Singlereise Nordspanien – von Bilbao bis Galicien
Reisebericht: 19.09. – 30.09.2026
Das Grüne, noch unbekannte Nordspanien zu entdecken, seine beeindruckenden Landschaften, charmanten Städte und faszinierenden Kulturschätze kennenzulernen. Ich wünsche Ihnen eine erlebnisreiche Reise
Ein Reisebericht von
Marieta Beck
1. Tag – Erster Eindruck von Bilbao
Am Nachmittag begann unsere gemeinsame Reise nach Nordspanien. Nach und nach trafen die Gäste am Flughafen ein, wo ich sie herzlich begrüßte. Nachdem sich unsere Reisegruppe vollständig versammelt hatte, konnte es losgehen. Unser Abflug verzögerte sich zwar um etwa 25 Minuten, doch schließlich erreichten wir am späten Nachmittag den Flughafen von Bilbao.
Dort erwartete uns bereits unser Busfahrer Alejandro – oder Alex, mit einem modernen, komfortablen Reisebus. Für unsere Gruppe war es eine besondere Premiere, denn wir waren die erste Reisegruppe, die mit diesem nagelneuen Fahrzeug unterwegs sein durfte. Nach einer kurzen Fahrt erreichten wir unser Hotel, in dem die Zimmer bereits für uns vorbereitet waren. So konnten wir in Ruhe ankommen und uns ein wenig von der Anreise erholen.
Bilbao, die größte Stadt des spanischen Baskenlandes, sollte für uns der Ausgangspunkt einer abwechslungsreichen Entdeckungsreise werden. Die Stadt hat sich in den vergangenen Jahrzehnten von einem bedeutenden Industrie- und Hafenstandort zu einem modernen Kulturzentrum entwickelt. Dabei verbindet Bilbao auf besondere Weise seine industrielle Vergangenheit mit zeitgenössischer Architektur, baskischer Lebensart und einer lebendigen Gastronomieszene.
Am frühen Abend trafen wir uns an der Hotelrezeption und spazierten gemeinsam zum Restaurant Zurekin. Die Lage unseres Hotels erwies sich dabei als ideal: Über die elegante, weiße Zubizuri-Brücke, die vom berühmten Architekten Santiago Calatrava entworfen wurde, gelangten wir in Richtung Innenstadt und zu den zahlreichen Restaurants und Bars an der Gastronomiemeile von Bilbao.
Im Restaurant waren die Tische auf der Terrasse bereits für uns gedeckt. Zum Auftakt unserer Reise erwartete uns ein köstliches Abendessen mit verschiedenen baskischen Tapas. Jeweils zwei Teller mit drei unterschiedlichen kleinen Spezialitäten wurden serviert, sodass wir gleich mehrere Geschmacksrichtungen kennenlernen konnten. Dazu standen Weißwein, Rosé und Rotwein zur Auswahl; auch andere Getränke waren erhältlich.
Das Essen schmeckte ausgezeichnet, und der aufmerksame Service trug zu einer rundum angenehmen Atmosphäre bei. So konnten wir uns in entspannter Runde kennenlernen, erste Eindrücke austauschen und uns auf die kommenden Reisetage freuen.
Nach diesem gelungenen Auftakt kehrten wir gemeinsam zum Hotel zurück. Dort besprachen wir noch die wichtigsten Informationen für das Programm des nächsten Tages. Damit endete unser erster Reisetag in Bilbao – mit der Vorfreude auf viele spannende Begegnungen, eindrucksvolle Landschaften und die kulturellen Schätze Nordspaniens.
Eine Nachzüglerin unserer Reisegruppe erreichte Bilbao aufgrund einer Flugverspätung erst kurz nach Mitternacht. Damit sie nach der langen Anreise nicht ganz ohne Verpflegung blieb, stellte ich ihr eine Kleinigkeit vom Abendessen sowie ein Getränk ins Zimmer und begrüßte sie nach der langen Anreise im Hotel. So können wir morgen alle die Erkundung von Bilbao starten.
2. Tag – Erkundung von Bilbao und Besuch des Guggenheim–Museums
Nach dem Frühstück im Hotel starteten wir am Sonntag zu unserer Entdeckungstour durch Bilbao. Gemeinsam mit unserer örtlichen Reiseleiterin Verónica Gómez erkundeten wir die baskische Metropole, die mit ihrer spannenden Mischung aus historischer Architektur, moderner Kunst und lebendiger Stadtkultur begeistert.
Unser erster Ausflug führte uns auf den Monte Artxanda, den Hausberg Bilbaos. Heute Morgen ist es noch etwas kühl und bewölkt, aber die Wettervorhersage sagt, es wird noch sonnig. Von hier oben genossen wir einen schönen Ausblick über die Stadt, die sich entlang des Flusses Nervión erstreckt.
Besonders deutlich wurde, wie sich Bilbao im Laufe der Zeit verändert hat: Aus einer traditionsreichen Industrie- und Hafenstadt ist ein modernes Kulturzentrum geworden, das heute Besucher aus aller Welt anzieht.
Anschließend fuhren wir zur berühmten Puente Bizkaia, auch Vizcaya-Brücke genannt. Die imposante Schwebefähre verbindet die beiden Ufer des Nervión zwischen Portugalete und Las Arenas, einem Stadtteil von Getxo. Sie wurde 1893 eröffnet und gilt als die älteste noch betriebene Schwebefähre der Welt. Seit 2006 gehört sie zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ihre außergewöhnliche Eisenkonstruktion entstand nach den Plänen des baskischen Ingenieurs Alberto Palacio und war ein bedeutendes Meisterwerk der Ingenieurbaukunst ihrer Zeit.
Mit der Schwebefähre setzten wir auf die gegenüberliegende Flussseite über und konnten dieses technische Denkmal aus nächster Nähe erleben. In der Umgebung herrschte an diesem Tag reges Treiben: Verschiedene Sportveranstaltungen und Wettbewerbe sorgten für eine lebendige Atmosphäre, während zahlreiche Stände und Verkaufsbuden zum Bummeln einluden. Nach einem interessanten Aufenthalt und Erkundung bedeutenden Statuen und historischen Gebäuden ging es mit der Fähre wieder zurück.
Zurück in Bilbao setzten wir unseren Stadtrundgang fort. Ein besonderer Blickfang war der historische Bahnhof Estación de la Concordia, auch als Bahnhof La Concordia bekannt. Seine reich gestaltete Fassade mit den dekorativen Elementen und dem markanten Glasfenster erinnert an die Architektur des frühen 20. Jahrhunderts. Der Bahnhof wurde 1902 eröffnet und ist ein schönes Beispiel für die Verbindung von Funktionalität und kunstvoller Gestaltung aus dieser Zeit.
Anschließend tauchten wir in das städtische Leben Bilbaos ein. Die Straßen und Plätze waren an diesem Sonntag besonders belebt, sodass wir die Stadt in ihrer ganzen Lebendigkeit erleben konnten.
Anschließend erkundeten wir die historische Altstadt von Bilbao, die von den Basken Casco Viejo genannt wird. Hier schlägt das traditionelle Herz der Stadt. Enge Gassen, historische Gebäude, kleine Geschäfte, gemütliche Bars und zahlreiche Restaurants prägen das lebendige Viertel.
Besonders bekannt sind die Siete Calles, die „Sieben Straßen“, welche den ältesten Kern der Altstadt bilden. Sie gehen auf die mittelalterlichen Ursprünge Bilbaos zurück, denn die Stadt wurde im Jahr 1300 von Diego López V de Haro gegründet. In den verwinkelten Gassen lässt sich noch heute die Geschichte der einstigen Handelsstadt erahnen.
Ein bedeutendes Bauwerk ist die Kathedrale von Santiago, die dem Apostel Jakobus gewidmet ist. Sie stammt in ihren Ursprüngen aus dem späten 14. Jahrhundert und wurde im gotischen Stil errichtet. Im Laufe der Zeit kamen weitere Bauelemente hinzu, darunter die eindrucksvolle neugotische Fassade und der Turm aus dem 19. Jahrhundert. Die Kathedrale liegt am Jakobsweg und ist bis heute ein wichtiger Ort für Pilger, die auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela durch Bilbao kommen.
Nicht weit entfernt befindet sich der beliebte Plaza Nueva, ein eleganter, von Arkaden gesäumter Platz aus dem 19. Jahrhundert. Mit seinen Cafés, Restaurants und traditionellen Pintxos-Bars ist er ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Besucher. Hier kann man das baskische Lebensgefühl besonders gut erleben und die kulinarischen Spezialitäten der Region entdecken. Heut ist die Plaza überfüllt, also versuchen wir uns wieder zu finden und in die ruhigere Straße einkehren.
Hier endet auch unsere sehr interessante Führung durch Bilbao und wir verabschiedeten uns von Veronica, die uns noch einige nützliche Tipps gibt. So lernten wir neben dem modernen Bilbao auch seine historischen Wurzeln kennen – ein reizvoller Kontrast, der den besonderen Charakter der baskischen Metropole ausmacht.
