Zum Hauptinhalt springen ... Alle Themen & Ziele
  (03 52 04) 92 112 / Mo – Fr: 07:00 – 19:00 Uhr + Sa: 10:00 – 15:00 Uhr
Eberhardt TRAVEL GmbH
Testsieger 2025
Banner-Hero

Westkanada & Alaska – Wildnis, Weite, Wale und Wunder

Reisebericht: 04.08. – 23.08.2026

20 Tage voller Natur, Gletscher, Bären und unvergesslicher Begegnungen: Gemeinsam entdecken wir Westkanada und Alaska – mit jeder Menge Spaß, grandiosen Ausblicken und vielen Geschichten für zuhause.

Marcus Hasselhorst

Ein Reisebericht von
Marcus Hasselhorst

Banff Nationalpark (24) – © Marcus Hasselhorst (Eberhardt TRAVEL) 20260806 124724 – © Marcus Hasselhorst (Eberhardt TRAVEL) Columbia Icefield (11) – © Marcus Hasselhorst (Eberhardt TRAVEL) Columbia Icefield (13) – © Marcus Hasselhorst (Eberhardt TRAVEL) Impressionen (3) – © Marcus Hasselhorst (Eberhardt TRAVEL) Die Jade (1) – © Marcus Hasselhorst (Eberhardt TRAVEL) Junaeu (4) – © Marcus Hasselhorst (Eberhardt TRAVEL) Glacier Gardens (2) – © Marcus Hasselhorst (Eberhardt TRAVEL) Alaska Native Heritage Center (13) – © Marcus Hasselhorst (Eberhardt TRAVEL) Alaska Wildlife Park (4) – © Marcus Hasselhorst (Eberhardt TRAVEL) von Whittier bis Anchorage (2) – © Marcus Hasselhorst (Eberhardt TRAVEL) Denali NP (4) – © Marcus Hasselhorst (Eberhardt TRAVEL)

Dienstag, den 4. August 2026 – Mit Vorfreude über den großen Teich

Ein sonniger Tag in Frankfurt und nach und nach trudeln unsere Gäste aus allen Ecken Deutschlands am Gate ein. Die Vorfreude auf 20 Tage Westkanada und Alaska ist deutlich spürbar – jetzt kann das Abenteuer endlich beginnen!

Pünktlich steht unser Airbus A330 von Discover Airlines bereit und nach dem Einsteigen heißt es: Leinen los – beziehungsweise Triebwerke an! Rund neun Stunden fliegen wir über Grönland Richtung Calgary. Mittagessen, ein Film, ein Nickerchen und schon beginnt der Sinkflug. Kanada, wir kommen!

Überpünktlich setzen wir in Calgary auf und machen gleich Bekanntschaft mit den kanadischen Einreiseautomaten. Deklarieren, scannen, Koffer holen – alles klappt erstaunlich reibungslos. Und schon wartet Wolfgang, unser Guide für Westkanada, auf uns.

Ein kurzer Transfer bringt uns zu unserem Hotel mitten in Downtown Calgary. Die riesigen Apartments sind beeindruckend, doch fürs Bett ist es noch zu früh – zumindest nach kanadischer Uhrzeit! Also machen wir uns noch einmal auf den Weg und spazieren durch die City zum Restaurant Earl’s Kitchen.

Dort erwartet uns ein leckeres Abendessen, das nach deutscher Zeit betrachtet schon tief in der Nacht serviert wird. Irgendwann siegt dann aber doch die Müdigkeit über den Appetit. Gemeinsam geht es zurück zum Hotel, wo sich einer nach dem anderen in die komfortablen Betten verabschiedet.

Ein perfekter Start: Flug pünktlich, Koffer da, Guide gefunden und alle gut angekommen. Kanada kann kommen!

Mittwoch, den 5. August 2026 – Calgary, Cowboys und die ersten Rocky–Mountain–Wunder

Der erste richtige Kanada-Tag beginnt ganz gemütlich mit einem guten Frühstück. Danach heißt es wieder: Koffer zu, einsteigen und los! Calgary möchte uns schließlich nicht warten lassen.

Unsere Stadtrundfahrt führt zunächst zum South Bow Park. Von hier bietet sich ein schöner Blick auf die Skyline, im Vordergrund gleich zwei echte Sportikonen der Stadt: der Saddledome, Heimat der Calgary Flames, und das Stampede-Stadion, wo alljährlich eines der größten Rodeofestivals der Welt für reichlich Staub und Adrenalin sorgt. Durch den Park spazieren wir hinunter zum Cowboy-Denkmal – Calgary lässt schon einmal tief in seine Westernseele blicken.

Danach verlassen wir die Stadt und machen uns auf Richtung Rocky Mountains. Am Olympiazentrum der Winterspiele von 1988 gibt es einen kurzen Stopp. Nicht alles ist heute zugänglich, und so bleiben uns die berühmten Sprungschanzen und der legendäre „Bob der Jamaikaner“ zunächst nur in Erinnerung.

In Canmore wird noch schnell der Bus mit Wasser versorgt – schließlich soll niemand auf der langen Fahrt durch die Rockies verdursten. Und dann gibt es bereits die ersten echten Wildnis-Momente: Schwarzbären und Wapitis werden vom Bus aus gesichtet. Wow! Gleich am ersten Tag und schon Wildtiere vor der Kamera – Kanada meint es gut mit uns.

Am Johnston Canyon wartet die nächste Attraktion. Die Wasserfälle sind zwar wegen der Besuchermassen nur eingeschränkt zu genießen, aber der Platz eignet sich hervorragend für eine Pause. Kiosk, Souvenirladen, Restaurant, Bar und Toiletten – touristische Infrastruktur kann manchmal eben auch ein Segen sein.

Bei herrlichem Wetter geht es weiter zum Mount-Norquay-Lookout. Das Panorama über Banff ist großartig und direkt am Aussichtspunkt präsentieren sich sogar Bergschafe als Fotomodelle. Die scheinen genau zu wissen, wo die besten Plätze sind.

Danach wartet das berühmte Fairmont Banff Springs Hotel. Von der anderen Seite des Bow River wirkt der riesige Hotelpalast mitten im Wald fast wie aus einem Märchenbuch. Beim Spaziergang entlang des Flusses entdecken wir auch die Wasserfälle, bevor uns der nächste Aussichtspunkt erwartet: Surprise Corner – der Name hält, was er verspricht.

Weiter geht es zu den Hoodoos, diesen eigenwilligen Felsformationen, die wie versteinerte Figuren über dem Bow River thronen. Dazu gibt es einen grandiosen Blick über die endlose Weite der Landschaft.

Zum Abschluss des Tages fahren wir noch zum Lake Minnewanka und legen gleich zwei Fotostopps ein, unter anderem am Charlie Lake. Die Speicherkarten füllen sich schneller als gedacht – und der Tag ist noch gar nicht vorbei!

Am frühen Abend erreichen wir unsere Banff Caribou Lodge. Kurz durchschnaufen, frisch machen und schon geht es zu Fuß die Avenue hinunter zum El Toro. Dort läuft alles straff organisiert: Essen bestellt, kurze Zeit später steht es auf dem Tisch. So muss das sein, wenn eine Reisegruppe hungrig ist!

Den lauen Sommerabend nutzen einige noch für einen Bummel durch Banff, andere gönnen sich einen Drink und lassen die ersten Eindrücke des Tages sacken.

Und irgendwann heißt es: ab ins Bett. Die angenehme Bergkühle hilft dabei, die Wärme des Tages aus den Zimmern zu vertreiben. Nach Calgary, Bären, Wapitis, Wasserfällen und den ersten Rocky-Mountain-Panoramen haben sich alle die erste Nacht in den Bergen redlich verdient.

Donnerstag, den 6. August 2026 – Türkis, Eis und ein Monster auf Rädern

Frühes Frühstück, denn heute wartet ein ganz besonderer Tag auf uns. Die Sonne steigt gerade über den Bergen empor und von der Banff Avenue bietet sich ein fantastischer Blick auf dieses Naturschauspiel. Alle sind pünktlich, das Morgenritual funktioniert inzwischen wie geschmiert und schon geht es los.

Kaum haben wir Banff verlassen, warten bereits die ersten 32 Highlights auf uns – zumindest gefühlt! Rechts startet der berühmte Rocky Mountaineer seine Fahrt durch die Rockies, während sich links zwei kapitale Hirsche mit riesigem Geweih genüsslich über das Grün am Straßenrand hermachen. Kanada serviert heute Morgen gleich das volle Programm.

Der Tag steht ganz im Zeichen des Wassers – genauer gesagt: der Farbe Türkis. Erster großer Höhepunkt ist der Lake Louise mit seinem berühmten Hotel. Kamera raus, Fotomotiv suchen, fotografieren, noch einmal fotografieren – und feststellen, dass eigentlich jedes Motiv wie eine Postkarte aussieht.

Weiter geht es zum Moraine Lake, der tatsächlich noch eine Portion türkiser daherkommt. Vom kleinen Geröllhügel aus, mit der Sonne im Rücken, leuchtet der See besonders intensiv. Wieder einmal zeigt sich: Bei Landschaftsfotografie ist vieles eine Frage der Perspektive. Und während wir fotografieren, drängen sich freche Streifenhörnchen regelrecht ins Bild. Endlich einmal Fotomodelle, die nicht weglaufen!

