Ostkanada – Ahorn, Atlantik und große Abenteuer
Reisebericht: 02.10. – 18.10.2026
17 Tage voller Kanada-Momente: pulsierende Städte, Indian Summer, spektakuläre Küsten und eine Kreuzfahrt von Québec bis Philadelphia. Leinen los für ein großes Reiseabenteuer!
Ein Reisebericht von
Marcus Hasselhorst
Freitag, den 2.10.2026 – Ankommen in Toronto
Ein sonniger Herbsttag in Frankfurt, nach und nach trudeln die Gäste aus ganz Deutschland am Gate ein. Die Vorfreude ist spürbar, schließlich warten 17 Tage Ostkanada, große Städte, spektakuläre Landschaften und eine Kreuzfahrt bis Philadelphia auf uns.
Pünktlich steht unser Airbus A330neo von Air Canada zum Einsteigen bereit. Mit leichter Verspätung geht es schließlich über die Nordsee, Island und Grönland Richtung Toronto. Lunch, ein Snack kurz vor der Landung und das umfangreiche Bordprogramm mit einigen guten Filmen lassen die Stunden buchstäblich wie im Flug vergehen.
Überpünktlich setzt der Flieger in Toronto auf. Die Einreise geht dank der elektronischen Automaten erstaunlich flott, und schon bald stehen wir bei der Gepäckausgabe. Ein bisschen Geduld ist noch gefragt, dann trudeln tatsächlich alle Koffer ein – vollständig und unbeschädigt, besser kann ein Reisebeginn kaum laufen.
Draußen warten bereits Paul, unser örtlicher Guide, und Don, unser Busfahrer für die kommenden Tage. Don verstaut die Koffer in unserem neuen, ausgesprochen geräumigen Reisebus und schon geht es hinein ins Herz von Toronto. Überraschenderweise hält sich der Verkehr in Grenzen. Wir nutzen die Gelegenheit für eine kleine erste Stadtrundfahrt, um den morgigen Besichtigungstag etwas zu entlasten. Allerdings macht uns eine größere Baustelle einen Strich durch die Rechnung: Rathaus und Toronto Sign bleiben heute zunächst außen vor.
Also geht es direkt zum Chelsea Hotel, dem größten Hotel Kanadas. Obwohl wir eigentlich noch etwas früh dran sind, gelingt das Check-in-Kunststück und alle bekommen bereits ihre Zimmer. Nach einer kurzen Einweisung in das etwas gewöhnungsbedürftige Fahrstuhlsystem bleibt Zeit für eine kleine Erholungspause oder die erste eigene Erkundung Torontos.
Am Abend startet Marcus dann noch eine kleine gemeinsame Fototour. Rathaus, Nathan Phillips Square und das berühmte Toronto Sign präsentieren sich im Abendlicht als perfekte Fotomotive. Über das alte Rathaus geht es anschließend durch die belebte Yonge Street und die Eaton Centre Mall. Einige nutzen die Gelegenheit gleich für ein erstes kanadisches Dinner, während andere noch ein wenig durch die abendliche Metropole bummeln.
So endet unser erster Tag im Herzen Torontos. Die Koffer sind angekommen, die Gruppe ist komplett und Kanada hat uns freundlich empfangen – beste Voraussetzungen für die kommenden 16 Tage.
Samstag, den 3.10.2026 – Toronto und die Niagara–Fälle
Frühes Frühstück im Hotel, und die Auswahl lässt wirklich keine Wünsche offen – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Noch bevor der große Tag beginnt, lockt das Sportsdeck in der 27. Etage. Bei strahlendem Sonnenschein bietet sich dort oben bereits am Morgen ein fantastischer Blick über Toronto, inklusive schöner Sonnenaufgangsmotive.
Dann heißt es: Start zum großen Highlight-Tag! Ron wartet schon mit seinem Bus auf uns und gemeinsam mit Paul geht es zunächst auf eine kurze Stadtrundfahrt. Parlament, Chinatown und ein Fotostopp am Stadion stehen auf dem Programm, dazu versorgt uns Paul mit reichlich Informationen über Toronto und seine Besonderheiten.
Doch dann wartet bereits der erste große Höhepunkt: der CN Tower. Mit seinen mehr als 550 Metern ragt er weit über die Stadt hinaus und bei diesem Traumwetter wollen wir natürlich auch ganz nach oben. Die Warteschlange ist schnell überwunden, Sicherheitskontrolle geschafft und schon stehen wir vor den Fahrstühlen. Weniger als eine Minute später befinden wir uns auf über 350 Metern Höhe – und uns bleibt erst einmal der Mund offen.
Die Aussicht ist schlicht phänomenal. Die Fernsicht ist gigantisch und selbst Paul bestätigt, dass man Toronto nur selten bei solch klarer Sicht erlebt. Also wird fotografiert, was das Zeug hält: Skyline, Ontariosee, Straßen, Häuser und natürlich die unendliche Weite rund um Toronto. Für die Mutigen geht es anschließend noch auf den Glasboden. Der wirkt erstaunlich stabil – selbst ein kleiner Sprung verändert daran glücklicherweise nichts.
Nach ausgiebiger Panoramabetrachtung geht es wieder hinunter. Auch von unten beeindruckt der CN Tower und bei dem fantastischen Wetter wird noch einmal kräftig fotografiert. Dann geht es weiter zum St. Lawrence Market. Hier locken allerlei Leckereien und einige decken sich gleich mit Proviant für die Weiterfahrt ein.
Denn nun wartet der Tageshöhepunkt: die Niagara-Fälle.
Zunächst müssen wir allerdings aus Toronto heraus. Der Verkehr meint es heute nicht ganz so gut mit uns und schlängelt sich teilweise im Schritttempo dahin. Auch auf dem Highway geht es nur langsam voran, aber immerhin: Wir bewegen uns. Unaufhaltsam nähern wir uns unserem Ziel. Einen Zwischenstopp gibt es noch in Casablanca – allerdings nicht in Marokko, sondern im kanadischen Ort gleichen Namens. Bedürfnisse erledigen, einen schnellen Kaffee und schon geht es auf die letzte Etappe.
Und dann sind sie endlich da: die Niagara-Fälle!
Unser Bus hält direkt an der Bootsanlegestelle. Rote Regencapes werden verteilt und schon warten wir gespannt auf das, was gleich kommt. Kaum legt das Boot ab, gibt es Fotomotive ohne Ende. Die American Falls beeindrucken bereits gewaltig, doch dann geht es hinein in die Horseshoe Falls. Immer näher schiebt sich das Boot an die gewaltige Wassermasse heran, bis die Motoren schließlich kapitulieren und nicht mehr weiter können.
Von oben kommt nun alles herunter, was ein Wasserfall so zu bieten hat: Gischt, Sprühnebel und jede Menge Wasser. Wer nicht aufpasst, wird nass – wer zu langsam ist, wird sehr nass. Aber genau das macht den Reiz aus. Es ist ein einzigartiges Vergnügen, und die Sonne sorgt anschließend dafür, dass die roten Capes nicht allzu lange gebraucht werden. Dazu erscheinen immer wieder Regenbogen über den Fällen und liefern gleich die nächsten Fotomotive.
Wieder an Land geht es hinauf auf die Promenade. Auch von hier sind die Fälle beeindruckend und bei bestem Wetter wird natürlich weiter fotografiert. Wir laufen bis zur Kante, an der die Wassermassen donnernd in die Tiefe stürzen. Ein Anblick, an dem man sich nur schwer sattsehen kann.
Dann wartet der Bus und bringt uns noch zu einem weiteren spektakulären Aussichtspunkt: dem Whirlpool. Hier dreht sich das Wasser durch die gewaltige Strömung scheinbar in die entgegengesetzte Richtung. Ein beeindruckendes Naturschauspiel und natürlich wieder ein Pflichtmotiv für die Kameras.
Zurück im Bus gibt es schließlich noch eine kleine Überraschung von Marcus: die berühmten Tim Bits von Tim Hortons. Fünfzig kleine kanadische Leckerbissen wechseln den Besitzer und erstaunlicherweise findet jedes einzelne Bällchen seinen Abnehmer. Die Stimmung könnte kaum besser sein.
Die Rückfahrt nach Toronto wird erneut von dichtem Verkehr begleitet, aber irgendwann erreichen wir schließlich wieder die Stadt und unser Hotel. Ein leckeres Dinner bildet den Abschluss eines wirklich perfekten Tages voller Skyline, Sonnenschein, Wassergewalt und jeder Menge Kanada.
Was für ein Auftakt!
Sonntag, den 4.10.2026 – Von Toronto nach Ottawa und durch die Welt der 1000 Islands
Frühstücksbuffet, noch einmal ordentlich stärken und dann heißt es schon wieder Koffer packen und ab zum Bus. Toronto liegt hinter uns, heute geht es Richtung Norden und die Sonne scheint offenbar beschlossen zu haben, uns auch weiterhin auf unserer Reise zu begleiten. Auf dem Highway kommen wir gut voran und immer wieder blitzt am Straßenrand der Indian Summer auf. Die ersten gelben und roten Farbtupfer machen Lust auf mehr.
Unser erster Stopp ist die Big Apple Farm. Ja, eindeutig touristisch – aber eben auch ziemlich lecker. Rund um den riesigen Apfel dreht sich hier alles um das Thema Apfel und so mancher findet schnell etwas, das unbedingt mit auf die Reise muss. Andere begnügen sich mit einem kleinen Snack und wir rollen gut gelaunt weiter.
Nächstes Ziel ist Kingston am Ontariosee. Weil wir ausgesprochen gut unterwegs sind und von Staus verschont bleiben, können wir spontan rund 40 Minuten für einen kleinen Stadtbummel einbauen. Ein bisschen Kingston anschauen, einen schnellen Kaffee genießen und schon heißt es wieder: Alle Mann zurück zum Bus!
In Rockport wartet anschließend das kanadische Mekka für Bootstouren auf uns. Wir gehen an Bord und starten zur Fahrt durch die Welt der 1000 Islands auf dem St.-Lorenz-Strom. Wobei wir heute durchaus häufiger in amerikanischen Gewässern unterwegs sind – Grenzen sind auf dem Wasser schließlich nicht ganz so leicht zu erkennen.
Wir passieren Heart Island mit dem berühmten Schloss von George Boldt. Und natürlich darf die Geschichte nicht fehlen: Hier soll tatsächlich das berühmte 1000-Islands-Dressing seinen Ursprung haben. Neben diesem kulinarischen Klassiker gibt es aber vor allem jede Menge prächtige Villen und winzige Häuschen, die teilweise ziemlich einsam auf ihren eigenen kleinen Felsen im Wasser thronen. Manche Inseln wirken gerade groß genug für ein Haus – Gartenarbeit dürfte dort jedenfalls schnell erledigt sein.
Das Boot ist angenehm leer und so können wir bei Sonnenschein und frischem Fahrtwind die Landschaft entspannt genießen. Ein perfekter Ausflug, bevor wir wieder an Land gehen und der Bus uns weiter Richtung Ottawa bringt. Und während wir Kilometer für Kilometer zurücklegen, wird die Landschaft immer herbstlicher. Gelb und Rot übernehmen zunehmend das Kommando an den Bäumen – der Indian Summer lässt grüßen.
Am späten Nachmittag erreichen wir Kanadas Hauptstadt. Bei einer ersten Rundfahrt statten wir dem offiziellen Vertreter des britischen Königs in Kanada einen Besuch ab – zumindest seinem weitläufigen Park. Dazu sehen wir Botschaften im Diplomatenviertel, fahren an Notre-Dame und den beeindruckenden Kunstwerken des Museums vorbei und bekommen bereits einen schönen ersten Eindruck von Ottawa.
Unser Zuhause für die Nacht ist das stilvolle Lord Elgin Hotel mitten im Herzen der Hauptstadt. Nach dem Check-in bleibt noch etwas Zeit, Ottawa auf eigene Faust zu erkunden.
Am Abend treffen wir uns wieder in der Lobby und machen uns zu Fuß auf den Weg zum ByWard Market. Unterwegs gibt es natürlich noch einige Fotostopps, unter anderem beim beleuchteten Ottawa-Schriftzug. Im Restaurant wartet schließlich ein gemütlicher Bereich auf uns, dazu leckere Drinks und gutes Essen. Nach einem ausgiebigen Dinner treten wir den Rückweg an – ein kleiner Verdauungsspaziergang gehört schließlich zum Reiseprogramm und beruhigt gleichzeitig das kulinarische Gewissen.
Zurück im Hotel heißt es dann irgendwann: Schuhe aus, Füße hoch und ab ins Bett. Ottawa hat uns freundlich empfangen und morgen wartet schon das nächste Kapitel unserer Ostkanada-Reise.
Montag, den 5.10.2026 – Indian Summer, wilde Tiere und Montreal von oben
Am Morgen teilen wir uns den Frühstücksraum und die wenigen Fahrstühle des Lord Elgin Hotels mit einer riesigen indischen Hochzeitsgesellschaft. Das sorgt hier und da für kleine Verzögerungen, aber bei einem so eleganten Hotel und einem leckeren Frühstück lässt man sich davon natürlich nicht aus der Ruhe bringen. Don steht derweil schon mit unserem Bus vor der Tür, die Koffer werden verstaut und wir starten zur ersten kleinen Stadtrundfahrt durch Ottawa.
