Auf den Spuren von Artus mit Palmen und Atlantikbrise: Das magische Cornwall
Reisebericht: 05.09. – 14.09.2026
Südenglands raue Klippen, blühende Gärten und das türkisblaue Inselglück der Scillys: Eine unvergessliche Reise voller Mythen,
Ein Reisebericht von
Sabine C. Seifert
Tag 1: 05.09.2026 Auftakt mit Sonnenschein, Themseblick und dem Zauber von Covent Garden
Schon beim Anflug auf London machte sich das wunderbare Reisefieber breit. Dank pünktlicher Landungen und bester Stimmung sammelte sich unsere Reisegruppe nach und nach am Flughafen Heathrow: Einige Gäste waren bereits früher angekommen und warteten dort gespannt, während andere kurz nach dem Aussteigen hinzustießen. Unser örtlicher Reiseleiter Markus nahm uns herzlich in Empfang, bevor es im komfortablen Reisebus endlich losging. Ein kurzer Stopp am traditionsreichen Royal Theatre folgte, wo wir die verbliebenen Mitreisenden aus der Innenstadt an Bord holten – spätestens jetzt war unsere Runde komplett, und auf den ersten Kilometern durch die britische Hauptstadtszenerie wuchs die Gruppe spürbar zusammen.
Begünstigt von strahlendem Sonnenschein entführte uns Markus anschließend auf eine eindrucksvolle Panoramafahrt durch die Metropole. Statt des üblichen Stopps an der Tower Bridge wählte er mal eine ganz andere Route: An der imposanten St. Paul’s Cathedral legten wir eine Pause ein und spazierten über die elegante Millennium Bridge. Der Panoramablick über die Themse unter blauem Himmel bot eine erstklassige Kulisse für die ersten Urlaubsfotos und stimmte uns perfekt auf die kommenden Tage ein.
Gegen 15:00 Uhr erreichten wir schließlich unser Domizil, wo nach dem Check-in genügend Zeit blieb, um in Ruhe auszupacken, durchzuatmen und die Beine nach der Anreise etwas hochzulegen.
Am späten Nachmittag versammelten sich die Unternehmungslustigen unter uns zu einer ersten Erkundungstour zu Fuß. Reiseleiterin Sabine entführte uns in das lebendige Treiben des West Ends und nach Covent Garden. Zwischen straßenkünstlerischem Flair und historischem Charme schlenderten wir durch malerische Gassen und entdeckten verborgene Juwelen der Stadt – allen voran das farbenfrohe, fast verwunschen wirkende Neal’s Yard, das mit seinen bunten Fassaden vollends verzauberte.
Den stimmungsvollen Ausklang fand dieser gelungene Auftakt beim ersten gemeinsamen Abendessen im Hotel. Bei köstlichem Essen und angeregten Gesprächen lernten wir uns noch besser kennen – und die Vorfreude auf die traumhaften Gärten und Herrenhäuser Südenglands war in aller Munde.
Tag 2: 06.09.2026 – Römischer Stein, ein spontaner Fußmarsch und moderne Nachhaltigkeit
Bei herrlichstem Sonnenschein starteten wir nach einem ausgiebigen Frühstück in Richtung Bath. Die Fahrt verlief reibungslos und zügig, sodass wir nach einer entspannten Pause zwischendurch gut in der Stadt ankamen. Schon unterwegs im Bus stimmte uns die Reiseleitung auf das Bevorstehende ein: Wir erfuhren Interessantes über die heißen Quellen, die Bautechniken der Römer und die spätere Umgestaltung der Stadt zur Zeit von Beau Nash im 18. Jahrhundert. Auch der berühmte Bath Stone war Thema – jener warme, honiggelbe Kalkstein, der das Stadtbild so prägt. Der anschließende Besuch der alten römischen Bäder gab uns einen tollen Einblick in die Geschichte vor fast 2.000 Jahren. Danach blieb Zeit, um einfach durch die kleinen Gassen zu schlendern, einen Blick auf die Engelsleiter an der Kathedralenfassade zu werfen oder bei Sally Lunn’s vorbeizuschauen, um einen der bekannten herzhaften oder süßen Buns zu probieren.