Im kleinen Ort Lake Louise bleibt Zeit für einen Snack oder einen kleinen Einkauf, bevor wir wieder auf dem Parkway Highway unterwegs sind. Nächster Stopp: Peyto Lake. Von der Aussichtsplattform eröffnet sich ein unglaublicher Blick auf diesen tiefblauen See, gespeist vom gleichnamigen Gletscher. Mehr Türkis geht eigentlich nicht – man könnte fast meinen, jemand hätte die Farbe nachträglich aufgetragen.

Am Columbia Icefield Visitor Centre wartet dann das nächste Abenteuer. Mit speziellen Ice Explorer Trucks geht es auf den Gletscher. Riesige Ungetüme auf gigantischen Ballonreifen, gesteuert von erstaunlich zierlichen Fahrerinnen. Unsere Australierin Katie beherrscht ihr Monster souverän und bringt uns sicher hinauf aufs Eis.

Oben angekommen, leuchtet die Landschaft in unglaublichen Farben – gleichzeitig herrschen eher eisige Temperaturen. Es ist richtig chillig und so mancher bekommt sogar nasse Füße. Denn unter unseren Schuhen liegt tatsächlich mehrere Dutzend Meter dickes Eis, während an der Oberfläche das Schmelzwasser seinen Weg sucht. Besonders verrückt: Wir fahren mit diesem Monstertruck über eine Schotterpiste, unter der pures Eis liegt. Kanada kann eben auch ziemlich cool sein!

Bei strahlendem Sonnenschein und bester Laune geht es wieder hinunter. Ein letzter Stopp wartet an den Athabasca Falls. Mit gewaltigem Getöse stürzt das Wasser unter uns in die Tiefe – ein beeindruckender Abschluss eines Tages, der eigentlich schon genug Höhepunkte hatte.

Am Abend erreichen wir unsere Unterkunft, die idyllisch gelegenen Beckers Chalets. Während große Teile der Umgebung 2024 von den Waldbränden betroffen waren, ist diese kleine grüne Oase erhalten geblieben und wirkt fast wie ein kleines Wunder. Zum Abendessen werden wir noch einmal bestens verwöhnt.

Danach heißt es ab in die gemütlichen Betten. Und während draußen der Fluss unermüdlich rauscht, schlafen wir mit Bildern von türkisfarbenen Seen, Gletschern, Eis und Bergen ein. Ein weiterer großartiger Tag in Kanada geht zu Ende – und morgen wartet garantiert das nächste Abenteuer.

Freitag, den 7. August 2026 – Von den Rockies zum Whisky–Picknick

Ein gemeinsames Frühstück, noch schnell die letzten Fotos von unserer schönen Unterkunft und dann heißt es Schlüssel abgeben und Abschied nehmen. Jasper verabschiedet uns allerdings mit einem eher traurigen Anblick. Bei der kurzen Stadtrundfahrt durch den nördlichen Teil sehen wir noch immer zahlreiche abgebrannte Häuser – die Spuren der Waldbrände sind allgegenwärtig.

Dann springen die Uhren nach vorne: Wir überqueren die Grenze von Alberta nach British Columbia und damit beginnt ein neues Kapitel unserer Reise. Die Landschaft bleibt großartig und schon bald erreichen wir den Mount Robson – mit 3.954 Metern der höchste Berg der kanadischen Rockies.

Und heute zeigt er sich tatsächlich von seiner besten Seite: wolkenlos! Angeblich gibt es dieses perfekte Schauspiel nur an etwa zwölf Tagen im Jahr. Heute haben wir offenbar einen dieser Tage erwischt. Kameras raus und Fotos ohne Ende – schließlich möchte später niemand behaupten, wir hätten den höchsten Berg der Rockies nicht gesehen.

Doch die Idylle hält nicht ewig. Je weiter wir fahren, desto mehr Rauchschwaden ziehen auf. Der Himmel wird trüb, gelegentlich liegt sogar ein scharfer Geruch in der Luft. Die Waldbrände sind auch hier deutlich zu spüren. Umso willkommener ist die Mittagspause im kleinen Clearwater, wo jeder etwas nach seinem Geschmack findet und neue Energie tanken kann.

Danach geht es hinein in den Wells Gray Provincial Park. Erster Höhepunkt: die Dawson Falls. Wasser marsch – beziehungsweise Wasser fotografieren! Nach der Fotosession wartet allerdings noch eine ganz andere Attraktion.

Marcus und Eberhardt laden zum kleinen Kanada-Picknick ein: Ahornwhisky und Sortilège, dazu Maple-Leaf-Kekse. Ein Toast auf Kanada, die Reise und natürlich auf uns! Einmal nachgeschenkt – und die Stimmung erreicht prompt einen neuen Höhepunkt. Doch irgendwann erinnert uns der Bus daran, dass auch die schönste Verkostung ein Ende haben muss.

Weiter geht es über den Murtle River und vorbei an der Mush Bowl, wo sich das Wasser lautstark durch die Landschaft zwängt. Dann erreichen wir die Helmcken Falls. Mit gewaltiger Kraft stürzt das Wasser in die Tiefe – und mit 141 Metern sogar höher als die berühmten Niagara Falls.

Natürlich wird auch hier fotografiert, was das Zeug hält. Und diesmal entstehen Bilder, die durchaus das Zeug zum Instagram-Kunstwerk haben. Die Natur liefert schließlich die Vorlage, wir müssen nur noch den Auslöser drücken.

Danach geht es weiter Richtung Kamloops. Die Rauchschwaden begleiten uns und tauchen die Landschaft in eine fast mystische Atmosphäre. Am Abend erreichen wir schließlich unser Hotel, das South Thompson Inn – ein bisschen Südstaaten-Flair mitten in British Columbia.

Doch bevor die Betten rufen, wartet noch ein ordentliches BBQ auf uns. Lecker, herzhaft und genau das Richtige nach einem langen Reisetag.

Danach geht es ins Zimmer. Die Klimaanlage beginnt zu brummen, draußen bleibt die warme Sommernacht – und irgendwann schläft auch der letzte Reisende ein. Wieder ein Tag voller Berge, Wasserfälle, Whisky und Kanada-Geschichten.

Samstag, den 8. August 2026 – Kettensägenkunst, Airshow und Stau mit Ansage

Frühstück, Koffer schnappen und ab in den Bus – zumindest war das der Plan. Die Gruppe ist bei schönstem Wetter schon lange vor der Abfahrtszeit komplett versammelt, nur einer fehlt noch: der Busfahrer. Kanada nimmt es eben auch am Morgen ganz entspannt.

Irgendwann geht es dann los Richtung Vancouver. Erste Pause bei Starbucks, während unsere kleine Reiseleitungs- und Busfahrer-Crew im nahegelegenen Supermarkt noch schnell die Wasserversorgung für die nächsten Kilometer sicherstellt. Schließlich soll niemand unterwegs verdursten.

In Hope steht die nächste Pause an. Das Städtchen ist vor allem für seine beeindruckenden Kettensägenskulpturen bekannt. Im Memorial Park entdecken wir jede Menge kunstvoll aus Baumstämmen geschnitzte Figuren – darunter natürlich auch Rambo, der lässig auf seinem Stamm thront. Etwas weniger idyllisch wirken allerdings die Feuer, die in den umliegenden Wäldern zu sehen sind und sich durch die Landschaft fressen. Ein eindringlicher Kontrast zur sonst so friedlichen Natur.

Je näher wir Vancouver kommen, desto dichter wird der Verkehr. Nicht nur auf der Straße ist einiges los, auch über unseren Köpfen herrscht Hochbetrieb. Bei der Airshow in Abbotsford ziehen waghalsige Piloten ihre spektakulären Manöver direkt über uns hinweg. Ein kostenloses Flugprogramm, das man sich natürlich nicht entgehen lässt!

Bald erreichen wir Vancouver und machen zunächst einen Abstecher nach Chinatown. Endlich können auch die Beine etwas vertreten werden. Bei bestem Wetter spazieren wir nach Gastown zur berühmten Steam Clock. Pünktlich zur halben Stunde ertönt ihr Dampfpfeifen-Konzert und natürlich stehen wir genau richtig, um dem Spektakel zu lauschen.

Danach geht es Richtung Hafen. Riesige Kreuzfahrtschiffe liegen an den Terminals, während die Wasserflugzeuge nahezu im Sekundentakt starten und landen. Vor der olympischen Flamme gibt es noch schnell das obligatorische Gruppenfoto – alle lächeln, alle sind gut gelaunt und keiner ahnt, was gleich kommt.

Denn plötzlich geht gar nichts mehr.

Stau. Stillstand. Nichts bewegt sich. Die Zeit läuft davon und unser eigentlich geplantes Abendessen muss kurzerhand nach hinten verschoben werden. Vancouver zeigt uns damit eine weitere Sehenswürdigkeit: den ganz normalen Feierabendverkehr.

