Große Kaukasus–Rundreise mit Aserbaidschan, Georgien und Armenien
Reisebericht: 20.09. – 04.10.2026
Drei Länder, drei Kulturen und eine faszinierende Landschaft: Auf unserer Reise durch Aserbaidschan, Georgien und Armenien entdecken wir den Großen Kaukasus mit all seinen Facetten.
Ein Reisebericht von
Mareike Schmidt
Flug nach Baku
Unsere Reise nach Aserbaidschan begann in Dresden, wo ich mich zunächst mit sechs Gästen traf. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg zum Flughafen und flogen nach Frankfurt. Dort angekommen, blieb uns noch genügend Zeit, um in Ruhe etwas zu essen, uns ein wenig auszuruhen oder durch die Geschäfte zu bummeln.
Nach und nach trafen wir uns wieder, und schon bald war unsere Reisegruppe fast vollständig. Zwei Gäste sowie unser Reiseleiter Ismail erwarteten uns bereits in Baku, sodass der Vorfreude auf die kommenden Tage nichts mehr im Wege stand. Schließlich hieß es auch für uns: einsteigen und abheben! Gut gelaunt machten wir es uns im Flugzeug gemütlich und ließen die Vorfreude auf unsere gemeinsame Reise immer größer werden.
Vor uns lagen spannende Tage in einem für viele von uns noch unbekannten Land. Wir waren gespannt auf Baku, die faszinierende Landschaft Aserbaidschans, die herzlichen Begegnungen und natürlich auf all die besonderen Erlebnisse, die uns auf unserer Reise erwarten würden.
Stadtführung in Baku – Weinverkostung
In der Nacht erreichten wir schließlich Baku und waren nach der langen Anreise vor allem eines: müde und voller Vorfreude auf unser Hotel und ein richtiges Bett. Nach einer zwar kurzen, aber erholsamen Nacht machten wir uns am nächsten Morgen auf, um die Hauptstadt Aserbaidschans zu erkunden. Baku liegt am Kaspischen Meer und verbindet auf faszinierende Weise jahrhundertealte Geschichte mit moderner Architektur. Besonders beeindruckend ist der Kontrast zwischen der historischen Altstadt und der modernen Skyline mit ihren markanten Hochhäusern.
Leider war aufgrund des bevorstehenden Formel-1-Rennens bereits vieles abgesperrt, sodass wir unsere Besichtigung teilweise etwas umplanen mussten. Doch davon ließen wir uns die gute Laune nicht verderben und versuchten, das Beste aus der Situation zu machen.
Unser erster Rundgang führte uns durch die Altstadt von Baku, das sogenannte İçərişəhər, was übersetzt „Innere Stadt“ bedeutet. Hinter den historischen Festungsmauern erwartete uns ein Gewirr aus engen Gassen, kleinen Innenhöfen und beeindruckenden Bauwerken. Die Altstadt gehört gemeinsam mit dem Mädchenturm und dem Palast der Schirwanschahs zum UNESCO-Welterbe und vermittelt mit ihren historischen Gebäuden das Gefühl, in eine andere Zeit einzutauchen.
Anschließend spazierten wir zur „Kleinen Venedig“ – Little Venice – an der Uferpromenade von Baku. Die kleine, künstlich angelegte Wasserlandschaft mit ihren Kanälen, Inseln und Brücken erinnert tatsächlich ein wenig an die berühmte italienische Lagunenstadt. Besonders schön war der Kontrast zwischen dem ruhigen Wasser und der modernen Kulisse Bakus am Kaspischen Meer.
Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt ist der Mädchenturm, der sogenannte Qız Qalası. Der fast 30 Meter hohe steinerne Turm zählt zu den bekanntesten Symbolen Bakus. Seine genaue Entstehungsgeschichte ist bis heute nicht vollständig geklärt: Während Teile der Anlage auf deutlich ältere Strukturen zurückgehen könnten, wird der heutige Turm mit dem 12. Jahrhundert in Verbindung gebracht. Um seine ursprüngliche Funktion ranken sich bis heute verschiedene Theorien und Legenden.
Danach besichtigten wir den beeindruckenden Palast der Schirwanschahs. Der im 15. Jahrhundert entstandene Palastkomplex war einst das politische und kulturelle Zentrum der Schirwanschahs, nachdem Baku zur Hauptstadt des Herrscherhauses geworden war. Zum weitläufigen Ensemble gehören unter anderem der Palast selbst, mehrere Innenhöfe, eine Moschee, ein Mausoleum, ein Badehaus und die sogenannte Divankhana. Die Bauwerke aus dem warmen, goldfarbenen Kalkstein vermitteln einen eindrucksvollen Eindruck vom mittelalterlichen Baku. Auch der Palast gehört zum UNESCO-Welterbe.
Nach so vielen Eindrücken war es Zeit für eine wohlverdiente Mittagspause. Direkt am Palast ließen wir uns etwas schmecken und konnten dabei ein wenig verschnaufen, bevor unser abwechslungsreiches Programm weiterging.
Am Nachmittag erwartete uns noch ein besonderer Genuss: eine Weinverkostung bei „Savalan“. Die Weinkellerei wurde 2007 gegründet und gehört heute zu den bekannten Weinproduzenten Aserbaidschans. Die Weinberge von Savalan liegen im Kaukasusvorland bei Qəbələ auf rund 400 Metern Höhe. Bei unserer Verkostung probierten wir ausgewählte Weine und erfuhren dabei mehr über den Weinbau und die verschiedenen Rebsorten des Landes. Dazu wurden uns kleine Köstlichkeiten gereicht – eine wunderbare Gelegenheit, Aserbaidschan auch kulinarisch kennenzulernen.
Zum Abschluss unseres ereignisreichen Tages besuchten wir noch einen Aussichtspunkt im Highland Park. Von hier oben eröffnete sich uns ein fantastischer Blick über Baku, die weitläufige Bucht des Kaspischen Meeres, die Uferpromenade und die moderne Skyline mit den berühmten Flame Towers. Nach unserem ersten Tag in der aserbaidschanischen Hauptstadt konnten wir so noch einmal auf die Stadt hinabblicken und die vielen Eindrücke auf uns wirken lassen.
Am Abend kehrten wir schließlich in unser Hotel zurück und ließen den Tag bei einem gemeinsamen Abendessen gemütlich ausklingen. Hinter uns lag ein langer, aber unglaublich abwechslungsreicher erster Tag in Baku.
Ausflug zum Gobustan–Nationalpark – Schlammvulkane – Ausflug zur Absheron Halbinsel
Nach einer längeren Nacht freuten wir uns auf den neuen Tag und waren wieder voller Energie. Dabei lernten wir auch unseren neuen Reiseleiter Abbas kennen, der uns von nun an durch die nächsten Etappen unserer Reise begleiten sollte.
Zunächst fuhren wir mit unserem Bus zu einer Tankstelle. Von dort ging es für uns mit mehreren Taxis weiter zu den Schlammvulkanen. Aserbaidschan gilt als eines der Länder mit den meisten Schlammvulkanen weltweit – rund 350 sind hier bekannt. Anders als klassische Vulkane treten hier Schlamm, Wasser und Gase aus dem Untergrund an die Oberfläche. Die blubbernden Schlammlöcher und die karge Landschaft wirkten beinahe wie eine kleine Mondlandschaft und boten einen ganz besonderen Anblick.
Anschließend fuhren wir wieder zurück zu unserem Bus und weiter zum Gobustan-Nationalpark. Das UNESCO-Welterbe ist vor allem für seine prähistorischen Felszeichnungen bekannt. Mehr als 6.000 Petroglyphen zeugen hier von menschlichem Leben über einen Zeitraum von vielen Jahrtausenden. Zu sehen sind unter anderem Menschen, Tiere, Jagdszenen, Boote und Tänze. Wir tauchten ein in die faszinierende Welt und bekamen einen Eindruck davon, wie die Menschen in dieser Region einst lebten.