Jetzt folgt eine individuelle Mittagspause für unsere Gäste und wir treffen uns danach mit dem Busfahrer Alex vor dem Bahnhof, der uns mit dem Bus zum Guggenheim Museum fährt. In der Pause besorge ich mit einem Gast ein neues Mobiltelefon, den die Dame leider zu Hause vergessen hat. Sowas passiert auch mal… In einem Phone Shop in der City konnten wir, ein passendes Telefon kaufen, es wurde hier professionell eingerichtet, inklusive einer Sim-Karte, allen notwendigen Apps, so da die Dame wieder fotografieren und mit der Gruppe kommunizieren konnte. Ein Super Service.
Unser nächstes Ziel war das weltberühmte Guggenheim-Museum Bilbao, eines der bedeutendsten Wahrzeichen der Stadt. Das von dem amerikanischen Architekten Frank O. Gehry entworfene Gebäude wurde 1997 eröffnet und gilt als Meisterwerk moderner Architektur. Seine geschwungenen Formen und die Fassade aus Titan, Glas und Kalkstein verleihen dem Bauwerk je nach Lichteinfall ein immer wieder neues Aussehen. Das Museum wurde zu einem wichtigen Symbol für den Wandel Bilbaos und trug maßgeblich dazu bei, die Stadt international als Kulturreiseziel bekannt zu machen.
Im Inneren des Museums erwartete uns eine umfangreiche Ausstellung moderner und zeitgenössischer Kunst. Während unseres etwa zweistündigen Aufenthalts konnte jeder die verschiedenen Werke und Ausstellungsbereiche nach eigenem Interesse erkunden.
Am Nachmittag endete unser gemeinsames Besichtigungsprogramm. Nach dem Museumsbesuch hatten wir ausreichend Zeit, das außergewöhnliche Gebäude von außen zu bewundern. Auch die Kunstwerke im Außenbereich zogen unsere Aufmerksamkeit auf sich. Besonders bekannt ist die riesige, mit Blumen bepflanzte Hundeskulptur „Puppy“ des Künstlers Jeff Koons, die vor dem Museum Wache zu halten scheint. Ein weiteres beeindruckendes Kunstwerk ist „Maman“, die monumentale Spinnenskulptur der Künstlerin Louise Bourgeois. Anschließend noch einmal in Ruhe betrachten und individuell zum Hotel zurückkehren.
Für das gemeinsame Abendessen hatte auf Empfehlung des Hotels das nahe gelegene Restaurant Larruzz vorgeschlagen. Dort ließen wir den erlebnisreichen Tag in geselliger Runde ausklingen. Bei der Auswahl aus der Speisekarte war für unterschiedliche Geschmäcker etwas dabei, auch wenn die Qualität nicht alle gleichermaßen überzeugten. Dennoch bot sich die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und die ersten Eindrücke unserer Reise auszutauschen.
Nach diesem abwechslungsreichen Tag mit eindrucksvollen Ausblicken, einem außergewöhnlichen technischen Denkmal und moderner Kunst kehrten wir zum Hotel zurück. Bilbao hatte uns bereits gezeigt, wie reizvoll die Verbindung von Tradition und Moderne sein kann – und machte uns neugierig auf die weiteren Entdeckungen im grünen Norden Spaniens.
3. Tag – San Sebastián, die Perle des Baskenlandes
Mit einer etwas vorgezogenen Frühstückszeit konnten wir uns in Ruhe und fast allein für den Tag stärken
und starteten kurz nach acht zu unserem Tagesausflug nach San Sebastián. Die Fahrt verlief angenehm, und schon bald erreichten wir die elegante Küstenstadt im spanischen Baskenland. San Sebastián, auf Baskisch Donostia genannt, liegt malerisch am Golf von Biskaya und ist besonders für ihre muschelförmige Bucht, ihre feinen Sandstrände und ihre ausgezeichnete Küche bekannt. Die Stadt gilt als eines der schönsten Seebäder Spaniens und verbindet mondäne Eleganz mit baskischer Lebensart.
Am Busbahnhof erwartete uns bereits unsere örtliche Stadtführerin Ingrid. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg in Richtung Innenstadt und überquerten dabei die eindrucksvolle Brücke Puente de María Cristina, die mit ihren monumentalen Obelisken und kunstvollen Verzierungen zu den repräsentativen Bauwerken der Stadt gehört.
Unser erster Besichtigungspunkt war die Kathedrale Buen Pastor – die Kathedrale des Guten Hirten. Das imposante Gotteshaus wurde im neugotischen Stil errichtet und 1897 eingeweiht. Mit ihrem hohen, spitz zulaufenden Turm, der rund 75 Meter in den Himmel ragt, ist sie eines der markantesten Wahrzeichen San Sebastiáns. Auf Wunsch unserer Gäste besichtigten wir die Kathedrale auch von innen und konnten die eindrucksvolle Architektur auf uns wirken lassen.
Anschließend spazierten wir weiter in Richtung der berühmten Playa de La Concha. Ingrid erzählte uns von der Entwicklung San Sebastiáns zu einem beliebten Seebad des europäischen Adels und der gehobenen Gesellschaft. Besonders im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert erlebte die Stadt eine Blütezeit, als Mitglieder der spanischen Königsfamilie und zahlreiche wohlhabende Gäste hier ihre Sommerfrische verbrachten.
Aus dieser Zeit stammt auch das ehemalige Casino, das heute als Rathaus genutzt wird. Das repräsentative Gebäude erinnert an die mondäne Vergangenheit der Stadt und steht nahe der weitläufigen Promenade. Die elegante Architektur und die gepflegten Grünanlagen verleihen diesem Teil San Sebastiáns bis heute ein besonderes Flair.
Unser Rundgang führte uns außerdem am Gebäude des Internationalen Filmfestivals von San Sebastián vorbei. Das renommierte Festival findet seit 1953 statt und zählt zu den bedeutendsten Filmveranstaltungen Europas. Während unseres Besuchs herrschte in der Stadt eine besonders lebendige Atmosphäre, denn der Filmfestival fand gerade statt. So konnten wir San Sebastián nicht nur als traditionsreiches Seebad, sondern auch als international bekannten Kulturstandort erleben.
Nach einer kleinen Pause erreichten wir die historische Altstadt. Hier zeigte uns Ingrid unter anderem die Kirche San Vicente, die als ältestes erhaltenes Kirchengebäude der Stadt gilt. Sie wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts im spätgotischen Stil errichtet und beeindruckt durch ihre markante Fassade. Die Kirche liegt mitten in der Fußgängerzone der Altstadt und vermittelt einen Eindruck vom historischen San Sebastián, dessen Stadtbild beim großen Brand von 1813 schwer beschädigt wurde.
Besonders interessant waren ihre Ausführungen zu der Pelota, einem traditionellen baskischen Ballspiel, das in eigens dafür vorgesehenen Spielstätten, den sogenannten Frontones, ausgetragen wird. Pelota hat eine lange Tradition und ist bis heute ein wichtiger Bestandteil der regionalen Sportkultur.
Gegen Mittag endete unsere geführte Besichtigung auf der Plaza de la Constitución, dem historischen Hauptplatz der Altstadt. Die von Arkaden gesäumten Gebäude stammen aus dem 19. Jahrhundert und umgeben einen der lebendigsten Treffpunkte San Sebastiáns. Besonders auffällig sind die nummerierten Balkone: Sie erinnern daran, dass der Platz früher als Stierkampfarena genutzt wurde. Die Balkone dienten damals als Logenplätze, die für die Zuschauer vermietet wurden.
Danach erkunden einige Gäste Stadt auf eigene Faust und mit einer interessierten Gruppe erkunden wir gemeinsam den Hafen und fuhren mit dem Aufzug zu einem höher gelegenen Aussichtspunkt. Von dort bot sich uns ein herrlicher Blick über die Dächer der Stadt, den Hafen und die Bucht von La Concha. Der Ausblick machte noch einmal deutlich, weshalb San Sebastián bei Besuchern so beliebt ist.
Am frühen Nachmittag kehrten wir zum gemeinsamen Mittagessen in die Sidreria „Meson Martin“ in der Innenstadt ein. Die Speisen überzeugten durch ihre gute Qualität und die großzügigen Portionen. Allerdings nahm das Essen deutlich mehr Zeit in Anspruch als vorgesehen, sodass für die individuelle Erkundung der Stadt weniger Zeit blieb als ursprünglich erhofft.
Dennoch gönnen wir uns noch eine kleine Pause in der die Bucht von La Concha, die ihren Namen ihrer muschelförmigen Gestalt verdankt. Der helle Sandstrand, die geschwungene Uferpromenade und das tiefblaue Meer bilden gemeinsam ein beeindruckendes Panorama. In der Ferne konnten wir die grünen Hügel erkennen, die die Bucht einrahmen und die Insel Santa Clara. Hier verabschieden wir und von der San Sebastian, aber noch nicht ganz.
