Berge, Burgen, Alpenschnaps– in drei Länder um den Bregenzerwald
Reisebericht: 24.08. – 01.09.2012
Die alpine Landschaft südlich des Bodensees wartet mit grandiosen Bergpanoramen,steilen Serpentinen und hübschen Orten auf, deren Reiz sich niemand entziehen kann.
Ein Reisebericht von
Andreas Höhn
Freitag, den 24.8.2012
Bereits gegen 5.45 Uhr waren alle vorgesehenen Gäste auf dem Dresdener Flughafen, so dass wir pünktlich abfahren konnten. Sämtliche Transfers klappten pünktlich, auch verkehrstechnisch gab es keine besonderen Probleme. Die erste große Pause legten wir beim letzten Zustieg in Bad Berneck ein. Programmgemäß fuhren wir Dornbirn an. Der hübsche Ort war am Freitagnachmittag recht belebt. Zu besichtigen waren neben der klassizistischen Kirche eines Schinkel- Schülers das Rote Haus aus dem 17. Jahrhundert, sowie mehrere barocke Stadthäuser. In Cafés und bei kleinen Einkäufen verging die Zeit schnell. Im Hotel verlief alles reibungslos und vor dem Abendessen gab es den obligaten Begrüßungsschnaps, Steinbeißer oder Obstler, dazu einführende Worte zu Land und Leuten von unserem Hotelwirt Ingo.
Sonnabend, den 25. August 2012
Weil es wegen des regnerischen Wetters im Bregenzerwald mit Bergwanderungen keinen Sinn machte, fuhren wir über die Grenze nach Sankt Gallen. wo die Sonne herrlich strahlte. Dort zeigte ich im Rahmen einer kleinen Führung Altstadt und Stiftskirche St. Gallus Die Stiftsbibliothek, als UNESCO-Welterbe anerkannte Mutter aller Bibliotheken nördlich der Alpen und eigentlich das kulturelle Highlight des Ortes schlechthin, wartete zusätzlich mit einer Sonderausstellung zum 1600-jährigen Jubiläum der Stiftsgründung durch den hl. Gallus auf, in der wertvollste Inkunabeln vor allem aus dem 7./8. Jahrhundert gezeigt wurden. Der größte Teil der Gruppe genoss dieses einmalige Angebot. Anschließend erkundeten die Gäste individuell die pittoreske Altstadt. Auf allgemeinen Wunsch fuhren wir den Säntis an und fast alle Gäste fuhren mit der Kabinenbahn, für die ich einen Gruppenrabatt ausgehandelt hatte, hinauf. Obwohl die Sonne kräftig kämpfte, gelang ihr der Durchbruch nicht, so dass Fernsicht sich auf die Auffahrtsphase beschränkte.
Sonntag, den 26. August 2012
Weil in Vorarlberg das schlechte Wetter anhielt, flüchteten wir über die steilen Serpentinen des Furkajochs, die das Können unseres Fahrers eindrucksvoll zum Tragen brachten, in Richtung Liechtenstein. Zuerst besuchten wir Vaduz, die Hauptstadt des wohlhabenden Zwergstaates. Supermoderne Bauten fügen sich hier organisch in die historische Bausubstanz ein, Straßen und Plätze sind gesäumt von Skulpturen hochkarätiger Künstler, wie Botero. Dem auch hier nicht sonderlich schönen Wetter entflohen wir hin zur Burg Werdenberg, die von zauberhaften Walserhäusern in traditioneller Holzbauweise umringt ist. Weil gerade eine Matineeveranstaltung zu Ende war, durften Besucher die Burg kostenlos bis unters Dach erkunden. Vom Turm bot sich ein toller Blick auf den nunmehr wolkenfreien Säntis. Nach Einnahme der Bordverpflegung ging es weiter nach Feldkirch in der Schweiz. Viele Gäste besuchten auf eigene Kosten die pittoreske Schattenburg, einst Stammsitz der Montfort, die bis in die Neuzeit die Region fast konkurrenzlos beherrschten. Die Altstadt war herrlich belebt, viele Cafés luden zum Verweilen ein. In den Unterlagen waren Pläne mit einem Stadtrundgang, die für alle Paare reichten. Viele nutzen diese Vorlage für ihren individuellen Rundgang.
Montag, den 27. August 2012
Gleich nach dem Frühstück fuhren wir nach Schoppernau, wo wir mit unserer Bregenzerwaldcard per Kabinenbahn auf den über 2009 Meter hohen Diedamskopf fahren konnten. Auf dem Gipfel oder bis zur Zwischen- oder Talstation konnte jeder nach Lust und Vermögen wandern. In Almhütten und bei der Talstation wurde Verköstigung geboten. Die folgende Freizeit nutzen alle zur Erkundung des Ortes. Um 16 Uhr kamen einige Gäste zur von mir angebotenen Führung durch die Damülser Kirche. Nach dem Abendbrot bot das Heimkino einen Film über den Bregenzerwald.
Dienstag, den 28. August 2012
Annelie, die Hüterin des Heimatmuseums Bezau, hatte ab 9.30 Zeit für uns. Ihre engagierte und humorvolle Führung ging eine Stunde, dann fuhren wir zum Sonnendach, dem Bezauer Hausberg. Durch das tolle Wetter war an der örtlichen Kabinenbahn auf das Sonnendach riesiger Andrang, so dass trotz des Fassungsvermögens von 60 Personen pro Fuhre die Gruppe nicht gleich komplett wegkam und die letzten erst nach einer guten halben Stunde nach oben konnten. Nach ausgiebiger Bergzeit fuhren wir zur Schaukäserei in Andelsbuch, wo es einen Begrüßungsschnaps und zur Käseprobe viel Wissenswertes über die Käseherstellung zu erfahren gab. Abends lud das Hotel zum üppigen Bauernschmaus mit opulentem Dessertbuffet.
