Rundreise Provence – Die richtige Reise
Reisebericht: 26.07. – 02.08.2026
Trotz der Nachrichten über die große Hitze in Frankreich wagen wir uns in das Land des "Savoir vivre"
Ein Reisebericht von
Gina Egenolf
Sonntag, 26.07.2026 Anreise nach Marseille
Der größte Teil unserer Reisegruppe die trifft sich bereits am Flughafen in Frankfurt um nach Marseille weiterzureisen. Ein wenig spannend wird es mit den Gästen aus Leipzig. Die Maschine hat 40 Minuten Verspätung und es klappt so gerade. Der Grund war wohl eine betrunkene Person an Bord der die Mitnahme verweigert wurde.
Aber schließlich klappt der Anschluss und wir hoffen, dass es auch das Gepäck geschafft hat. Die Wetteraussichten sind gut und während des Fluges läuft alles regulär.
Nachdem doch alle ihr Reisegepäck bekommen haben treffen wir am Ausgang unsere beiden Chauffeure die uns auf kürzestem Weg zu unserem Hotel Mireille im Städtchen Arles bringen.
In ca. einer Stunde kommen wir an, allerdings sind unsere Zimmer noch nicht bezugsfertig. Wir beschließen erst mal einen kleinen Rundgang zu machen und uns eine Kleinigkeit zum Essen zu organisieren.
Auf der anderen Seite der Rhone und der Brücke von Trinquetaille entdecken wir ein freundliches Gartenrestaurant wo tatsächlich alle die etwas essen möchten Platz bekommen. Es wird daraus ein köstliches marokkanisches Mahl und es scheint allen zu schmecken. Marokko ist nicht weit und viele Südfranzosen haben marokkanische Wurzeln.
Danach hat jeder Freizeit und kann individuell im Hotel einchecken. Inzwischen sind auch die Gäste aus Berlin eingetroffen und die Gruppe ist komplett.
Wir treffen uns vor dem Abendessen im Garten und stoßen mit dem traditionellen Kir, ein Getränk aus schwarzem Johannisbeerenlikör und Weißwein, auf eine schöne Reise an.
Das Abendessen welches der Chef Jean Pierre persönlich zubereitet hat, schmeckt hervorragen und wir freuen uns auf morgen.
Montag, 27.07.2026: Stadtbesichtigung Arles – Les Beaux de Provence
Heute scheint am Morgen wieder die Sonne und so soll es wohl auch bleiben. Allerdings hoffen die Franzosen im Südwesten des Landes auf Regen denn dort wüten schlimme Waldbrände. Wir bereiten uns mit einem üppigen Frühstück, inklusive einer üppigen Käseplatte sowie Wurst und Schinken der Region, auf den heutigen Tag vor.
Danach nutzen wir die angenehmen Temperaturen am Morgen und spazieren in Richtung der sonntäglichen ruhigen Altstadt. In der Provence beginnt der Tag spät und an diesem Wochentag ganz besonders. Unser erstes Ziel ist das alte Hotel Dieu, das einstige Krankenhaus von Arles. Heute nennt man das Areal auch "Espace Van Gogh". Hierher wurde Van Gogh nach seinem Streit mit dem Künstlerkollegen Gauguin, in dessen Verlauf er sich einen Teil seines Ohrläppchens abschnitt, eingeliefert. Heute ist der Platz eine kleine kühle Oase hinter dicken Mauern. Bei großer Hitze ist es ein Zufluchtsort. Uns zieht es danach erst einmal weiter, warten doch einige interessante Plätze auf uns. Vorbei geht es am Stadtmuseum durch Nebenstraßen zum Place du Forum. Hier an diesem von Platanen beschatteten Ort steht ein Denkmal des bekannten provenzalischen Dichters Frédéric Mistral. In der Fassade des Hotel Terminus sind 2 Säulen des römischen Forums eingebaut welches sich hier befand. Man kann erahnen, dass hier einst das Zentrum des römischen Arlate war. Hier am Platz befindet sich auch das "Café de Nuit" welches Van Gogh auf einem Bild verewigte. Allerdings ist es im Moment nicht bewirtschaftet.
