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London im Sommer

Reisebericht: 27.07. – 08.08.2026

Bericht von unserer Entdeckungsreise nach London – zwischen königlicher Geschichte, weltberühmten Sehenswürdigkeiten und lebendiger Gegenwart in einer faszinierende Metropole.

Andreas Böcker

Ein Reisebericht von
Andreas Böcker

Blick auf die Themse, das Verteidigungsministerium und das Royal Air Force Memorial. Dahinter steht unser Bus.  – © Andreas Böcker (Eberhardt TRAVEL) Wachwechsel am Buckingham Palace – © Andreas Böcker (Eberhardt TRAVEL) Wachwechsel am Buckingham Palace – © Andreas Böcker (Eberhardt TRAVEL) Wachwechsel am Buckingham Palace – © Andreas Böcker (Eberhardt TRAVEL) Wachwechsel Buckingham Palace – © Andreas Böcker (Eberhardt TRAVEL) Wachwechsel am Buckingham Palace – © Andreas Böcker (Eberhardt TRAVEL) Wachwechsel am Buckingham Palace – © Andreas Böcker (Eberhardt TRAVEL) ehemalige Kutschenhäuser nahe des Hyde Park/Kensington Gardens – © Andreas Böcker (Eberhardt TRAVEL) Heute sind die Kutschenhäuser der reichen Bürgerhäuser selbst attraktive Wohngebäude, hier wirkt London dörflich – © Andreas Böcker (Eberhardt TRAVEL) Am oberen Ende der Serpentine – © Andreas Böcker (Eberhardt TRAVEL) Die Serpentine als Motiv – © Andreas Böcker (Eberhardt TRAVEL) Elizabeth Tower (

Sonntag, 26.07.2026 – Quer durch Deutschland zur niederländischen Küste

Kurz nach sechs Uhr morgens begann in Dresden unsere Reise. Noch lag der Tag ganz am Anfang, als der Bus sich auf den Weg nach Westen machte. Vor uns lag eine lange Strecke bis Hoek van Holland, doch die Fahrt erwies sich keineswegs als eintönig. Mit jedem Abschnitt veränderte sich die Landschaft, und so wurde bereits die Anreise zu einer kleinen Reise durch unterschiedliche Regionen Deutschlands.

Zunächst ging es durch Sachsen und weiter nach Thüringen. Vor den Busfenstern wechselten sich sanfte Hügellandschaften, Wälder und kleine Ortschaften ab. Besonders eindrucksvoll zeigten sich die für Thüringen charakteristischen Burgen und Höhenzüge. Die drei Gleichen lagen ebenso auf unserer Strecke wie später die Wartburg, die hoch über Eisenach an ihrem bewaldeten Hang zu sehen war. Der Thüringer Wald bildete dabei einen deutlichen landschaftlichen Kontrast zu den offenen Flächen, die wir zuvor durchquert hatten.

Weiter westlich führte die Fahrt durch das hessische Bergland. Im Habichtswald wurde die Landschaft wieder waldreicher und bewegter, bevor wir schließlich Nordrhein-Westfalen erreichten. Auch hier begleiteten uns immer wieder historische Spuren am Wegesrand. Die Wewelsburg, weithin sichtbar über dem Almetal gelegen, war ein weiterer markanter Punkt unserer Fahrt.

Je weiter wir nach Norden und Westen kamen, desto stärker veränderte sich das Landschaftsbild. Die Höhenzüge und Wälder blieben zurück, und vor uns breitete sich allmählich die Weite der norddeutschen Tiefebene aus. Am Niederrhein wurde die Landschaft zunehmend flach und offen. Schließlich überquerten wir die Grenze zu den Niederlanden, wo sich dieser Eindruck noch verstärkte: Weite Felder, Kanäle und eine Landschaft, die kaum noch natürliche Erhebungen kennt.

Am späten Nachmittag erreichten wir schließlich Hoek van Holland an der Nordsee. Nach den vielen Stunden im Bus war es angenehm, nun das Meer vor sich zu haben und den nächsten Reiseabschnitt zu beginnen. Am Abend gingen wir an Bord der Fähre nach Harwich. Während Deutschland und die Niederlande langsam hinter uns verschwanden, begann mit der nächtlichen Überfahrt bereits das nächste Kapitel unserer Reise.