Nach unserer Besichtigung erwartete uns noch eine kleine kulinarische Überraschung: frisch zubereitete Gutabs. Die dünnen, halbmondförmigen Teigtaschen gehören zu den traditionellen Spezialitäten Aserbaidschans und werden auf einer heißen Metallplatte, dem sogenannten Saj, gebacken. Je nach Variante werden sie beispielsweise mit Kräutern oder Fleisch gefüllt. Frisch und noch warm schmeckten sie uns besonders gut und waren eine wunderbare Gelegenheit, die lokale Küche kennenzulernen.
Weiter ging unsere Fahrt zum Feuerberg Yanardag, dessen Name übersetzt „brennender Berg“ bedeutet. Hier tritt aus dem Untergrund Erdgas aus, das sich an der Oberfläche entzündet und für die charakteristischen natürlichen Flammen sorgt. Selbst heute brennen die Flammen hier dauerhaft und erinnern daran, warum Aserbaidschan schon seit Jahrhunderten als „Land des Feuers“ bekannt ist.
Nicht weit entfernt besuchten wir anschließend den Feueranbeter-Tempel Ateshgah. Der heutige Tempelkomplex entstand im 17. und 18. Jahrhundert und wurde insbesondere von aus Indien stammenden Anhängern des Zoroastrismus als Kultstätte genutzt. Die natürlichen Gasflammen, die einst an diesem Ort aus dem Boden traten, wurden als heilig verehrt. Heute ist Ateshgah ein Freilichtmuseum und vermittelt eindrucksvoll die Geschichte der Feuerverehrung in dieser Region.
Auf dem Weg zurück nach Baku legten wir noch einen kurzen Stopp bei den Ölbohrungen ein. Erdöl hat die Geschichte Bakus und Aserbaidschans maßgeblich geprägt. Bereits 1846 wurde in Bibi-Heybat die weltweit erste industriell gebohrte Ölquelle erschlossen. Der anschließende Ölboom machte Baku zu einem der bedeutendsten Erdölzentren der Welt und veränderte das Gesicht der Stadt nachhaltig.
Zum Abschluss unseres ereignisreichen Tages erwartete uns noch ein architektonischer Höhepunkt: das Heydar-Aliyev-Zentrum. Schon von außen beeindruckte uns das außergewöhnliche Gebäude mit seinen geschwungenen, fließenden Formen. Entworfen wurde es von der berühmten Architektin Zaha Hadid und 2012 eröffnet. Im Inneren beherbergt das Zentrum verschiedene Ausstellungen, unter anderem zur Geschichte Aserbaidschans, Kunst sowie eine Miniaturausstellung bedeutender Sehenswürdigkeiten des Landes. Die außergewöhnliche Architektur machte den Besuch zu einem ganz besonderen Abschluss unseres Tages.
Nach so vielen Eindrücken freuten wir uns schließlich auf ein gemütliches Abendessen. In einem lokalen Restaurant, das nur wenige Minuten von unserem Hotel entfernt lag, ließen wir den erlebnisreichen Tag gemeinsam ausklingen.
Weiterreise von Baku nach Shamaki und Sheki
Am heutigen Tag hieß es Abschied nehmen von Baku. Nach den erlebnisreichen Tagen in der aserbaidschanischen Hauptstadt machten wir uns auf den Weg Richtung Norden und freuten uns darauf, nun auch die Landschaften und historischen Orte außerhalb Bakus kennenzulernen. Unser Ziel war Sheki, eine Stadt am Fuße des Großen Kaukasus, die einst eine bedeutende Station an der Seidenstraße war.
Unser erster Halt führte uns zum beeindruckenden Diri-Baba-Mausoleum. Das zweigeschossige Mausoleum wurde 1402 im Auftrag des Schirwanschahs Ibrahim I. errichtet und gilt als bedeutendes Beispiel der Schirwan-Abşeron-Architektur. Besonders faszinierend ist seine Lage: Das helle Bauwerk wurde direkt an einen Felsen gebaut und scheint regelrecht mit der Landschaft zu verschmelzen. Über Jahrhunderte war der Ort auch ein Pilgerziel, um den sich zahlreiche Legenden um den verehrten Scheich Diri Baba ranken.
Weiter ging unsere Fahrt nach Shamakhi, eine der ältesten und historisch bedeutendsten Städte Aserbaidschans. Hier besichtigten wir die Juma-Moschee, die als älteste Moschee Aserbaidschans gilt. Bereits im Jahr 743 soll an dieser Stelle eine Moschee errichtet worden sein. Das heutige Gebäude wurde nach mehreren Zerstörungen und Erdbeben immer wieder aufgebaut, zuletzt umfassend restauriert. Trotz ihrer bewegten Geschichte strahlt die Moschee eine besondere Ruhe und Würde aus.
Anschließend besuchten wir den Friedhofskomplex Yeddi Gumbaz, die „Sieben Kuppeln“. Auf einem grünen Hügel gelegen, bietet die Anlage zugleich einen schönen Blick über Shamakhi. Die Mausoleen gehören zur Familie des letzten Herrschers des Schirwan-Khanats und sind typische Beispiele der regionalen Schirwan-Architektur. Auch wenn heute nicht mehr alle der ursprünglich sieben Grabmäler vollständig erhalten sind, vermittelt der Ort einen eindrucksvollen Eindruck von der Geschichte und den Herrschern dieser Region.
Nach diesen historischen Eindrücken legten wir unterwegs eine Mittagspause ein und konnten uns für die Weiterfahrt stärken. Vor uns lag noch ein gutes Stück Weg, denn unser Ziel Sheki befand sich bereits am Fuße des Großen Kaukasus.
Schließlich erreichten wir Sheki – und sofort war ein deutlicher Unterschied zu Baku zu spüren. Die Stadt liegt eingebettet in eine grüne, bewaldete Berglandschaft und ist geprägt von kleinen Gassen, traditionellen Häusern, Handwerksbetrieben und historischen Gebäuden. Sheki war einst ein wichtiger Handelsplatz an der Seidenstraße und verdankte seinen Wohlstand vor allem dem Seidenhandel. Das historische Zentrum mit dem Khan-Palast gehört seit 2019 zum UNESCO-Welterbe.
Bei unserem Rundgang durch die Altstadt besichtigten wir zunächst den berühmten Palast der Khane von Sheki. Der Palast entstand im 18. Jahrhundert und diente den Khans als Residenz. Besonders beeindruckend waren die prachtvollen Wandmalereien und die kunstvollen Shabaka-Fenster. Bei dieser traditionellen Handwerkskunst werden kleine farbige Glasstücke in filigrane Holzgittern eingesetzt – ganz ohne Nägel oder Leim. Durch das einfallende Licht entsteht im Inneren ein faszinierendes Farbenspiel.
Passend dazu besuchten wir anschließend eine Shabaka-Werkstatt. Dort konnten wir hautnah erleben, wie viel Geduld, Geschick und Präzision hinter dieser traditionellen Handwerkskunst steckt. Jedes einzelne Element wird sorgfältig gefertigt und anschließend zu kunstvollen geometrischen Mustern zusammengesetzt. Es war schön zu sehen, dass diese jahrhundertealte Tradition in Sheki bis heute weitergeführt wird.
Danach führte uns unser Rundgang zu einer der historischen Karawansereien. Sheki war aufgrund seiner Lage an den Handelswegen zwischen Europa und Asien ein wichtiger Umschlagplatz für Händler und Reisende. Die großen Karawansereien dienten den Handelsreisenden als Unterkunft und boten Schutz für Menschen, Tiere und Waren. Besonders die erhaltene Karawanserei mit ihrem großen Innenhof ließ uns erahnen, wie geschäftig es hier einst zu Zeiten der Seidenstraße zugegangen sein muss.
Während unseres Bummels durch die Altstadt nutzten einige Gäste die Gelegenheit, noch eine Postkarte zu kaufen und direkt von Sheki aus nach Hause zu schicken. Ein kleines Souvenir, das nach unserer Reise hoffentlich für lange Zeit an diese besonderen Tage im Kaukasus erinnern wird.