Wir spazieren weiter zum barocken Rathaus das wir durchqueren um auf dem Platz de la République vor dem Portal der Kirche St. Trophime zu landen Das romanische Portal welches das Weltgericht darstellt lädt zum Besuch der Kirche ein in der die Krönung von Friedrich Barbarossa zum König von Burgund stattfand.
Das Ganze krönen wir dann mit dem Besuch des angrenzenden Klosters, welches einen ausdrucksstarken Kreuzgang aufweist.
Anschließend folgen wir den Römern in ihr Theater und in die Arena, die gut erhalten ist und von der Höhe einen guten Blick auf das Viertel der Familien der Guardians bietet. Das sind die französischen Cowboys welche die Stiere der Camargue bis heute hüten.
Wir gönnen uns eine Pause. Es gibt hinter der Arena zahlreiche kleine Restaurants die für jeden Geschmack etwas bieten. Danach ist es nicht weit zu unserem Bus, der in der Nähe des alten Stadttors auf einem Parkplatz an der Rhone schon auf uns wartet.
Mit dem verhältnismäßig großen Bus, der natürlich sehr komfortabel ist, und unserem Fahrer Jean-Luc fahren wir anschließend nach "St. Paul de Mausole". Dort in der Heilanstalt hatte Vincent Van Gogh während seines Aufenthaltes eine seiner schaffensreichsten Phasen. Hier wurden und werden immer noch Patienten mit psychischen Störungen behandelt, allerdings mit anderen Methoden als zu Van Gogh's Zeiten.
Wir kommen an diesem idyllischen Plätzchen nach einem kleinen Spaziergang an und können uns einen der letzten Aufenthaltsorte des großen Malers in Ruhe anschauen. Hier in der dem ehemaligen Kloster angeschlossenen Heilanstalt für psychisch Erkrankte werden immer noch Therapien durchgeführt und die Endprodukte der "Kunsttherapie" stehen in dem kleinen Laden zum Verkauf.
Ein kleines Museum gibt einen Überblick über die Bedingungen in einer Heilanstalt der damaligen Zeit und ihre Behandlungsmethoden. Die Psychotherapie war ja noch eine sehr junge Wissenschaft und viele Erkenntnisse kamen erst später. Über Van Gogh's Erkrankung wird sogar heute noch gerätselt. Der Garten lädt zum Verweilen ein obwohl der Lavendel welcher hier im Frühsommer erblüht schon abgeerntet ist.
Nach diesem erholsamen Besuch fahren wir über mehrere Serpentinen in Richtung Le Beaux. Wegen der großen Hitze die im Moment herrscht versucht unsere Reiseleiterin Gina zuerst den Besuch der Carrières de Lumiere zu organisieren, was auch gelingt. Es handelt sich um einen Steinbruch, in dem früher Bauxit abgebaut wurde. Das ist heute nicht mehr profitabel und man hat sich eine andere Verwendung als Ort für Ton- uns Lichtspektakel einfallen lassen.
So genießen wir 2 beeindruckende Lichtspektakel die Picasso und als Kurzprogramm Frida Kahlo zum Thema haben. Eine sehr gelungene Darbietung wie wir alle finden. Anschließend bringt uns Jean-Luc zum Ort und wir starten unseren Aufstieg zur Burg von Les Beaux die im Mittelalter ein Zentrum des Minnesangs war. Von oben haben wir einen herrlichen Blick über die Alpilles, diesem kleinen Gebirge wo es auch gute Weine gibt und eines der besten Olivenöle Frankreichs produziert wird. Es bleibt anschließend noch Zeit ein wenig im Örtchen herumzubummeln. In einem Geschäft für Olivenöle können wir dann dieses auch kosten, bevor wir es kaufen. Danach gibt es für uns noch einen kleinen zusätzlichen Schlenker über die Brücke von Langlois bei Arles, die Van Gogh in einigen seiner Bilder verewigt hat. Jetzt aber freuen wir uns auf unser Hotel und ein gutes Abendessen und erholen uns von den Eindrücken des ersten Tages.
Dienstag, 28.07.2026: Stadtführung in Aix–en–Provence
Heute Morgen startet unser Ausflug mit unserem Fahrer Jean Luc in Richtung Aix-en-Provence, der kulturellen Hauptstadt der Provence.