Im Stanley Park angekommen, fällt der geplante Stopp bei den Totempfählen wegen eines Yoga-Festivals leider aus. Also fahren wir einmal rund um den Park und genießen die tollen Ausblicke. Am Prospect Point Lookout haben wir schließlich Glück und ergattern eine gute Stelle für unseren Bus. Die Kamera wird gezückt und die Lions Gate Bridge ausgiebig fotografiert.

Als wir schließlich unser Hotel direkt am Pazifikstrand erreichen, wartet bereits die nächste Überraschung: Die neuen Gäste vom Flughafen sind eingetroffen und verstärken ab sofort unsere Reisegruppe. Willkommen in Kanada!

Zum ersten gemeinsamen Abendessen geht es ins hervorragende Sylvia Hotel direkt an der Promenade. Mit Blick aufs Wasser lassen wir uns verwöhnen und genießen die entspannte Atmosphäre.

Danach lockt noch der Strand. Bei einem fast tropisch anmutenden Sonnenuntergang spazieren wir am Ufer entlang, bevor ein Drink den ereignisreichen Tag langsam ausklingen lässt.

Ein langer, abwechslungsreicher Tag geht zu Ende: Kettensägenkunst, Feuer, Flugakrobatik, Dampfuhr, Wasserflugzeuge, Stau und Sonnenuntergang. Vancouver hat uns heute wirklich alles geboten – und wir waren mittendrin!

Sonntag, den 9.8.2026 – Vancouver Island ruft!

Früh raus heißt es heute für alle, die Vancouver Island erobern wollen. Die anderen dürfen ausschlafen und Vancouver ganz entspannt zu Fuß oder per Fahrrad entdecken. Jeder so, wie er mag – schließlich ist Sonntag!

Unser Bus rollt durch das noch erstaunlich ruhige Vancouver Richtung Tsawwassen, was übersetzt so viel wie „Land mit Blick auf das Wasser“ bedeutet. Am Fährhafen heißt es: Bus an Bord und Leinen los! Die nächsten eineinhalb Stunden genießen wir die herrliche Überfahrt durch die fjordähnliche Landschaft. Und als besonderes Extra zeigen sich sogar Wale – besser kann eine Fährfahrt kaum werden.

Auf Vancouver Island erreichen wir Swartz Bay. Fast alle schaffen es rechtzeitig und ohne fremde Hilfe wieder in den Bus. Zwei machen es allerdings besonders spannend, aber noch vor dem Ablegen sind auch die beiden wieder an Bord – Gruppenzusammenhalt funktioniert!

Entlang der Küste geht es zunächst ein Stück, dann über den Highway Richtung Victoria. Chinatown, Hafen, Fisherman’s Wharf und schließlich der südlichste Punkt mit dem Terry-Fox-Denkmal und einem grandiosen Blick über das Wasser bis hinüber in die USA.

Am Parlamentsgebäude angekommen, heißt es Freizeit: Sightseeing, Bummeln und Mittagspause nach persönlichem Geschmack. Danach wartet ein Höhepunkt ganz anderer Art: Butchart Gardens. Bei hochsommerlichen Temperaturen blüht und duftet es hier in allen Farben. Thematisch angelegte Gartenwelten sorgen dafür, dass jeder sein persönliches Blumenparadies findet – und natürlich werden die Kameras ordentlich beschäftigt.

Dann heißt es wieder zurück zum Anleger, Bus auf die Fähre und ab zurück nach Vancouver Island? Nein, natürlich zurück nach Vancouver! Die Überfahrt verläuft bei ruhigem Sommerwetter fast schon wie eine kleine Kreuzfahrt.

Noch vor 20 Uhr sind wir wieder im Hotel. Jetzt darf jeder den Abend nach Lust und Laune gestalten: leckeres Dinner in einem der Restaurants in der Umgebung, vielleicht ein oder zwei Sundowner und einfach mal die Seele baumeln lassen.

Ein wunderschöner Tag geht zu Ende – und Vancouver wartet morgen schon wieder auf uns.

Montag, den 10. August 2026 – Leinen los Richtung Alaska!

Für unsere Neuankömmlinge gibt es heute Morgen zunächst noch eine ordentliche Portion Vancouver. Maicke führt durch Stanley Park, Gastown und entlang des Hafens, während die bereits eingespielte Truppe den Vormittag etwas gemütlicher angehen kann. Pünktlich sind alle wieder am Hotel – denn jetzt wird es ernst: Wir gehen an Bord!

Koffer gepackt, fein säuberlich mit Anhängern versehen und ab damit in den Bus. Bevor es losgeht, gibt es noch die letzten Instruktionen vom Reisebegleiter – inklusive eines beinahe appellartigen „Guten Morgen!“, der den Bus förmlich erbeben lässt. Marcus und Wolfgang moderieren die kurze Fahrt gemeinsam und schon bald heißt es Abschied nehmen. Wolfgang wird mit einem tosenden Applaus verabschiedet. Schön war’s!

Nun verlassen wir den Bus und vertrauen einfach darauf, dass unsere Koffer ebenfalls den richtigen Weg zum Schiff finden. Für diejenigen, die den morgendlichen Guten-Morgen-Appell ausgelassen haben, gibt es im Terminal übrigens noch eine zweite Chance. Unter großem Gelächter wird die Begrüßung kurzerhand wiederholt.

Die Einreiseprozedur ist hervorragend organisiert und nach nicht einmal 30 Minuten stehen wir tatsächlich an Bord. Erst einmal etwas essen und trinken – schließlich soll die Kreuzfahrt nicht hungrig beginnen. Doch kaum ist der erste Snack verdaut, kommt schon die erlösende Durchsage: Die Kabinen sind fertig!

Also Gepäck verstauen, Schiff erkunden und ab auf Deck 14. Bei Kaiserwetter stoßen wir auf die kommenden Tage an. Vancouver zieht langsam an uns vorbei, die See liegt spiegelglatt und die ersten Eindrücke könnten kaum schöner sein. Jetzt heißt es wirklich: Leinen los und Alaska, wir kommen!

Der Nachmittag vergeht mit Auspacken, Kabine kennenlernen und natürlich dem Erkunden unseres schwimmenden Hotels. Am Abend treffen wir uns zum gemeinsamen Dinner im großzügigen Restaurant Gran Pacific. Mit Blick auf die Heckwelle lassen wir uns fürstlich verwöhnen – gemütlich, lecker und mit dem guten Gefühl, dass die Reise nun endgültig in die nächste Runde geht.

Danach wartet im Theater die Willkommensshow. Ein bisschen Unterhaltung gehört schließlich zum ersten Abend an Bord dazu. Anschließend noch ein Drink an der Bar, ein letzter Blick auf die inzwischen dunkle See und irgendwann rufen dann doch die Kabinen.

Zufrieden fallen die ersten Augen zu. Vancouver liegt hinter uns, Alaska vor uns – und das Abenteuer auf See hat gerade erst begonnen.

Dienstag, den 11. August 2026 – Seetag: Essen, Wale und ganz viel Entspannung

Ein Seetag, wie er im Reisebuch steht: herrliches Wetter, kaum Wind und eine See so glatt wie ein Spiegel. Kein Wecker, kein Bus, kein Kofferpacken – einfach treiben lassen. Und während wir entspannt über den Pazifik gleiten, gibt es immer wieder Wale zu entdecken. Mal hier, mal dort, mal an der anderen Seite des Schiffes. Irgendwann weiß man schon gar nicht mehr, wohin man zuerst schauen soll.

Das Frühstück entpuppt sich dann allerdings als kleine Massenveranstaltung. Das Buffetrestaurant hat stellenweise durchaus den Charme einer gut besuchten Bahnhofshalle. Wer es etwas ruhiger mag, sucht sich einen Platz draußen oder gönnt sich das Frühstück im Grand Pacific. Schließlich ist Urlaub, und da darf auch das Frühstück etwas stilvoller ausfallen.

Am Vormittag wird uns dann endgültig bewusst, wohin unsere Reise führt. Ein informativer Vortrag über Alaska macht Lust auf die kommenden Tage und vermittelt einen ersten Eindruck von dieser gewaltigen Region – unendliche Weite, spektakuläre Natur und jede Menge Einsamkeit.

In der Sprechstunde werden anschließend die wirklich wichtigen Fragen des modernen Kreuzfahrers geklärt: Wie funktioniert das Internet? Wo findet man was? Und überhaupt – wie lebt es sich eigentlich auf diesem schwimmenden Hotel?

Danach heißt es schon wieder: Essen fassen! Je nach Lust und Laune findet jeder das passende Angebot. Rund um den Pool wird es inzwischen voller, doch zum Glück gehört das klassische Handtuch-Reservieren hier nicht zum Pflichtprogramm. So findet sich erstaunlicherweise immer noch ein Plätzchen.

Der Rest des Tages gehört der Entspannung. Lesen, dösen, die Aussicht genießen oder vielleicht doch einen Drink nehmen – alles ist erlaubt. Und natürlich darf auch das Eis nicht fehlen. Schließlich braucht so ein Seetag ausreichend Kalorien, um die nächste Walbeobachtung durchzustehen.