Montag, 27.07.2026 – Cambridge und Ankunft in London

Am Morgen erreichten wir Harwich. Nach dem Frühstück stand zunächst die Einreise nach Großbritannien an. Die Kontrollen am Hafen nahmen etwas Zeit in Anspruch, sodass wir noch eine Weile im Bus warten mussten. Dann aber konnte es weitergehen: Unser erstes Ziel des Tages war Cambridge.

Die traditionsreiche Universitätsstadt empfing uns mit einem ihrer berühmtesten Bauwerke, der King's College Chapel. Die gewaltige Kapelle gilt als herausragendes Beispiel der englischen Spätgotik. Besonders beeindruckend sind das nahezu schwebend wirkende Fächergewölbe und die großen, kunstvoll gestalteten Fenster. Auch ihre Entstehung ist eng mit der englischen Geschichte verbunden: König Heinrich VI. ließ den Bau 1446 beginnen, doch die Rosenkriege und die politischen Wirren der folgenden Jahrzehnte führten dazu, dass die Arbeiten immer wieder ins Stocken gerieten. Erst unter Heinrich VIII. konnte die Kapelle vollendet werden. So verbindet sich hier außergewöhnliche Architektur mit einem Stück turbulenter englischer Königsgeschichte.

Nach dem Besuch von Cambridge ging es weiter nach London. Hier trafen wir schließlich mit dem zweiten Teil unserer Reisegruppe zusammen, der am selben Tag mit dem Flugzeug angereist war. Damit war die Gruppe nun vollständig und unser gemeinsames London-Abenteuer konnte beginnen.

Am Hotel angekommen, lief allerdings nicht alles ganz reibungslos: Eine Familie aus unserer Gruppe musste noch etwas warten, bevor ihre Zimmer zur Verfügung standen. Später nutzten wir gemeinsam die Gelegenheit, uns mit der unmittelbaren Umgebung vertraut zu machen. Unser Hotel lag direkt an Westfield London, einem riesigen Einkaufszentrum in White City, das mit rund 240.000 Quadratmetern Verkaufsfläche als größtes Einkaufszentrum Europas gilt.

Für den Weg zur Londoner Underground führte unser Weg durch diese beeindruckende Shoppingwelt. Dabei nutzte ich die Gelegenheit, der Gruppe gleich eine der praktischsten Besonderheiten des Londoner Nahverkehrs zu zeigen: die kontaktlose Bezahlung. Anstatt ein eigenes Ticket kaufen zu müssen, kann man einfach eine kontaktlose Kredit- oder Debitkarte beziehungsweise ein entsprechendes mobiles Zahlungsmittel an das Lesegerät halten – und schon öffnen sich die Zugangsschranken zur Station. Für viele war dies die erste Begegnung mit dem ungewöhnlich unkomplizierten Londoner Tarifsystem.

So endete unser zweiter Reisetag mit dem Ankommen in London und den ersten kleinen Einblicken in die Stadt. Nach der langen Anreise war nun vor allem eines erreicht: Die gesamte Gruppe war vereint, und London lag vor uns.

Dienstag, 28.07.2026 – Stadtrundfahrt durch London, Tower und London Eye.

Am Morgen holte uns unsere Stadtführerin Christina am Hotel ab. Sie lebt und arbeitet in London und konnte uns die Stadt daher nicht nur aus der Perspektive einer Reiseführerin, sondern auch aus persönlicher Erfahrung näherbringen. Für ihre eigene künstlerische Arbeit bietet London mit seinen zahlreichen Galerien und dem großen Kunstmarkt besonders gute Möglichkeiten.

Zunächst erkundeten wir London bei einer ausführlichen Stadtrundfahrt. Mit dem Bus ging es durch verschiedene Teile der weitläufigen Metropole, wobei unsere Stadtführerin immer wieder auf bedeutende Gebäude, Plätze und historische Zusammenhänge aufmerksam machte. So bekamen wir einen ersten Überblick über eine Stadt, deren Geschichte und Gegenwart sich auf engem Raum miteinander verbinden.

