Singlereise Ost–Kanada zum Indian Summer mein
Reisebericht: 29.09. – 11.10.2026
Mein Traumland ist und bleibt Kanada aber den Indian Summer dort zu erleben war meine große Sehnsucht. Ich freue mich auf all die Reiseerlebnisse, die wir gemeinsam mit einer Gruppe Singles erleben.
Ein Reisebericht von
Gunter Looß
Anreise nach Toronto
Nun geht sie los, die große Reise nach Kanada. Ausgeschlafen, aber voller Erwartungen, stehe ich um 07.30 Uhr an der großen Anzeigetafel im Terminal 1 Halle C bereit, um einige Singles zu treffen, die ebenfalls ab Flughafen Frankfurt starten. Wenig später gehen wir gemeinsam zum nahe gelegenen Air Canada Schalter, um unser Gepäck aufzugeben. Nach der obligatorischen Sicherheitskontrolle erreichen wir den Gate 43 im Terminal 1, wo wir nach und nach auf den Rest unserer Reisegruppe treffen. Bis zum Boarding um 09.00 Uhr kann ich noch einige Informationen geben und melde an Eberhardt-Travel die 14 Teilnehmenden, die schon am 2. oder 3. Tag einen Helikopterflug über den Niagarafällen unternehmen möchten. Pünktlich um 10 Uhr starten wir mit einem Airbus A330 in unser gemeinsames Abenteuer. Nach einem ruhigen Flug mit dem üblichen Bordservice landen wir etwas früher als geplant um 12.15 Uhr in Toronto. Nach dem gemeinsamen Check-in an den Automaten holen wir unser Gepäck und begrüßen in der Empfangshalle des Flughafens unsere heutige Reiseleiterin Steffi. Sie empfängt uns in perfektem Deutsch und bringt uns zum Bus, der vorm Flughafen bereitsteht. Unser Fahrer heißt Jim und er wird für die gesamte Zeit sich und seinen Bus in unseren Dienst stellen. Auf der Fahrt vom Airport in die City von Toronto gibt Steffi erste Hinweise und Informationen für den Aufenthalt in Kanada und Toronto. So möchte sie schon heute den Nathan-Philipp-Square besichtigen, weil es morgen, den 30.September dort sehr belebt sein wird. An diesem Tag wird auf diesem Platz der Feiertag „Day of Truth“ gefeiert, wo man den 150.000 Kindern der First Nations, Inuit und Métis gedenkt, die von 1830 bis 1996 in das kanadische Schulsystem gezwungen wurden und getrennt von deren Eltern in Internaten leben mussten.
Nach einem ersten Fotostopp vor der Old Cityhall am Nathan Phillips Square fahren wir weiter zu unserem Hotel. Das Chelsea Hotel Toronto ist mit seinen 1.590 Zimmern das größte Hotel Kanadas und wird uns für eine Nacht beherbergen. Auch der Spa-Bereich mit Sauna, Jacuzzi, Pool, Gym sowie einer Dachterrasse steht uns in der 27. Etage zur Verfügung. Nach einer Einweisung und der Zimmerverteilung verabschieden wir uns von unserer heutigen Reiseleiterin Steffi.
Zum gemeinsamen Abendessen verabreden wir uns um 18 Uhr an der Rezeption. Ich hatte von Deutschland aus in einem nahegelegenen Restaurant vorsorglich 15 Plätze reserviert.
Nach wenigen Gehminuten erreichen wir das gebuchte Restaurant „3 Brasseurs“ auf der Youngstreet und bekommen im Obergeschoss einen ruhigen Raum zugewiesen. Das ermöglicht uns, nach dem Essen eine erste Kennenlernrunde durchzuführen. Satt und zufrieden verlassen wir den Pub und schlendern noch etwas durch die Straßen Torontos. Wieder kommen wir zum Nathan Phillips Square mit dem Alten Rathaus und den bunt beleuchteten Buchstaben „TORONTO“. Schon am Vorabend des Feiertages findet auf der Bühne ein öffentliches Konzert statt und die Menschen genießen die laue Nacht. Wir wandern aber langsam zum Hotel zurück und fallen müde in unsere Betten.
von Toronto an die Niagara–Fälle – 2 Türme an einem Tag
Nach einem guten und vielseitigen Frühstück treffen wir uns um 08.30 Uhr in der Lobby, wo uns unser Reiseleiter Glenn erwartet. Er wird nun die gesamte Reise managen und alle unsere Fragen beantworten. Glenn hat dänische Wurzeln und kommt extra aus Vancouver zu uns. Sein Deutsch ist perfekt und er bittet uns, nach dem Verladen der Koffer in den modernen Reisebus einzusteigen.
Zu Beginn der Stadtrundfahrt durch Toronto erläutert er uns, dass Toronto mit 7 Mill. Einwohnern die größte Stadt Kanadas ist. Entlang der Bay Street fahren wir durch den Finanzdistrikt der Metropole. Wenig später stoppen wir an einem Aussichtspunkt auf der vorgelagerten Insel „Centre Island“ und sehen die Hochhäuser und Türme der gegenüberliegenden Downtown im Hochnebel verschwinden. Im wahrsten Sinne des Wortes, keine guten Aussichten für die bevorstehende Auffahrt auf den CN-Tower, der mit seinen 553 m fast komplett im Nebel steckt.
