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Singlereise Stockholm – Schwedens Hauptstadt erleben

Reisebericht: 01.08. – 06.08.2026

In ihrem Roman "Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson" beschreibt Selma Lagerlöf Stockholm als „die Stadt, die auf dem Wasser schwimmt“ - wo könnte man den Sommer besser verbringen?

Sinah Witzig

Ein Reisebericht von
Sinah Witzig

Aussichtpunkt Fjellgatan – © Sinah Witzig (Eberhardt TRAVEL) Aussichtpunkt Fjellgatan – © Sinah Witzig (Eberhardt TRAVEL) Stockholm Tunnelbana: Tekniska Högskolan – © Sinah Witzig (Eberhardt TRAVEL) Stockholm Tunnelbana: T-Centralen – © Sinah Witzig (Eberhardt TRAVEL) Stockholm Tunnelbana: Tensta – © Sinah Witzig (Eberhardt TRAVEL) Stockholm Tunnelbana: Tensta – © Sinah Witzig (Eberhardt TRAVEL) Grinda – © Sinah Witzig (Eberhardt TRAVEL) Grinda – © Sinah Witzig (Eberhardt TRAVEL) Nordisches Museum – © Sinah Witzig (Eberhardt TRAVEL) Skansen – © Sinah Witzig (Eberhardt TRAVEL) Skansen – © Sinah Witzig (Eberhardt TRAVEL) Skansen – © Sinah Witzig (Eberhardt TRAVEL)

01.08.2026 Anreise nach Stockholm

Aus den verschiedensten Regionen Deutschlands treffen sich unsere Wege in der schwedischen Hauptstadt. Einige hatten das Glück, schon am Vormittag am Flughafen Arlanda gelandet zu sein, der Rest gesellt sich bis am frühen Nachmittag dazu, sodass die Prioritäten an unserem ersten Reisetag ein wenig unterschiedlich sind. Nach dem Check In in unserem zentral gelegenen Hotel in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs, macht sich ein großer Teil der Gruppe am Nachmittag noch auf, um ein wenig die Altstadt zu erkunden. Schon nach einem kurzen Spaziergang erreichen wir die Insel Gamla Stan - eine von 14 Inseln, auf denen Stockholm errichtet wurde. Wir schlendern durch die belebten mittelalterlichen Gassen und gönnen uns die ein oder andere Leckerei in Form von Eis und Zimtschnecken. Schließlich spazieren wir über eine der 53 Brücken Stockholms hinüber nach Södermalm, der größten Insel. Hier sind die Häuser zum Teil fast in den Granitfelsen hineingebaut und die kopfsteingepflasterten Straßen führen recht steil nach oben. Der kleine Anstieg lohnt sich allerdings: vom Mariaberget auf dem Monteliusvegen können wir eine fantastische Aussicht über die ganze Stadt genießen - ein perfekter Einstieg in unsere Reise.
Auf dem Rückweg zum Hotel fahren wir zum ersten mal mit der Tunnelbana - die Stockholmer U-Bahn, mit der wir uns morgen noch etwas intensiver auseinandersetzen werden.
Am Abend ist unsere Reisegruppe dann fast komplett versammelt - ein Mitreisender wird erst spät am Abend ankommen - und wir machen uns gemeinsam auf den Weg zum Abendessen. Es geht nur ein mal über die Straße zum Restaurant Belgobaren. Bei leckerem Essen und belgischem Bier verbringen wir den Abend in guter Gesellschaft und stimmen uns gemeinsam auf die nächsten Tage in der schwedischen Hauptstadt ein.