Da mehrere Gäste sich noch einen Besuch des Monte Igueldo wünschten, machten wir uns am späteren Nachmittag auf den Weg zu diesem bekannten Aussichtspunkt. Die Fahrt führte uns hinauf auf den westlich der Bucht gelegenen Berg, der zu den schönsten Aussichtspunkten San Sebastiáns zählt.
Oben angekommen, wurden wir für den zusätzlichen Aufwand mehr als belohnt. Vor uns breitete sich die gesamte Bucht von La Concha aus, eingerahmt von den grünen Hügeln und den weißen Häusern der Stadt. Die Aussicht vom Monte Igueldo war für viele Gäste einer der Höhepunkte des Tages. Trotz des langen Programms genossen alle den Aufenthalt und die Möglichkeit, San Sebastián noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive zu erleben.
Am frühen Abend traten wir die Rückfahrt nach Bilbao an und erreichten unser Hotel gegen 19:30 Uhr. Nach dem erlebnisreichen Tag und dem ausgiebigen Mittagessen verzichteten wir auf ein gemeinsames Abendessen. Einige Gäste nutzten die verbleibende Zeit für kleine Einkäufe oder ließen den Abend bei einem Getränk auf der Hotelterrasse ausklingen.
Damit ging ein abwechslungsreicher Tag zu Ende, an dem wir San Sebastián von seiner historischen, kulturellen und landschaftlichen Seite kennenlernen durften. Die elegante Kathedrale, die lebendige Altstadt, die berühmte Strandbucht und vor allem der fantastische Ausblick vom Monte Igueldo hinterließen bleibende Eindrücke. San Sebastián zeigte sich uns als eine Stadt, in der sich baskische Tradition, mediterranes Lebensgefühl und die besondere Atmosphäre einer mondänen Küstenstadt auf wunderbare Weise verbinden.
4. Tag – Santander, die Halbinsel Magdalena und die Höhle von Altamira
Nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns von Bilbao und setzten unsere Reise entlang der nordspanischen Küste in Richtung Kantabrien fort.
Unser erstes Ziel war der Aussichtspunkt Cabo Mayor bei Santander. Hier erwarteten uns herrliche Ausblicke auf die zerklüftete Küste, die weite Biskaya und die steilen Felsformationen, an denen sich die Wellen des Atlantiks brechen. Der nahe gelegene Leuchtturm Faro de Cabo Mayor wurde 1839 in Betrieb genommen und weist den Schiffen bis heute den Weg entlang dieser anspruchsvollen Küste. Die frische Meeresluft und die eindrucksvolle Landschaft boten einen schönen Auftakt für unseren erlebnisreichen Tag.
Anschließend fuhren wir zur Halbinsel La Magdalena, einer der schönsten Grünanlagen Santanders. Bei einem gemeinsamen Spaziergang erkundeten wir die weitläufige Parklandschaft mit ihren alten Bäumen, gepflegten Wegen und herrlichen Ausblicken auf das Meer und die Bucht.
Zu Beginn unseres Spaziergangs besichtigten wir die Ausstellung historischer Schiffe, die an die maritime Geschichte Santanders und die enge Verbindung der Stadt mit dem Meer erinnert. Die ausgestellten Boote veranschaulichen die traditionelle Schifffahrt und Fischerei an der kantabrischen Küste und geben einen Einblick in das Leben der Menschen, deren Alltag über Jahrhunderte vom Meer geprägt wurde. Wir erkundeten die weitläufige Parklandschaft mit ihren alten Bäumen, gepflegten Wegen und herrlichen Ausblicken auf das Meer und die Bucht.
Unser Weg führte uns bis zum Palacio de la Magdalena, der hoch über der Küste auf der Halbinsel thront.
Der Palast wurde zwischen 1908 und 1912 als Sommerresidenz für den spanischen König Alfons XIII. und seine Familie errichtet. Die Lage auf einer Anhöhe, die abwechslungsreiche Architektur und die umliegende Parklandschaft machen das Gebäude zu einem der bekanntesten Wahrzeichen Santanders. Heute wird es unter anderem für Veranstaltungen und Kongresse genutzt. Wir betrachteten den Palast von außen und genossen anschließend den Spaziergang entlang der Küste. Auch die kleinen Tiergehege auf der Halbinsel gehörten zu unserem Rundgang, bevor wir zum Bus zurückkehrten.
Unser nächstes Ziel war Santander, die elegante Hauptstadt der Region Kantabrien. Die Stadt liegt an einer weit geschwungenen Bucht und ist seit Langem ein beliebter Bade- und Ferienort. Im Stadtbild verbinden sich historische Gebäude, gepflegte Parkanlagen und moderne Architektur mit der besonderen Atmosphäre einer nordspanischen Hafenstadt.
Einen ersten Eindruck erhielten wir am Centro Botín, einem außergewöhnlichen Kulturzentrum direkt am Wasser. Das vom italienischen Architekten Renzo Piano entworfene Gebäude wurde 2017 eröffnet. Seine moderne Architektur mit zwei Baukörpern über dem Wasser bildet einen reizvollen Kontrast zum historischen Stadtbild und unterstreicht Santanders Bedeutung als Kulturstandort.
Anschließend blieb Zeit, die Innenstadt auf eigene Faust zu erkunden und eine individuelle Mittagspause einzulegen. Die Gäste konnten durch die Straßen bummeln, in einem Café einkehren oder die Umgebung des Hafens entdecken.
Am frühen Nachmittag setzten wir unsere Fahrt in Richtung Santillana del Mar fort, wo uns ein ganz besonderes kulturelles Highlight erwartete: die weltberühmte Höhle von Altamira.
Die Höhle von Altamira zählt zu den bedeutendsten Fundstätten prähistorischer Kunst weltweit. Ihre Malereien stammen überwiegend aus der Altsteinzeit und sind etwa 14.000 bis 36.000 Jahre alt. Besonders bekannt sind die farbenprächtigen Darstellungen von Bisons, die mit bemerkenswertem Geschick und einem erstaunlichen Gespür für die natürlichen Formen des Felsens gestaltet wurden. Die Künstler nutzten Unebenheiten der Höhlendecke, um den Tieren eine plastische Wirkung zu verleihen.
Die Originalhöhle wurde 1985 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Da die empfindlichen Malereien durch Besucher gefährdet werden könnten, ist der Zugang zur Originalhöhle stark eingeschränkt. Deshalb besuchten wir das Museum mit der Neocueva, einer originalgetreuen Nachbildung der Höhle. Sie vermittelt eindrucksvoll, wie die Menschen der Altsteinzeit lebten und unter welchen Bedingungen diese einzigartigen Kunstwerke entstanden.
Während unseres Aufenthalts konnten wir die Ausstellung und die faszinierenden Nachbildungen der Höhlenmalereien erkunden. Die detailreichen Darstellungen und die jahrtausendealte Geschichte hinterließen bei unseren Gästen einen bleibenden Eindruck. Es war beeindruckend, Kunstwerke zu betrachten, die lange vor den ersten Hochkulturen entstanden und dennoch eine erstaunliche Ausdruckskraft besitzen.
Nach diesem kulturellen Höhepunkt setzten wir unsere Reise fort und erreichten am frühen Abend unser Hotel Silken Ciudad Gijón in Gijón. Das Check-in verlief reibungslos, und die Gäste konnten sich in ihren großzügigen, komfortabel ausgestatteten Zimmern einrichten.
Beim anschließenden Abendessen ließen wir den erlebnisreichen Tag gemeinsam ausklingen. Das Essen fand großen Anklang, insbesondere der servierte Lachs, der frische Salat und die passenden Beilagen wurden positiv hervorgehoben. Auch die geräumigen Zimmer und die Ausstattung des Hotels sorgten für Zufriedenheit.
Damit endete ein abwechslungsreicher Reisetag zwischen der wilden Küstenlandschaft Kantabriens, dem eleganten Seebad Santander und einem der bedeutendsten Zeugnisse der frühen Menschheitsgeschichte. Die Höhlenkunst von Altamira führte uns weit zurück in die Vergangenheit, während die moderne Architektur Santanders und die reizvolle Halbinsel Magdalena zugleich die vielfältigen Facetten Nordspaniens zeigten. Mit vielen neuen Eindrücken freuten wir uns auf die kommenden Entdeckungen in Asturien.
5. Tag – Gijón und Oviedo: Asturiens Städte entdecken
Der Vormittag stand uns in Gijón zur freien Verfügung. Nach dem Frühstück nutzten einige Gäste die Gelegenheit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden, während sich eine Gruppe von zehn Personen zu einem gemeinsamen Spaziergang mit mir anschloss.
