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Kreuzfahrt Niederlande & Belgien mit Besuch des André Rieu Konzerts

Reisebericht: 14.07. – 19.07.2026

Leinen los für eine unvergessliche Flusskreuzfahrt mit der MS Dutch Grace heißt es am 14.07.2026. Magischer Höhepunkt wird der Besuch des André Rieu Konzerts in Maastricht sein.

Sabine Letzybyll

Ein Reisebericht von
Sabine Letzybyll

Blick aus dem Kabinenfenster – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) Salon Dutch Grace – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) Abendessen  – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) André Rieu Konzert  – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) André Rieu Konzert  – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) André Rieu Konzert  – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) Nijmegen - Rathaus – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) Nijmegen - Eingang Rathaus – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) Gerard van Groningen - Volkssänger, Stadtoriginal – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) Abendessen – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) Utrecht - Oudegracht – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL) Utrecht - Domtoren – © Sabine Letzybyll (Eberhardt TRAVEL)

Dienstag, 14.07.2026 Dresden – Roermond: Anreise nach Roermond

Am frühen Morgen, um 5.00 Uhr beginnt unsere Reise von Dresden nach Roermond. Unser Busfahrer Hans bringt uns pünktlich und mit einer kleinen Ehrenrunde durch Roermond zur MS Dutch Grace, die in den nächsten Tagen unser zu Hause sein wird. Fleißige Hände bringen die Koffer auf das Schiff und in unsere Kabinen. Wir können es uns indessen in der Lounge bequem machen, Kaffee und Kuchen genießen oder auf dem Oberdeck ein erstes kühles Bierchen trinken. Um 18.30 Uhr stellt Kapitän Edwin bei einem Begrüßungscocktail seine Crew vor, es gibt eine Einweisung in die Nutzung der Rettungswesten und Informationen für die nächsten Tage. Anschließend genießen wir das erste äußerst schmackhafte und liebevoll angerichtete Abendessen. Im Salon wird Musik gespielt und nach dem Mitternachtssnack begeben sich alle zur Ruhe.