Anschließend ging es weiter zu den Hestercombe Gardens. Ein Kilometer vor dem Ziel standen wir jedoch plötzlich vor einer Vollsperrung, die erst am Tag zuvor eingerichtet worden war. Um einen langen Bus-Umweg zu vermeiden, entschieden wir uns für die direkte Variante: Der Busfahrer drehte eine größere Runde zum Ausgang, während wir die Reststrecke zu Fuß zurücklegten. Unter der warmen Sonne war das zwar für manche eine ganz gute Gelegenheit für etwas Bewegung, für andere nach dem Tag aber natürlich eine ungeplante zusätzliche Anstrengung – am Ende kamen aber alle gut im Garten an.
In Hestercombe wartete eine weitläufige Anlage aus verschiedenen Gartenepochen auf uns. Ein Blick ins Herrenhaus zeigte, wie stattlich das Gebäude früher war. Dass dort heute kaum noch Möbel stehen, hat geschichtliche Gründe: Das Haus ging einst zur Begleichung von Erbschaftssteuern an den Staat und wurde jahrzehntelang von der örtlichen Feuerwehr und Verwaltung genutzt. Heute ziehen dort nach und nach Kunstausstellungen ein. Für den Park und die verträumten Gartenteile – mitgestaltet von Gertrude Jekyll und Edwin Lutyens – hatten wir genügend Zeit, um alles in Ruhe auf sich wirken zu lassen.
Spätnachmittags fuhren wir schließlich zu unserem Tagesziel etwas außerhalb von Exeter und bezogen Zimmer im neu eröffneten voco Exeter Science Park. Die Unterkunft sticht durch ihr konsequent nachhaltiges Konzept als modernes Projekt hervor. Beim anschließenden gemeinsamen Abendessen fielen Vorspeise und Nachspeise herrlich lecker und reichhaltig aus. Einzig beim Hauptgang – dem Schweinebauch – schieden sich dann doch ein wenig die Geister und Meinungen der Runde. Dennoch ließen alle den Abend in diesem modernen Haus entspannt ausklingen.
Tag 3: 07.09.2026 – Kathedralen–Schätze, Zentimeterarbeit im Dartmoor und Meeresbrise in Newquay
Nach einem guten Frühstück machten wir uns auf den kurzen Weg ins Zentrum von Exeter. Bei herrlichstem Wetter stand am Vormittag die beeindruckende Kathedrale auf dem Programm, wo wir unser Augenmerk auf faszinierende Details richteten. Wir bestaunten den imposanten Lettner und erfuhren, dass die Kathedrale im 17. Jahrhundert während der Zeit des Commonwealth durch eine dichte Mauer quer geteilt worden war – so konnten zwei verschiedene puritanische Gemeinden gleichzeitig dort ihre Gottesdienste abhalten. Ein Hingucker war auch die berühmte astronomische Uhr samt der kleinen Öffnung im Türblatt darunter, die einst der Katze des Bischofs zur Mäusejagd diente. Im reich verzierten Chorgestühl machten wir uns auf die Suche nach den geschnitzten Miserikordien und spürten dort sogar das Motiv eines Elefanten auf. Beim anschließenden entspannten Stadtrundgang wandelten wir auf den Spuren der Antike: Exeter wurde um 50 n. Chr. als Isca Dumnoniorum gegründet und galt als die am weitesten südwestlich gelegene Stadt des gesamten Römischen Reiches.
Der Nachmittag im Dartmoor forderte dann das ganze Können unseres Busfahrers Daniel heraus. Im Moor sind die Straßen ohnehin schon schmal, doch da auch noch die üblichen Strecken gesperrt waren, mussten wir auf die ganz besonders engen, verschlungenen Nebenstraßen ausweichen – in Cornwall und Devon ist eben fast jede Straße ein Nadelöhr. Fast wie im Fahrenden Ritter bei Harry Potter hatte man das Gefühl, der Bus müsse sich jeden Moment magisch verschlanken, um zwischen den dicht aufragenden grünen Hecken auf beiden Seiten durchzupassen. Wo wir auftauchten, ging es nur zentimeterweise voran und wir verursachten den einen oder anderen kleinen Stau – doch mit Daniels Gelassenheit und einer gehörigen Portion Humor steckten wir das locker weg.
