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Brasilien – zwischen pulsierenden Metropolen, Amazonas & Pantanal und den Iguazú–Wasserfällen

Reisebericht: 13.10. – 30.10.2026

Kleine und große Momente: der erste Blick auf Rio, die Fahrt mit dem Boot durch den Regenwald, die Begegnungen mit der Tierwelt des Pantanals und das überwältigende Gefühl der Iguazú-Wasserfälle.

Anette Rietz

Ein Reisebericht von
Anette Rietz

Restaurant in Rio – © Anette Rietz (Eberhardt TRAVEL) Rundgang Altstadt Rio de Janeiro – © Anette Rietz (Eberhardt TRAVEL) 20261015_145637.jpg – © Anette Rietz (Eberhardt TRAVEL) © Anette Rietz (Eberhardt TRAVEL) © Anette Rietz (Eberhardt TRAVEL) © Anette Rietz (Eberhardt TRAVEL) © Anette Rietz (Eberhardt TRAVEL) © Anette Rietz (Eberhardt TRAVEL) © Anette Rietz (Eberhardt TRAVEL) © Anette Rietz (Eberhardt TRAVEL) © Anette Rietz (Eberhardt TRAVEL) © Anette Rietz (Eberhardt TRAVEL)

Aufbruch nach Brasilien

Unsere gemeinsame große Reise nach Brasilien begann mit dem Flug im Lufthansa-Dreamliner von Frankfurt nach Rio de Janeiro. Rund 13 Stunden lagen vor uns, bevor wir endlich südamerikanischen Boden unter den Füßen haben würden. Aus verschiedenen Flughäfen ankommend, hat sich die gesamte Gruppe in Frankfurt am Gate getroffen und kennengelernt.
Die Vorfreude war groß, denn vor uns lagen 18 Tage voller ganz unterschiedlicher Erlebnisse: pulsierende Großstädte, tropischer Regenwald, geheimnisvolle Flüsse, die faszinierende Tierwelt des Pantanals und schließlich die gewaltigen Iguazú-Wasserfälle. Doch mitten in der Nacht kommt plötzlich eine Ansage vom Kapitän: "Wegen eines medizinischen Notfalls müssen wir in Casablanca zwischenlanden." Gegen 5 Uhr wären wir in Rio gelandet, nun wurde es fast 8 Uhr, aber dafür konnten wir noch ein wenig länger schlafen und später unser Lufthansa-Frühstück genießen.

