Silvestererlebnis in der Toskana
Reisebericht: 27.12. – 02.01.2011
Warum buchen Sie im Winter eine Toskana-Reise?Die Antworten sind fast immer gleich:Mildes Klima, Sonne, kein Schnee und dieses vielfältige Grün der lieblichen Landschaft! Toskana - wir kommen!
Ein Reisebericht von
Winfried Ritscher
Reisebericht
Es ist ein kalter Dezembermorgen, dieser 27., am Flughafen in Dresden.Allmählich treffen die ersten Gäste ein, alle sind voller Erwartung. "Was haben Sie denn für ein Wetter bestellt?""Am ersten und letzten Tag sind unsere Gäste für das Wetter verantwortlich", sage ich und ernte nicht mehr als ein müdes Lächeln.Ja, eigentlich könnte die Reise beginnen, es fehlt nur noch eine "Kleinigkeit"-der Bus! Die Verärgerung über die Verspätung des Busses verfliegt nach dessen Eintreffen sofort, immerhin hat man jetzt seinen warmen Platz.Unser heutiges Etappenziel heißt Torbole, am Nordufer des Gardasees gelegen. Freundlich werden wir vom Personal empfangen und wenig später gehts zum Abendessen.
Am nächsten Morgen bläst ein kalter Nordwind, gefühlte Minusgrade- Mamamia! Schnell über den nördlichen Appenin, hinein in die Toskana! Wir fahren an der Ostseite des Gardasees Richtung Süden, die Ortschaften wirken wie ausgestorben. Wir halten an der Scaligerburg von Torri del Benaco. Hier hatte man im 18.Jahrhundert die äußere Wehrmauer abgerissen, um Platz für den Anbau von Zitronenbäumen zu bekommen. Hinter dichten Bretterverschlag gedeiht hier der letzte Zitronenhain am Ostufer des Gardasees.
Bei Affi fahren wir auf die A 22, die Brennerautobahn. Ein Blick zur Uhr bestätigt es, wir haben noch etwas Zeit bis zur Stadtführung in Mantua. Die Festungsstadt ist von drei Seen umgeben, allesamt durch den Mincio entstanden, der auch den Gardasee entwässert. Unser Stadtführer ist Herr Mutti (welch herrliches Wortspiel!) und er entpuppt sich als absoluter Fachmann und Humorist. Er ist so in seinem Element, dass er gar die vereinbarte Zeitdauer des Rundganges überzieht. Jetzt aber zum Bus, der Weg ist noch weit! Über Bologna und an Florenz vorbei erreichen wir am frühen Abend Montecatini Terme, die bekannteste Kurstadt der Toskana.
Noch zwei Tage bis Silvester. Heute hat unser Fahrer "Ruhetag", denn wir fahren mit dem Zug nach Florenz. Ein Höhepunkt dieser Reise steht an, der Besuch in den Uffizien. Auf den Weg dorthin ist unsere Stadtführerin, Frau Solda, mit "Herzblut" dabei. Sehr ausführlich berichtet sie über die Stadtgeschichte und später dann auch über die Bilder. Der Traum vom geruhsamen Bummeln durch die Uffizien ist spätestens beim Anblick der langen Menschenschlangen am Eingang ausgeträumt. Man hat den Eindruck, halb Italien ist an diesem Tag unterwegs. Trotzdem ist der Programmpunkt Uffizien ein absoluter Volltreffer - einmalig, beeindruckend, überwältigend.
Am nächsten Tag reisen wir zunächst nach Siena, der Stadt des "Palio". Kennzeichen unserer Stadtführung wäre eine weiße Kappe, die wir dann auch recht schnell ausmachten. Die Führung von Frau Susanne Bruck gehört zu den besten, die der Autor jemals in Siena erlebt hat. Aber sie hat auch kunstinteressierte Zuhörer - alle wollen noch das Innere des imposanten Doms kennenlernen. Dafür "sponsert" Eberhardt - Travel gern das Eintrittsgeld. Am Nachmittag gehts zum "typischen toskanischen" Bauernhof. Wer die Herzlichkeit der Bauernfamilie kennengelernt hat, schwärmt noch später davon. Auch von den Köstlichkeiten wie Schinken und Fenchelwurst, erst recht vom mundigen Wein. Wie denn die Namen der drei Hunde seien, frage ich den "Papa" und er erklärt sie mir. Behalten habe ich nur den Namen des großen, weißen Hundes, bezeichnenderweise heißt er "Bianca". Auf der Rückfahrt herrscht tolle Stimmung, da passt Eberhard Esches:"Der Hase im Rausch" ganz gut.
Silvester. Am Vormittag unternehmen wir einen kleinen Stadtbummel. Einige unserer Gäste sind da schon mit dem Zug unterwegs, nach Lucca bzw. Pisa. Auch die Möglichkeit zum Besuch der Therme wird genutzt. Wanderfreudige tun es der Busbesatzung gleich und "erklimmen" Montecatini Alto, auf einen der zahlreichen Hügeln liegend. Die bequemere Variante mit der Standseilbahn kann nicht genutzt werden - Winterpause! Am Abend sind alle Gäste pünktlich zum Gala - Essen zur Stelle, zu pünktlich für italienische Verhältnisse. "Warten Sie noch 5 Minuten!" Und die können hier zur Ewigkeit werden. Endlich ist Einlass. Fast unglaublich, dass wir ab jetzt bis Mitternacht ständig mit neuen Gängen "gefüttert" wurden. Kein Wunder, das dabei der Sekt nicht pünktlich auf den Tischen stand. Die italienischen Gäste feierten ziemlich ausgelassen das Neue Jahr, um sich aber sogleich auf den Tanzboden zu begeben. Hier wurde jede Art von Formationstanz "ausprobiert", während unsere Gäste nur vereinzelt dazu tanzten. Im übrigen kehrten unsere italienischen "Mitstreiter" nicht wieder an ihre Tische zurück, auch eine neue Erfahrung!
Neujahr. Am späten Vormittag beginnt unsere Rückfahrt, vorerst bis Bozen. "Guiseppe" unser "Koch" auf Zeit verteilt im Bus kleine Geschenke an die Damen, eine Aufmerksamkeit der Hotelleitung. Gegen Abend erreichen wir unser Hotel in einem Stadtteil von Bozen.
Am Abreisetag scheint vorerst die Sonne. Ein letzter Gruß aus Südtirol, bevor es über den Brenner Richtung Heimat geht. Ich überlege - mildes Klima, kein Schnee, jede Menge grüne Landschaft, die wunderbaren alten Städte mit ihren unzähligen Kunstwerken und die Aufgeschlossenheit und Herzlichkeit der toskanischen Menschen - alles war vorhanden! Sicher auch Lärm, kleine Zimmer, aber auch ein vorzügliches Essen und ein guter Wein! Eben Bella Italia!
Auf der Nordseite der Alpen holt uns der Alltag ein. Wetter grau in grau und dazu jede Menge Staus.
Eine in jeder Hinsicht einmalige Toskana - Reise geht zu Ende.
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