Parlament, Oberstes Gericht und Unterhaus stehen auf dem Programm. Das Parlament selbst versteckt sich allerdings momentan hinter einer riesigen Baustellenverkleidung – offenbar möchte auch Kanadas Regierung gerade nicht fotografiert werden. Auf der anderen Seite des Ottawa River, in Gatineau, wartet dafür ein besonderer Blickfang: das berühmte National Museum of History. Von der Aussichtsterrasse genießen wir einen fantastischen Blick zurück auf Ottawa. Ein kurzer Abstecher ins Foyer zeigt uns außerdem mächtige Totempfähle. Paul nutzt die Gelegenheit, uns die Geschichte und Kultur der indigenen Völker näherzubringen.
Dann heißt es Abschied nehmen von Ottawa. Und der Indian Summer macht uns den Abschied besonders schwer. Die Straßen führen durch eine Landschaft, in der die Bäume inzwischen alle Farbregister ziehen – Gelb, Orange, Rot und dazwischen noch immer etwas Grün. Ein echtes Farbenfeuerwerk.
Unser nächstes Ziel: der Omega-Tierpark.
Schon am Eingang warten die ersten Bewohner auf uns: Polarfüchse, Silberfüchse und eine Bärenfamilie. Danach wechseln wir in einen Schulbus, bewaffnet mit reichlich Karotten und begleitet von unserem eher wortkargen Fahrer Mario. Kaum sind wir im Park, stehen auch schon die Wapitis in großer Zahl am Eingang und machen unmissverständlich klar, dass sie unsere Karotten dringend erwarten.
Mit schnalzenden Zungen stehen sie direkt an den Fenstern und schauen uns mit großen Augen an. Da fällt es natürlich schwer, nicht zum Futterlieferanten zu werden. Die Karotten wechseln den Besitzer schneller, als man schauen kann.
Doch der Park hat noch einiges mehr zu bieten: Karibus, Bergziegen und Wildschweine, die entweder gemütlich im Dreck suhlen oder sich gerade darüber einig werden, wer hier eigentlich das Sagen hat. Dann versperren uns plötzlich riesige Bisons den Weg. Sie lassen sich von unserem Bus überhaupt nicht beeindrucken und kontrollieren erst einmal ausgiebig, wer da eigentlich durch ihr Revier fahren möchte. Nach gründlicher Prüfung dürfen wir schließlich weiter.
Auch kleinere Hirscharten und einige Elche, die hier Moose heißen, zeigen sich. Die Schwarzbären leben in einem eigenen Bereich und überraschen mit einer erstaunlichen Farbvielfalt. Sogar zwei „Goldbären“ sind dabei – glücklicherweise nicht aus Schokolade, sondern in beeindruckendem Naturfell. Auch die Grauwölfe treten in unterschiedlichen Farbschattierungen und vor allem in großen Rudeln auf.
Doch fast genauso beeindruckend wie die Tiere ist die Landschaft. Der Indian Summer präsentiert sich heute von seiner schönsten Seite. Die Bäume leuchten in kräftigen Gelb-, Orange- und Rottönen und machen jede Weiterfahrt zu einem kleinen Fotostopp, selbst wenn wir eigentlich gar nicht angehalten haben.
Nach so vielen Tierbegegnungen bleibt Zeit für einen kleinen Lunch. Anschließend wartet noch eine besondere Verkostung auf die Gruppe: Marcus hat aufgetischt. Sortilège Ahorn-Whisky in der kräftigen Variante, dazu die cremige Likörversion und natürlich fantastische Ahornkekse. Bei Sonnenschein schmeckt das Ganze gleich noch einmal so gut – und die Kekse finden anschließend erstaunlich viele neue Besitzer.
Doch Montreal wartet bereits.
Die Fahrt dorthin verläuft erfreulich entspannt, größere Staus bleiben aus. Paul unterhält uns derweil mit interessanten Geschichten und gelungenen Anekdoten. Dabei mischt sich viel Wissen gelegentlich mit einer kleinen Portion Fantasie – schließlich darf Geschichte auf einer Reise auch unterhaltsam sein. Don lenkt unseren Bus schließlich hinauf auf den Mont Royal.
Wir spazieren durch den Park zur Aussichtsterrasse am Belvedere und werden mit einem fantastischen Blick über Montreal belohnt. Die Stadt liegt uns zu Füßen und die Skyline zeigt sich von ihrer besten Seite. Nur der Wind erinnert uns daran, dass auch in Kanada die Temperaturen irgendwann wieder wissen wollen, dass Herbst ist.
Wieder unten angekommen, legen wir noch einen Fotostopp mit Blick auf das Olympiastadion ein. Anschließend geht es in die Altstadt. Durch die schönen Gassen von Vieux-Montréal wird gebummelt, ein wenig geshoppt und natürlich auch der eine oder andere Kaffee getrunken. Montreal präsentiert sich an diesem Nachmittag von seiner besonders charmanten Seite.
Nach so viel Bewegung meldet sich allerdings der Hunger. Praktischerweise wartet unser Abendessen direkt vor Ort im Vieux Port Steakhouse. In einem ruhigen Raum im Obergeschoss lassen wir uns bei Steak oder Lachs verwöhnen und genießen einen entspannten Abschluss dieses abwechslungsreichen Tages.
Danach heißt es Aufbruch. Unser Bus bringt uns direkt vor das Hotel, die Zimmer werden bezogen und langsam kehrt Ruhe ein. Ein langer Tag voller Indian Summer, wilder Tiere, Ahorn-Leckereien und großartiger Aussichten liegt hinter uns.
Und Montreal? Das haben wir heute erst einmal von oben und ein bisschen von unten kennengelernt. Morgen geht es weiter auf Entdeckungstour durch diese faszinierende Stadt.
Dienstag, den 6.10.2026 – Formel–1–Feeling, goldener Glanz und ein Hauch Frankreich
Mit einem ausgiebigen Frühstück starten wir in den neuen Reisetag. Dabei gibt es schon die nächste Begegnung mit anderen Eberhardt-Reisenden, die gerade aus Halifax zurückgekehrt sind. Damit ist es bereits das zweite zufällige Treffen mit einer anderen Reisegruppe. Langsam könnte man meinen, Eberhardt hätte Kanada für sich allein gebucht!
Nach dem Frühstück werden die Koffer nach unten gebracht, wo Don unseren Bus bereits perfekt an der Straßenecke vor dem Hotel positioniert hat. Louis kommt ebenfalls dazu, denn heute Morgen übernimmt er die Führung durch Montreal. Und die Stadt hat noch einiges zu bieten!
Zunächst geht es auf eine kleine Stadtrundfahrt über die Inseln. Doch dann wartet ein ganz besonderes Ziel auf uns: die Formel-1-Strecke von Montreal. Don scheint für diesen Moment bestens vorbereitet zu sein. Die Launch Control wird gewissermaßen aktiviert und schon starten wir von der Poleposition auf unseren imaginären Grand Prix. Entlang der Boxengasse rollen wir über den berühmten Kurs, allerdings ohne Boxenstopp und Reifenwechsel. Schließlich wollen wir heute noch ein bisschen mehr von Kanada sehen, als nur die Ideallinie.
Eine Abkürzung über das Gelände der ehemaligen Weltausstellung bringt uns zu einem schönen Aussichtspunkt. Von hier lässt sich die Skyline Montreals wunderbar einfangen. Die Kameras sind natürlich sofort zur Stelle, denn ein schönes Fotomotiv lässt man auf einer solchen Reise nicht einfach links liegen.
Anschließend geht es zurück ins Zentrum und zur berühmten Notre-Dame-Basilika. Schon von außen ist die Kirche beeindruckend, doch heute haben wir Glück: Keine Baugerüste versperren den Blick. Was für ein Anblick! Und innen wird es noch eindrucksvoller. Die prachtvolle Ausstattung, die kunstvollen Fenster, der imposante Altar und der tiefblaue Himmel über dem Kirchenschiff ziehen alle Blicke auf sich. Hier glänzt tatsächlich Gold, und zwar nicht zu knapp. Ein Ort, an dem man automatisch etwas leiser wird und erst einmal staunend nach oben schaut.
Danach tauchen wir buchstäblich in eine andere Welt ab. Unter Montreal liegt nämlich eine zweite Stadt verborgen: die berühmte unterirdische Stadt mit ihren Einkaufspassagen, Verbindungen zu U-Bahn-Stationen und zahlreichen Geschäften. Besonders im Winter ist dieses System ein Segen. Während draußen Schnee und eisiger Wind regieren, bleiben hier die Füße trocken und die Wege angenehm warm. Wer also im kanadischen Winter einkaufen möchte, muss nicht zwangsläufig zum Eisbären werden.
Doch unsere Reise führt weiter. Bevor wir Montreal endgültig verlassen, legen wir noch einen Fotostopp am Olympiastadion ein, das für die Olympischen Sommerspiele 1976 errichtet wurde. Das gewaltige Bauwerk beeindruckt durch seine ungewöhnliche Architektur, auch wenn es baulich nicht unbedingt als Musterbeispiel für eine unkomplizierte Konstruktion gilt. Immerhin: Gesprächsstoff liefert es allemal.
Dann geht es hinaus auf den Highway Richtung Québec. Der Indian Summer begleitet uns weiterhin mit seinen leuchtenden Farben. Gelbe, orangefarbene und rote Baumkronen ziehen am Fenster vorbei und verwandeln die Fahrt in eine einzige große Herbstpostkarte. Man weiß gar nicht, wohin man zuerst schauen soll – auf die Landschaft oder auf das nächste Fotomotiv.
Zur Mittagszeit legen wir in Trois-Rivières eine Pause ein. Danach verlassen wir für eine Weile die großen Straßen und folgen einer wunderschönen Landstraße direkt am Fluss entlang. Die Landschaft wird immer reizvoller, kleine Ortschaften säumen unseren Weg und in einem besonders malerischen Dorf halten wir noch einmal für eine kurze Pause und einige Fotos. Kanada zeigt sich hier von seiner entspannten, beinahe romantischen Seite.
Am Nachmittag erreichen wir schließlich Québec City. Unser Hotel Château Laurier liegt wunderbar zentral und ist ein idealer Ausgangspunkt für die kommenden Erkundungen. Nach dem Einchecken hält es uns nicht lange auf den Zimmern. Das Fotowetter ist einfach zu schön, um den Nachmittag ungenutzt verstreichen zu lassen. Also hinaus in die Stadt, erste Eindrücke sammeln und die besondere Atmosphäre dieser französisch geprägten Metropole genießen.
Am Abend treffen wir uns wieder und spazieren gemeinsam zum Restaurant Trois Brasseurs an der Grande Allée. Hier erwartet uns ein leckeres Abendessen mit kanadischen Spezialitäten. Auf den Bildschirmen läuft ein Eishockeyspiel, und das Publikum sorgt für die passende Geräuschkulisse. Wer in Kanada ein Restaurant betritt und auf andächtige Stille hofft, hat vermutlich die Spielregeln noch nicht ganz verstanden. Hier wird gegessen, diskutiert, gejubelt und mitgefiebert – ganz besonders, wenn auf dem Eis die Pucks fliegen.
Nach dem Essen genießen wir noch die beleuchtete Grande Allée. Die Häuser und Straßen strahlen im abendlichen Lichterglanz, und Québec empfängt uns mit einer Atmosphäre, die tatsächlich ein wenig an Frankreich erinnert. Ein wunderschöner Abschluss für einen Tag voller Kontraste: Formel-1-Strecke, goldglänzende Basilika, unterirdische Stadt und schließlich die Ankunft in einer der charmantesten Städte Kanadas.
Zurück im Hotel freuen wir uns auf den nächsten Tag, denn morgen wollen wir noch tiefer in Québec eintauchen. Die Stadt hat uns schon jetzt neugierig gemacht – und wir haben das Gefühl, dass da noch einiges auf uns wartet.
Mittwoch, den 7.10.2026 – Französischer Charme und Leinen los!
Heute lassen wir den Morgen ganz gemütlich angehen. Frühstücken, Koffer packen, die Kofferanhänger für das Schiff befestigen – schließlich wollen unsere Reiseutensilien später auch wissen, wohin die Reise geht. Dann geht es hinunter zum Bus, wo Marina bereits auf uns wartet. Sie wird uns heute Québec City näherbringen, und die Stadt hat einiges zu erzählen.
Unser erster Stopp führt uns zum imposanten Parlamentsgebäude. Ein prächtiger Bau, der sich hervorragend als Fotomotiv eignet und gleich deutlich macht, dass Québec auch politisch einiges zu bieten hat. Anschließend geht es zu Fuß weiter. Durch eines der Stadttore betreten wir die historische, von Mauern umgebene Altstadt und tauchen ein in eine Welt aus engen Gassen, hübschen Fassaden und französischem Flair.
Marina führt uns zum ehemaligen Kloster, wo einst versucht wurde, die indigene Bevölkerung zum Christentum zu bekehren. Sie erzählt lebendig von der bewegten Geschichte dieses Ortes. Auch die kleine Kirche besichtigen wir. Sie ist wunderschön gestaltet, mit goldenen Verzierungen und einem prächtigen Baldachin, der alle Blicke auf sich zieht. Ein stiller, eindrucksvoller Ort mitten im geschäftigen Stadtleben.