Gleich nach Ankunft treffen wir beim Treffpunkt am Hotel Le Roi Réné unseren Stadtführer Michael, der auch eine Karte für jeden von uns hat.
Wie spazieren erst um den Großen Barockbrunnen, auf dem Platz den jeder als „La Rotonde“ kenn. Bei der Skulptur vom Maler Cézanne erfahren wir einige Daten zu dem Wegbereiter des Impressionismus und spazieren weiter zum Mazarin-Viertel, wo er einst zur Schule ging und seinen engen Freund Emile Zola kennenlernte. Der Stadtteil entstand während der Neuzeit zusammen mit dem Cour Mirabeau, der Flaniermeile der Stadt. Es ist das vornehmste Stadtviertel von Aix mit zahlreichen barocken Wohnpalästen wohlhabender Bürger.
Wir schlendern entlang der Seite des Cour Mirabeau, die bis heute von Banken dominiert wird und bekommen Informationen über die zahlreichen Brunnen der Stadt.
Bei einem beeindruckenden Bürgerhaus mit gigantischem Portal biegen wir in Richtung Delphin-Brunnen ab und nähern uns der Kirche der Malteser die neben einem der vielen Museen der Stadt liegt. Heute besuchen wir sie ausgiebig, denn in den alten Kirchen ist es immer schön kühl.
Zurück zum Cour Mirabeaux, vorbei an der Skulptur des "guten König Rene", laufen wir durch eine enge Einkaufspassage, an deren Eingang einst der Vater von Cezanne ein Geschäft hatte. Wir erreichen den Platz des Römischen Forums dessen Fundamente wir unter unseren Füßen hinter Glasplatten betrachten können. Vorbei an verschiedenen Märkten gelangen wir zum Rathaus der Stadt und zum ehemaligen Kornmarkt.
Der Uhrturm aus dem 16.Jahrhundert ist ein besonderes Schmuckstück, dessen Glockenspiel leider im letzten Jahr kaputt ging und auf die Reparatur und eine Restaurierung wartet.
Die Kathedrale St.Saveur liegt am Ende unseres Rundgangs. Sie entstand während verschiedener Bauepochen und hat deshalb unterschiedliche Fassaden, eine romanische und eine gotische. Sie beherbergt ein sehr altes Taufbecken des Mittelalters umrahmt von antiken Säulen. Es sind Fragmente des ehemaligen Mosaikfußbodens erhalten und ebenfalls sieht man eine Wandbemalung aus dem 12.Jahrhundert die bei Baumaßnahmen durch Zufall entdeckt wurde.
Hier verabschiedet sich unser Stadtführer Michael von uns und wir gehen unsere eigenen Wege um den Nachmittag zu genießen und vielleicht in einer der vielen Kaffees eine Ruhepause einzulegen.
Am Nachmittag erwartet uns unser Bus wieder am Ort unseres Ausstiegs und wir fahren zügig nach Arles zurück.
Mittwoch, 29.07.2026: Camargue
Heute ist unser erstes Ziel das Rückzugsgebiet der rosa Flamingos und fahren in Richtung Aigues-Mortes, einer der berühmten befestigten Orte mit komplett intakter Stadtmauer.
Der Ort war der Ausgangshafen für die letzten beiden Kreuzzüge unter Ludwig IX. im 13. Jahrhundert. Er hatte auch den Beinamen "der Heilige" da er das Heilige Land von den "Ungläubigen" befreien wollte. Auch einige kostbare Reliquien hat er von seinen Reisen mitgebracht, die allerdings heute in Paris aufbewahrt werden.
Bevor wir Richtung Stadt drehen, versuchen wir die berühmten rosafarbenen Flamingos zu entdecken. Wir fahren vorbei an Sonnenblumen- und Reisfeldern. Auch weiße Pferde und Stierherden sind zu erblicken. Das Einzugsgebiet der Camargue ist landwirtschaftlich geprägt aber auch ein großes Landschaftsschutzgebiet mit über 400 verschiedenen Vogelarten wie z.B Weißstörche, Fischreiher und Ibisse, die hier auf ihrem Weg nach Afrika durchziehen.
In der Ferne.... endlich, in einer Lagune, kommen die ersten Flamingos in Sicht. Wir halten an, um das auf dem Foto festzuhalten. Die Köpfe stecken tief im Wasser wahrscheinlich um das Frühstück zu finden.
