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Paris intensiv und individuell

Reisebericht: 24.05. – 29.05.2026

"Andere Städte sind Städte, Paris ist eine Welt" wusste schon Kaiser Karl V.
10 Eberhardt-Gäste konnten dies bei einer vielschichtigen Entdeckungsreise in die französische Hauptstadt erleben.

Antje Kahnt

Ein Reisebericht von
Antje Kahnt

20260524 Hofidyll Rue Monsieur le Prince – © Antje Kahnt (Eberhardt TRAVEL) 20260524 Bouillon Racine Jugendstildekor – © Antje Kahnt (Eberhardt TRAVEL) 20260525 Notre Dame Mittelalterliche Chorschranke – © Antje Kahnt (Eberhardt TRAVEL) 20260525 Square Louvois – © Antje Kahnt (Eberhardt TRAVEL) 20260526 Louvre Pyramide von IM Pei – © Antje Kahnt (Eberhardt TRAVEL) 20260526 Nationaldenkmal Arc de Triomphe – © Antje Kahnt (Eberhardt TRAVEL) 20260526 Ausblick vom geheimnisvollen Hexenfelsen – © Antje Kahnt (Eberhardt TRAVEL) 20260526 Montmartre Marcel Ayme als Passe Muraille – © Antje Kahnt (Eberhardt TRAVEL) 20260527 Bastille Genius der Feiheit – © Antje Kahnt (Eberhardt TRAVEL) 20260528 Madame Brasserie – © Antje Kahnt (Eberhardt TRAVEL) 20260528 Soldatenkirche – © Antje Kahnt (Eberhardt TRAVEL) 20260528 Rückgabe unserer guten Geister – © Antje Kahnt (Eberhardt TRAVEL)

Einmal rund ums Hotel im schönen Saint–Germain–des–Prés

Nach der Begrüßung unserer kleinen Gruppe im kühlen Kellergewölbe geht es vor die Tür unseres Boutique-Hotels am Jardin du Luxembourg. Da einige Gäste der grünen Lunge von Paris schon auf eigene Faust einen Besuch abgestattet hatten, machen wir uns direkt auf ins Herz unseres Viertels, hügelabwärts zunächst zum quirligen Carrefour de l‘Odéon. Dort entdecken wir als erstes den bronzenen Charles Aznavour, der als Kind schräg gegenüber unserem Hotel wohnte. Direkt um die Ecke erwartet uns an der Stelle seines früheren Wohnhauses das Denkmal für Georges Danton. Er gehörte zu den Anführern der Revolution 1789, die sich im Procope im gegenüberliegenden Cour St-André-des-Arts die Köpfe heiß redeten.
Nach einem Stop an einer Bäckerei genießen wir die Ruhe des Furstemberg-Platzes, wo in den vormaligen Ställen der Abtei Saint-Germain der Maler Eugène Delacroix sein Atelier hatte. Ein paar Schritte weiter schlüpfen wir in die frühere Klosterkirche, die den Namen des frühmittelalterlichen Bischofs Germanus trägt, nach dem die Kirche, der große Boulevard und das 6. Arrondissement benannt sind. Anschließend entdecken wir das Domizil von Jean-Paul Sartre und amüsieren uns über die abenteuerliche Wiederentdeckung eines geklauten Picassos.
Danach pilgern wir weiter zur Kunsthochschule und bestaunen sowohl die Kunst in den umliegenden Galerien, als auch die vergänglichen Werke berühmter Street Artisten an den Hausfassaden. Nur auf wenige Wochen begrenzt ist die Installation des Fotokünstlers JR, die kurz vor der Eröffnung steht. Die riesige Grotte auf dem Pont Neuf ist eine Hommage an die Verhüllung der heute ältesten Brücke 1985 durch Christo und Jeanne Claude.
Nach einer kleinen Verschnaufpause im Hotel werden wir am Abend direkt ums Eck in der
„Bouillon Racine“ erwartet. Zwischen den Gängen ist genügend Zeit, sich gegenseitig zu „beschnuppern“ und die ersten Eindrücke von Paris Revue passieren zu lassen.