Danach wartet eines der Wahrzeichen Québecs auf uns: das berühmte Château Frontenac. Der Name klingt nach einem Schloss, doch tatsächlich handelt es sich um ein Luxushotel, das von der Eisenbahngesellschaft Canadian Pacific für wohlhabende Reisende errichtet wurde. Majestätisch thront es über der Stadt und prägt die Skyline wie kaum ein anderes Gebäude. Wer hier übernachtet, dürfte sich jedenfalls nicht mit einem gewöhnlichen Hotelzimmer zufriedengeben.
Von dort steigen wir die Treppen hinunter in die Unterstadt. Und spätestens jetzt wird klar, warum Québec so viele Besucher begeistert. Die Altstadt besitzt einen ganz besonderen französischen Charme. Kleine Gassen, liebevolle Details, schmucke Häuser und hübsche Cafés lassen uns beinahe vergessen, dass wir uns auf der anderen Seite des Atlantiks befinden. Man fühlt sich eher wie in einem kleinen Städtchen irgendwo in Frankreich als in Nordamerika. Nur die Reisegruppe mit den Kameras erinnert daran, dass wir nicht versehentlich in der Provence gelandet sind.
Nach diesem Rundgang verabschieden wir uns von Marina, doch der Vormittag ist noch nicht ganz vorbei. Es bleibt Zeit für Souvenirs, einen Kaffee oder ein Stück Kuchen in einem der gemütlichen Cafés. Die Auswahl ist verlockend, und so mancher nutzt die Gelegenheit, noch ein kleines Stück Québec mit nach Hause zu nehmen – notfalls in Form einer hübschen Einkaufstüte.
Doch irgendwann heißt es endgültig: Alle Mann zum Schiff! Schließlich wartet unsere Norwegian Jewel bereits im Hafen. Die Anfahrt durch das Hafengelände entwickelt sich kurzzeitig zu einer kleinen Orientierungsübung. Don verliert für einen Moment die Richtung, aber keine Sorge: Gemeinsam finden wir den richtigen Weg und schon bald steht unser Bus an der passenden Stelle.
Zunächst werden sämtliche Gepäckstücke ausgeladen. Danach folgt die große Abschiedszeremonie. Wir bedanken uns bei Don, der uns sicher durch die vergangenen Tage gefahren hat, und verabschieden uns anschließend von Paul, unserem humorvollen Superguide mit dem unverwechselbaren holländischen Akzent. Mit vielen Informationen, unterhaltsamen Geschichten und einer guten Portion Humor hat er unsere Kanada-Tage bereichert. Ein herzliches Dankeschön an beide!
Dann beginnt der Check-in für die Kreuzfahrt. Die Formalitäten sind erfreulich schnell erledigt und schon betreten wir die Norwegian Jewel. Jetzt heißt es erst einmal orientieren: Wo ist die Musterstation für die Sicherheitsübung? Wo gibt es etwas zu essen und zu trinken? Und wo war noch einmal die Kabine? Fragen, die sich auf einem neuen Schiff meist schneller vermehren als die Koffer auf dem Gepäckband.
Zum Glück dauert es nicht lange, bis auch die Kabinen fertig sind und die Koffer eintreffen. Endlich auspacken, sich einrichten und das neue Zuhause für die kommenden Tage erkunden. Währenddessen macht sich die Norwegian Jewel bereit zum Auslaufen. Québec City zieht langsam an uns vorbei, und wir verabschieden uns von dieser wunderschönen Stadt mit ihren Gassen, Mauern und französischen Einflüssen.
Am Abend treffen wir uns zum ersten gemeinsamen Dinner an Bord. Unser Ziel ist der Tsar’s Palace, das elegante Hauptrestaurant, in dem wir fürstlich speisen. Die Tische sind schön vorbereitet, die Stimmung ist bestens und die Gruppe genießt das abwechslungsreiche Essen. Nach den Tagen im Reisebus ist es schön, nun gemeinsam an Bord zu sitzen und sich verwöhnen zu lassen.
Anschließend lockt das Abendprogramm: Für die einen geht es ins Theater, andere gönnen sich ein Gläschen bei einer der Bands und lassen den Abend musikalisch ausklingen. Schließlich muss auch das Bordleben erst einmal ausprobiert werden – und die Möglichkeiten sind zahlreich.
So geht unser erster Kreuzfahrttag zu Ende. Québec liegt hinter uns, die Koffer sind ausgepackt und die Norwegian Jewel nimmt Kurs auf neue Abenteuer. Die Reise geht weiter – diesmal mit Meerblick, Restaurants und Unterhaltung direkt vor der Kabinentür. Leinen los für den nächsten Abschnitt unserer Ostkanada-Reise!
Donnerstag, den 8.10.2026 – Fjordzauber, Felsenfiguren und die Suche nach den Belugas
Noch bevor der Morgen richtig begonnen hat, gleitet unsere Norwegian Jewel bereits mit langsamer Fahrt durch den beeindruckenden Saguenay-Fjord. Langsam weicht die Dunkelheit dem ersten Morgenlicht, und während am Himmel die Sonne aufgeht, erreichen wir La Baie. Ein neuer Tag in Ostkanada wartet auf uns – und für viele beginnt er heute besonders früh.
Nach dem Frühstück heißt es schnell von Bord und hinüber zu einem kleineren Ausflugsboot. Schließlich wollen wir den Fjord nicht nur vom großen Kreuzfahrtschiff aus erleben, sondern mitten hinein in diese spektakuläre Landschaft. Warm eingepackt geht es los. Die Wälder leuchten in kräftigen Herbstfarben, die steilen Felswände ragen links und rechts empor und immer wieder entdecken wir kleine und größere Wasserfälle, die sich ihren Weg hinunter zum Wasser bahnen. Nur die Temperaturen erinnern uns daran, dass der kanadische Herbst zwar wunderschön, aber eben kein Hochsommer ist. Die Sonne lässt sich zunächst noch Zeit, und so wird die Landschaft erst einmal mit Jacke und Mütze genossen.
Der Saguenay-Fjord ist auch aus wissenschaftlicher Sicht etwas Besonderes. Unter der Wasseroberfläche liegen unterschiedliche Wasserschichten: oben vergleichsweise leichteres Süßwasser, darunter kaltes, salzreiches Wasser aus dem Sankt-Lorenz-Golf. Diese besonderen Bedingungen bieten Lebensraum für ungewöhnliche Meeresbewohner. Belugawale sind hier zu Hause, ebenso der geheimnisvolle Grönlandhai. Da bekommt die heutige Bootsfahrt gleich noch eine zusätzliche Portion Abenteuer.
Während wir durch den Fjord fahren, tauchen am Ufer immer wieder kleine Siedlungen zwischen den Wäldern auf. Manche wirken so abgelegen, dass man sich fragt, wie dort wohl der tägliche Einkauf organisiert wird. Andere Häuser liegen direkt am Wasser und genießen vermutlich einen Ausblick, für den man in einer Großstadt ein kleines Vermögen bezahlen müsste.
Ein besonderer Blickfang ist schließlich die Madonnenstatue am Cap Trinité. Hoch oben auf einem Felsen thront sie über dem Fjord und wacht über die vorbeiziehenden Boote. Ein beeindruckender Anblick, der natürlich zahlreiche Kameras in Aktion versetzt. Auch die Felsformationen Hundekopf und Tableau liegen auf unserer Route. Mit etwas Fantasie lassen sich die Formen tatsächlich erkennen – wobei sich bei solchen Naturkunstwerken bekanntlich nicht immer alle Betrachter auf dieselbe Interpretation einigen. Aber genau das macht den Reiz aus.
Schließlich erreichen wir Anse-Saint-Jean. Hier wartet eine ganz besondere Sehenswürdigkeit auf uns: die überdachte Brücke Pont couvert de Faubourg. Solche historischen Holzbrücken gehören zu den typischen Bauwerken der Region und sind beliebte Fotomotive. Die Brücke ziert sogar den kanadischen Tausend-Dollar-Schein, der allerdings längst nicht mehr im Umlauf ist. Wer heute einen solchen Schein in der Tasche hätte, könnte sich vermutlich nicht nur eine schöne Brücke, sondern gleich eine ganze Reise leisten.
Auch die kleine Kirche des Ortes schauen wir uns an, bevor wir wieder in den Bus steigen. Die Rückfahrt führt entlang des Nationalparks durch die herbstlich gefärbte Landschaft zurück nach La Baie. Dort legen wir noch einen kurzen Stopp an der Glaspyramide von Ha! Ha! ein. Allein der Name sorgt schon für ein Schmunzeln. Die ungewöhnliche Konstruktion ist ein originelles Wahrzeichen der Stadt und bildet einen schönen Kontrast zu den natürlichen Landschaften, die wir zuvor erlebt haben.
Am Anleger angekommen, bleibt noch ein wenig Zeit für Souvenirs, bevor das Mittagessen an Bord ruft. Unsere Norwegian Jewel wartet bereits und pünktlich heißt es wieder: Leinen los! Der Fjord verabschiedet uns mit seinen bunten Wäldern und steilen Ufern, während wir uns auf einen abwechslungsreichen Nachmittag an Bord freuen.
Natürlich bleibt die Hoffnung, doch noch einen Belugawal zu entdecken. Die Augen wandern immer wieder über die Wasseroberfläche, jeder kleine Schaumstreifen wird kritisch begutachtet und gelegentlich könnte man meinen, am Horizont etwas Weißes erkannt zu haben. Doch trotz intensiver Ausschau bleibt die Kinderstube der Belugas heute unsichtbar. Die Wale haben offenbar beschlossen, ihren eigenen Tagesplan einzuhalten – und der sieht keinen Fototermin mit unserer Reisegruppe vor.
Als es langsam dunkel wird, verlassen wir den Saguenay-Fjord. Die Lichter an Bord gehen an, die Musik spielt und die Bars füllen sich allmählich. Beim Dinner lassen wir den Tag gemütlich ausklingen und tauschen unsere Eindrücke aus: die herbstlichen Wälder, die gewaltigen Felsen, die Wasserfälle und natürlich die vergebliche, aber keineswegs langweilige Suche nach den Belugas.
Nun freuen wir uns auf den ersten Seetag. Endlich einmal ausschlafen, das Schiff in Ruhe erkunden, den Blick aufs Meer genießen und sich ganz dem angenehmen Kreuzfahrtleben hingeben. Nach diesem frühen Start haben wir uns das redlich verdient!
Freitag, den 9.10.2026 – Seetag, Sonnenschein und eine Nacht voller Glamour
Heute darf der Wecker einmal Pause machen, denn unser erster Seetag steht ganz im Zeichen der Gemütlichkeit. Keine Ausflugsbusse, keine festen Treffpunkte, keine Koffer, die pünktlich vor der Kabinentür stehen müssen. Stattdessen heißt es: ausschlafen, ausgiebig frühstücken, entspannen und einfach einmal durchschnaufen. Nach den erlebnisreichen Tagen an Land haben wir uns diese kleine Auszeit redlich verdient.
Die einen genießen ein ausgedehntes Frühstück, andere widmen sich einem spannenden Buch oder lassen den Blick vom eigenen Balkon über das Meer schweifen. Draußen zieht die Landschaft langsam aus unserem Blickfeld, während unsere Norwegian Jewel den Sankt-Lorenz-Strom verlässt und in den Golf von Sankt-Lorenz hinausfährt. Wir befinden uns nun in den Gewässern zwischen Neufundland und Nova Scotia. Kanada zeigt sich heute von seiner stillen, maritimen Seite.
Das Meer ist ausgesprochen ruhig und die Sonne lässt sich immer häufiger blicken. Beste Voraussetzungen, um es sich an Deck bequem zu machen. Selbst auf dem Sonnendeck kann man es wunderbar aushalten. Die Liegestühle werden besetzt, die ersten Drinks bestellt und der eine oder andere Kaffee wird mit Meerblick gleich doppelt so gut. Wer heute nichts weiter vorhat, als aufs Wasser zu schauen, hat das Tagesprogramm bereits vollständig erfüllt.
Natürlich gibt es an Bord genügend Möglichkeiten, die Zeit zu verbringen. Jeder gestaltet den Tag nach seinem Geschmack: ein bisschen lesen, ein bisschen spazieren, einen Drink genießen oder einfach die Seele baumeln lassen. Und wer sich zwischendurch fragt, wie spät es eigentlich ist, stellt schnell fest, dass die Uhr heute eine eher untergeordnete Rolle spielt. Schließlich ist Seetag und nicht Leistungssport!
Nach dem Mittagessen geht das entspannte Bordleben weiter. Die Sonne wärmt angenehm, das Meer liegt ruhig vor uns und das Schiff zieht gemächlich seine Bahn. Ein perfekter Tag, um die Eindrücke der vergangenen Tage noch einmal Revue passieren zu lassen und neue Energie für die kommenden Häfen zu sammeln.
Am Abend treffen wir uns wieder im Tsar’s Palace zum gemeinsamen Dinner. Wie gewohnt erwartet uns ein vorzügliches Drei-Gänge-Menü, und so lassen wir uns kulinarisch verwöhnen. Doch wer glaubt, der Tag würde nun gemütlich ausklingen, hat die Rechnung ohne das Showprogramm gemacht. Nach dem Dessert wird es plötzlich geschäftig: Die große Tanzshow „Ignite“ wartet auf uns!