Zum Abschluss unseres Besichtigungsprogramms fuhren wir noch in das nahe gelegene Dorf Kish. Schon die Fahrt dorthin wurde zu einem kleinen Erlebnis, denn wir stiegen auf alte Ladas um, die uns durch die Landschaft bis zum Dorf brachten. Dort besichtigten wir die historische Kirche von Kish, die als eines der bedeutendsten Zeugnisse der kaukasischen Albanien gilt. Der Kern der heutigen Kirche wird mit dem 1. Jahrhundert n. Chr. in Verbindung gebracht, und archäologische Untersuchungen haben sogar Hinweise auf eine wesentlich ältere Nutzung des Ortes gefunden. Heute beherbergt die Kirche ein kleines Museum zur Geschichte des kaukasischen Albanien.
Nach diesem abwechslungsreichen Tag kehrten wir nach Sheki zurück und fuhren direkt zum Abendessen. Anschließend bezogen wir unser Hotel, das sich mitten in der historischen Altstadt befand – der perfekte Ort, um die besondere Atmosphäre von Sheki auch am Abend noch einmal auf uns wirken zu lassen. Bei Livemusik im Hotel ließen wir den Tag gemütlich ausklingen und blickten auf einen Tag voller Geschichte, Handwerkskunst und besonderer Begegnungen zurück.
Basar von Sheki – Grenzübertritt nach Georgien – Weinregion Kachetien
Nach dem Frühstück nutzten wir die letzten Stunden in Sheki noch für einen kleinen Bummel über den Basar. Zwischen den verschiedenen Ständen mit frischem Obst und Gemüse, Gewürzen, Süßigkeiten und regionalen Produkten konnten wir noch einmal die besondere Atmosphäre der Stadt genießen und vielleicht das eine oder andere kleine Andenken entdecken.
Anschließend hieß es endgültig Abschied nehmen von Aserbaidschan. Wir machten uns auf den Weg zur Grenze und verließen damit das erste Land unserer großen Kaukasusreise. Nach den Grenzformalitäten erreichten wir schließlich Georgien – und wurden dort herzlich von unserer neuen Reiseleiterin Maka empfangen. Ein schöner Start in unseren nächsten Reiseabschnitt!
Nach der Ankunft in Georgien hatten wir zunächst Gelegenheit, Geld zu wechseln, bevor wir unsere Fahrt fortsetzten. Unser nächstes Ziel war das Weingut Marani, wo uns ein ganz besonderer kulinarischer Nachmittag erwartete. Georgien gilt als eines der ältesten Weinländer der Welt und blickt auf eine jahrtausendealte Weintradition zurück. Der traditionelle georgische Wein wird häufig in sogenannten Qvevri hergestellt – großen, im Boden vergrabenen Tongefäßen, in denen der Wein vergoren und gelagert wird.
Auf dem Weingut durften wir jedoch nicht nur zuschauen, sondern selbst aktiv werden. Gemeinsam konnten wir traditionelles georgisches Brot backen und bei der Zubereitung von Khinkali helfen. Die gefüllten Teigtaschen gehören zu den bekanntesten Spezialitäten der georgischen Küche. Sie werden meist mit einer würzigen Fleischfüllung zubereitet und zu kleinen, kunstvoll gefalteten Säckchen geformt. Besonders viel Spaß machte es, selbst Hand anzulegen und unsere eigenen Khinkali herzustellen.
Anschließend wurden wir mit einem ausgezeichneten Mittagessen belohnt. Bei den verschiedenen georgischen Spezialitäten konnten wir uns durch die traditionelle Küche des Landes probieren und die gemütliche Atmosphäre des Weinguts genießen. Für viele von uns war dieser gemeinsame Koch- und Essenserlebnis ein besonders schöner Einstieg in Georgien.
Gut gestärkt besuchten wir anschließend das Museum des georgischen Dichters und Fürsten Alexander Tschawtschawadse in Tsinandali. Das ehemalige Familienanwesen gehört zu den bedeutendsten historischen Orten Georgiens. Tschawtschawadse lebte im 19. Jahrhundert und war nicht nur Dichter, sondern auch Diplomat und eine wichtige Persönlichkeit des georgischen Kulturlebens. Das Anwesen ist von einem weitläufigen Garten umgeben und eng mit der georgischen Weintradition verbunden – hier entstand bereits im 19. Jahrhundert ein bedeutendes Weingut nach europäischen Methoden.
Auf dem Weg zu unserem Hotel legten wir noch einen kurzen Stopp an einem Supermarkt ein. So konnten sich die Gäste mit Getränken und kleinen Snacks für die kommenden Tage eindecken.
Schließlich erreichten wir unser Hotel – und dieses Mal waren wir sogar vergleichsweise früh da! Nach den vielen ereignisreichen Tagen tat es gut, einmal etwas Zeit zur freien Verfügung zu haben. Einige Gäste nutzten die Gelegenheit, im Pool zu entspannen und ein paar Bahnen zu schwimmen. Endlich blieb auch einmal Zeit, einfach die Seele baumeln zu lassen und die Eindrücke des Tages in Ruhe auf sich wirken zu lassen. Wer danach noch hungrig war, konnte sich im Hotel noch eine Kleinigkeit zu essen bestellen. So ließen wir unseren ersten Tag in Georgien ganz entspannt ausklingen.
Alaverdi – Ananuri – Kazbegi
Unser heutiger Tag begann mit einem Besuch der beeindruckenden Alawerdi-Kathedrale. Das imposante Gotteshaus liegt im fruchtbaren Alasani-Tal in der Region Kachetien und zählt zu den bedeutendsten Sakralbauten Georgiens. Die Ursprünge des Klosters reichen bis ins 6. Jahrhundert zurück, als der syrische Mönch Joseph Alawerdeli hier ein Kloster gründete. Die heutige Kathedrale entstand im 11. Jahrhundert und beeindruckt mit ihrer für Georgien typischen schlichten, aber zugleich monumentalen Architektur. Umgeben von einer Wehrmauer und der weiten Landschaft Kachetiens strahlte der Ort eine ganz besondere Ruhe aus.
Anschließend setzten wir unsere Fahrt in Richtung Großer Kaukasus fort. Immer abwechslungsreicher wurde die Landschaft, und schließlich legten wir einen Fotostopp am Schinwali-Stausee ein. Der Stausee entstand durch die Aufstauung des Flusses Aragwi und versorgt unter anderem die Region Tiflis mit Wasser. Eingebettet zwischen grünen und bewaldeten Berghängen bot sich uns ein wunderschönes Panorama. Natürlich durfte hier ein Erinnerungsfoto nicht fehlen, bevor wir unsere Fahrt fortsetzten.
Unser nächster Halt führte uns zur Wehrkirche von Ananuri, die malerisch oberhalb des Aragwi-Stausees liegt. Die befestigte Anlage stammt größtenteils aus dem 16. und 17. Jahrhundert und war einst Sitz der Aragwi-Fürsten. Besonders beeindruckend sind die kunstvollen Steinmetzarbeiten an der Fassade sowie die Lage der Anlage direkt am Wasser. Hinter den mächtigen Mauern konnten wir uns gut vorstellen, welche Bedeutung dieser strategisch günstig gelegene Ort einst hatte. Heute gehört Ananuri zu den bekanntesten historischen Sehenswürdigkeiten Georgiens und ist ein beliebtes Fotomotiv.
Nach so vielen Eindrücken war es Zeit für eine Mittagspause. Wir nutzten die Gelegenheit, uns mit verschiedenen georgischen Leckereien zu versorgen. Einige probierten sich durch das Angebot des örtlichen Supermarktes, andere holten sich etwas Frisches beim Bäcker. So konnten wir ganz unkompliziert weitere Spezialitäten des Landes kennenlernen und uns für die Weiterfahrt stärken.
Danach ging es weiter entlang der berühmten Georgischen Heerstraße. Die historische Route verbindet Tiflis mit dem Norden Georgiens und führt über den Großen Kaukasus bis nach Russland. Je höher wir kamen, desto eindrucksvoller wurde die Berglandschaft.