Rio de Janeiro – die „Cidade Maravilhosa“

Am frühen Morgen erreichten wir Rio de Janeiro. Bereits beim Anflug konnten wir einen ersten Blick auf die "Cidade Maravilhosa" werfen. Wir passierten die Einreiseschalter und holten unsere Koffer ab. Nach der Begrüßung durch unsere örtliche Reiseleitung ging es zunächst zunächst zu einer kleinen City-Tour, denn auf der Fahrt zu unserem Hotel an der Copacabana-Strandpromenade konnten wir bereits einige Stopps für Fotos und Besichtigungen bei herrlichen 25 Grad einlegen. Unser erster Halt galt dem berühmten Maracanà-Fußballstadion. Man würde dem Gebäude seine Bedeutung gar nicht unbedingt ansehen, dass es in der Fußballwelt hat. Hier haben die Deutschen im WM-Finale die Argentinier besiegt, die Erz-Fußballfeinde der Brasilianer, weshalb sie uns hoch schätzen. Ein riesiges Bild ist der brasilianischen besten Weltfußballspielerin Marta gewidmet. Am Abend findet hier ein Spiel gegen die Mannschaft aus Sao Paulo statt, weshalb in der ganzen Stadt schon Fussballfans gesichtet werden. Wir fahren weiter zum Sambadrom, wo im Februar die große Parade der besten Sambaschulen Rios stattfindet: der Karneval. Der berühmte brasilianische Architekt Oscar Niemeyer hat das Stadion entworfen, damit der Karneval eine richtige Heimat bekommt. Durch das Bohéme-Stadtviertel Lapa fahren wir weiter bis zur riesigen Kathedrale der Stadt Rio, um einen Blick in das Innere des pyramidenartigen Gebäudes zu werfen. Die Tour bis zu unserem Hotel im Viertel Copacabana führt uns vorbei an schönen Häusern im Stil der Belle Epoque, denn Rio sollte in den 20er Jahren wie Paris sein. Straßen und Plätze wurden zum Flanieren umgebaut und Rio wurde zur Hauptstadt dieses eleganten Baustils. Der nächste Stopp gilt dem großen zentralen Platz Cinelandia, an dem sich auch das Stadttheater befindet. Hier treffen alle Architekturstile aufeinander. Wir steigen kurz aus, um Fotos zu machen. Über die Botafogo-Bucht erreichen wir die Copacabana, einst ein Fischerort, der nur vom Wasser aus zu erreichen war. Heute führt ein Tunnel durch die Granitfelsen direkt in den lebendigen und geschäftigen Stadtteil, der an Ipanema grenzt. Wir sind beeindruckt von dem weißen Sandstrand, der für die nächsten 3 Nächte vor unserem Hotel liegt. Wir checken ein und genießen den freien Nachmittag - jeder, wie er es mag. Das Hotel verfügt über eine herrliche Dachterrasse, auf der sich einige von uns direkt zum Einklang wiedertreffen. Wer Lust hatte, nahm das Abendessen gemeinsam mit mir in einer der ältesten Churrascarias der Stadt ein. Mehr als 75 Jahre existiert sie schon und ist sozusagen eine Institution in Rio de Janeiro. Ein umfangreiches Buffet mit Vorspeisen aus Japan, Italien und Brasilien erwartete uns. Danach kamen die Kellner mit vielen verschiedenen Fleischsorten zu uns an den Tisch, die wir je nach Lust und Laune probieren konnten - bis wir nicht mehr wollten. Rodizio ist das typische Essen in Brasilien und Rio hat eine große Auswahl an Lokalen zu bieten. Gut gesättigt gingen wir zurück in unser Hotel und ruhten uns für den nächsten Tag aus.

Der Zuckerhut und Rio von oben

Heute stand eines der berühmtesten Wahrzeichen Brasiliens auf unserem Programm: der Zuckerhut. Nach dem Frühstück holte uns unsere örtliche Reiseleiterin mit dem Reisebus ab und fuhr mit uns zur Seilbahnstation. Auf dem Weg dorthin hörten wir bereits viel Wissenswertes über die Geschichte der Stadt. Mit der verglasten Seilbahn schwebten wir zunächst bis zum Morro da Urca, dem ersten Berg vor dem Zuckerhut. Aber wo war der Zuckerhut? Er war heute zwischen dem dichten Nebel der Wolken verschwunden und blitzte zunächst nur ab und an vor unseren Augen auf. Schließlich erreichten wir den 394 Meter hohen Gipfel. Leider war alles vom Nebel verhangen und es bot sich kein Blick auf die tollen Strände oder die Buchten von Rio für uns, nur die Guanabara-Bucht war zu sehen. Als wir wieder die Zwischenstation erreichten, tat sich der Himmel endlich auf. Der Zuckerhut war in voller Gänze zu sehen und wir konnten schnell noch ein paar schöne Fotos schießen, bevor wir mit der Seilbahn wieder nach ganz unten fuhren. Da hatten wir nochmal Glück gehabt. Anschließend fuhren wir in die Altstadt von Rio, wo auch das Restaurant lag, in dem wir unser Mittagessen einnehmen wollten. Das Lokal hatte ein tolles Flair in einem historischen Gebäude und wir saßen alle an einer langen Tafel. Als wir mit dem Mittagessen fertig waren, fuhren wir mit dem Bus weiter zum Kloster Sao Bento. Wir stiegen aus und besichtigten die prächtig dekorierte Barockkirche. Anschließend spazierten wir hinunter zu unserem Bus. Auf halber Strecke konnten wir einen Panoramablick auf das moderne Museum der Zukunft von Santiago Calatrava werfen. Es lag in seiner gesamten Länge vor uns in der Bucht. Es ist beeindruckend, wie die Stadt Antike und Moderne verbindet. Am Nachmittag hatten wir Zeit für individuelle Besichtigungen oder einen Spaziergang am Strand. Ein Teil von uns hat am Abend eine Dinnershow mit brasilianischen Tänzen besucht, ein besonderes Erlebnis, bei dem wir verstehen konnten, wie unterschiedlich die verschiedenen Bundesstaaten Brasiliens sind. Die Energie der Darsteller war überwältigend. Eine Multimedia-Bühne zeigte eine Kombination aus Videos, Bildern und Hintergrundinformationen zu den einzelnen Abschnitten der farbenfrohen und energiegeladenen Show.