02.08.2026 Stadtrundfahrt und Tunnelbana

Den ersten kompletten Tag in Stockholm beginnen wir nicht alleine. Mittlerweile ist unsere Reisegruppe komplett und nach dem Frühstück treffen wir unsere sympathische Stadtführerin Renata, die mit uns den Vormittag verbringen wird. Busfahrer Andros "Al Pacino" steht mit einem Kleinbus auch schon bereit und es kann losgehen mit unserer Stadtrundfahrt. Wir fahren zunächst zum Stockholmer Rathaus, welches zwischen 1911 und 1923 auf der Insel Kungsholmen errichtet wurde. Auf dem 106 Meter hohen Turm thronen die drei Kronen des Königshauses. Renata erzählt uns im Innenhof viel Interessantes über das besondere Gebäude des berühmten schwedischen Architekten Ragnar Östberg, die Nobelpreisgala und über den Stadtgründer Birger Jarl. Auf dem Weg zum Bus können wir die tolle Aussicht auf die Altstadtinsel genießen, bevor wir unsere Fahrt fortsetzen. Wir fahren weiter auf die Insel Södermalm. Die ehemalige Arbeiterinsel ist heute die beliebteste Wohngegend für Künstler, Musiker und junge Menschen. Wir fahren noch einmal hinauf zum Monteliusvegen, sodass alle den Blick auf die Stadt von hier genießen können. Außerdem lernen wir einen kleinen Spielplatz mit wunderschönen kleinen Holzhäusern, sowie den Arbeitsplatz Mikael Blomkvists, dem Hauptcharakter aus Stieg Larssons Millenium-Reihe, kennen. Von der Fjellgatan aus bekommen wir wenig später noch einmal eine andere Perspektive auf Stockholm und entdecken die winzige Bronzestatue von Astrid Lindgrens Karlsson vom Dach.
Über die neue "Goldene Brücke", die im ganzen aus China importiert wurde fahren wir auf die Altstadtinsel. Die meisten Gebäude hier stammen aus der Hansezeit, als sich das Land so weit gehoben hatte, dass der Zugang vom Mälaren zur Ostsee geschlossen wurde.
Vorbei am Königlichen Schloss fahren wir auf den Strandvegen, die prächtigste Straße Stockholms. Auf der kleinen Insel Skeppsholmen legen wir einen Stopp ein, um die Aussicht auf Altstadt und Königspalast zu genießen. Auf der Insel Djurgården befinden sich die meisten Museen der Stadt, wie zum Beispiel das Nordische Museum, das Vasa Museum und das Freilichtmuseum Skansen, welches wir während unserer Reise noch besuchen werden.
Wir beenden unsere Rundfahrt schließlich am Königlichen Schloss, von wo aus wir zu Fuß noch ein wenig die schönen Gassen der Altstadt erkunden und den kleinen Jernpoike, den Eisenjungen, kennenlernen. Rechtzeitig, kurz vor dem großen Einmarsch der Soldaten zur Wachablösung, beenden wir unseren Rundgang und verabschieden uns von unserer Stadtführerin.