Im Verlauf des Vormittags führte unser Weg schließlich in Richtung The Mall. Dabei begegnete uns auch ein ganz aktuelles Stück Londoner Gegenwartskultur: eine der jüngsten Arbeiten Banksys, „Blinded by Nationalism“. Die lebensgroße Figur eines Mannes hält eine britische Flagge vor sein Gesicht und macht gleichzeitig einen Schritt ins Leere. Die Symbolik ist kaum zu übersehen: Die Flagge versperrt ihm den Blick auf den Weg, den er einschlägt. Gerade im Umfeld der monumentalen britischen Geschichte, die uns an diesem Vormittag überall begegnete, war diese Begegnung mit Banksys politischer Kunst ein bemerkenswerter Kontrast.

Als wir gerade vor Buckingham Palace standen, kam aus den Toren des St. James Palace eine von Polizei eskortierte Wagenkolonne. Christina mutmaßte, dass dies mit dem Regierungswechsel von Keir Starmer auf Andy Burnham zusammenhing. Kurz davor hatte ich mich gewundert, dass auf dem Buckingham Palace der Royal Standard und nicht die Union Flag wehte (Union Jack heißt die Flagge offiziell nur dann, wenn sie auf einem Schiffsmast oder -heck im Wind flattert), sei König Charles III. denn nicht auf Schloss Balmoral in Schottland? Christina meinte, manchmal ginge das mit dem Fahnenwechsel schnell. Und als hätten Christina und ich uns mit dem britischen Königshaus abgesprochen, wurde plötzlich der Royal Standard eingeholte und wir konnten live beobachten, wie die beiden Fahnen ausgetauscht wurden.

Unsere Rundfahrt endete schließlich am Tower of London. Nach einer Mittagspause stand damit eines der berühmtesten Bauwerke der Stadt auf dem Programm. Die von Wilhelm dem Eroberer begründete Festungsanlage blickt auf über tausend Jahre englischer Geschichte zurück. Der Tower war königliche Residenz, Festung, Gefängnis und Hinrichtungsstätte und wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder erweitert und verändert. Heute gehören vor allem der White Tower und die Kronjuwelen zu den bekanntesten Attraktionen der Anlage.

Am späteren Nachmittag wartete noch ein ganz anderes London-Erlebnis auf uns: eine Fahrt mit dem London Eye. Selbst zwei Teilnehmer mit Höhenangst ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen. Unsere Gruppe wurde auf zwei der gläsernen Kabi... äh... Kapseln verteilt.

Für etwas Verwunderung sorgte allerdings die Anweisung der Betreiber, wir sollten als Gruppe unbedingt beieinanderbleiben. So ganz erschloss sich der Sinn dieser Vorgabe nicht, denn unsere beiden Kapseln waren nicht einmal unmittelbar aufeinanderfolgend. Zwischen uns wurde noch eine Gruppe aus einer anderen Warteschlange eingeschoben. Letztlich blieb uns nur, diese kleine Londoner Organisationskuriosität hinzunehmen und die Aussicht zu genießen.

Und die lohnte sich: Langsam stieg das London Eye über die Dächer der Stadt und eröffnete einen beeindruckenden Blick auf die britische Hauptstadt. Natürlich sahen wir die Houses of Parliament, die liegen ja direkt gegenüber und konnten über den St. James-Park zum Buckingham Palace schauen, in andere Richtungen sah man London City und die Kuppel der St- Pauls Cathedral, das Walkie Talkie und the Gherkin im Finanzdisktrikt, aber auch in Southwark The Shard oder The Razor. Nach dem historischen Tower am Mittag endete unser Tag damit buchstäblich mit einer neuen Perspektive auf London.

Die meisten kehrten mit dem Bus zurück ins Hotel, aber einige Gäste organisierten ihre Rückkehr auch eigenständig.

Mittwoch, 29.7.2026 – Über den Dächern von Greenwich

Unser Tag in London begann zunächst einmal ziemlich hoch über der Themse. Von der Greenwich Peninsula aus stiegen wir in die London Cable Car – jene Seilbahn, die die Themse zwischen Greenwich Peninsula und den Royal Docks überspannt. Kaum hatten wir uns in die Gondeln gesetzt, eröffnete sich unter uns ein ganz anderer Blick auf London: die gewaltige O2-Arena lag unmittelbar neben uns, während sich auf der anderen Seite des Flusses die Türme von Canary Wharf in den Himmel schoben. Zwischen den modernen Hochhäusern, den Docklands und den weitläufigen Wasserflächen konnte man sehr schön sehen, wie stark sich dieser Teil Londons in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat.

