Inselhopping Kykladen · 22. September bis 2. Oktober 2026
Reisebericht: 22.09. – 02.10.2026
„Wie steinernde Rosse mit wehender Mähne“ (Odysseas Elytis, griech. Dichter 1911-1996) tauchen die Kykladen aus dem Meer auf, übersät mit weiß-getünchten Häusern und den typisch runden Windmühlen.
Ein Reisebericht von
Georg Berger
Reisetag: Flug nach Santorini – eine Insel aus Feuer und Asche
Die kleine Gruppe trifft sich in Frankfurt Airport am Gate. Ziel: Griechenland, Insel Santorin, Kykladen. - Die Reise vergeht "wie im Fluge. Das Gepäck kommt für griechische Verhältnisse recht schnell, und
Anastasia, unsere Local Guide, wartete schon am Ausgang des Flughafens. Von diesem Moment an waren wir im Urlaub. Der erste Abend gehörte dem Ankommen: ein Begrüßungsdrink, ein Buffet voller griechischer Spezialitäten, und an den Tischen unterhielt sich die kleine Runde schon so lebhaft, als würde sie sich länger kennen.
Es kann losgehen!
Ausgrabungen Akrotiri und Oia/Ia
Am nächsten Morgen führte uns Anastasia nach Akrotiri, in eine Stadt, die der Vulkan vor mehr als dreieinhalb Jahrtausenden unter Asche begrub und damit, so paradox es klingt, für uns bewahrte. Über eine Stunde gingen wir durch Gassen, in denen einst Menschen lebten, und mit jeder Erklärung wurden aus Mauerresten wieder Wohnhäuser. Nach einer kurzen Mittagspause in Thira fuhren wir am Nachmittag nach Oia, das Postkartenmotiv der Insel. Wir waren dort nicht allein, aber der Blick über die Caldera gehört trotzdem jedem, der ihn sucht.
Altes Thera, archäologisches Museum in Thira und Weinprobe
Am dritten Tag fuhren wir hinauf vorbei am Kamari und stiegen den Berg hinauf, auf rund 300 Meter in das antike Thera. Bei wunderbarem Wetter lag das Ruinenfeld vor uns, hoch über dem Meer. Anastasia erklärte uns Abschnitt für Abschnitt, wie die Stadt einst lebte, eine interessante Führung durch die Zeugnisse mehrerer Epochen, der Dorer, Römer, und Byzantiner, die entlang der Heiligen Straße den Ort durchzogen und Thermen, Theater, Tempel und Häuser hinterlassen haben
Die Serpentinen hinunter ging es nach Fira, in das Museum der prähistorischen Thera. Es ist gewissermaßen die Fortsetzung von Akrotiri: Hier liegen die Originalfunde der verschwundenen Stadt, und hier leuchten die Wandmalereien, die die Asche so gut bewahrt hat, dass ihre Farben nach mehr als drei Jahrtausenden noch frisch wirken. Wir sahen Frauen in minoischer Tracht, zwei boxende Knäben, einen Jungen mit seinem Fang, blaue Affen und Blütenmotive, die aussehen, als hätte der Frühling sie gestern an die Wand gemalt. Dazu riesige Vorratsgefäße mit Schwalbenmotiven und die zierliche Statuette eines Steinbocks. Wer vorher in Akrotiri war, versteht plötzlich, was dort einmal in den Häusern hing.
Zum Ausklang des Tages gab es eine Weinprobe. Die Reben, die auf Vulkanboden wachsen, schmeckten nach genau dem, was wir gesehen hatten.
Anschließend brachte uns der Bus zurück zum Hotel, wo am Abend wieder ein leckeres Abendessen-Buffet wartete.
Fakultativer Boots–Ausflug in die Caldera, Inseln Palea Kameni und Nea Kameni
Mit dem Schiff fuhren wir in die Caldera, nach Nea Kameni, der jungen Lavainsel in der Mitte. Wer wollte, stieg in rund vierzig Minuten auf bis zum Kraterrand, alle anderen erkundeten die unteren Hänge und Krater im eigenen Tempo. Danach ging es weiter nach Palea Kameni, wo warme, schwefel- und eisenhaltige Quellen aus dem Meer sprudeln. Einige von uns sprangen ins Wasser und spürten, dass die Erde hier unter dem Meer noch atmet. Der Nachmittag gehörte dem Strand und dem Schwimmen im Mittelmeer.