Das Showensemble legt eine beeindruckende Darbietung hin. Mitreißende Choreografien, glitzernde Kostüme, Musik und jede Menge Bühnenenergie sorgen für einen Abend voller Glamour. Nach so viel Tempo und Glanz ist ein kleiner Absacker in einer der zahlreichen Bars genau das Richtige.
Und der Drink des Tages? Ein Espresso Martini – schwarz, kräftig und gefährlich wie die Nacht. Kaffee trifft auf Cocktail, Wachmacher auf Schlummertrunk. Ob das wirklich beim Einschlafen hilft, darf jeder selbst ausprobieren. Immerhin haben wir morgen wieder ein neues Reiseziel vor uns.
So endet unser erster Seetag auf der Norwegian Jewel: entspannt begonnen, sonnig verbracht und glamourös abgeschlossen. Kanada zieht draußen weiter vorbei, während wir das Kreuzfahrtleben in vollen Zügen genießen. Genau so darf Urlaub sein!
Samstag, den 10.10.2026 – Anne auf Green Gables und ein Hummer zum Verlieben
Heute dürfen wir den Morgen ganz entspannt angehen, denn unsere Norwegian Jewel erreicht Charlottetown erst am späten Vormittag. Kein frühes Aufstehen, kein hastiges Frühstück und kein Sprint zum Ausflugsbus – so beginnt ein perfekter Hafentag! Unser Ziel ist Prince Edward Island, kurz und knapp P.E.I. genannt. Die kleinste Provinz Kanadas ist bekannt für ihre roten Klippen, hübschen Küstenorte, literarischen Erinnerungen und natürlich für eine ganz besondere Spezialität: den Lobster, also den Hummer. Und der soll heute noch eine wichtige Rolle spielen!
Charlottetown lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden. Die Hauptstadt der Insel präsentiert sich gemütlich, überschaubar und voller hübscher Ecken. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören die imposante Basilika, der Gouverneurspalast, der Hafen und das Rathaus mit seinem Uhrenturm. Zwischen historischen Gebäuden, kleinen Geschäften und den Straßen der Innenstadt lässt es sich herrlich bummeln. Wer möchte, kann sich unterwegs mit einem Kaffee stärken oder schon einmal die Speisekarten der Restaurants studieren. Schließlich will ein kulinarischer Höhepunkt gut vorbereitet sein!
Andere aus unserer Gruppe zieht es hinaus an die Nordküste der Insel. Dort wartet die Welt von Lucy Maud Montgomery, der Autorin der berühmten Geschichten rund um Anne auf Green Gables. Die Fahrt führt durch eine Landschaft, die mit ihrer rauen Küste, den roten Klippen, weiten Stränden und der kräftigen Brandung einen ganz eigenen Charakter besitzt. Hier zeigt sich der Atlantik von seiner wilden Seite, und die Natur liefert Fotomotive in Hülle und Fülle.
Dann erreichen wir Green Gables. Für alle, die mit den Geschichten von Anne aufgewachsen sind oder sie später entdeckt haben, ist dieser Ort etwas ganz Besonderes. Das charmante Haus wirkt wie direkt aus den Erzählungen entsprungen und lässt die Welt der rothaarigen Anne lebendig werden. Man fühlt sich beinahe in jene Zeit zurückversetzt, in der die kleine Heldin mit ihrer Fantasie, ihren Missgeschicken und ihrem unverwechselbaren Temperament die Herzen der Leser eroberte.
Das hübsche Haus, das Besucherzentrum und der Souvenirladen laden zum Verweilen ein. Natürlich werden Erinnerungsfotos gemacht und so manches Souvenir findet seinen Weg in die Reisetasche. Wer weiß, vielleicht wird zu Hause ja noch einmal in den alten Geschichten geschmökert – mit einem besonders schönen Bild von Green Gables vor Augen.
Doch irgendwann meldet sich der Magen. Und heute gibt es nur eine vernünftige Antwort auf die Frage nach dem Mittagessen: Hummer!
Der rot bis rosafarbene Meeresbewohner liegt auf dem Teller und wartet auf seinen großen Auftritt. Schürze an, Werkzeug in die Hand und schon beginnt die kleine kulinarische Herausforderung. Knacken, drehen, vorsichtig ziehen und hoffen, dass sich irgendwo noch ein ordentliches Stück Fleisch versteckt. Denn so lecker der Hummer auch ist – erstaunlich schnell stellt man fest, dass die Schale einen beträchtlichen Teil des Gesamtgewichts ausmacht. Man arbeitet sich mit Hingabe durch Scheren und Panzer, und am Ende fragt man sich unweigerlich, warum dieses köstliche Fleisch nicht einfach ein bisschen großzügiger verteilt wurde.
Aber keine Sorge: Der Geschmack entschädigt für die Mühe! Und als wäre das noch nicht genug, wartet zum Nachtisch ein herrlicher Beerenpie. Fruchtig, süß und wunderbar passend zu diesem Inseltag. So lässt sich das Leben genießen!
Auch in den Restaurants am Hafen wird der Hummer frisch serviert. Wer sich also in Charlottetown für einen kulinarischen Zwischenstopp entscheidet, liegt damit genau richtig. Die Verbindung aus maritimer Atmosphäre und regionalen Spezialitäten macht den Besuch zu einem echten Genussmoment.
Für weitere Unterhaltung sorgen die Ausflüge mit Amphibienfahrzeugen. Diese ungewöhnlichen Gefährte bewegen sich sowohl auf der Straße als auch im Wasser und bieten eine etwas andere Perspektive auf Charlottetown und seine Umgebung. Die Begeisterung ist groß – schließlich erlebt man eine Stadt nicht jeden Tag auf diese Weise. Auch hier wird viel geschaut, gestaunt und fotografiert.
Doch irgendwann ruft wieder das Schiff. Wir kehren zur Norwegian Jewel zurück, und nach einem erlebnisreichen Tag auf Prince Edward Island heißt es pünktlich: Alle Mann an Bord und Leinen los!
Charlottetown verschwindet langsam hinter uns, während an Bord das gewohnte Kreuzfahrtleben wieder Fahrt aufnimmt. Musik erklingt, die Bars locken mit kühlen Drinks und in den Restaurants wartet bereits das nächste leckere Essen. Nach Hummer, Beerenpie, Küstenlandschaften und literarischen Erinnerungen lassen wir den Abend gemütlich ausklingen.
Prince Edward Island hat uns mit seiner rauen Schönheit, seinem charmanten Städtchen und einer ordentlichen Portion Anne auf Green Gables begeistert. Und der Hummer? Der bleibt garantiert in Erinnerung – nicht nur wegen seines Geschmacks, sondern auch wegen der sportlichen Herausforderung, ihn zu verspeisen!
Sonntag, den 11.10.2026 – Eine Riesenfidel, ein Erfinder und eine Reise ins 18. Jahrhundert
Heute liegt Sydney auf unserem Reiseplan. Aber keine Sorge, wir sind nicht versehentlich wieder in Australien gelandet! Unser Sydney befindet sich auf Cape Breton Island in der kanadischen Provinz Nova Scotia. Die Sonne begrüßt uns bereits am Morgen und versüßt sowohl das Frühstück als auch das Anlegemanöver unserer Norwegian Jewel. So darf ein Hafentag gerne beginnen!
Kaum an Land, wartet schon das erste Fotomotiv: die größte Fidel der Welt, die direkt am Hafen thront. Das gewaltige Musikinstrument ist das Wahrzeichen Sydneys und kaum zu übersehen. Wer hier ohne Foto weitergeht, muss schon sehr konsequent gegen den eigenen Kameraauslöser kämpfen.
Für den heutigen Tag stehen zwei ganz unterschiedliche Ausflüge zur Auswahl. Die einen begeben sich auf die Spuren eines genialen Erfinders, die anderen reisen zurück in die Zeit der ersten europäischen Siedler.
Die Fahrt nach Baddeck führt durch die herrliche Landschaft von Cape Breton Island. Der Indian Summer zeigt sich erneut von seiner farbenfrohen Seite und lässt die Wälder in kräftigen Gelb-, Orange- und Rottönen leuchten. Unser Ziel ist das Alexander Graham Bell Museum. Der berühmte Erfinder verbrachte viele Sommer in Baddeck und nutzte den Ort als Rückzugs- und Experimentierplatz. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern tüftelte er hier an neuen technischen Entwicklungen und beschäftigte sich unter anderem mit Fluggeräten und weiteren visionären Ideen.
Bell war eben nicht nur der Mann, der mit dem Telefon berühmt wurde. Seine Interessen reichten weit darüber hinaus, und viele seiner Projekte zeigen, wie neugierig und erfinderisch dieser Mann war. Im Museum gibt es jede Menge zu entdecken: Modelle, technische Entwicklungen und spannende Einblicke in das Leben eines Genies seiner Zeit. Man staunt, was damals schon ausprobiert wurde – und fragt sich gelegentlich, ob Bell wohl auch schon eine Idee für ein Smartphone gehabt hätte. An Gesprächsstoff mangelt es jedenfalls nicht!
Die andere Ausflugsgruppe begibt sich auf eine ebenso faszinierende Reise, allerdings nicht in die Zukunft der Technik, sondern tief in die Vergangenheit. Ziel ist die historische Festung Louisbourg an der Atlantikküste. Schon die Fahrt dorthin ist ein Erlebnis, denn auch hier begleitet uns der farbenprächtige Indian Summer. Schließlich erreichen wir die vollständig restaurierte Festungsanlage, die uns unmittelbar in das 18. Jahrhundert zurückversetzt.
Louisbourg war einst ein bedeutender Hafen und Handelsplatz der Neuen Welt. Strategisch günstig gelegen, spielte die Festung eine wichtige Rolle im Handel zwischen Europa und den Häfen an der amerikanischen Küste. Zeitweise gehörte der Hafen zu den bedeutendsten der Region. Wer heute durch die Anlage spaziert, kann sich gut vorstellen, wie geschäftig es hier einst zugegangen sein muss.
Besonders beeindruckend sind die Menschen, die das historische Gelände mit Leben füllen. Freiwillige in zeitgenössischen Kostümen stellen das damalige Alltagsleben nach und nehmen die Besucher mit in eine längst vergangene Epoche. In den Häusern, Werkstätten und Räumen wurde mit viel Liebe zum Detail gearbeitet. Kleidung, Einrichtung und Arbeitsabläufe vermitteln ein erstaunlich authentisches Bild davon, wie die Menschen damals lebten. Hier wird Geschichte nicht nur erklärt, sondern beinahe greifbar.
Ob nun technische Pionierleistungen in Baddeck oder das geschäftige Leben in Louisbourg – beide Ausflüge zeigen unterschiedliche Seiten der Geschichte Cape Bretons. Und beide bieten reichlich Gelegenheit, Neues zu entdecken und mit vielen Eindrücken zurückzukehren.
Zurück in Sydney bleibt noch etwas Zeit für die Annehmlichkeiten des modernen Lebens. Das kostenlose WLAN wird genutzt, um Nachrichten zu verschicken und Fotos zu teilen, während andere lieber durch die Souvenirläden stöbern. Schließlich möchte man auch ein kleines Stück Kanada mit nach Hause nehmen.
Dann heißt es wieder einmal: Alle Mann an Bord! Allerdings lässt der pünktliche Aufbruch heute etwas auf sich warten. Zwei Gäste sind offenbar noch so sehr in die Erkundung Sydneys vertieft, dass sie den Rückweg zum Schiff etwas großzügig auslegen. Erst als das Schiff mit einem deutlich hörbaren Signal auf sich aufmerksam macht, wird klar, dass die Norwegian Jewel nicht unbegrenzt auf Nachzügler wartet. Ein wenig Nervenkitzel gehört offenbar auch zur Kreuzfahrt – zumindest für die übrigen Passagiere, die bereits an Bord sind!
Schließlich sind alle wieder da und das Schiff nimmt mit etwas Verspätung Kurs auf Halifax. Am Abend treffen wir uns im Tsar’s Palace und lassen uns fürstlich verwöhnen. Ein gutes Dinner, nette Gespräche und die Vorfreude auf den nächsten Hafen gehören inzwischen zu unserem gewohnten Kreuzfahrtrhythmus.
Danach locken die Bars und die verschiedenen Bands an Bord. Wer noch Energie hat, genießt Musik und einen Absacker, während andere den Tag lieber gemütlich ausklingen lassen.
So verabschieden wir uns von Cape Breton Island: mit farbenfrohen Herbstlandschaften, einem genialen Erfinder, einer eindrucksvollen Festung und einer Riesenfidel, die uns noch lange in Erinnerung bleiben dürfte. Während draußen die Küste langsam im Dunkeln verschwindet, gleitet die Norwegian Jewel weiter Richtung Halifax – und wir freuen uns schon auf das nächste Kapitel unserer Ostkanada-Reise.
Montag, den 12.10.2026 – Thanksgiving, Indian Summer und eine legendäre Lobster Roll
Heute feiern die Kanadier Thanksgiving – ein Feiertag, an dem man eigentlich an Familie, gutes Essen und gemütliche Stunden denkt. Für uns heißt es dagegen: raus aus den Federn, frühstücken und auf zu neuen Entdeckungen! Unsere Reiseleiterin Beatrice wartet bereits auf uns, trotz des leichten Regens gut gelaunt und bereit, uns ihre Stadt Halifax und die wunderschöne Umgebung näherzubringen. Lediglich die etwas verzögerte Freigabe zum Landgang lässt uns kurz warten. Doch schließlich sind alle von Bord und im Bus, und unser kanadisches Abenteuer kann weitergehen.