Dann geht es weiter in die Stadt Aigues-Mortes deren Mauern schon von Weitem zu sehen sind. Wir betreten die Stadt durch das Haupttor und laufen bis zur Kirche am Place St.Louis, wo auch das Standbild von Ludwig dem Heiligen inmitten der Häuser aus dem 17. Jahrhundert steht. Die romanische Kirche erstrahlt nach der Restaurierung wieder im alten Glanz. Die Stadt ist sehr übersichtlich und wir bekommen am Fremdenverkehrsamt einen Plan. Verlaufen können wir uns nicht, denn irgendwann kommt man wieder an die Stadtmauer jeder kann sich individuell in dem Örtchen umschauen. Für einige ist der Rundgang um die Altstadt auf der ca. 1,7 km langen Stadtmauer interessant. Andere spekulieren eher auf das Warenangebot der Camargue, welches hier in jedem 2. Geschäft angeboten wird: Salz, die Produkte aus der Tierzucht und den besonderen Camargue-Reis.
Wir treffen uns wieder nach der Mittagszeit um nach Stes.-Maries-de-la-Mer zu fahren. Er ist einer der wichtigsten Wallfahrtsorte der Sinti und Roma in Frankreich. Wir erreichen den Ort entlang seiner Badestrände und sehen so unseren Busparkplatz an dem wir uns später treffen werden.
Die Kirche Notre Dame-de-la-Mer welche wir gleich nach der Ankunft besuchen besitzt eine der schwarzen Madonnen. Im Oktober zur Wallfahrt verlässt die Heilige Sarah ihren Aufenthaltsort und wird in einer Prozession zum Meer getragen. Anschließend wird sie neu angekleidet und geschmückt bevor sie wieder ihren Platz im Untergeschoss der Kirche einnimmt. Auf zahlreichen Bildern und Votivtafeln in der Krypta und in der Kirche bezeugen die Gläubigen ihre Verehrung. Nicht nur das „fahrende Volk“ sondern auch andere Katholiken besuchen diese Wehrkirche, da auch weitere heilige Reliquien hier aufbewahrt werden. Wir bekommen dann die besondere Einladung mit unserer Reiseleitung auf das Dach der Kirche zu steigen. An der Außenseite über eine enge und steile Wendeltreppe geht es nach oben. Vom Dach können wir bis zum Meer schauen.
Wieder festen Boden unter den Füssen haben wir jetzt Freizeit die jeder für sich gestalten kann, shoppen, spazieren oder im Meer baden. Spanien strahlt durch die kulturelle Vermischung bis hierher.
Hier im Ort gibt es auch eine Stierkampfarena, in welcher am Wochenende der unblutige französische Stierkampf, die "course camarguaise" stattfindet. Trophäen welche sich zwischen den Hörnern des Stiers befinden müssen von den "raseteurs" (junge dynamische Männer - vielleicht bald auch Frauen?) erbeutet werden. Die Stiere stammen aus verschiedenen Zuchtbetrieben der Camargue, den Manaden. Dort wachsen die Stiere in Freiheit unter natürlichen Bedingungen auf und werden nicht nur für den Stierkampf gezüchtet. Das Fleisch und die Wurst werden ebenfalls überall verkauft.
Wir wollen heute noch solch einen Stierzuchtbetrieb besuchen und fahren deshalb anschließend in Richtung unseres nächsten Ziels, dem Stierzucht-Betrieb der Familie Arnauld. Wir werden von der Chefin Stefanie persönlich begrüßt. Vor uns ist schon eine andere deutsche Gruppe angekommen und sitzt schon im Leiterwagen. Stefanie und ihre Mannschaft zu der auch ihre Tochter gehört führen uns mit ihren gut dressierten Camargue-Pferden ihre Stiertreiberkünste vor. Wir betrachten das Ganze in sicherer Entfernung von dem Leiterwagen, der von einem Traktor auf die Weide gezogen wird.
Hier sind männliche und weibliche Tiere gemischt und sie verbringen ihre Zeit ganzjährig draußen in der Natur.
