Britischer Charme, französisches Flair – die Kanalinseln
Reisebericht: 29.08. – 05.09.2026
Spektakuläre Küsten, grüne Klippen und charmante Inselorte: während dieser Wanderreise entdecken wir die faszinierende Landschaft und den besonderen Charme der Kanalinseln.
Ein Reisebericht von
Monika Cortese
Anreise nach Jersey
Am Nachmittag trafen wir uns am Abfluggate und machten uns gemeinsam von München auf den Weg nach Jersey. Der Flug verlief pünktlich, doch spätestens beim Landeanflug bekamen wir einen ersten Eindruck davon, was uns auf den Kanalinseln erwarten könnte: Die Maschine wurde vom kräftigen Wind ordentlich durchgeschüttelt, und auch bei der Landung war deutlich zu spüren, dass draußen einiges in Bewegung war. Ein Blick aus dem Fenster genügte: hier weht heute ein ziemlich kräftiger Wind.
Am Flughafen wurden wir bereits erwartet und zu unserem Hotel in St. Helier gebracht. Nachdem wir eingecheckt und uns kurz eingerichtet hatten, trafen wir uns am frühen Abend in der Hotelhalle zu ein paar ersten Informationen. Ein Gast unserer Gruppe war schon am Morgen aus Düsseldorf angereist und hatte damit bereits einen Tag auf Jersey verbracht.
Beim anschließenden Buffet ließen wir den ersten gemeinsamen Abend gemütlich beginnen. Einige von uns machten sich später noch mit mir auf einen kleinen Spaziergang durch St. Helier. Dabei entdeckten wir hübsche Häuser und Wohngebäude mit historischen Fassaden und typisch britischen Elementen, die St. Helier seinen ganz eigenen Charakter geben.
Natürlich zog es uns auch noch hinunter ans Meer. Und dort zeigte sich Jersey an diesem Abend von seiner ziemlich wilden Seite: Vom Strand war überhaupt nichts mehr zu sehen. Das Wasser reichte bis an die Mauer, draußen türmten sich die Wellen und dazwischen blitzten immer wieder weiße Schaumkronen auf. Die Tische und Stühle, die seitlich bereitstanden, ließen erahnen, wie gemütlich es hier bei ruhigerem Wetter sein muss, heute allerdings wäre an ein Sitzen am Meer nicht zu denken gewesen.
Angesichts dieses Wetters kam bei dem einen oder anderen bereits die Frage auf, wie es wohl am nächsten Morgen mit der geplanten Überfahrt nach Sark aussehen würde. Die Fähre war an diesem Tag wegen des Wetters ausgefallen. Unsere für den nächsten Tag geplante Überfahrt sollte jedoch stattfinden und so blieb uns zunächst nur, auf etwas ruhigere See zu hoffen.
Sark – unterwegs auf einer autofreien Insel
Nach dem Frühstück ging es zum Hafen von St. Helier. Die Fähre nach Sark legte heute etwas früher als geplant ab. Wegen des kräftigen Windes nahm sie eine andere und etwas längere Route, offenbar die ruhigere Variante. Ganz ruhig war die See trotzdem nicht, es schaukelte ordentlich. Nach gut einer Stunde erreichten wir schließlich Sark.
Vom kleinen Hafen ging es mit dem Traktor ins Inselzentrum. Schon dabei bekamen wir einen ersten Eindruck von Sark: Autos gibt es hier nicht, dafür Fahrräder, Pferdekutschen, Fußgänger und natürlich die Traktoren, die auf der Insel zum ganz normalen Straßenbild gehören. Selbst der Krankenwagen ist ein Traktor – nur mit Blaulicht obendrauf!
Im Zentrum blieb zunächst etwas Zeit für einen Einkauf, bevor wir zu unserer Wanderung aufbrachen. Sonne und Wolken wechselten sich ab, und nur ein kurzer Regenschauer erwischte uns unterwegs. Unser Weg führte durch die grüne, ruhige Landschaft in Richtung Little Sark. Besonders eindrucksvoll war der Übergang über La Coupée, den schmalen Damm zwischen Great Sark und Little Sark. Links und rechts fallen die Klippen steil zum Meer ab, und der Blick über die Küste und das Wasser war entsprechend beeindruckend.
Nach einer Pause im Schokoladenhaus ging es weiter zu den Seigneurie Gardens. Hinter den alten Steinmauern erwartete uns eine liebevoll angelegte Gartenanlage mit einer erstaunlichen Vielfalt an Pflanzen. Die Gärten gehören zur historischen Seigneurie, dem ehemaligen Herrschaftssitz der Insel.
Auch die Geschichte Sarks ist ungewöhnlich. Bis 2008 bestand hier noch die letzte feudale Staatsordnung Europas. Vieles wirkt bis heute angenehm entschleunigt: schmale Wege, viel Natur und kaum Verkehr – genau das macht den besonderen Reiz der kleinen Insel aus.
Nach dem Besuch der Gärten machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Zentrum und weiter zum Hafen. Am späten Nachmittag hieß es dann Abschied nehmen von Sark und wieder an Bord der Fähre nach Jersey.
Die Rückfahrt war deutlich schaukeliger als am Vormittag, und diesmal kam auch noch Regen dazu. Trotzdem erreichten wir Jersey gut und ließen den langen Tag nach dem Transfer zum Hotel und beim gemeinsamen Abendessen gemütlich ausklingen.
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