Mittwoch, 15.07.2026 Roermond – Lüttich mit Stadtrundgang

Den Vormittag verbringen wir an Bord der MS Dutch Grace. Viele niedrige Brücken laden dazu ein, nicht auf dem Oberdeck zu stehen. Die Sonne scheint und es ist ein richtig schöner Sommertag. Gegen Mittag wird es heiß, über 30 Grad sind angesagt. Zum Glück sind das Restaurant und der Salon klimatisiert und aus den großen Fenstern können wir auch sehr schön die vorüberziehende Landschaft beobachten. Wir sind unterwegs auf der Maas. Durch ein weitläufiges Seen- und Wassersportgebiet der Region Maasplassen fahren wir bis nach Maasbracht, wo unser Schiff in den Juliankanal einbiegt. Dieser rund 36 Kilometer lange, künstliche Kanal verläuft parallel östlich der Maas auf niederländischer Seite und muss genutzt werden, weil die Maas auf diesem Abschnitt nicht schiffbar ist. Wir passieren die Schleusen von Born und Limmel, bevor wir im Norden von Maastricht wieder auf die Maas abbiegen. Um nun von den Niederlanden nach Belgien zu gelangen, müssen wir einen Höhenunterschied von über 13 Metern überwinden. Kurz hinter Maastricht steuert die Dutch Grace auf die Grenze zu und biegt in den Verbindungskanal zur Schleuse von Lanaye ein. Diese Großschleuse ist das Nadelöhr der Route und kann unter Umständen zu großen Verspätungen führen. Aber, wir haben Glück und kommen pünktlich hindurch. Nach der Schleuse fahren wir ein kurzes Stück auf dem Albertkanal, der wichtigsten belgischen Wasserstraße, die Lüttich mit Antwerpen verbindet. Vom Albertkanal zweigt die Route schließlich wieder auf die eigentliche, kanalisierte Maas (auf Französisch hier nun La Meuse genannt) ab. Auf diesem Flussabschnitt fahren wir vorbei an historischen Industrieanlagen und Hügeln bis mitten ins Herz von Lüttich. Vom Anleger fahren wir mit dem Bus bis zum Bischofspalais, welchen wir auch als erstes besichtigen. Der Palast der Fürstbischöfe war das einstige weltliche und geistliche Machtzentrum der Stadt. Den prachtvollen Innenhof zieren 60 steinerne Säulen, die mit einzigartigen, oft skurrilen Masken, Fabelwesen und Fratzen verziert sind, ein faszinierendes Zeugnis des 16. Jahrhunderts. Auf unserem Weg durch die Stadt kommen wir an einem ganz besonderen Stadtbrunnen vorbei, dem Fontaine de la Tradition (auf Deutsch: Brunnen der Tradition), der sich direkt am Marktplatz befindet. Früher wurde er auch Schuhverkäufer-Brunnen) genannt, da sich dort am Markttag traditionell die Schuhhändler trafen. Und folgendes macht den Brunnen besonders: an drei Seiten wurden 1930 kunstvolle Bronzeplatten angebracht. Die Reliefs auf den Platten zeigen typische Szenen des Lütticher Volkslebens. So zum Beispiel gibt es die Darstellung eines traditionellen Marionettentheaters mit Tchantches und Nanesse. Und hier ist ihre Geschichte: Tchantches (die wallonische Form für Francois bzw. Franz) ist die absolute Identifikationsfigur Lüttichs. Er ist der Prototyp des wahren Lüttichers: eigensinnig, rebellisch, ein kleiner Hitzkopf, der absolut nichts von steifer Etikette hält – aber er besitzt das Herz am rechten Fleck und kämpft unerbittlich gegen jede Form von Ungerechtigkeit.