Dennoch fahren wir zum Wahrzeichen Torontos und sind vielleicht auch wegen des Wetters ohne Wartezeit am Fahrstuhl, der uns zur Aussichtsplattform in 324 m Höhe bringt. Oben angekommen, hat die Sonne den Kampf gegen den Hochnebel gewonnen. Eine klare und weite Sicht erwartet uns und regt zu vielen Fotos und Videos an. Auch ein Glasboden, auf dem man stehen kann und die 320 m unter sich sieht, ist spektakulär.
Wieder festen Boden unter den Füßen, setzen wir unsere Stadtrundfahrt durch das Hafenviertel fort. An der „Hockey Hall of Fame“ unterbrechen wir die Fahrt erneut für einen Fotostopp. Die Skulpturen vor und die beeindruckende Architektur im Gebäude der ehemaligen „Bank of Montreal“ sind sehenswert, auch wenn wir nicht für Eishockey brennen, wie sonst alle Kanadier.
Weiter bringt uns die Sightseeing-Tour zum Universitätsviertel Torontos, wo wir einige Häuser im Oxbridge-Stil gezeigt bekommen. Dabei handelt es sich um eine Mischung des Oxford- und des Cambridge-Stils. Glenn zeigt uns auch das scheußlichste Gebäude Torontos, eine große Bibliothek, die im Volksmund „Heizkörper“ genannt wird. Abschließend durchfahren wir Chinatown und verlassen Toronto über die Autobahn in südliche Richtung.
Schließlich überqueren wir ein Stück des Ontariosees und sehen von der Skybridge die Stahlwerke von Hamilton. Dort verlieren wegen des aktuellen Zollstreits mit USA gerade 500 Menschen ihre Jobs. Kanada hat immer und ausschließlich auf einen Handel mit der USA gesetzt und durchlebt derzeit eine schwere Krise. Unsere Mittagspause planen wir an der Raststätte „Casablanca“, wo wir ein Schnellrestaurant der kanadischen Kette „Tim Hortens“ aufsuchen. Nach der Lunchpause fahren wir noch eine knappe Stunde weiter und erreichen schließlich den Parkplatz vor der beschaulichen Stadt „Niagara on the Lake“. Von hier aus laufen wir nur 10 Minuten ins Zentrum der kleinen Touristenstadt, oder man nimmt den kostenlosen Shuttlebus. Auf der Hauptstraße des Ortes finden wir alle Geschäfte und Einrichtungen, die die tausenden Besucher begehren. In einem Supermarkt können die letzten Besorgungen erledigt werden. Nach diesem einstündigen Einkaufsbummel fahren wir weiter zum 2. Highlight des Tages. Gemeinsam gehen wir an Bord eines Bootes, das uns direkt zur tosenden Flut der Niagarafälle fährt. Dazu haben wir rote Regencapes übergezogen, die uns vor der gröbsten Nässe schützen sollen. Vorbei an den amerikanischen Fällen gelangen wir schließlich in die Gischt der kanadischen Hufeisenfälle. Der gewaltige Gegenwind bläst uns das Wasser ins Gesicht, der Lärm ist ohrenbetäubend, so dass wir froh sind, als das kleine Boot endlich abdreht und uns zurück in „ruhigere Fahrwasser“ bringt. Wem das alles zu nass war, hatte sich längst ins Unterdeck zurückgezogen.
Nach dieser spektakulären Bootstour machen wir, mehr oder weniger nass, einen Fotostopp am Table-Rock Welcome Centre und fahren anschließend zum Hotel „Double Tree Fallview Resort“. Nach der Zimmervergabe bleibt nur kurze Zeit, denn um 18:30 Uhr sind wir zum Abendessen im nahegelegenen Skylon Tower geladen. Mit einem Außenlift fahren wir empor zum Restaurant, wo wir für eine volle 360 Grad Drehung bis 19.30 Uhr das Abendessen einnehmen können. Das 3-Gang Menü ist sehr lecker und wird zügig serviert. Ganz nebenbei genießen wir den tollen Blick auf die beleuchteten Wasserfälle. Pünktlich um 19.30 Uhr sind wir fertig und treffen uns in der Lobby des Skylon Towers. Eine kleine Gruppe schließt sich mir an. Gemeinsam unternehmen wir einen Abendspaziergang bergab zum Table-Rock Welcome Center, um das Farbenspiel der beleuchteten Wasserfälle aus der Nähe zu sehen und zu fotografieren. Nun leuchten beide Wasserfälle in Regenbogenfarben, was für eine Pracht!
Müde erreichen wir unser Hotel und können von unseren Zimmern das alltägliche Feuerwerk um 22.00 Uhr verfolgen.
Helikopter–Flug & Fahrt nach Gravenhurst (400 km)
Nach dem Frühstück verlassen wir unser Hotel und begeben uns direkt zur Station der Helikopter-Rundflüge, denn wir wollen die erste Gruppe dort sein. Die 14 Teilnehmenden erhalten eine Einweisung, jeweils 6 Passagiere fliegen in einem Hubschrauber. Pünktlich um 09:00 Uhr geht es los. In der 3. Maschine fliege auch ich mit und erlebe während des 20-minütigen Fluges wunderbare Momente. Wie gewaltig dieses Naturschauspiel wirklich ist, erfährt man erst aus der Vogelperspektive. Die gewaltigen Wassermassen, die der breite Fluss heranbringt, fallen plötzlich in 57 m Tiefe und verursachen eine hunderte Meter hohe Nebelwand.