Kaum hat man das Mittagessen verdaut, nähert sich auch schon wieder die nächste Mahlzeit. Ab 17.30 Uhr wird zum Dinner gebeten. Wer sein Gewicht halten möchte, braucht an Bord offensichtlich eine ganz eigene Strategie – denn neben den vielen leckeren Speisen locken auch die Bars mit verführerischen Getränken.

Und wer nach dem Abendessen noch Energie hat, kann sich im Theater die Show „Fusion“ ansehen oder eines der zahlreichen Konzerte besuchen.

Ein herrlich entspannter Tag auf See geht zu Ende. Keine Termine, keine Hektik, dafür Wale, gutes Essen, Sonne und Meer. So darf eine Kreuzfahrt gerne weitergehen!

Mittwoch, den 12.8.2026 – Ketchikan, Bären, Adler und jede Menge Souvenirs

Die ehemalige Papierfabrik in Ward Cove liegt rund sieben Meilen außerhalb von Ketchikan. Nach dem Frühstück geht es für unsere Gruppe deshalb gleich auf zu den verschiedenen Ausflügen: Während die einen auf Bärensuche gehen, halten die anderen Ausschau nach Adlern.

Und beide Fraktionen haben Glück! Junge Bären lassen sich wunderbar beobachten und natürlich auch fotografisch festhalten. Beim Bootsausflug wird ebenfalls kräftig auf den Auslöser gedrückt: Gleich sechs Adler zeigen sich, dazu kommen Robben und in der Ferne sogar einige Wale. Die Crew sorgt derweil mit heißer Schokolade und einer Snackplatte dafür, dass niemand vor lauter Tierbeobachtung vom Fleisch fällt. Bei herrlichem Sonnenschein könnte es kaum besser sein.

Zurück in Ward Cove stehen die Shuttlebusse bereit und bringen uns nach Ketchikan. Gleich vier weitere große Kreuzfahrtschiffe liegen heute im Hafen, trotzdem bleibt das Ganze erstaunlich gut organisiert. Die Uferpromenade mit ihren Bars, Restaurants und Souvenirläden ist natürlich gut besucht. Man könnte fast meinen, auf den Schiffen gäbe es nichts zu essen – die Warteschlangen vor den Restaurants sprechen jedenfalls eine andere Sprache.

Und dann gibt es noch Bären und Seelöwen quasi gratis dazu. Auch hier zeigen sich die wilden Bewohner Alaskas erstaunlich fotogen und kommen teilweise erstaunlich nah an die Besucher heran. Zumindest beweisen das die Bilder unserer Gruppe. Entsprechend groß ist die Begeisterung.

Die Sonne bleibt uns den ganzen Tag treu und so wird Ketchikan zum perfekten Alaska-Erlebnis. NCL hat Ward Cove zudem zu einem kleinen Shoppingparadies ausgebaut – und plötzlich schleppen erstaunlich viele Gruppenmitglieder einen Sack voller Souvenirs mit sich herum. Zufall? Wohl kaum!

Am Abend wird es dann gemütlich. Ein leckeres Dinner, vielleicht vorher noch ein Drink im Außenbereich und später geht es für einige ins Theater zum Mentalisten. Andere bevorzugen noch einen Absacker an der Bar.

Was für ein Tag: Bären, Adler, Seelöwen, Wale, Sonne und Shopping. Alaska kann sich wirklich sehen lassen!

Donnerstag, den 13.8.2026 – Juneau: Adler, Lachse und ein bisschen Nervenkitzel

Wieder ein vielversprechender Tag in Alaska, denn die Sonne lacht vom Himmel. Juneau verlangt heute allerdings etwas Flexibilität: Die Seilbahn ist wegen Wartungsarbeiten außer Betrieb und auch der Mendenhall-Gletscher fällt aus. Ein gebrochener Eisdamm hat den See und das Tal bis hinunter zum Meer überflutet – dieser Bereich bleibt vorsichtshalber geschlossen. Alaska macht eben sein eigenes Programm.

Nach dem Frühstück treffen wir uns an Bord und sind natürlich viel zu früh am Pier. Warten gehört schließlich auch zum Reiseleiterleben. Dann kommt Joey mit seinem wunderschönen Tramway-Ausflugsbus – und schon macht das Fahren doppelt Spaß.

Unser erstes Ziel sind die Glacier Gardens, eine Premiere für die Eberhardt-Gruppen. Bei traumhaftem Wetter betreten wir diese außergewöhnliche Gartenanlage und staunen über die ersten kopfstehenden Bäume. Ein Guide erklärt uns die Besonderheiten, bevor wir auf zwei überdimensionale Golfcarts verladen werden. Bis zu 16 Personen finden darin Platz – also quasi ein Golfcart mit Reisegruppenambitionen.

Zwei charmante Fahrerinnen bringen uns rund 25 Minuten steil bergauf und erzählen dabei viel über Pflanzen, Vegetation und die Natur des Tongass National Forest, durch den wir teilweise fahren. Die Stimmung ist bestens, und die steile Auffahrt sorgt für einen kleinen Nervenkitzel. Oben angekommen wartet die Belohnung: ein fantastischer Panoramablick über den Flughafen, das Mendenhall Valley und die umliegenden Berge. Bei diesem Wetter einfach perfekt!

Auch die Abfahrt ist spektakulär – glücklicherweise im Einbahnstraßenverkehr. Unten angekommen geht es mit dem Bus weiter zur Salmon Hatchery.

Die Ebbe beschert uns dort ein ganz besonderes Schauspiel: Auf den Sandbänken sitzen unzählige Weißkopfseeadler, viele davon noch ohne ihren berühmten weißen Kopf. Sie warten geduldig auf Fische, die ihnen die Ebbe praktisch auf dem Silbertablett serviert. So viele Adler sind es, dass Zählen eigentlich keinen Sinn mehr macht.

In der Aufzuchtstation sehen wir zunächst die Fischtreppen und beobachten Lachse, die sich mit erstaunlicher Energie stromaufwärts kämpfen. Joey und Marcus liefern die passenden Erklärungen, eine deutsche Broschüre hilft beim Nachlesen. Dazu gibt es kostenlosen Kaffee und kleine Snacks – Alaska meint es heute wirklich gut mit uns.

Wir erfahren einiges über „Ocean Ranching“ und die Unterschiede zu den Lachsfarmen in Norwegen. In einer weiteren Halle schwimmen Millionen winziger Fischchen umher. Draußen drehen Seehunde vor der Station ihre Runden und hoffen offensichtlich auf ein besonders einfaches Mittagessen.

Auf dem Weg zurück nach Juneau folgt der nächste Fotostopp: das beeindruckende Whale Monument. Der Wal sieht verblüffend echt aus – und just in diesem Moment spritzt sogar Wasser aus seinem Körper. Ein perfektes Fotomotiv!

Anschließend geht es ins Alaska State Museum. Eine interessante Sammlung erwartet uns, darunter ein präparierter Gletscherbär. Die meisten von uns haben von dieser Besonderheit bisher noch nie gehört – wieder etwas gelernt.

Zu Fuß geht es weiter zum State Capitol. Die inzwischen etwas müden Beine melden allerdings erste Ermüdungserscheinungen. Die Statuen vor dem Gebäude und das Capitol selbst werden noch pflichtbewusst von außen fotografiert, aber hinein in das Zentrum der Macht möchte nun kaum noch jemand. Ein Bier erscheint plötzlich deutlich verlockender.

Marcus hat schließlich eines versprochen. Der Red Dog Saloon im Westernstil wäre eigentlich das Ziel, doch als Gruppe ist dort kein Durchkommen. Draußen wartet bereits eine ordentliche Schlange auf Einlass. Einige stellen sich tapfer an, andere verabschieden sich angesichts der langen Wartezeit lieber Richtung Schiff.

Der harte Kern gibt nicht auf und versucht sein Glück in der Alaska State Brewery. Tatsächlich ergattern wir sogar zwei Stehtische und genießen ein wunderbar kühles Bier. Mission erfüllt!

Danach bleibt noch etwas Freizeit, bevor das Abendessen an Bord ruft. Doch der Tag ist damit längst nicht vorbei. Was könnte schöner sein als ein lauer Sommerabend in Alaska? Also wieder hinaus an Deck, während die Trollfjord durch die Inside Passage gleitet.

Berge, Wasser, Inseln und langsam ziehendes Licht – Alaska verabschiedet sich heute mit einer perfekten Abendkulisse. Und wer möchte, kann den Tag natürlich noch mit einem Drink an der Bar verlängern.

Freitag, den 14.8.2026 – Skagway: Mit Volldampf zum White Pass

Frühstück an Bord und wieder lacht die Sonne vom Himmel. Alaska scheint heute beschlossen zu haben, uns weiterhin von seiner besten Seite zu zeigen. Für die Mehrheit der Gruppe steht der White Pass auf dem Programm, einige verbinden die Fahrt sogar noch mit einem Abstecher in den Yukon.