Schließlich erreichten wir das Städtchen Moretonhampstead, wo wir die historischen Almshäuser aus dem 17. Jahrhundert und die St. Andrew’s Church besichtigten. Ein genauer Blick galt hier den liebevoll und individuell handgestickten Kniekissen (Kneelers). Weiter ging es zu einer der traditionellen Clapper Bridges mit ihren wuchtigen Steinplatten und zu einem tollen Aussichtspunkt mit Blick auf das berüchtigte Gefängnis von Princetown.
Gegen Abend erreichten wir unser Domizil für die nächsten drei Nächte: das Esplanade Hotel in Newquay, direkt am berühmten Fistral Beach. Uns bot sich eine fantastische Aussicht auf den Atlantik und die Surfer in den Wellen. Nach einer zügigen Menüauswahl beim Check-in blieb noch genügend Zeit für die erste Seeluft. Wer nach dem gemeinsamen Abendessen noch Lust und Energie hatte, lauschte im Hotel der Live-Musik und trank bei gemütlicher Stimmung noch ein Pint.
Tag 4: 08.09.2026 – Ein umgesetzter Turm, kornische Klippen und das Erbe von König Artus
Der Tag begann an unserem Hotel in Newquay noch mit dichten Regenwolken, als wir voller Tatendrang den Bus bestiegen. Doch als wir wenig später in Bude ankamen, bescherte uns der Himmel perfektes Timing: Genau in dem Moment, als wir ausstiegen, brach die Wolkendecke auf und die Sonne strahlte. Bei einem entspannten Spaziergang folgten wir dem idyllischen Kanal in Richtung Küste und machten einen kurzen Abstecher zum Castle von Sir Goldsworthy Gurney, das uns seine geschichtsträchtigen Mauern heute leider nur von außen zeigte. Während ein Teil von uns direkt in den Ort bummelte, stiegen die anderen mit Sabine hinauf zum Storm Tower an den Klippen. Faszinierend war für uns zu hören, dass dieser kleine, achteckige Sturmturm dem antiken Turm der Winde in Athen nachempfunden ist. Kaum zu glauben, dass er wegen der stetigen Klippenerosion im Laufe der Zeit bereits zweimal Stück für Stück weiter ins Landesinnere versetzt werden musste, um nicht von den Fluten verschlungen zu werden!
Anschließend ging es weiter in das malerische Hafenörtchen Boscastle. Wir genossen die frische Meeresluft und den grandiosen Ausblick auf die Fjordbucht. Das kornische Hexenmuseum ließen wir alle spontan links liegen – stattdessen nutzten wir die Zeit lieber, um durch die bunten kleinen Läden zu stöbern oder uns genüsslich ein Eis in der Sonne zu gönnen.
Pünktlich erreichten wir schließlich den unumstrittenen Höhepunkt unseres Tages: Tintagel Castle. Bei bestem Wetter überquerten wir die imposante, kühn konstruierte Fußgängerbrücke hoch über der tiefen Schlucht – ein Moment, der uns allen ein wenig Staunen und Schwindelfreiheit entlockte. Oben auf dem windumbrausten Plateau angekommen, standen wir schließlich vor der mächtigen Bronzestatue Gallos, was auf Kornisch so viel wie „Macht“ bedeutet. Wenn man davor steht, kann man sich gut vorstellen, wie dieses gut 750 Kilo schwere Kunstwerk von Rubin Eynon mit seinen 2,40 Metern Höhe eine geisterhafte, königliche Gestalt symbolisiert – mit Krone und Schwert im Wind stehend, halb Mensch, halb Mythos.