Den Rest der Reisegruppe brachte Glenn mit dem Bus zum Strudel des Flusses. Jeder hatte die Gelegenheit, mit dem „Whirlpool Aero Car“ direkt über der tosenden Mitte des Flusses am Drahtseil zu schweben.
Wieder vereint im Bus, starten wir unsere lange Fahrt nach Gravenhurst. Der Autobahn nach Norden folgend genießen wir die Behaglichkeit unseres Busses, selbst der einsetzende Regen stört uns nicht. Wieder stoppen wir an einer Raststätte der kanadischen Firma „Tim Hortens“ und vertreten uns die Beine. Zurück im Bus, verteilt unser Reiseleiter Glenn „Timbits“ an alle Gäste. Timbits sind kleine süße Gebäck-Kugeln, die ursprünglich die Reste der ausgestanzten Bagels waren, aber bei Tim Hortens sehr gern gekauft werden. Nach einer Stunde Fahrt besuchen wir das Freilichtmuseum „Sainte-Marie-au-pays-des-Hurons“. Diese Jesuiten-Siedlung war die erste nichtindianische Siedlung der Provinz Ontario. Nach einem Mittagessen im Restaurant sehen wir einen Film in deutscher Sprache und haben dann Gelegenheit, das rekonstruierte Dorf der Jesuiten und deren Häuser und Stallungen anzuschauen. Wegen des anhaltenden Regens verkürzen wir unsere Besichtigung und fahren weiter in nordöstliche Richtung. Unser heutiges Ziel ist das Muskoka-Gebiet, eine Ferienregion um den Muskoka-See, wo viele Großstädter aus Toronto ein Ferienhaus besitzen oder nur eine Ferienwohnung mieten. Auch wir mieten uns für 2 Nächte hier ein. Nach der Ankunft checken wir in unser Hotel „Residence Inn by Mariott“ ein und sind erstaunt über die großen, gemütlichen Zimmer mit voll ausgestatteten Küchen. Zum fakultativen Abendessen verabreden wir uns um 18:30 Uhr. Gemeinsam gehen wir ein Stück der Uferpromenade entlang und kehren in das dem Hotel gegenüberliegende Restaurant „Boston Pizza“ ein.
Indian Summer in der Muskoka–Region
Ausgeschlafen und frisch gestärkt vom Frühstücksbuffet treffen wir uns um 09:30 Uhr am Bus. Reiseleiter Glenn hat eine kleine Wanderung mit uns geplant, an der der Großteil der Gruppe teilnehmen möchte. Unser Fahrer Jim bringt uns zum nahegelegenen „Hardy-Lake“ wo wir einen 3 km – Trail entlang des Sees absolvieren möchten. Endlich scheint die Sonne und wir erleben erstmals die tolle Laubfärbung des Indian Summers, die sich in der spiegelglatten Oberfläche des Sees spiegelt. Wir fotografieren und bewundern die Natur. Ein kleines Streifenhörnchen knabbert ungeniert sein Frühstück in der wärmenden Sonne. Im Anschluss an diesen schönen Streifzug durch die Natur fahren wir nach Gravenhurst, einer Kleinstadt mit ca. 14.000 Einwohnern, die vor allem wegen Ihrer vielen Ferienunterkünfte gewachsen ist. Im Supermarkt decken wir unseren Bedarf an Lebensmitteln und Getränken für die nächsten Tage. Nach der Rückkehr im Hotel nutzen wir unsere Küchen für ein schnell zubereitetes Mittagessen. Wer möchte kann das benachbarte Museum „Muskoka Discovery Center“ kostenfrei besuchen. Hier wird interessant und interaktiv die Geschichte der Besiedlung dieser Region erlebbar gemacht. Ich selbst habe die Ausstellung nicht besucht, habe aber die vielen positiven Meinungsäußerungen in unserer Gruppe vernommen.
Um 14 Uhr treffen wir uns am Anleger auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht zur geplanten Schifffahrt über den Muskoka-See. Um 14:40 Uhr beginnt die Fahrt mit einem der 130 Jahre alten Dampfern. Unterdeck gibt es Getränke und Snacks, auf dem Oberdeck Sonne und kalten Fahrtwind, aber auch schöne Fotomotive. In englischer Sprache empfiehlt uns ein Guide die Villen auf den verschiedenen Inselchen des Sees und benennt auch die Preise für eine Nacht. Nach einer eineinhalbstündigen Bootstour über den riesigen Muskoka-See mit seinen hunderten Inseln gehen wir von Bord und haben noch etwas Freizeit, bevor wir uns wieder hier zum gemeinsamen Abendessen treffen.
Um 18.30 Uhr sitzen wir im Restaurant "Dock of the Bay" und genießen unser inkludiertes Abendessen. Wir sind uns einig, das war ein sehr gutes Essen in Verbindung mit wirklich gutem und schnellem Service, wirklich zu empfehlen!
Fahrt zum Algolquin–Park und weiter nach Ottawa 400 km
Der Morgen ist kalt, nur 4°C und Nebel liegt auf dem See. Nach dem Frühstück packen wir und weiter geht die Reise.