Laut der Legende erblickte Tchantches am 25. August 760 das Licht der Welt – und zwar auf ganz besondere Weise: Er wurde zwischen zwei Pflastersteinen im Arbeiterviertel Outremeuse geboren. Schon als Baby war er speziell: Bei seiner Taufe stieß die Hebamme ihn versehentlich gegen das Taufbecken, wodurch seine Nase gigantisch anschwoll. Seitdem zierte eine rote Knubbelnase sein Gesicht. Da er als Säugling kein Wasser mochte, gab ihm sein Vater kurzerhand einen Keks, der in Peket (den typisch Lütticher Wacholderbeerschnaps) getunkt war. Das schmeckte ihm so gut, dass er zeit seines Lebens einen ordentlichen Durst darauf behielt. Als kleiner Junge bekam er die Masern. Um ihn zu heilen, gab man ihm eisenhaltiges Wasser zu trinken. Dabei verschluckte er unglücklicherweise ein ganzes Hufeisen, das sich quer in seinem Hals verkeilte. Seitdem konnte er seinen Kopf nicht mehr von oben nach unten bewegen – weshalb er im Marionettentheater seinen Gruß immer mit einem steifen Rucken der Hüfte ausführt. Als Erwachsener wurde er der Legende nach sogar zum treuen Begleiter von Roland, dem Neffen Karl des Großen, und half dem Kaiser höchstpersönlich bei seinen Abenteuern – meistens, indem er Feinde und böse Geister mit gezielten Tritten seiner Holzschuhe in die Flucht schlug.
Kein echter Lütticher Haushalt funktioniert ohne eine starke Hand. Hier kommt Nanesse (wallonisch für Agnes) ins Spiel. Sie tauchte Anfang des 20. Jahrhunderts in der Folklore auf, um Tchantches eine ebenbürtige Partnerin zur Seite zu stellen. Nanesse ist eine Botteresse – eine jener historischen Lütticher Marktfrauen, die schwere Weidenkörbe voller Gemüse und Obst auf dem Rücken kilometerweit in die Stadt trugen. Sie ist direkt und schlagfertig und lässt sich von niemandem die Butter vom Brot nehmen, am wenigsten von Tchantches. Wenn Tchantches mal wieder zu tief ins Peket-Glas geschaut hat oder sich in eine raue Kneipenschlägerei stürzen will, zögert Nanesse nicht, ihn lautstark und mit wallonischen Schimpfwörtern in die Schranken zu weisen. Sie ist eine fantastische Köchin und Hüterin der Lütticher Küche. Wenn sie nicht gerade auf dem Markt feilscht, bereitet sie kulinarische Klassiker wie Fleischklößchen in Lütticher Rübensirup oder süße Buchweizenpfannkuchen mit Rosinen zu.
Nach diesen spannenden Geschichten kehren wir zurück an Bord unserer Dutch Grace und genießen das köstliche liebevoll angerichtete Abendessen. Einen gemütlichen Ausklang findet der Abend an Deck oder im Salon.