Wir legen nun eine kleine Mittagspause ein, bevor wir uns am Nachmittag wieder auf dem Stortorget treffen um von hier aus das Stockholmer U-Bahn-System zu erkunden. Die „Tunnelbana“ ist ein unterirdisches Gesamtkunstwerk und gilt völlig zu Recht als die längste Kunstgalerie der Welt. Während oben das Leben auf den Stockholmer Inseln pulsiert, verwandeln sich die Stationen tief unter der Erde in eine magische Kulisse: Mehr als 90 der rund 100 Bahnhöfe wurden von über 150 Künstlern in begehbare Meisterwerke verwandelt. Wir starten an der Haltstelle Gamla Stan und fahren mit der roten Linie - eine von drei Hauptlinien - bis zur Technischen Hochschule. Die gesamte künstlerische Gestaltung steht hier im Zeichen der Wissenschaft, Entdeckungen und Naturgesetze. Der Künstler Lennart Mörk gestaltete den Bahnhof 1973 als eine der ersten rauen „Höhlenstationen“, bei der die Wände der Sprengung des Urgesteins folgen. Weiter geht es anschließend zur Haltestelle Stadion. Das absolut dominierende Motiv ist hier ein riesiger, farbenfroher Regenbogen, der sich über die leuchtend hellblau bemalten Decken und rauen Felswände spannt. Er dient als Symbol für den Himmel und die Freiheit über der Erde.
Am Hauptbahnhof steigen wir um auf die blaue Linie. Sie ist die tiefliegendste Linie und hat daher die beeindruckendsten Stationen. Direkt an der Hauptstation schuf der Künstler Per Olof Ultvedt eine Oase der Ruhe. Um den hektischen Pendlerstrom visuell zu beruhigen, bemalte er die riesigen, weißen Felswände mit monumentalen blauen Ranken, Blumen- und Pflanzenmotiven. Wir fahren nun ein längeres Stück bis nach Tensta. Die Haltstelle wurde 1975 eröffnet und da der Vorort historisch von vielen Einwanderern bezogen wurde, gestaltete die Künstlerin Helga Henschen Station unter dem herzlichen Leitmotiv „Eine Rose für die Einwanderer“. Die Felswände sind mit farbenfrohen Tierzeichnungen und Skulpturen von Pinguinen, Vögeln und Fischen geschmückt. Als Zeichen der Brüderlichkeit und des Willkommenseins wurden zudem Gedichte und Zitate in über 18 verschiedenen Sprachen direkt auf den Fels gemalt. Besonders begeistert uns auf dem Rückweg ins Zentrum die Station Rissne. Sie gleicht einem begehbaren Geschichtsbuch. Die Künstler Madeleine Dranger und Rolf H. Reimers entwarfen entlang der fast 200 Meter langen Bahnsteigwände einen monumentalen, chronologischen Zeitstrahl, der die Weltgeschichte von 3000 v. Chr. bis in die Neuzeit dokumentiert. Ergänzt durch große, farbenfrohe Weltkarten werden hier historische Meilensteine, wichtige Erfindungen und kulturelle Epochen der Menschheit für die Wartenden visuell lebendig. Einige von uns haben immer noch nicht genug und so steigen wir noch kurz auf die älteste, die grüne Linie, um und fahren zum Thorildsplan. Hier werden nostalgische Gefühle geweckt: Im Jahr 2008 gestaltete der Künstler Lars Arrhenius die Station komplett neu. Seine Inspiration war die Pixel-Grafik klassischer Computer- und Videospiele aus den 1980er Jahren. Wir könnten noch ewig weitermachen, allerdings ist es schon spät nachmittags und wir werden langsam hungrig. Die meisten von uns treffen sich daher am frühen Abend im Hotel, um gemeinsam noch einmal in die Altstadt zu fahren und im Restaurant Gamla Stan Hof gemeinsam zu Essen. Hier bietet sich für die Neugierigen auch die Möglichkeit Rentier- oder Elchfleisch zu probieren. Für uns exotisch, für die Skandinavier allerdings relativ normal und der Geschmack kann überzeugen.

