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Nicaragua und Costa Rica – Schätze und Geheimnisse der Natur

Reisebericht: 11.04. – 27.04.2010

Nicaragua und Costa-Rica - zwei Länder, wie sie unterschiedlicher kaum sein können. Das eine gehört zu den ärmsten, das andere ist eines der wohlhabendsten Länder der Welt. Regenwald, Sandstrand und V

Ein Reisebericht von
Julia Grunwald


11.04.2010

Der große Tag war endlich gekommen. Am Flughafen Leipzig trafen wir erstmals aufeinander. Eine Dame kannte ich bereits von dem Informationsabend, den Eberhardt TRAVEL organisierte, um den Reiseteilnehmern wichtige Tipps und Hinweise zu geben. Die fünf anderen Gäste kannte ich nur von der Stimme her, von einigen Telefonaten vor der Reise. Doch nun ging es tatsächlich los, wir flogen in aller Frühe von Leipzig nach Frankfurt, um von dort weiter nach Atlanta zu fliegen. Im Flugzeug füllten wir Einreiseanträge für die USA aus und mussten uns so einigen seltsamen Fragen stellen. Gemeinsam bewältigten wir die schlimm geglaubte Einreiseprozedur, die sich aber im Nachhinein als gar nicht so schlimm herausstellte. Der Flughafen war übersichtlicher als unserer in Frankfurt und so waren wir bereits drei Stunden später auf dem Weiterflug nach Managua. Von der Reiseleiterin Swenja, einer vor Jahren ausgewanderten Goslaerin, wurden wir herzlich begrüßt. Das Klima in Nicaragua war äußerst heiß und feucht, es dauerte einige Tage, bis wir uns daran gewöhnt hatten. Elvis, unser Fahrer, brachte uns in unser Hotel, welches ruhig gelegen und dennoch nur wenige Gehminuten von einem zentralen Platz Managuas entfernt war. Die Zimmer wurden schnell verteilt und anschließend gab es einen Begrüßungstrunk, das nicaraguanische Nationalgetränk Macuá. Danach fielen wir erschöpft in die Betten - es war ein langer Tag!

12.04.2010

Der nächste Morgen begann erst gegen 8 Uhr mit einem ausgiebigen Frühstück: frisches Obst und Gallo pinto (also Reis mit Bohnen). Wir fuhren auf eine Kaffeeplantage, wo wir viel über den Anbau, die Ernte und die Verarbeitung der aromatischen Bohnen erfuhren. Natürlich durfte dabei eine Kostprobe nicht fehlen! Auf der Fahrt zurück nach Managua fiel uns allen die enorme Armut dieses Landes auf: Straßenhändler verkauften neben Sonnenbrillen, Ladekabeln und Wasser auch kleine Vögel und Eichhörnchen - nur um ein paar Cordoba dazuzuverdienen. Nachmittags beschlossen wir, dem nahegelegenen Einkaufszentrum einen Besuch abzustatten. Dort gab es fast alles, was es auch bei uns gab, von Armut keine Spur. Zu Abend aßen wir in einem sehr geschmackvollen Restaurant. Zwar geht die Sonne dort eher unter als bei uns, trotzdem waren es noch lange nach Einbruch der Dunkelheit wohlige Temperaturen. Von der Terrasse aus beobachteten wir ein in Nicaragua beliebtes Schauspiel: Mit großen Puppen erzählten uns Kinder die Geschichte eines kleinen „Nica"-Jungen, der die Gunst einer schönen Spanierin erwerben will, aber nur hochnäsig abgewiesen wird. Am Abend kehrten wir in unsere Hotelzimmer zurück und jeder von uns entdeckte seinen persönlichen Gecko im Zimmer. „Das bringt Glück", meinte Swenja nur lachend.