Gijón liegt direkt am Golf von Biskaya und zählt zu den bedeutendsten Hafenstädten Asturiens. Die Stadt verbindet ihre maritime Vergangenheit mit einem modernen Stadtleben und einer reizvollen Lage am Meer. Bei unserem Rundgang konnten wir die schöne Architektur der Innenstadt kennenlernen und anschließend in Richtung Altstadt und Strand spazieren. Die Stadt schien noch zu schlafen, sodass wir in aller Ruhe die abwechslungsreiche Architektur mit ihren unterschiedlichen Baustilen bewundern konnten. Gijón blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits in römischer Zeit bestand hier eine Siedlung, deren Spuren noch heute im Stadtgebiet zu finden sind.
Unser Weg führte uns zur Playa de San Lorenzo, dem berühmten Stadtstrand von Gijón. Der breite Sandstrand erstreckt sich in einem weiten Bogen entlang der Küste und ist besonders bei Spaziergängern und Wassersportlern beliebt. Die Promenade bietet herrliche Ausblicke auf das Meer und gehört zu den bekanntesten Orten der Stadt.
Hier trafen wir auch unsere Gäste, die individuell die Stadt erkundeten.
Von dort ging es weiter hinauf in Richtung des historischen Stadtviertels Cimavilla, das auf einer Halbinsel zwischen dem Strand und dem alten Hafen liegt.
Oberhalb der Stadt befindet sich auch das markante Kunstwerk „Elogio del Horizonte“ – Lob des Horizonts des baskischen Bildhauers Eduardo Chillida. Die monumentale Betonskulptur wurde 1990 auf dem Hügel Cerro de Santa Catalina aufgestellt. Mit ihrer offenen Form scheint sie den Horizont zu umrahmen und den Blick unmittelbar auf den Atlantik zu lenken. Wer in ihrem Inneren steht, kann die Geräusche des Meeres besonders intensiv wahrnehmen. Der Aussichtspunkt ist ein beliebtes Fotomotiv und vermittelt eindrucksvoll die Verbindung zwischen Kunst, Landschaft und Meer.
Nach unserem Spaziergang kehrten wir zum Hotel zurück. Da der Weg doch etwas zu weit ist, bestellen wir für ein paar Gäste ein Taxi. Nur eine kurze Pause und am frühen Nachmittag erwartete uns bereits unsere örtliche Stadtführerin Beatriz.
Mit Beatriz und unserem Busfahrer Alex brachen wir nach Oviedo auf. Oviedo, die Hauptstadt Asturiens liegt etwas landeinwärts und ist für ihre historische Altstadt, ihre prächtigen Plätze und ihre bedeutenden Bauwerke bekannt. Anders als das maritime Gijón präsentiert sich Oviedo als traditionsreiche Residenz- und Kulturstadt mit einem besonders gepflegten historischen Zentrum.
Unsere Besichtigung verband eine Rundfahrt mit einem ausführlichen Rundgang durch die Innenstadt. Beatriz vermittelte uns anschaulich die Geschichte der Stadt und erklärte die architektonischen Besonderheiten der wichtigsten Sehenswürdigkeiten.
Ein Höhepunkt war die Kathedrale San Salvador von Oviedo, deren Ursprünge bis ins frühe Mittelalter zurückreichen. Das heutige Gotteshaus entstand überwiegend zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert im gotischen Stil. Besonders eindrucksvoll ist der hohe Turm, der die Silhouette der Altstadt prägt. Im Inneren befindet sich die berühmte Cámara Santa, die Heilige Kammer, ein bedeutender Aufbewahrungsort christlicher Reliquien. Sie gehört zum UNESCO-Welterbe der präromanischen Bauwerke Asturiens und ist eng mit der Geschichte des Jakobswegs verbunden.
Auch die weitere Altstadt beeindruckte mit ihren historischen Gebäuden, kleinen Plätzen und eleganten Fassaden. Oviedo ist bekannt für seine präromanischen Bauwerke, die von der besonderen kulturellen Blüte Asturiens im frühen Mittelalter zeugen. Die Stadt verbindet diese historischen Schätze mit einem lebendigen Alltag, gemütlichen Cafés und einer ausgeprägten asturischen Gastronomietradition.
Nach der geführten Besichtigung blieb noch Zeit für eine kleine Kaffeepause im Bereich der Kathedrale. Anschließend traten wir die Rückfahrt nach Gijón an und erreichten unser Hotel am frühen Abend.
Beim gemeinsamen Abendessen ließen wir den Tag ausklingen. Während das Essen nicht alle Gäste gleichermaßen überzeugte, bot sich in geselliger Runde die Gelegenheit, die Eindrücke des Tages auszutauschen und sich auf das nächste Naturerlebnis vorzubereiten.
Denn am folgenden Tag sollte uns eine der eindrucksvollsten Landschaften Nordspaniens erwarten: die Picos de Europa, ein imposantes Gebirgsmassiv mit schroffen Gipfeln, tiefen Tälern und einer faszinierenden Naturkulisse. Die Vorfreude auf diesen Ausflug war entsprechend groß.
6. Tag – Die Picos de Europa, Covadonga und eine traditionelle Käserei
Der Donnerstag begann mit einem außergewöhnlich guten Frühstück in unserem Hotel in Gijón. Die große und vielfältige Auswahl ließ keine Wünsche offen und war für uns das bisher beste Frühstück der Reise. Gut gestärkt freuten wir uns auf einen erlebnisreichen Tag in der beeindruckenden Bergwelt Asturiens.
Bei strahlendem Sonnenschein machten wir uns um 8.30 Uhr auf den Weg in den Nationalpark Picos de Europa.
Dank der hervorragenden Wetterbedingungen konnten wir unseren geplanten Ausflug wie vorgesehen durchführen.
Für die Weiterfahrt in die höher gelegenen Bereiche waren Kleinbusse und Taxis organisiert worden, denn die Straßen im Gebirge sind teilweise eng und für größere Reisebusse nicht geeignet.
Nach dem Umstieg auf kleinere Fahrzeuge erreichten wir schließlich einen Aussichtspunkt, von dem sich uns ein fantastisches Panorama eröffnete. Ein besonderes Dankeschön gilt an dieser Stelle unserem Busfahrer Alex, der durch seine guten Kontakte die Karten für den Transfer sichern konnte.
Die Picos de Europa beeindruckten mit ihren steilen Felswänden, markanten Gipfeln und der weitläufigen Berglandschaft. Bei der ausgezeichneten Sicht entstanden zahlreiche schöne Erinnerungsfotos. Die Gäste waren von der überwältigenden Natur begeistert und freuten sich, dass wir diesen Ausflug bei solch herrlichem Wetter erleben konnten.
Anschließend fuhren wir zurück nach Covadonga, einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte Spaniens. Zunächst besuchten wir die Heilige Höhle, die Santa Cueva de Covadonga, in der sich eine kleine Kapelle mit dem Marienbild der Virgen de Covadonga befindet. Der Ort ist eng mit der Geschichte Asturiens verbunden. Der Überlieferung nach soll Pelayo hier im 8. Jahrhundert einen Sieg über die Mauren errungen haben. Dieses Ereignis gilt in der spanischen Geschichtstradition als wichtiger Ausgangspunkt der christlichen Rückeroberung der Iberischen Halbinsel.
Danach besichtigten wir die imposante Basilika Santa María la Real de Covadonga. Der neugotische Kirchenbau aus rosafarbenem Kalkstein erhebt sich eindrucksvoll vor der grünen Bergkulisse. Bei unserer Ankunft fand gerade eine Messe statt. So konnten wir zunächst im hinteren Bereich verweilen und einen Moment lang die besondere Atmosphäre des Gottesdienstes erleben.
Im Anschluss blieb genügend Zeit, den Wallfahrtsort individuell zu erkunden. Einige Gäste nutzten die Gelegenheit für einen Kaffee oder einen kleinen Bummel durch die Geschäfte. Auch das kleine Museo de Covadonga ist einen Besuch wert. Es zeigt unter anderem religiöse Kunstwerke, Gemälde, liturgische Gewänder und sakrale Gegenstände und bietet einen zusätzlichen Einblick in die religiöse Bedeutung dieses Ortes.
Nach unserem Aufenthalt in Covadonga setzten wir die Fahrt durch die abwechslungsreiche Landschaft der Picos de Europa fort. Immer wieder boten sich herrliche Ausblicke auf die Berge und die grünen Täler. Unser nächstes Ziel lag in der Region Cabrales, die weit über die Grenzen Asturiens hinaus für ihren charakteristischen Blauschimmelkäse bekannt ist.
Dort erwartete uns eine traditionelle Käserei, deren Besitzerin uns persönlich durch den Betrieb führte. Zunächst erhielten wir interessante Einblicke in die Tierhaltung. Neben Ziehen und Schafen werden hier auch schwarze Ziegen gehalten. Die Besitzerin erklärte uns die Besonderheiten der Tiere und die Arbeit mit der Herde. Ein besonderes Erlebnis für unsere Gruppe war, dass einige der kleinen Ziegen sogar auf den Arm genommen und gehalten werden durften. Das sorgte für viele fröhliche Gesichter.