03.08.2026 Schärenkreuzfahrt

Bei wiederholt herrlichem Wetter verlassen wir am nächsten Morgen das Hotel und machen uns zum Schiffsanlager Strömkajen. Unser heutiges Ziel liegt ein wenig außerhalb der Stadt: Der Stockholmer Schärengarten erstreckt sich vom direkten Stadtgebiet rund 60 Kilometer weit nach Osten in die Ostsee und besteht aus über 30.000 Inseln, Schären und Felsen. Für die Stockholmer ist der Schärengarten ein unverzichtbares Naherholungsgebiet zum Entspannen, Segeln und Kajakfahren. Für Besucher ist er dank der historischen und modernen Passagierfähren extrem leicht zugänglich - davon profitieren auch wir heute. Schon bei Ankunft am Anleger stellen wir fest, dass wir bei diesem schönen Sommerwetter nicht die einzigen sind, die aus der Großstadt hinaus wollen. An Bord einer der vielen Fähren machen wir es uns auf dem Außendeck bequem und genießen schon kurze Zeit später die herrliche Aussicht auf das Stockholmer Stadtpanorama, das gemächlich an uns vorbeizieht. Nach einiger Zeit nimmt die städtische Bebauung ab und es folgen kleinere bewaldete Inseln mit den typischen rot angestichenen Holzhäusern. Gute zwei Stunden fahren wir, bevor wir den Norden der Insel Grinda erreichen und an Land gehen. Die autofreie Insel ist geprägt von dichten Kiefern- und Fichtenwäldern, flachen Sandstränden, sanften Badefelsen und offenen Kulturlandschaften, und ist zu weiten Teilen Naturschutzgebiet. Über einen kleinen Waldweg spazieren wir zum Zentrum der Insel. Hier befinden sich ein Freizeitbootshafen, ein Gasthaus und ein Café mit Tante Emma Laden. Wir bekommen jedoch gleich einen lebhaften Eindruck vom Inseldasein - der Strom ist ausgefallen und so ist es im beinahe bargeldfreien Schweden nicht möglich mit Karte zu bezahlen. Glücklicherweise gibt es einen in unserer Gruppe der vorgesorgt hat und so steht Kaffee und Zimtschnecken nichts mehr im Wege. Nach einer gemütlichen Pause geht es dann weiter in Richtung Süden, von wo aus wir mit dem Schiff weiter nach Vaxholm fahren.
Die Insel und gleichnamige Stadt Vaxholm gilt als die offizielle „Hauptstadt des Schärengartens“. Sie liegt am strategischen Nadelöhr zur Ostsee und verbindet idyllischen Kleinstadtcharme mit einer imposanten Militärgeschichte. Die im 16. Jahrhundert von König Gustav Wasa erbaute Festung Vaxholm liegt imposant auf einer eigenen Insel vor der Stadt und sicherte jahrhundertelang den strategischen Seeweg nach Stockholm. Heute befindet sich hier ein Küstenverteidigungsmuseum und 1970 diente sie als Drehort für den Film „Pippi in Taka-Tuka-Land“. Als wir an Land gehen stellen wir relativ schnell fest, wie beliebt Vaxholm in den Sommermonaten ist. Cafés und Restaurants sind auch unter der Woche brechend voll. Die meisten von uns begnügen sich mit einem Eis und wir machen einen Spaziergang durch das pittoreske Zentrum bevor wir dann zum Abendessen zurück nach Stockholm fahren.

04.08.2026 Vasa Museum, Skansen und ABBA Museum

Auch bei sommerlichem Wetter kann man Stockholm nicht besuchen ohne zumindest das ein oder andere Museum zu besuchen. Ein Teil der Gruppe macht sich daher früh auf den Weg in Richtung Djurgården,, um dort das meistbesuchte Museum Skandinaviens zu besuchen: das Vasa Museum. Die Geschichte hinter dem mächtigen Kriegsschiff gleicht einem historischen Drama. Im August 1628 setze der prachtvolle Stolz der schwedischen Krone unter den Augen einer feiernden Menge die Segel zur Jungfernfahrt. Doch das gewaltige Schiff war durch Konstruktionsfehler und zu viele schwere Kanonen völlig instabil. Nur 20 Minuten nach dem Ablegen brachte eine plötzliche Windböe die Vasa nach nur etwa 1000 Metern Fahrt in Schräglage – Wasser drang durch die offenen Stückpforten, und das Schiff sank noch im Hafen von Stockholm. Dort lag das Schiff vom 17. Jahrhundert bis 1961. Nach 333 Jahren wurde die Vasa fast vollständig intakt gehoben. Dank des sauerstoffarmen Brackwassers blieb das Holz fantastisch konserviert und wir haben die einzigartige Gelegenheit das mächtige Schiff zu betrachten, das in mühevoller Arbeit aus 98 Prozent seiner Einzelteile wieder zusammengesetzt werden konnte. Neben der schieren Größe beeindruckt uns vor allem die detailreiche Schnitzerei, die nur erahnen lässt, wie prächtig die Vasa einst zu ihrer Jungfernfahrt aufgebrochen ist.
Am späten Vormittag treffen wir uns dann mit dem Rest unserer Reisegruppe ganz in der Nähe, vor dem Haupteingang des Freilichtmuseums Skansen. 1891 gegründet ist es das älteste Freilichtmuseum der Welt in das rund 150 historische Gebäude und Höfe aus allen Teilen des Landes originalgetreu versetzt wurden. Beim Schlendern durch die historischen Gassen begegnen wir Bäckern, Glasbläsern und Töpfern in traditionellen Trachten, die ihr altes Handwerk ausüben. Besonders jedoch interessiert uns der Tierpark, der sich ganz der skandinavischen Fauna widmet. Auf der Jagd nach Elchen und Rentieren begegnen wir auch Luchsen, Robben und unter der Sonne ächzenden Braunbären, in die wir uns gut hineinfühlen können. Auch wir können nun eine Pause brauchen - in einem schattigen Innenhof finden wir schließlich einen Zufluchtsort mit wirklich extrem leckeren Zimtschnecken.
Den weiteren Nachmittag verbringen wir in etwas individuelleren kleinen Grüppchen, bevor sich der Großteil der Reisegruppe am späten Nachmittag noch einmal zusammenfindet um auf Zeitreise zu gehen mit Schwedens berühmtestem Musikexport: das ABBA Museum wartet. In dem 2013 eröffneten Museum kann man Anni-Frid, Agneta, Björn und Benny einmal ganz persönlich kennenlernen, die Erfolgsgeschichte der Band verfolgen, Originalkostüme, Einrichtung und Schallplatten bestaunen - und auch selbst zum großen Star werden.
Die meisten von uns treffen sich heute zum Abendessen im benachbarten Restaurant Blå Porten - eine Empfehlung von Renata, die uns tatsächlich sehr positiv überrascht.