Ebenso historisch spannend waren für uns die Informationen über die archäologischen Ausgrabungen vor Ort. Wer hätte gedacht, dass Tintagel schon im 5. und 6. Jahrhundert ein so bedeutender Macht- und Handelsstützpunkt der kornischen Könige war, wohin edle Waren aus dem gesamten Mittelmeerraum gelangten? Genau diese historische Bedeutung befeuerte wohl einst auch die berühmte Sage, nach der der Zauberer Merlin hier bei der Zeugung von König Artus seine Hände im Spiel gehabt haben soll. Einen Abstieg zur legendären Merlin’s Cave sparten wir uns allerdings: Unten am Strand herrschte gerade Flut und wir konnten beobachten, wie die Wellen mächtig in die Höhle hineinrauschten – ein absolut eindrucksvolles Naturschauspiel!
Nach diesem rundum gelungenen Ausflugstag fuhren wir entspannt zurück nach Newquay. Ein gemütliches Abendessen im Hotel bildete den runden Abschluss eines erlebnisreichen Tages, bevor jeder von uns den Abend ganz nach den eigenen Wünschen ausklingen ließ.
Tag 5: 09.09.2026 – Gezeitenzauber am Morgen, Starkoch–Kulinarik und ein Hauch von Rosamunde Pilcher
Wenn das Thema Rosamunde Pilcher zur Sprache kommt, scheiden sich ja bekanntlich die Geister: Für die einen ist es herrlich romantische Herzenswärme, für die anderen ein klitzeklein wenig zu viel Klischee. Wir wollten uns an diesem Tag unser ganz eigenes Bild machen, starteten den Morgen aber erst einmal mit einem echten Naturerlebnis direkt vor unserer Haustür. Wir machten uns auf zu einem Strandspaziergang in Richtung Crantock Beach (den kleinen Nachbarn des Fistral Beach). Unser Weg führte uns über die beeindruckende Landzunge Pentire – ein geschichtsträchtiges Fleckchen Erde, das Archäologen zufolge schon seit über 4.000 Jahren, seit der Bronzezeit, besiedelt ist!
Über viele, viele Stufen stiegen wir hinab zum goldgelben Sand. Es herrschte Ebbe und das Wasser zog sich immer weiter zurück. Wir marschierten dem Atlantik mutig entgegen, doch hatten das Gefühl, schmunzelnd chancenlos zu sein: Das Meer schien förmlich vor uns wegzulaufen! Irgendwann hieß es umkehren, denn uns erwartete noch ein voller Tag. All die vielen Stufen forderten beim Aufstieg zwar etwas Puste, aber rechtzeitig im Hotel angekommen, blieb noch genügend Zeit, um sich kurz frisch zu machen.
Unser erstes Ziel war die charmante Küstenortschaft Padstow. Das Timing war schlicht perfekt: Genau fünf Minuten vor Öffnung von Rick Steins berühmtem Bistro standen wir vor der Tür. Fast die gesamte Gruppe nutzte die Chance, um bei dem britischen Promi-Koch vorzügliches Seafood und fantastische Fish and Chips zu genießen. Gestärkt blieb noch Zeit für eigene kleine Erkundungen in den hübschen Gassen, bevor wir uns am malerischen Hafen wieder versammelten.
Von dort aus spazierten wir zu Fuß hinauf zu einem Anwesen, das wohl jeder schon einmal im Fernsehen gesehen hat: das elisabethanische Herrenhaus Prideaux Place. Eine wunderbare, unheimlich charmante Gästeführerin übernahm uns und nahm uns mit auf eine humorvolle Reise durch das Haus. Wir lauschten fasziniert den vielen Anekdoten über die Adelsfamilie, das historische Gebäude und die turbulenten Dreharbeiten der Pilcher-Verfilmungen. Spätestens hier verflog auch die letzte Skepsis – das Haus und seine Geschichten bezauberten uns einfach. Natürlich blieb noch genügend Zeit, durch den idyllischen Garten zu bummeln und das besondere Flair aufzusaugen.