Christus der Erlöser und Freizeit an der Copacabana

Heute ging es zum zweiten großen Wahrzeichen Rio de Janeiros: zur Christus-Statue auf dem Corcovado. Nachts hatte es geregnet, aber wir hofften auch heute auf gutes Wetter - und so war es auch, als wir nach einer halbstündigen Fahrt mit der Zahnradbahn durch den Tijuca-Nationalpark hinauf auf den 710 Meter hohen Berg gefahren sind. Schließlich standen wir unter der gewaltigen Christus-Statue, die mit weit ausgebreiteten Armen über die Stadt zum Zuckerhut blickte. Der Blick von oben war überwältigend. Vor uns lagen Rio, die Guanabara-Bucht, die Strände von Ipanema und Leblon, die Lagune Rodrigo de Freitas und die zahlreichen grünen Hügel der Stadt. Einige der Sehenswürdigkeiten begegneten uns nun aus luftiger Höhe und wir konnten sie im Stadtbild nun besser einordnen. Wir verbrachten einige Zeit auf den Aussichtsplattformen und genossen das Panorama und die anschließende Freizeit für die letzten Souvenirs aus Rio. Auf dem Rückweg zum Hotel fuhren wir durch das Viertel Flamengo nach Leblon, hielten an einem Aussichtspunkt auf den Strand von Leblon und Ipanema und fuhren diese dann entlang bis zu "unserem" Strand Copacabana. Anschließend hatte ein kleiner Teil der Gruppe Freizeit bis zum Abendessen, der Großteil nahm nach einer kurzen Pause an einer Bootstour von der Marina de Gloria bis nach Niteroi und zum Hafen von Rio teil. Die verschiedenen Kulissen der Berge, die Ansichten des Zuckerhuts und des Corcovado taten sich mit ihren vielen Facetten vom Wasser aus auf. Gute drei Stunden waren wir an Bord unseres Segelbootes und wurden von unserer Crew mit frischem Obst, typischem Gebäck und Getränken verwöhnt. Wir hatten sehr viel Glück mit dem Wetter und genossen die Tour in vollen Zügen. Am Abend stand ein gemeinsames Abendessen in einem Restaurant auf dem Programm. Wir machten uns kurz frisch und trafen uns alle wieder zum kurzen Spaziergang mit der gesamten Gruppe. Leider erfuhren wir am Morgen, dass unser Flug nach Manaus am nächsten Tag einige Stunden früher startete. So hieß es nun Koffer Packen und ein paar Stunden schlafen, bevor wir den Transfer zum Flughafen mit Frühstücksboxen antraten. Wir hatten eine tolle Zeit in Rio und morgen ging es in eine ganz andere Welt: das Amazonasgebiet.

Von Rio zu den Rios im Amazonas

Am Morgen flogen wir von Rio de Janeiro nach Manaus. Die lange Flugzeit mit Zeitverschiebung um eine Stunde machte einmal mehr klar, wie groß Brasilien ist. In Manaus erwartete uns eine völlig andere Welt. Die Millionenstadt liegt mitten im Amazonasgebiet. Mit dem Bus fuhren wir vom Flughafen direkt zu einem Anleger. Von hier aus ging es mit dem Boot und unseren Koffern weiter zu unserer Lodge. Vom Wasser aus sahen wir im Vorbeifahren die dichte Vegetation und viele Hausboote im Licht der untergehenden Sonne. Nach der kurzen Überfahrt erreichten wir unsere Lodge direkt am Fluß. Die ersten Eindrücke waren überwältigend: dichter Urwald, Wasserwege und Geräusche, die uns direkt in die Atmosphäre des Regenwaldes eintauchen ließen. Mit einem typischen Cocktail des Amazonas empfangen uns die Mitarbeiter der Lodge. Wir checkten ein und trafen uns direkt zum ersten Abenteuer wieder: eine Bootsfahrt mit zwei überdachten Kanus und zwei erfahrenen Naturführern sollte uns auf die Spuren der Jaqarés, der Alligatoren, bringen. Unser Reiseleiter leuchtete die Ufer und den Fluss aus, um die roten Augen aufblitzen zu sehen. Einer der Naturführer stieg aus und machte sich auf die Suche an Land. Er kam zurück mit einem großen Alligator, als "Caboco", so heißen viele Einheimische hier, war das kein schweres Unterfangen für ihn. Stolz kam er zurück zu unseren Booten, damit wir Fotos machen konnten. Hoppla! Da glitschte ihm der Alligator aus der Hand und fiel ins Boot. Wenn das kein Abenteuer ist! Er fing ihn sofort wieder ein, denn auch der Alligator war erstmal unter Schock. Nach diesem Erlebnis fuhren wir wieder zurück in unsere Lodge und gingen zum Abendessen. Der Amazonas war nun nicht länger nur ein Begriff aus unseren Reiseführern – wir waren mittendrin.