Donnerstag, 16.07.2026: von Lüttich nach Maastricht – ein Abend mit André Rieu

Nach einem ausgiebigen Frühstück setzen wir unsere Reise auf dem Albert-Kanal fort. Ziel ist heute Maastricht. Bald geht es durch die Schleuse von Lanaye, wo unsere Dutch Grace wieder diese enorme Höhe von 15 Metern, diesmal hinunter, überwinden muss. Die letzten Kilometer bis Maastricht sind wir erneut auf der Maas unterwegs. Bevor es zum Höhepunkt der Reise geht, dem spektakulären André Rieu Konzert, unternehmen wir einen Stadtrundgang in Maastricht. Wir legen am Anleger Nummer 6 an und betreten sogleich geschichtsträchtigen Boden. Unser Stadtrundgang beginnt an der mittelalterlichen Stadtmauer, die sich hier am Rande des Stadtparks erstreckt. Während uns unser Stadtführer Maastricht und seine Geschichte vorstellt, erreichen wir die majestätische Kreuz-Kirche (Collégiale Sainte-Croix), an der wir einen Fotostopp einlegen. Die engen Gassen rund um die Stiftskirche bieten großartige Kontraste zwischen jahrhundertealtem Sandstein, blauem Sommerhimmel und moderner Festdekoration. Unser Weg führt uns nun in das verträumte Jekerkwartier, das seinen ganz eigenen, fast dörflichen Charme versprüht. Wo der kleine Fluss Jeker leise durch die engen Gassen plätschert, zeigt sich Maastricht von seiner romantischsten und entspanntesten Seite. Dieses Viertel ist eine Oase der Ruhe, in der Kunst, Geschichte und studentisches Leben auf wundervolle Weise verschmelzen. Weiter geht es zur Helpoort aus dem 13. Jahrhundert. Als ältestes noch erhaltenes Stadttor des Landes ist es ein tolles Fotomotiv, das die bewegte Verteidigungsgeschichte der Stadt lebendig werden lässt. Gleich hinter dem Stadttor erstreckt sich der malerische Stadtpark. Heute ist es sehr heiß und wir sind dankbar für jedes Plätzchen Schatten. Jetzt sind wir schon fast auf dem Rückweg und kommen an der Sankt-Johannes-Kirche vorbei. Der auffällig leuchtend rote Turm aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Weil der Turm aus weichem Mergelgestein besteht, wurde er früher mit Ochsenblut angestrichen, um ihn vor Verwitterung zu schützen. Heute ist es wetterbeständige rote Farbe. Direkt daneben steht die Sankt-Servatius-Basilika. Sie gilt als die älteste erhaltene Kirche der Niederlande und wurde über dem Grab des heiligen Servatius, des ersten Bischofs von Maastricht, erbaut. Trotz aller interessanten Informationen sind wir letztendlich froh, wieder an Bord unseres klimatisierten Schiffes zu kommen. Nach dem Abendessen erleben wir die Stadt im Ausnahmezustand. Der geschichtsträchtige Marktplatz von Maastricht hat sich in eine zauberhafte Open-Air-Bühne verwandelt. Bereits eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn haben wir unsere Plätze eingenommen. Unterhalten werden wir von einer Blaskapelle, die durch die Reihen zieht und einem André Rieu Maskottchen, der die Zuschauer animiert. Pünktlich um 21 Uhr erscheint André Rieu im klassischen Frack, gefolgt von den Damen seines Johann-Strauss-Orchesters in ihren farbenprächtigen, weiten Ballkleidern. Die Stimmung ist vom ersten Moment an elektrisierend und herzlich zugleich. André Rieu dirigiert eine emotionale Achterbahnfahrt aus weltberühmten Wiener Walzern, bekannten Operettenmelodien und Musical-Hits. Beim Schneewalzer und „An der schönen blauen Donau“ hält es niemanden mehr auf den Sitzen. Fremde Menschen wiegen sich Arm in Arm im Takt, tanzen in den Gängen des Vrijthofs und singen lauthals mit. Es herrscht eine ansteckende Leichtigkeit. Gegen Mitternacht steuert der Abend auf seinen unbestrittenen Höhepunkt zu. Das Publikum und auch die Künstler finden kein Ende. Zugabe auf Zugabe wird eingefordert und auch gerne geliefert. Unter einem glitzernden Regen aus Konfetti und einem farbenprächtigen Feuerwerk verabschieden sich André Rieu, sein Orchester sowie zahlreiche internationale Solisten von einem sichtlich bewegten Publikum. Ein Abend auf dem Vrijthof ist kein gewöhnlicher Konzertbesuch – es ist ein Fest des Lebens und der Musik.
Pünktlich um 01.30 Uhr legt unsere MS Dutch Grace in Maastricht ab und begibt sich auf den Weg nach Nijmegen.