13.04.2010

Heute erkundeten wir Managua. Die einstige wohlhabende Stadt musste 1972 ein schweres Erdbeben verzeichnen, von dem sie sich bis heute nicht erholt hat. Die wenigen Gebäude, die die Naturkatastrophe überlebt haben, kann man an einer Hand abzählen. Sehenswert waren der Platz der Revolution mit der alten Kathedrale und dem Palast der Revolution. Von einem Aussichtspunkt aus hat man einen hervorragenden Blick über die Stadt und über den Managua-See. Etwas ungewöhnlich war die neue Kathedrale: der „Eierpott", wie sie liebevoll genannt wird, ist ein recht klobiges Gebäude und man würde wohl zuletzt an ein Gotteshaus denken, wenn man davor steht. Nachmittags fuhren wir in Richtung Norden, in den Nationalpark Chocoyero. Dieser wurde errichtet, um die Chocoyo-Vögel zu schützen. Diese einzigartigen Vögel bauen ihre Nester in Höhlen, fliegen immer zu zweit und sind sehr schwer zu fotografieren! An einer malerischen Stelle im Nationalpark versuchten wir unser Glück, vor der Kulisse einer großen Steilwand und eines hohen Wasserfalls. Gegen Abend fuhren wir mit einigen Fotos im Gepäck, zurück ins Hotel.

14.04.2010

Nun hieß es Abschied nehmen von der Hauptstadt. Wir fuhren in Richtung Westen und statteten einer Ziegelei einen Besuch ab. Es war beeindruckend, wie die Männer in der prallen Sonne die Ziegel herstellten. Weiter ging die Reise nach Leon Viejo, eine der ältesten Städte des Landes. Wie einst Pompeji wurde auch diese Stadt bei einem Vulkanausbruch in Schutt und Asche gelegt. Die alten Ruinen erweisen sich als archäologisches Schmankerl, sodass diese zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen. Zur Mittagspause steuerten wir eine Käserei an, in der wir hautnah die Zubereitung von Tortillas, Käse und Schweineschwarten. Anschließend probierten wir die landestypischen Käsesorten - sehr gewöhnungsbedürftig! Neben uns am Tisch saß ein kleines "Nica"-Mädchen und fütterte einen kleinen Vogel mit der Flasche. Stolz präsentierte sie den kleinen Kerl für unsere Fotos. Nur wenige Kilometer entfernt befindet sich die eigentliche Stadt Leon. Unser Hotel war sehr zentral gelegen, denn nach einem kurzen Frischmachen erkundeten wir die Stadt zu Fuß. Besonders beeindruckend war die große Kathedrale mit der Unabhängigkeitsglocke. Durch enge Gänge konnten wir sogar das Dach des Gotteshauses erklimmen, von wo aus die Stadt uns zu Füßen lag. Am Abend spazierten wir über den Marktplatz und aßen in einem hübschen Restaurant zu Abend.

15.04.2010

Für diesen Tag hatte ich lange Hosen, lange Socken, feste Schuhe und ein fast langärmliges Hemd zurecht gelegt. Denn es hieß: Auf zum Tanz auf dem Vulkan! Der "nur" 728 Meter hohe Vulkan Cerro Negro wartete auf uns. Im Visitor Center konnten wir uns kurz frischmachen und eine Leguanaufzucht besichtigen. In einem kleinen Wellblechzaun tummelten sich Dutzende Leguane, die mit ihren flinken Beinchen kreuz und quer liefen. Nur wenige Minuten später erreichten wir den Fuße des Vulkans. Am Anfang waren wir auch zu acht, aller
dings mussten sich drei Reisegäste nach den ersten zwanzig Minuten geschlagen geben. Der Weg war sehr uneben und wir kletterten teilweise über loses Vulkangestein. Dennoch wollten wir übrigen uns dies nicht nehmen lassen! Zwei Stunden dauerte der Aufstieg und je höher wir kamen, umso besser fühlten wir uns. Am Kraterrand angekommen, tranken wir Gipfelwasser und machten Gipfelfotos. Der Abstieg sollte aber das Spannendste an der ganzen Geschichte werden: Auf der "Rückseite" des Berges befindet sich ein steiler Hang, auf dem manch waghalsige Bergsurfer mit Brettern hinuntersausten. Wir bevorzugten die sichere Variante, zogen die Socken hoch und steckten die Hosenbeine hinein. Dann ging es Schritt um Schritt den steilen Hang hinunter - "abschottern", wie es die Einheimischen nennen. Es klappte hervorragend! Innerhalb von einer Viertelstunde hatten wir den Abstieg hinter uns. Viel zu kurz, waren wir uns alle einig. Am liebsten wären wir noch einmal hochgelaufen, nur um wieder hinunterzurennen. Mit dreckigen Füßen und vielen lustigen Fotos kehrten wir ins Hotel zurück. Nach einer erfrischenden Dusche brachen wir wieder auf zu einer Fahrt an die Pazifikküste. Hohen Wellen schreckten eher vom Baden ab. Ermutigt von den bisherigen Erfolgserlebnissen gingen wir dennoch ins Wasser. Die Strömung war allerdings ziemlich heftig, sodass wir nach kurzer Zeit wieder herauskamen. Der Sonnenuntergang über dem Meer war traumhaft schön!