Mittwoch, den 29. August 2012
Pünktlich um halbneun startete der Bus nach Chur, wo wir gegen 10.15 Uhr eintrafen. Da der Zug erst um 11.08 Uhr abfuhr, konnte man das überschaubare Städtchen mit großer Vergangenheit erkunden. Höhepunkt war natürlich die Kathedrale dieses ersten Bischofssitzes nördlich der Alpen, eine romanische Pfeilerbasilika mit staufischen Knospenkapitellen. Auf der Bahnstrecke nach Arosa gab es allerdings eine Havarie, wegen der wir mit einem Postbus direkt nach Arosa fahren mussten. Dies erwies sich als großer Glücksfall, weil wir dadurch noch eine weitere Strecke und vor allem viele schöne Walserorte sehen konnten, was aus dem Zug nicht möglich gewesen wäre. Die Rückfahrt mit dem Arosaexpress durch enge Kurven, Tunnel und Anstiege brachte grandiose Ausblicke. Auch diesmal gab es einen Zwischenfall. Ein Rad des hintersten Waggons hatte eine so genannte Flachstelle und schlug lautstark im Dampfroßsound, so dass dieser Wagen der 1. Klasse geräumt und abgehängt werden musste. Das brachte einige langsame Fahrpassagen und etwas Verzögerung, aber stets mit tollen Ausblicken auf die Bergwelt und begleitet vom fröhlichen Gesang einer italienischen Damengruppe. Gegen 19 Uhr konnten alle nach diesem langen Tag das reichhaltige Abendessen genießen.
Donnerstag, den 30. August 2012
Um dreiviertelneun Uhr startete bei durchwachsenem Wetter unter fachkundiger Führung von Hans der Bus zur Vierpässetour. Von Damüls ging es über das Faschinajoch (1487 Meter) ins Große Walsertal nach Fontanella und Thüringen. Letzterer Ort ist durch den Schiffskranbau der Firma Hilti durchaus industriell unterwegs, aber traditionell herrschen immer noch Obst- und Gemüseanbau vor. Langsam entwickelt sich auch hier der Tourismus. Über Gallenkirch ging es durchs Montafongebiet. Die Route ging weiter zur Silvrettastraße mit ihren endlos scheinenden Kehren. Die Serpentine schlängelte sich vorbei am Vermuntsee (1743 Meter) zum Silvrettasee (2030 Meter), von dessen Staumauer wir einen guten Blick auf den höchsten Berg Vorarlbergs, den Piz Buin hatten, der genau zwei Kilometer höher als unser schöner Fichtelberg ist. Nun wechselten wir ins Patznauntal nach Galltür in Tirol. Durch die Lechtaler Alpen hindurch fuhren wir auf der Autobahn nach St. Anton, wo wir auf einem Parkplatz an der Bergbahn die letzte Pause einlegten. Durch Zürs am Flechsenpass (1773 Meter) und Lech ging es zum Klostertal. Blicke wiesen ins kleine Walsertal. Zum Schluss fuhren wir dann durch Schoppernau vorbei am Diedamskopf ins Hotel.
Freitag, den 31. August 2012
Da notwendigerweise unser Busfahrer seinen freien Tag einlegen musste, stand die Fahrt mit der Ugabahn auf die Mittagspitze auf dem Programm. Leider verkehrte wegen anhaltenden Dauerregens die Bahn überhaupt nicht. Auch ein für abends auf der Mittagspitze geplantes Konzert mit dem Damülser Blasorchester musste daher in den Gemeindesaal verlegt werden. Manche Gäste fuhren mit Linienbussen in größere Ortschafen im Tal, wie Sonntag oder Thüringen. Auch machten mehrere vom Angebot des Hotels Gebrauch, mit einer anderen Busgesellschaft nach der günstigen Buskarte zu Mittag zu speisen und man sah viele bei Regenpausen im Ort ausschwärmen. Sauna und Schwimmbad konnten auch genutzt werden. Um 15 Uhr gab es heißen Apfelstrudel zum Kaffee. Zum Abendessen, das quasi als Abschiedsveranstaltung wahrgenommen wurde, spendierte Gemeinsam schöner Reisen den Gästen einen lokaltypischen Drink, der nach dem langen Regentag gern zur allgemeinen Aufheiterung angenommen wurde. Einige Gäste saßen anschließend noch beieinander, andere gingen in den nahe gelegenen Gemeindesaal zum Konzert.
Sonnabend, den 01. September 2012
Da laut Internet wegen des Ferienendes in Sachsen mehrere Baustellenstaus zu befürchten waren, legten wir das Kofferladen mit anschließender Abfahrt auf 8 Uhr, was allen Gästen recht war, weil nun doch der Drang heimzukommen einsetzte. Die größere Mittagspause erfolgte auf dem Rasthof Kammerlander Land. Insgesamt darf wohl bilanziert werden, dass alle sehr zufrieden waren. Das Hotel samt Personal war Spitze und für diese Tour gut geeignet. Der Bus war gut, sein Fahrer, Herr Kersten Rutloff, hervorragend. Einen derart umsichtigen und engagierten Kollegen mit so vollendeten Umgangsformen wünscht man sich als Gast und Reiseleiter.
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