Wir fahren auf der Autobahn in Richtung Norden und sehen die riesigen Laubwälder links und rechts der Straße in den leuchtenden Farben des Indian Summers. Wir passieren die Stadt Huntsville, die mit ihren 13.000 Einwohnern schon zu erwähnen ist. Dort folgen wir der Straße Nr.60 in östliche Richtung zum Algolquin-Park. Wir stoppen am West-Eingang des Parks, um eine kurze taktische Pause einzulegen. Nach kurzer Fahrt halten wir am Algolquin Visiter Center und besuchen die Ausstellung. Bei einer kurzen Dokumentation wird die Entstehung des Parks als erster Nationalpark Ontarios in englischer Sprache erläutert. Heute bieten die 7.600 km² Mischwald und Seen den in- und ausländischen Touristen zahlreiche Wanderrouten und Kanutouren in intakter Natur. Nach einer kurzen Fahrt machen wir einen Fotostopp am Bewer Lake, dessen Oberfläche die bunten Laubbäume des anderen Ufers widerspiegelt. Wenig später halten wir an einem Logging-Museum an. Bei einer kleinen Wanderung durch das Freilichtmuseum erkennen und verfolgen wir die Entwicklung der Holzindustrie dieser Gegend. Nach 45 Minuten Weg wissen wir mehr über die harte Arbeit der Holzfäller Ontarios. Schließlich starten wir weiter in Richtung Osten und fahren durch endlose bunte Laubwälder ohne Zivilisation, bis wir den kleinen Ort Barray´s Bay erreichen. Nun sind wir wieder unter Menschen und wir durchfahren kleine Orte, wie zum Beispiel Eganville am Ottawa-Fluss, der mit seiner Länge von 1.800 km die natürliche Grenze Ontarios zum Norden nach Quebec bildet. Bemerkenswert für diesen kleinen Ort ist die moderne St. James Kirche.
Im kleinen Ort Renfrew rasten wir wieder an einem Tim Hortens Bistro und verbringen unsere Lunchpause, bevor wir uns für die nun letzte Etappe für heute nach Ottawa rüsten.
Nach einer reichlichen Stunde erreichen wir Ottawa, die Hauptstadt Kanadas und stoppen am historischen Museum. Nach einem kurzen Besuch der großen Halle mit den Totempfählen gehen wir auf die Terrasse, von wo aus wir eine fantastische Aussicht auf den Parliament Hill genießen. Dort hinüber bringt uns nun der Bus und wir steigen zu einem kleinen Stadtrundgang aus. Unser Spaziergang führt uns vorbei an den Regierungsgebäuden und durch den angeschlossenen Park bis zum imposanten Gebäude des Hotels Chateau Laurier, von dessen Außenanlage wir einen Blick auf die Schleusentreppen des Redeau-Kanals werfen. Weiter laufen wir durch die historische Altstadt von Ottawa und landen schließlich an der Markthalle des Byward Market. Nach einer kurzen Freizeit starten wir gemeinsam zum Lord Elgin Hotel, unweit des Regierungsviertels.
Nach dem Check in treffen wir uns gleich wieder und wollen heute mal die typisch britischen „Fish & Chips“ probieren. Im benachbarten Restaurant „Browns social House“ bekommt unsere Gruppe Platz und das gewünschte Gericht. Die Frage des netten Kellners, warum alle Leute nur „Fish & Chips“ bestellen, bringt mich zum Schmunzeln. Ich antworte ihm, weil es das hier gibt und wir es so wünschen.
Um 20.45 Uhr schließen sich mir noch eine kleine Gruppe Singles zum Nachtspaziergang an. Wir starten wieder an der ewigen Flamme im Regierungsdistrikt, laufen direkt zum Byward Market, wo das Nachtleben Ottawas stattfindet. In bunt beleuchteten Restaurants tummeln sich am Wochenende viele Menschen und feiern. Wir gehen weiter und kommen zum beleuchteten Schriftzug „OTTAWA“, den wir erneut, wie in Toronto, für viele Fotos zum Hintergrund machen. Durch die Parkanlage finden wir den Weg schnell zurück in unser luxuriöses Hotel „Lord Elgin“.
Besuch Omega Wildpark und Fahrt zum Lac Taureau
Nachdem wir gut gefrühstückt hatten, treffen wir uns mit Gepäck zur Abfahrt. Auf einer fortgesetzten Stadtrundfahrt stoppen wir am Garten vor der Rideau Hall, wo sich der offizielle Amtssitz des kanadischen Generalgouverneurs befindet. Deshalb werden zu Staatsbesuchen im Garten zu Ehren der Repräsentanten anderer Staaten jeweils Bäume gepflanzt. Wir lesen die Schilder von Michail Gorbatschow, Richard von Weizsäcker und auch von König Charles III. sowie seiner Frau Camilla. Nach diesem Morgenspaziergang verlassen wir Ottawa und überqueren den Ottawa-Fluss nach Norden. Damit verlassen wir endgültig die Provinz Ontario und befinden uns für den Rest der Reise im Bundesstaat Quebec. Aber schon nach einer Stunde Fahrt in Richtung Nordosten halten wir am Omega-Wildpark. Wir steigen in einen umgebauten Schulbus um, den der Fahrer Alain sicher über das hügelige Gelände des Wildparkes lenkt. Bei jeder Gelegenheit wartet er geduldig, während wir die Rehe und Rentiere aus den Fenstern des Busses mit Möhren füttern, die wir vorher im Markt des Wildparkes gekauft haben. Auch Wildschweine, Karibus und Wildgänse kreuzen unsere Fahrstrecke. Auf 2.200 Hektar kann man die Tierwelt Nordamerikas erleben, Bisons, Schwarzbären und Wölfe sind natürlich mit entsprechendem Abstand in Gehegen zu sehen. Einen Elch vermuten wir im Unterholz. Dennoch vergingen die zwei Stunden wie im Flug und wir haben wieder viele tolle Fotos auf unseren Smartphones speichern können.