16.04.2010

Heute führte uns die Reise weiter durch das Land. Wir fuhren vorbei an wunderschönen Landschaften: Vulkane, Seen, Wiesen. Unser Ziel war der Vulkan Masaya. Mit dem Bus fuhren wir in den gleichnamigen Nationalpark, wo wir uns im Besucherzentrum über Plattentektonik und die Entstehung von Vulkanen informierten. Anschließend fuhren wir bis an den Rand des Kraters, wo uns beim Aussteigen sofort ein beißender Schwefel-Geruch und Dämpfe entgegenkamen. Aus Sicherheitsgründen durfte man nicht länger als eine halbe Stunde verweilen. Todesmutig erklommen wir die Stufen bis zum Gipfelkreuz, wo wir direkt in den Vulkankegel hineinsehen konnten. Doch außer dicken Nebelschwaden war leider nicht viel zu sehen. Weiter ging es in den Markt von Masaya, wo wir Freizeit zum eigenen Erkunden hatten. Auf der Weiterfahrt hielten wir an einer Hängemattenfabrik und erreichten den hübschen Ort Catarina, ein weißes Dorf. Dieses wurde extra für uns Touristen weiß getüncht. Gegen späten Nachmittag erreichten wir Granada. Wir bezogen das hübsche Hotel „Alhambra" und aßen zu Abend in einem typischen Restaurant. Neben Köstlichkeiten fand an diesem Abend auch eine Folklore-Veranstaltung statt. Wir saßen in der ersten Reihe, als die Nicas ihre Tänze aufführten.

17.04.2010

Wir erkundeten Granada bei einem Rundgang näher. Auf dem Marktplatz pulsierte das Leben: Immer wieder drängelten sich Händler an uns vorbei, Gewürze und Gemüse wurden feilgeboten, Kinder spielten in ruhigeren Gassen. Es war deutlich zu erkennen, dass diese Stadt eine einzige spanische Kolonie war. Die drei Kathedralen, die wir besichtigten, waren trotz Schlichtheit sehr beeindruckend. Am Nachmittag wurden wir mit Kutschen abgeholt und zu den Bootsanlegestellen des Nicaragua-Sees gebracht. Dort bestiegen wir ein Boot und erkundeten die Isletas, eine Vielzahl von Inseln, auf denen viele Vögel zu beobachten sind. Vor unsere Linsen kamen Wasserhühner, Reiher und sogar Affen! Auf einer kleinen Insel, der sogenannten Affeninsel, hausten ein Kapuzineräffchen und zwei weitere Affen. Wir brauchten allerdings viel Geduld und eine Inselumrundung, um sie zu entdecken. Doch am Ende war das Äffchen im Kasten! :-) Wir fuhren zurück in unser Hotel in Granada.

18.04.2010

Weiter ging es in Richtung Süden entlang des Nicaragua-Sees. Unser heutiges Ziel war Ometepe, die „Insel mit zwei Bergen". Mit der Fähre setzten wir über und wurden auf der Insel von einem „ometepischen" Busfahrer in Empfang genommen. Wir fuhren über die holprigen Straßen der Insel zu den Petroglyphen. Dies sind Zeichnungen im Stein, die schon viele tausend Jahre alt sind. Auf dem Weg fanden wir sogar eine Schlangenhaut, aber Gott sei Dank keine Schlange. Wir checkten in unserem Hotel „Villa Paraiso" ein und bezogen unsere Cabanas. Nach einem kurzen Frischmachen ging es weiter zum Wasserauge, einem sauberen und natürlichem Badesee. Hier konnten wir ein paar Chocoyos in freier Natur beobachten. Das Abendessen nahmen wir bei herrlich milden Temperaturen auf der Veranda des Hotels ein.