Die O2 ist heute eines der markantesten Gebäude dieses Teils Londons. Ursprünglich als Millennium Dome für das Jahr 2000 errichtet, wurde die riesige, von zwölf gelben Masten getragene Kuppel später zu einem Veranstaltungszentrum umgebaut. Heute finden dort Konzerte, Sportveranstaltungen und große Shows statt. Aus der Seilbahn konnten wir die ungewöhnliche Konstruktion besonders gut überblicken und gleichzeitig sehen, wie dicht hier das ehemalige Hafen- und Industriegebiet mit der modernen Metropole zusammengewachsen ist.

Wir fuhren bis zu den Royal Docks und anschließend gleich wieder zurück. Die gesamte Unternehmung dauerte also nicht allzu lange – jedenfalls nicht so lange, wie unser Busfahrer Rico offenbar erwartet hatte. Als wir nach kaum zehn Minuten schon wieder am Bus auftauchten, schaute er ziemlich verdutzt: Damit hatte er offensichtlich nicht gerechnet.

Von der Greenwich Peninsula ging es anschließend mit dem Bus hinüber nach Greenwich – ausgesprochen übrigens nicht „Green-wich“, wie man angesichts der Schreibweise vermuten könnte, sondern ungefähr „GREN-itsch“. Und obwohl man angesichts der Entfernung zwischen Greenwich Peninsula und dem Royal Observatory eigentlich vermuten könnte, dass die Fahrt schnell erledigt sei, saßen wir wegen straßenbauarbeitenbedingter Sperrungen doch eine ganze Weile im Bus. London wäre jedenfalls nicht London, wenn eine scheinbar kurze Strecke nicht durch eine Kombination aus Verkehr, Baustellen und Umleitungen deutlich länger werden könnte.

Schließlich erreichten wir Greenwich Park. Von dort machten wir uns gemeinsam auf den Weg zum Royal Observatory. Wir befanden uns damit bereits auf der höher gelegenen Seite des Parks und mussten den berühmten Hügel zum Royal Observatory nicht erst von der Themse heraufsteigen.

Vom Aussichtspunkt bot sich uns einer der schönsten Blicke über London. Unterhalb des Hügels lagen Queen's House, das National Maritime Museum und das Old Royal Naval College. Dahinter erstreckte sich die Isle of Dogs mit der Hochhaussilhouette von Canary Wharf. Und wer den Blick nach links schweifen ließ, konnte auch die Skyline der City of London erkennen.

Da wir etwas Zeit hatten, nutzte ich gemeinsam mit einigen Gästen die Gelegenheit, schon einmal den Hügel hinunter bis zum Old Royal Naval College zu laufen. Nicht alle wollten sich diesen zusätzlichen Spaziergang bei den hochsommerlichen Temperaturen zumuten – und das war durchaus verständlich. Während ein Teil der Gruppe bereits nach unten ging, blieben andere lieber oben im Park.

Wir allerdings hatten damit unseren endgültigen Abstieg noch lange nicht hinter uns. Denn nach diesem kleinen Spaziergang ging es wieder hinauf zum Royal Observatory, wo wir uns schließlich wieder mit der gesamten Gruppe trafen. Anschließend besichtigten wir gemeinsam das Observatorium.

Hier befindet sich der berühmte Nullmeridian von Greenwich, der seit dem 19. Jahrhundert als Ausgangspunkt für die Bestimmung der geographischen Länge dient. Greenwich wurde damit zu einem der wichtigsten Orte für die moderne Navigation und Zeitmessung.

Besonders passend war, dass wir um 13 Uhr auch das Fallen der berühmten Zeitkugel beobachten konnten. Die rote Kugel auf dem Dach des Observatoriums ist keineswegs nur eine historische Kuriosität. Seit 1833 diente sie als sichtbares Zeitsignal für die Schiffe auf der Themse und im Londoner Hafen. Kurz vor 13 Uhr wird sie hochgezogen und fällt dann exakt um 13 Uhr. Kapitäne konnten ihre Chronometer danach richten – und eine präzise Uhr war für die Bestimmung des Längengrades auf See von entscheidender Bedeutung.