Für das heutige Mittagessen und weil wir wieder für zwei Tage in der Natur leben werden, kaufen wir im Supermarkt der nächsten Ortschaft ein. Ich besorge mit Reiseleiter Glenn die landestypischen und regionalen Produkte für ein geplantes Picknick am morgigen Tag.
Schließlich fahren wir noch weitere zwei Stunden, um wieder an einem „Tim Horten“- Rasthof zu stoppen. Die letzte Etappe des heutigen Tages führt uns auf kleinen Straßen durch die bunten Laubwälder der dünn besiedelten Region. Als der Lac Taureau in Sicht kommt, erläutert und Glenn, dass der See ein künstlich angelegter Stausee ist und der Gewinnung von Strom dient. Durch die Nutzung der vielen Wasserkraft kostet hier in Quebec eine kWh nur 7 Cent, weshalb die Einheimischen auch nur Strom zum Beheizen ihrer Häuser nutzen.
Pünktlich 18:00 Uhr kommen wir in unserer Unterkunft für 2 Nächte an. In der „Auberge du Lac Taureau“ sind wir in großen Zimmern mit Balkon oder Terrasse zum See untergebracht. Um 19 Uhr treffen wir uns im Restaurant zum inkludierten Abendessen und lassen den Abend bei einem Glas Wein oder Bier ausklingen.
freier Tag am Lac Taureau
Heute lassen wir etwas die Seele baumeln. Nach einem späteren Frühstück beginnen die, die möchten, eine kleine Wanderung entlang des Seeufers. Bei schönem Sonnenschein folgen wir Glenn durch die Hotelanlage bis zu einem Platz, auf dem Tipis aufgebaut sind und die Möglichkeit besteht, wenn angemeldet, Tomahawks zu werfen. Weiter entlang am Seeufer durch die bunten Mischwälder führt uns der Wanderweg an einen größeren Strandabschnitt, wo wir etwas verweilen, ehe wir den Rückweg antreten. Ein kalter Wind bringt dunkle Wolken über den See. Nach unserer 3 km langen Wanderung erreichen wir trocken unser Hotel, bevor sich die Schleusen öffnen. Wir entscheiden uns schnell, das geplante Picknick nach drinnen zu verlegen. Mit der Unterstützung des Hotelpersonals, das uns einen Raum und Geschirr bereitstellt, sowie mit der Hilfe unseres Reiseleiters Glenn können wir um 13 Uhr unserer Gruppe das Picknick präsentieren. Nachdem alle von den Köstlichkeiten der Region und dem Wein probiert hatten, bleibt der Nachmittag für individuelle Vorhaben. Dazu lädt der Spa-Bereich des Hotels, aber auch das nun wieder schöne Wetter zu Spaziergängen durch die Natur ein.
Abends treffen wir uns wieder zum gemeinsamen 3-Gang-Menü im gemütlichen Hotelrestaurant, wo wieder ein Kaminfeuer knistert.
Fahrt zum St.–Lorenz–Strom nach La Malbaie 440 km
Nach einem ausgiebigen Frühstück vom vielfältigen Buffet heißt es nun wieder Koffer packen und weiter. Zunächst starten wir in südliche Richtung zum Sankt-Lorenz-Strom. Bevor wir diesen erreichen, rasten wir taktisch an einem Tim Horten Restaurant. Mittags sehen wir erstmals den Saint-Lorenz Fluss und überqueren einen seiner Nebenarme. Wenig später verlässt unser Busfahrer Jim die Straße Nr. 80, um das kleine Städtchen Deschambault anzusteuern. Hier gibt es nicht nur öffentliche Toiletten, sondern auch eine große, schmucke Kirche und eine Aussichtsplattform mit Blick über den beachtlich breiten Saint-Lorenz-Strom. Wieder verzaubert uns die rot-orange Laubfärbung einzelner Ahornbäume, die vor der weißen Kirche stehen und mit dem azurblauen Himmel im tollen Kontrast stehen.