19.04.2010

Am Morgen hieß es schon wieder Abschied nehmen von Ometepe und auch Abschied von Nicaragua. Nach ca. einstündiger Fahrt erreichten wir die Grenze zu Costa Rica. Wir waren auf eine lange Ausreiseprozedur vorbereitet, doch Swenja konnte mit ihrer Kenntnis die schlimmsten Wartezeiten umgehen. Wir mussten unseren Bus verlassen und die Koffer selbst auf die andere Seite bringen. Das heißt, ich zahlte für einen Kofferträger, der mit seinem Wagen alle unsere Koffer auflud und über die Grenze brachte. Auf der costaricanischen Seite erwarteten uns bereits Eduardo, unser Fahrer, uns Enrique, unser Reiseleiter. Wir verabschiedeten uns von Swenja und stiegen in den Bus, um wenige Meter bis zur Einreisestation zu fahren. Dort musste jeder mit seinem Pass und seiner Einreisekarte beim Beamten vorstellig werden. Doch auch diese Hürde meisterten wir ohne viel Zeitverlust oder Probleme. Die Reise ging also weiter und wir merkten, wie die Landschaft allmählich grüner wurde. Wir durchquerten niedliche Orte wie Liberia und Santa Cruz und Nicoya, wo wir bei einem kurzen Rundgang die Kathedrale erkundeten. Am Nachmittag erreichten wir unser Hotel „Belvedere" in Samara. Unser Hotel war nur zehn Gehminuten vom Pazifik entfernt. Am Abend erkundeten wir erstmalig die kleinen Läden und Restaurants.

20.04.2010

Heute hatten wir den Vormittag Freizeit für ein Bad im Pazifik. Wir machten uns auf und stürzten uns in die Fluten. Das Wasser war hier längst nicht so gefährlich wie in Nicaragua, aber dennoch ziemlich unruhig. Wohlbehalten kamen wir alle wieder zurück und setzten unsere Reise fort. Nach einer Stunde erreichten wir das Naturreservat Monte Alto, ein relativ kleines Reservat. In der Lodge, wo wir übernachteten, waren wir die einzigen Gäste. Insgesamt gab es fünf Zimmer sowie eine Art Gemeinschaftsraum. Dieser befand sich in der ersten Etage und da die Wände zu zwei Seiten offen waren, schlief man unter freiem Himmel. Die Betten waren natürlich alle mit Mückenschutz ausgestattet. Nach einem Mittagessen, das eigens für uns gekocht wurde, spazierten wir durch das Reservat. Wir liefen auf dem Orchideenpfad, wo wir einige der kleinsten Orchideen der Welt sahen. Kurz vor Ende der Erkundung brach ein Regenguss über uns los. Gerade so konnten wir uns unterstellen und das nasse Spektakel im Trockenen genießen. So plötzlich wie es kam, hörte es auch wieder auf und wir konnten unseren Weg fortsetzen.

21.04.2010

Der Tag begann mit Vogelzwitschern und ähnlichen Geräuschen: Wir spürten, dass wir im "Urwald" waren. Nach einem ausgiebigen Frühstück verabschiedeten wir uns von Monte Alto und setzten unseren Weg fort. Ziel war zunächst die Insel Chira, eine kleine Insel im Golf von Nicoya. Wir fuhren zu einer Bootsanlegestelle, wo uns bereits zwei Damen erwarteten. Wir mussten die Schuhe ausziehen, um in das Boot zu kommen, denn so etwas wie einen Steg gab es nicht. Die "Damen von Chira", wie sie sich selbst nennen, nehmen alle Männertätigkeiten selbst in die Hand: Sie steuerten unser Boot durch die Mangrovenwälder vor der Insel. Sie zeigten uns viele versteckte Tiere im Gestrüpp, wie zum Beispiel einen Waran, viele Vögel und sogar ein Krokodil. Auf der Insel angekommen, erwartete uns bereits der Inselbus, mit dem wir zu einer hübschen kleinen Lodge fuhren. Dort aßen zu Mittag frischen Fisch aus der Region. Anschließend fuhren wir auf die andere Seite der Insel, von wo aus wir auf die gegenüberliegende Küste des Golfes übersetzten. Die Bootsfahrt war sehr abenteuerlich: Das kleine Boot flog nur so über die Wellen und das salzige Meerwasser spritzte uns immer wieder ins Gesicht. Wir waren heilfroh, als wir auf der anderen Seite angekommen waren. Unser Fahrer Eduardo erwartete uns bereits und wir fuhren weiter in die Nebelwaldregion Santa Elena. Auf der Fahrt dorthin merkten wir den Landschaftswechsel stark: Die Vegetation wurde immer grüner und üppiger. In Santa Elena hielten wir in einem Supermarkt, um uns mit Wasser und Souvenirs auszustatten. Anschließend erreichten wir unsere Lodge. Die Zimmer waren sehr geräumig und sauber - wir fühlten uns also rundum wohl!

