Sankt Petersburg – frühere Zarenresidenz
Reisebericht: 01.06. – 06.06.2014
St. Petersburg - die berühmte russische Zarenresidenz an der Newa - wer denkt da nicht an berühmte Namen wie Zar Peter der Große, Zarin Katharina die Große oder Rasputin? Eine Stadt mit reicher Geschi
Ein Reisebericht von
Petra Hanschke
1. Tag: Anreise nach St. Petersburg
Am Sonntagmorgen hieß es, zeitig aufzustehen, denn die Reise sollte nach Sankt Petersburg gehen. Pünktlich 7.30 Uhr fuhren wir mit dem Eberhardt-Bus vom Flughafen Dresden los, einige Gäste saßen schon im Bus. Der Haustür-Service funktionierte tadellos. In Berlin-Tegel kamen wir pünktlich an, so blieb genügend Zeit für einen kleinen Imbiss und ein erstes Kennenlernen. Mit Air Berlin „schwebten wir über den Wolken", es gab aber auch schöne Durchblicke zur polnischen Ostseeküste. Nach 2 Stunden waren wir schon am Reiseziel. Am Flughafen Pulkowo hatten wir Glück, der neue moderne Bereich wurde erst kürzlich eingeweiht. Die Passkontrolle verlief zügig und das Ausfüllen lästiger Formulare ist abgeschafft worden. Nachdem alle ihre Koffer hatten und die Grenz- und Zollschranken passiert waren, trafen wir unsere Reiseleiterin Ljudmila. Unser Fahrer Sergej verstaute das Gepäck im Bus und wir fuhren zu unserem Hotel. Der Flughafen liegt 14 km südlich vom Stadtzentrum. So war es eine erste Orientierungsfahrt - über den 11 km langen Moskowski-Prospekt, vorbei an der modernen Bibliothek, am „Platz des Sieges" und Triumphbogen, über Umleitungskanal und Fontanka und durch die Altstadt, und dann über die Newa auf die Insel Wassiljewski. Ljudmila gab erste Informationen, auch über die Bus- und Metroverbindungen. Nach 40 Minuten Fahrtzeit, ersten Eindrücken und vielen Informationen waren wir da. Im Hotel „Pribaltiskaya" trafen wir Gäste, die aus Frankfurt und Düsseldorf abgeflogen waren, nun war unsere Reisegruppe komplett. Schnell verging der Abend beim gemeinsamen Abendessen und Erkunden von Hotel und Umgebung.
2. Tag: Stadtrundfahrt im „Venedig des Nordens"
Nach reichhaltigem Frühstück am Buffet trafen wir uns 9.00 Uhr mit Ljudmila zur Stadtrundfahrt. Unser Fahrer Sergej war mit dem großen modernen Reisebus jeden Tag pünktlich für uns da. Im Bus fühlte sich jeder gleich heimisch, die Sitzplatzliste brauchten wir gar nicht, wer wollte, wählte einen Fensterplatz. Erst ging es über die Wassiljewski Insel, an der Newa entlang zu der Ostrow-Spitze, einem schönen Aussichtspunkt. Dort stehen die zwei Rostrasäulen, bekannte Wahrzeichen der Stadt. Ihr Name stammt vom lateinischen Wort „rostrum" für Schiffsschnabel ab und hat nichts mit ihrer rostbraunen Farbe zu tun. Sie dienten früher als Leuchttürme für den Seehafen. Von hier haben wir einen schönen Blick über die Newa zum Winterpalast, zur Admiralität und zur Peter-und-Paul-Festung. Leider meint es das Wetter noch nicht so gut mit uns, die Sonne versteckt sich hinter Wolken, aber der Wetterbericht verspricht Besserung. Also lassen wir uns nicht verdrießen und fahren gutgelaunt weiter. Nach einer kurzen Pause in einem schönen Souvenirgeschäft sind wir auf der Haseninsel. Hasen gibt es hier keine zu sehen, aber dafür die Peter-und-Paul-Festung! Der Tag, an dem mit dem Festungsbau begonnen wurde, der 16. Mai 1703, ist als Gründungstag von St. Petersburg in die Geschichte eingegangen. Als wir kommen, ertönt auch das Glockenspiel der Peter-und-Paul-Kathedrale, unser nächstes Besichtigungsziel. Die majestätische Kirche ist Begräbnisstätte russischer Zaren. Andachtsvoll verweilen wir vor dem Grab Peter des Großen und lassen uns von Ljudmila wichtige Etappen der russischen Geschichte erklären. Die Kunstfreunde bewundern die Ikonenwand mit 43 Heiligenbildern, andere interessieren sich besonders für die Geschichte der Zarenfamilie. Am Ende der Führung gibt es noch ein besonderes Höhepunkt: 5 russische Chorsänger bieten in einer Seitenkapelle eine Vorführung ihrer Kunst: a capella singen sie alte russische Kirchenlieder.