Zu Fuß und mit dem Boot durch den Regenwald

Nach dem Frühstück wollten wir heute zu einer Wanderung durch den Regenwald aufbrechen. Der Sommerregen unterbrach unsere Pläne und ließ uns etwas später starten. So blieb noch Zeit, um die Lodge zu genießen und in die Atmosphäre des Regenwaldes einzutauchen. Anschließend nahmen wir unsere Regencapes und gingen zu Fuß durch den Regenwald. Unser Naturführer und Reiseleiter zeigte uns Pflanzen, erklärte uns die Verwendung verschiedener Früchte und Heilpflanzen und machte uns auf die vielen kleinen Dinge aufmerksam, die man als unerfahrener Besucher leicht übersehen hätte. Wir erfuhren, welche Bäume und Pflanzen in der Not verwendet werden konnten, um eine regensichere Hütte zu bauen oder Wasser aus einer Liane zu gewinnen. Nach diesem interessanten Spaziergang wartete schon das Mittagessen in der Lodge auf uns. Der Regen hatte mittlerweile aufgehört und wir genossen das weitläufige Gelände der Anlage. Am frühen Nachmittag trafen wir uns wieder zu einem weiteren Bootsausflug. Mit einem Motorboot fuhren wir los, um eine Ausstellung über das Leben der Einheimischen bzw. "Cabocos" zu erfahren. Unser Reiseleiter zeigte und zunächst eine Auswahl von Heilpflanzen des Regenwaldes, die allein oder gemischt für verschiedene Krankheiten verwendet werden konnten. Außerdem gab er uns einen Einblick in die wichtigsten Fischarten, die im Amazonas leben. Wir gingen weiter zu einem Haus, in dem aus der Maniokwurzel Farofa hergestellt wurde und erfuhren mehr über den langwierigen Arbeitsprozess, der bis heute durchgeführt wird. Dazu wurden Kostproben und Cafézinho gereicht. Unser Reiseleiter zeigte uns anschließend, wie die Sklavenarbeiter damals Kautschuk herstellen mussten, der einige "Gummibarone" in Manaus zu ihrem Reichtum brachte. Eine harte, ungesunde Arbeit, an der viele Cabocos starben. Nach dieser Einsicht in die Traditionen und Lebensweisen der Einheimischen begaben wir uns wieder auf das Boot und hingen unsere Angelns aus Schilfrohr mit einem Stück Fleisch ins Wasser. Es wollte partout nichts anbeißen. Zum Glück waren andere junge Fischer mit ihren Kanus unterwegs, die uns ihre Beute zeigten. So hatten wir Gelegenheit, einen weißen Piranha ganz aus der Nähe zu sehen. Anschließend fuhren wir zurück in unsere Lodge. Wer wollte, blieb noch auf ein Getränk an der Bar sitzen, denn es war noch etwas Zeit zum Abendessen. Da fiel uns ein, dass unser Guide ja morgen Geburtstag hat! Schnell dichteten wir ein deutsches Geburtstagslied für unseren Caboco-Mann um, um es ihm am nächsten Tag als Überraschung vorzutragen. Mit ein bis zwei Caipirinhas - kein Problem für unsere Gruppe.

Das Abendessen nahmen wir gemeinsam in der Lodge ein.