Notre–Dame–Führung, Spaziergang durch die Passagen und Diner–Show im Moulin Rouge

Nach dem Frühstück starten wir direkt zu einem Extra-Bonbon unserer Reise. Vorbei am Rektorat der Sorbonne, den zum Musée de Cluny gehörenden Resten der römischen Thermen und dem ältesten Baum von Paris im Square Viviani spazieren wir durch das Quartier Latin zur Île de la Cité. Auf der Stadtinsel, aus der sich vor 2000 Jahren die Stadt entwickelte, wurde 1163 der Grundstein von Notre Dame gelegt.
Dank eines Führungsslots können wir die Schlange am Eingang passieren und ins Innere der jetzt strahlend schönen Pariser Kathedrale eintauchen. Beim Passieren der Kapellen und im Chorumgang entdecken wir die großen Rosettenfenster, die meisterhaft aus dem Stein geholten Figuren der mittelalterlichen Chorschranke, das neue Reliquiar der Dornenkrone, den alten Turmhahn und die übrigen Wunder der Restaurierung nach dem Brand.
Nachdem wir das Audiosystem der Kathedrale wieder abgegeben haben, geht es mit der Metro zum Louvre, um Audiogeräte auszuleihen, die uns die nächsten 4 Tage treue Dienste leisten werden. Nachdem wir schon erste Souvenirs in den Louvre-Boutiquen sondiert und die berühmte Glaspyramide und den Carrousel-Bogen gebührend gewürdigt haben, werden wir in einem kleinen Bistro am Louvre für eine Mittagsrast erwartet.
Frisch gestärkt machen wir uns dann auf den Weg durch die Passagen. Besonders beliebt bei Regen schützen sie uns bei den heißen Temperaturen diesmal vor der gleißenden Sonne. Zunächst flanieren wir vorbei an den gestreiften Marmorsäulen von Daniel Buren, die den Ehrenhof vor dem Palais Royal, heute Sitz der Kultusministerin, dekorieren. Im angrenzenden Garten genießen wir den Schatten der Lindenbäume und sind gut abgeschirmt vom hektischen Treiben der umliegenden Boulevards.
Anschließend schlendern wir durch die schönste der Pariser Passagen, die Galerie Vivienne, die dieses Jahr ihren 200. Geburtstag feiert. Unter ihrem Glasdach gelangen wir zum historischen Sitz der Nationalbibliothek, in deren Schatten der charmante Square Louvois liegt. Von dort ist es nur noch ein Katzensprung zur Passage Choiseul, der mit fast 200 Meter längsten der Pariser Galerien. Dort mündet auch der Hinterausgang des Theaters Bouffes- Parisiens, das untrennbar mit dem aus Köln stammenden Operettenkönig Jacques Offenbach und seinem Cancan verbunden ist, den wir am Abend noch erleben werden.
Die Pariser Adresse für Ballettaufführungen ist die alte Pariser Oper, die Charles Garnier im Auftrag des Kaisers Napoleon III bis 1875 errichtet hat. Um das Grundwasserproblem zu lösen, ließ der junge Architekt ein Wasserbecken anlegen, das später Gaston Laroux zur Heimat seines Phantoms macht. Die abergläubischen Operndirektoren haben ihm bis heute die Loge Nr. 5 reserviert. Im Schatten der Oper spazieren wir noch zum versteckten Place Edouard VII., wo noch weitere Bühnen beheimatet sind. Weil auf der Kaufhausterrasse kein Platz mehr zu ergattern war, bringt uns die RER dann schnell zum Hotel zurück.
Nach einer Verschnaufpause frisch herausgeputzt machen wir uns am Abend auf den Weg zum berühmtesten der Pariser Cabarets am Fuße des Montmartre. Im Moulin Rouge setzt die bunte Mixtur aus Tanz und Artistik, Kostümen und Bühnenbild den Schlusspunkt hinter einen ereignisreichen Tag.