Zurück in Newquay hatte jeder von uns die freie Wahl für einen perfekten Spätnachmittag: Manche hielten die Füße mutig ins erfrischende Atlantikwasser, andere beobachteten die Surfer beim Wellenreiten oder spazierten am Strand entlang. Und manch einer genoss es einfach, ganz entspannt den Blick weit über das offene Meer schweifen zu lassen.
Tag 6: 10.09.2026 – Verschlungene Dschungelpfade, Schmugglercharme und ein Pint in Truro
Nach dem Frühstück hieß es Koffer verladen, denn unsere Reise führte uns weiter in den tiefen Süden Cornwalls. Unser erstes Ziel war der berühmte Gartenkomplex The Lost Gardens of Heligan – jenes beeindruckende Projekt, das von Tim Smit einst aus dem Jahrzehnte langen Dornröschenschlaf geweckt wurde. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg durch den ersten Abschnitt des Parks. Und das war gut so: An den faszinierenden, im Boden eingewachsenen Pflanzenskulpturen von Sue und Pete Hill – wie dem mächtigen Giant’s Head oder der Mud Maid (die ursprünglich eigentlich eine Meerjungfrau werden sollte) – wandelten wir ebenso vorbei wie an der Grey Lady und den gemütlichen, goldfelligen Tamworth-Schweinen.
Anschließend ging es für den Großteil von uns weiter in den exotischen „Dschungel“ mit seinen riesigen Farnen. Über die schwankende Hängebrücke hoch oben im Blätterdach zu laufen, kostete den einen oder anderen zwar ein kurzes Herzklopfen, machte aber ungeheuer viel Spaß! Danach schwärmte die Gruppe in eigenen Pfaden aus: Einige erkundeten den akkurat angelegten historischen Nutzgarten, während andere gezielt nach der neusten Skulptur des Künstlerduos Hill Ausschau hielten – der liebevoll gestalteten Füchsin.
Beim anschließenden traditionellen Cornish Cream Tea trafen sich alle wieder im Hauptrestaurant – und diesmal gab es auch im Steward’s House wunderschönes Porzellangeschirr! Mit frischen Scones, Marmelade und Clotted Cream genossen wir die Pause, während wir herzhaft über die ewige Glaubensfrage schmunzelten: Gehört die dicke Sahne nun unter oder über die Marmelade?
Nur eine kurze Busfahrt entfernt legten wir einen Stopp im malerischen Fischerort Mevagissey ein. Wir bummelten entlang der bunten Boote im historischen Hafenbecken, warfen einen Blick auf das urige Fountain Inn und schlenderten bis hinaus auf die kleine Mole, um uns die frische Meeresbrise um die Nase wehen zu lassen, bevor der Bus zur Weiterfahrt bereitstand.
Am Spätnachmittag erreichten wir Truro mit seiner beeindruckenden, neugotischen Kathedrale. Dort wurden wir von Stephen empfangen – einem wunderbaren ehrenamtlichen Kirchenführer der älteren Generation, der uns mit herzerwärmendem Humor durch das Bauwerk begleitete. Unvergesslich bleibt seine Anekdote über die Verlegung neuer Kabel für die Soundanlage: Da man die Leitungen nicht durch die engen Untergrundrohre schieben konnte, schickte man kurzerhand ein kleines Frettchen hindurch, das mit einem Stück Käse am Ziel gelockt wurde und die Kabel sanft hinter sich herzog!
Über diese Geschichte schmunzelnd, fuhren wir nicht etwa direkt zum Hotel, sondern nutzten den späten Nachmittag für eine echte Traditions-Premiere: Wir kehrten geschlossen im geselligen The Old Ale House mitten in Truro ein. Bei einem kühlen Pint Ale, Cider oder Lager stießen wir gemeinsam auf den gelungenen Tag an. Danach bezogen wir entspannt unser Hotel in Truro, wo der Tag bei einem exzellenten Abendessen seinen perfekten Ausklang fand.