Auf dem Rio Negro bis zum Rio Solimoes

Heute gehörte der Tag dem Wasser. Doch halt! Zunächst mussten wir unserem Reiseleiter Adriano sein Geburtstagsständchen im Amazonas-Stil überbringen. Mit einem Motorboot wurden wir anschließend abgeholt und fuhren über den Rio Negro durch die faszinierende Landschaft des Amazonas. Auf dem Weg zum "Treffen der Flüsse" machten wir einige Stopps, in denen unser Reiseleiter Erklärungen zu dem gab, was wir am Ufer oder auf dem Wasser sahen: die riesige Stadt Manaus oder auch Tankstellen, Lokale und Behausungen. Wir erfuhren, dass der Rio Negro wie eine Straße genutzt wird, um von A nach B zu gelangen. Auf der Höhe von Manaus fuhren wir unter einer riesigen Verbindungsbrücke durch. In einem kleinen Lokal mit Souvenirshop und Fischfang-Möglichkeit machten wir einen Zwischenstopp. Nach 80 Kilometern erreichten wir den "Encontro das Aguas", den Zusammenlauf der Flüsse Rio Negro (dunkel) und des Rio Solimoes (hell). Wir erfuhren, warum der ph-Wert Einfluss auf das Phänomen hat und spürten die unterschiedlichen Temperaturen des Wassers mit unseren Händen.
Nach diesem faszinierenden Erlebnis legten wir bei einem schwimmenden Restaurant zum Mittagessen an. Gut gestärkt begaben wir uns zurück zur Lodge. Wir kehrten nicht gleich in unsere Zimmer zurück und begaben uns direkt zur Fütterung der Kapuzineräffchen. Die Brüllaffen waren in diesen regnerischen Tagen in den hinteren Regenwald geflüchtet. Nach einem 20 minütigen Spaziergang erreichten wir die Futterstelle. Ein Faultier hing ebenfalls hoch in den Bäumen. Unsere Naturführer riefen die Äffchen, die nach und nach die Bananen und Wassermelonen griffen. Manch einer hatte ein Babyäffchen auf dem Rücken, andere zogen mit 3 Bananen los, die bei der Hektik wieder hinunterfielen. Aber es war genug für alle da. Es machte viel Spaß, den Affen dabei zuzuschauen. Danach kehrten wir in die Lodge zurück und genossen den Rest des Nachmittags in Eigenregie.
Am Abend aßen wir gemeinsam im Restaurant der Lodge. Heute hieße es Kofferpacken, denn morgen nach dem Frühstück sollten wir in unser nächstes Abenteuer reisen: das Pantanal - das größte tropische Feuchtgebiet der Erde.

Vom Amazonas ins Pantanal

Heute hieß es Abschied nehmen vom Amazonas. Unsere Koffer werden zum Hafen der Lodge gebracht, von wo aus wir mit den Booten wieder Richtung Manaus fahren. Wir checkten mit unserem Reiseleiter unser Gepäck am Flughafen ein, aber nicht ohne, dass er uns vor dem Flughafen noch seine Breakdance-Künste aus den 90er Jahren zeigt - schließlich haben wir ihm auch ein Geburtstagsständchen in diesen Tagen gedichtet. Mit dem Flug ging es über einen Zwischenstopp in Sao Paulo weiter nach Campo Grande im Bundesstaat Mato Grosso do Sul. Campo Grande ist ein wichtiger Ausgangspunkt für unsere nächste große Etappe: der Pantanal. Nach den Tagen im Regenwald war der Wechsel erneut beeindruckend. Wir haben gerade noch im Boot mitten im Amazonas gesessen und befanden uns nun wieder in einer Stadt und in einem modernen Hotel. Wir nutzten den Abend zum Erholen im Hotel bei einem gemeinsamen Abendessen und freuten uns auf das nächste Naturabenteuer. Schon hier merkte man, dass die Uhren etwas anders gingen, als uns um 22 Uhr das Abendessen serviert wurde.

