Auf den Spuren des Märchenkönigs "Kini"
Reisebericht: 02.07. – 07.07.2012
Wir wanderten auf den Spuren von König Ludwig II von Bayern. Um seinen Tod am 13. Juni 1886 ranken sich viele Geschichten. Die Verschwörungstheorie um seine Ermordung hält sich hartnäckig, da sein mys
Ein Reisebericht von
Heike Meinhold
Reisebericht
1. Tag: Am Nachmittag haben wir, nach einer entspannten Anreise, Bad Tölz erreicht und starteten gleich 15.00 Uhr bei Sonnenschein, mit einer bezauberten örtlichen Reiseleiterin im Dirndl, zu einem Stadtrundgang.
Auf der Marktstraße bestaunten wir die wunderschönen Häuser, das Rathaus und das Filmquartier des „Bullen von Tölz“. Bei einer Stippvisite im Marionettentheater bekamen wir einen kleinen Einblick in die Arbeit der Puppenspieler.
Wir erfuhren viel von der Geschichte, z.B. das Bad Tölz früher 33 Brauerrein hatte, obwohl es nur ca. 1500 Einwohner gab. Im Keller konnten Bierfässer gelagert werden, welche hauptsächlich nach München geliefert wurden. Durch die Isar, die als Salzstraße diente, durch die Flöße, die den Handel ermöglichten, war Bad Tölz eine wichtige Handelsstadt.
Nach einem Blick in die, zurzeit im Bau befindlichen Stadtkirche Mariä Himmelfahrt endet unser Stadtrundgang am „Nackten Arsch“, einer kleinen Skulptur.
Nachdem wir die letzten Meter mit dem Bus zurück gelegt haben, kamen wir gutgelaunt im Hotel an. Als jeder sein Gepäck in seinem Zimmer verstaut hatte, trafen wir uns 18.00 Uhr zum Abendessen. Nach einem Begrüßungsgetränk wurden wir von der leckeren Küche und der tollen Gastfreundschaft verwöhnt. Dann ging für viele ein langer Tag zu Ende.
2. Tag: Pünktlich um 9.00 Uhr starteten wir zum Kloster Ettal.
Leider hing der Nebel sehr tief und so konnten wir keinen Blick auf die Berge erhaschen. Tief beeindruckt von der berühmten Benedikterabtei, die bereits um 1300 gebaut wurde und in dem noch heute Benediktermönche leben und arbeiten, fuhren wir weiter zur Käserei.
In der Käserei sahen wir einen Film über die Herstellung von „Käse“ und erfuhren anschließend viel über die Gebräuche, aber auch, dass einst Bruno der Bär hier vor Jahren sein Unwesen trieb. Nachdem alle von den leckeren Käsehäppchen probiert hatten, setzten wir unsere Fahrt fort.
12.30 Uhr kamen wir in Linderhof an und konnten den wunderschönen Park bestaunen.
Um 13.00 Uhr begann die Führung durch das Schloss,
von dem alle begeistert waren. Hier hielt sich Ludwig II viele Jahre auf. Das riesige Schlafzimmer, in dem er tagsüber schlief und in den anderen prachtvollen Räumen in denen der Nachtkönig seine Zeit verbrachte, vor allem sein Tischlein -deck-dich Speisezimmer gefiel uns.
Anschließend besichtigten wir noch die Venusgrotte im Park.
Die capris blaue Grotte, ein bengalisch beleuchteter Teich, Tropfsteine und Tannhäuser Berieslung (schon als 16.-jähriger hörte er diese Oper von R. Wagner und war begeistert und verzückt), Musikthron und Muschelkahn, Wellen und Wasserfall, Riffe, Regenbogen, Rosen und
Schwäne - ein fantasievoller Traum. Bereits damals funktionierte das Licht durch Siemenstechnik.
Die letzte Station an diesem Tag war Oberammergau. Jeder konnte diese hübsche kleine Stadt allein erkunden. Die prächtigen Häuser voller Lüftlmalereien
und die Holzschnitzereien gefielen uns.
Die Heimfahrt ging diesmal durch Garmisch-Partenkirchen und wir konnten die Wintersportanlagen bewundern, durch Krün, malerischer Ort, vorbei am Walchensee der idyllisch in der Sonne funkelte und dem Kochelsee.
3. Tag: 9.30 Uhr starteten wir, mit Frau Friedel - der örtlichen Reiseleiterin, die früher eine kleine Rolle in dem Film „Lausbubengeschichten“ mit Hansi Kraus hatte, in den neuen Tag.
Unser erster Halt ist Benediktbeuren. Um 740 wurde das älteste Kloster Bayerns gegründet. In der doppeltürmigen Klosterkirche ist ein Armreliquie des heiligen Benedikt zu sehen.
Das Deckengemälde von Asam, der Altar und die Seitenkapellen sind wunderschön.
Von Seeshaupt starteten wir um 12.00 Uhr zu einer Schiffsfahrt auf dem Starnberger See.
Als wir in Berg das Schiff verlassen hatten ging es zu Fuß weiter zur Votivkapelle,
die zu seinen Ehren errichtet wurde. Der Fußmarsch bei 27°Grad war sehr anstrengend, aber so konnten wir auch von der Landseite einen Blick auf die Stelle werfen, an der Ludwig II „angeblich“ ertrunken ist. Ein Holzkreuz
im Wasser zeigt die Stelle. Hier erfuhren wir noch viel Interessantes aus dem Leben des Königs. Das er 1862 in München studierte: Französisch, Philosophie, Physik/Chemie und Kriegswissenschaft, das er mit schon 18 Jahren König wurde und das er mit der jüngeren Schwester der Kaiserin Elisabeth von Österreich (Sissi), Sophie Charlotte Herzogin von Bayern verlobt war. Diese aber auflöste. Als der König im Juni 1886 entmündigt wurde, erfolgte dies aufgrund eines Gutachtens, von 4 Ärzten, die ihn für paranoid erklärten, obwohl sie den König nie untersucht hatten, nicht mal mit ihm gesprochen hatten. Keiner glaubte, dass er bei einem Spaziergang in unmittelbarer Ufernähe ertrunken ist, noch dazu gemeinsam mit seinem Begleiter.