Beatrice begrüßt uns mit ihrem charmanten Schweizer Akzent und erzählt unterwegs viel über Halifax, seine Geschichte und das Leben an der kanadischen Atlantikküste. Unser erster Halt ist der Public Garden, eine grüne Oase mitten in der Stadt. Draußen herrscht zwar das, was man hier offenbar gerne als „liquid sunshine“ bezeichnet, doch davon lassen wir uns nicht abschrecken. Alle steigen aus und erkunden den wunderschönen, ausgesprochen gepflegten Park. Zwischen liebevoll angelegten Beeten, gepflegten Wegen und herbstlichen Farben lässt es sich auch bei etwas Nieselregen wunderbar spazieren. Ein echter Genuss – und der Regenschirm gehört heute eben zur Grundausstattung.
Anschließend geht es auf die andere Seite des Parks und zu einem Ort, der uns auf ganz andere Weise bewegt: dem Friedhof der Titanic-Opfer. Viele der Menschen, die beim Untergang des berühmten Ozeandampfers ums Leben kamen, fanden in Halifax ihre letzte Ruhestätte. Zwischen schlichten Grabsteinen unbekannter Opfer und den Namen bekannter Persönlichkeiten hören wir bewegende Geschichten über die tragischen Schicksale. Hier wird die Geschichte der Titanic sehr persönlich und greifbar. Ein stiller, nachdenklicher Moment auf unserer Reise.
Danach lassen wir die Stadt hinter uns und fahren hinaus in die Landschaft. Und siehe da: Das Wetter zeigt sich allmählich versöhnlicher! Der Indian Summer breitet vor unseren Fenstern seine ganze Farbenpracht aus. Rot, Orange, Gelb und leuchtendes Grün spiegeln sich in kleinen Seen und begleiten uns auf dem Weg Richtung Peggy’s Cove. Immer wieder öffnen sich herrliche Ausblicke auf die Küstenlandschaft, auf kleine Buchten und flache Wasserflächen, eingerahmt von den leuchtenden Farben des Herbstes. Die Kamera bekommt ordentlich zu tun, und so manches Foto dürfte später als Beweis dienen, dass Kanada tatsächlich so schön sein kann, wie es die Reiseprospekte versprechen.
Schließlich erreichen wir Peggy’s Cove, einen der bekanntesten und wohl auch romantischsten Küstenorte Nova Scotias. Der berühmte Leuchtturm steht einsam und fotogen auf glatt geschliffenen Granitfelsen, während sich das Meer rundherum seinen Weg zwischen den Steinen bahnt. Ein Postkartenmotiv, das man am liebsten gleich mehrfach festhalten möchte. Ganz allein sind wir mit unserer Begeisterung allerdings nicht: Zahlreiche andere Besucher haben dieselbe Idee, und auf diesem kleinen Stückchen Kanada herrscht ordentlich Betrieb.
Für eine besondere musikalische Note sorgt Thomas, der Alphornbläser. Mit seinem Instrument wirkt er zwischen Atlantikküste, Granitfelsen und Leuchtturm zunächst ein wenig wie ein Besucher aus einer anderen Welt. Doch tatsächlich gehört er schon seit vielen Jahren zum festen Bild von Peggy’s Cove. Und schließlich ist Musik bekanntlich international – warum sollte ein Schweizer Alphorn also nicht auch an der kanadischen Küste seinen Platz haben?
Auch kulinarisch hat Peggy’s Cove einiges zu bieten. Bei Tom’s Lobster Shack wartet eine Spezialität, die sich viele von uns nicht entgehen lassen: die legendäre Lobster Roll. Hummerfleisch im Brötchen – einfach, aber offenbar ausgesprochen überzeugend. Die Kostproben kommen jedenfalls gut an und erhalten von den Testessern Bestnoten. Wer bisher noch nicht wusste, wie gut eine solche Lobster Roll schmecken kann, ist danach um eine Erfahrung reicher. Kanada kann eben nicht nur Ahornsirup, sondern auch Hummer!
Anschließend tauchen wir tiefer in den kleinen Ort ein. In den gemütlichen Galerien locken Kunsthandwerk, Souvenirs und allerlei hübsche Erinnerungsstücke. Da fällt es nicht jedem leicht, mit leeren Händen weiterzugehen. Und auch abseits der Souvenirläden gibt es noch eine kleine Episode, die für Gesprächsstoff sorgt: Beatrice muss kurzerhand als Retterin einspringen und einen unserer Gäste aus einer Toilettenkabine befreien. Offenbar gibt es bei den Türschlössern unterschiedliche Varianten – und nicht jede erklärt sich auf Anhieb von selbst. Zum Glück beweist unsere Reiseleiterin, dass sie nicht nur Geschichten erzählen, sondern auch praktische Probleme lösen kann. Die Freiheit ist schnell wiederhergestellt, und die Reisegruppe kann erleichtert weiterziehen. Manchmal sind es eben gerade die kleinen Zwischenfälle, die eine Reise unvergesslich machen!
Auf dem Rückweg nutzen wir das inzwischen freundlichere Wetter für einen weiteren Fotostopp. Noch einmal heißt es: Indian Summer am See, Kameras raus und lächeln! Die herbstliche Landschaft zeigt sich jetzt von ihrer besonders schönen Seite und liefert reichlich Motive für das persönliche Kanadaalbum.
Ein weiterer Halt führt uns zum Spezialitätengeschäft Arcadia. Hier dreht sich alles um Ahornsirup und die vielen Köstlichkeiten, die sich daraus herstellen lassen. Von süß bis besonders süß ist allerlei dabei. Wer etwas mit nach Hause nehmen möchte, kann sich eindecken – und wer noch unentschlossen ist, probiert sich erst einmal durch das Angebot. Eine ausgesprochen praktische Form der Kaufentscheidung: Erst testen, dann überlegen, ob der Koffer noch Platz hat.
Zurück in Halifax steht noch ein Besuch der Zitadelle auf dem Programm. Von hier oben bietet sich ein schöner Blick auf das Wahrzeichen der Stadt, den berühmten Uhrenturm, und auf Halifax selbst. Der Rundumblick über die Stadt und ihre Umgebung ist ein würdiger Abschluss unseres Ausflugs. Danach unternehmen wir noch eine Stadtrundfahrt durch den südlichen und nördlichen Teil von Halifax und erhalten weitere Eindrücke von dieser geschichtsträchtigen Hafenstadt.
Dann heißt es leider wieder Abschied nehmen. Wir bedanken uns bei Beatrice für die abwechslungsreiche Führung und bei unserem Busfahrer Justin für die sichere Fahrt durch Stadt und Landschaft. Zurück am Hafen bleibt noch ein wenig Zeit für einen Spaziergang entlang der Uferpromenade. Die frische Atlantikluft, die Hafenansichten und das maritime Flair genießen wir, bevor die Norwegian Jewel ihre Leinen löst und Kurs auf die Gewässer der Vereinigten Staaten nimmt.
Kanada verabschiedet sich von uns mit einem Tag voller Kontraste: bewegende Geschichte, farbenfroher Indian Summer, romantische Küstenlandschaften, kulinarische Entdeckungen und eine kleine Rettungsaktion mit Happy End. Dazu jede Menge schöne Eindrücke, die uns noch lange begleiten werden.
Am Abend lassen wir es uns an Bord beim leckeren Dinner gut gehen. Anschließend sorgt die Broadway-Show im Theater für Unterhaltung und einen schwungvollen Ausklang dieses erlebnisreichen Tages. Während draußen die Küste langsam hinter uns verschwindet, genießen wir die Annehmlichkeiten unseres schwimmenden Hotels und freuen uns auf die nächsten Abenteuer.
Danke, Kanada – für die großartige Landschaft, die bewegenden Geschichten, die Lobster Roll und diesen herrlichen Indian Summer!
Dienstag, den 13.10.2026 – Bar Harbor im Regen: Geduld ist eine Tugend!
Heute erreichen wir die Vereinigten Staaten, und mit Bar Harbor erwartet uns ein besonders hübsches Ziel an der Küste von Maine. Der kleine, charmante Touristenort liegt direkt am Acadia Nationalpark und verspricht Neuengland-Romantik vom Feinsten. Doch bevor wir die amerikanische Küste erkunden dürfen, müssen wir zunächst eine kleine Geduldsprobe bestehen. Und die hat es in sich!
Der Morgen beginnt wenig verheißungsvoll. Langsam wird es hell, leichter Regen liegt in der Luft, und die Norwegian Jewel geht vor Bar Harbor vor Anker. Wir liegen auf Reede, denn zunächst müssen die amerikanischen Grenzbeamten an Bord kommen und die Einreiseformalitäten erledigen. Was sich zunächst nach einer überschaubaren Angelegenheit anhört, entwickelt sich allerdings zu einem längeren Kapitel unserer Reise.
Die Passagiere werden in langen Schlangen zu den Kontrollstellen geleitet. Die Beamten arbeiten sich durch die Menschenmengen, während das ohnehin langsame Internet an Bord die Abwicklung zusätzlich erschwert. Wer auf eine schnelle digitale Bearbeitung hofft, wird hier auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Bis endlich der begehrte blaue Aufkleber im Pass beziehungsweise auf den Einreiseunterlagen seinen Platz gefunden hat, können gut anderthalb Stunden vergehen. Doch damit ist die amerikanische Grenze zwar geschafft, Bar Harbor aber noch längst nicht erreicht.
Denn nun müssen wir erst einmal an Land kommen. Auch das gestaltet sich zeitaufwendig: Die Tenderboote bringen die Passagiere in kleinen Gruppen vom Schiff zum Hafen. Wieder heißt es warten, anstehen und geduldig bleiben. Noch einmal vergeht ungefähr anderthalb Stunden, bis man endlich in einem der Boote sitzt. Nach rund 20 Minuten Fahrt ist es dann tatsächlich so weit: Wir erreichen amerikanischen Boden! Einreise erledigt, Bootsfahrt überstanden – jetzt kann der Ausflug beginnen.
Wäre da nicht das Wetter. Denn während wir uns auf die hübsche Küstenstadt freuen, empfängt uns Bar Harbor mit strömendem Regen. Offenbar möchte uns Neuengland gleich am ersten Tag zeigen, dass es nicht nur für seine Bilderbuchlandschaften, sondern auch für seine Wetterfestigkeit bekannt ist. Aber was soll's? Wir sind schließlich nicht über den Atlantik gefahren, um uns von ein paar Regentropfen die Laune verderben zu lassen!
Also Regenjacken schließen, Schirme aufspannen und los geht's. Bar Harbor erweist sich tatsächlich als ausgesprochen reizvoller kleiner Ort. Hübsche Häuser, gemütliche Cafés, einladende Pubs, Souvenirläden und Restaurants reihen sich entlang der Straßen. Besonders die Lobster Roll scheint auch hier zur kulinarischen Grundausstattung zu gehören. Wer nach den kanadischen Hummer-Erfahrungen noch nicht genug davon hat, bekommt also gleich die nächste Gelegenheit, sich durch die Spezialität der Atlantikküste zu probieren.
Wir schlendern durch die Straßen, entdecken schöne Fotomotive und versuchen, die Kamera trotz des Regens einsatzbereit zu halten. Fotografieren, Linse putzen, weitergehen – und das Ganze bei Bedarf von vorn. Ein wenig Übung im Umgang mit feuchtem Wetter kann schließlich nicht schaden. Und tatsächlich: Bar Harbor ist auch bei diesem grauen Himmel ein hübscher Anblick. Die kleinen Geschäfte und die gemütliche Atmosphäre sorgen dafür, dass sich der Ausflug trotzdem lohnt.
Natürlich gehört zu einem Besuch in dieser Region auch der berühmte Acadia Nationalpark. Seine felsige Küste, die Wälder und die Ausblicke auf den Atlantik machen ihn zu einem besonderen Naturerlebnis. Selbst bei Regen hat die Landschaft ihren eigenen Reiz, auch wenn die Sicht nicht immer ganz so spektakulär ausfällt wie auf den Postkarten. Und es soll tatsächlich Mutige geben, die sich bei diesem Wetter aufs Fahrrad schwingen und eine gemütliche Radtour durch den Nationalpark unternehmen. Respekt! Offenbar gilt auch in Neuengland die Devise: Man ist ja nicht aus Zucker. Vielleicht haben diese Radler aber auch einfach die bessere Regenjacke erwischt.
Irgendwann ist dann allerdings der Punkt erreicht, an dem selbst die tapfersten Entdecker genug vom feuchten Vergnügen haben. Die Rückfahrt zur Norwegian Jewel steht an, und wieder kommen die Tenderboote zum Einsatz. Diesmal freuen wir uns besonders darauf, das nasse Wetter hinter uns zu lassen und an Bord wieder ins Trockene zu kommen. Nach dem langen Warten bei der Einreise und dem ausgedehnten Regentag fühlt sich das Schiff fast wie eine warme Zuflucht an.