Nun ging es für alle gemeinsam endgültig bergab. Unser Ziel war die unten an der Themse in einem zugemauerten Dock liegene Cutty Sark, das wohl berühmteste Schiff Greenwichs.

Der 1869 vom Stapel gelaufene Dreimaster war ein Teeclipper und gehörte zu den schnellsten Segelschiffen seiner Zeit. Die großen Clipper waren die Rennpferde des Welthandels: Sie sollten die kostbare neue Teeernte möglichst schnell aus China nach Großbritannien bringen. Geschwindigkeit war dabei nicht nur eine Frage des Prestiges, sondern konnte über den wirtschaftlichen Wert einer Ladung entscheiden. Die Cutty Sark wurde zu einem der berühmtesten Vertreter dieser Epoche und ist heute der einzige erhaltene Teeclipper ihrer Art.

Nach ihrer bewegten Einsatzzeit wurde die Cutty Sark schließlich zum Museumsschiff. Seit 1954 liegt sie in Greenwich und erinnert an die große Zeit der Segelschifffahrt und des weltweiten Teehandels.

Und wo könnte es passender sein, eine britische Tea Time einzunehmen, als direkt unter einem ehemaligen Teeclipper?

Unter dem gewaltigen Rumpf der Cutty Sark erwartete uns zum Abschluss unseres Greenwich-Tages die klassische britische Afternoon Tea. Auf einer mehrstöckigen Etagere wurden die verschiedenen Bestandteile serviert: unten die fein belegten Finger-Sandwiches, darüber die traditionellen Scones mit Clotted Cream und Marmelade und ganz oben kleine Kuchen, Törtchen und anderes süßes Gebäck. Dazu natürlich Tee – schließlich saßen wir unter einem Schiff, das einst genau diese kostbare Fracht über die Weltmeere transportiert hatte.

Nach der Tea Time blieb uns der erneute Aufstieg erspart: Rico holte uns direkt unten an der Themse mit dem Bus ab. Nach den beiden Abstiegen und dem anschließenden Aufstieg zum Observatory und angesichts der sommerlichen Hitze war das eine ausgesprochen angenehme Lösung, dass niemand sich mehr durch die Hitze den ganzen Greenwich-Hügel hinaufquä... ähem... bequemen musste.

So verband unser Greenwich-Ausflug an diesem Tag auf ungewöhnliche Weise mehrere Epochen Londons: Wir hatten die Stadt aus der Seilbahngondel mit Blick auf O2 und Canary Wharf erlebt, vom Greenwich Park aus über die moderne Skyline geblickt, waren dem Nullmeridian und der historischen Zeitmessung begegnet und schließlich hinunter zur Themse gelangt, wo uns mit der Cutty Sark eines der berühmtesten Schiffe der britischen Seefahrtsgeschichte erwartete.

Donnerstag, 30.07.2026 – Windsor und ein Abend in Southwark

Am nächsten Tag stand Windsor auf unserem Programm – allerdings nicht für alle Gäste. Ein Teil der Gruppe blieb in London und nutzte den freien Tag ganz nach eigenen Interessen. Einige besuchten Madame Tussauds, andere fuhren auf The Shard, manche schafften sogar beides. Wieder andere hatten sich für eine Harry-Potter-Tour entschieden, um sich sich auf die Suche nach den Schauplätzen und Spuren des Zauberlehrlings zu machen.

Ein Ehepaar aus unserer Gruppe hatte dagegen ganz andere Pläne: Die beiden fuhren nach Ostengland, um dort Sohn, Schwiegertochter und Enkel zu besuchen. Dem Vernehmen nach verbrachten sie dort einen ausgesprochen schönen Tag – was zeigt, dass man in England durchaus auch jenseits unserer eigentlichen Reiseroute lohnende Ziele finden kann.

Bei der Harry-Potter-Gruppe begann der Tag allerdings mit einem kleinen Rätsel: Der deutschsprachige Guide der sogenannten Muggle Tour apparierte nicht. Ob ihn am Ende die Todesser entführt hatten? Ganz so dramatisch war es hoffentlich nicht – eine Erklärung gab es zunächst jedenfalls nicht.

