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Wo die Klippen den Atlantik küssen: Unser Sommermärchen auf den Kanalinseln

Reisebericht: 26.06. – 04.07.2026

Unsere Traumreise bot bizarre Gezeiten, eine Muschelkapelle, Traktor-Abenteuer auf Sark und Lalique-Glaskunst – perfekt gekrönt vom fernen Leuchten des Eiffelturms beim Zwischenstopp in Paris.

Sabine C. Seifert

Ein Reisebericht von
Sabine C. Seifert

© Sabine C. Seifert (Eberhardt TRAVEL) © Sabine C. Seifert (Eberhardt TRAVEL) © Sabine C. Seifert (Eberhardt TRAVEL) © Sabine C. Seifert (Eberhardt TRAVEL) © Sabine C. Seifert (Eberhardt TRAVEL) © Sabine C. Seifert (Eberhardt TRAVEL) © Sabine C. Seifert (Eberhardt TRAVEL) © Sabine C. Seifert (Eberhardt TRAVEL) © Sabine C. Seifert (Eberhardt TRAVEL) f96928e4-b62c-4778-ba91-e486ba77f04d.jpg – © Sabine C. Seifert (Eberhardt TRAVEL) 2e6c847c-e964-4268-8f06-da9d9e5b653b.jpeg – © Sabine C. Seifert (Eberhardt TRAVEL) 0f3cbfc6-c18b-4f76-abe5-2556d19b2edc.jpeg – © Sabine C. Seifert (Eberhardt TRAVEL)

Ein Aufbruch voller 26.06.2026 Vorfreude und der Duft der Champagne

Das Abenteuer hatte begonnen, und während die ersten Kilometer hinter uns lagen, spürte ich noch immer diese ganz besondere Aufregung, die uns alle am frühen Morgen in Dresden erfasst hatte. Es war noch kühl gewesen, als wir in den Bus stiegen, doch draußen kündigte sich bereits ein Tag der Wetter-Superlative an. Während das Thermometer im Laufe der Fahrt auf bis zu schwindelerregende 40 Grad kletterte, schufen wir uns im Inneren unseres treuen, klimatisierten Gefährts eine eigene, angenehme Wohlfühloase. In Jena stand schon Peter bereit, um das Steuer von Jan zu übernehmen, und gemeinsam ließen wir die lange Strecke quer durch Deutschland wie im Flug vergehen. Vorbei an Weimar – wo wir die Klassiker zur Abwechslung einmal links liegen ließen –, vorbei an den geschichtsträchtigen Burgen der Drei Gleichen und über die sanften Hügel des Saarlands hinweg, gab es immer etwas zu sehen und zu erzählen. Peter und ich unterhielten Sie mit kleinen Geschichten und Fakten zu den vorbeiziehenden Landschaften, während die extreme Hitze des Tages draußen an den Fenstern vorüberzog. Als wir schließlich die Grenze nach Frankreich überquerten und die berühmten Weinberge der Champagne erreichten, lag bereits ein Hauch von französischem Lebensgefühl in der Luft. Schließlich kamen wir im historischen Reims an, der Stadt, in der einst die französischen Könige gekrönt worden waren. Auch wenn uns die Müdigkeit nach dieser Mammutstrecke fest im Griff hatte und der Blick auf die majestätische, gotische Kathedrale Notre-Dame de Reims an diesem Abend leider ausbleiben musste, rundete das wunderbare, gemeinsame Abendessen diesen ersten Reisetag perfekt ab. Die Vorfreude auf das, was uns auf den Inseln erwartete, war überall spürbar, als wir schließlich glücklich und erschöpft in die Betten sanken.