05.08.2026 Ausflug in die Wikingerstadt Birka

Heute teilt sich unsere Gruppe noch einmal auf: ein Teil verbringt einen freien Tag in der Stadt, der andere Teil startet morgens zu einer Schifffahrt über den Mälarsee zur Insel Björkö, wo sich einst die Wikingerstadt Birka befand. Der Mälaren ist der drittgrößte See Schwedens und das Lebenselixier der Region Stockholm. Er erstreckt sich von der schwedischen Hauptstadt weit nach Westen ins Landesinnere und prägt mit seinen unzähligen Buchten, Fjorden und über 1.200 Inseln das Landschaftsbild Westschwedens. So ist es auch kaum verwunderlich, dass wir gute zwei Stunden auf dem Ausflugsschiff Mälar Victoria unterwegs sind, bis wir gegen Mittag Björkö erreichen. Empfangen werden wir von den Kampfschreien dreier Wikinger, die unweit der Anlegestelle eine Meinungsverschiedenheit auszudiskutieren zu scheinen - unter Waffeneinsatz selbstverständlich. Wir spazieren vorbei an einigen Zelten, wo man bei einer Art Luxus-Camping auch die Nacht verbringen kann, bis zum kleinen Museum. Hier treffen wir auf Guide Johan, der uns mitnimmt zu einem Spaziergang. Wir beginnen in der Stadt der Toten - einem weitläufigen Grabhügelfeld. Über 3.000 Gräber hat man auf der Insel bisher gefunden. Johan erklärt uns, dass die Gräber eine zentrale Rolle gespielt haben, denn man glaubte, dass man sich durch die Anwesenheit der Geister der Vorfahren als rechtmäßige Landeigner legitimieren konnte. Daher hat man die Grabhügel regelmäßig besucht und auch Geschenke mitgebracht. Ein Stückchen weiter erreichen wir einen Aussichtspunkt, von wo aus wir auf die einstige Stadt schauen können. Für knapp 200 Jahre war Birka das wichtigste wirtschaftliche und religiöse Zentrum Nordeuropas. Zu Spitzenzeiten lebten hier bis zu 1.000 Menschen dauerhaft – für die damalige Zeit eine enorme Zahl. Kaufleute aus ganz Europa, dem Orient und Byzanz reisten an, um Felle, Eisen und Bernstein gegen kostbare Stoffe, Gewürze und Silber zu tauschen. Um 975 n. Chr. wurde die Stadt aus bis heute ungeklärten Gründen plötzlich aufgegeben - und heute schauen wir auf ein Feld. Von der einstigen Blütezeit zeugt auf den ersten Blick nichts mehr, denn damals baute man mit organischen Materialien und ab dem 17. Jahrhundert wurde die Insel landwirtschaftlich genutzt.
Davon wie die Wikinger vermutlich gelebt haben, kann man sich im wiederaufgebauten Dorf einen kleinen Eindruck machen und über die Menschen, deren sterbliche Überreste und Grabbeigaben man gefunden hat, erfahren wir im kleinen Museum mehr.
Am Nachmittag fahren wir mit dem Schiff zurück nach Stockholm - und obwohl es zu spät ankommt und wir schon ein wenig Angst bekommen haben, dass wir vielleicht doch im Zelt übernachten müssen, erreichen wir die Stadt überpünktlich. Über die Centralbron spazieren wir hinüber in die Altstadt, wo wir den Rest unserer Reisegruppe treffen. Gemeinsam geht es ein paar Ecken weiter ins gemütliche Restaurant Under Kastanjen, wo wir unser letztes gemeinsames Abendessen einnehmen. Bei typisch schwedischer Kost - Toast Skagen und Köttbullar - und Musik von ABBA lassen wir den Abend gemeinsam ausklingen und die letzten Tage noch einmal Revue passieren. Nach dem üppigen Mahl kommt der Spaziergang zurück zum Hotel sehr gelegen. An der Hotelbar treffen wir uns ein letztes Mal und verabschieden auch schon die ersten Mitreisenden.