Der Betrieb machte einen sehr gepflegten Eindruck. Die Tiere verbringen regelmäßig Zeit auf den Weiden und kehren anschließend zum Hof zurück. Die Besitzerin erklärte uns, wie viel Arbeit und Verantwortung hinter der Bewirtschaftung eines solchen Betriebes stehen. Mit rund 500 Tieren und einem Team von nur vier Personen ist die tägliche Arbeit eine beachtliche Leistung.
Anschließend widmeten wir uns der Käseherstellung. Wir erfuhren, wie der berühmte Queso de Cabrales entsteht und welche Besonderheiten bei seiner Reifung eine Rolle spielen. Der Käse wird traditionell in natürlichen Höhlen der Region gereift, deren kühles und feuchtes Klima die Entwicklung des typischen Blauschimmels begünstigt. So erhält er seinen kräftigen Geschmack und seine unverwechselbare Note.
Zum Abschluss unserer Besichtigung versammelten wir uns auf einer überdachten Terrasse zur Käseverkostung. Drei verschiedene Käsesorten standen bereit, darunter selbstverständlich der würzige Cabrales-Blauschimmelkäse. In gemütlicher Runde probierten wir die unterschiedlichen Spezialitäten und ließen uns die regionalen Köstlichkeiten schmecken. Dabei floß auch die berühmte Sidre in unsere Gläser. Die Verkostung war ein gelungener Abschluss des Besuchs und kam bei den Gästen sehr gut an.
Am frühen Abend kehrten wir nach Gijón zurück. Beim gemeinsamen Abendessen im Hotel konnten wir den erlebnisreichen Tag entspannt ausklingen lassen.
Nach den eindrucksvollen Bergpanoramen der Picos de Europa, dem besonderen Wallfahrtsort Covadonga und den authentischen Einblicken in die asturische Käsetradition hatten wir viele schöne Eindrücke gesammelt.
So ging ein abwechslungsreicher Tag zu Ende, an dem wir die landschaftliche Schönheit Asturiens ebenso kennenlernen konnten wie seine lebendige Kultur und seine kulinarischen Besonderheiten.
7. Tag – Der Kathedralenstrand, A Coruña und das Kap Finisterre
Nach einem erneut hervorragenden Frühstück im Hotel in Gijón verabschiedeten wir uns am Morgen und machten uns auf den Weg entlang der nordspanischen Küste. Unser erstes Ziel war ein besonderes Naturwunder Galiciens: der berühmte Kathedralen Strand, die „Praia das Catedrais“.
Der Strand ist für seine gewaltigen Felsbögen, natürlichen Höhlen und hohen Steinformationen bekannt, die an die Gewölbe einer gotischen Kathedrale erinnern. Besonders bei Ebbe entfaltet sich die ganze Schönheit dieser einzigartigen Küstenlandschaft. Trotz der zahlreichen Besucher konnten wir den Strand erkunden, zwischen den imposanten Felsformationen spazieren gehen und die eindrucksvollen Naturgebilde bestaunen. Für viele von uns war dieser Besuch ein echtes Highlight, und es entstanden zahlreiche schöne Erinnerungsfotos.
Anschließend setzten wir unsere Fahrt in Richtung A Coruña fort. Die Hafenstadt liegt an der Atlantikküste Galiciens und verbindet eine lange maritime Geschichte mit einer lebendigen Innenstadt und einer besonderen Architektur.
Zunächst legten wir einen kurzen Stopp am Torre de Hércules ein. Der imposante Leuchtturm gilt als Wahrzeichen der Stadt und ist eine ihrer bedeutendsten Sehenswürdigkeiten. Seine Ursprünge reichen bis in die römische Antike zurück. Der heute erhaltene Turm wurde im 18. Jahrhundert umfassend erneuert und ist weiterhin in Betrieb. Seit 2009 gehört er zum UNESCO-Weltkulturerbe und gilt als der älteste noch betriebene römische Leuchtturm der Welt.
Danach fuhren wir näher an das Stadtzentrum und erreichten die Plaza de María Pita, den zentralen Platz von A Coruña. Hier blieb Zeit für einen individuellen Bummel durch die angrenzenden Straßen, für einen Cafébesuch oder eine kleine Mittagspause. Besonders ins Auge fielen die eleganten weißen Fassaden mit ihren verglasten Balkonen, den sogenannten „Galerías“. Diese typischen Glasveranden prägen das Stadtbild und verleihen A Coruña einen ganz eigenen Charakter.
Der Platz ist nach María Pita benannt, einer berühmten Frau der Stadtgeschichte. Sie wurde im Jahr 1589 bekannt, als sie sich während des englischen Angriffs auf A Coruña dem Gegner entgegenstellte und damit zu einer Symbolfigur des Widerstands wurde. Ihr Denkmal erinnert bis heute an ihren Mut.
Nach unserem Aufenthalt in A Coruña führte uns die Reise weiter entlang der galicischen Atlantikküste. Unser nächstes Ziel war das legendäre Kap Finisterre, auf Galicisch Cabo Fisterra. Für viele Jahrhunderte galt dieser Ort im äußersten Westen des europäischen Festlands als das „Ende der bekannten“ Welt. Der lateinische Name Finis Terrae bedeutet tatsächlich „Ende der Erde“.
Auch für zahlreiche Pilger ist das Kap ein besonderer Ort. Nach ihrer Ankunft in Santiago de Compostela setzen manche ihre Wanderung bis zum Atlantik fort, um am Ende des Weges den weiten Blick über den Ozean zu genießen. Die raue Küste, die Felsen und die Weite des Meeres verleihen diesem Ort eine ganz besondere Atmosphäre.
Bei herrlichem Wetter konnten wir den Aussichtspunkt erkunden, die Landschaft genießen und den Blick über den Atlantik schweifen lassen.
Da wir inzwischen den siebten Reisetag erreicht hatten und die Nordküste hinter uns lag, gab es für unsere Gruppe noch eine kleine Überraschung: Wir feierten unser gemeinsames „Bergfest“
Hinter dem Parkplatz hatte ich auf den vorhandenen Bänken einen kleinen Umtrunk vorbereitet. Bei Weiß-, Rosé- und Rotwein sowie Salzgebäck, Keksen und Trüffelschokolade saßen wir gemütlich zusammen. Besonders die Schokolade fand großen Anklang. Die Gäste freuten sich über diese kleine Aufmerksamkeit, und bei Sonnenschein entstand eine fröhliche, entspannte Atmosphäre. Es war ein schöner Moment, um auf die bisherigen Erlebnisse unserer Reise zurückzublicken und uns auf die kommenden Tage in Galicien zu freuen.
Anschließend setzten wir unsere Fahrt nach Santiago de Compostela fort, wo wir am frühen Abend unser Hotel erreichten. Nach dem Einchecken und einer kurzen Erholungspause trafen wir uns zum gemeinsamen Abendessen.
Damit ging ein abwechslungsreicher Reisetag zu Ende, an dem wir die beeindruckenden Naturformationen des Kathedralen Strandes, die maritime Geschichte von A Coruña und die besondere Stimmung am Kap Finisterre erleben durften. Mit vielen neuen Eindrücken und dem schönen gemeinsamen Umtrunk am Atlantik ließen wir den Tag ausklingen – und freuten uns auf die Entdeckungen in Santiago de Compostela.
8. Tag – Santiago de Compostela, das Ziel der Pilger
Nach dem Frühstück in unserem Eurostar Hotel machten wir uns am Morgen zu Fuß auf den Weg in die historische Altstadt von Santiago de Compostela. Unser Ziel war die berühmte Kathedrale, die seit Jahrhunderten Pilger aus aller Welt anzieht. Nach etwa 20 Minuten erreichten wir unseren Treffpunkt an der Iglesia del Pilar, wo wir unsere örtliche Reiseleiterin Vaida kennenlernten.
Unsere Stadtführung begann im Alameda-Park. Von einem Aussichtspunkt bot sich uns ein schöner Blick auf die Kathedrale und die Dächer der historischen Altstadt. Das leicht bewölkte und etwas neblige Wetter verlieh der Stadt eine ganz besondere, beinahe mystische Atmosphäre. Gerade diese Stimmung passte wunderbar zu einem Ort, der seit Jahrhunderten von der Geschichte des Jakobswegs und der Ankunft unzähliger Pilger geprägt ist.
Anschließend spazierten wir durch die Gassen und über die Plätze der Altstadt. Vaida erzählte uns von der Entwicklung der Stadt, ihrer religiösen Bedeutung und dem Leben der Menschen, die hier seit Generationen wohnen und arbeiten. Besonders lebendig zeigte sich das Treiben in der Rúa do Franco, einer bekannten Straße mit zahlreichen Restaurants, Cafés und traditionellen Lokalen. Hier lässt sich die galicische Küche entdecken, und überall begegnet man Menschen, die nach ihrer Pilgerreise die besondere Atmosphäre der Stadt genießen.