Als Krönung bekommen wir im Speisesaal eine zünftige Vorspeise und natürlich ein Stiergoulasch, welches allen mundet. Dazu schmeckt der Wein und alle fahren satt und zufrieden beschwingt zu unserem Hotel in Arles zurück. Wir sagen tschüs zu unserem Fahrer Jean Luc, der uns auch morgen wieder fahren wird.
Donnerstag, 30.07.2026: Stadtrundgang in Avignon – Pont du Gard
Heute nach dem Frühstück wollen wir die sog. Papststadt Avignon besuchen. Wir fahren heute, wieder mit Jean Luc, auf direktem Weg zu dem Unesco-Weltkulturerbe.
Wir kommen obwohl es Juli ist ohne Stau direkt in die Stadt, was uns ein wenig wundert, da in Frankreich Schulferien sind. Allerdings erfahren wir, dass viele Franzosen wegen der im Land wütenden Waldbrände ihre Ferien abgesagt haben. Die Brände sind für das Land und besonders für die Feriengebiete im Westen eine Katastrophe. Auch im Var welches nicht so weit von uns entfernt ist, soll es brennen.
Bei der Einfahrt nach Avignon, vorbei an der TGV-Strecke kommt schon bald die berühmte Brücke von Avignon, die Pont St. Bénezet und die 4,5 km lange Stadtmauer von Avignon in Sicht. Innerhalb dieser Mauer wohnen heutzutage ca. 15.000 Einwohner. Das macht allerdings nur ca.10 Prozent der gesamten Stadtbewohner aus.
Wir steigen am vorgesehenen Haltepunkt für die Busse aus und gehen direkt in Richtung Papstpalast nach oben. Über uns ragt die Kathedrale von Avignon mit einer goldenen Madonnenfigur empor. Die Madonna erstrahlt weithin sichtbar in Gold. Daneben das berühmteste Gebäude, der Papstpalast. Er wurde über 100 Jahre als päpstliche Behausung von den unterschiedlichen Bewohnern immer wieder erweitert. Wir spazieren aber erst einmal zum Theater von Avignon am Place de L’Horloge der nach der Uhr im Rathaus benannt ist. Hier gibt es auch zahlreiche Restaurants und Kaffees, die für das leibliche Wohl der Besucher sorgen. Das Festival d’Avignon welches jährlich stattfindet ist allerdings vor einer Woche zu Ende gegangen und es ist jetzt sicher ruhiger als noch vor einer Woche.
Dann aber geht es zum Palast von dem wir heutzutage die Gemäuer des alten und neuen Palastes zu sehen. Die großen Räume und Gewölbe zeigen im Moment die Ausstellung „Relatum“ des Koreanischen Künstlers Lee Ufan. Sie umfasst sehr monumentale Installationen aus Stein und Stahl, welche große Räume benötigen und hier optimal zur Geltung kommen.
Jeder kann sich eine App herunterladen die per W-Lan funktionieren soll es aber in den dicken Mauern nicht wirklich überall schafft. Allerdings kann man den Rundgang auch so genießen und die Funktion der Räume erschließt sich auch durch Tafeln während des Rundgangs.
Die Wohnräume mit ihrer kunstvollen Bemalung lassen den damaligen Luxus des Lebens innerhalb der Mauern ahnen. Draußen war es teilweise weniger gemütlich, lauerte dort doch mit der "Schwarzen Pest" der Tod. Der Garten des Palastes ist in diesem Jahr das erste Mal nach Restaurierung wieder eröffnet und bietet eine kleine Erholungspause während des Rundgangs.
Wieder am Ausgang spazieren wir durch die alte Stadt, vorbei an der Kirche St. Pierre zur bekannten Markthalle von Avignon gehen. Sie hat eine von Patric Blanc, einem international berühmten Botaniker und Gartenarchitekten, der durch seine vertikalen Gärten bekannt wurde. Der Bau aus den 70ern und ist nicht so schön anzuschauen wie die Hallen der Jahrhundertwende. Allerdings wurde sie durch eine begrünte Fassade ein wenig aufgewertet. Wichtig für uns ist natürlich das vielfältige Angebot. Hier fehlt es an nichts und wir können uns Appetit holen.