22.04.2010

Auf den heutigen Tag freute ich mich besonders: Es ging in den Nebelwald! Bereits am Eingang des Reservats konnten wir ein paar Kolibris sehen, die an ihren Futterstellen herumflatterten. Die Wanderung durch den Nebelwald war sehr angenehm. Die Wege waren sehr gut ausgeschildert und eigneten sich gut zum Wandern. Wir entdeckten viele exotische Pflanzen sowie Raupen, Tausendfüßler und Schmetterlinge. Am Ende der Wanderung zeigte sich sogar ein Nasenbär! Während wir uns vorsichtig mit den Fotoapparaten heranpirschten, schnupperte der kleine Kerl nur neugierig an allem, was ihm vor die Nase kam. Wir fuhren weiter in eine Kaffeefinca, wo wir verschieden gerösteten Kaffee probierten und zu Mittag aßen. Am Nachmittag besichtigten wir einen Schmetterlingsgarten. Gemeinsam mit einer Führerin entdeckten wir viele Arten mit teilweise lustigen Namen: Die Eule, der Glasflügel, der Postmann, der falsche Postmann... Wir waren alle begeistert von der Artenvielfalt. Als wir dann zu einem Café fuhren, wo wir viele Kolibris beobachten konnten, trafen wir auf eine Gruppe Amerikaner, die versuchten, etwas in den Bäumen zu fotografieren. Da musste wohl etwas besonders Schönes sein! Wir stiegen aus und erfuhren, dass jemand einen Quetzal gesehen haben will, den legendären Maya-Vogel. Und siehe da! Da saßen doch tatsächlich zwei Weibchen in den Bäumen, die sich fotografieren ließen! Schnell fing ich den schönen Vogel ein und war selig! Ähnlich toll war es bei der Kolibri-Fütterungsstelle. Dutzende von Kolibris schwirrten durch die Lüfte und tauchten ihren Rüssel in die Futterstelle ein. So viele Bilder hatten wir auf der ganzen Reise noch nicht gemacht! :-)

23.04.2010

Nach dem Frühstück ging es weiter in Richtung Süden. Wir fuhren vorbei am Arenal-Stausee, einem Stausee, der 60 Prozent der elektrischen Energie des Landes produziert. Ganz in der Nähe befanden sich die Hängebrücken von Arenal. Diesen fakultativen Ausflug machten alle Gäste mit. Es waren insgesamt 13 Brücken, die wir zu überqueren hatten, manche kürzer, manche länger. Ziemlich zu Beginn entdeckte Frau Zunker, ein Reisegast der Gruppe, einen Pfeilgiftfrosch. Zuerst dachten wir alle, dass es nur ein Blatt war, weil es so winzig war. Doch nach genauerem Hinsehen konnten wir es erkennen. Der Frosch wird auch "blue jeans" genannt, weil seine Beine so aussehen, als würde er blaue Jeans tragen. Von den Brücken aus hatten wir eine fantastische Rundumsicht auf das gesamte Areal. Brüllaffen brüllten in der Ferne, Vögel zwitscherten - es war herrlich! Später fuhren wir in unsere Lodge in der Nähe des Vulkans Arenal. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, fuhren wir wieder los, um den Vulkan Arenal bei Dunkelheit zu betrachten. Nach Einbruch der Dämmerung wirkt die hinunterlaufende Lava besonders beeindruckend. Doch uns war dies leider nicht vergönnt. Wir standen am Aussichtspunkt, gemeinsam mit vielen anderen Touristen aus den verschiedensten Ländern, und starrten in die absolute Finsternis. Ein bisschen enttäuscht fuhren wir wieder zurück in unsere Lodge und aßen zu Abend. "Man kann eben nicht alles haben", einigten wir uns schließlich lachend.