Schließlich erreichten wir die Kathedrale von Santiago de Compostela, das Herzstück der Stadt und eines der bedeutendsten christlichen Heiligtümer Europas. Der Überlieferung nach wurden hier die Gebeine des Apostels Jakobus entdeckt. Seit dem Mittelalter ist Santiago deshalb das Ziel des Jakobswegs, der Menschen aus vielen Ländern und unterschiedlichen Lebenssituationen zusammenführt. Die historische Altstadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Zunächst besuchten wir das Kathedralmuseum, in dem Vaida uns anhand bedeutender Kunstwerke und historischer Exponate die Geschichte der Kathedrale und ihrer Entwicklung näherbrachte. Die Ausstellung vermittelt eindrucksvoll, welche religiöse, kulturelle und künstlerische Bedeutung Santiago de Compostela im Laufe der Jahrhunderte erlangt hat.
Danach betraten wir die Kathedrale selbst. Da an diesem Wochenende besonders viele Pilger in Santiago angekommen waren, herrschte im Inneren großer Andrang. Dennoch gelang es Vaida, uns durch die verschiedenen Bereiche zu führen und uns die wichtigsten Besonderheiten des beeindruckenden Kirchenbaus zu erläutern. Die Führung war ausgesprochen informativ und vermittelte uns einen guten Eindruck von der Bedeutung dieses besonderen Ortes.
Die Kathedrale vereint unterschiedliche Baustile, wobei die romanischen Ursprünge bis heute erkennbar sind. Besonders berühmt ist das prachtvolle Portico de la Gloria, ein Meisterwerk mittelalterlicher Bildhauerkunst. Auch die barocke Fassade am Praza do Obradoiro prägt das Erscheinungsbild der Kathedrale und zählt zu den bekanntesten Ansichten der Stadt. Nach der Besichtigung setzten wir unseren Rundgang mit Vaida noch ein Stück fort. An der Praza de Fonseca endete schließlich die geführte Stadtbesichtigung.
Anschließend hatten alle Gäste ausreichend Zeit, Santiago auf eigene Faust zu erkunden, in einem Café einzukehren, durch die kleinen Geschäfte zu bummeln oder die besondere Atmosphäre der Altstadt ganz individuell auf sich wirken zu lassen.
Santiago de Compostela ist nicht nur ein bedeutender Wallfahrtsort, sondern auch eine lebendige Universitätsstadt. In den historischen Gassen treffen Pilger mit ihren Rucksäcken auf Studierende, Einheimische und Besucher aus aller Welt. Gerade diese Mischung aus jahrhundertealter Tradition und modernem Stadtleben macht den besonderen Reiz der galicischen Hauptstadt aus.
Am Abend trafen wir uns wieder, um gemeinsam in einem Restaurant in der Altstadt zu essen. Das Restaurant San Jaime empfing uns mit ansprechend gedeckten Tischen und einer angenehmen Atmosphäre. Unser zuvor abgestimmtes Menü überzeugte durch die Qualität und den Geschmack der Speisen sowie durch die schöne Präsentation und den freundlichen Service. Die Gäste waren begeistert und lobten das Abendessen als das bisher beste unserer Reise. So wurde das gemeinsame Essen zu einem rundum gelungenen kulinarischen Höhepunkt.
Nach dem Essen genossen wir noch ein wenig die abendliche Stimmung in Santiago de Compostela. Die beleuchteten historischen Gebäude, die verwinkelten Gassen und die Plätze rund um die Kathedrale verliehen der Stadt einen besonderen Zauber. Schließlich machten wir uns gemeinsam auf den Rückweg zum Hotel und ließen einen ereignisreichen Tag ausklingen.
Santiago de Compostela hinterließ bei uns viele bleibende Eindrücke. Die eindrucksvolle Kathedrale, die bewegende Geschichte des Jakobswegs, die stimmungsvolle Altstadt und die hervorragende Stadtführung machten diesen Tag zu einem besonderen Erlebnis unserer Reise durch Nordspanien. Den gelungenen Abschluss bildete das ausgezeichnete gemeinsame Abendessen, bei dem wir die vielfältigen Eindrücke des Tages noch einmal Revue passieren lassen konnten.
9. Tag – Pilgern auf dem Jakobsweg, dem Camino Francés
Nach dem Frühstück im Hotel stand ein besonderer Programmpunkt unserer Nordspanienreise auf dem Plan: ein gemeinsamer Abschnitt auf dem berühmten Jakobsweg, dem Camino Francés, bis nach Santiago de Compostela. Da für den Mittag Regen angekündigt war, änderten wir kurzfristig die Reihenfolge unseres Programms und machten uns bereits am Morgen auf den Weg.
Unser erster Halt war der Monte do Gozo, ein traditionsreicher Aussichtspunkt auf dem Jakobsweg vor den Toren von Santiago de Compostela. Sein Name bedeutet übersetzt „Berg der Freude“. Hier erblickten die Pilger früher zum ersten Mal die Türme der Kathedrale und wussten, dass ihr lang ersehntes Ziel nicht mehr weit entfernt lag. Die monumentalen Pilgerfiguren erinnern an die Menschen aus aller Welt, die sich Jahr für Jahr auf den Weg nach Santiago machen. Auch wir nutzten den Aufenthalt für einen Moment der Besinnung und für Erinnerungsfotos.
Anschließend fuhren wir mit dem Bus zu unserem Ausgangspunkt für die gemeinsame Wanderung. Nach einer kurzen Vorbereitung starteten wir unseren Pilgerweg in Richtung Santiago. Die Strecke ließ sich angenehm gehen, und bald entwickelte sich ein gemeinsames Wandererlebnis. Unterwegs wurden zahlreiche Fotos gemacht, und wir achteten darauf, dass alle Gäste in ihrem eigenen Tempo mitgehen konnten.
Nach etwa einer Stunde erreichten wir Santiago de Compostela und kamen schließlich an der berühmten Kathedrale an. Für viele Pilger ist dieser Augenblick der Höhepunkt einer langen Wanderung, die sie über Tage oder sogar Wochen durch unterschiedliche Landschaften und Orte geführt hat. Auch für unsere Gruppe war es ein besonderer Moment, gemeinsam am Ziel einzutreffen.
Allerdings verlief unser Wegabschnitt überwiegend durch das Stadtgebiet. Einige Gäste hätten sich gewünscht, einen längeren Teil des Jakobswegs durch die grüne Landschaft Galiciens zu wandern und erst auf den letzten Kilometern in die Stadt einzuziehen. Dennoch freuten wir uns, diesen traditionsreichen Pilgerweg gemeinsam erlebt zu haben und nun wieder vor der Kathedrale zu stehen.
Vor dem beeindruckenden Kirchenbau versammelten wir uns zu einem gemeinsamen Gruppenfoto. Als kleine Überraschung hatte ich Mandelkekse mitgebracht, die ich an die Gäste verteilte. Anschließend verweilten wir noch ein wenig auf dem Platz und genossen die besondere Atmosphäre rund um die Kathedrale. Überall begegneten uns Pilger, die sich nach ihrer Ankunft umarmten, fotografierten oder einfach still den Augenblick genossen.
Danach war Zeit, Santiago individuell zu erkunden. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit für eine Mittagspause oder einen Bummel durch die historische Altstadt. Mit einer kleineren Gruppe besuchte ich ein besonders schönes historisches Café in der Rúa do Vilar, das sich in einem ehemaligen Casino befindet. Das traditionsreiche Ambiente lud dazu ein, gemütlich bei Kaffee, Kuchen oder kleinen galicischen Spezialitäten zusammenzusitzen und die Eindrücke des Vormittags Revue passieren zu lassen.
Für den Nachmittag hatten wir außerdem einen Besuch im Museo das Peregrinacións e de Santiago, dem Pilgermuseum, vorgesehen. Es widmet sich der Geschichte des Jakobswegs, seiner religiösen Bedeutung und der Entwicklung der Pilgertradition. Leider mussten wir vor Ort feststellen, dass das Museum an diesem Sonntag aus technischen Gründen geschlossen blieb. So entfiel dieser Programmpunkt, auf den sich einige Gäste besonders gefreut hatten.
Die verbleibende Zeit nutzten alle individuell. Einige kehrten noch einmal zur Kathedrale zurück, die sich inzwischen deutlich ruhiger präsentierte, während andere durch die Gassen schlenderten und die kulinarischen Spezialitäten Galiciens probierten. Gerade die Altstadt mit ihren historischen Fassaden, kleinen Geschäften und gemütlichen Lokalen bietet zahlreiche Möglichkeiten, Santiago auf eigene Weise kennenzulernen.