Anschließend während unserer Pause können wir uns in einem der zahlreichen kleinen Restaurants in der Umgebung niederlassen und eine Kleinigkeit, fest oder flüssig, zu uns nehmen.
Danach schlendern wir wieder in Richtung Papstpalast und bevor wir wieder zu unserem Bus gelangen besuchen wir noch die Pont St.Bénezet. Sie war einmal mit fast einem Kilometer Länge die längste Brücke des Mittelalters. Allerdings machten ihr Hochwasser und Überschwemmungen im Laufe der Jahrzehnte zu schaffen und so gab man sie trotz mehrerer Neubauten schließlich auf.
Ein ähnliches Schicksal traf die berühmte Brücke über den Gard, die allerdings älteren Datums ist und fast komplett erhalten ist. Sie wurde 60 n.Chr. während der römischen Herrschaft errichtet und war mit ihren 275 Metern Teil einer 50 km langen Wasserleitung die die Städte Uzès und Nimes verband. Problem dabei war das nur sehr geringe Gefälle zwischen Anfangs- und Endpunkt. Die Steine der Brücke kommen komplett ohne Mörtel aus und werden nur durch Reibe- und Zugkräfte zusammengehalten ... seit 2000 Jahren!
Wir parken am linken Ufer des Gard und müssen ein Stück laufen um einen Blick auf dieses Bauwerk zu werfen. Auch hier merken wir das Saisonende denn es geht gemütlich zu. Wir können uns in Ruhe umschauen und einige steigen sogar auf den Aussichtspunkt der anderen Seite um das ultimative Foto des von der Sonne beschienenen römischen Aquädukts zu machen.
Nach diesen letzten Eindrücken versammeln wir uns wieder alle im Bus und fahren in Richtung Arles zum Abendessen.
Freitag, 31.07.2026: Bergdorf Gordes – Senanque – Roussillon
Heute steht die Region des Lubéron auf dem Programm und wir fahren in Richtung der Region welche die Bilder der typischen provenzalischen Landschaften in unseren Köpfen verankert hat.
Mit Pinien bewachsene Hügel, Olivenhaine und Lavendelfelder. Dazu gehören auch die meist auf einem Hügel thronenden Dörfer mit aus Bruchsteinen gemauerten Häusern und ihren blumenreichen Gärten.
Unser erstes Ziel, das Dorf Gordes, gehört dazu und teilt das Schicksal dieser "schönsten Dörfer Frankreichs" nämlich in der Saison von Touristen überrannt zu werden. Außerdem liegt es steil auf einem Hügel, denn die Bewohner mussten herannahende Feinde frühzeitig entdecken. Es sind schon wieder heiße Temperaturen und uns reicht ein Foto von unten auf die Bilderbuchansicht.
Wir setzen unsere Fahrt zum Zisterzienser-Kloster Sénanque fort, welches einen Teil seiner Einkünfte aus den nahe liegenden Lavendelfeldern bezieht. Hier gibt es ein großes Angebot der beliebten Lavendel-Produkte von Seife bis Honig und einige werden sicher fündig um ein kleines Souvenir zu kaufen. Leider ist der Lavendel schon abgeblüht aber die Produkte sind trotzdem zu erwerben.
Anschließend geht unsere Fahrt nach Roussillon, ein Ort der ebenfalls zu den schönsten Dörfern gehört. In der Vergangenheit lebte der Ort von Oker-Pigmenten die in einem Steinbruch im Ort abgebaut wurden und immer noch werden.
Wir schlängeln uns durch über typisch provenzalische Straßen bis hinauf in das Dorf welches in den letzten Jahren Anstrengungen unternommen hat, Parkplätze für die zahlreichen Touristenbusse und PKW's zu schaffen. Wir müssen vom Parkplatz noch ein Stückchen laufen um in den Ort zu gelangen.
Kurz nach dem alten Friedhof des Ortes geht es noch ein Stückchen bergauf und wir sind am Eingang zum ehemaligen Steinbruch. Da es sehr heiß und trocken ist müssen wir ein wenig auf unsere Schuhe und Kleider achten. Ab dem Eingang können wir individuell unsere kleine Wanderung fortsetzten und wir haben ausreichend Zeit um im sehr schönen Ort zu bummeln. Es gibt es jede Menge an Geschäften die sich auf den Tourismus eingestellt haben. Kunstgalerien bieten vielfältige Bilder, andere Kunstwerke und verschiedene Souvenirs an. Ebenso findet man ein Restaurant ganz nach Geldbeutel und Geschmack.