Mucksmäuschenstill lauschen wir ergriffen. Gern wären wir noch länger geblieben. Zur Erinnerung kaufen einige Gäste eine CD für daheim. Wir haben verstanden, warum russische Kirchen keine Orgel brauchen.
Danach fahren wir zum historischen Panzerkreuzer Aurora, ja genau, manche wissen es noch aus dem Schulunterricht, der Kreuzer gab am 07. November 1917 mit einem Kanonenschuss das Signal zum Sturm auf den Winterpalast - Startschuss zum Beginn einer neuen Epoche, die schon wieder Vergangenheit ist.... Wir wenden uns lieber der älteren und neueren Geschichte zu. Immer wieder bieten sich neue Fotomotive: Universitätsviertel, Isaak-Kathedrale, Smolny-Kloster, Newski-Prospekt u. s. w.
Unser nächstes Ziel ist die Metro-Station „Wladimirskaja". Dort ist auch ein typischer Markt. Doch wir haben Pech gehabt. „Sanitarni Djen" stand an den geschlossenen Eingangstüren, d.h. „Schließtag zur Großreinigung". Nun denn, dann tauchen wir eben ab, in die Petersburger Unterwelt. Mit Rolltreppen zur U-Bahn, 50? 60? 70 Meter tief... Unglaublich. Aber Aufpassen! Nicht den Anschluss verlieren! Alle zwei Minuten kommt eine U-Bahn. Und die Türen schließen sehr schnell. Die palastartigen Stationen faszinieren uns. Auf der „Puschkinskaja"-Station steht tatsächlich ein Denkmal für den Nationaldichter Puschkin! Man staunt über die Pracht und denkt vielleicht mit Wehmut an unsere oft so nüchtern-funktionelle heutige Bahnhofsarchitektur.
Nun haben wir eine Pause verdient. Der Newski Prospekt lädt ein zum Verweilen und Flanieren. Gegen Abend geht es gemeinsam mit dem Bus zurück zum Hotel. Und beim Abendessen gibt es viel zu erzählen. Manche Gäste schlafen schon, aber alle, die an der Lichterfahrt teilnehmen wollen, sind Mitternacht hellwach, auch unser Chauffeur Sergej hat eine Nachtschicht eingelegt. So fahren wir nochmals los, die Stadt im Glanz der nächtlichen Beleuchtung hat einen ganz eigenen Charme. Höhepunkt ist ein längerer Stopp am Newa-Ufer zur Öffnung der Brücken. Dieses Schauspiel muss man gesehen haben. Jeden Tag, gegen 1.30 Uhr in der Nacht, werden Brücken über der Newa hochgezogen und geöffnet, um großen Schiffen die Durchfahrt zu gewähren. Wir merken, wir sind im Norden, ein kalter Wind bläst vom Meer und manch einem friert es etwas. Da hilft nur ein russisches klares Wässerchen. Im Bus wärmen wir uns mit einem russischen Wodka wieder auf, und frühmorgens gegen 3 fallen wir müde, aber zufrieden, ins Bett.