24.04.2010

Am Morgen packten wir wieder unsere Koffer und fuhren weiter. Nur wenige Minuten entfernt wohnte Dona Cristina, eine Frau mit einem eigenen Heilpflanzengarten. Stolz zeigte sie uns ihre Pflanzen und deren heilende Wirkungen. Auf der Weiterfahrt passierten wir viele kleine Orte. In Zarcero machten wir einen kurzen Stopp. Hier spazierten wir durch einen kleinen Park, in dem die Hecken sehr kunstvoll zu Figuren geschnitten waren. In Grecia besichtigten wir eine interessante Blechkirche, gebaut aus einem alten Schiff. An den Wänden waren sogar noch Bullaugen zu sehen. Am Abend erreichten wir die Hauptstadt San José. Wir hatten Glück: Aufgrund eines Hotelwechsels hatten wir nun eine zentralere Lage. An der Rezeption wurden wir sogar Deutsch begrüßt, denn die Dame hatte Wurzeln in Norddeutschland. Gleich gegenüber befand sich das Café Mundo, ein angesagtes Restaurant, wo wir uns zum Abendessen trafen.

25.04.2010

Zu Fuß erkundeten wir San José. Enrique führte uns durch schöne Parks und vorbei an Märkten in das Zentrum der Hauptstadt. Wir besichtigten zwei Kathedralen, in denen gerade Gottesdienste stattfanden. Doch die Türen standen weit offen und niemand störte sich an kommenden und gehenden Gästen. Wir spazierten vorbei am Nationaltheater und setzten uns in das Café des schicken Gran Hotels. Später steuerten wir einen Supermarkt an, um letzte Besorgungen für Kaffee, CDs oder Bücher zu machen. Enrique brachte uns zurück zum Hotel und wir verabschiedeten uns herzlich von ihm. Am Nachmittag suchten Frau Zunker und ich nochmal den Markt auf, um nach originellen Souvenirs zu suchen. Und siehe da: Ein handgearbeitetes Fotoalbum aus Kokosblättern für Frau Zunker und eine handgedrehte Zigarillo für mich. :-)

26.04.2010

Nun war es soweit. Schweren Herzens mussten wir uns von diesem faszinierenden Land verabschieden. Wir mussten sehr früh aufstehen, um unseren zeitigen Flug zu erreichen. Eduardo holte uns pünktlich vom Hotel ab und brachte uns sicher durch die Stadt zum Flughafen. Gemeinsam füllten wir wieder die Ausreiseformulare aus und bezahlten brav die Ausreisesteuer, die in vielen südamerikanischen Ländern üblich ist. Pünktlich flogen wir nach Atlanta ab. Auch in den Vereinigten Staaten lief wieder alles planmäßig ab. Von den Vorurteilen über amerikanische Flughafenkontrollen konnten wir nicht viel bestätigen. Auch der Flug von Atlanta nach Frankfurt verlief ruhig und entspannt. Ein bisschen "zerknittert" waren wir jedoch alle, als wir dann am frühen Morgen zu deutscher Zeit in Frankfurt ankamen. Nun mussten wir nur noch auf unseren Weiterflug nach Leipzig warten und dann war auch die letzte Hürde geschafft. In Leipzig mussten wir uns dann auch voneinander verabschieden. Es waren 17 Tage, die wir zusammen verbracht haben und so herzlich war auch der Abschied. Gemeinsam mit Frau Zunker fuhr ich nach Dresden, wo erst sie und dann ich bis an die Haustür gebracht wurden.
Es war eine wirklich sehr schöne, stimmige Reise. Sollten Sie nun Lust darauf bekommen haben, stehe ich auch gern persönlich für ein "Interview" zur Verfügung. :-)


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