Die französische Guide, die vor Ort war, hielt deshalb telefonisch Rücksprache mit dem Reiseveranstalter. Doch auch dort kam man zunächst nicht weiter: Der Veranstalter konnte den deutschsprachigen Guide ebenfalls nicht erreichen. So musste die Harry-Potter-Gruppe erst einmal improvisieren und auf eine Lösung warten.

Der andere Teil der Gruppe machte sich unterdessen mit uns auf den Weg nach Windsor. Ganz so schnell wie geplant kamen wir allerdings nicht voran. Auf der Autobahn war auf der rechten Spur – in Großbritannien also der Überholspur – ein Auto liegen geblieben. Die Polizei hatte deshalb mehrere Fahrspuren gesperrt, und der ohnehin dichte Verkehr staute sich entsprechend. So mussten wir bei der Anfahrt nach Windsor etwas mehr Zeit einplanen als vorgesehen.

In Windsor angekommen, widmeten wir uns zunächst dem eigentlichen Mittelpunkt der Stadt: Windsor Castle, einem der berühmtesten Schlösser Großbritanniens und seit Jahrhunderten eng mit der britischen Monarchie verbunden. Die Anlage geht auf Wilhelm den Eroberer zurück und wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder erweitert und verändert. Aus der normannischen Festung entwickelte sich eine der wichtigsten königlichen Residenzen des Landes.

Wir besichtigten das Schloss und hatten anschließend Gelegenheit, auch Windsor selbst zu erkunden. Die Stadt rund um das Schloss lebt natürlich ganz wesentlich von ihrer königlichen Geschichte: historische Häuser, kleine Geschäfte und immer wieder der Blick auf die gewaltige Schlossanlage machen Windsor zu einem der bekanntesten Ausflugsziele im Umfeld Londons.

Auf der anderen Seite der Themse liegt Eton, vor allem bekannt durch das traditionsreiche Eton College. Eigentlich wäre es naheliegend gewesen, bei dieser Gelegenheit auch einmal hinüberzugehen. Dass wir das diesmal nicht gemacht haben, war gewissermaßen auch mein kleiner Anteil am Programm.

Für Führungen an bestimmten historischen Orten wie Windsor gelten besondere Regeln für die sogenannten Blue Badge Guides. Da ich selbst kein Blue Badge Guide bin, darf ich dort nicht einfach eine offizielle Führung durchführen. Selbstverständlich wollte ich mich daran halten.

Allerdings nahm ein echter Blue Badge Guide die Sache mit dem beruflichen Revier etwas ernster, als ich erwartet hatte. Als ich lediglich von der Esplanade Windsors aus in Richtung Eton zeigte und auf die andere Seite der Themse wies, wurde ich von ihm mit einer Vehemenz angesprochen, die doch etwas übertrieben wirkte. Ich hatte jedenfalls nicht vor, eine Konkurrenzführung zu eröffnen – aber der Kollege schien zunächst genau das zu befürchten.

Am Abend trafen wir uns wieder in London. Unser Abendessen erwartete uns in der Nähe der Southwark Cathedral und des Borough Market, also in einer Gegend, in der Londoner Geschichte und modernes Stadtleben besonders dicht beieinanderliegen. Die mittelalterliche Kathedrale, der traditionsreiche Markt und die modernen Hochhäuser der Umgebung bilden hier ein ausgesprochen abwechslungsreiches Stadtbild.

Zum Auftakt gab es Hummus als Vorspeise. Danach folgte ein echter britischer Klassiker: Fish and Chips. Knusprig ausgebackener Fisch, dazu die obligatorischen Chips – viel britischer konnte unser Abendessen kaum werden.

Und so fanden an diesem Abend auch die unterschiedlichen Tagesprogramme wieder zusammen: Während ein Teil der Gruppe Windsor und sein Schloss erlebt hatte, hatten andere London von oben aus der Shard betrachtet, sich mit den Wachsfiguren bei Madame Tussauds beschäftigt oder einen Familienbesuch in Ostengland gemacht.