Am Bahnhof wartet bereits der historische Zug. Historisch ist allerdings vor allem das Ambiente, denn inzwischen ziehen Dieselloks die beeindruckende Wagenkolonne. Wir machen es uns gemütlich und kaum ertönt das laute Tuten, setzt sich der Zug in Bewegung. Viele Waggons, viele aufgeregte Touristen und jede Menge Vorfreude – die Expedition zum White Pass beginnt.

Gemächlich schraubt sich der Zug nach oben. Kaum haben wir Skagway verlassen, werden die Außenplattformen geöffnet und schon stehen die ersten Fotografen bereit. In alle Richtungen wird geknipst, was die Kameras hergeben. Jede Kurve eröffnet eine neue Perspektive auf die spektakuläre Bergwelt.

In der Ferne tauchen andere Züge auf, manchmal begegnen sie uns auf den Ausweichstrecken. Dann folgen Tunnel, Brücken und tiefe Schluchten. Kurz vor dem White Pass überspannt eine neue Brücke einen beeindruckenden Canyon. Die alte Brücke daneben hat ihre besten Zeiten eindeutig hinter sich und ist teilweise bereits eingestürzt. Da ist man doch froh, dass die Eisenbahn inzwischen auf moderne Technik setzt.

Oben angekommen, erreichen wir kanadisches Gebiet. Der Zug fährt eine große Schleife und macht sich anschließend wieder auf den Rückweg nach Skagway. Auf einer Ausweichstrecke kommt uns schließlich noch der Stolz der Eisenbahner entgegen: Eine mächtige Dampflok stampft sich mit viel Rauch und noch mehr Würde den Berg hinauf. Ein Anblick wie aus einem alten Westernfilm.

Und das Wetter? Kaiserwetter! Oder besser gesagt: Engelwetter. Denn wenn Engel reisen, scheint bekanntlich die Sonne.

Zurück in Skagway wartet der nächste Programmpunkt: ein Spaziergang durch den traditionsreichen Ort. Skagway wirkt tatsächlich wie eine Filmkulisse. Holzhäuser, historische Fassaden und breite Straßen erinnern an die Goldgräberzeit. Heute haben sich vor allem Souvenirläden, Bars und Restaurants breitgemacht, aber auch einige kleine Museen erzählen noch von den wilden Zeiten des Ortes.

Wer bereits zurück an Bord ist, macht es sich mit einem Drink auf dem Sonnendeck gemütlich und genießt die letzten Sonnenstunden. Alaska kann wirklich anstrengend sein – vor allem, wenn man dabei ständig schöne Aussichten fotografieren muss.

Noch vor dem Auslaufen beginnt unser gemeinsames Dinner im Cagney’s Steakhouse. Die meisten entscheiden sich für den Klassiker: Filet Mignon. Auch unsere Vegetarierin kommt natürlich nicht zu kurz. Dafür sorgt Restaurantchefin Teresa persönlich, die uns während der Reise schon so manches möglich gemacht hat.

Nach dem Dessert sind alle satt und zufrieden – aber noch lange nicht bereit fürs Bett. Schließlich steht die Ausfahrt aus dem Fjord bevor. Also wieder raus an Deck, Kameras bereit und Getränke in der Hand.

Die Sonne steht tief, die Berge ziehen langsam vorbei und der Wind hält sich angenehm zurück. Fast wie an einem lauen Sommerabend im Süden – nur mit deutlich mehr Bergen und Alaska drumherum.

Bei Cocktails, Wein und bester Stimmung genießen wir die letzten Eindrücke von Skagway. Ein weiterer perfekter Alaska-Tag geht langsam zu Ende.

Und wenn der nächste Reisetag wieder genauso spektakulär wird, brauchen wir bald ein größeres Fotoalbum.

Samstag, den 15.8.2026 – Icy Strait Point: Wale, Bären und ein bisschen Wildnis

Nach dem Frühstück legen wir in Icy Strait Point an, einem ehemaligen Außenposten einer Fischkonservenfabrik. Heute haben die Native People gemeinsam mit NCL daraus einen ausgesprochen hübschen Alaska-Erlebnisort gemacht. Und Alaska selbst übernimmt gleich am frühen Morgen die Begrüßung: Direkt am Schiff zeigen sich die ersten Buckelwale und klatschen mit ihren Flossen, als wollten sie uns persönlich willkommen heißen.

Hier geht es entweder nach oben oder nach drüben: Eine Seilbahn führt hinauf auf den Berg, eine zweite bringt die Gäste in den kommerziellen Bereich rund um den Anleger mit Restaurants, Souvenirläden und allerlei Versuchungen für die Reisekasse. Wer es besonders rasant mag, kann den Rückweg gleich mit der Zipline antreten. Alaska von oben – und zwar mit ordentlich Fahrtwind!

Für viele von uns steht heute allerdings das große Whale Watching auf dem Programm. Mehrere Boote starten direkt vom Pier und schon bald wird klar: Das wird kein Ausflug zum bloßen Wassertreten. Zwar scheint die Sonne, doch auf dem Außendeck ist es empfindlich frisch. Alaska erinnert uns daran, dass Sommer hier durchaus dehnbar ist.

Die Ausbeute kann sich sehen lassen: Vier Buckelwale zeigen sich, dazu drei Orcas und sogar ein Seeleopard. Unzählige Seeotter treiben und planschen im Wasser, während am Ufer ein Schwarzbär und gleich zwei Braunbären auftauchen. Da kommt selbst die Kamera kaum noch hinterher. Ein echtes Alaska-Bilderbuch mitten in der Natur!

Auch an Land gibt es einiges zu entdecken. Ein schöner Trail lässt sich in etwa 15 Minuten zu Fuß bewältigen und liefert reichlich Fotomotive. Wer heute also noch kein Bild von Bergen, Meer, Wald oder Wildtieren hat, hat eindeutig nicht richtig aufgepasst.

Die meisten aus unserer Gruppe nutzen den Tag deshalb bis zur letzten Minute und bleiben lange an Land. Icy Strait Point erweist sich als charmante Mischung aus Naturerlebnis, Geschichte und touristischem Angebot – angenehm überschaubar und trotzdem voller Möglichkeiten.

Am Abend wartet im Theater die Show „Blazing Boots“. Mit Musik, Tanz und ordentlich Schwung geht es auf die Zielgerade unseres Alaska-Abenteuers. Anschließend folgt die offizielle Verabschiedung durch die Crew – ein durchaus emotionaler Moment, denn langsam wird allen bewusst, dass sich unsere Reise dem Ende nähert.

Und dann zieht plötzlich Nebel auf. Erst ganz zart, dann immer dichter. Die Lichter verschwimmen und die Landschaft bekommt eine fast mystische Atmosphäre. Wunderschön anzusehen – aber draußen wird es zunehmend ungemütlich.

Also werden Dinner, Drinks und die weiteren Aktivitäten kurzerhand nach drinnen verlegt. Schließlich kann man Alaska auch hervorragend bei einem Glas Wein oder Cocktail betrachten.

Ein weiterer großer Tag geht zu Ende – und Icy Strait Point hat uns zum Abschied noch einmal alles geboten: Wale, Orcas, Bären, Sonne, Nebel und jede Menge Alaska. Viel mehr kann man sich eigentlich kaum wünschen.

Sonntag, den 16.8.2026 – Nebel statt Gletscher: Alaska zeigt sich von seiner geheimnisvollen Seite

Sehr früh am Morgen erreichen wir die Yakutat Bay. Eigentlich sollte heute der große Gletschertag werden, doch beim Blick nach draußen ist davon zunächst wenig zu sehen. Genauer gesagt: ungefähr zehn Meter. Dichter Nebel liegt über der Bucht und verschluckt einfach alles, was sich dahinter befindet. Die Positionsmonitore an Bord verraten immerhin, wo wir uns befinden – draußen könnte man dagegen glatt glauben, wir wären mitten in einer Wolke geparkt.

Dann die Durchsage: Alle Ausflüge zum Hubbard-Gletscher werden wegen des dichten Nebels und der damit verbundenen Gefahr durch Eisberge abgesagt. Die bereits gebuchten Ausflüge werden selbstverständlich erstattet. Enttäuschung macht sich breit, aber Sicherheit geht vor. Die Jade lichtet den Anker und nimmt Kurs auf Whittier. Der Gletscher bleibt heute also unserem Fotoalbum schuldig – Alaska entscheidet eben selbst, wann es sich zeigen möchte.

Doch Marcus hat bereits einen Plan B organisiert. In Absprache mit dem General Manager gibt es für unsere Gruppe eine exklusive Küchenführung auf Deutsch. Und da die meisten Gäste wegen des ausgefallenen Gletscherausflugs ohnehin an Bord sind, wird daraus kurzerhand ein echtes Gruppenereignis.

Andreas beantwortet geduldig die vielen Fragen, bevor wir in das heilige Reich der Köche vordringen. Zuerst geht es durch die große Bordküche. Hier herrscht trotz der gewaltigen Mengen, die täglich produziert werden, erstaunlich viel Ordnung. Während wir staunen, laufen im Hintergrund bereits die Vorbereitungen für das Abendessen.