Später treffen wir uns wieder am Bus wo schon unser Fahrer Jean Luc wartet. Auf der Rückfahrt verabschieden wir uns von unserem zuverlässigen Fahrer und bedanken uns bei ihm. Wieder im Hotel zurück, haben wir Zeit unsere Koffer zu packen. Am Abend können wir uns ein letztes Mal der Kochkünsten Jean Pierre‘s erfreuen.
Samstag, 01.08.2026: Cassis – Bootsfahrt zu den Calanques – Marseille ⁹
Heute geht es, nachdem wir unserer Koffer etwas früher verladen haben, in Richtung Küste. Unsere Fahrerin Julienne bringt uns zu unserem ersten Ziel, die sogenannten "Calanques", eine der Küstenregionen die im Sommerhalbjahr viele französische Badegäste und Tagesurlauber anzieht. Wir kommen nach einer guten Stunde Fahrt an einem großen Parkplatz oberhalb von Cassis an. Da wir verhältnismäßig früh sind und wir n gleich mit dem nächsten kleinen Zug in den Ort fahren können, haben wir vor unserer Schiffsfahrt noch etwas Zeit um uns im Örtchen umzuschauen.
Von der Haltestelle im Ort laufen wir durch ein enges Gässchen nach unten zu dem kleinen Hafen des Ortes Cassis.
Am Hafen startet etwas später unsere Bootsfahrt entlang der Küste der Calanques. Hier geht es, trotz Saison, gemächlich zu. Mit unserem kleinen Schiff fahren wir bei Wellengang entlang der Küste in zwei der natürlichen Buchten, welche von vielen Badegästen frequentiert werden, obwohl einige etwas länger vom Parkplatz zur Badebucht laufen müssen. Hier in der Nähe befindet sich auch die "Cosquer-Höhle", eine Unterwasserhöhle, nur für Taucher mit wissenschaftlichem Auftrag zugänglich. Dort entdeckte M. Cosquer steinzeitliche Höhlenmalereien, mit über 50 verschiedenen Tieren, wie z.B. den ausgestorbenen Alk und Höhlenlöwen. Die Malereien entstanden zu einer Zeit als die Höhle im Binnenland und noch nicht am Wasser lag. Das Beste daran ist, dass sie komplett nachgebaut wurde um sie der Nachwelt zu erhalten, denn sie wird in einigen Jahrzehnten komplett vom Wasser geflutet sein. Der Besuch dieses Nachbaus ist seit 2022 ein attraktiver Besuch in einem der neuen Museen von Marseille, direkt am "Mucem", ebenfalls ein Museum, gelegen.
Schließlich kehren wir zum Hafen von Cassis zurück und starten nach unserer Rückkunft in die zweitgrößte Stadt Frankreichs nach Marseille, die Hafenstadt mit dem Rücken zu Frankreich und Blick zum Meer. Ein Bild welches auch für die Geschichte der Stadt gilt. Wir nähern uns von der Autobahn und landen hinter dem großen Hafen der Stadt.
Der geschützte alte Hafen wurde einst von den Griechen entdeckt und diente für viele Jahrhunderte als wichtiger Handelshafen Marseilles. Die angrenzenden Bezirke und ein Teil der Befestigungsanlagen wurden zu Beginn des 21.Jahrhunderts attraktiv von namhaften Architekten umgestaltet und beherbergen heute interessante Museen. An der Kathedrale La Majeur, ein Bau
danach die Stadt von Corbusier, eine Idee von Wohnen, die nicht von allen akzeptiert wurde. Es ging damals um Gemeinschaft, alles im Haus zu haben, inklusive der Geschäfte und den Bäcker und die Wohneinheiten wurden entsprechend klein angelegt.
Am Stadion vorbei mit seinem geschwungenen Dach nähern wir uns dem Zentrum mit seinem entsprechenden Verkehr. Wie mag es während der Arbeitswoche hier zugehen? Wir fahren am alten Hafen mit seinem Gewusel vorbei und in der Ferne sehen wir riesige Kreuzfahrtschiffe die im modernen Hafen liegen.