06.08.2026 Abschied von Stockholm

Die Zeit vergeht schnell, wenn man Spaß hat - und schon heißt es für die meisten von uns schon relativ früh am Tage Abschied nehmen. Von der Reisegruppe und auch von der liebgewonnenen Stadt Stockholm. Wir verabschieden nach und nach die Mitreisenden. Diejenigen, die nach Berlin fliegen haben jedoch noch ein wenig Zeit und so wird beschlossen, dem der königlichen Residenz Drottningholm einen Besuch abzustatten. Das geht auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln problemlos, also machen wir uns auf den Weg. Das im 17. Jahrhundert im Barockstil erbaute Prachtschloss ist das am besten erhaltene königliche Schloss Schwedens und dient der schwedischen Königsfamilie seit 1981 als festen Hauptwohnsitz. Noch vor den großen Massen erreichen wir die Insel Lovön und ein Teil von uns entscheidet sich die Gelegenheit zu nutzen und die öffentlich zugänglichen Gemächer zu besichtigen. Ansonsten lädt der weitläufige Schlossgarten zu einem Spaziergang ein und es wird deutlich, dass Drottningholm nicht ohne Grund als das „schwedische Versailles“ bezeichnet wird. Besonders schön ist auch der Chinesische Pavillon, ein märchenhaftes Lustschloss im fernöstlichen Stil, versteckt mitten im dichten Wäldchen der weitläufigen Parkanlage.
Gegen Mittag machen wir uns dann auf den Weg zurück in Richtung Zentrum, wo wir gemeinsam noch zu Mittag essen. Am Nachmittag müssen wir uns dann auch von Stockholm verabschieden und treten die Fahrt mit dem Arlanda Express zum Flughafen an. Eine schöne Woche mit tollem Wetter und vielen tollen Erlebnissen geht zu Ende.


Liebe Reisegäste,
ich möchte mich noch mal ganz herzlich bei Euch bedanken. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, Stockholm mit Euch zu erkunden. Das mit dem Wetter habt Ihr wirklich ganz fantastisch gemacht und ich hoffe, Ihr konntet schöne Erinnerungen mit nach Hause nehmen.
Bleibt schön gesund - und es würde mich freuen, wenn wir uns mal wiedersehen.
Herzlich,
Eure Sinah


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