Anschließend werfen wir noch einen Blick in eines der Spezialitätenrestaurants und natürlich darf auch die Bäckerei nicht fehlen. Dort stehen bereits zahlreiche Desserts aufgereiht – ein Anblick, bei dem man sich spontan fragt, warum wir eigentlich gerade erst gefrühstückt haben.

Der restliche Tag wird dann ganz entspannt. Lesen, ausruhen, essen, trinken und das Schiff genießen. Nach den vielen ereignisreichen Tagen an Land tut ein solcher ruhiger Seetag zwischendurch sogar richtig gut.

Am Abend heißt es dann Abschied nehmen von unserer gemeinsamen Bordzeit. Zum letzten Mal trifft sich die gesamte Gruppe zum Abschiedsdinner im Grand Pacific. Es wird noch einmal lecker gegessen, erzählt, gelacht und natürlich werden die vielen Erlebnisse der vergangenen Tage ausgetauscht.

Danach heißt es leider: Koffer packen!

Die Koffer werden vor die Kabinentüren gestellt und machen dort deutlich, dass unsere große Reise langsam zu Ende geht. Noch einmal eine Nacht in der Kabine, noch einmal das sanfte Schaukeln des Schiffes und vielleicht noch ein letzter Drink an der Bar.

Der Hubbard-Gletscher hat sich heute zwar erfolgreich versteckt – aber selbst Alaska kann uns nach dieser Reise nicht mehr überraschen.

Morgen wartet Whittier. Und damit der letzte SeeReisetag.

Montag, den 17.8.2026 – Von der Jade ins wilde Anchorage

Das letzte Frühstück an Bord, noch einmal das Buffet genießen und ein letzter Blick aufs Wasser – dann heißt es Abschied nehmen von der Trollfjord. Die Ausschiffung läuft entspannt und schon bald steht die Gruppe bereit für den nächsten Abschnitt unserer Reise.

Am Pier treffen wir Guide Anna und unseren Bus. Doch bevor es richtig losgeht, heißt es erst einmal: Gas geben! Whittier hat nämlich einen besonderen Ausgang – die Stadt ist nur durch einen Tunnel erreichbar und der wird im Halbstundentakt jeweils nur in eine Richtung freigegeben. Da wollen wir natürlich nicht die falsche Seite erwischen!

Unser erster Stopp führt uns zum Portage Lake. Der gleichnamige Gletscher hält sich allerdings vornehm hinter dichten Wolken versteckt. Auch zwei weitere Gletscher lassen sich nur schemenhaft erahnen. Alaska zeigt sich heute eher in der Rubrik „Ich weiß, dass du da bist“ als „Hier bin ich!“.

Dafür gibt es gleich eine Überraschung aus dem Bus: In der Bucht entdecken wir tatsächlich Beluga-Wale! Weiße Rücken tauchen aus dem Wasser auf und sorgen für einen perfekten Start in unseren ersten Tag an Land.

Anschließend geht es zum Alaska Wildlife Conservation Center. Und hier gibt es Alaska-Wildlife satt! Die Bären lassen sich beim Futtern beobachten und liefern dabei fantastische Fotomotive. Dazu kommen seltene Waldbisons, beeindruckende Karibus, Polarfuchse und das hier heimische Stachelschwein – ein Tier, bei dem man sich unwillkürlich fragt, wer eigentlich wen besser in Ruhe lassen sollte.

Auch Elche und Luchse gehören zur tierischen Besetzung. Die Luchse allerdings haben offenbar schlechte Laune und fauchen sich gegenseitig an. Besonders unterhaltsam ist dagegen ein Schwarzbär, der mit allerlei Spielzeug jongliert und dabei erstaunlich viel Talent beweist.

Für einen echten Gänsehautmoment sorgt schließlich der weiße Chef des Wolfsrudels. Er hebt den Kopf und heult in den Himmel – absolut filmreif! Alaska kann also nicht nur Natur, sondern offensichtlich auch großes Kino.

Weiter geht es zum Wasserflugplatz, einem der aktivsten der Welt. Kleine Maschinen starten und landen beinahe im Minutentakt und zeigen eindrucksvoll, wie wichtig diese Flugzeuge für die riesigen Entfernungen Alaskas sind.

Danach erreichen wir Anchorage und bekommen bei einer Orientierungsfahrt einen ersten Eindruck von der größten Stadt Alaskas. Anschließend bleibt Zeit zur freien Verfügung: Sightseeing, Shopping, Mittagessen oder einfach einmal die Füße hochlegen – jeder nutzt die Pause ganz nach seinem Geschmack.

Am Nachmittag beziehen wir unser Hotel, das Sheraton. Nach den vielen Tagen auf dem Schiff fühlt sich ein festes Bett fast schon wie ein kleines Stück Luxus an.

Am Abend spazieren wir gemeinsam zum Alaska Brewhouse. Bei leckerem Essen und einem passenden Getränk lassen wir den Tag gemütlich ausklingen. Gleichzeitig heißt es Abschied nehmen von den ersten Gästen, die bereits ihre Rückreise nach Deutschland antreten. Nach so vielen gemeinsamen Erlebnissen fällt der Abschied natürlich nicht ganz leicht.

Gemeinsam spazieren wir zurück zum Hotel. Die Kreuzfahrt ist vorbei, aber unser Alaska-Abenteuer noch lange nicht. Jetzt heißt es erst einmal Kräfte sammeln – denn die nächsten Tage im hohen Norden warten bereits auf uns.

Dienstag, den 18.8.2026 – Husky–Alarm und auf dem Weg zum Denali

Noch tief in der Nacht heißt es für sieben unserer Gäste Abschied nehmen. Mit einem Minibus und Fahrer Guillermo geht es zum Flughafen und über Seattle zurück nach Frankfurt. Für die anderen beginnt der Tag deutlich gemütlicher: ausschlafen, in Ruhe frühstücken und anschließend auschecken. Unser Bus wartet bereits – und damit auch das nächste Alaska-Abenteuer.

Bevor wir richtig Fahrt aufnehmen, heißt es erst einmal Vorräte auffüllen. Im Supermarkt Three Bears in Big Lake wird der Bus mit allem ausgestattet, was man für die kommenden Tage in der Wildnis so braucht. Viel Zeit bleibt allerdings nicht, denn schon nach kurzer Fahrt erreichen wir die Happy Trail Kennels.

Hier wartet ein echter Champion auf uns: Martin Buser, mehrfacher Sieger des legendären Iditarod-Hundeschlittenrennens. Rund 1.600 Kilometer durch die Wildnis Alaskas – bei diesen Dimensionen wird schon beim Zuhören klar, dass „ein bisschen Schlitten fahren“ hier eine eher gewagte Untertreibung wäre.

Martin erzählt uns von den Rennen, vom Leben mit den Hunden und von den Herausforderungen dieser spektakulären Wettkämpfe. Danach dürfen wir seine rund 60 Huskys persönlich kennenlernen. Und die haben offenbar genauso viel Freude an unserem Besuch wie wir an ihnen. Streicheln, kuscheln und freundliche Begrüßungen auf vier Pfoten – die Hunde zeigen keinerlei Berührungsängste.

Eine Vorführung mit dem Quad zeigt anschließend, was die kräftigen Tiere leisten können. Doch dann kommt das absolute Highlight: sechs winzige Husky-Welpen warten auf uns. Gerade einmal zwei Tage alt!

Jetzt ist es endgültig um die Gruppe geschehen. Erwachsene Menschen werden plötzlich zu völlig verzückten Welpen-Fans, Kameras werden gezückt und niemand möchte sich mehr trennen. So viel Niedlichkeit ist kaum auszuhalten. Die Fotos werden später beweisen, dass wir uns diesen Anblick nicht eingebildet haben.

Zum Abschluss gibt es noch ein Gruppenfoto mit Martin Buser – ein besonderer Besuch bei einem außergewöhnlichen Menschen und seinen beeindruckenden Hunden.

Schweren Herzens verabschieden wir uns und fahren weiter Richtung Nordosten. Zur Mittagspause erreichen wir Talkeetna. Der kleine Ort wirkt wie ein lebendiges Museumsdorf: historische Häuser, unzählige Souvenirläden, urige Bars und Restaurants. Direkt am reißenden Susitna River lässt sich die Pause wunderbar genießen.

Danach wird es zunehmend einsamer. Auf dem Weg zum Denali Nationalpark liegen nur noch kleine Siedlungen mit wenigen Häusern am Straßenrand. Dafür wird die Landschaft immer beeindruckender. Wälder, Berge und weite Landschaften wechseln sich ab und Alaska zeigt uns einmal mehr, dass hier die Natur eindeutig das Kommando führt.

Gegen Abend erreichen wir schließlich unsere Unterkunft für die nächsten beiden Nächte: die Grande Denali Lodge. Hoch über dem kleinen Ort thront sie eindrucksvoll auf einem Felsen. Schon die kurvenreiche Auffahrt sorgt mit einigen ungewöhnlichen Verkehrsschildern für Unterhaltung.

Oben angekommen wartet ein leckeres Abendessen – und dazu ein fantastischer Blick über die Landschaft. Was für ein Abschluss dieses Tages!

Nach Huskys, Welpen, Wildnis und Bergen sind alle gespannt, was der Denali Nationalpark morgen für uns bereithält. Die Vorfreude ist jedenfalls größer als die Müdigkeit.