3. Tag: Die Eremitage und Bootsfahrt
Heute besuchen wir die weltberühmte Eremitage. Das prächtige Gebäude des Winterpalastes imponiert schon von außen, aber die Schätze im Inneren noch viel beeindruckender. Die Eremitage gehört zu den 8 größten Museen der Welt. Ihre Sammlung umfasst ca. drei Millionen Kunstwerke. Eine prächtige Galatreppe führt uns hinauf und hinein in die Welt der Kunst. Zuerst sehen wir eine interessante temporäre Ausstellung historischer Hofgewänder. Am liebsten wollen wir schon hier länger verweilen. Aber Ljudmila weiß, dass sie die Auswahl treffen muss. Unmöglich können wir alles sehen. Die berühmtesten Werke muss sie uns doch zeigen. Und der Weg dahin ist weit. Wir erreichen den prächtig ausgestatteten Thronsaal (St. Georg-Saal), der offiziellen Festlichkeiten vorbehalten war, bevor wir die Rotunde und das Malachitzimmer durchschreiten. Jeder Raum ist prunkvoll und einzigartig ausgestattet. Unsere Blicke wandern über Gemälde und goldverkleidete Schnitzkunst, Edelsteine und Kunststücke. Der schöne Pavillonsaal zeigt wunderschöne Mosaiken und die berühmte Pfauenuhr, von der wir die Blicke kaum lassen können, so faszinierend ist der Mechanismus. Den Wappensaal schmücken riesige Wappenschilde, im Kriegssaal sehen wir Bildnisse russischer Generäle, im Leonardo Da-Vinci-Saal faszinieren seine einmaligen Madonnenbilder. In einem Saal staunen wir: Dresden in Sankt Petersburg? Richtig. Gemälde mit Stadtansichten von Dresden und Pirna, gemalt von Canaletto, hängen in der Eremitage. Wie das? Kleines Detail am Rande: Heinrich Graf von Brühl (der die Sixtinische Madonna nach Dresden brachte) baute nach dem Vorbild der sächsischen Herrscher in Dresden eine eigene private Kunstsammlung auf. Canaletto malte seine Bilder von Dresden und Pirna für den Minister noch einmal. 1768 kauft Katharina die Große die berühmte Brühlsche Sammlung und so kam sie nach St. Petersburg in die Eremitage. Sie umfasst allein über 600 Gemälde von holländischen, französischen, italienischen und deutschen Künstlern.
Geduldig führt uns Ljudmila über 2 Stunden erklärend durch das Museum, danach kann jeder individuell entscheiden, weitere Sammlungen zu besichtigen, z.B. die französische Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Monet, Renoir, Picasso und Matisse stehen repräsentativ für viele weitere berühmte Maler und ihre Werke. Die Eremitage ist zu groß, um bei einem einmaligen Besuch alles sehen zu können.
Nach so viel Kunst und Kultur ist Erholung und Entspannen angesagt: Am Nachmittag wartet das Boot für die Fahrt auf den Flüssen und Kanälen durch die Stadt. Und das Wetter ist traumhaft - die Sonne strahlt mit den goldenen Kuppeln der Stadt um die Wette. Und wir genießen die Fahrt. Während die schönen Fassaden der Stadt an uns vorübergleiten, stoßen wir mit einem Gläschen Sekt auf dem Oberdeck an, und manch einer zieht den Kopf ein, wenn eine der vielen Brücken zu niedrig erscheint - aber natürlich geht alles gut. Schade, die Rundfahrt auf dem Boot war viel zu schnell vorbei, beschwingt geht es wieder zum Bus, der uns zum Hotel zurückbringt. Und beim Abendessen schmieden wir schon Pläne für den nächsten Tag...