Schließlich erreichten wir das Denkmal der russisch-georgischen Freundschaft, das auch als Gudauri-Panorama bekannt ist. Das 1983 errichtete Monument erinnert offiziell an die 200-jährige Freundschaft zwischen Georgien und Russland. Besonders beeindruckend ist heute jedoch vor allem die Lage des Denkmals: Von der halbkreisförmigen Aussichtsplattform eröffnet sich ein spektakulärer Blick über die tief eingeschnittenen Täler und die gewaltige Bergwelt des Kaukasus. Bei diesem Panorama wurde uns einmal mehr bewusst, wie beeindruckend die Landschaft Georgiens ist.
Mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck setzten wir unsere Fahrt fort und erreichten schließlich unser Hotel. Nach dem Check-in konnten wir uns etwas erholen und den Tag entspannt ausklingen lassen. Am Abend erwartete uns noch ein schmackhaftes gemeinsames Abendessen im Hotel.
Gergeti – Mzcheta – Tbilisi
Am heutigen Tag stand eines der großen Highlights unserer Reise auf dem Programm: die Gergeti-Dreifaltigkeitskirche. Schon beim Frühstück konnten wir den Blick kaum von der beeindruckenden Berglandschaft abwenden. Die majestätischen Gipfel des Großen Kaukasus und vor allem der mächtige Kasbek zogen uns in ihren Bann. Die Vorfreude auf unseren Ausflug war so groß, dass wir uns nur schwer auf unser Frühstück konzentrieren konnten.
Dann ging es endlich los! Mit Geländewagen machten wir uns auf den Weg hinauf zur berühmten Dreifaltigkeitskirche, die auf rund 2.170 Metern Höhe malerisch auf einem Bergrücken thront. Die im 14. Jahrhundert errichtete georgisch-orthodoxe Kirche zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen des Landes. Ihre schlichte, steinerne Architektur bildet einen faszinierenden Kontrast zur gewaltigen Bergwelt, die sie umgibt. Schon die Auffahrt war ein Erlebnis, doch oben angekommen, erwartete uns ein Anblick, der uns alle tief beeindruckte.
Und wir hatten tatsächlich großes Glück mit dem Wetter! Der majestätische Kasbek zeigte sich uns beinahe in seiner ganzen Pracht. Mit seinen 5.054 Metern zählt er zu den höchsten Bergen Georgiens und bildet eine spektakuläre Kulisse für die kleine Kirche. Gemeinsam genossen wir diesen einmaligen Ausblick, machten zahlreiche Fotos und ließen die besondere Atmosphäre auf uns wirken. Es war einer dieser Momente, in denen man am liebsten einfach stehen bleiben und die Schönheit der Natur in sich aufnehmen möchte. Entsprechend schwer fiel es uns, diesen außergewöhnlichen Ort wieder zu verlassen.
Doch unsere Reise führte uns weiter durch die eindrucksvolle Bergwelt des Kaukasus. Unterwegs hielten wir bei den Mineralbergen, deren farbenfrohe Gesteinsformationen und mineralischen Ablagerungen einen spannenden Kontrast zur grünen Landschaft bildeten. Auch am Friedhof legten wir einen Stopp ein und erhielten einen weiteren Einblick in die Region und ihre Traditionen.
Leider wurde unsere Weiterfahrt durch einen Unfall und eine gesperrte Brücke verzögert, sodass wir eine Weile im Stau ausharren mussten. Dadurch erreichten wir unsere nächste Station erst am Nachmittag. Umso mehr freuten wir uns auf die herzliche Begegnung mit einer einheimischen Familie, bei der bereits ein spätes Mittagessen auf uns wartete.
Schon bei unserer Ankunft wurden wir mit georgischer Herzlichkeit empfangen. Der Gastgeber begrüßte uns mit Musik und traditionellen Trinksprüchen, die in Georgien einen ganz besonderen Stellenwert haben. Bei einem gemeinsamen Essen lernten wir die georgische Gastfreundschaft von ihrer schönsten Seite kennen. Natürlich durfte auch Chacha nicht fehlen – der traditionelle georgische Tresterbrand, der aus den Rückständen der Weinherstellung gewonnen wird. Einige unserer Gäste ließen es sich nicht nehmen, einen Schluck dieser kräftigen Spezialität zu probieren. Es wurde gegessen, angestoßen und gelacht, und trotz der verspäteten Ankunft entstand eine wunderbar gesellige Atmosphäre.
Nach diesem herzlichen Erlebnis machten wir uns auf den Weg zum Dschwari-Kloster bei Mzcheta. Das Kloster thront auf einem Hügel oberhalb des Zusammenflusses von Aragwi und Kura und bietet einen herrlichen Blick auf die historische Stadt und die umliegende Landschaft. Das im frühen 7. Jahrhundert errichtete Kloster gilt als herausragendes Beispiel frühmittelalterlicher georgischer Architektur und gehört gemeinsam mit den historischen Kirchen von Mzcheta zum UNESCO-Welterbe. Der Ort ist nicht nur architektonisch beeindruckend, sondern besitzt auch eine große religiöse und historische Bedeutung für Georgien.
Nach diesem letzten kulturellen Höhepunkt des Tages setzten wir unsere Fahrt nach Tbilisi fort, der lebendigen Hauptstadt Georgiens. Hier würden wir die kommenden Nächte verbringen. Am Abend genossen wir noch ein Getränk mit einem wunderschönen Blick über Tbilisi.
Geführter Stadtrundgang in Tbilisi – Hauptstadt Georgiens
Am heutigen Tag stand ein ausführlicher Stadtrundgang zu Fuß durch Tbilisi auf unserem Programm. Die georgische Hauptstadt ist eine faszinierende Mischung aus jahrhundertealter Geschichte, orientalisch geprägten Altstadtgassen, prächtigen Kirchen und modernem Stadtleben. Immer wieder eröffnen sich dabei neue Perspektiven auf die Stadt und den Fluss Kura, der sich durch Tbilisi schlängelt.
Unser erster Halt war die Metechi-Kirche, die malerisch auf einem Felsen oberhalb des Flusses Kura thront. Die heutige Kirche stammt im Wesentlichen aus dem 13. Jahrhundert und wurde auf den Fundamenten älterer Bauwerke errichtet. Direkt vor der Kirche steht das Reiterstandbild des Königs Wachtang Gorgassali, der als Gründer Tbilisis gilt. Leider konnten wir die Kirche aufgrund eines Gottesdienstes nicht von innen besichtigen. Dennoch war allein der Blick auf das historische Ensemble und die Lage über dem Fluss beeindruckend.
Anschließend ging es mit der Seilbahn hinauf zur Festung Narikala. Schon während der Fahrt konnten wir einen wunderschönen Blick über die Dächer der Altstadt und den Fluss genießen. Die Festung gehört zu den ältesten Wahrzeichen Tbilisis; erste Befestigungsanlagen sollen bereits im 4. Jahrhundert bestanden haben. Von den historischen Mauern bot sich uns schließlich ein fantastischer Panoramablick über die gesamte Stadt.
Nur wenige Schritte entfernt erwartete uns die „Mutter Georgiens“, die imposante Statue Kartlis Deda. Die rund 20 Meter hohe Figur wurde 1958 vom georgischen Bildhauer Elguja Amashukeli geschaffen und ist heute eines der bekanntesten Symbole Tbilisis. In der einen Hand hält sie eine Schale mit Wein als Zeichen der georgischen Gastfreundschaft, in der anderen ein Schwert – als Symbol der Bereitschaft, die Heimat zu verteidigen. Ein schöneres Sinnbild für die georgische Kultur und ihre besondere Mischung aus Herzlichkeit und Stärke könnte man sich kaum vorstellen.
Danach schlenderten wir durch die verwinkelten Gassen der Altstadt. Tbilisis historisches Zentrum ist geprägt von kleinen Innenhöfen, traditionellen Häusern mit hölzernen Balkonen, alten Kirchen und gemütlichen Cafés und Restaurants. Schon seit Jahrhunderten ist die Gegend ein wichtiger Handels- und Treffpunkt der Stadt. Wir ließen uns durch die Gassen treiben und legten hier auch unsere Mittagspause ein.