27.06.2026 Das Tor zu den Inseln und die frische Brise des Atlantiks

Unsere Reise führte uns an diesem Tag tiefer in das Herz Frankreichs hinein, während die Sonne erneut mit großer Kraft vom Himmel strahlte, das Wetter sich jedoch schon ein wenig gnädiger und erträglicher als am Vortag zeigte. In unserem komfortablen Reisebus ging es zügig auf der Autobahn voran, vorbei an Reims und den fernen Ausläufern von Paris, wo wir einen Blick auf die Vororte erhaschen konnten, in denen sich das Disneyland verbarg. Die Fahrzeit wurde von unserer Reiseleiterin Sabine und Busfahrer Peter für allerlei kurzweilige Geschichten genutzt, und so erfuhren wir unter anderem, dass der Eiffelturm im Sommer durch die Hitze um einige Zentimeter wächst, was es mit dem TGV auf sich hat, bevor uns der Weg dann weiter über Chartres und Le Mans bis an die Küste führte. Am Nachmittag erreichten wir schließlich das geschichtsträchtige Saint-Malo, jene legendäre Korsaren- und Freibeuterstadt, deren mächtige Wehrmauern und urige Gassen uns schon von Weitem begrüßten. Hier hieß es Abschied nehmen von unserem Bus und von Peter, der in Frankreich zurückblieb, um auf unsere Rückkehr zu warten. Jeden Tag wollte er an der Kaimauer stehen und in die Weite blicken, scherzte er.
Wir hingegen bestiegen nun voller Vorfreude die Fähre, und als das Schiff das offene Meer erreichte, kamen mit den Wellen auch schon die Kanalinseln in unser Blickfeld. Pünktlich um achtzehn Uhr legten wir ab und gewannen durch die Zeitverschiebung bei der knapp einstündigen Überfahrt sogar eine Stunde Zeit. Bei der Ankunft auf Jersey empfing uns der Hafen endlich mit herrlich erfrischenden zwanzig Grad und einer wohltuenden Meeresbrise. Ein örtlicher Reisebus brachte unsere Reisegruppe direkt zu unserem Domizil für die nächsten Tage, dem Hotel Ommaroo, welches wunderbar direkt am glitzernden Meer lag. Der Abend hielt eine kurze Aufregung für uns bereit, da die vorbestellten Speisen in der Küche irgendwie durcheinandergeraten waren, doch der Irrtum klärte sich schnell auf, sodass am Ende alles wie am Schnürchen lief. Nach diesem leckeren Abendessen zog es den ein oder anderen von uns noch zu einem kleinen Spaziergang an den Strand, um den Tag mit dem beruhigenden Rauschen der Wellen ausklingen zu lassen.

28.06.2026 Inselzauber auf Guernsey und die Geheimnisse der kleinen Schwester

Früh am Morgen begann für unsere Reisegruppe das nächste große Abenteuer mit der Fährüberfahrt zur Nachbarinsel Guernsey. Am Hafen wurden wir bereits von unserer lokalen Reiseleiterin Sabine erwartet, einer gemütlichen Österreicherin, die uns fortan mit viel Herzblut auf eine Entdeckungsreise durch ihre neue Heimat, die Kanalinseln mitnahm. Von nun an kümmerten sich also zwei Sabine(n) um uns.
Unser erster Stopp führte uns zur berühmten „Little Chapel“ in St. Andrew, der wohl kleinsten Kirche der Welt, wo wir staunend die Geschichte ihres langjährigen Aufbaus vernahmen und die liebevoll verzierten, winzigen Porzellan- und Fliesenstücke bewunderten. Weiter ging es zur Kirche St. Pierre du Bois; dort ging gerade die Sonntagsmesse zu Ende, was einigen aus unserer Gruppe die wunderbare Gelegenheit bot, mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen, auch wenn wir die herzliche Einladung zu einem anschließenden Barbecue aus Zeitgründen leider ausschlagen mussten. Während der Fahrt durch das Landesinnere faszinierten uns immer wieder die prachtvoll blühenden Hortensien an den Wegrändern. An einem spektakulären Aussichtspunkt genossen wir nicht nur den weiten Blick über die Steilküste, sondern durften dank Sabine auch wilde, essbare Pflanzen direkt vor Ort probieren. Auch die typischen Guernsey-Kühe und die royalen Guernsey-Ziegen mit ihrem wunderschönen goldenen Fell machten die Idylle perfekt. Nach einer kräftigenden Mittagspause im Restaurant „The Pearl“ führte uns der Weg vorbei an mehreren Bunkeranlagen, die noch stumme Zeugen aus den dunklen Zeiten des Zweiten Weltkrieges waren; heute wurden diese teils kurios umgenutzt, beispielsweise als öffentliche Toiletten, was uns ohnehin positiv auffiel, da es überall auf der Insel kostenfreie und bemerkenswert saubere WCs gab. Am Nachmittag blieb schließlich noch genügend Zeit für einen gemütlichen Bummel durch die malerischen Gassen der Hauptstadt St. Peter Port, bevor wir die Rückreise antraten. Dabei machten sich jedoch die unerwarteten Grenzformalitäten bemerkbar, denn im Vorfeld war vielen von uns gar nicht so bewusst gewesen, dass Jersey und Guernsey tatsächlich wie zwei eigenständige Länder agieren, weshalb die Ein- und Ausreisen jeweils spürbar Zeit in Anspruch nahmen. Gegen 20 Uhr erreichten wir schließlich wieder unser Hotel auf Jersey, wo wir den ereignisreichen Tag bei einem gemeinsamen Abendessen und später mit einem Blick auf das beruhigende Meer ausklingen ließen.