Der geschützte alte Hafen wurde einst von den Griechen entdeckt und diente für viele Jahrhunderte als wichtiger Handelshafen Marseilles. Die angrenzenden Bezirke und ein Teil der Befestigungsanlagen wurden zu Beginn des 21.Jahrhunderts attraktiv von namhaften Architekten umgestaltet und beherbergen heute interessante Museen.
Unsere Stadtführerin treffen wir vor der Kathedrale La Major aus dem 19.Jahrhundert, die durch ihre gestreifte Fassade aus grünem Stein und weißem Carrara-Marmor auffällt. Mit Katrin fahren wir zuerst in Richtung des "Palais Longchamp" ein historistischer Brunnenbau in einem weitläufigen Park, dessen Wasserspeicher für das Wasser der Durance errichtet wurde das durch einen Kanal zugeführt wird. Es war mal die wichtigste Wasserquelle der Stadt.
Danach geht es weiter in südliche Richtung entlang der Küste in die etwas „besseren Stadtviertel“ der Stadt. Rechts im Meer liegen die Frioul-Inseln, die hauptsächlich durch die fiktive Geschichte des Grafen von Monte Cristo bekannt sind, denn auf ihnen befindet sich das Chateau d’If welches einst ein düsteres Gefängnis war. Einst wurde die Festung zur Überwachung von Francois I. errichtet. Ab dem 16.Jahrhundert diente es als Staatsgefängnis und ist heute ein Museum.
Danach geht es über Serpentinen hinauf zur "Guten Mutter", die Basilika "Notre Dame de la Garde", welche die Stadt überragt und, wie einige glauben, sie beschützt. Auch sie ist noch nicht so alt und erst im 19.Jahrhundert errichtet worden. Der Baustil heißt offiziell neoromanisch-byzantinisch und tatsächlich erinnert einiges an orientalisch wirkende Bauten des Mittelmeerraums. Da sie eine Wallfahrtskirche ist gibt es zahlreiche Danksagungen von Gläubigen denen wohl geholfen wurde. Wir schauen uns auch den beeindruckenden Innenraum an.
Von hier oben haben wir eine grandiose Aussicht auf die Stadt und können bis zum Stade Vélodrome, dem Fußballstadium von Olympique Marseille, blicken.
Nach dieser letzten Besichtigung fahren wir mit unserer sehr engagierten Stadtführerin zu unserem Hotel und verabschieden uns von ihr. Ebenso sagen wir unserer Fahrerin Julienne auf Wiedersehen, die uns sicher durch den Verkehr gelotst hat um uns ein wenig im Hotel auszuruhen.
Am Abend gehen wir gemeinsam zu dem für uns reservierten Restaurant, welches am alten Galeerenhafen von Marseille liegt, nur das es die dort nicht mehr gibt, da das Terrain zugeschüttet wurde- na ja und Galeeren gibt es auch nicht mehr. Heute sind viele Restaurants und ein schöner Brunnen hier zu finden. Auf dem Weg gehen wir unter dem Spiegel von Jean Nouvel durch, der an der Neugestaltung des neuen Marseille maßgeblich als Architekt beteiligt war.
Die Reise endet mit einem guten Essen und einem Dank an unsere Reiseleiterin Gina. Anschließend spazieren wir in unser Hotel zurück.
Sonntag, 02.08.2026: Rückflug nach Deutschland
Am nächsten Morgen erfahren wir, dass unser Flugzeug mit dem wir nach Frankfurt fliegen wollen eine Stunde Verspätung hat. Also keine Eile. Wir lassen uns von unseren freundlichen Fahrern zum Flughafen von Marseille bringen und eine heiße und schöne Reise durch die Provence ist zu Ende.
Au revoir! Auf Wiedersehen!
Vielen Dank für Eure netten Worte am Abschluss der Reise. Vielleicht sehen wir uns ja wieder einmal mit der Firma Eberhardt auf einer der Reisen oder sonstwo in diesem Weltentheater. Ich wünsche Euch noch einen schönen Sommer mit vielleicht etwas kühleren Temperaturen als auf unserer Reise, trotz Eurer bewiesenen Hitzetauglichkeit!
Gina
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