Anschließend kamen wir am berühmten Glockenturm des Puppentheaters von Rezo Gabriadze vorbei. Der ungewöhnlich schiefe Turm mit seiner fantasievollen Gestaltung ist längst zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden. Zu jeder vollen Stunde öffnet sich oben eine kleine Tür und ein Engel erscheint, um die Glocke zu schlagen. Zweimal täglich wird außerdem eine kurze Puppenszene mit dem Titel „Circle of Life“ aufgeführt. Wir hatten Gelegenheit, dieses liebevoll gestaltete und etwas märchenhafte Bauwerk zu bestaunen.
Unser Rundgang führte uns weiter zur Sioni-Kathedrale im historischen Stadtteil Kala. Die Ursprünge der Kirche reichen bis ins 6. beziehungsweise 7. Jahrhundert zurück. Durch zahlreiche Zerstörungen und Wiederaufbauten weist das Gebäude heute verschiedene historische Schichten auf. Besonders bedeutend ist das hier aufbewahrte Kreuz der heiligen Nino, die im 4. Jahrhundert maßgeblich zur Christianisierung Georgiens beigetragen haben soll.
Danach besichtigten wir die Anchiskhati-Kirche, die als älteste erhaltene Kirche Tbilisis gilt. Sie wurde bereits im 6. Jahrhundert errichtet und ist damit eng mit den Anfängen der Stadt verbunden. Ihren heutigen Namen erhielt sie im 17. Jahrhundert, nachdem eine bedeutende Ikone aus dem Kloster Ancha hierhergebracht worden war. Die schlichte, historische Architektur vermittelte noch einmal einen ganz besonderen Eindruck von der langen christlichen Tradition Georgiens.
Am Platz der Unabhängigkeit, dem heutigen Freiheitsplatz, endete schließlich unser Stadtrundgang. Der zentral gelegene Platz hat im Laufe seiner Geschichte mehrfach seinen Namen und sein Erscheinungsbild verändert. Heute wird er von der imposanten Säule mit der vergoldeten Statue des heiligen Georg geprägt, die seit 2006 über dem Platz thront.
Zum Abschluss unseres Besichtigungstages besuchten wir noch das Georgische Nationalmuseum. Das Museum vereint zahlreiche Sammlungen zur Geschichte und Kultur Georgiens und des Kaukasus – von archäologischen Funden aus der Steinzeit über mittelalterliche Kunst bis hin zu ethnografischen und numismatischen Sammlungen. Besonders freuten wir uns auf die deutsche Führung durch die Schatzkammer. Dort konnten wir kostbare Schmuckstücke, Gold- und Silberarbeiten sowie weitere bedeutende Kunstschätze bestaunen und noch einmal tief in die jahrtausendealte Geschichte Georgiens eintauchen.
Nach diesem abwechslungsreichen Tag fuhren wir mit dem Bus zurück zu unserem Hotel. Dort blieb uns noch etwas Zeit, um uns auszuruhen und frisch zu machen, bevor am Abend ein ganz besonderer Programmpunkt auf uns wartete.
Wir fuhren zum Restaurant Tsiskvili, das nicht nur für seine traditionelle georgische Küche, sondern auch für sein besonderes Ambiente und sein tägliches Folkloreprogramm bekannt ist. Bei einem leckeren Abendessen konnten wir verschiedene Spezialitäten genießen, während uns traditionelle georgische Tänze und Gesänge präsentiert wurden. Die kraftvollen Tänze, die mehrstimmigen Gesänge und die temperamentvolle Musik waren ein wunderbarer Abschluss unseres Tages und ließen uns die georgische Kultur noch einmal ganz unmittelbar erleben. So ging ein langer, aber unglaublich abwechslungsreicher Tag in Tbilisi mit vielen schönen Eindrücken zu Ende.
Ausflug nach Gori und Uplisziche
Am heutigen Tag erwartete uns noch einmal ein abwechslungsreiches Programm, das uns tief in die Geschichte Georgiens führte. Zunächst machten wir uns auf den Weg nach Mtskheta, der ehemaligen Hauptstadt des Landes, wo wir die beeindruckende Swetizchoweli-Kathedrale besichtigten.
Die Kathedrale zählt zu den bedeutendsten Sakralbauten Georgiens und ist bis heute das religiöse Zentrum der georgisch-orthodoxen Kirche. Der heutige Bau entstand im 11. Jahrhundert zwischen 1010 und 1029 an der Stelle einer älteren Kirche aus dem 4. Jahrhundert. Besonders beeindruckten uns die kunstvollen Steinornamente und die imposante Kuppel. Um die Kathedrale ranken sich zudem zahlreiche Legenden – eine der bekanntesten besagt, dass unter ihr die Tunika Jesu Christi begraben liegt. Gemeinsam mit dem Dschwari-Kloster und weiteren historischen Monumenten von Mtskheta gehört die Kathedrale seit 1994 zum UNESCO-Welterbe.
Nach diesen beeindruckenden Eindrücken ging unsere Fahrt weiter nach Gori. Die Stadt ist vor allem als Geburtsort Josef Stalins bekannt. Im Stalin-Museum erhielten wir einen Einblick in das Leben und Wirken des späteren sowjetischen Machthabers. Der Museumskomplex umfasst unter anderem das Geburtshaus Stalins, ein Ausstellungsgebäude und seinen persönlichen Eisenbahnwaggon. Die Ausstellung zeigt zahlreiche persönliche Gegenstände, Fotografien und Dokumente aus verschiedenen Lebensabschnitten. Seit 2010 gibt es zudem einen eigenen Raum, der sich mit den Repressionen während der Stalin-Zeit beschäftigt. Der Besuch war damit nicht nur historisch interessant, sondern bot auch Anlass, sich kritisch mit einem wichtigen und zugleich sehr dunklen Kapitel der europäischen Geschichte auseinanderzusetzen.
Nach diesem geschichtsträchtigen Besuch legten wir zunächst eine Mittagspause ein, bevor wir zu einem ganz besonderen Ort gelangten: der Höhlenstadt Uplisziche. Schon der erste Blick auf die in den Felsen gehauene Anlage war beeindruckend. Uplisziche zählt zu den ältesten Siedlungsplätzen im Kaukasus; seine Geschichte reicht bis in die späte Bronzezeit zurück. Bereits ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. entwickelte sich der Ort zu einem bedeutenden religiösen und später auch politischen Zentrum.
Beim Rundgang durch die Felsenstadt konnten wir durch ehemalige Straßen und Plätze spazieren und die in den Fels geschlagenen Räume, Tempel, Weinkeller und Wohnbereiche entdecken. Besonders faszinierend war die Vorstellung, dass hier einst Menschen inmitten dieser ungewöhnlichen Felslandschaft lebten. Auch ein in den Fels gehauener Tunnel, der einst zum Fluss Mtkvari führte, gehört zur Anlage. Uplisziche vermittelte uns noch einmal eindrucksvoll, wie weit die Geschichte Georgiens zurückreicht.
Mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck machten wir uns anschließend wieder auf den Weg zurück nach Tbilisi. Während der Fahrt konnten wir die Erlebnisse des Tages noch einmal Revue passieren lassen. Am Abend erwartete uns schließlich unser Abschiedsessen in Georgien. Bei einem gemütlichen gemeinsamen Abendessen ließen wir die vergangenen Tage noch einmal aufleben und erinnerten uns an die vielen besonderen Momente unserer Reise – von den imposanten Landschaften des Kaukasus über die jahrhundertealten Kirchen bis hin zu den kulinarischen und herzlichen Begegnungen mit den Menschen vor Ort.
von Georgien nach Armenien – Kloster Haghpat & Kloster Sanahin – Weiterreise nach Dilijan in Armenien
Am heutigen Tag hieß es für uns Abschied nehmen von Georgien und gleichzeitig Aufbruch zu unserer letzten großen Etappe: Armenien. Bevor wir uns jedoch auf den Weg zur Grenze machten, verabschiedeten wir uns ganz herzlich von unserer Reiseleiterin Maka. Sie hatte uns in den vergangenen Tagen Georgien mit viel Herz und Begeisterung nähergebracht, und so fiel uns der Abschied nicht ganz leicht.
Nach den Grenzformalitäten erreichten wir schließlich Armenien und wurden dort von unserer neuen Reiseleiterin Aida empfangen. Damit begann für uns ein neuer Abschnitt unserer Kaukasusreise – und wir waren gespannt darauf, ein weiteres faszinierendes Land dieser Region kennenzulernen.