29.06.2026 Von Gezeitenbuchten, alten Ruinen und dem strahlenden Licht des Südens

Der Tag begann mit einem typisch atlantischen Gesicht – ein wenig Nieselregen und dunkle Wolken begleiteten unsere Reisegruppe am Vormittag, was der landschaftlichen Kulisse jedoch eine fast mystische Stimmung verlieh. Unser Ausflug startete entlang der faszinierenden St. Clement’s Bay, die sich bei Ebbe in eine fast unwirkliche Kraterlandschaft verwandelte, bis wir unseren ersten Stopp im malerischen Hafenörtchen Gorey einlegten. Über die St. Catherine’s Bay führte uns der Weg weiter in die idyllische Rozel Bay und zur Bouley Bay, wo eifrig wunderschöne Muscheln und glatte Kieselsteine als bleibende Andenken gesammelt wurden. Nach einem Abstecher zur verträumten Bonne Nuit Bay war es Zeit für eine gemütliche Mittagspause, die wir im urigen Biergarten des „Le Fountain Pub“ verbrachten, während sich das Wetter langsam wandelte. Pünktlich zu unserem Besuch der geschichtsträchtigen Ruinen von Grosnez Castle brachen die Wolken auf, und unter blauem Himmel und wärmenden Sonnenstrahlen genossen wir einen atemberaubenden Blick über die raue Steilküste bis hin zu den Nachbarinseln. Die anschließende Fahrt entlang der St. Ouen’s Bay, der längsten Sandbucht Jerseys, führte uns direkt zum majestätischen Corbière-Leuchtturm, der einsam auf seinem Felsen im glitzernden Atlantik thronte und eine perfekte Kulisse für unvergessliche Erinnerungsfotos bot. Ein weiteres Juwel erwartete uns in der wunderschönen St. Brelade’s Bay; am wohl beliebtesten Strand der Insel besichtigten wir die historische Fisherman’s Chapel. Am geschichtsträchtigen Noirmont Point tauchten wir beim Anblick der alten Bunkeranlagen noch einmal tief in die bewegte Besatzungszeit der Insel ein, bevor es entlang der malerischen Uferpromenade und vorbei an dem charmanten St. Aubin’s Village zurück zu unserem Hotel ging. Dass dieser Tag so reibungslos und voller Höhepunkte verlief, lag nicht zuletzt an unserem perfekt eingespielten „Team Sabine und Sabine“, die als Reiseleiterinnen-Duo Hand in Hand arbeiteten und uns die schönsten Ecken der Insel zeigten.
Am Abend beim gemeinsamen Essen konnten wir uns angesichts dieser Überfülle an landschaftlicher Schönheit und bleibenden Eindrücken kaum beruhigen und ließen die Erlebnisse noch lange und glücklich Revue passieren.