Das Pantanal ruft

Nach dem Frühstück starteten wir mit unserer Reiseleiterin Iza und unserem Fahrer in Richtung Pantanal. Rund vier Stunden dauerte die Fahrt zu unserer Lodge. Schon unterwegs konnten wir die Landschaft beobachten und erste Fotos machen. Im Zuge einer kleinen Pause konnten wir Souvenirs wie Kappen oder Hüte für unsere Ausflüge einkaufen. Je weiter wir in das Pantanal hineinfuhren, desto mehr veränderte sich die Umgebung. Die Landschaft wirkte weit, offen und gleichzeitig unglaublich grün. Schließlich erreichten wir unsere Pousada, sie lag mitten in dieser einzigartigen Natur. Besonders beeindruckend waren die leuchtend blauen Hyazinth-Aras, die wir auf dem Gelände beobachten konnten. Bei der Ankunft wurden wir mit dem Mittagessen empfangen. Wir saßen unter dem mit Ventilatoren gekühlten Dach der Terrasse, denn es waren über 30 Grad. Mit einem Kaffee gestärkt, checkten wir in unser Zimmer ein. Wir hatten nun mehr als zwei Stunden Zeit, uns auszuruhen oder das Gelände der Farm zu erkunden und erste Fotos zu schießen. Den Ausflug verlegten wir wegen der Hitze um eine Stunde nach hinten und stärkten uns vorher mit Kaffee, Tee, frisch gepresstem Saft und brasilianischem Kuchen.

Nun ging es zu unserer ersten Jeep-Safari. Gemeinsam mit zwei erfahrenen Naturführern hielten wir Ausschau nach Tukanen, Ameisenbären, Affen und vielleicht sogar Tapiren. Am Abend saßen wir wieder beim Essen zusammen und lauschten den Geräuschen der Wildnis. Überall raschelte, zirpte und rief es. Wir waren gespannt, was wir alles zu sehen bekommen würden, denn die kommenden Tage würden ganz im Zeichen der Tierbeobachtung stehen.

Das Pantanal vom Pferderücken oder vom Boot aus

Heute lernten wir das Pantanal noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive kennen. Wir teilten uns in zwei Gruppen auf. Der eine Teil ritt morgens, der andere fuhr mit dem Boot. Am Nachmittag wollten wir es umgekehrt machen, verschoben den Tausch wegen der großen Hitze jedoch auf den nächsten Morgen. Auf einer zweistündigen Reittour ritt ein Teil von uns durch die Umgebung der Lodge. Auch wer wenig oder keine Reiterfahrung hatte, konnte an diesem Ausflug teilnehmen. Alternativ gab es auch Plätze in der Kutsche. Vom Pferderücken aus wirkte die Landschaft noch einmal ganz anders. Wir bewegten uns langsam durch die Natur und konnten die Umgebung in Ruhe beobachten. Unsere neuen Hüte passen hervorragend zu diesem Ausflug, zumindest für einige Fotos, aber sie mussten nach den Fotos vernünftigerweise einem Reithelm weichen. Beide Gruppen kamen ungefähr gleichzeitig von ihren Ausflügen zurück und wir tauschten aus, welche Tiere wir auf unseren Touren gesehen haben. Aktuell sind die Wiesen gerade grün geworden, da der Wasserstand vorher so hoch war - eine herrliche Landschaft, die uns umgab. Viele Wildtiere, die während der Regenzeit zurück in den Wald gezogen waren, kamen langsam zurück auf das Land.
Nach dem Mittagessen, etwas Ausruhen und einer kleinen Kaffee-und-Kuchen-Pause ging es nachmittags auf eine gemeinsame Bootstour durch die Kanäle des Flusses Aquidauana, bei der wir uns bei der großen Hitze weniger anstrengen mussten. Der Rio Aquidauana ist ein bedeutender Fluss im Bundesstaat Mato Grosso do Sul im Südwesten Brasiliens und hat eine Gesamtlänge von rund 620 Kilometern, was ihn zu einer wichtigen Lebensader des Pantanals macht.
Natürlich hofften wir immer auf die ganz besonderen Begegnungen mit der Tierwelt. Doch gerade im Pantanal wurde uns bewusst, dass Naturbeobachtung Geduld braucht. Jeder Vogel, jedes Wasserschwein und jedes andere Tier war für uns ein kleines Geschenk. Am Abend trafen wir uns wieder zum gemeinsamen Abendessen.