Profitis Ilias, Pyrgos, Fähre nach Naxos
Am fünften Tag verabschiedeten wir uns von Santorini: hinauf zum Profitis Ilias, dem höchsten Punkt der Insel, mit seiner fantastischen Aussicht über die Insel und das Meer. Dann weiter in den Ort Pyrgos dem Bergdorf auf rund 300 Metern mit engen Gassen, Kirchen und kleinen Läden, und schließlich hinunter zum Hafen. Die Fähre trug uns in gut zwei Stunden nach Naxos. Unser Bus stand bereit und brachte uns vom Hafen zum Hotel.
Unser Hotel lag direkt am Strand, ein Stück in die Dünen gebaut, mit einer schönen Poolanlage. Außer uns waren kaum Gäste da, und so wurde das Abendessen eigens für unsere kleine Gruppe gekocht.
Fakultativer Ausflug nach Delos und Mykonos
Nach dem Frühstück fuhren wir wieder zum Hafen. Mit einem Katamaran schipperten wir nach Delos, die unbewohnte Insel, auf der nach der Sage Apollo zur Welt kam. Der Regen am Anfang hinderte uns an nichts und Anastasia führte uns durch das Heiligtum und das kleine Museum. Man versteht an diesem stillen Ort, warum die Menschen der Antike ihn für heilig hielten.
Danach dann Mykonos: Anastasia zeigte uns die Stadt, an der Wasserlinie entlang, vorbei an Klein-Venedig und den Windmühlen, bevor jeder seine Freiheit hatte. Der Himmel war an diesem Tag nicht immer sonnig, aber wir blieben am Nachmittag trocken und konnten Mykonos alles zu genießen. Am späten Nachmittag brachte uns der Kat wieder zurück nach Naxos, dann per Bus zum Hotel.
Naxos Stadt/Chora, Portara, Demeter–Heiligtum, Chalki mit Kitron–Verkostung
Am Montag stand die Inselrundfahrt auf dem Programm. In Naxos-Stadt, der Chora, führte uns Anastasia durch enge Gassen hinunter zur Portara, dem Wahrzeichen der Insel. Das gewaltige Marmortor, rund sechs Meter hoch und aus vier riesigen Blöcken gefügt, ist alles, was von einem Tempel des Apollon blieb, den der Tyrann Lygdamis um 530 v. Chr. auf der kleinen Insel Palatia errichten ließ. Er sollte der größte und schönste Tempel Griechenlands werden. Dann wurde der Bau abgebrochen, der Tyrann gestürzt, und das Tor blieb stehen, als würde es noch immer auf den Tempel warten. Es schaut hinüber nach Delos, wo wir am Vortag gestanden hatten, und plötzlich schließt sich ein Kreis.
Weiter ging es zu einem Heiligtum der Demeter, einer archaischen Tempelanlage ganz aus Marmor. Die Fahrt ging dann über die Hochebene Tragea nach Halki. Dort wartete eine Spezialität der Insel: Kitron, ein Likör aus den Blättern der Zitronatzitrone, der dort destilliert wird. Drei Sorten durften wir probieren. Nach einer kurzen Kaffeepause fuhren wir in das venezianisch geprägte Dorf Apeiranthos für die Mittagspause. Zum Schluss hatte Anastasia noch eine Überraschung übrig, die nicht im Programm stand: Nach einem Fotostopp an den Marmorsteinbrüchen von Flerio und Melanes zeigte sie uns einen unvollendeten Kouros aus dem 6. Jahrhundert v. Chr., rund fünf Meter lang, beim Bau beschädigt und liegen gelassen.
Paros – Gassen, Fischer und weißer Marmor
Heute hieß es wieder Kofferpacken! Hotel- und Inselwechsel ist angesagt.
Mit der Fähre fuhren wir hinüber nach Paros. Zuerst ging es zum Hotel,, nur Koffer abstellen, dann zurück in die Stadt. In Parikia, der Hafenstadt und Hauptstadt der Insel besuchten wir die alte Kirche Ekatopyliani am großen Platz, wieder mit einer sehr guten Führung durch Anastasia, und nach einem gemeinsamen Rundgang schlenderte jeder mit seinem Tempo durch die Gassen der Stadt. Am Nachmittag trafen wir uns dann alle wieder, um zusammen mit Anastasie am Yachthafen und Strand entlang zum Hotel zu gehen.