Nach einer kurzen Fahrt legten wir zunächst eine Mittagspause ein. Dabei hatten wir auch Gelegenheit, armenische Spezialitäten zu probieren und etwas Geld zu wechseln. Gut gestärkt setzten wir anschließend unsere Fahrt durch die abwechslungsreiche Landschaft des Nordens Armeniens fort.
Unser erster großer Besichtigungspunkt in Armenien war das Kloster Haghpat. Hoch über der grünen Landschaft der Region Lori gelegen, beeindruckte uns die mittelalterliche Klosteranlage schon durch ihre besondere Lage. Haghpat wurde Ende des 10. Jahrhunderts gegründet und entwickelte sich zu einem bedeutenden geistlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Zentrum. Zum Komplex gehören unter anderem die Hauptkirche Surb Nshan, mehrere Kapellen, ein Glockenturm, ein Skriptorium und zahlreiche kunstvoll gearbeitete Chatschkare – die für Armenien typischen Kreuzsteine. Besonders faszinierend war die Verbindung der schlichten, kraftvollen Architektur mit der umliegenden Berglandschaft.
Gemeinsam mit dem nahe gelegenen Kloster Sanahin gehört Haghpat seit 1996 zum UNESCO-Welterbe. Beide Klosteranlagen gelten als herausragende Beispiele der armenischen Sakralarchitektur des 10. bis 13. Jahrhunderts, in der sich byzantinische Einflüsse mit traditionellen Bauformen des Kaukasus verbinden.
Direkt im Anschluss besichtigten wir das Kloster Sanahin. Auch diese Anlage blickt auf eine über tausendjährige Geschichte zurück und war einst ein wichtiges Zentrum des geistigen und wissenschaftlichen Lebens. Besonders bekannt war Sanahin für seine Schule der Buchmaler und Kalligrafen. Zum Klosterkomplex gehören mehrere Kirchen, eine Akademie, ein Skriptorium und ein Glockenturm. Zahlreiche Chatschkare schmücken die Anlage und zeugen von der großen Bedeutung der armenischen Steinmetzkunst.
Die beiden Klöster liegen eingebettet in eine wunderschöne, grüne Landschaft, sodass nicht nur die historischen Bauwerke, sondern auch die Umgebung für viele besondere Eindrücke sorgte. Nach den zahlreichen Besichtigungen des Tages konnten wir hier bereits einen ersten Eindruck von der besonderen Atmosphäre Armeniens gewinnen.
Leider überraschte uns am Nachmittag ein Regenschauer. Doch auch davon ließen wir uns die Stimmung nicht verderben. Etwas später legten wir noch einen Fotostopp bei einem russisch geprägten Dorf ein und konnten dabei einen weiteren interessanten Einblick in die vielfältige Geschichte und Kultur der Region gewinnen.
Am frühen Abend erreichten wir schließlich Dilijan, das wegen seiner bewaldeten Umgebung und der idyllischen Lage auch gerne als „armenische Schweiz“ bezeichnet wird. Nach der langen Fahrt freuten wir uns, endlich unser Hotel zu erreichen, einzuchecken und den ereignisreichen ersten Tag in Armenien bei einem gemeinsamen Abendessen gemütlich ausklingen zu lassen.
Rundgang in Dilijan – Ausflug zum Sewansee – Besichtigung des Klosters Sewanawank – Jerewan
Am heutigen Tag starteten wir ganz entspannt mit einem kleinen Spaziergang durch Dilijan. Besonders die grünen Wälder, die frische Bergluft und die gemütliche Atmosphäre machen Dilijan zu einem beliebten Erholungsort. Bei unserem Spaziergang konnten wir noch einmal die besondere Stimmung des Städtchens genießen, bevor wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Höhepunkt machten.
Unser Ziel war der Sewansee, der mit rund 1.900 Metern über dem Meeresspiegel zu den höchstgelegenen großen Süßwasserseen der Welt zählt. Mit seiner tiefblauen Wasserfläche, den umliegenden Bergen und der klaren Bergluft bot sich uns eine beeindruckende Landschaft. Der See ist nicht nur landschaftlich wunderschön, sondern spielt auch eine wichtige Rolle für Armenien und ist ein beliebtes Ausflugsziel.
Um den See einmal aus einer anderen Perspektive zu erleben, unternahmen wir anschließend eine kleine Bootsfahrt. Vom Wasser aus konnten wir die beeindruckende Berglandschaft noch einmal ganz in Ruhe auf uns wirken lassen. Es war ein herrlicher Moment, einfach über den See zu gleiten und die besondere Ruhe dieser Landschaft zu genießen.
Danach ging es hinauf zum Kloster Sewanawank, das malerisch auf einer Halbinsel am Sewansee liegt. Das mittelalterliche Kloster wurde im 9. Jahrhundert gegründet und besteht heute vor allem aus zwei Kirchen aus dunklem Vulkangestein. Ursprünglich lag das Kloster auf einer Insel, die durch den sinkenden Wasserspiegel des Sewansees im Laufe des 20. Jahrhunderts zur Halbinsel wurde. Von hier oben eröffnete sich uns ein fantastischer Blick über den tiefblauen See – ein Anblick, den wir wohl noch lange in Erinnerung behalten werden.
Direkt am Sewansee legten wir anschließend unsere Mittagspause ein. Bei einem leckeren Essen konnten wir uns stärken und gleichzeitig noch einmal die herrliche Aussicht genießen.
Danach führte uns unsere Reise weiter zum Friedhof von Noradus. Der Ort ist besonders für seine zahlreichen Chatschkars bekannt – kunstvoll verzierte armenische Kreuzsteine, die seit Jahrhunderten zu den bedeutendsten Ausdrucksformen armenischer Steinmetzkunst gehören. In Noradus befindet sich eine der größten erhaltenen Sammlungen solcher Kreuzsteine; einige stammen bereits aus dem Mittelalter. Zwischen den alten Steinen entlangzugehen, war wie ein Spaziergang durch ein steinernes Geschichtsbuch Armeniens.
Am Nachmittag erreichten wir schließlich Jerewan, die Hauptstadt Armeniens. Die Stadt blickt auf eine außergewöhnlich lange Geschichte zurück: Bereits 782 v. Chr. ließ der urartäische König Argischti I. die Festungsstadt Erebuni gründen. Damit gehört Jerewan zu den ältesten kontinuierlich bewohnten Städten der Welt. Heute präsentiert sich die Stadt als lebendige Mischung aus jahrtausendealter Geschichte, armenischer Kultur und modernem Stadtleben.
Nach unserer Ankunft checkten wir in unserem Hotel ein und konnten uns zunächst etwas erholen. Am Abend erwartete uns noch ein gemeinsames Abendessen in einem lokalen Restaurant. Bei leckerem armenischem Essen ließen wir den erlebnisreichen Tag gemütlich ausklingen.
Ausflug zum Tempel Garni – Besichtigung des Höhlenklosters Geghard – Jerewan
Am heutigen Tag erwarteten uns wieder einige ganz besondere Höhepunkte unserer Armenienreise. Schon am Morgen durften wir einen Blick auf den imposanten Ararat erhaschen. Der majestätische Berg ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Armeniens und spielt bis heute eine ganz besondere Rolle für das Land und seine Menschen. Obwohl der Ararat heute auf türkischem Staatsgebiet liegt, ist er von vielen Orten in Armenien aus eindrucksvoll zu sehen. Mit seinen beiden markanten Gipfeln, dem Großen Ararat und dem etwas kleineren Kleinen Ararat, erhebt er sich weithin sichtbar über die Landschaft. Der Große Ararat ist mit 5.137 Metern der höchste Berg der Türkei, während der Kleine Ararat eine Höhe von 3.896 Metern erreicht. Der Ararat ist eng mit der armenischen Identität verbunden und findet sich deshalb auch auf zahlreichen Bildern, Souvenirs und Darstellungen im ganzen Land wieder.