Dort wartet die wohlverdiente Belohnung: ein leckerer, wärmender Drink, mit dem wir die feuchte Kälte langsam vergessen. Anschließend treffen wir uns zum Abendessen in unserem inzwischen lieb gewonnenen Stammrestaurant, dem Tsar’s Palace. Bei Steak, Flunder oder Pasta wird der Tag noch einmal ausführlich rekonstruiert. Gesprächsstoff gibt es schließlich reichlich – von den endlosen Warteschlangen über die Bootstransfers bis hin zu den tapferen Spaziergängern und Radfahrern, die sich vom Wetter nicht haben beeindrucken lassen.
Und während draußen der Regen weiter auf die Decks prasselt, sorgt drinnen das gemütliche Ambiente für einen versöhnlichen Tagesabschluss. Auch die Wettervorhersage stimmt uns wieder optimistisch: Für morgen besteht Hoffnung auf freundlichere Bedingungen. Ein paar Gläschen Wein helfen zusätzlich dabei, den Tag mit Humor zu nehmen und die kleinen Widrigkeiten abzuhaken.
Bar Harbor hat uns heute zwar nicht mit Sonnenschein verwöhnt, dafür aber bewiesen, dass ein hübscher Ort auch bei Regen seinen Charme behält. Nicht jeder Reisetag kann ein Postkartenmotiv bei blauem Himmel sein – manchmal gehören eben Geduld, nasse Jacken und eine gute Portion Gelassenheit dazu.
Und morgen? Da drücken wir gemeinsam die Daumen für besseres Wetter. Denn Neuengland hat noch einiges zu bieten, und wir sind bereit für die nächste Runde!
Mittwoch, den 14.10.2026 – Portland unter Segeln: Sonne, Schoner und ein Hauch von Luxus
Beim Frühstück wandern die Blicke heute immer wieder zum Himmel. Schließlich hatte die Wettervorhersage Besserung versprochen. Doch zunächst hält sich die Sonne noch vornehm zurück und versteckt sich hinter den Wolken. Na, vielleicht braucht sie einfach etwas länger, um in Schwung zu kommen. Wir lassen uns die Laune jedenfalls nicht verderben, denn in Portland warten bereits neue Entdeckungen auf uns.
Nach dem Frühstück geht es an Land, wo sich unsere Ausflugsgruppen auf ihre jeweiligen Abenteuer verteilen. Und Portland überrascht uns auf Anhieb positiv! Die Stadt in Maine entpuppt sich als ausgesprochen charmante Kleinstadt mit eleganten Villen, gepflegten Wohnvierteln und einer herrlichen Lage am Wasser. Ob North Shore oder South Shore – überall gibt es schöne Häuser und reizvolle Ausblicke zu entdecken. Nur wenige Hochhäuser ragen in den Himmel und stören das harmonische Stadtbild. Dazu kommen zahlreiche Parks, die Portland viel Grün und eine angenehme Leichtigkeit verleihen. Hier lässt es sich gut leben, und als Besucher lässt es sich ebenso gut staunen.
Ein besonderer Höhepunkt ist der Portland Head Light, einer der ältesten Leuchttürme der USA und zweifellos einer der meistfotografierten. Malerisch steht er an der felsigen Küste und blickt seit Jahrhunderten hinaus auf den Atlantik. Wer hier nicht mindestens ein Foto macht, muss seine Kamera vermutlich zu Hause vergessen haben! Der Leuchtturm ist ein echtes Wahrzeichen Neuenglands und liefert zusammen mit der Küste ein Motiv, das man am liebsten gleich mehrfach aus verschiedenen Perspektiven festhält.
Doch Portland hat noch mehr zu bieten. Eisenbahnfreunde kommen bei Zugfahrten auf ihre Kosten, während andere Ausflügler den mondänen Küstenort Kennebunkport besuchen. Dort reihen sich stattliche Anwesen und elegante Häuser aneinander, und auch die Familie Bush gehört zu den bekannten Namen, die mit dem Ort verbunden sind. Kennebunkport gilt als beliebter Rückzugsort wohlhabender Amerikaner – ein wenig Prominenz und eine gute Portion Küstenflair inklusive.
Viele aus unserer Gruppe entscheiden sich allerdings für ein ganz besonderes Erlebnis auf dem Wasser: eine Fahrt mit der Timberwind, einem zweimastigen Schoner aus dem Jahr 1931. Schon der Gedanke, mit einem historischen Segelschiff durch die Bucht von Portland zu gleiten, verspricht einen abwechslungsreichen Tag. Und tatsächlich scheint sich das Wetter unsere Begeisterung zu Herzen zu nehmen: Noch vor Mittag kommt endlich die Sonne hervor und strahlt vom Himmel. Mit ihr wirken die Stadt, die Küste und das Wasser gleich noch einmal so schön.
Die Timberwind selbst ist ein echtes Stück Seefahrtsgeschichte. Einen eigenen Motor besitzt der 56 Tonnen schwere Schoner nicht. Für das Auslaufen wird deshalb ein kleines Beiboot mit einem kräftigen 80-PS-Motor eingesetzt, das unser Segelschiff aus dem Hafen hinauszieht. Ein etwas ungewöhnlicher Anblick, aber schließlich muss auch ein traditionsreicher Segler erst einmal in Fahrt kommen!
Draußen in der Bucht beginnt dann der eigentliche Spaß. Die Crew bereitet alles vor, die Segel werden gesetzt, und auch die Passagiere dürfen mithelfen. Gemeinsam wird an den Leinen gearbeitet, bis die Segel schließlich in die Höhe steigen und sich über uns entfalten. Nun könnte der Wind übernehmen – doch zunächst lässt er sich bitten. Vielleicht genießt er gerade irgendwo seinen eigenen Urlaub.
Trotzdem gibt es reichlich zu sehen. Zahlreiche Segelboote kreuzen durch die Bucht, verschiedene Leuchttürme tauchen am Horizont auf, und natürlich bleibt auch der berühmte Portland Head Light ein begehrtes Fotomotiv. Dazu kommen immer wieder herrliche Ausblicke auf unsere Norwegian Jewel, die vor der Küste liegt und aus dieser Perspektive noch einmal ganz anders wirkt. Die Kameras laufen auf Hochtouren, und so mancher Speicherplatz dürfte heute Abend gut gefüllt sein.
Dann heißt es: neuer Kurs, neues Glück! Der Motor des Beiboots wird abgeschaltet, und tatsächlich übernimmt nun der Wind das Kommando. Allein unter Segeln gleitet die Tradewind wieder hinaus in die Bucht. Das Schiff bewegt sich ruhig durch das Wasser, die Segel fangen den Wind ein, und für einen Moment fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt. Kein Motorenlärm, keine Hektik – nur das Wasser, der Wind und das historische Schiff. Ein wunderbares Erlebnis, das zeigt, wie reizvoll die Seefahrt lange vor den großen Kreuzfahrtschiffen gewesen sein muss.
Langsam geht es schließlich zurück zum Liegeplatz. Die Timberwind gleitet ihrem Ziel entgegen, und ein wirklich schönes Abenteuer findet seinen Abschluss. Für viele von uns gehört diese Segeltour ganz sicher zu den besonderen Erinnerungen unseres Aufenthalts in Portland.
Anschließend bleibt noch Zeit, den Nachmittag nach eigenem Geschmack zu gestalten. Einige nutzen die Gelegenheit, Portland weiter zu erkunden, durch die Straßen zu schlendern oder noch einmal die schöne Küstenstadt zu genießen. Andere kehren lieber an Bord zurück und gönnen sich eine gemütliche Auszeit. Bei Kaffee und Kuchen oder einem herrlichen Eis lässt sich der sonnige Nachmittag schließlich ebenfalls bestens verbringen. Schließlich muss man nicht jeden freien Moment mit Besichtigungen füllen – manchmal ist süßes Nichtstun die beste Reiseaktivität.
Am Abend steht dann ein kulinarischer Höhepunkt auf dem Programm. Viele haben sich zum gemeinsamen Essen im Cagney’s verabredet, wo Steaks und verschiedene Seafood-Gerichte auf der Speisekarte locken. Schon die Vorspeisen machen Lust auf mehr: Shrimps oder eine cremige Lobster Bisque stimmen auf das Hauptgericht ein. Anschließend kommen saftige Steaks auf den Tisch, auf den Punkt gebraten und von bester Qualität. Dazu gibt es angeregte Gespräche, viel zu erzählen und natürlich den einen oder anderen Rückblick auf die Erlebnisse des Tages.
Wer danach noch Platz im Magen hat, kann sich an die Desserts wagen. Allerdings sollte man dafür vorsorglich etwas Reserve eingeplant haben, denn die süßen Kreationen fallen ausgesprochen üppig und opulent aus. Hier gilt eindeutig: Augen größer als der Magen? Dann hilft nur noch ein wenig Durchhaltevermögen! Einige unserer Mitreisenden stellen sich der Herausforderung und schaffen tatsächlich auch noch den Nachtisch.
Mit Musik, Wein und guter Stimmung lassen wir den Abend gemütlich ausklingen. Nach dem verregneten Tag in Bar Harbor hat sich das Wetter heute endlich von seiner freundlichen Seite gezeigt und uns einen herrlichen Tag beschert. Portland begeistert mit seiner charmanten Architektur, den Leuchttürmen und der wunderschönen Küstenlandschaft – und die Fahrt mit der Tradewind hat uns obendrein ein kleines Stück Seefahrtsromantik geschenkt.
So darf es gerne weitergehen: ein bisschen Kultur, eine Prise Abenteuer, gutes Essen und eine Sonne, die hoffentlich auch morgen wieder mit an Bord ist!
Donnerstag, den 15.10.2026 – Boston bei Kaiserwetter: Geschichte, Harvard und ganz große Namen
Einer der Höhepunkte unserer Reise steht heute auf dem Programm: Boston! Schon früh am Morgen lässt sich erahnen, dass uns ein ganz besonderer Tag bevorsteht. Am Himmel kündigt sich ein spektakulärer Sonnenaufgang an, und die ersten Sonnenstrahlen tauchen die Umgebung in ein wunderschönes Licht. Besser kann man kaum in einen Besichtigungstag starten. Nach dem Frühstück heißt es also: Kameras einpacken, gute Laune mitnehmen und auf geht’s in eine der geschichtsträchtigsten Städte der USA!
Für viele von uns steht heute der Ausflug „Historical Boston und Cambridge“ auf dem Programm. Unser Guide Jim übernimmt die Führung und hat jede Menge Wissen über die Stadt im Gepäck. Auch wenn er sprachlich nicht immer ganz leicht zu verstehen ist, entschädigen die Sehenswürdigkeiten unterwegs dafür umso mehr. Denn Boston ist eine Stadt, in der hinter fast jeder Ecke Geschichte wartet und an jeder Straße ein neues Fotomotiv lockt.
Unser erster Halt führt uns zur Trinity Church. Was heute mitten im geschäftigen Zentrum liegt, befand sich früher direkt am Hafen. Inzwischen ist das Viertel von eindrucksvollen Gebäuden geprägt, die Bostons architektonische Vielfalt zeigen. Gleich in der Nähe stehen die prächtige öffentliche Bibliothek, der imposante Hancock Tower und die Trinity Church selbst, die auf mehr als 200 Eichenpfählen errichtet wurde. Besonders faszinierend ist das Zusammenspiel aus historischen Fassaden und modernen Glasgebäuden: Die Kirche spiegelt sich in den Hochhausfassaden, und Tradition trifft auf moderne Großstadtarchitektur. Ein beeindruckender Anblick, bei dem die Kameras kaum zur Ruhe kommen.
Boston ist zwar keine riesige Metropole, doch in Sachen Bildung spielt die Stadt ganz vorne mit. Mit rund 33 Hochschulen im Großraum gilt sie als eine der bedeutendsten Universitätsregionen der Welt. Zwei Namen kennt dabei praktisch jeder: Harvard und das Massachusetts Institute of Technology, kurz MIT. Und genau dorthin führt uns unser Ausflug als Nächstes – nach Cambridge, direkt vor die Tore Bostons.
Harvard! Schon der Name klingt nach Elite, großen Ideen und einer gehörigen Portion akademischem Ehrgeiz. Auf dem Campus spazieren wir zwischen ehrwürdigen Gebäuden, gepflegten Grünflächen und historischen Mauern, die schon Generationen von Studierenden gesehen haben. Hier haben acht spätere US-Präsidenten ihren Abschluss gemacht, und zahlreiche Nobelpreisträger haben an Harvard geforscht oder gelehrt. Die Universität sammelt Superlative wie andere Leute Kühlschrankmagnete.
Natürlich darf bei einem Besuch das obligatorische Erinnerungsfoto mit der berühmten Harvard-Statue nicht fehlen. Besonders beliebt ist es, den Fuß der Statue zu berühren – angeblich soll das Glück bringen und die eigene Intelligenz ein wenig beflügeln. Ob die Wirkung wissenschaftlich nachgewiesen ist, lassen wir einmal dahingestellt. Schaden kann es jedenfalls nicht! Und wer auf Nummer sicher gehen möchte, greift zusätzlich zu einem Fanartikel der Alma Mater. Ein Harvard-T-Shirt verleiht seinem Träger schließlich zumindest äußerlich einen Hauch akademischer Exzellenz. Ob sich damit auch die nächste Quizfrage leichter beantworten lässt, müsste allerdings noch getestet werden.