4. Tag: Peterhof – das „russische Versailles"
Heute fahren wir nach dem Frühstück zum 20 km von St. Petersburg entfernten Peterhof, der auch das „russische Versailles" genannt wird. Seit über 200 Jahren erregt Peterhof allgemeine Bewunderung. Die Paläste und Parkanlagen waren Sommerresidenz der Zarenfamilie. Heute flanieren wir - und mit uns viele ausländische und russische Gäste - durch die weitläufigen Parkanlagen. Die Einzigartigkeit ist auch durch die Lage direkt am Finnischen Meerbusen bedingt. Ein überwältigendes Panorama eröffnet sich von der Terrasse vor dem großen Palais. Der Blick über die große Kaskade ist unvergesslich: 37 goldene Statuen und die unzähligen Wassertropfen der Fontänen funkeln in der Sonne. In der Mitte steht die vergoldete Plastik „Samson reißt dem Löwen den Rachen auf". Aus dem Löwenmaul schießt die Hauptfontäne den Wasserstrahl 20 Meter hoch in die Luft. Von der Kaskade führt der Kanal zum Meer, flankiert von 22 Springbrunnen, die eine Fontänen-Allee bilden. Ob im Palast oder im Park mit seinen Fontänen - Gold soweit das Auge reicht. Nicht vergessen sollten wir, dass Peterhof im Zweiten Weltkrieg stark zerstört wurde. Originalfotos in einem Gang im Palast mahnen und gedenken unaufdringlich. Man mag es kaum glauben angesichts der wiedererstandenen Pracht. Ist dies doch ein stolzer Beweis des Könnens der Restauratoren des Landes. Zuerst besichtigten wir den Palast, angemeldet und ohne Wartezeit. Mit langsamen Schritt (und Überziehern an den Schuhen zum Schutz des kostbaren Fußbodens) ging es durch die zahlreichen Räume, ob Ballsaal, Thronsaal, Chinesische Zimmer oder das Arbeitszimmer von Zar Peter dem Großen. Ljudmila wusste zu allem interessante Details zu erzählen.
Nach etwa 1 1/2 Stunden ging es dann nach draußen. Vorbei an der großen Kaskade mit ihren zahlreichen Figuren ging es zur Schachkaskade, dann zu den römischen Brunnen, dann zur Orangerie. Auf einer Sichtachse war schon das Schloss Monplaisir zu sehen. Doch Vorsicht war geboten, da der Weg dorthin durch den Bereich der Scherzfontäne führte. Wir kamen dem Finnischen Meerbusen immer näher, vorbei an der Sonnenfontäne erreichen wir das Schloss „Montplaisir".
Am Schloss endete die Führung mit Ljudmila. Wir genossen den Aufenthalt am Meer und die Ausblicke.
Danach hatte jeder noch genügend Zeit, den Park auf seine eigene Weise zu erleben. Am späten Nachmittag kamen wir zum Hotel zurück und bis zum Abendessen konnte jeder seine Eindrücke nochmals Revue passieren lassen. Das Abendessen nahmen wir bereits 18.00 Uhr ein. Das Buffet im Hotel ist immer von 18.00 Uhr bis 22.00 Uhr geöffnet. Diese flexible Essenszeit war günstig für uns, denn wir wollten abends noch etwas unternehmen. Einige Gäste erlebten das Ballett „Schwanensee" im Eremitage-Theater und kamen begeistert zurück. Einige Gäste fuhren nochmals in die Stadt, die „Weißen Nächte" und angenehme sommerliche Temperaturen waren zu verlockend. Manche kamen erst nach Mitternacht „heim" ins Hotel, wo man sich in der Hotel-Lounge zum Schlaftrunk wiedertraf.