30.06.2026 Wo Festungsmauern Geschichte atmen und das Meer den Weg freigibt

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der eigenen Entdeckungen. Der Großteil unserer Reisegruppe machte sich jedoch am Morgen voller Tatendrang mit dem öffentlichen Bus auf den Weg zum majestätischen Elizabeth Castle. Schon die Ankunft am Ufer hielt ein echtes Highlight bereit, denn das berühmte Amphibienfahrzeug namens „Nancy“ wartete bereits, um uns über das Wasser zur historischen Gezeiteninsel zu bringen. Für große Erheiterung sorgte dabei die herrlich humorvolle Art, mit der uns die obligatorischen Sicherheitshinweise erklärt wurden – allein diese Fahrt war ein unvergessliches Erlebnis. Auf der Festung, deren Ursprünge bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen und die einst zum Schutz der Bucht von St. Helier erbaut wurde, tauchten wir tief in die Jahrhunderte ein. Besonders faszinierend war die Ausstellung über Seegras und dessen vielfältige Verwendung in früheren Zeiten, während zwei Schauspieler in historischen Kostümen die bewegte Vergangenheit der Anlage – von Sir Walter Raleigh bis hin zu den englischen Bürgerkriegen – auf packende Weise zum Leben erweckten. Je weiter wir die alten Gemäuer hinaufstiegen, desto atemberaubender wurde die Aussicht über den glitzernden Atlantik. Für den Rückweg nach St. Helier bot das Meer ein ganz besonderes Naturschauspiel: Da mittlerweile die Ebbe eingesetzt hatte, konnten einige von uns den freigelegten Betonpfad zu Fuß nutzen, während andere noch einmal den Komfort des Amphibienfahrzeugs genossen. Der Nachmittag stand im Zeichen des gemütlichen Flanierens durch das lebendige Zentrum der Hauptstadt, vorbei an den bunten Ständen in der kleinen, historischen Markthalle. Während sich ein Teil der Gruppe traditionelle Scones mit Clotted Cream in einer gemütlichen Teestube schmecken ließ, zog es andere bereits zurück in Richtung Hotel. Am Abend kamen alle wieder zusammen, um bei bester Stimmung die Erlebnisse des Tages auszutauschen. Sogar das Abenteuer im kühlen Nass kam nicht zu kurz, denn einige Mutige nutzten die Gelegenheit für ein erfrischendes Bad im Gezeitenpool, der sich direkt vor unserem Hotel befindet und regelrecht dazu einlud, den Tag im Wasser ausklingen zu lassen.

01.07.2026 Wo die Zeit stillsteht und Traktoren das Sagen haben

Ein größerer Teil unserer Reisegruppe brach an diesem Tag zu einem ganz besonderen Abenteuer auf und steuerte die idyllische Insel Sark an. Schon die Anreise auf dieses autofreie Juwel der Kanalinseln war ein Erlebnis für sich, denn die kleine Inselfähre, die sowohl über gemütliche Plätze auf dem Deck als auch im geschützten Unterdeck verfügte, schaukelte ganz schön kräftig über die Wellen des Atlantiks. Manche von uns mussten bei dieser wackeligen Überfahrt tief durchatmen, doch die Vorfreude hielt alle bei bester Laune. Da Sark als steiles Hochplateau majestätisch aus dem Meer ragt und von mächtigen Klippen geschützt wird, erwartete uns unten am Hafen bereits eine ganz außergewöhnliche Transportmöglichkeit: Ein uriger Traktor mit Passagieranhänger stand bereit, um uns die steile Straße hinauf auf das Plateau zu fahren – allein diese Fahrt sorgte für große Begeisterung und viel Gelächter. Oben angekommen, eröffnete sich uns eine völlig entschleunigte Welt. Wir spazierten gemütlich durch den charmanten, kleinen Hauptort, bewunderten die liebevoll angelegten Beete eines privaten Gartens und kamen an der beschaulichen Dorfschule vorbei. Besonders fasziniert waren wir von den kuriosen Logistiklösungen der Insel: Da Autos streng verboten sind, bestaunten wir den eigens umgebauten Traktor, der dem Inselarzt im Notfall als Ambulanzfahrzeug dient, während die Gemeindekrankenschwester ganz sportlich mit dem Fahrrad zu ihren Patienten unterwegs ist. Unterwegs trafen wir sogar den örtlichen Postboten, der mit seinem Gefährt gerade die allgegenwärtigen Amazon-Päckchen zustellte – ein herrlicher Beweis dafür, wie wunderbar sich die moderne Welt in diese nostalgische Inselidylle einfügt. Unser Weg führte uns weiter zu den prachtvollen, weltberühmten Burhou-Gärten von La Seigneurie, der Residenz des Inselfürsten, wo wir zwischen historischen Mauern eine faszinierende botanische Vielfalt bewundern konnten. Im Anschluss hieß es Umsteigen, und wir setzten unsere Erkundungstour stilvoll mit der Pferdekutsche fort. Das Ziel war die spektakuläre Landenge La Coupée, jener atemberaubende, messerscharfe Grat, der in rund 80 Metern Höhe über dem tosenden Meer Groß-Sark und Klein-Sark miteinander verbindet. Während wir die phänomenale Aussicht über die Steilküste genossen, erfuhren wir, dass dieser schmale Übergang einst von Kriegsgefangenen asphaltiert und gesichert worden war. Auf dem Rückweg rundete ein kleiner, süßer Stopp in der lokalen Schokoladenmanufaktur das Erlebnis ab, bevor uns das Pferdevorwerk wieder zurück in den Ort brachte. Nach ein wenig Freizeit für letzte Souvenirs traten wir schließlich die Fährüberfahrt zurück nach Jersey an. Der ereignisreiche Tag fand seinen perfekten Abschluss bei unserem gemeinsamen Abendessen im Hotel. Dort erwartete uns wie jeden Abend ein köstliches Dreigangmenü, und nach anfänglichen kleinen Schwierigkeiten hatten schließlich alle verstanden, dass das geheimnisvolle „V“ am Ende der Menükarte schlicht für „vegetarisch“ stand, sodass jeder Gast nun entspannt sein persönliches Lieblingsgericht finden konnte.