Anschließend führte uns unsere Fahrt zum Tempel von Garni. Schon die Lage des antiken Bauwerks ist beeindruckend: Hoch über der Schlucht des Azat thront der Tempel inmitten einer wunderschönen Berglandschaft. Der Tempel von Garni stammt aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. und ist der einzige erhaltene vorchristliche Tempel Armeniens. Errichtet wurde er im Stil der griechisch-römischen Architektur und war vermutlich dem Sonnengott Mihr geweiht. Besonders beeindruckend sind die zahlreichen Säulen und die harmonischen Proportionen des Bauwerks. Dass ein solcher antiker Tempel die Jahrhunderte überdauert hat und heute noch in dieser Landschaft zu bewundern ist, machte unseren Besuch zu einem ganz besonderen Erlebnis.
Von Garni aus ging es anschließend weiter zum Höhlenkloster Geghard. Schon die Fahrt dorthin führte uns durch eine beeindruckende Landschaft mit schroffen Felsen und tiefen Schluchten. Das Kloster, dessen vollständiger Name Geghardavank lautet, wurde teilweise direkt in den Fels hineingeschlagen und ist dadurch einzigartig. Der Name Geghard bedeutet „Lanze“ und geht auf die Überlieferung zurück, dass hier einst die Heilige Lanze aufbewahrt worden sein soll, mit der Jesus am Kreuz verletzt worden sein soll. Die Ursprünge der Klosteranlage reichen bis ins 4. Jahrhundert zurück, während große Teile der heute erhaltenen Anlage im 13. Jahrhundert entstanden.
Besonders faszinierend war es, die in den Fels gehauenen Räume und Kirchen zu entdecken. Die Kombination aus dem dunklen Vulkangestein, den kunstvollen Steinmetzarbeiten und der beeindruckenden Naturkulisse verlieh dem gesamten Kloster eine ganz besondere, beinahe mystische Atmosphäre. Kein Wunder, dass Geghard heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.
Zur Mittagszeit erwartete uns anschließend ein ganz besonderes Erlebnis: Wir waren bei einer einheimischen Familie zu Gast. Statt einfach in einem Restaurant zu essen, bekamen wir dadurch die Gelegenheit, die armenische Gastfreundschaft ganz unmittelbar kennenzulernen. Bei einem gemeinsamen Essen konnten wir verschiedene traditionelle Spezialitäten probieren und miteinander ins Gespräch kommen. Gerade solche Begegnungen sind es, die eine Reise zu etwas ganz Besonderem machen, denn sie ermöglichen einen authentischen Einblick in den Alltag und die Kultur des Landes.
Am Nachmittag erreichten wir bereits unser Hotel in Jerewan. Nach den vielen Erlebnissen der vergangenen Tage und unserem abwechslungsreichen Programm konnten wir den restlichen Nachmittag ganz nach unseren eigenen Wünschen gestalten. Einige Gäste nutzten die freie Zeit zum Ausruhen und Erholen, andere gingen noch ein wenig bummeln oder machten sich auf eigene Faust auf den Weg, um weitere Ecken der armenischen Hauptstadt zu entdecken. Nach den vielen gemeinsamen Unternehmungen tat diese kleine Verschnaufpause besonders gut.
Am Abend trafen wir uns schließlich wieder, um gemeinsam einen weiteren Höhepunkt unserer Reise zu erleben: die berühmten Wasserspiele am Platz der Republik. Der zentrale Platz Jerewans bildet mit seinen imposanten Gebäuden aus rosafarbenem Tuffstein ohnehin eine beeindruckende Kulisse. Am Abend verwandelt sich der Platz jedoch in einen ganz besonderen Ort. Zu Musik bewegen sich die Wasserfontänen in unterschiedlichen Höhen und Formen, während sie von wechselnden Lichtern in Szene gesetzt werden. Das Zusammenspiel aus Musik, Wasser und Licht sorgte für eine wunderschöne Atmosphäre und war ein stimmungsvoller Abschluss unseres Tages.
Stadtführung in Jerewan
Am heutigen Tag erkundeten wir ausführlich die armenische Hauptstadt Jerewan. Nach den vielen Eindrücken der vergangenen Tage stand heute die Stadt selbst im Mittelpunkt unseres Programms. Jerewan ist eine faszinierende Mischung aus jahrtausendealter Geschichte, sowjetischer Vergangenheit und modernem, lebendigem Stadtleben. Die Stadt wurde bereits im Jahr 782 v. Chr. als Erebuni gegründet und ist damit älter als Rom. Besonders charakteristisch für das Stadtbild ist der rosafarbene Tuffstein, aus dem viele Gebäude errichtet wurden und der Jerewan seinen Beinamen „rosarote Stadt“ eingebracht hat.
Unser erster Programmpunkt führte uns zum Denkmal „Mutter Armenien“. Die monumentale Statue steht im Victory Park, dem Siegespark, auf einer Anhöhe über der Stadt und ist schon von weitem zu erkennen. Die rund 22 Meter hohe Statue stellt eine weibliche Figur dar, die sinnbildlich für die Stärke und den Schutz Armeniens steht. Sie ersetzte 1967 eine zuvor an dieser Stelle stehende Statue Josef Stalins. Zu Füßen der Statue befindet sich außerdem ein militärhistorisches Museum, das an die armenische Beteiligung am Zweiten Weltkrieg erinnert. Besonders beeindruckend war für uns jedoch der Blick über Jerewan. Von hier oben konnten wir die Stadt aus einer ganz anderen Perspektive betrachten.
Anschließend besuchten wir die Genozid-Gedenkstätte Tsitsernakaberd. Dieser Ort ist den Opfern des armenischen Genozids von 1915 und den folgenden Jahren gewidmet und nimmt für die armenische Bevölkerung eine außerordentlich wichtige Bedeutung ein. Im Zentrum der Gedenkstätte steht ein monumentaler Bau aus zwölf schräg stehenden Basaltstelen, die sich um eine ewige Flamme gruppieren. Die zwölf Stelen symbolisieren die zwölf historischen Provinzen, die nach armenischer Überlieferung vom Osmanischen Reich annektiert wurden. Eine weitere, weithin sichtbare Säule steht für die Fortdauer des armenischen Volkes. Die Atmosphäre an diesem Ort ist sehr ruhig und nachdenklich. Für uns war der Besuch ein bewegender Moment und zugleich eine wichtige Gelegenheit, uns mit einem zentralen Kapitel der armenischen Geschichte auseinanderzusetzen.
Danach startete unser gemeinsamer Stadtrundgang durch Jerewan. Unser erster Halt waren die berühmten Kaskaden. Die imposante Treppenanlage verbindet das Stadtzentrum mit den höher gelegenen Bereichen der Stadt und zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen Jerewans. Die Kaskade wurde in den 1970er-Jahren begonnen und besteht aus zahlreichen breiten Treppen und Terrassen. Im Inneren befinden sich mehrere Ebenen mit Kunstwerken und Ausstellungen des Cafesjian Center for the Arts. Auch außerhalb der Anlage gibt es zahlreiche Skulpturen und Kunstwerke zu entdecken. Wer die vielen Stufen bis nach oben erklimmt, wird mit einem großartigen Blick über Jerewan belohnt. Die Kaskaden verbinden damit Architektur, Kunst und Aussicht auf besonders schöne Weise.
Nach unserem Rundgang legten wir zunächst eine wohlverdiente Mittagspause ein. Anschließend gab es noch eine kleine süße Überraschung: Im Namen von Eberhardt TRAVEL lud ich unsere Gruppe auf ein italienisches Eis ein. Bei sommerlichen Temperaturen war diese kleine Erfrischung natürlich besonders willkommen, und so konnten wir uns noch einmal gemeinsam eine kleine Auszeit gönnen.
Anschließend fuhren wir vom Platz der Republik ab. Der zentrale Platz Jerewans ist das Herz der Stadt und wird von einigen der bedeutendsten Gebäude der Hauptstadt umgeben. Dazu gehören unter anderem das Regierungsgebäude, das Historische Museum und die Nationalgalerie Armeniens. Der Platz ist nicht nur ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, sondern auch ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Besucher.