Mittwoch, den 19.8.2026 – Eisbär? Nein! Aber Bären, Karibus und Denali satt

Der Morgen beginnt mit einer ganz besonderen Erfrischung: eine eiskalte Dusche! Warmes Wasser gibt es heute nicht – und angeblich soll das ja gesund sein. Zumindest ist danach garantiert jeder wach. Beim Frühstück in der Lodge entschädigt dafür der fantastische Blick auf die Landschaft.

Dann wartet schon der beige Schulbus des Denali Nationalparks. Komfort sieht sicherlich anders aus, zumal wir noch eine Gruppe ausgesprochen freundlicher Amerikaner aus Minnesota aufnehmen. Doch die gute Laune ist schnell an Bord. Etwas länger dauert dagegen die technische Vorbereitung: Die Audiogeräte wollen nicht so richtig mitspielen. Nach einer ausgiebigen Geduldsprobe funktioniert die Kommunikation zumindest einigermaßen.

Langsam geht es durch den Eingangsbereich des Nationalparks. Gleichzeitig reißt der Himmel immer weiter auf und plötzlich zeigt sich der große Star des Tages: Mount Denali mit seinen rund 6.200 Metern. Was für ein Panorama! Durch die Busfenster bieten sich immer wieder fantastische Ausblicke auf das gewaltige Bergmassiv.

Doch dann bekommt unser Bus technische Schwierigkeiten. Nach einem Fotostopp will er einfach nicht mehr so richtig auf Geschwindigkeit kommen. Schließlich erreichen wir noch den ersten Pausenplatz und können dort einen schönen Trail erkunden. Mit tollen Ausblicken auf Denali und die umliegenden Berge lassen sich die rund 45 Minuten bis zum Eintreffen des Ersatzbusses bestens überbrücken.

Kaum sitzt die Gruppe wieder im neuen Bus, beginnt die Snackbörse. Die mitgebrachten Lunchboxen werden geplündert und plötzlich werden Kekse gegen Obst, Chips gegen Müsliriegel und andere kulinarische Kostbarkeiten getauscht. Offenbar ist nicht nur der Denali Nationalpark ein Ort der Begegnung!

Und dann beginnt die große Wildlife-Parade.

Direkt am begrenzten Zufahrtsbereich macht ein Stachelschwein den Anfang und verschwindet vom Fluss ins Dickicht. Nur wenige Kilometer weiter folgt bereits das nächste Highlight: Ein Bär präsentiert sich in unmittelbarer Nähe beim Fressen. Die Kameras laufen heiß und spätestens jetzt ist klar – dieser Tag wird tierisch!

Immer wieder entdecken wir Schneehühner, meist gleich in kleinen Familien von vier bis sechs Tieren, die gemütlich am Straßenrand nach Futter suchen. Dazu kommen Streifenhörnchen und etwas größere Erdbewohner, die gelegentlich flink unseren Weg kreuzen. Dann wird es größer: Eine Elchkuh mit ihrem Kalb überquert direkt vor unserem Bus die Straße.

Die Stimmung ist inzwischen bestens. Unsere amerikanischen Mitreisenden aus Minnesota und die deutsche Gruppe haben sich längst bestens verbrüdert. Gemeinsam wird gestaunt, fotografiert und nach dem nächsten Tier Ausschau gehalten.

Dann tauchen Karibus auf, die sich in einer Senke zwischen zwei Hügeln versammelt haben. Und hoch oben am Berg entdecken wir in einiger Entfernung die weißen Dall-Schafe. Unser Fahrer Scott hat dafür eine besondere Zoomkamera dabei, deren Bilder direkt auf die Monitore im Bus übertragen werden. So bekommt tatsächlich jeder den besten Blick auf die Tiere – ohne dass gleich ein Fernglas-Wettbewerb ausbricht.

Kurz vor unserem Wendepunkt im Park gibt es allerdings einen kleinen Zwischenfall. Einer unserer amerikanischen Mitreisenden muss medizinisch versorgt werden, nachdem er beinahe von seiner eigenen Alu-Wasserflasche erschlagen wurde. Zum Glück geht alles glimpflich aus und der Ausflug kann weitergehen.

Und dann kommt noch einmal großes Kino: Eine goldfarbene Bärin präsentiert sich gemeinsam mit ihrem Nachwuchs auf einer Anhöhe. Ein wunderschönes Motiv und ein echter Höhepunkt. Doch damit ist die Tierparade noch lange nicht beendet. Noch einmal begegnen uns Karibus und schließlich, kurz vor dem Ausgang des Parks, zeigt sich ein weiterer stattlicher Bär.

Und das alles bei strahlendem Sonnenschein und einem fast unwirklich schönen Sommerwetter. Denali meint es heute wirklich gut mit uns.

Aus dem geplanten Halbtagesausflug ist inzwischen beinahe eine Ganztagestour geworden. Zurück an der Lodge heißt es deshalb erst einmal durchatmen. Ein Spaziergang, ein Drink mit Panoramablick oder einfach die Beine hochlegen – jeder genießt den späten Nachmittag auf seine Weise.

Was für ein erfüllender Tag! Denali, Bären, Karibus, Elche, Dall-Schafe, Sonnenschein und jede Menge gemeinsames Lachen – Alaska hat heute wirklich alle Register gezogen.

Und wenn morgen wieder ein Tier auftaucht, dürfte es nach diesem Tag eigentlich nur noch ein Einhorn sein.

Donnerstag, den 20.8.2026 – Weihnachten im August und Luxus auf Schienen

Noch einmal Frühstück mit Aussicht – schließlich kann man sich an diesem Panorama einfach nicht sattsehen. Danach heißt es Koffer packen und vor die Tür stellen. Die großen Gepäckstücke machen sich schon einmal auf den Weg zum Zug, während wir noch ein letztes Mal durch die Lodge schlendern.

Beim Check-out wartet allerdings eine Überraschung: Die Lodge erstrahlt plötzlich im weihnachtlichen Glanz! Weihnachtsbaum, Dekoration und festliche Stimmung mitten im August. Doch hier ist das tatsächlich ganz normal. Wegen der extrem kurzen Saison wird Weihnachten bereits am 25. August gefeiert. Für uns etwas gewöhnungsbedürftig – aber immerhin sind wir bestens vorbereitet, falls der Weihnachtsmann plötzlich um die Ecke kommt.

Mit dem Hotelshuttle geht es zum Bahnhof des Denali Nationalparks. Bis zur Abfahrt bleibt noch etwas Zeit und die nutzen wir für einen Besuch im Visitor Center. Noch einmal gibt es interessante Informationen über den Nationalpark, den wir gestern bereits so ausführlich und vor allem tierreich erkunden durften.

Dann kommt er endlich angerollt: der Alaska Wilderness Express!

Schon der Zug selbst ist ein echter Hingucker. Bevor auch nur ein Fuß an Bord gesetzt wird, werden erst einmal ausgiebig Fotos gemacht. Es wird posiert, gelacht und natürlich so getan, als würde man regelmäßig mit einem Luxuszug durch Alaska reisen.

Dann beziehen wir unsere Plätze in den eleganten Panoramawagen. Auf dem Oberdeck wartet jede Menge Platz, riesige Panoramafenster reichen beinahe bis zum Dach und natürlich gibt es auch eine Bar. Für die ganz Naturverbundenen steht sogar eine Außenplattform zur Verfügung.

Und dann beginnt die gemütliche Fahrt durch die alaskische Landschaft. Während draußen Wälder, Berge und Flüsse vorbeiziehen, genießen wir die Aussicht aus unseren komfortablen Sitzen. Zwischendurch heißt es plötzlich: Elche! Gleich mehrfach entdecken wir die großen Tiere entlang der Strecke. Die Kameras sind natürlich sofort wieder einsatzbereit.

Auf der Außenplattform wird der Fahrtwind genossen und die Landschaft wirkt hier noch einmal ganz anders. Keine Fensterscheibe, keine Spiegelung – nur Alaska und wir mittendrin. Ein ziemlich schöner Arbeitsplatz für einen Reiseleiter!

Zum Mittagessen wechseln wir in den Speisewagen. Auch hier geht es komfortabel zu und nach der Mahlzeit bietet sich ein Drink geradezu an. Schließlich muss man so eine Zugfahrt auch kulinarisch angemessen begleiten.

So zieht der Nachmittag entspannt vorbei. Die Landschaft wechselt, der Zug rollt gleichmäßig durch die Wildnis und irgendwann taucht Talkeetna auf. Der Zwischenstopp läutet langsam den Abend ein.

Bevor das Dinner serviert wird, lockt noch einmal die Bar. Der Barkeeper versteht sein Handwerk und mixt ausgesprochen ansprechende Cocktails. Besonders der „Northern Lights“ findet schnell seine Fans in unserer Gruppe. Alaska im Glas – wenn auch wahrscheinlich etwas weniger kalt als draußen.