02.07.2026 Ein Blütenmeer voller Entdeckungen und der Duft von frischen Scones

Ganz im Zeichen der weltberühmten Flora der Kanalinseln stand dieser Tag, an dem uns unsere charmante lokale Reiseleiterin, die Österreicherin Sabine, noch einmal zu einer exklusiven Gartentour entführte. Unser erstes Ziel lag in der Nähe von St. Lawrence, wo sich uns hinter den Toren eines sonst verborgenen Privatanwesens ein spektakulärer, als weitläufige Parkanlage angelegter Schluchtengarten offenbarte. Auch wenn die Pracht der Kamelienblüte für dieses Jahr bereits vorüber war, zog uns die Vielfalt der majestätischen, seltenen Bäume sofort in ihren Bann, während uns die Hausherrin höchstpersönlich durch das geschichtsträchtige Anwesen führte. Zurück in Richtung St. Helier wurden wir bereits von Richard Miles in seinem prachtvollen Anwesen erwartet. Mit großer Begeisterung führte er uns durch seine perfekt gepflegte Parkanlage und präsentierte uns botanische Weltsensationen wie die Wollemie (Wollemi Pine). Diese urzeitliche Konifere galt eigentlich als seit Jahrmillionen ausgestorben, bis sie 1994 in einer entlegenen Schlucht der australischen Blue Mountains spektakulär wiederentdeckt wurde – ein lebendes Fossil direkt vor unseren Augen. Für Heiterkeit sorgten Richards amüsante Anekdoten am Rande, wie etwa die astronomisch hohe Stromrechnung für die Beheizung seines geliebten Koi-Teichs, bevor ein legendäres Gruppenfoto mit dem sympathischen Hausherrn diesen Besuch besiegelte. Zur Mittagszeit steuerten wir das Portelet Inn an, ein gemütlicher Pub mit fantastischem Ausblick über die wildromantische Steilküste. Frisch gestärkt folgte das nächste Highlight: der Besuch der weltberühmten Eric Young Orchid Foundation. Ein ganz besonderer, besinnlicher Zwischenstopp führte uns jedoch vorher noch zur berühmten Glaskirche St. Matthew in Millbrook, wo wir das faszinierende, strahlende Meisterwerk des renommierten Glaskünstlers René Lalique bewundern durften, der das Kreuz, das Taufbecken und die Altarseite komplett aus opalisierendem Glas gestaltet hatte.
Danach zog uns die preisgekrönte Orchideensammlung mit ihren außergewöhnlichen Formen und Farben – darunter seltene Züchtungen, deren Blüten verblüffend an edle Tulpen erinnerten – komplett in ihren Bann. Als krönenden Abschluss des Nachmittags hielt unsere Reiseleitung noch eine elegante Überraschung bereit: In einem exklusiven Schlosshotel zelebrierten wir im perfekten Ambiente einen traditionellen Cream Tea. Bei frisch gebackenen Scones, Clotted Cream und Erdbeerkonfitüre erhielten wir die standesgemäße Einweisung in die richtige britische Etikette des Bestreichens. Um den Abschied von Jersey gebührend zu feiern, hatte unsere Reisebegleitung Sabine für den Abend Plätze im gemütlichen White Horse Pub reserviert. Die Begeisterung unter den Reisenden war so groß, dass kurzerhand auch unsere lokale Führerin Sabine zum Essen eingeladen wurde, sodass wir diesen letzten Abend auf der Insel in fröhlicher Runde und mit dem „Duett Sabine und Sabine“ feierlich ausklingen lassen konnten.