Im Anschluss besuchten wir das Matenadaran, eines der bedeutendsten Museen und Forschungszentren für armenische Handschriften. Der offizielle Name lautet Mesrop-Mashtots-Institut für alte Handschriften. Benannt ist es nach Mesrop Maschtoz, dem Mönch und Gelehrten, der Anfang des 5. Jahrhunderts das armenische Alphabet entwickelte. Im Matenadaran wird eine außergewöhnlich wertvolle Sammlung alter armenischer Handschriften aufbewahrt. Darunter befinden sich religiöse Texte, wissenschaftliche Werke, historische Schriften und kunstvoll illustrierte Manuskripte. Viele der Bücher sind reich mit Miniaturen und Ornamenten verziert und zeugen von der jahrhundertealten Schreib- und Buchkunst Armeniens. Der Besuch vermittelte uns noch einmal eindrucksvoll, welch große Bedeutung Sprache, Schrift und Bildung für die armenische Kultur besitzen.
Nach diesem abwechslungsreichen Tag ließen wir den Abend schließlich bei einem gemeinsamen Abendessen im Armenian Kitchen ausklingen.
Jerewan – Kloster Chor Virep – Ejmiatsin – Cognac Fabrik Ararat
An unserem letzten Tag in Armenien warteten noch einmal zahlreiche besondere Höhepunkte auf uns. Auch wenn wir inzwischen schon viele beeindruckende Orte des Landes kennengelernt hatten, hielt unser letzter Tag noch einmal eine wunderbare Mischung aus Geschichte, Religion, Kultur und kulinarischen Erlebnissen für uns bereit.
Unser erster Stopp war das Kloster Chor Virap, das wohl zu den bekanntesten und zugleich spektakulärsten Fotomotiven Armeniens gehört. Das Kloster liegt nur wenige Kilometer von der türkischen Grenze entfernt und bietet bei guter Sicht einen grandiosen Blick auf den majestätischen Ararat. Vor dieser beeindruckenden Kulisse wirkt die kleine Klosteranlage fast winzig. Der Name Chor Virap bedeutet so viel wie „tiefes Verlies“ und erinnert an die Geschichte des Heiligen Gregor des Erleuchters. Der Überlieferung nach wurde Gregor hier 13 Jahre lang in einer tiefen unterirdischen Grube gefangen gehalten, bevor er schließlich freigelassen wurde. Später wurde er zum ersten Oberhaupt der armenischen Kirche und spielte eine entscheidende Rolle bei der Christianisierung Armeniens. Im Jahr 301 wurde Armenien unter König Tiridates III. zum ersten christlichen Staat der Welt.
Anschließend fuhren wir weiter nach Etschmiadsin, dem religiösen Zentrum der armenisch-apostolischen Kirche. Hier besichtigten wir zunächst die Kirche St. Hripsime. Die im Jahr 618 errichtete Kirche gehört zu den bedeutendsten frühchristlichen Bauwerken Armeniens und ist ein herausragendes Beispiel für die armenische Sakralarchitektur. Benannt ist sie nach der heiligen Hripsime, einer christlichen Märtyrerin, die der Überlieferung nach im 4. Jahrhundert gemeinsam mit anderen christlichen Frauen nach Armenien kam und dort den Märtyrertod erlitt. Die schlichte, aber zugleich monumentale Architektur der Kirche beeindruckte uns durch ihre klare Form und die besondere Atmosphäre.
Danach besuchten wir die Kirche St. Gajane, die ebenfalls zu den bedeutendsten frühchristlichen Kirchen Armeniens gehört. Sie wurde im Jahr 630 errichtet und ist der heiligen Gajane gewidmet, die ebenfalls als Märtyrerin verehrt wird. Die Kirche beeindruckt durch ihre harmonischen Proportionen und ihre für Armenien so typische Bauweise aus dunklem Vulkangestein. Gemeinsam mit St. Hripsime und weiteren historischen Kirchen gehört sie zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Unser Weg führte uns anschließend zum religiösen Zentrum von Etschmiadsin, dem Sitz des armenischen Katholikos. Etschmiadsin gilt als das geistliche Zentrum der armenisch-apostolischen Kirche und wird häufig als „Vatikan der Armenier“ bezeichnet. Hier befindet sich die Kathedrale von Etschmiadsin, die als älteste Kathedrale Armeniens und als eine der ältesten christlichen Kathedralen der Welt gilt. Die ursprüngliche Kirche wurde der Überlieferung zufolge bereits um das Jahr 303 errichtet, kurz nachdem Armenien das Christentum als Staatsreligion angenommen hatte. Für uns war es noch einmal ein ganz besonderer Moment, an diesem historisch und religiös so bedeutenden Ort zu stehen.
Nach so vielen kulturellen und historischen Eindrücken durfte natürlich auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen. Zum Mittagessen waren wir erneut bei einer einheimischen Familie zu Gast. Die herzliche Gastfreundschaft, das gemeinsame Essen und die Möglichkeit, noch einmal ganz unmittelbar mit der armenischen Lebensweise in Kontakt zu kommen, waren ein wunderschönes Erlebnis.
Gut gestärkt machten wir uns anschließend auf den Weg zu den Ruinen der Rundkirche von Zvartnots. Die Kathedrale wurde im 7. Jahrhundert errichtet und muss einst ein außergewöhnlich imposantes Bauwerk gewesen sein. Heute sind von der Kirche nur noch Ruinen und einzelne Säulen erhalten, doch gerade diese vermitteln einen faszinierenden Eindruck von der einstigen Größe und architektonischen Bedeutung der Anlage. Zvartnots gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe und zählt zu den wichtigsten historischen Stätten Armeniens. Besonders beeindruckend war der Blick über die Ruinen hinweg auf die umliegende Landschaft.
Zum krönenden Abschluss unserer gemeinsamen Reise erwartete uns noch ein ganz besonderes Erlebnis: Wir besuchten die Ararat-Brandy-Fabrik in Jerewan und durften armenischen Cognac beziehungsweise armenischen Brandy probieren. Die Marke Ararat gehört zu den bekanntesten armenischen Brandy-Marken und blickt auf eine lange Tradition zurück. Die Herstellung geht auf das späte 19. Jahrhundert zurück und ist eng mit der Geschichte der armenischen Brandy-Produktion verbunden. Bei unserem Besuch konnten wir mehr über die Herstellung und Lagerung erfahren und natürlich auch selbst einen Schluck des berühmten armenischen Getränks probieren. Ein wirklich besonderer und genussvoller Abschluss unserer Reise.
Danach hieß es leider schon langsam Abschied nehmen. Wir hatten noch einmal etwas freie Zeit, die jeder ganz nach seinen eigenen Wünschen gestalten konnte. Einige nutzten die Gelegenheit, noch einmal gemütlich etwas zu essen, andere erstanden letzte Souvenirs und kleine Erinnerungsstücke an unsere gemeinsame Reise. Natürlich blieb auch Zeit, sich ein wenig auszuruhen und die Koffer für die Heimreise zu packen.
Und dann wurde uns wohl allen bewusst, wie schnell diese gemeinsame Reise vergangen war.
Abreise – Heimflug von Jerewan zurück nach Deutschland
Sehr früh am Morgen hieß es dann endgültig Abschied nehmen. Mit unseren Frühstücksboxen im Gepäck machten wir uns auf den Weg zum Flughafen von Jerewan.
Am Flughafen angekommen, blieb noch ein wenig Zeit, um die letzten organisatorischen Dinge zu erledigen und uns voneinander zu verabschieden. Hinter uns lag eine abwechslungsreiche und erlebnisreiche Reise mit beeindruckenden Landschaften, jahrhundertealter Geschichte, faszinierenden Klöstern und Kirchen, kulinarischen Entdeckungen und vor allem vielen gemeinsamen Momenten.
Schließlich hieß es wirklich Abschied nehmen. Wir verabschiedeten uns voneinander und machten uns auf den Weg zu unseren jeweiligen Flügen und damit zurück nach Hause.
Ich hoffe, dass euch unsere gemeinsame Reise trotz mancher Herausforderungen gefallen hat und ihr viele schöne Erinnerungen mit nach Hause nehmt.
Alles Liebe! Mareike
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