Da die öffentlichen WC geschlossen waren, nutzen wir nach der Weiterfahrt das Bord-WC. Wieder zurück auf der Straße Nr. 80 folgen wir dieser entlang des Stromes nach Nordosten und gelangen nach einer reichlichen Stunde zum Parkplatz des Montmorency Wasserfalles. Gemeinsam laufen wir zur Aussichtsplattform des 83 Meter hohen Wasserfalls, der zwar höher als die Niagara-Fälle ist, aber weit weniger Wasser führt als diese. Nach diesem touristischen Stopp fahren wir zur Ahornsirup-Manufaktur „Relais Des Pins“. Auf der nahegelegenen Ile d´Orleans gelegen, werden wir dort herzlich empfangen. In einem Film mit deutschen Untertiteln wird die Geschichte der Ahornsirup-Herstellung gezeigt. Anschließend können wir die verschiedenen Sirup-Arten und auch Ahornbutter probieren. Im Außenbereich bereiten wir uns typisch kanadische Lollipops zu. Dazu wird Ahornsirup auf Schnee gegossen, der dann um einen Stab gewickelt wird, lecker! Nach diesem erlebnisreichen Nachmittag reisen wir weiter in nordöstliche Richtung zum Ziel unseres heutigen Tages, dem Städtchen La Malbaie, was auf Deutsch schlechte Bucht bedeutet. Diesen Namen vergab der französische Entdecker, da er in dieser Bucht nicht ankern konnte. Wir erleben La Malbaie bei Sonnenschein und in den schönsten Herbstfarben. Am späten Nachmittag checken wir in unser Hotel „Auberge Des 3 Canards“ (Hotel der drei Enten) ein und haben von unseren Zimmern eine bezaubernde Aussicht zum Fluss.
Wieder treffen wir uns im Hotelrestaurant zum gebuchten 3-Gänge-Menü und genießen den gemütlichen Abend.
Fahrt nach Tadourssac zur Walbeobachtung
Nach einem fantastischen Sonnenaufgang stärken wir uns am Frühstücksbuffet. Heute werden wir noch etwas nördlicher auf dem Saint-Lorenz-Strom Wale beobachten. Da die Wetterprognosen nicht so verheißungsvoll sind, packen wir alle unsere Regensachen und Windblocker ein. Im Ort La Malbaie füllen wir zunächst unseren Proviant für die nächsten zwei Tage auf und fahren dann bis zur St.-Katarinen-Bucht. Dort fährt der Bus auf eine Fähre, die uns über den Saguenay-Fjord bringt. Der Fjord soll hier 270 m tief sein. Auf der anderen Seite angekommen fahren wir noch 30 Minuten bis Tadourssac. Durch die Mündung des Fjordes, der Süßwasser in den salzigen Saint-Lorenz-Strom bringt, tummeln sich hier im Sommer die Wale, ganzjährig sind hier die weißen Belugas anzutreffen. Nach der Ankunft laufen wir zunächst zum örtlichen Visitor Center. Anschließend spazieren wir zum Museum der Meeressäuger und sehen die vielen bunten Häuser sowie das imposante Hotel des Ortes.
Im Museum erhalten wir eine kurze Einweisung in englischer Sprache zum Forschungsprojekt über die weißen Belugas. Es ist eine sehr interessante interaktive Präsentation, die im Kinosaal des Hauses stattfindet. Anschließend werden wir in den Ausstellungsraum geführt, in dem abgedunkelt eine Demonstration der Verständigung der Wale erfolgt. Nach etwas Freizeit im Museum und im Ort treffen wir uns, um gemeinsam zum Bootsanleger des Ortes zu gehen. Pünktlich um 13:15 Uhr legt das Boot zur Walbeobachtung ab. Da es regnet, werden die Plätze im Unterdeck schnell belegt. Dennoch sitzen wir später an einem Tisch und schauen gespannt aus den Fenstern. Eine Sprecherin moderiert das Whale Watching wie ein Fußballspiel. Als sie uns auf eine Walsichtung um „neun Uhr“ hinweist, sehen wir tatsächlich einen Finnwal. Wegen des schlechten Wetters verbringen wir alle Zeit unter Deck und genießen dazu einen heißen Kaffee oder Tee.
Um 16:30 Uhr gehen wir in der St. Kathrinen Bucht wieder von Bord, wo ein Seehund im Hafenbecken schwimmt. Unser Bus ist schon da und so kuscheln wir uns in die warmen Sitze. Wir fahren ein kleines Stück durch die bunten Laubwälder und stoppen an einem See mit tollem Blick auf den Indian Summer. Wir schenken Ahornsirup mit Sortilege (Heidelbeer-Whisky) aus und wärmen uns damit etwas auf.
Wieder zurück im Hotel haben wir noch etwas Freizeit bis zum inkludierten Abendessen. Wieder genießen wir die gute französische Küche des Hotels und lassen den Abend bei einem Glas Wein ausklingen.
Fahrt nach Quebec nur 150 km
Nachdem wir ausgiebig gefrühstückt haben, verlassen wir unsere gemütliche Herberge, um heute Abend die Provinzhauptstadt Quebec zu erreichen. Entlang des Saint-Lorenz-Stromes fahren wir nach Südwesten und verlassen den Highway, um den Canyon Sainte Anne zu besuchen. Glenn bereitet uns im Bus auf die Attraktion unseres Aufenthaltes vor. An einer „Zipline“ kann man über die Schlucht fahren. Da einige Singles Interesse an diesem Abenteuer haben, lösen wir nach der Ankunft gleich die Tickets. Auf einem 2-er Sessellift wird man rückwärts über die Schlucht gezogen, bevor man im rasanten Tempo vorwärts wieder zurück an die Talstation katapultiert wird. Eine tolle Sache und nur für starke Nerven geeignet. Auf einem Rundweg bietet der Sainte-Annen-Canyon tolle Aussichten. Man kann die Schlucht auf zwei langen Hängebrücken überqueren und sieht dabei das Wasser in die Tiefe stürzen. Auch die Laubfärbung verführt immer wieder zu neuen Fotos. Nach diesem sehr schönen Aufenthalt stoppen wir erneut an einem Supermarkt, um dann, wenige Kilometer weiter, den wohl berühmtesten Wallfahrtsort Nordamerikas zu besuchen.