Am Abend trafen wir uns zum gemeinsamen Essen im Hotel. In entspannter Atmosphäre ließen wir unseren letzten Tag in Santiago de Compostela ausklingen und erinnerten uns an die Erlebnisse der vergangenen Tage. Damit verabschiedeten wir uns langsam von dieser geschichtsträchtigen Stadt, die für so viele Menschen ein Ort der Hoffnung, der Begegnung und des persönlichen Ankommens ist.
Der gemeinsame Weg auf dem Camino Francés war ein besonderer Moment unserer Reise. Auch wenn die gewählte Strecke nicht ganz den Erwartungen aller Gäste an einen naturnahen Pilgerweg entsprach und das Pilgermuseum geschlossen blieb, konnten wir die einzigartige Atmosphäre von Santiago de Compostela noch einmal intensiv erleben.
Am nächsten Morgen hieß es Koffer packen und Abschied nehmen. Unsere Reise führte uns weiter an die galicische Küste in die Region der Rías Baixas, wo uns neue Landschaften, maritime Eindrücke und kulinarische Entdeckungen erwarteten.
10. Tag – Muschelfahrt auf der Ría de Arousa, Combarro und die Bodega Granbazán
Nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns von Santiago de Compostela und setzten unsere Reise in Richtung Süden fort. Unser Ziel war die galicische Küste mit ihren fjordähnlichen Meeresarmen, den traditionellen Fischerdörfern und einer Küche, die besonders für ihre frischen Meeresfrüchte und ausgezeichneten Weine bekannt ist.
Wie angekündigt – heute wird es ein kulinarischer Genusstag.
Nach etwa einer Stunde Fahrt erreichten wir die Halbinsel O Grove an der Ría de Arousa. Hier erwartete uns bereits unser Ausflugsschiff zu einer besonderen Bootsfahrt, bei der wir nicht nur die maritime Landschaft Galiciens kennenlernen, sondern auch mehr über die hier so wichtige Muschelzucht erfahren sollten.
An Bord wurden wir freundlich empfangen und schon bald legten wir ab. Während der Fahrt durch die geschützten Gewässer der Ría de Arousa erhielten wir interessante Erläuterungen zur traditionellen Muschelzucht. Die galicischen Rías sind weit ins Land reichende Meeresarme, deren nährstoffreiches Wasser ideale Bedingungen für die Zucht von Muscheln und Austern bietet.
Besonders auffällig waren die zahlreichen schwimmenden Holzplattformen, die sogenannten Bateas. An langen Seilen, die unter diesen Plattformen ins Wasser hängen, wachsen vor allem Miesmuscheln heran. Die Zucht dieser Meeresfrüchte ist ein bedeutender Wirtschaftszweig der Region und prägt das Leben vieler Küstengemeinden. Während wir an den Anlagen vorbeifuhren, konnten wir uns ein anschauliches Bild von dieser besonderen Form der Aquakultur machen.
Ein Höhepunkt der Fahrt war die anschließende Muschelverkostung. Große Tabletts mit frisch zubereiteten Muscheln wurden serviert, dazu gab es Wein. Viele Gäste ließen sich die galicische Spezialität schmecken, und manche probierten die Muscheln zum ersten Mal. In geselliger Runde genossen wir die entspannte Atmosphäre an Bord und den Blick auf die Küstenlandschaft.
Zusätzlich konnten wir im unteren Bereich des Schiffes durch Glasscheiben unterhalb der Wasseroberfläche einen Blick auf die Unterwasserwelt und die Zuchtanlagen werfen. So erhielten wir noch einmal eine andere Perspektive auf die Muschelzucht. Die etwa anderthalbstündige Bootsfahrt war eine abwechslungsreiche Kombination aus Naturerlebnis, regionaler Tradition und kulinarischem Genuss.
Anschließend fuhren wir weiter nach Combarro, einem der schönsten historischen Fischerdörfer Galiciens. Bereits beim Spaziergang vom Hafen in den Ortskern zeigte sich der besondere Charme dieses kleinen Küstenortes. Enge Gassen, traditionelle Steinhäuser und kleine Plätze prägen das Ortsbild. Besonders bekannt ist Combarro für seine Hórreos – traditionelle steinerne oder aus Stein und Holz errichtete Getreidespeicher, die häufig auf Stelzen stehen. Viele von ihnen befinden sich direkt am Wasser und bilden zusammen mit den alten Häusern ein unverwechselbares Bild.
Diese Speicher dienten früher dazu, Getreide und andere Vorräte vor Feuchtigkeit und Nagetieren zu schützen. Ihre Bauweise ist typisch für Galicien und zeugt von der langen landwirtschaftlichen Tradition der Region. In Combarro bilden sie eine besonders malerische Kulisse, denn hier treffen die bäuerliche Vergangenheit und das maritime Leben unmittelbar aufeinander.
Am Strand konnten wir außerdem beobachten, wie Menschen im flachen Wasser und im Sand nach Herzmuscheln, den sogenannten Berberechos, suchten. Auch diese Muscheln gehören zu den geschätzten Spezialitäten der galicischen Küche.
Für eine individuelle Mittagspause blieb anschließend genügend Zeit. Einige Gäste kehrten in eines der kleinen Restaurants ein und probierten Tapas oder andere regionale Gerichte, während andere durch die Gassen bummelten und die besondere Atmosphäre des Ortes genossen.
Am frühen Nachmittag setzten wir unsere Fahrt durch die Weinlandschaft Galiciens fort. Unser nächstes Ziel war die Bodega Granbazán, ein renommiertes Weingut in der Region Rías Baixas. Hier werden unter anderem die für Galicien typischen Weißweine aus der Rebsorte Albariño erzeugt, die für ihre Frische, ihre fruchtigen Aromen und ihre angenehme Säure bekannt sind. Sie passen hervorragend zur regionalen Küche, insbesondere zu Fisch und Meeresfrüchten.
Bei unserer Ankunft wurden wir bereits von Clara erwartet, die uns durch die Kellerei führte. Wir erhielten interessante Einblicke in die einzelnen Schritte der Weinherstellung – von der Verarbeitung der Trauben über die Gärung in großen Edelstahltanks bis hin zur Lagerung und Entwicklung der Weine. Da die Führung auf Englisch stattfand, übersetzte ich die Erläuterungen für unsere deutschsprachige Gruppe, sodass alle Gäste den Ausführungen gut folgen konnten.
Besonders spannend war zu erfahren, wie stark die Weine der Rías Baixas von den klimatischen Bedingungen und der Nähe zum Atlantik geprägt werden. Die Region ist bekannt für ihre grünen Landschaften, die milden Temperaturen und die feuchte Meeresluft – ideale Voraussetzungen für den charakteristischen Albariño.
Im Anschluss erwartete uns ein kulinarischer Höhepunkt unserer Reise. Zu mehreren Weinen des Hauses wurde ein aufwendig zusammengestelltes Menü serviert. Die Speisen waren hervorragend zubereitet und ansprechend präsentiert, die Weine wurden ausführlich erläutert und passend zu den einzelnen Gängen gereicht. Qualität, Service und Ambiente überzeugten auf ganzer Linie. Für unsere Gruppe war dieser Besuch ein besonders genussvoller Abschluss des Tages, bei dem wir die kulinarischen Traditionen Galiciens noch einmal auf hohem Niveau kennenlernen durften.
Am frühen Abend verabschiedeten wir uns von der Bodega und fuhren weiter nach Vigo, unserem letzten Übernachtungsort der Reise. Bei der Einfahrt in die Stadt herrschte reger Verkehr, doch schließlich erreichten wir unser Hotel und konnten unsere Zimmer beziehen.
Da wir bereits auf dem Weingut ein ausgiebiges Abendessen genossen hatten, war für den weiteren Abend kein gemeinsames Essen vorgesehen. Einige Gäste nutzten die Gelegenheit für einen kleinen Spaziergang durch Vigo, während andere den langen und erlebnisreichen Tag gemütlich im Hotel ausklingen ließen.
So ging ein abwechslungsreicher Tag zu Ende, an dem wir Galicien von seiner maritimen, historischen und kulinarischen Seite erleben durften. Die Muschelfahrt auf der Ría de Arousa, das malerische Fischerdorf Combarro und die hochwertige Weinverkostung in der Bodega Granbazán vereinten Natur, Tradition und Genuss auf besonders schöne Weise.
Am nächsten Tag erwarteten uns noch letzte Eindrücke in Castel Soutomaior und Pontevedra, bevor unsere gemeinsame Reise durch Nordspanien zu Ende gehen sollte.
11. Tag – Pontevedra und die Burg – Castel Soutomaior
Nach einem sehr guten und abwechslungsreichen Frühstück im Hotel starteten wir um 9:00 Uhr zu unserem letzten Besichtigungsprogramm. Unser Ziel war die Burg von Soutomaior, die wir nach einer kurzen Fahrt erreichten.