Mit Pferd, Boot und Jeep auf Safari

Wir hatten am heutigen Morgen den Reitausflug und die Bootstour im Wechsel für beide Gruppen gelegt. Wir starten schon sehr früh, da es sonst zu heiß werden würde. Mit dem Boot fuhren wir auf dem Aquidauana-Fluss und hielten während der Fahrt Ausschau nach Vögeln, Alligatoren und Wasserschweinen. Besonders schön war die ruhige Stimmung auf dem Wasser. Zurück in der Lodge erzählten beide Gruppen von ihren Erlebnissen. Wir ruhten uns etwas aus und trafen uns zum Mittagessen wieder. Am späten Nachmittag begaben wir uns erneut auf Jeep-Safari. Sie sollte heute etwas länger dauern, da wir auch einen Nachtausflug geplant hatten. Unsere Lodge beherbergt rund 3000 weiße Rinder, die uns mit ihren großen Augen anstarrten. Eine Rothalsschildkröte lief uns auch über den Weg. Im Wasser oder am Rande der kleinen Seen sahen wir Kaimane. Mit Taschenlampen leuchteten unsere Naturführer die Umgebung ab, als es dunkel wurde. Und da war er: der Tapir! Er ist nur selten zu sehen und lief direkt vor unserem Jeep entlang. Später kam noch ein Ameisenbär des Weges. Ein rundum gelungenes Erlebnis! Schon am Nachmittag haben unsere Naturführer bereits begonnen, Churrasco zu grillen - ein schöner Abschluss für unsere Zeit im Pantanal. Als wir von unserer Tour zurückkamen, machten wir uns kurz frisch, da spielte bereits eine brasilianische Musikgruppe für uns. Wir nahmen langsam Platz und hörten zu. Unsere Führer schnitten mit großen Messern das Fleisch für uns ab. Vom Buffet bedienten wir uns mit Beilagen und genossen den typischen Abend im Pantanal-Stil. Eine Mitreisende hatte heute Geburtstag - jedenfalls nach deutscher Uhrzeit. So feierten und tanzten wir und ließen die Band ein Geburtstagslied singen. Ein wunderschöner Abschied aus dem Pantanal und von unserer Reiseleiterin Iza, die uns den Aufenthalt so schön gestaltet hat.

Abschied vom Pantanal und Ankunft an den Iguazú–Wasserfällen

Heute mussten wir uns vom Pantanal verabschieden. Um halb fünf hieß es bereits Abreise. Wir bekamen eine Frühstücksbox, Kaffee und Tee und begaben uns zum Bus. Unsere Naturführer waren auch bereits aufgestanden und verabschiedeten sich von uns. Auf der Fahrt zurück nach Campo Grande hielten wir noch einmal Ausschau nach Tieren und sahen einen wunderschönen Sonnenaufgang. Wir flogen am späten Vormittag weiter nach Iguazú, an das Dreiländereck von Brasilien, Argentinien und Paraguay, um auf der brasilianischen Seite zu übernachten. Hier empfing uns unsere neue Reiseleiterin Maike. Die Iguazú-Wasserfälle erstrecken sich über mehrere Kilometer und stürzen teilweise bis zu 80 Meter in die Tiefe. In der Zeit unseres Aufenthalts war der Wasserstand so hoch, dass weder in Argentinien noch in Brasilien alle Wege gegangen werden konnten. Maike informierte uns über den ständig wachsenden Pegel. Unser 5-Sterne-Hotel lag nur wenige hundert Meter vom Eingang des Nationalparks entfernt und mitten in üppiger tropischer Vegetation. Zum Empfang gab es ein Glas Sekt. Wir checkten in unserem Zimmer ein und trafen uns zum Abendessen im Restaurant des Hotels wieder. Auch heute hat unsere Mitreisende nach der brasilianischen Uhrzeit noch Geburtstag. Wir ließen kurzerhand noch ein Geburtstagsständchen vom Hotel-Saxophonisten singen. Zum Abschluss servierte das Hotelteam unserem Geburtstagskind noch eine kleine Torte - ein krönender Abschluss des Tages.