Bummel über den Montmartre und auf den Champs–Élysées

Nach dem etwas späteren Frühstück bringt uns die Metro in den Pariser Norden, wo wir schon auf halber Höhe unseren Bummel über den Montmartre-Hügel starten. Dort entdecken wir einen Drehort aus dem Film „Die fabelhafte Welt der Amelie“, der bis heute einer der erfolgreichsten französischen Filme ist. Ein paar Meter weiter malte Picasso 1907 im Bateaux Lavoir seine „Demoiselles d’Avignon“, die als erstes kubistisches Bild gelten. Oft gemalt von den Künstlern von Montmartre wurden auch die Windmühlen, von denen noch zwei in den Gassen des Hügels zu finden sind.
Auf unserem Weg nach oben lernen wir auch den ersten Bischof von Paris kennen, der für seinen Glauben im 3. Jahrhundert zum Märtyrer wurde. Er trug seinen abgeschlagenen Kopf über den „Berg der Leiden“ bis in den Pariser Vorort, der heute den Namen des Heiligen, Saint Denis, trägt. Anschließend führt uns die älteste Straße von Montmartre, die Rue Cortot, oberhalb des Weinbergs bis zur Basilika Sacre Coeur. Die Mittagspause nutzen einige, um mit flugs organisierten Tickets von der Kuppel den 360-Grad-Blick auf Paris zu genießen.
Wieder vereint fahren wir am Nachmittag zum berühmtesten der Pariser Boulevards, den Champs-Élysées. Als Teil der königlichen Achse schon vom Hofgärtner des Sonnenkönigs ersonnen besteht er heute aus dem historischen Promenadenteil, in dem versteckt hinter den Gartenanlagen der Élysée-Palast liegt, sowie dem kommerziellen Teil, der bis zum Triumphbogen hinaufführt. Bei einem Schaufensterbummel spazieren wir dem Nationaldenkmal aus der Ära Napoleon I. entgegen. In Anbetracht der Temperaturen besteht doch kein Interesse mehr, die 50 Meter bis auf die Aussichtsterrasse zu erklimmen. Deshalb geht es mit der Metro zurück zum Hotel. Der Tag klingt in einem Lokal nur ein paar Schritte vom Hotel entfernt aus.

Spaziergang im Marais, Louvre–Führung und Dinercruise

Heute Vormittag steht mit dem Marais eines der geschichtsträchtigsten und schönsten Pariser Stadtviertel auf dem Plan. Wir nehmen die Metro bis zur Bastille, um die Überreste der 1789 gestürmten und niedergerissenen Festung in Augenschein zu nehmen. Nach einer Stippvisite im verwunschenen Cour Damoye vis-à-vis der Bastille-Oper spazieren wir unter die schattigen Linden des „schönsten Platzes“ von Paris. König Heinrich IV. ließ um 1600 das Geviert aus fast einheitlichen Backsteinfassaden der heutigen Place des Vosges anlegen. Zur Einweihung des Platzes 1612 durch seinen Sohn Ludwig XIII. wurde noch das Reiterstandbild des neuen Königs aufgestellt (nach der Revolution erneuert) und damit sowohl der Typus des königlichen Platzes, als auch der Baustil Louis XIII. begründet.
Wie in der Zeit der Musketiere fühlen wir uns auch noch, als wir durch eine versteckte Tür den Garten des Hôtel de Sully betreten. Das frühere Domizil des Finanzministers Heinrich IV. ist ein Prototyp des französischen Schlossbaus mit seinem rückwärtigen Garten und dem Ehrenhof. Nach diesem Modell sind nicht nur unzählige Stadtpalais im Marais gebaut, sondern auch das Versailler Schloss. Als der Sonnenkönig 1682 dorthin seine Residenz verlagerte und die Höflinge zum Umzug zwang, verfiel das Marais nach und nach und wurde erst durch große Restaurierungen nach dem Zweiten Weltkrieg vor dem Untergang gerettet.
Anschließend werfen wir einen Blick in den charmanten Garten des Hôtel Carnavalet, das einst Wohnsitz der geistreichen Madame de Sevigné war, die in diesem Jahr ihren 400. Geburtstag feiert und im heutigen Stadtmuseum mit einer Sonderausstellung gewürdigt wird. Im Schatten der Rue des Rosiers, die das Herz des jüdischen Viertels ist, entdecken wir noch weitere versteckte Gärtchen, die sich perfekt für eine Mittagsrast eignen.
Nach der Pause steht der Louvre auf dem Programm - dank der Gruppenreservierung gelangen wir im Handumdrehen direkt ins lichte Foyer unter der Pyramide. Bevor wir der großen Sphinx und den drei berühmten Damen – Venus, Nike und Mona Lisa – ihre Geheimnisse entlocken, genießen wir die Kühle und die weitläufigen, leeren Gänge in den Fundamenten des mittelalterlichen Louvre. Nach Mord und Todschlag in der Abteilung der französischen Maler nimmt unsere Tour ein versöhnliches Ende bei Amor und Psyche, die sich nach vielen Prüfungen wieder in die Arme schließen können.
Am Abend erwartet uns das Restaurantschiff der Bateaux Parisiens. In der Abendsonne starten wir zu Füßen des Eiffelturms zu unserer Dinercruise, bei der wir die Seinebrücken und die nach und nach angestrahlten Monumente aus anderer Perspektive genießen können. Zum Ende der Seinefahrt erleben wir noch das allabendliche Schauspiel des Eiffelturms, der zur vollen Stunde zu glitzern beginnt.