Freitag, 17.07.2026: von Maastricht nach Nijmegen

Seit heute Nacht nehmen wir Kurs nach Norden in Richtung Nijmegen. Da die Maas direkt hinter der Stadt für große Kabinenschiffe nicht schiffbar ist, gleiten wir zuerst auf dem Julianakanal dahin, auf dem wir bereits unterwegs waren. Dieser künstlich angelegte Seitenkanal führt uns über rund 36 Kilometer parallel zum eigentlichen Flusslauf, vorbei an sanften Landschaften, bis wir bei Maasbracht wieder auf die reguläre Maas einschwenken. Auf diesem breiten, kanalisierten Fluss setzen wir unsere Fahrt fort. Wir folgen den weiten Bögen der Maas flussabwärts, ziehen an einladenden Städten wie Roermond und Venlo vorbei und genießen das ruhige Dahingleiten auf dem Wasser. Kurz vor unserem Ziel verlassen wir schließlich den Hauptstrom der Maas und biegen in den Maas-Waal-Kanal ein. Diese elf Kilometer lange Verbindungsstrecke bringt uns direkt zur Schleuse Weurt. Nachdem wir diese passiert haben, erreichen wir die Waal und legen kurz darauf glücklich an unserem Ziel in Nijmegen an. Beim Verlassen des Schiffes sehen wir gleich, dass ein großes Volksfest bevorsteht. Ab morgen beginnt das Vierdaasefeesten. Dafür verwandelt sich die gesamte Stadt in eine riesige Open-Air-Bühne. Heute wird noch überall gebaut und gehämmert, viele Gerüste, Bühnen und Marktstände werden aufgebaut. Dieses Festival gilt als eines der größten und spektakulärsten Volksfeste in ganz Europa und es bildet den Rahmen für ein weltberühmtes Sportereignis: die Nijmegen Märsche. Als weltweit größte Wanderveranstaltung zieht sie rund 47.000 Teilnehmer aus aller Herren Länder an, die an vier Tagen extreme Strecken von bis zu 50 Kilometern pro Tag bezwingen.
Nijmegen hat als älteste Stadt der Niederlande auch viele Geschichten und Anekdoten zu bieten, denen wir auf dem Stadtrundgang begegnen. Direkt auf dem Marktplatz vor der Kirche steht die Statue von Mariken van Nieumeghen – der Hauptfigur einer der berühmtesten niederländischen Legenden aus dem 16. Jahrhundert. Mariken soll sieben Jahre lang mit dem Teufel Moenen in Antwerpen gelebt haben. Als sie Reue zeigte und nach Nijmegen zurückkehrte, war ihre Sünde so groß, dass der Papst ihr eiserne Ringe um Hals und Arme schmieden ließ. Erst wenn diese von selbst abfielen, sei ihr vergeben. Nach Jahren im Kloster geschah das Wunder: Die Ringe brachen auf.
Direkt hinter Mariken steht die älteste Pfarrkirche Nijmegens – die Stevenskerk. Am 22. Februar 1944 wurde Nijmegen irrtümlicherweise von amerikanischen Bombern angegriffen. Durch eine Verkettung von Navigationsfehlern, Instrumentenproblemen und schlechter Sicht warfen die Piloten ihre Bombenlast über dem Zentrum von Nijmegen ab. Bei diesem folgenschweren Irrtum kamen fast 800 Menschen ums Leben und weite Teile der historischen Innenstadt wurden zerstört. Dabei stürzte auch der Turm der Stevenskerk ein und zerstörte große Teile des Kirchenschiffs. Die Stadt entschied sich nach dem Krieg für einen originalgetreuen Wiederaufbau, der erst 1969 abgeschlossen wurde. Der Turm beherbergt eine der ältesten Uhren und Glockenspiele der Region. Früher mussten die Glöckner mehrmals täglich die engen, steilen Stufen hinaufhetzen – oft im Dunkeln oder bei eisigem Wind, um die Stadt vor Bränden zu warnen oder die Zeit zu schlagen.
Eine der außergewöhnlichsten Straßen der Stadt wurde nach der berühmten Sagenfigur benannt: die Marikenstraat. Hier begegnen wir einer architektonische Besonderheit: Die Marikenstraat ist eine komplett zweistöckige Einkaufsstraße. Um die Jahrtausendwende (erbaut zwischen 1998 und 2000) wurde dieses moderne Shopping-Quartier harmonisch in die historische Innenstadt integriert. Auf zwei Ebenen – verbunden durch elegante Treppen, Rampen und Aufzüge – reihen sich rund 50 Geschäfte und Boutiquen aneinander.
Heute bleibt unser Schiff über Nacht im Hafen liegen und so bleibt noch genügend Zeit für einen individuellen Bummel durch die Stadt. Nach dem Abendessen folgen wir der Einladung in den Salon unseres Schiffes, wo wir bei Livemusik bis Mitternacht das Tanzbein schwingen.