Die Iguazú–Wasserfälle von der brasilianischen Seite

Heute standen wir vor einem der beeindruckendsten Naturschauspiele unserer gesamten Reise. Schon in den deutschen Medien wurde seit Wochen über die hohen Wasserstände berichtet. Nach einer kurzen Fahrt betraten wir den brasilianischen Iguazú-Nationalpark und folgten dem Weg entlang der Wasserfälle. Kaum waren wir aus dem Bus ausgestiegen, hörten wir schon das Tosen des Wassers. Schon der erste Blick war überwältigend. Überall stürzten Wassermassen in die Tiefe, umgeben von dichtem tropischem Grün. Wir gingen über Stege und Aussichtspunkte immer näher an die Fälle heran. Je weiter wir kamen, desto lauter wurde das Rauschen. Immer wieder taten sich neue Ausblicke auf. Heute wurden wir schon auf dem Spazierweg teilweise klitschnass, aber wir hatten unsere Regencapes dabei. Schließlich standen wir so nah an den Wasserfällen, dass uns die Gischt ins Gesicht spritzte. Wir waren nass – aber das gehörte einfach dazu - auch wenn der Hauptsteg auf dem letzten Abschnitt der Wasserfälle derzeit geschlossen ist und man nicht bis vor die Wasserfälle hineinlaufen konnte. Ein besonders spektakuläres Erlebnis war ein Helikopterflug über die Wasserfälle, den einige aus unserer Gruppe gemacht haben. Wir anderen schauten vom Café aus zu, wie die Helis über dem grünen Rasen abheben.
Anschließend fuhren wir zurück ins Hotel. Am Nachmittag hatten wir verschiedene Möglichkeiten. Einige nutzten die Zeit zum Entspannen oder für einen Spaziergang durch den hoteleigenen Park, andere besuchten den fußläufig gelegenen Vogelpark. Das Abendessen war heute individuell zu gestalten. Wir konnten gemeinsam essen oder in der Bar sitzen. Besonders spannend war heute, dass in Brasilien die Wahlen anstanden. Am Abend wurden die Ergebnisse verkündet und alle Brasilianer starrten auf die Bildschirme - fast wie bei einer Fußball-Weltmeisterschaft.

Die Iguazú–Wasserfälle von der argentinischen Seite

Heute überquerten wir die Grenze nach Argentinien, denn die Iguazú-Wasserfälle wollten wir auch von dieser Seite kennenlernen. Über die Tancredo-Neves-Brücke, die Brasilien und Argentinien über dem Iguazu-Fluss verbindet, gelangten wir nach Argentinien. Unsere Reiseleiterin erledigte die Passformalitäten für uns. Unser erster Stopp galt einer Aussichtsplattform am Dreiländereck Argentinien, Brasilien und Paraguay. Danach fuhren wir zum Nationalpark. Erst gestern wurde ein weiterer Spazierweg wegen der Wassermassen gesperrt. Mit der kleinen Dschungelbahn fuhren wir zur Mittelstation. Von hier aus begaben wir uns auf einen Spaziergang auf der unteren Route bis wir endlich die großen Fälle zu sehen bekamen. Das Wasser rauschte nur so in die Tiefe. Die Gischt produzierte dicken Nebel. Beeindruckende Natur lag vor unseren Augen und Wassermassen liefen unter unseren Füßen auf den Stegen durch.
Das Wasser stürzte mit unglaublicher Kraft in die Tiefe und die Gischt lag in der Luft. Wir standen minutenlang da und beobachteten dieses Naturschauspiel. Nach dem Mittagessen mit Asado-Grillfleisch im argentinischen Nationalpark fuhren wir zurück nach Brasilien. Einen kurzen Halt machten wir in einem großen Souvenirladen, um letzte Geschenke und Erinnerungen einzukaufen. Hier waren auch viele Drusen und Kunstwerke aus Edelsteinen zu sehen, die in herrlichen Farben in Brasilien vorkommen. Den Nachmittag hatten wir zur freien Verfügung. Im Hotel angekommen, überraschte uns ein längerer Stromausfall. Wir hatten Freizeit bis zum frühen Abend, bis uns unsere Reiseleiterin Maike abholte. Auf dem Fernsehprogramm stand heute eine Lateinamerika-Show, bei der wir auch zu Abend aßen. Ein riesiges Buffet mit Speisen aus vielen Ländern - und natürlich Churrasco - wartete auf uns. Die Show war bunt und lebendig und gab ein Panorama über Traditionen, Klänge und Tanzkunst aus den verschiedenen Ländern Südamerikas - mit einem Schwerpunkt auf die Folklore im Dreiländereck, in dem wir uns gerade befanden.


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