wie Eichen, Trauben- bzw. Wintereichen, Weißdorn und Schwarzbuchen an. In den höheren Regionen herrscht ein Mischwald mit Buchen und Tannen.

 

Der Walnussbaum ist in Südosteuropa heimisch und in der Niedrigzone weit verbreitet. Die Hochgebirge weisen überwiegend Wacholder auf, welcher außerordentlich widerstandsfähig gegen Kälte ist. Im Frühling kann man eine große Zahl an Blumen finden. Typische Vertreter sind Veilchen, Enziane, Narzissen, Kamille, Bärlauch, duftende Schlüsselblumen, Natternköpfe und Stiefmütterchen. Viele bereits weiträumig ausgestorbene Blumen haben sich in Bosnien und Herzegowina eingebürgert, wie beispielsweise die Orchideengewächse am Prokoskosee. Manche kalkhaltige Böden bieten ideale Bedingungen für Orchideengewächse wie z. B. für das rote Waldvöglein oder die Berghyazinthe. Wegen des warmen Klimas wachsen auch Liliengewächse in dieser Region.

 

 

 

Fauna

 

Viele Tiere, die in anderen Teilen Europas ausgestorben sind, können sich ohne menschliche Eingriffe in Bosnien und Herzegowina entwickeln. Jede Menge Tiere haben sich unabhängig von den benachbarten Gebieten entwickelt.

 

Am kurzen Küstenstreifen finden sich die üblichen Fischarten der Adria. Die Fischfauna in den zahlreichen Gebirgsbächen und Flüssen ist sehr interessant; in den klaren Gebirgsseen konnte so manche Art vor dem Aussterben gerettet werden. Aale kann man z. B. in Hutovo Blato antreffen. Hutovo Blato ist ein Naturpark, zu dem viele kleine Seen und Sümpfe gehören. Auch kann man zahlreiches anderes Wassergetier außer Fischen beobachten, besonders die zahlreichen Krebsarten.

 

Die vielen verschiedenen Schlangenarten, die man in Bosnien und Herzegowina antreffen kann, sind öfters giftig. Eine Untergattung der Kreuzotter sowie die Kreuzotter selbst sind giftig. Vierstreifennattern (Elaphe quatuorlineata), die nicht giftig sind, sowie die giftigen Europäische Horn- oder Sandottern sind in ganz Südosteuropa verbreitet. Neben Schlangen leben auch eine große Anzahl anderer Reptilien wie z. B. Echsen in Bosnien und Herzegowina.

 

Die faszinierende Vogelwelt hat sich in den bosnischen Gebirgen gut erhalten. Der Grünspecht ist in den Laubwäldern und der Schwarzspecht in den Nadelwäldern des Landes heimisch. Aasgeier sind auf vielen Bergen wie z. B. der Bjelašnica beheimatet. Zu den wichtigsten Raubvögeln des Landes gehören die Steinadler sowie die Falkenarten. Der Steinadler ist in Küstennähe und in den vielen vorkommenden Gebirgen beheimatet. Der Turmfalke ist in ganz Bosnien und Herzegowina beheimatet. Der Lannerfalke hat in der Herzegowina seine Heimat gefunden. Auch sind unzählige Insekten- und Käfergattungen im Land vertreten.

 

Das größte Tier des Landes ist der vom Aussterben bedrohte Braunbär, von dem rund 2800 Exemplare in Bosnien und Herzegowina leben.

Kulinarisches

Die bosnisch-herzegowinische Küche hat viele Spezialitäten zu bieten, z. B. Bosanski Lonac, Ćevapi, Lokum (Türkischer Honig), Pita (Pide) in allen Variationen von Gemüsearten. Daneben gibt es Sogan Dolma, Somun, Japrak, Baklava, Halva, Burek, Sarma und vieles mehr. Bosnische-herzegowinische Gerichte sind stark von der Türkischen Küche beeinflusst.