5. Tag: Isaaks–Kathedrale und die Prunksucht der Zaren im Katharinenpalast
Heute wollen wir die Isaaks-Kathedrale besichtigen, deren große goldene Kuppel wir bisher täglich von weitem bewundert hatten. Die größte Kirche Russlands wurde in mehr als 40 Jahren, von 1810 bis 1858 erbaut. Es waren zwar viele Touristen da, aber die Kirche kann 14.000 Menschen aufnehmen, da hatten wir doch noch „Luft". 112 monolithische rote polierte Granitsäulen, (die größten sind 17 m hoch und wiegen 114 Tonnen) zieren den Bau. Ihre Aufstellung war eine technische Meisterleistung, wie die Museumsschau mit Modellen und Ljudmilas Erklärungen belegen. Etwa 200 Gemälde, Fresken und Mosaikbilder sind im Inneren der Kirche zu finden. Wir sind beeindruckt und fühlen uns klein angesichts der riesigen Dimension der Kirche. Eine weitere Meisterleistung war die Errichtung der Kuppel, bestehend aus drei übereinander gestellten Halbkugeln. Wegen hoher sommerlicher Temperaturen bestiegen wir nur zu dritt die Aussichtsplattform und fotografierten für die unten gebliebenen die grandiose Aussicht mit.
Die Kirche zu Christi Auferstehung (Blutskirche) hat einen ganz anderen Charakter. Ihre Zwiebeltürme grüßen uns auch immer von weitem, und doch ist sie so zierlich und verspielt im Vergleich zur Isaak-Kathedrale. Sie fügt sich, am Gribojedow-Kanal gelegen, harmonisch in die Altstadt ein. Zar Alexander III. ließ die Kirche zum Andenken an seinen 1881 durch ein Attentat getöteten Vater Alexander II. errichten. Die Kirche ist mit wunderschönen Mosaiken verziert, die gesamte Gestaltung orientiert sich an altrussischen Vorbildern. Wir fühlen uns in längst vergangene Zeiten versetzt, obwohl die Kirche erst 1912 vollendet wurde. Nach einer Mittagspause am Newski Prospekt haben wir noch einen Höhepunkt auf dem Programm: die Fahrt geht ins Grüne, zur Sommerresidenz der Zarenfamilie, nach Zarskoe Selo, ein Landsitz, den Peter der Große 1710 von seiner Frau Katharina geschenkt bekam. Heute ist hier das kleine Städtchen Puschkin nebenan. Vieles erinnert an den großen Dichter, der dem Park Zarskoe Selo wunderbare Verse widmete. Aber wir wollen uns auf die Besichtigung des Katharinen- Palastes konzentrieren. Wiederum nehmen wir schützende Überzieher über unsere Schuhe, um das Parkett zu schonen. Wir lassen uns wieder mitnehmen auf eine Zeitreise ins 18. Jahrhundert. Die prunkvolle Innenausstattung ist überwältigend. Die Türen sind mit feinsten vergoldetem Schnitzwerk versehen, die Zimmerflucht gleicht einer goldenen Spitze. Der große Thronsaal oder die Große Galerie umfasst 900 m². Es ist ein faszinierendes Spiel mit barocken Spiegeln und ihren unendlichen Spiegelungen. Das Palais ist ein Kleinod erlesener Barockproportionen, ein Meisterwerk des Architekten Rastrelli.
Mehrfach wurde Ljudmila nach dem Bernsteinzimmer befragt. Hier ist es nun endlich zu sehen, wenn auch nur als Kopie. Nach wie vor ist das Original verschollen, viele Verschwörungstheorien und Mythen ranken sich um dieses Zimmer. Einige davon wurden Ljudmila erzählt. Ich kann mich nicht entscheiden, was ist interessanter? Das Zimmer oder die Story „dahinter". Ich entscheide mich für das Zimmer wegen der kostbaren Steine und der handwerklichen Meisterschaft.