Freitag, 31.07.2026 – Wachwechsel, Buckingham Palace und Fahrt nach Harwich

Unser letzter Tag in London begann noch einmal ausgesprochen königlich: Am Morgen stand der Wachwechsel am Buckingham Palace auf dem Programm. Für London-Besucher gehört diese Zeremonie natürlich zu den großen Klassikern – und so versammelten auch wir uns vor dem Palast, um das traditionsreiche Schauspiel aus marschierenden Gardisten, Musik und präzise ausgeführten militärischen Ritualen zu beobachten.

Anschließend teilte sich die Gruppe noch einmal. Sieben Gäste hatten sich für eine Besichtigung des Buckingham Palace entschieden. Sie konnten die berühmten State Rooms besichtigen, also jene prunkvollen Staats- und Repräsentationsräume, in denen der König seine offiziellen Gäste empfängt und Staatsempfänge und andere zeremonielle Veranstaltungen stattfinden. Die privaten Wohnräume des Königs gehören selbstverständlich nicht zur normalen Besichtigung – und auch Charles' Schlafzimmer bekommt man nicht zu sehen. Das wäre allerdings ohnehin auf der anderen Straßenseite zu suchen: Der König wohnt tatsächlich nicht im Buckingham Palace, sondern im Clarence House, das nur wenige hundert Meter entfernt liegt. Im Sommer zieht sich Charles - wie zuvor schon seine Mutter - traditionell nach Schottland zurück und hält sich in dieser Zeit auf Balmoral auf. Während Touristen also durch die State Rooms des Buckingham Palace wandeln, genoss der Hausherr selbst den schottischen Sommer.

Dass einige Gäste den Buckingham Palace überhaupt von innen besichtigen konnten, ist übrigens kein Zufall und auch keine ganzjährige Selbstverständlichkeit. Die State Rooms werden alljährlich während der Sommermonate für Besucher geöffnet, wenn der Palast nicht für die regulären offiziellen Funktionen genutzt wird. Im Juli und August kann man den Palast sogar täglich besichtigen.

Die übrigen Gäste hatten währenddessen Freizeit. Und das war am letzten London-Tag durchaus willkommen. Nach den vielen gemeinsamen Programmpunkten der vergangenen Tage konnte jeder noch einmal selbst entscheiden, was ihn in London besonders interessierte: noch ein letzter Spaziergang durch die Straßen der Innenstadt, ein Café, ein paar Einkäufe oder einfach die Möglichkeit, sich ohne Reiseleiter und festes Programm treiben zu lassen. Gerade London ist schließlich eine Stadt, in der man auch mit einem scheinbar ziellosen Spaziergang problemlos einen ganzen Vormittag verbringen kann.

Während die sieben Palace-Besucher also durch die State Rooms wandelten und sich die übrigen Gäste noch einmal individuell in London umsahen, rückte der Zeitpunkt unserer Abfahrt unaufhaltsam näher. Denn am späten Nachmittag hieß es Abschied nehmen von London.

Um 17 Uhr war unser Treffpunkt gegenüber New Scotland Yard vereinbart. Von dort sollte uns der Bus nach Harwich bringen, wo am Abend unsere Fähre auf das europäische Festland ablegen würde.

Doch beim Treffpunkt wartete noch ein kleines Abenteuer auf uns.

Einer unserer Gäste tauchte nämlich nicht auf.

Zunächst war nicht klar, wo er geblieben war. Hatte er den Treffpunkt verwechselt? War er noch irgendwo in der Umgebung? Hatte er vielleicht den Bus übersehen? Wir machten uns jedenfalls auf die Suche. Schließlich stellte sich heraus: Er hatte den Bus tatsächlich nicht gefunden – und stand in einer Parallelstraße, gerade einmal etwa 200 Meter von uns entfernt.

200 Meter können in London allerdings eine erstaunlich große Entfernung sein, wenn zwei Menschen voneinander wissen, dass sie sich eigentlich treffen wollen, aber nicht genau, wo der jeweils andere steht. Nach einiger Suche war das Rätsel schließlich gelöst, der fehlende Gast gefunden und die Gruppe wieder vollständig. Für Rico bedeutete das vor allem: Endlich konnten wir losfahren.

Und damit begann unsere letzte Etappe auf britischem Boden. Wir hatten noch einige Stunden Fahrt vor uns, aber genügend Zeit eingeplant, sodass der kleine Zwischenfall am Treffpunkt keine ernsthaften Folgen hatte. Schließlich erreichten wir rechtzeitig den Hafen von Harwich.