Nach dem Ausflug in die Welt der berühmten Universitäten geht es zurück Richtung Boston. Unterwegs eröffnen sich immer wieder herrliche Blicke auf die Skyline, die Brücken und die Sportstadien der Stadt. Boston verbindet Geschichte und Moderne auf eine ausgesprochen reizvolle Weise: Hier stehen ehrwürdige Bauwerke neben modernen Hochhäusern, und die Vergangenheit ist selbst im geschäftigen Alltag allgegenwärtig.
Wir passieren das John-F.-Kennedy-Denkmal und das imposante State House mit seiner goldenen Kuppel. Anschließend geht es zum Boston Common, einem der ältesten öffentlichen Parks der USA. Die grüne Oase mitten in der Stadt lädt zum Durchatmen ein und erinnert daran, dass Boston nicht nur aus Geschichte, Verkehr und eindrucksvollen Gebäuden besteht. Auch die berühmte Beacon Street mit ihren historischen Häusern und den traditionellen Gaslaternen gehört zu den besonderen Eindrücken unserer Rundfahrt. Die Laternen brennen hier noch immer und verleihen der Straße einen ganz eigenen Charme.
Weiter führt unsere Route zum North End, dem traditionsreichen italienisch geprägten Viertel Bostons. Am Wasser liegen nicht nur Sportboote, sondern auch die USS Constellation, ein historisches Segelkriegsschiff, das lange als das älteste noch schwimmende Kriegsschiff der US Navy galt. Ein eindrucksvolles Stück amerikanischer Marinegeschichte, das einen spannenden Kontrast zu den modernen Hafenanlagen bildet.
Auch der Quincy Market darf bei unserem Besuch nicht fehlen. Hier locken zahlreiche Stände mit Speisen und Getränken, und es herrscht das typische lebhafte Treiben eines beliebten Treffpunkts für Einheimische und Besucher. Doch nicht nur Essen und Trinken haben hier Tradition: In unmittelbarer Nähe befinden sich mit dem Old State House und der Faneuil Hall wichtige Schauplätze der amerikanischen Geschichte. An diesen Orten wurde einst über Freiheit, Selbstbestimmung und die Zukunft der Kolonien diskutiert. Boston war schließlich eine der entscheidenden Städte auf dem Weg zur amerikanischen Unabhängigkeit.
So erleben wir an einem einzigen Vormittag eine beeindruckende Mischung aus Architektur, Universitätsgeschichte, politischen Meilensteinen und maritimem Erbe. Boston ist wirklich eine Stadt zum Verlieben. Man könnte hier problemlos mehrere Tage verbringen, durch die historischen Viertel schlendern, Museen besuchen, in Cafés sitzen und immer wieder Neues entdecken. Doch unser Programm ist dicht, und irgendwann muss auch der Kopf die vielen Eindrücke erst einmal sortieren.
Deshalb kehren wir zurück zur Norwegian Jewel. An Bord wartet das Mittagessen, und anschließend ist Zeit für eine ganz andere Form der Erholung: Sonne genießen, die Füße hochlegen und einfach einmal nichts tun. Heute meint es das Wetter wirklich gut mit uns. Unter strahlend blauem Himmel lässt sich der Nachmittag wunderbar auf dem Deck verbringen. Dazu vielleicht ein paar Kugeln Eis oder ein erfrischender Drink – nach so vielen historischen Informationen haben wir uns diese kleine Auszeit redlich verdient.
Am Abend erleben wir noch einen besonders schönen Moment: Während die Sonne langsam untergeht, verabschiedet sich die Norwegian Jewel von Boston. Die Stadt gleitet allmählich zurück in die Ferne, und mit ihr ein Tag, der uns viele neue Eindrücke und spannende Geschichten beschert hat. Das Licht der Abendsonne taucht den Himmel in warme Farben und macht den Abschied zu einem würdigen Abschluss unseres Besuchs.
Beim anschließenden Dinner und einem Drink lassen wir die Erlebnisse des Tages noch einmal Revue passieren. Harvard, die Trinity Church, die historischen Plätze, die alten Segelschiffe und die moderne Skyline – Boston hat uns viel geboten und sich von seiner allerbesten Seite gezeigt.
Ein echtes Highlight unserer Reise: wunderschön, interessant, geschichtsträchtig und bei strahlendem Kaiserwetter. Was will man mehr? Vielleicht nur noch ein wenig mehr Zeit, um all das in Ruhe zu genießen. Doch auch so nehmen wir viele bleibende Erinnerungen mit an Bord – und freuen uns auf das nächste Abenteuer!
Freitag, den 16.10.2026 – Seetag, Sonnenstunden und ein letzter Abend am Kapitänstisch
Nach den vielen Erlebnissen der vergangenen Tage gönnen wir uns heute einen gemütlichen Start in den Morgen. Der zweite Seetag steht auf dem Programm, und da muss schließlich niemand mehr früh aus den Federn springen, um pünktlich beim nächsten Ausflug zu sein. Also wird ausgeschlafen, in aller Ruhe gefrühstückt und der Tag ganz entspannt begonnen. Wobei sich schnell zeigt, dass offenbar nicht nur wir diese Idee hatten: Im Garden Café herrscht heute beinahe Kantinenatmosphäre. Die Tische sind gut besetzt, die Gäste bestens ausgeschlafen und der Geräuschpegel entsprechend lebhaft. Wer gehofft hatte, den Tag in aller Stille mit einem Kaffee zu beginnen, muss sich heute ein wenig mehr auf die Gemeinschaft einstellen.
Während draußen der Atlantik an uns vorbeizieht, beginnen drinnen langsam die Vorbereitungen für das bevorstehende Ausschiffen. Die Koffer wollen sortiert, die letzten Einkäufe erledigt und die persönlichen Schätze wieder ordentlich verstaut werden. In den Shops werden noch die letzten Dollar investiert – schließlich sollen sie nicht ungenutzt mit nach Hause reisen. Auch die verbliebenen Internetminuten wollen sinnvoll aufgebraucht werden. Noch einmal Nachrichten verschicken, Fotos teilen und den Daheimgebliebenen berichten, was wir alles erlebt haben. Schließlich gibt es nach dieser Reise einiges zu erzählen.
Draußen zeigt sich das Wetter zunächst von seiner eher ungemütlichen Seite. Der morgendliche Regen geht in kräftigen Wind über, zeitweise erreicht dieser Windstärke 7. Da merkt man durchaus, dass wir uns auf dem offenen Atlantik befinden. Der Wind rüttelt an den Außendecks, und mancher Spaziergang wird zu einer kleinen sportlichen Herausforderung. Die Frisur sitzt danach jedenfalls nicht mehr ganz so, wie sie beim Verlassen der Kabine gedacht war. Aber auch das gehört zu einer Kreuzfahrt dazu – und schließlich haben wir auf unserer Reise schon ganz andere Wetterkapriolen erlebt.
Bis zum Mittag lässt der Wind allmählich nach. Nach einem leckeren Lunch hellt sich die Stimmung draußen ebenso auf wie der Himmel, und tatsächlich zeigt sich sogar die Sonne. Es wird der wärmste Tag auf See während unserer Reise. Was für ein schöner Abschluss! Zwar weht weiterhin eine frische Brise, doch mit einem Kaffee in der Hand lässt es sich an Deck wunderbar aushalten. Man sitzt da, schaut auf das Meer und lässt die Gedanken treiben. Die vergangenen Tage ziehen noch einmal vor dem inneren Auge vorbei: die mächtigen Niagarafälle, der Indian Summer, die romantischen Küstenorte, die historischen Städte und die vielen gemeinsamen Erlebnisse.
Wer es lieber süß mag, gönnt sich ein Eis aus der Traders Bar. Andere entscheiden sich für einen leckeren Cocktail und suchen sich ein gemütliches Plätzchen mit Aussicht. Überall an Bord erklingt Musik, und so wird aus dem letzten Seetag ein entspannter Nachmittag, an dem wir noch einmal die besondere Atmosphäre unseres schwimmenden Hotels genießen können. Kein straffer Zeitplan, keine Ausflugsbusse, keine Besichtigungslisten – heute dürfen wir einfach Kreuzfahrt machen.
Doch wie so oft auf Reisen vergeht auch dieser Tag schneller, als man denkt. Ehe wir uns versehen, wird es Abend und die letzte gemeinsame Dinnerzeit auf unserer Kreuzfahrt ist gekommen. Für unser Abschiedsessen treffen wir uns ein letztes Mal im Tsar’s Palace, unserem vertrauten Stammrestaurant. Hier haben wir während der vergangenen Tage viele angenehme Abende verbracht, gut gegessen, gelacht und die Erlebnisse des Tages miteinander geteilt.
Dominique, unser Oberkellner, und Wilson, der Restaurantchef, sorgen auch heute dafür, dass wir wieder am Kapitänstisch Platz nehmen dürfen. So heißt der privilegierte Sitzplatz in der Mitte des Restaurants, an dem wir schon einige schöne Abende verbringen konnten. Ein passender Ort also, um die gemeinsame Kreuzfahrt gebührend ausklingen zu lassen.
Die Speisekarte lässt kaum Wünsche offen. Ob Steak, Pasta oder Seafood – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Dazu kommen die vertrauten Gesichter der Mitreisenden, angeregte Gespräche und die eine oder andere Erinnerung an besonders schöne oder lustige Momente unserer Reise. Natürlich darf auch der Nachtisch nicht fehlen. Schließlich ist ein Abschiedsessen kein gewöhnliches Abendessen, und Kalorien zählen an solchen Abenden ohnehin nur eingeschränkt.
Es ist ein schöner, beinahe ein wenig wehmütiger Abend. In den vergangenen Tagen ist aus unserer Reisegruppe längst mehr geworden als eine Ansammlung von Menschen, die zufällig denselben Bus oder dasselbe Schiff benutzen. Wir haben gemeinsam gestaunt, gelacht, gewartet, fotografiert und so manches kleine Abenteuer erlebt. Nun rückt der Abschied näher, und da wird einem erst richtig bewusst, wie schnell die Zeit vergangen ist.
Nach dem Dinner zieht es einige noch zu den Bars an Bord. Bei einem letzten Drink werden die Erlebnisse ausgetauscht, Geschichten wiederholt und die schönsten Momente noch einmal hervorgeholt. Ein paar Absacker dürfen sein, schließlich soll der letzte Abend nicht zu früh enden. Doch irgendwann wartet eine Aufgabe, die sich nicht länger verschieben lässt: das Kofferpacken.
Also geht es zurück in die Kabinen. Kleidung wird gefaltet, Souvenirs werden verstaut, Ladegeräte gesucht und die letzten Kleinigkeiten in den Koffern untergebracht. Anschließend werden die Gepäckstücke geschlossen und vor die Kabinentür gestellt, damit sie für das Ausschiffen vorbereitet sind. Damit ist ein wichtiger Teil unserer Kreuzfahrt offiziell abgeschlossen. Morgen müssen wir uns nur noch um unser Handgepäck kümmern und den Weg von Bord finden.
Dann kehrt langsam Ruhe ein. Die letzte Nacht auf See steht bevor, und während die Norwegian Jewel ihren Kurs fortsetzt, können wir noch einmal die besondere Stimmung an Bord genießen. Vielleicht schweifen die Gedanken zurück zu den ersten Tagen in Toronto, zu den Wasserfällen von Niagara, den bunten Wäldern des Indian Summer oder zu Boston bei strahlendem Sonnenschein. Vielleicht denkt der eine oder andere auch schon an die bevorstehende Weiterreise und daran, was uns morgen erwartet.
So verabschieden wir uns von unserer Kreuzfahrt mit einem gemütlichen Seetag, einem festlichen letzten Dinner und vielen schönen Erinnerungen im Gepäck. Die Koffer stehen bereit, das Schiff gleitet durch die Nacht, und wir dürfen noch einmal träumen – von Kanada, Neuengland und all den wunderbaren Begegnungen dieser Reise.
Gute Nacht, Norwegian Jewel. Danke für die gemeinsame Zeit auf See!
Samstag, den 17.10.2026 – Philadelphia, Rocky und Cheesesteak zum Abschied
Der Wecker klingelt heute gefühlt mitten in der Nacht, denn bereits um 6 Uhr morgens herrscht im Buffetrestaurant der Norwegian Jewel Hochbetrieb. Offenbar haben nicht nur wir beschlossen, den letzten Morgen an Bord noch einmal richtig zu nutzen. Überall wird gefrühstückt, Kaffee eingeschenkt und das eine oder andere letzte Lieblingsgericht genossen. Schließlich heißt es heute Abschied nehmen von unserem schwimmenden Zuhause.
Nach dem Frühstück geht es noch einmal in die Kabinen. Sind alle Kleidungsstücke eingepackt? Liegen noch Ladekabel in der Steckdose oder versteckt sich irgendwo ein Souvenir, das unbedingt mit nach Hause muss? Ein letzter Kontrollgang ist Pflicht. Anschließend zieht es uns noch einmal an Deck. Wir lassen den Blick über das Schiff und das Wasser schweifen und genießen diese letzten Augenblicke auf der Norwegian Jewel. So eine Kreuzfahrt geht doch schneller vorbei, als man denkt!
Dann treffen wir uns wie vereinbart in der Bliss Lounge. Einmal durchzählen – alle da! Nun heißt es endgültig: von Bord gehen. Nach der letzten Sicherheitskontrolle nehmen wir unsere Koffer in Empfang und werden bereits von Christina erwartet, unserer örtlichen Reiseleiterin für Philadelphia. Damit beginnt der letzte Besichtigungstag unserer Reise, bevor es später zum Flughafen geht.