Ob großer Festsaal, gelbes, rotes, grünes Zimmer - zu allem erhielten wir viele Informationen und die Pracht der Kunstschätze war beeindruckend. Da kam die anschließende Freizeit im Park wie gerufen. So mancher erholte sich in der Sonne auf einer Parkbank oder nutzte die Zeit zu einem entspannten Spaziergang. Der Abend stand ganz im Zeichen der russischen Gastronomie und Folklore. Im Restaurant "Podvorie" wurden wir mit Spezialitäten der russischen Küche verwöhnt. Mit jedem Glas Wodka stieg die Stimmung. Es wurden russische Melodien auf Akkordeon gespielt und russische Lieder gesungen. Einige durften sich sogar auf typischen russischen Instrumenten versuchen. In bester Partystimmung traten wir den Heimweg an und beschlossen, den Abend auf der Veranda des Hotel-Cafés ausklingen zu lassen. Einige waren nach dem erlebnisreichen Tag müde, aber ein Großteil der Gäste blieb noch lange. Es war ein schöner Abend, lange hell und 27 Grad warm. Zwei Schotten und ein Engländer gesellten sich zu uns, auf Deutsch und Englisch sangen wir bekannte Lieder und lachten viel und merkten nicht, dass es auf einmal schon recht spät war...
6.Tag: Jussupow–Palast – Flug nach Berlin
Heute heißt es, Abschied nehmen. Doch bevor es zum Flughafen geht, haben wir noch den Besuch des Jussupow-Palastes auf dem Programm. Und obwohl wir in den letzten Tagen viel Prunk gesehen haben, soll uns der Besuch dieses Palastes nicht enttäuschen. Richtig interessant ist der Zutritt zu den unteren Räumlichkeiten, wo der Mord an dem Zarengünstling Rasputin geschehen sein soll. Ljudmila erzählt uns spannend wie in einem Krimi alle Details, sodass wir aufgrund der Wachsfiguren fast „live" dabei sind. Wir diskutieren lebhaft, ob Rasputin wirklich so schmal und schmächtig war, wie die Wachspuppe, die ihn darstellen soll. Historische Fotos im nächsten Raum geben uns Recht. Er war ein kräftiger Mann mit breiter Schulter. Schließlich geht es über eine breite Galatreppe in die oberen Prunkgemächer. Der Palast ist einer der reichsten fürstlichen Wohnpaläste Europas. Stuck verziert die Wände. Viele der Räumlichkeiten sind mit Gemälden, Stilmöbeln und allerlei Kostbarkeiten dekoriert. Im hauseigenen Theater war oft die Zarenfamilie zu Gast, die Hausherrin ließ es sich nicht nehmen, die eine oder andere Rolle selbst zu spielen. Dies war ein gelungener Abschluss unserer Reise, der Lust auf die Lektüre der Geschichte macht und uns die russischen Zaren und Sehenswürdigkeiten nicht so schnell vergessen lässt. Nach einem kurzen Mittagsstopp am Newski Prospekt steigen wir ein letztes Mal in unseren komfortablen Bus und fahren zum Flughafen. Herzlich nehmen wir Abschied von Sergej, unserem umsichtigen Fahrer und von Ljudmila, unserer liebenswerten Stadtführerin. Auch von den Gästen, die direkt nach Düsseldorf und Frankfurt fliegen. Das Check-Inn und die Ausreiseformalitäten kommen uns endlos vor, dabei waren es nur 60 Minuten. Aber dann ging alles ganz schnell. Pünktlich startete und landete der Flieger. Und wieder heißt es Abschied nehmen. Die Autos des Haustür-Service gehen in verschiedene Richtungen. Wegen dem hohen Verkehrsaufkommen vor Pfingsten gibt es kleinere Verzögerungen, aber schließlich klappt alles reibungslos.
Die Tage sind so schnell vergangen. Wir haben viel gesehen. Eine erlebnisreiche Reise liegt hinter uns. Vieles gäbe es noch zu entdecken. Vielleicht sehen wir uns wieder? Es gibt eine Fortsetzung: 6 Tage Moskau - Zugfahrt - St. Petersburg, ergänzend und aufbauend zu unserer Reise. Kommen Sie mit!
Do Svidanija! - Auf Wiedersehen!
Europa
Asien
Orient
Nordamerika
Südamerika
Afrika
Ozeanien