Die Basilika der Heiligen Anne, Schutzpatronin der Seefahrer, wurde an dieser Stelle errichtet, weil schon beim Bau der ersten Kirche einem Gichtkranken die Heilung widerfahren ist. So pilgern heute zahlreiche kranke und behinderte Menschen in diese Kirche, um Heilung zu erfahren. Wir besuchen die 91 m hohe Kirche und bewundern das prachtvoll gestaltete Kirchenschiff sowie den prunkvollen Altar. Auch im Untergeschoss befindet sich ein riesiger Gebetsraum, der kunstvoll gestaltet wurde. Nach einer kleinen Freizeit genießen wir die kräftigen Herbstfarben der Ahornbäume vor der weißen Kirche, die im Kontrast zum blauen Himmel stehen. Unser Fahrer Jim macht ein Gruppenfoto, bevor wir wieder in den Bus einsteigen.
Nach kurzer Reise erreichen wir die Provinzhauptstadt Quebec. Auf dem Platz vor dem Parlamentsgebäude treffen wir unsere Reiseleiterin Marina, die uns heute Nachmittag ihre schöne Stadt zeigen wird. Wir beginnen mit einer Fahrt durch den nahegelegenen „Parc des Champs-de-Bataille“, wo 1673 eine 20-minütige Schlacht der Engländer gegen die Franzosen stattfand. Da beide Kommandeure bei diesem Gefecht verletzt wurden, legte man eine Pause ein, um neue Soldaten aufstellen zu können. Als die englische Flotte Wochen später tausende Soldaten nach Kanada brachte, musste Frankreich kapitulieren. Diese kurze Schlacht wird heute von Schulklassen im Park nachgespielt, so wie es auch die Tochter unserer Reiseführerin früher getan hatte. Nun bringt uns der Bus ein Stück in Richtung Altstadt. Auf der Grand Allee sehen wir schöne Bürgerhäuser und Restaurants. Später gehen wir zu Fuß durch die obere Altstadt und gelangen zum Undinen-Kloster, wo uns Marina die Geschichte der Mädchen erzählt, die den Familien der Ureinwohner zur Umerziehung entrissen wurden. Auch am Jesuiten-Klosters spricht Sie vom gleichen Schicksal, dass den Jungen widerfahren war. Durch belebte Straßen und Plätze gelangen wir schließlich zum Chateau Frontenac, einem 1893 eröffnetes Hotel, dass durch die kanadische Eisenbahngesellschaft erbaut wurde. Mit seinen 630 Zimmern und Suiten thront es über der Stadt und dem Saint-Lorenz-Strom. Marina meint, in der Bar gäbe es die besten Cocktails. Von der Terrasse genießen wir den schönen Blick über den Saint-Lorenz-Strom. Anschließend steigen wir die vielen Treppen hinunter in die Unterstadt und gelangen zum Place Royale. Durch kleine Gassen mit vielen Bars und Shops schlängeln wir uns bis zur Uferstraße am Strom, wo unser Bus auf uns wartet. Nach einer herzlichen Verabschiedung von unserer lieben Marina fahren wir zum Hôtel Château Laurier in der Oberstadt und beziehen unsere schönen Zimmer.
Heute werden wir alle zum gemeinsamen Abendessen das benachbarte Restaurant „3 Brasseurs“ aufsuchen. Bei hausgebrautem Bier und einfachem Essen verbringen wir den Abend in diesem belebten Pub.
Anschließend starten wir unseren nächtlichen Spaziergang, beginnend in der Oberstadt bis hinab in die Unterstadt von Quebec, bevor wir über hunderte Stufen erneut die Oberstadt und schließlich müde unser Hotel erreichen.
Fahrt nach Montreal 260 km
Am heutigen Vormittag bleibt etwas Freizeit und so gehen einige nach dem Frühstück shoppen oder bummeln entspannt durch den nahegelegenen Park.
Um 11.00 Uhr starten wir in Richtung Montreal, dem letzten Punkt unserer Reise. Auf der Autobahn parallel zum Saint-Lorenz-Strom stoppen wir an einer Raststätte für eine kleine Mittagspause. Später überqueren wir den Saint-Lorenz-Strom und kommen in den dichten Verkehr der Stadt Montreal. Schließlich gelangen wir zum Aussichtsberg „Mont Royal“ wo wir stoppen und nach einem kleinen Spaziergang die Skyline von Montreal erblicken. Wieder im Bus hält unser Fahrer erneut für einen kurzen Fotostopp mit Blick in östliche Richtung. Wir sehen den schrägen Turm des Olympiastadions, wo im Sommer 1976 das Olympische Feuer entfacht wurde. Glenn erzählt uns, dass für die Erhaltung des Olympiastadions inzwischen jährlich Millionen Dollar verschwendet werden.