Unser Bus hat offensichtlich schon einige Jahre und Begegnungen mit dem Straßenverkehr hinter sich. Er gehört nicht mehr unbedingt zur neuesten Generation, und ein Mikrofon fehlt ebenfalls. Für eine Stadtführung ist das nicht gerade die ideale Ausstattung. Doch zum Glück sitzt mit Sue eine ausgesprochen flotte und souveräne Fahrerin am Steuer. Sie beherrscht ihren Bus bestens und manövriert uns sicher durch die Straßen Philadelphias. Und das Wichtigste: Sie wird uns auch pünktlich zum Flughafen bringen. Christina versorgt uns unterwegs mit Informationen über die Stadt, und wir machen uns auf, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der amerikanischen Geschichte und einige berühmte Filmkulissen zu entdecken.
Unser erster Halt führt uns zu den legendären Rocky Steps. Eigentlich handelt es sich um die Treppe vor dem Philadelphia Museum of Art, doch seit Sylvester Stallone als Rocky Balboa in den Filmen die Stufen hinaufstürmte, ist sie weltberühmt. Besonders durch „Rocky III“ wurde der Ort zu einem Pilgerziel für Filmfans und Sportbegeisterte. Oben angekommen, thront Rocky in Form seiner Statue über den Stufen und scheint uns daran zu erinnern, dass man mit genügend Ehrgeiz selbst die steilsten Herausforderungen meistern kann. Nach den vielen Treppen und Besichtigungen der vergangenen Tage wissen wir jedenfalls, was ein gutes Trainingsprogramm bedeutet!
Ganz reibungslos verläuft unser Besuch allerdings nicht. Es ist Wochenende, und in der Stadt findet ein Wettbewerb statt, der einige Straßen blockiert. Wir müssen daher ein wenig improvisieren und unsere Route anpassen. Doch Christina und Sue behalten die Übersicht, und so bekommen wir trotz der Verkehrseinschränkungen einiges zu sehen. Sogar Jeanne d’Arc begegnet uns noch – natürlich nicht persönlich, sondern als eindrucksvolle goldene Statue. Philadelphia hat eben nicht nur amerikanische Geschichte, sondern auch europäische Heldinnen zu bieten.
Anschließend geht es durch die wunderschöne historische Innenstadt. Ehrwürdige Gebäude, alte Fassaden und breite Straßen vermitteln einen Eindruck davon, welche Bedeutung Philadelphia in den frühen Jahren der Vereinigten Staaten hatte. Die Stadt war einst Hauptstadt und spielte eine entscheidende Rolle bei der Gründung der Nation. Hier wurde Geschichte geschrieben, und an vielen Orten kann man sie bis heute beinahe mit Händen greifen.
Ein besonders markanter Halt ist das State House, besser bekannt als Independence Hall. Auf dem Gebäude beziehungsweise seinem historischen Umfeld thront eine imposante Statue von George Washington. Der erste Präsident der Vereinigten Staaten darf schließlich auch in Philadelphia nicht fehlen. Überhaupt begegnen uns heute viele Namen, die wir aus dem Geschichtsunterricht kennen – nur diesmal nicht im Schulbuch, sondern direkt vor Ort.
Natürlich darf auch ein Fotostopp am LOVE Park nicht fehlen. Das berühmte LOVE-Sign ist eines der bekanntesten Fotomotive der Stadt. Wer Philadelphia besucht und kein Bild vor den großen Buchstaben macht, hat eigentlich noch eine kleine Hausaufgabe offen. Also werden die Kameras gezückt, die passenden Positionen gesucht und die Erinnerungsfotos geschossen. Ein bisschen Liebe zum Abschied kann schließlich nicht schaden!
Danach führt uns unser Weg zum Independence National Historical Park. Hier schlägt das historische Herz der Vereinigten Staaten. Im Jahr 2026 steht das Land ganz im Zeichen seines 250-jährigen Jubiläums, denn 1776 wurde die Unabhängigkeitserklärung verabschiedet. Entsprechend präsent ist die amerikanische Gründungsgeschichte in der Stadt. Wir sehen die berühmte Liberty Bell, die als Symbol für Freiheit und Unabhängigkeit gilt, und erfahren mehr über die historischen Gebäude und Schauplätze, die mit den Gründervätern verbunden sind. Auch George Washingtons ehemaliges Wohnumfeld gehört zu den Orten, die an die frühe Geschichte des Landes erinnern.
So viel Geschichte macht hungrig! Glücklicherweise wartet mit dem Reading Terminal Market ein ganz besonderer Ort auf uns. Der traditionsreiche Markt ist ein echtes Paradies für alle, die gerne essen und Neues probieren. An den Ständen duftet es, die Händler bieten ihre Spezialitäten an, und überall herrscht geschäftiges Treiben. Allerdings ist am Wochenende auch hier ordentlich etwas los. Zwischen Einheimischen, Touristen und hungrigen Besuchern schieben wir uns durch die Gänge und versuchen, einen Überblick über das riesige Angebot zu behalten.
Philadelphia ist natürlich berühmt für sein Cheesesteak, und wer hier unterwegs ist, sollte diese Spezialität unbedingt probieren. Doch auch die Süßspeisen locken, und an vielen Ständen fällt die Entscheidung schwer. Ein kulinarischer Höhepunkt ist für uns die wirklich köstliche Pretzel von Miller. Außen goldbraun, innen herrlich weich und einfach zum Reinbeißen – da versteht man schnell, warum solche Kleinigkeiten auf Reisen manchmal zu den schönsten Entdeckungen gehören. Der Reading Terminal Market ist ein ausgesprochen authentischer Markt, auf dem man die Stadt nicht nur sehen, sondern auch schmecken kann.
Nach dem Mittagessen heißt es allerdings, sich von Philadelphia zu verabschieden. Wir steigen wieder in unseren Bus und fahren zum Flughafen. Sue bringt uns trotz des lebhaften Verkehrs sicher ans Ziel, und Christina verabschiedet sich von uns. Vielen Dank für die Begleitung durch diese geschichtsträchtige Stadt!
Am Flughafen läuft der Check-in erfreulich schnell. Fast in Rekordzeit sind wir unsere Koffer los und haben anschließend sogar noch ein wenig Zeit, uns die Beine zu vertreten, etwas zu trinken oder das geschäftige Treiben im Terminal zu beobachten. Dann geht es mit einer Embraer 175 weiter nach Toronto. Dort angekommen, ist im Terminal einiges los, doch wir erreichen unseren Anschlussflug nach Frankfurt rechtzeitig.
Der Dreamliner von Air Canada wartet bereits auf uns. Damit beginnt der letzte große Abschnitt unserer Reise: der Rückflug nach Deutschland. Nach all den Erlebnissen der vergangenen zweieinhalb Wochen fühlt es sich beinahe ungewohnt an, wieder in einem Flugzeug statt auf einem Kreuzfahrtschiff zu sitzen. Ein Abendessen verkürzt die Flugzeit, anschließend wird das Licht in der Kabine gedimmt. Einige versuchen, ein wenig Schlaf zu finden, andere entscheiden sich für einen Film und lassen die Eindrücke der Reise noch einmal Revue passieren.
Was für ein Tag – und was für eine Reise! Von Toronto über die Niagarafälle und Ottawa bis nach Montréal und Québec, weiter durch den Indian Summer und entlang der Küsten von Kanada und Neuengland, mit unserer Kreuzfahrt auf der Norwegian Jewel und nun zum Abschluss Philadelphia. Wir haben beeindruckende Städte gesehen, bewegende Geschichte erlebt, Naturwunder bestaunt, regionale Spezialitäten probiert und viele gemeinsame Erinnerungen gesammelt.
Während unter uns der Atlantik liegt und wir langsam Europa entgegenfliegen, dürfen wir uns noch einmal zurücklehnen. Die Koffer sind verstaut, die letzten Fotos gemacht und die schönsten Erlebnisse im Gedächtnis abgespeichert. Nun bleibt nur noch die Heimreise – und vielleicht die Erkenntnis, dass eine Reise zwar irgendwann endet, die Geschichten davon aber noch lange weitergehen.
Philadelphia sagt Goodbye, die USA bleiben zurück, und wir nehmen ein großes Paket voller Erinnerungen mit nach Hause.
Sonntag, den 18.10.2026 – Zurück in der Heimat und Kanada im Herzen
Die letzte Nacht unserer Reise vergeht schneller, als man denkt. Unser Dreamliner düst durch die Dunkelheit über den Atlantik, während in der Kabine die einen noch versuchen, ein paar Stunden Schlaf zu ergattern, und die anderen bereits die letzten Eindrücke unserer großen Reise Revue passieren lassen. Über Irland kündigt sich schließlich der Sonntagmorgen an. Der Himmel wird heller, ein neuer Tag beginnt, und die Heimat rückt näher.
Unsere Piloten haben offenbar ebenfalls den Ehrgeiz, die Reise mit einer kleinen Bestleistung zu beenden: Die geplante Ankunftszeit wird tatsächlich um 45 Minuten unterboten. So früh waren wir gar nicht mehr auf dem Rückflugplan! Ein kleines Frühstück an Bord stimmt uns auf die Landung ein, dann setzt der Dreamliner sanft auf deutschem Boden auf. Willkommen zurück in Frankfurt!
Allerdings ist mit der frühen Ankunft noch nicht automatisch alles gewonnen. Wir stehen auf einer Außenposition, und der notwendige Bustransfer zum Terminal kostet uns einen Teil des Zeitvorsprungs wieder. Anschließend warten lange Wege durch das Flughafengebäude und eine ausgedehnte Schlange an der Passkontrolle auf uns. Nach den vielen Stunden im Flugzeug ist das nicht unbedingt die Lieblingsdisziplin unserer Reisegruppe. Doch schließlich haben wir auch die letzten Warteschlangen unserer Reise gemeistert – da werden wir uns von dieser kleinen Zugabe wohl kaum aus der Ruhe bringen lassen.
Immerhin gibt es am Gepäckband erfreuliche Nachrichten: Die Koffer drehen bereits ihre Runden. Nach und nach werden die vertrauten Gepäckstücke mit den Eberhardt-Bändchen entdeckt, vom Band gehoben und in Empfang genommen. Ein kurzer prüfender Blick, ein erleichtertes Aufatmen – alles da! Nun kann der letzte Abschnitt der Heimreise beginnen.
Am Bahnhof trennen sich langsam die Wege. Für die meisten stehen noch weitere Auto- oder Zugfahrten bevor, andere steigen in ihre Anschlussflüge nach Wien, Dresden oder Berlin. Jeder hat nun sein eigenes Ziel vor Augen, und nach und nach verabschieden wir uns voneinander. Mit wenigen Ausnahmen erreichen alle am späten Nachmittag oder frühen Abend ihre Heimatdestinationen.
Damit geht unsere große Ostkanada-Reise offiziell zu Ende. Hinter uns liegen erlebnisreiche Tage voller beeindruckender Städte, faszinierender Landschaften und bewegender Geschichten. Wir haben Toronto und die Niagarafälle erlebt, den Indian Summer in seiner ganzen Farbenpracht bewundert, die charmanten Gassen von Québec erkundet und Montréal kennengelernt. Wir sind durch die Geschichte Ottawas und Bostons gereist, haben in Halifax und Portland die Atlantikküste entdeckt und in Philadelphia noch einmal tief in die amerikanische Vergangenheit geschaut.
Dazu kamen unsere Kreuzfahrt mit der Norwegian Jewel, entspannte Seetage, kulinarische Entdeckungen von Lobster Roll bis Cheesesteak, sonnige Stunden an Deck und natürlich auch die kleinen Herausforderungen, die jede Reise mit sich bringt. Mal mussten wir auf Einreiseformalitäten warten, mal dem Regen trotzen, mal den richtigen Weg finden. Aber gerade solche Erlebnisse sorgen später oft für die Geschichten, über die man noch lange schmunzelt.
Nun sind wir wieder zu Hause, die Koffer werden ausgepackt, die Wäscheberge warten und der Alltag meldet sich zurück. Doch die Gedanken werden noch lange nach Kanada und Neuengland schweifen. Vielleicht beim Betrachten der Fotos, beim Erzählen von den Niagarafällen, beim Erinnern an die leuchtenden Farben des Indian Summer oder beim nächsten Hummergericht, das uns gedanklich sofort wieder an die Atlantikküste versetzt.
Eine wunderbare Reise geht zu Ende – 17 Tage voller faszinierender Städte, spektakulärer Natur, leuchtendem Indian Summer und unvergesslicher Erlebnisse zwischen Ostkanada und den USA. Von den donnernden Niagarafällen über die charmanten Gassen Québecs bis zu den historischen Straßen Bostons und Philadelphias haben wir gemeinsam viel entdeckt, erlebt und gelacht. Auch Regen, Warteschlangen und kleine Abenteuer konnten uns die gute Laune nicht verderben. Was bleibt, sind unzählige Fotos, schöne Erinnerungen und die besonderen Momente einer harmonischen Reisegruppe. Ich bedanke mich bei euch allen für die gemeinsame Zeit und wünsche euch, dass die Reise noch lange in euren Gedanken nachklingt. Bleibt neugierig und reisefreudig. Bis bald Euer Marcus
Europa
Asien
Orient
Nordamerika
Südamerika
Afrika
Ozeanien