Tag 7: 11.09.2026 – Vom St. Michael’s Mount zur Glanzleistung am Steuer und der Klippen–Romantik an Land’s End
Der Morgen begann mit einem leicht verhangenen Himmel, doch die Wolken brauchten nur ein wenig Zeit, bis die Sonne schüchtern durchblitzte. Wir brachen früh auf und erreichten rechtzeitig unser erstes Ziel: das faszinierende St. Michael’s Mount. Während wir uns über die Geschichte dieser Festungsinsel und ihren berühmten großen Bruder, den Mont-Saint-Michel in der Normandie, austauschten, passte das Timing der Natur perfekt: Es herrschte Ebbe, sodass wir den historischen Pflasterdamm (Causeway) zu Fuß über das freigelegte Meerbett beschreiten konnten. Wir stiegen hinauf zur Burg, erkundeten die alten Mauern und blickten ehrfürchtig hinab auf die terrassierten Schlossgärten. Dass diese ab September nicht mehr für Besucher zugänglich sind – weil das Gärtnerteam die feinen Pflanzungen dort bereits winterfest macht –, tat unserem Erlebnis keinen Abbruch.
Ganz im Gegenteil: Durch die blitzschnelle Reaktion von Eberhardt Travel wartete eine fantastische Alternative auf uns – der nahegelegene Tremenheere Sculpture Gardens. Dieser Nachmittag wurde zu einem echten Highlight für die Sinne. Wir wandelten durch ein subtropisch angelegtes Tal, in dem moderne Kunstwerke und Skulpturen völlig harmonisch in die wilde Natur eingebettet sind. Im charmanten Garten-Café gab es obendrein hervorragendes Essen, wo der ein oder andere genüsslich eine letzte Portion Fish and Chips oder feines Gebäck probierte.
Anschließend steuerten wir das berühmte Land’s End an. Die Anfahrt entwickelte sich jedoch zu einem echten Abenteuer: Wegen eines schweren Unfalls auf der Hauptroute war die Straße plötzlich komplett dicht. Nun schlug erneut die Stunde unseres Busfahrers Daniel: Mitten auf der engen Landstraße wendete er seinen mächtigen 60-Sitzer-Bus mit stoischer Ruhe und millimetergenau – eine absolut meisterhafte Fahrleistung, die im Bus mit begeistertem Applaus belohnt wurde!
Über verschlungene Ausweichrouten erreichten wir schließlich den westlichsten Außenposten Englands. Wir ließen das bunte Touristen-Spektakel am Eingang rasch hinter uns und spazierten an den dramatischen Klippen entlang, wo der Atlantik gewaltig gegen die schroffen Granitfelsen brandete. Um das Erreichen dieses besonderen Ortes, unsere erlebnisreiche Reise und die fantastische Gemeinschaft in der Gruppe gebührend zu feiern, stießen wir hier bei frischem Seewind gemeinsam mit echtem Cornish Rum an – ein unvergesslicher Moment!
Erfüllt von der rauen Schönheit der Küste machten wir uns schließlich auf den Rückweg nach Truro, wo wir den Abend bei gutem Essen im Hotel gemütlich ausklingen ließen.
Tag 8: 12.09.2026 – Flug ins Inselglück: Die Scilly–Inseln und der subtropische Zauber von Tresco
Nachdem der Ausflug zu den Scilly-Inseln bei früheren Reisen wetterbedingt ins Wasser fallen musste, blickten wir am Morgen gespannt gen Himmel – und der Wettergott hatte wahrhaftig ein Einsehen mit uns! Bei strahlendem Sonnenschein fuhren wir frühzeitig Richtung Flughafen Land’s End, wo bereits eine wendige Twin Otter der Fluggesellschaft Skybus auf uns wartete. In der kleinen Maschine mit nur 15 Sitzplätzen ging es auf zu den Isles of Scilly [ˈɪnslz əv ˈsɪli] – ein Name, der sich phonetisch zwar wie das englische Wort silly („verrückt/dumm“) anhört, historisch aber eher mit der alten Wortbedeutung für „glückselig“ verwandt ist. Und wer diese aus über 140 felsigen Eilanden und kleinen Inseln bestehende Inselgruppe aus der Luft erblickt, weiß sofort: Wir sind auf den Inseln der Glückseligen gelandet!