Kurz nach 16.00 Uhr treffen wir am Hyatt Palace in Montreal Downtown ein und beziehen unsere Zimmer in der 29. Etage. Nach einem schönen Sonnenuntergang über der Stadt gehen alle Singles noch etwas essen oder shoppen. Ich selbst helfe in der Lobby beim Online-Check-in der Flüge.
Montreal und Rückflug nach Deutschland
Ein letztes Mal die Koffer packen, wir frühstücken heute gemeinsam in einem separaten Gruppenraum. Mit Koffern starten wir um 08:30 Uhr zur Stadtrundfahrt und begrüßen dazu unseren Guide Luis. Wir fahren zu einer vorgelagerten Flussinsel um die Skyline Montreals in der Morgensonne zu sehen. Schließlich geht die Fahrt weiter zu der komplett künstlich aufgeschütteten Insel, wo im Jahr 1967 die Weltausstellung Expo stattfand. Wir stoppen am ehemaligen Pavillon der USA, einer imposanten Kugelkonstruktion, die heute ein Museum beherbergt. Luis erzählte uns, dass es hier auch Murmeltiere gibt und tatsächlich erblicken wir eins, dass mutig aus seinem Erdloch schaut. Weiter bringt uns der Bus zum Formel 1 Parcours, die dem 1982 verstorbenen franco-kanadischem Fahrer Gilles Villeneuve gewidmet wurde, der hier in seiner Heimat 1978 seinen ersten Grand-Prix gewann. An der Startlinie probt Jim den Start mit unserem Reisebus. Weiter erläutert uns Luis, dass die ehemaligen Expo-Pavillons Kanadas und Quebecs heute als Casino genutzt werden und dessen Betrieb täglich Millionen Dollar Gewinn in die Kassen des Staates einspielt. Schließlich verlassen wir die Insel und tauchen in die Metropole ein. Auf einer Fahrt durch das Bankenviertel stoppen wir an einer kleinen amerikanischen Kirche, die zwischen den Wolkenkratzern ausharrt. Gemeinsam gehen wir in die unterirdische Stadt, die über Rolltreppen und Lifte von vielen Untergeschossen der Häuser und U-Bahnstationen erreichbar ist. Mit einer Ausdehnung von 32 km bietet es den Stadtbewohnern und Touristen in den langen kalten Wintern dennoch die Möglichkeit zu Shoppen und Ausgehen. Wir sehen eine Gedenktafel, die an den Bau dieser Unterwelt erinnert.
Nun fahren wir zur historischen Altstadt von Montreal, die komplett unter Denkmalsschutz steht. Luis sagt, dass man das an den roten Straßenschildern erkennt. Gelegen am früheren Stadthafen von Montreal, sind die einstigen Lagerhäuser heute begehrte Eigentumswohnungen. Wir laufen weiter am historischen Rathaus vorbei zur Basilika Notre Dame. Auf dem Platz vor der Kirche erläutert uns Luis den ewigen Konflikt in der Provinz Quebec zwischen der französisch sprechenden Bevölkerung und dem englischen Anteil, die soweit gehen, dass es immer wieder Abspaltungsbemühungen Quebecs von Kanada gab. So baute man gegenüber der protzigen katholischen Kirche ein typisch englisches Bankgebäude. Etwas abseits von diesem belebten Platz sind die Mauern des ältesten Gebäudes hier in Montreal, ein Bischofskloster, sichtbar. Wir verabschieden uns von dem lustigen Guide Luis und betreten die Basilika Notre Dame. In dieser Kirche heiratete im Dezember 1994 Celine Dion. Der Innenraum ist prunkvoll gestaltet und in Blau gehalten.
Nach dieser andächtigen Atmosphäre gehen wir gemeinsam durch die belebten Straßen der Altstadt zurück zum Bus, der uns nun zum Flughafen bringt.
Auf der kurzen Fahrt dahin verabschieden wir uns von unserem Fahrer Jim und dem Reiseleiter Glenn. Der Fahrer ruft mir noch schnell die absolvierten Kilometer zu: 2.500 km ! Schon stehen wir an den Automaten der Fluggesellschaft und checken unser Gepäck ein. Weiter durch die Sicherheitskontrolle laufen wir zu Gate 51, wo um 15 Uhr Boarding erfolgen wird. Doch wir haben noch etwas Zeit, die restlichen Dollar für Souvenirs oder Snacks auszugeben. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge gehen wir an Bord und haben während des Rückfluges nach Frankfurt genügend Zeit, die Reise Revue passieren zu lassen.
Landung in Frankfurt
Etwas eher als geplant landen wir 05.20 Uhr in Frankfurt und verabschieden uns, denn nun trennen sich unsere Wege.
Was war das wieder für eine erlebnisreiche Reise, vielen Dank den Tüftlern bei Eberhardt-Travel. Alles hat super funktioniert, sogar das Wetter. Sehr bedanken möchte ich mich bei meiner Gruppe lustiger Singles. Immer gut gelaunt habt Ihr die 2.500 km Busfaht geduldig ertragen, tausende Fotos und Videos sind entstanden. Ich hoffe, jeder findet nun in den besinnlichen Tagen etwas Zeit, um das Erlebte Revue passieren zu lassen. Ich würde mich freuen, wenn wir uns mal wiedersehen, bestimmt auf einer Single-Reise mit Eberhardt-Travel.
Passt auf Euch auf - Gunter Looß
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