Führung im Musée d‘Orsay, Invalidendom und Eiffelturm

Heute ist der Tag der Individualisten, zwei Gäste verbringen ihn – ohne Museum – auf eigene Faust. Mit der RER fahren wir in verkleinerter Gruppe bis vor die Tür des alten Orsay-Bahnhofs, der vor 40 Jahren zu einem der schönsten Museen von Paris umgestaltet wurde. Wegen großer Renovierungsarbeiten werden Gruppen gerade nicht empfangen, deshalb erschließen wir uns die Kunstwerke des 19. Jahrhunderts nacheinander in zwei Führungsslots. Während einige Gäste noch durch die morgendlichen Tuilerien bummeln, entdecken die ersten bereits die Meisterwerke von Millet und Courbet, Manet, Monet und Renoir sowie van Gogh. Anschließend verabschiedet sich ein Teil für den Nachmittag, um den Blick von der obersten Plattform des Eiffelturms zu erleben, die übrigen bleiben noch um Museum, um die Kunstwerke noch einmal allein zu genießen und das alte Bahnhofsrestaurant der Jahrhundertwendezeit auszuprobieren. Währenddessen bekommt das zweite Grüppchen die Highlights des Musée d’Orsay präsentiert. Danach stoßen die Gäste der ersten Tour wieder dazu und wir nutzen die Gelegenheit, noch einen Blick in den jetzt geöffneten neobarocken Festsaal des früheren Bahnhofshotels und in die Sonderausstellung zu Renoir zu werfen.
Anschließend spazieren wir noch durch das Regierungsviertel im 7. Arrondissement vorbei an der YSL-Zentrale und dem Sitz des Premierministers bis zum Hôtel des Invalides. Napoleon lassen wir unter der Kuppel des Doms unbehelligt, stattdessen genießen wir eine Weile die Kühle der Soldatenkirche St. Louis im Inneren des Komplexes, die sich den Altar mit dem Invalidendom teilt und ebenfalls den Rang einer Kathedrale besitzt.
Am frühen Abend trifft sich die Reisegruppe wieder im Hotel, um sich auf den Weg zum Eiffelturm zu machen. Dort gelangen wir durch den Sicherheitscheck sofort in den inneren Bereich. Ausgestattet mit den Fahrstuhlkarten werden wir zum Restaurantlift geleitet, der uns zu Madame Brasserie auf der ersten Plattform bringt. In 58 m Höhe genießen wir ein raffiniertes Menü unter der Ägide von Restaurantchef Thierry Marx, der in seiner Karriere schon mehrere Sterne und Mützen erkocht hat. Anschließend nutzen die Sportlichen noch die Gelegenheit, für einen Rundumblick über die Treppe zur 2. Etage zu gelangen, bevor wir mit dem Taxi zum Hotel zurückfahren. Dort lassen wir noch bei einem Gläschen im Kellergewölbe die Entdeckungstouren noch einmal Revue passieren.

Au revoir, Paris

Nach einem letzten Croissant und Café crème im Hotel heißt es endgültig Abschied nehmen. Die Gäste, die noch länger bleiben, sind mit alle Tipps für ihren Ausflug nach Versailles versorgt, die übrigen werden von den Transferautos zum Flughafen gebracht, im Gepäck dabei sind nun viele Fotos, manches Souvenir und Erlebnisse, die hoffentlich noch lange nachwirken.


Da Paris die Stadt der Glückseligkeit und der ewigen Jugend sein soll, freue ich mich auf ein Wiedersehen mit Ihnen im „Jungbrunnen“ in der französischen Capitale, Ihre Antje Kahnt


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