Der 20-minütige Flug nach St. Mary’s war ein echtes Erlebnis. Für Schmunzeln an Bord sorgte nicht zuletzt der junge Copilot, der uns zu unserer großen Freude in feinstem Schweizerdeutsch begrüßte. Während der ruhigen Passage glitzerte unter uns der türkisblaue Atlantik und wir konnten die atemberaubende Insellandschaft aus der Vogelperspektive bestaunen.
Auf St. Mary’s angekommen, ging es direkt weiter zum Bootsanleger, wo wir glücklicherweise gleich die erste Überfahrt nach Tresco erwischten. Ein kleines Weilchen mussten wir am Kai zwar anstehen, doch der Grund dafür war ein ganz besonderes Schauspiel: Ausgerechnet heute fand das berühmte Low Tide Event statt! Bei dieser außergewöhnlichen Aktion nutzen die Inselbewohner die extrem niedrige Ebbe, um mitten auf der freiliegenden Sandbank im Kanal zwischen Tresco und der Nachbarinsel Bryher ein Pop-up-Festival samt Bar aufzubauen. Während viele Einheimische und Besucher mit kleinen Booten übersetzten oder sogar durchs seichte Wasser watteten, um mitten im Meer Cocktails zu trinken, steuerten wir zielstrebig unser Tagesziel an: die weltberühmten Tresco Abbey Gardens.
Was für ein einzigartiges Juwel! Dank des milden Golfstrom-Klimas erwartet einen hier ein wahres Paradies aus feinen Lichtachsen, gigantischen subtropischen Pflanzen und farbenprächtigen Blütenmeeren. Gleich am Eingang wurden wir herzig empfangen – eine muntere kleine Horde von Eichhörnchen sauste flink an den Baumstämmen hoch und runter. Wir schlenderten ausgiebig durch diese Botanik-Oase, bevor es mit dem Boot wieder zurück nach St. Mary’s ging. Dort bestiegen wir die große Passagierfähre für die Rückfahrt nach Penzance, wo uns unser treuer Busfahrer Daniel am Hafen bereits freudig erwartete.
Auch diejenigen Gäste, die den Ausflug zu den Inseln nicht mitgemacht hatten, verbrachten einen rundum gelungenen Tag im eigenen Tempo. Sie nutzten die Zeit, um gemütlich über den bunten Markt in Truro zu bummeln, kehrten zum Mittagessen in einen urigen Pub ein oder machten eine wunderbare Wanderung entlang des Flusses bis ins malerische Örtchen Malpas und zurück.
Zurück im Hotel in Truro trafen alle wieder zusammen und wir ließen diesen traumhaften Tag bei einem feinen Abendessen, einem kühlen Pint und frischem Cider in geselliger Runde ausklingen
Tag 9: 13.09.2026 – Tropenwelten unter Kuppeln, Schmuggler–Mythen im Nebel und ein rauschender Abschluss in Bristol
Nach den erlebnisreichen Tagen in West-Cornwall machten wir uns heute allmählich wieder auf den Weg gen Norden. Unser erstes Ziel war ein architektonisches wie ökologisches Ausnahmeprojekt: das berühmte Eden Project bei St. Austell.
Der Besuch glich einer wahren Weltreise im Schnelldurchlauf. Die gigantischen, futuristischen Membrankuppeln – erbaut in einer ehemaligen Kaolingrube – boten uns faszinierende Einblicke in völlig unterschiedliche Klimazonen. Im Regenwald-Biom gerieten wir zwischen riesigen tropischen Nutzpflanzen bei hoher Luftfeuchtigkeit rasch ins Schwitzen, während das Mediterrane Biom uns mit dem vertrauten Duft von Olivenbäumen und südafrikanischer Blütenpracht empfing. Das von Sir Tim Smit gegründete Projekt beeindruckte uns nicht nur als botanische Oase, sondern auch als Zukunfts-Symbol für die Region, das einst nach dem Niedergang des Bergbaus neue Hoffnung und Arbeitsplätze schuf.