Das Abendessen gab es in einer Taverne in der Nähe des Hotels.
Marmorsteinbruch von Marathi, Bergdorf Lefkes , Naoussa Fischer–/Touristendorf
Am nächsten Tag ging es in den Marmorsteinbruch von Marathi, dessen Stein in der Antike zu den begehrtesten der Welt zählte. Heute sind nur noch die Stolleneingänge zu sehen, die Stille dort wirkt wie ein Echo. Im Bergdorf Lefkes mit atemberaubenden Panoramablick, tranken wir Kaffee in Gassen, die aussehen wie für einen Film gebaut. In Naoussa schließlich fanden wir, was es fast nirgends mehr gibt: Fischer, die noch am Hafen ihre Netze flicken, und ein paar der letzten Fischerboote. Hier war Mittagpause und auch genügend Zeit zum Bummeln. Unser Bus brachte uns zurück zum Hotel, Abendessen wieder in der Taverne.
Fährüberfahrt nach Piräus und per Bus nach Athen
Aufgrund des schon in den vergangenen Tagen immer stärker werdenden Windes lief der Reisetag etwas anders als geplant.
Die Fähre, aus Santorini kommend, musste gegen Wind und Wellen fahren und kam so fast eineinhalb Stunden zu spät an. Auf der Strecke weiter Richtung Norden verlor sie noch mehr Zeit, sodass die Zeit, nachdem wir Piräus und Athen erreicht haben, nicht mehr ausreichte, eine Stadtrundfahrt, geschweige denn die Besichtigung der Akropolis durchzuführen.
So ging es zu unserem sehr zentral gelegenen Hotel und es gab etwas Freizeit bis zu Abfahrt zum Abendessen in der Athener Altstadt Plaka. Ein kurzer Spaziergang vom Hadrianstor durch die Altstadt führte uns zu einer Taverne, wo ein Abendessen mit vielen kleinen Gerichten, Wein und Bier warteten. Danach war noch freie Zeit, sich in den Gassen unterhalb der Akropolis treiben zu lassen. Unser Bus brachte uns am späten Abend zurück zum Hotel.
Athen Stadtrundfahrt, Akropolis und Rückflug nach Deutschland
Nach einem letzten Frühstück im Hotelund noch etwas freier zeit holte uns Anastasia und der Bus um 11.00 h ab zur Stadtrundfahrt. in der Nähe des Akropolismuseums stiegen wir aus und ließen uns von Anastasie anhand der Modelle im Foyer des Museums die Geschichte und Entwicklung der Akropolis erklären. Nach der Mittagspause in der Altstadt ging es dann hinauf zur Akropolis. Anastasia erklärte die verschiedenen Tempel, besonders natürlich den Parthenon, den Tempel der Göttin Pallas Athena Parthenos. Dann die Propyläen, den Tempel der Athena Nike, das Erechtheion mit den Karyatiden, sowie das von oben sichtbare Theater des Dionysius. Nach elf Tagen zwischen Inseln, Vulkan und Marmor war dies der richtige Schlusspunkt: Bauwerke, die alles zusammenfassen, was diese Reise erzählte.
Von der Akropolis ging es direkt zum Flughafen. Alle Gäste hatten bereits online eingecheckt, sodass die Gepäckabgabe schnell ging. Am Gate sagte ich allen bereits Lebewohl, denn in Frankfurt hatten alle ihre Anschlüsse im Blick. Damit endete eine wunderschöne Reise durch die Kykladen.
Zum Schluss möchte ich mich bei Ihnen allen, liebe Gäste, bedanken, dass ich Sie auf dieser tollen Reise in die griechische Inselwelt der Kykladen begleiten durfte. Das Wetter hat bis auf den letzten Tag mitgespielt, dann hat der starke Nordwind den Ablauf der letzen beiden Tage geändert. Auch das gehört zur Agäis, zu den Kykladen. Ein bisschen Abenteuer ist das Reisen auch noch heute.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie noch viele solche tollen Reisen machen werden. Das Eberhardt-Reiseteam und auch ich würden sich freuen, Sie bald wieder dazu begrüßen zu dürfen.
Bleiben Sie gesund, eine gute Zeit, und hoffentlich bis bald!
Es grüßt Sie Ihre Reisebegleiter Georg Berger
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