Sonnabend, 18.07.2026 Nijmegen – Utrecht mit Shuttle in die Stadt

Auf dem Weg von Nijmegen nach Utrecht fahren wir über eine der wichtigsten und am stärksten befahrenen Binnenwasserstraßen Europas. Wir beginnen an der Waal, dem südlichen und wasserreichsten Hauptarm des Rheins in den Niederlanden. Nach einer Strecke flussabwärts biegen wir nach Norden in den Amsterdam-Rhein-Kanal ein. Dieser künstlich angelegte, breite Kanal verbindet die großen Rheinarm-Flüsse direkt mit Amsterdam und Utrecht. Auf dem Weg kreuzt der Kanal bei Wijk bij Duurstede den Fluss Lek. Über die nördliche Fortsetzung des Kanals und die städtischen Wasserstraßen erreichen wir schließlich die Anlegestellen im Stadtgebiet von Utrecht. Nach dem Mittagessen bieten uns unsere Reiseveranstalter Eberhardt TRAVEL und PTI einen kostenlosen Transfer zum Bahnhof von Utrecht. Direkt am Bahnhof befindet sich das einstmals größte Einkaufszentrum Europas. Etwa zehn Minuten sind es zu Fuß in die Altstadt und zum historischen Zentrum von Utrecht. Es ist schier unglaublich, was heute hier auf den Straßen los ist. Alle Cafés und Restaurants sind bis auf den letzten Platz besetzt, durch die Straßen und Gassen wälzt sich ein Strom von fröhlichen Menschen. Das imposanteste Wahrzeichen der Stadt ist der Domturm (Domtoren). Mit 112 Metern ist er der höchste Kirchturm der Niederlande. Das Ungewöhnliche dabei ist: der Turm steht völlig frei und ist durch einen großen Platz (den Domplein) vom eigentlichen Kirchenschiff getrennt. Dies geht zurück auf eine Katastrophe des 17. Jahrhunderts: im August 1674 traf ein gewaltiger Tornado die Stadt. Das mittlere Langhaus der gotischen Kathedrale, das den Turm mit dem Chor verband, hielt den immensen Gewalten nicht stand und stürzte komplett ein. Über Jahrzehnte blieben die Trümmer liegen, bis man entschied, den Bereich zwischen Turm und Chorraum als freien Platz zu gestalten. Wer heute über den Domplatz spaziert, geht also im Grunde durch das damalige Mittelschiff der Kirche. Gleich neben dem Dom befindet sich der Pandhof. Dieser versteckte, idyllische Klostergarten ist von gotischen Kreuzgängen umschlossen und wirkt zwischen duftenden Kräutern und blühenden Beeten wie ein friedvoller Zufluchtsort mitten im Trubel der Stadt. Auf dem Rückweg zum Bus reicht die Zeit noch aus, in den einen oder anderen Laden zu schlüpfen und Dinge, die die Welt nicht braucht, für zu Hause zu erwerben. Egal, Hauptsache ist doch, wir haben Freude beim Kaufen und Verschenken.
Am Abend laden unsere Reiseleiterinnen Yvonne und Sabine sowie die zwei Kapitäne zum Abschiedscocktail ein. Applaus brandet auf, als die gesamte Crew durch den Salon schreitet und sich ebenfalls von uns verabschiedet. Für das anschließende Kapitänsdinner wird sich ordentlich aufgebrezelt, je nachdem, was die Koffer so hergeben. Unser Musiker Delmar spielt zum Abschied im Salon und so klingt der letzte Abend an Bord gemütlich aus.

Sonntag, 19.07.2026 Abschied von der MS Dutch Grace und Heimreise

Noch während wir beim Frühstück sitzen, wird im Hintergrund tüchtig angepackt: Fleißige Hände tragen unser Gepäck von den Kabinen ans Ufer. Als gegen 09:00 Uhr die letzten Koffer verladen sind, heißt es Abschied nehmen. Vor uns liegen rund 800 Kilometer von Utrecht bis nach Dresden. Es wird ein langer Weg, bis jeder wieder wohlbehalten zu Hause ankommt – doch der Rückblick fällt leicht. Wir sind uns einig: Diese Reise hat von der ersten bis zur letzten Minute rundum begeistert und wird noch lange in bester Erinnerung nachklingen.


Ein herzliches Dankeschön an eine großartige Reisegruppe!

Eine erlebnisreiche Fahrt geht zu Ende, und zurück bleiben viele schöne gemeinsame Momente. Danke für Ihr Vertrauen, Ihre Begeisterung für Land und Leute und die durchweg harmonische Atmosphäre, die diese Reise zu etwas ganz Besonderem gemacht hat.

Es war mir ein persönliches Anliegen und ein Vergnügen, Ihre Reiseleiterin zu sein. Für die Zukunft wünsche ich Ihnen alles Gute, beste Gesundheit und weiterhin viel Freude am Entdecken der Welt! Ihre Sabine Letzybyll


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