Am Nachmittag führte uns die Route durch das karge Bodmin Moor. Pünktlich zu unserer Ankunft am legendären Jamaica Inn hüllte mystischer Nebel und feiner Nieselregen die Landschaft ein – eine absolut passende Kulisse für dieses historische Gasthaus aus dem Jahr 1750! Das Anwesen, das durch Daphne du Mauriers berühmten Roman unsterblich wurde, verströmte pure Schmugglermagie. Bei dieser dichten Atmosphäre schmeckte der Kaffee oder ein schnelles Half Pint im urigen Gastraum besonders gut.
Schließlich erreichten wir unser Tagesziel: die pulsierende Metropole Bristol, wo wir das zentral gelegene Mercure Bristol Grand Hotel bezogen. Nach einem zügigen Check-in machten wir uns auch schon wieder auf den Weg, denn für unser gemeinsames Abschlussabendessen kehrten wir im urigen Pub The Old Fish Market ein. Dort begleitete uns feiner Live-Jazz durch den Abend – eine Musikrichtung, bei der die Meinungen zwar manchmal auseinandergehen und die ein wenig Lautstärke mit sich brachte, die uns aber einen urigen Rahmen bot. Bei gutem Essen und kühlen Getränken ließen wir die vielen Erlebnisse Revue passieren und feierten gemeinsam unseren letzten Abend dieser unvergesslichen Reise.
Tag 10: 14.09.2026 – Streetart in Bristol, Abschied und die Heimreise
Der letzte Tag unserer gemeinsamen Reise brach an. Noch vor unserem Vormittagsprogramm hieß es schweren Herzens Abschied nehmen von zwei unserer Mitreisenden, die bereits einen früheren Flug gebucht hatten und sich schon zeitig auf den Weg machten. Für die restliche Gruppe ging es anschließend zu einem entspannten Stadtrundgang durch die vielseitige Metropole Bristol – ein wunderbarer, moderner Kontrast zu den beschaulichen Küstenorten der vergangenen Tage. Unser Weg führte uns zunächst zur beeindruckenden Kathedrale von Bristol mit ihrer gotischen Architektur. Direkt um die Ecke tauchten wir in die urbane Kunstszene ein: Da Bristol die Heimatstadt des weltberühmten Streetart-Künstlers Banksy ist, besichtigten wir eines seiner prägnanten Wandgemälde aus nächster Nähe.
Ein wenig innehalten ließ uns die historische Ruine der St. Peter’s Church im Castle Park, die seit dem Zweiten Weltkrieg als berührendes Mahnmal steht. Zum Abschluss unseres Spaziergangs schlenderten wir durch den geschäftigen St. Nicholas Market, wo uns der Duft internationaler Spezialitäten empfing und man den Geist historischer Musikgeschichte spüren konnte.
Am Mittag hieß es dann endgültig Abschied nehmen vom englischen Südwesten. Unser Busfahrer Daniel brachte uns gewohnt souverän und sicher zum Flughafen nach London. Auf der Fahrt ließen wir die vielen Erlebnisse der vergangenen Tage noch einmal in Ruhe Revue passieren, bevor wir am Flughafen die Heimreise in unsere Heimatorte antraten.
Was für eine unvergessliche Zeit liegt hinter uns! Mit einer absolut wunderbaren, tollen kleinen Reisegruppe durften wir intensivste Momente und fantastische Tage im Süden Englands verleben. Die Dichte an Höhepunkten war einfach grandios: Ob die faszinierenden Schätze der Kathedrale in Exeter, die Millimeterarbeit auf den schmalen Pfaden des Dartmoors, der legendäre Boden von Tintagel Castle oder die blühenden Oasen der Lost Gardens und des Eden Projects – jeder Tag hielt eigene Magie bereit. Doch einer der ganz großen und strahlendsten Glanzpunkte dieser Reise war ohne Zweifel unser Flug und der traumhafte Ausflug zu den Scilly-Inseln.
Vielen Dank an euch alle für das gemeinsame Lachen, die Herzlichkeit und die tolle Gemeinschaft. Passt gut auf euch auf – mind the gap und auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen bei neuen Abenteuern!
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