Dort wartete bereits die Fähre auf uns. Und auch hier konnten wir mit unserer Position durchaus zufrieden sein: Wir standen nicht ganz vorne, hatten aber einen Platz im vorderen Mittelfeld erwischt. Damit war zumindest für die Ankunft in Hoek van Holland schon einmal eine gute Ausgangsposition erreicht.

Nach den vergangenen Tagen voller Londoner Sehenswürdigkeiten, königlicher Paläste, Greenwich, Windsor, Themse und City-Skyline begann damit langsam die Rückreise. Hinter uns lag eine ereignisreiche Zeit in London – und vor uns die Überfahrt über die Nordsee.

London verabschiedete uns also standesgemäß: mit dem Buckingham Palace, königlichen Wachen, einem kleinen Suchspiel rund um New Scotland Yard und schließlich einer Fahrt nach Harwich zur Fähre.

Samstag, 1.08.2026 – Heimreise: von Hoek van Holland zurück nach Dresden

Die Fähre hatte uns zurück nach Hoek van Holland gebracht, und von dort lag noch die gesamte Strecke bis nach Dresden vor uns. Eine letzte lange Etappe, auf der die Erlebnisse der vergangenen Tage noch einmal ein wenig Revue passieren konnten.

Mit jedem Kilometer veränderte sich die Landschaft. Während der Bus ostwärts rollte, zogen die unterschiedlichsten Landschaften an uns vorbei. Städte und Dörfer, Felder und Wälder, Mittelgebirge und schließlich die vertraute Landschaft Ostdeutschlands begleiteten uns auf unserem Weg nach Dresden.

Natürlich durfte eine solche lange Fahrt nicht ohne Pausen bleiben. Mehrfach legten wir Zwischenstopps ein, unter anderem in Nordrhein-Westfalen, in Thüringen und Sachsen, wo sich die Gelegenheit bot, die Beine zu vertreten, etwas zu essen oder einfach ein wenig frische Luft zu schnappen.

Bis zur Ankunft blieb noch genügend Zeit, die vergangenen Tage Revue passieren zu lassen: Cambridge, London mit seinen unzähligen Facetten, die Fahrt mit der Cable Car über die Themse, Greenwich und der Nullmeridian, Windsor Castle, die Cutty Sark und die Tea Time unter ihrem Rumpf, die königlichen Wachen und der Buckingham Palace – und natürlich all die kleinen Erlebnisse dazwischen, die eine Gruppenreise erst zu einer richtigen Reise machen.

Und auch eine Reise lebt nicht allein von ihren Sehenswürdigkeiten. Sie lebt von den Menschen, mit denen man sie erlebt. Wir hatten eine nette und angenehme Gruppe, die sich auf die unterschiedlichen Programmpunkte eingelassen, gemeinsam gelacht und auch die kleinen Unwägbarkeiten mit Humor genommen hat – vom verschwundenen Harry-Potter-Guide bis zum Gast, der in London zwar nur 200 Meter vom Bus entfernt, aber zunächst trotzdem unauffindbar war.

So wurde aus den einzelnen Programmpunkten schließlich eine gemeinsame Reisegeschichte: mit königlichem Glanz, britischem Humor, viel London und den unvermeidlichen kleinen Abenteuern, die man später oft lieber erzählt als den perfekt geplanten Moment.

Als wir schließlich unsere Zielpunkte erreichten, ging damit eine abwechslungsreiche und ereignisreiche Reise zu Ende. Hinter uns lagen intensive Tage voller neuer Eindrücke, interessanter Orte und schöner gemeinsamer Erlebnisse.

Eine Reise, die uns von den Docklands Londons über Greenwich und Windsor bis nach Harwich geführt hatte – und nun wieder nach Hause.

Vielen Dank an unsere nette Reisegruppe für die schönen gemeinsamen Tage, die gute Stimmung und die vielen kleinen und großen Geschichten, die von dieser Reise bleiben werden. Es war eine spannende, abwechslungsreiche und rundum gelungene Reise – und hoffentlich für alle Beteiligten ein Urlaub, an den man sich noch lange und gerne zurückerinnern wird.


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