Nach dem Abendessen erreichen wir schließlich Anchorage. Nun heißt es Abschied nehmen von unserem luxuriösen Zugabenteuer. Doch bevor wir endgültig zum Hotel kommen, wartet noch eine letzte Herausforderung: die eigenen Koffer aus dem Gewusel der separat ausgeladenen Gepäckstücke herauszufischen.

Zum Glück steht unser Bus bereits bereit. Und auch im Hotel läuft alles wie am Schnürchen. Die Zimmerkarten sind schon vorbereitet und so können wir ohne große Umwege unsere Zimmer beziehen.

Ein langer, erlebnisreicher Tag geht zu Ende. Die Beine sind müde, die Köpfe voller Eindrücke und morgen wartet bereits der nächste Abschnitt unserer Alaska-Reise.

Jetzt heißt es: Schuhe aus, Augen zu und einmal quer durch Alaska träumen.

Freitag, den 21.8.2026 – Alaska spielt Wetterlotterie

Für die Gäste, die heute die fakultative Bärenbeobachtung per Wasserflugzeug gebucht haben, beginnt der Tag ausgesprochen früh. Der Shuttle von Rust’s Flying Service ist pünktlich zur Stelle und sammelt die Ausflügler ein.

Auch Anna und Marcus machen sich mit dem Auto auf den Weg zum Wasserflugplatz und zur Airline Lodge, um nach dem Rechten zu sehen. Das Wetter sieht zunächst gar nicht so schlecht aus – doch Alaska hat bekanntlich seinen eigenen Kopf.

Der für 8.00 Uhr geplante Abflug lässt zunächst auf sich warten. Um 9.15 Uhr heißt es dann endlich für Familie Renner: Leinen los beziehungsweise besser gesagt Schwimmer ins Wasser! Elegant hebt das Wasserflugzeug vom See ab und verschwindet Richtung Redoubt Lodge.

Doch die Freude währt nicht lange. Nach gerade einmal 40 Minuten kehrt die Maschine zurück. Das Wetter auf der Strecke ist einfach zu schlecht. Und damit ist auch für die weiteren Ausflüge die Entscheidung gefallen: Alle Flüge werden abgesagt.

Schade um den Ausflug, aber Sicherheit geht natürlich vor. In Alaska kann das Wetter innerhalb kürzester Zeit seine Meinung ändern – und zwar ohne uns vorher zu fragen. Die Gruppe wird zurück zum Hotel gebracht. Das lange Warten hat sich diesmal leider nicht gelohnt.

Also wird kurzerhand umdisponiert. Ein zweites Frühstück kommt da gerade recht, anschließend geht es ins Museum, auf einen kleinen Snack zum Mittag oder auf ein Bierchen. Andere nutzen die unverhoffte Freizeit für einen Einkaufsbummel und suchen nach Souvenirs und Erinnerungen an Alaska. Auch aus einem ausgefallenen Ausflug lässt sich also noch etwas machen.

Am Abend treffen wir uns wieder in der Hotellobby. Gemeinsam spazieren wir zum Pier 49, dem Restaurant der Alaska State Brewery – eine gute Adresse, denn deren Bier hatten wir bereits in Juneau erfolgreich getestet.

Nach einem schmackhaften Abendessen darf natürlich auch der Nachtisch nicht fehlen. Ein klassischer Blueberry Pie bildet den süßen Abschluss. Je nach Auswahl werden die Gerichte übrigens stilecht in Casino-Jetons umgerechnet – Alaska kann eben auch beim Abendessen ein bisschen Glücksspiel.

Der Verdauungsspaziergang zurück zum Hotel kommt anschließend genau richtig, um wenigstens ein paar der aufgenommenen Kalorien wieder loszuwerden.

Danach heißt es für die einen: ab ins Bett. Für die anderen: Koffer packen und die letzten Vorbereitungen treffen. Die Reise neigt sich langsam dem Ende zu – aber ein letzter Tag in Alaska wartet noch auf uns.

Samstag, den 22.8.2026 – Abschied von Alaska und ein kleines Duell am Flughafen

Heute beginnt der Tag ganz entspannt. Ein spätes Frühstück, noch einmal die gemütliche Atmosphäre genießen und dann heißt es: Koffer packen und auschecken. Beim Verladen des Gepäcks zeigt das Frauenteam im Bus erneut wahre Meisterleistungen – da sitzt jeder Koffer schneller an seinem Platz, als man „Alaska“ sagen kann.

Unser letzter Programmpunkt führt uns zum Native Heritage Center. Dieses interessante Freilichtmuseum gibt spannende Einblicke in das Leben und die Traditionen der verschiedenen indigenen Völker Alaskas. Die unterschiedlichen Behausungen sind detailreich nachgebaut und Anna erklärt mit viel Wissen und Begeisterung die Geschichte und Kultur der einzelnen Stämme.

Auch eine Ausstellung sowie eine Aufführung mit Musik und traditionellen Tänzen gehören zum Besuch. Ein schöner und würdiger Abschluss unserer Tage in Alaska – informativ, lebendig und sehr eindrucksvoll.

Dann heißt es: Auf zum Flughafen!

Vor der Abfahrt folgt eine herzliche Verabschiedung. Anna und Marcus überschütten sich gegenseitig mit Lob – und das durchaus nicht ganz zu Unrecht. Es scheint allerdings, als würde auch die Reisegruppe diese Einschätzung teilen. Gemeinsam haben wir schließlich viele außergewöhnliche Tage erlebt.

Der Flughafen ist schnell erreicht und auch der Check-in läuft eigentlich erstaunlich zügig. Nur eine temperamentvolle italienische Reisegruppe sorgt kurzfristig für etwas Bewegung im Ablauf. Doch diesen kleinen Wettkampf meistern wir souverän und erreichen als gefühlte Sieger den Sicherheitsbereich.

Für etwas Verwirrung sorgt dann die Anzeige unseres Abfluggates. Plötzlich steht dort etwas völlig anderes als erwartet. Wer kann auch ahnen, dass unser Flugzeug erst noch gemütlich vom Nordterminal zum Südterminal geschleppt wird? Selbst die Crew muss darüber schmunzeln.

Dann heißt es einsteigen, Platz nehmen und fast pünktlich hebt unsere Maschine ab. Während wir Alaska verlassen, beginnt draußen der Regen – und wie man hört, soll das Wetter auch in der kommenden Woche eher feucht bleiben. Nun ja, wenn Engel abreisen, darf der Himmel schon einmal ein paar Tränen vergießen.

Eine Mahlzeit, einige Filme und viele Erinnerungen später wird es ruhiger in der Kabine. Der eine oder andere döst ein wenig, andere schauen noch einmal aus dem Fenster oder lassen die vergangenen Wochen Revue passieren.

Eine beeindruckende Reise voller Natur, Tiere, Begegnungen und gemeinsamer Erlebnisse neigt sich langsam ihrem Ende entgegen – doch noch wartet die letzte Etappe zurück nach Deutschland.

Sonntag, den 23.8.2026 – Alaska sagt leise Goodbye

Eine kurze Nacht über den Wolken geht zu Ende. Mit einer Apfeltasche und einem Kaffee wird noch einmal für die letzte Etappe gestärkt, dann setzt unser A330neo überpünktlich zur Landung in Frankfurt an.

Nach dem langen Rollen über das Flughafengelände folgt noch die Busfahrt zum Terminal – ein letzter kleiner Umweg, bevor wir endgültig deutschen Boden betreten. Doch lange müssen wir nicht warten: Die Koffer lassen nicht lange auf sich warten und drehen schon bald ihre Runden auf dem Band.

Und dann ist er da, der Moment, der nach jeder großen Reise irgendwann kommen muss: die herzliche Verabschiedung. Es wird gedrückt, gelacht und so mancher Blick verrät, dass diese Reise wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Danach verteilt sich unsere Gruppe in alle Himmelsrichtungen. Jeder nimmt seinen Weg nach Hause – mit Koffern voller Souvenirs und Köpfen voller Erinnerungen an Kanada, Alaska, die Rocky Mountains, die Inside Passage, Denali und unzählige gemeinsame Erlebnisse.

Die Heimat hat uns wieder.

Doch eine Reise wie diese endet nicht wirklich am Flughafen. Sie reist in den Geschichten weiter, die wir noch lange erzählen werden.


20 Tage voller spektakulärer Landschaften, wilder Tiere, großer Abenteuer und unvergesslicher gemeinsamer Momente liegen hinter uns. Von den Rocky Mountains über die Inside Passage bis nach Alaska und zum Denali – diese Reise hatte wirklich alles, was eine große Reise ausmacht.
Ich möchte mich bei euch allen ganz herzlich für eure Offenheit, eure gute Laune, eure Geduld und vor allem für das großartige Miteinander bedanken. Auch kleine Pannen wurden gemeinsam mit Humor genommen und aus vielen besonderen Augenblicken sind Erinnerungen geworden, die bleiben.
Danke, dass ihr diese Reise zu unserer gemeinsamen Reise gemacht habt. Es war mir eine große Freude, euch begleiten zu dürfen. Euer Marcus
Und nun heißt es: Fotos sortieren, Erinnerungen bewahren und schon mal überlegen wohin demnächst.


Bildergalerie zur Reise


Kommentare zum Reisebericht