Da die Burg ihre Tore erst um 10:00 Uhr öffnete, blieb uns zunächst etwas Zeit, die wir für die Information zu den letzten Tag der Reise nutzten.
Anschließend machten wir uns auf den Weg hinauf zur Burg. Auf dem weitläufigen Gelände beeindruckten nicht nur die historische Anlage selbst, sondern auch die interessanten Bäume und Pflanzen.
Im Inneren konnten wir die neu gestaltete Ausstellung besichtigen, die anschaulich über die Geschichte der Burg und ihre Bedeutung informierte. Die Gäste nutzten die Zeit, um die Anlage individuell zu erkunden und einen Einblick in die Geschichte Galiciens zu gewinnen. Besonders beeindruckend war auch der weitläufige Park mit seinen uralten Bäumen und den Blumenbeeten, der zum Spazieren und Verweilen einlud und zahlreiche schöne Fotomotive bot.
Gegen 12:00 Uhr setzten wir unsere Fahrt nach Pontevedra fort. Die Stadt zählt zu den sehenswerten historischen Orten Galiciens und ist vor allem für ihre gut erhaltene Altstadt, ihre Kirchen und die schönen Plätze bekannt. Bei unserer Ankunft begann es leicht zu nieseln. Ich gab den Gästen eine kurze Orientierung und zeigte ihnen, wo sich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten befanden.
Zu den bedeutendsten Bauwerken der Stadt gehören drei besondere Kirchen. Die Kirche San Francisco befindet sich an der Plaza de la Ferrería und stammt aus dem 14. Jahrhundert. Sie gehört zu einem ehemaligen Franziskanerkloster und ist ein schönes Beispiel gotischer Architektur. Zusammen mit den umliegenden Plätzen und Gärten prägt sie das historische Zentrum.
Ein besonderes Wahrzeichen ist das Santuario de la Virgen Peregrina, die Wallfahrtskirche der Pilgermadonna. Sie wurde im späten 18. Jahrhundert erbaut und ist eng mit dem Jakobsweg verbunden. Ihre ungewöhnliche Grundform erinnert an eine Jakobsmuschel – das wichtigste Symbol der Pilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela. Die Kirche steht damit sinnbildlich für die Bedeutung Pontevedras als Etappenort auf dem portugiesischen Jakobsweg.
Die dritte bedeutende Kirche ist die Basilika Santa María la Mayor aus dem 16. Jahrhundert. Sie wurde unter maßgeblicher Beteiligung der Seefahrer- und Fischergilde errichtet und erinnert an die große Bedeutung des Hafens und des Seehandels für die Stadt. Besonders sehenswert ist ihre reich gestaltete Fassade, die gotische und Renaissanceelemente mit Einflüssen des portugiesischen Stils verbindet.
Anschließend gestaltete jeder den Aufenthalt nach seinen eigenen Interessen. Einige Gäste besichtigten die Pilgerkirche, andere nutzten die Gelegenheit für eine individuelle Mittagspause in einem Restaurant oder Café. Da der Regen immer wieder einsetzte und nach den vielen erlebnisreichen Tagen unserer Reise auch etwas Zeit zum Durchatmen willkommen war, stand diesmal das individuelle Erkunden im Vordergrund. Ich nutzte die Zeit, um in der Tourist-Information noch Stadtpläne und Informationsmaterial über Pontevedra zu besorgen, die ich anschließend an die Gäste verteilte.
Um 14:00 Uhr trafen wir uns wieder und gingen gemeinsam zum vereinbarten Treffpunkt am Flussufer, wo unser Busfahrer Alex bereits auf uns wartete. Von dort aus fuhren wir zurück zum Hotel. Hier konnten wir noch kurz die Brücken – „Ponte“ über den Fluss Fluss Lérez (Río Lérez) bewundern.
Am frühen Nachmittag waren wir wieder im Hotel und hatten noch Zeit, uns auf die bevorstehende Heimreise vorzubereiten. Ich unterstützte die Gäste, die beim Online-Check-in noch Hilfe benötigten, sodass alle ihre Reiseunterlagen in Ruhe erledigen konnten. Einige Gäste nutzten noch die Gelegenheit, kleine Mitbringsel für ihre Familien und Freunde zu erwerben. Besonders Trüffelpralinen und Turrón waren beliebte Souvenirs.
Am Abend kamen wir uns gemeinsamen zum Abschiedsessen zusammen. Nach den vielen Eindrücken der vergangenen Tage ließen wir den letzten Abend in angenehmer und entspannter Atmosphäre ausklingen.
Das Essen schmeckte allen ausgezeichnet, besonders die servierte Schweinshaxe fand großen Anklang. Auch die guten spanischen Weine trugen zu einem gelungenen Abend bei.
Ein schöner Moment war auch der Dank an unseren Busfahrer Alex. Die Gäste würdigten seine sichere und angenehme Fahrweise sowie seine zuverlässige und stets pünktliche Unterstützung während der gesamten Reise. Sie bedankten sich persönlich bei ihm und überreichten ihm ein Dankeschön.
Nach dem Dessert nahmen wir uns noch Zeit für eine gemeinsame Feedbackrunde. Dabei konnten die Gäste ihre Eindrücke von der Reise, der Organisation und den einzelnen Programmpunkten teilen. So bot sich eine schöne Gelegenheit, die Erlebnisse der vergangenen Tage noch einmal Revue passieren zu lassen und die Reise gemeinsam abzuschließen.
Mit diesem entspannten Abend ging unsere abwechslungsreiche Entdeckungsreise durch Nordspanien langsam zu Ende. Wir hatten während unseres Aufenthalts großes Glück mit dem Wetter und konnten die meisten Ausflüge bei besten Bedingungen genießen. Erst als wir heute am Nachmittag wieder im Hotel angekommen waren, setzte kräftigerer Regen ein – als hätte sich das Wetter für unseren letzten gemeinsamen Tag noch einmal alles aufgehoben.
So blickten wir auf viele schöne gemeinsame Erlebnisse zurück: auf eindrucksvolle Städte, historische Bauwerke, die grünen Landschaften Asturiens und Galiciens, die beeindruckende Bergwelt der Picos de Europa, kulinarische Entdeckungen und natürlich den Weg nach Santiago de Compostela. Es waren Tage voller neuer Eindrücke, Begegnungen und Erinnerungen, die uns sicher noch lange begleiten werden.
12. Tag – Abschied von Nord Spanien – Rückflug von Porto
Am letzten Morgen unserer Reise hieß es früh aufstehen. Bereits um 6:30 Uhr konnten wir im Hotel frühstücken.
So konnten wir uns noch einmal stärken, bevor wir unsere Koffer vom Alex im Bus eingeladen wurden und wir die Heimreise antraten.
Die Fahrt verlief problemlos, und nach etwa anderthalb Stunden erreichten wir den Flughafen in Porto – Portugal.
Zunächst mussten wir noch warten, weil die Lufthansa-Schalter nicht geöffnet waren. Nach der gemeinsamen Gepäckaufgabe und der Sicherheitskontrolle blieb genügend Zeit bis zum Boarding. Alle Gäste fanden sich rechtzeitig am Gate ein, und unser Flug nach Frankfurt startete pünktlich.
Drei Gäste traten von Porto aus ihre individuellen Weiterflüge nach München, Zürich und mit KLM an. Von den übrigen Gästen verabschiedete ich mich vor dem Boarding. In Frankfurt angekommen, setzten einige ihre Reise mit Anschlussflügen nach Dresden, Leipzig und Hamburg fort. Später erhielt ich die Rückmeldung, dass alle gut und problemlos zu Hause angekommen waren.
Damit ging unsere gemeinsame Entdeckungsreise durch Nordspanien zu Ende. Wir blicken auf zwölf erlebnisreiche Tage mit beeindruckenden Landschaften, historischen Städten, kulturellen Höhepunkten und vielen kulinarischen Entdeckungen zurück. Besonders glücklich waren wir über das durchgehend gute Wetter, das unsere Ausflüge und Besichtigungen zusätzlich bereicherte.
Liebe Nordspanien-Entdecker,
unsere gemeinsame Reise durch den grünen Norden Spaniens ist zu Ende. Wir haben beeindruckende Städte, Küstenlandschaften, die Bergwelt der Picos de Europa und das einzigartige Santiago de Compostela erlebt. Viele schöne Eindrücke, gemeinsame Erlebnisse und besondere Momente werden uns in Erinnerung bleiben.
Ich möchte mich bei Ihnen allen herzlich für die schöne Zeit, Ihr Interesse und das angenehme Miteinander bedanken.
Es hat mir viel Freude bereitet, Sie auf der Entdeckungsreise begleiten zu dürfen.
Ich wünsche Ihnen weiterhin viele schöne Reiseerlebnisse.
Bleiben Sie gesund und reiselustig – vielleicht sehen wir uns bei einer nächsten Reise mit Eberhardt TRAVEL wieder!
Herzliche Grüße
Ihre Reisebegleiterin Marieta
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