Anschließend fuhren wir durch Starnberg nach Andachs
und besichtigten die Klosteranlage. Seine Kunstschätze, die innen im Stil des Rokoko gestalteten gotische Kirche und das berühmte Andechser Bier machen den Wallfahrtsort bekannt.
Nachdem wir, auf der Rückfahrt, an dem drittgrößten bayrischen See, dem Ammersee vorbei gekommen waren, erwartete uns im Hotel ein gemütlicher Grillabend.
4. Tag: Am Donnerstag starteten wir bereits 8.45 Uhr.
Der erste Halt an diesem sonnigen Tag war Steingaden.
10.15 Uhr begann unsere Führung in der wunderschönen Wallfahrtskirche - Wieskirche. Am eindrucksvollsten war das riesige Deckenfresko.
Die Wies gilt als bedeutendste deutsche Rokokokirche und gehört zum Weltkulturerbe.
11.30 Uhr kamen wir in Hohenschwangau an. Da es wieder über 27° Grad waren und die Sonne vom wolkenlosen Himmel schien, beschlossen wir alle mit dem Bustransfer Neuschwangau zu erobern. Nach einem kurzen Fußmarsch lag das weltberühmte Schloss
vor uns, aber auch der Blick ins Tal war unbeschreiblich toll.
13.05 Uhr begann unsere Führung. Hier erfuhren wir auch, dass Ludwig am 25. August 1848 im Schloss Nymphenburg am Tag des heiligen Ludwig geboren wurde. Schloss Neuschwanstein konnte Ludwig leider nie fertig stellen. Es wurden aber wieder die neusten Errungenschaften verwendet. Es gab bereits Telefon (Siemens), fließend Wasser und sogar Toilettenspülung. Er bestimmte jedes Detail selbst. Er war ein ausgezeichneter Architekt. Leider lebte er nur 172 Tage dort.
Unser letzter Programmpunkt an diesem Tag war Füssen. Jeder konnte wieder einen kleinen Bummel durch die Stadt machen, die wunderschöne Vielfalt der Ortsbilder erleben, in einem der gemütlichen Cafés, Eis oder Kuchen genießen und die vielen Eindrücke des Tages verarbeiten.
Da es vor Bad Tölz einen schweren Unfall gab und die Straße komplett gesperrt war, musste der Bus durch enge Straßen und Dörfer fahren, auf denen der gesamte Fernverkehr umgeleitet wurde. Alle waren froh, als diese Abenteuerfahrt zu Ende war und wir endlich das Hotel erreicht hatten. Ein großes Dankeschön an die tolle Fahrleistung von Uwe!
5. Tag: Der heutige Tag stand allen zur freien Verfügung.
Ein Teil der Gruppe fuhr um 9.00 Uhr mit uns zum Tegernsee.
Dieser kleine Ort und der See war unser erster Halt. Um 11.00 Uhr fuhren wir mit der Zahnradbahn
auf den Wendelstein (1730 m). 25 Minuten ging es steil bergauf. Leider schlug uns oben angekommen Regen und Sturm entgegen, der aber zum Glück wieder abklang.
Nach einem letzten Fußmarsch kamen ein paar mutige ganz oben an
und konnten einen atemberaubenden Panoramablick in die Berge erleben.
Diesmal war unser letzter Halt in Schliersee und jeder konnte wieder auf der Promenade einen Cafe trinken oder einfach nur den Blick auf den See genießen. 18.00 Uhr trafen sich wieder alle zum Abendessen. Anschließend besuchten noch Gäste das Konzert des Knabenchores in Bad Tölz, bummelten zum Kalvarienberg oder durch den Ort, bzw. nahmen noch ein Bad im Wellnessbereich.
6. Tag: Heute steht schon die Heimreise an. Um 9.00 Uhr war Abfahrt. Leider vergingen die Tage sehr schnell und die vielen Eindrücke und Erlebnisse der letzten Tage schwirrten uns noch durch den Kopf. Um 10.00 Uhr stiegen wir in München
am Isartor aus und erkundeten noch die Bayernhauptstadt. Der Marienplatz, die Frauenkirche, der Viktualienmarkt oder die berühmte Maximilianstraße luden zu einem Bummel ein.
Pünktlich 14.00 Uhr setzten wir unsere Heimreise fort. Nachdem alle wieder pünktlich ihren Transfer an den einzelnen Orten erreicht hatten, kamen die letzten Gäste pünktlich 21.30 Uhr in Dresden an.
Es war eine erlebnisreiche Tour. Nicht nur die vielen historischen Stätte und malerischen Orte machen ihren Reiz aus, sondern vor allem auch die Täler und Seen im Schutz der Massive von Ammergebirge, Wetterstein, Karwendel, Mangfäll- und Kaisergebirge.
Die wunderschönen Schlösser werden uns noch lange in Erinnerung bleiben -
Ach, der Kini was hat der schwermütige Monarch nicht alles hinterlassen…………….
Ihre
Heike Meinhold
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