03.07.2026 Ein letzter Gruß von der Küste und das Leuchten der Stadt der Lichter

Der Tag begann am frühen Morgen mit einem zeitigen kontinentalen Frühstück, bevor wir uns auf den Weg zum Fährhafen machten, um von Jersey Abschied zu nehmen. Unsere Fähre hatte zwar eine kleine Verspätung im Gepäck, doch das tat der guten Stimmung in unserer Reisegruppe keinen Abbruch. Am Hafen von Saint-Malo wurden wir bereits ungeduldig und voller Wiedersehensfreude von unserem Chauffeur Peter erwartet. Bevor die große Reise ins Landesinnere startete, überraschte er uns noch mit einer wunderbaren Geste: Er fuhr uns direkt an die mächtige Stadtmauer und schenkte uns dreißig Minuten Zeit für einen letzten, traumhaften Ausblick auf das historische Saint-Malo. Anschließend setzte sich unser komfortabler Reisebus in Bewegung. Peter wählte zu Beginn die Route über Land, was uns das große Glück bescherte, die weltberühmte Klosterinsel Mont-Saint-Michel am Horizont aus der Ferne zu bewundern. Die lange Fahrt in den Raum Paris verging dank vieler spannender Informationen wie im Flug; die Themen reichten von den berühmten bretonischen Salzwiesen-Schafen bis hin zur bewegten Geschichte des Pariser Flughafens Orly. Am Abend erreichten wir schließlich unser Mercure Hotel in einem Vorort der französischen Hauptstadt. Nach einem letzten gemeinsamen Abendessen folgte der krönende und emotionale Abschluss dieses langen Fahrtages: Viele von uns nutzten die Gelegenheit, in das fünfzehnte Stockwerk des Hotels hinaufzufahren, um von dort oben den majestätisch funkelnden Eiffelturm in der Ferne zu bewundern und diesen Reisetag gebührend ausklingen zu lassen.

04.07.2026 Der Weg nach Hause und das glückliche Ankommen im Heimathafen

Ein letztes Mal brach der Morgen auf unserer großen Reise an, und wir machten uns vom Raum Paris aus auf den Weg in Richtung Heimat. Unser komfortabler Reisebus rollte zügig ostwärts, überquerte die Grenze und führte uns über die sanften Hügel des Saarlands, durch Hessen und hinein nach Thüringen. Auch dieser lange Fahrtag war wieder wunderbar kurzweilig, denn das eingespielte Team aus Sabine und Peter verstand es prächtig, die Stunden mit spannenden Informationen, Rückblicken auf unsere gemeinsamen Erlebnisse und heiteren kleinen Anekdoten wie im Flug vergehen zu lassen. Regelmäßige Pausen, bei denen wir uns mit leckeren kleinen Snacks stärken konnten, sorgten unterwegs für eine entspannte Atmosphäre. Nach und nach verabschiedeten wir die Gäste an ihren Ausstiegsstellen und nach der Passage von Eisenach stand noch ein letzter, reibungsloser Wechsel an: Unser treuer Fahrer Peter übergab das Steuer an seinen jungen Kollegen Dennis, der die restlichen Mitreisenden sicher und wohlbehalten auf dem letzten Streckenabschnitt begleitete. Als wir schließlich gegen zweiundzwanzig Uhr am Abend in Dresden anrollten, waren alle Reisenden tief glücklich, erfüllt von einer Überfülle an landschaftlichen Schönheiten und dankbar für die gemeinsame Zeit, aber auch schlicht froh, wieder wohlbehalten zu Hause zu sein. Eine rundum gelungene und unvergessliche Reise zu den Kanalinseln ging damit zu Ende, doch die wunderbaren Erinnerungen im Gepäck werden gewiss noch lange in uns allen nachklingen.


Eine unvergessliche Reise zu den Kanalinseln liegt hinter uns. Ein großes und von Herzen kommendes Dankeschön geht an euch alle – es war mir eine absolute Freude, mit so einer tollen, begeisterungsfähigen und harmonischen Truppe unterwegs zu sein! Bleibt alle stets bei bester Gesundheit und bewahrt euch die vielen schönen Erinnerungen im Herzen. Ich würde mich riesig freuen, euch irgendwann auf einer neuen Reise wiederzutreffen und gemeinsam die Welt zu entdecken.


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