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Von Madrid in den Himmel – de Madrid al cielo !

Reisebericht: 22.09. – 26.09.2026

Madrid ist nicht nur eine Stadt, die man bereist. Es ist eine Stadt, die man hört, schmeckt, sieht – und vor allem erlebt. Und eine Steigerung gibt es nur noch im Himmel...so sagt das Sprichwort.

Birgit Kirchner

Ein Reisebericht von
Birgit Kirchner

© Birgit Kirchner (Eberhardt TRAVEL) © Birgit Kirchner (Eberhardt TRAVEL)

Die, 22.09. 26 Madrid, wir kommen!

Fünf Tage voller spanischer Lebensfreude, prachtvoller Architektur, großer Kunst und unvergesslicher Begegnungen liegen vor uns. Wir entdecken Madrid, die pulsierende Hauptstadt Spaniens, lassen uns von königlichen Palästen und weltberühmten Gemälden verzaubern, erleben die mitreißenden Rhythmen des Flamenco und reisen in Toledo tief hinein in die bewegte Geschichte des Landes. Dazwischen genießen wir Tapas, spanische Spezialitäten und viele schöne Augenblicke in unserer kleinen Reisegruppe.

Wir starten unsere Städtereise und fliegen von Düsseldorf und Frankfurt nach Madrid. Am Flughafen trifft sich unsere Kleingruppe mit unserer Reisebegleitung von Eberhardt travel, das klappt prima. Doch dann ist etwas Geduld gefragt, bis unser Minibus eintrifft. Wir fahren ins Zentrum direkt zu unserem hervorragend an der Gran Via gelegenen Boutiquehotel. Das passt bestens.

Madrid empfängt uns als eine Metropole voller Energie. Die spanische Hauptstadt liegt auf der kastilischen Hochebene auf etwa 650 Metern Höhe und gehört damit zu den höchstgelegenen Hauptstädten Europas. Rund um uns pulsiert das Leben: Menschen eilen durch die Straßen, Cafés und Geschäfte laden zum Verweilen ein, und auf den Plätzen mischen sich die Stimmen der Einheimischen mit denen der Besucher aus aller Welt.

Es ist schön, gemeinsam anzukommen, die Koffer abzustellen und sich ganz allmählich auf den Rhythmus dieser Stadt einzulassen. Bei einem Glas Wein stoßen wir auf die kommenden Tage an.

Wir nutzen die ersten freien Momente, um die Umgebung unseres Hotels zu erkunden.
Mit unserer Reisebegleitung spazieren wir zu unserem ersten gemeinsamen kulinarischen Erlebnis: einem Tapas-Abend in einem typischen spanischen Restaurant. Und damit tauchen wir gleich mitten in eine der schönsten Traditionen Spaniens ein!
Tapas sind weit mehr als kleine Häppchen. Sie stehen für Geselligkeit, Genuss und das Miteinander. Oliven, würziger Manchego-Käse, spanischer Schinken, knusprige Croquetas, Tortilla española oder Pimientos de Padrón werden auf den Tisch gestellt und miteinander geteilt. Jeder probiert hier und dort, reicht eine Köstlichkeit weiter und entdeckt vielleicht etwas Neues. Dazu schmeckt ein Glas spanischer Wein oder ein erfrischender Tinto de Verano besonders gut.
So entsteht schnell eine entspannte, fröhliche Atmosphäre. Die Vorfreude auf die nächsten Tage wächst mit jedem gemeinsamen Moment.

Beim Spaziergang zurück zum Hotel drehen wir noch eine kleine Extrarunde um einen abendlichen Blick auf den beleuchteten Königspalast und das Teatro Real zu werfen. An der Plaza Oriente schauen mir mit einem riesigen Teleskop in den Sternenhimmel. Dem Himmel so nah waren wir selten.
Zurück im Hotel spüren wir bereits: wir sind angekommen - und diese Stadt hat viel zu erzählen.

Mi, 23.09. Historisches Madrid, prachtvolle Plätze und der königliche Palast

Nach einem exzellenten Frühstück im Hotel starten wir voller Neugier in die Entdeckung der Stadt. Unser örtlicher Stadtführer Thomas erwartet uns und nimmt uns mit auf einen abwechslungsreichen Rundgang durch das historische Madrid. Schritt für Schritt lernen wir die Stadt kennen, in der sich jahrhundertealte Geschichte und modernes Großstadtleben auf faszinierende Weise begegnen.

Wir spazieren über die Gran Via, das pulsierende Zentrum der Stadt, vorbei am Telefonica-Hochhaus und hören, wie die markanten Gebäude zu Beginn des letzten Jahrhunderts entstanden sind.
Weiter geht es zur berühmten Puerta del Sol, einem der lebendigsten Plätze Madrids. Hier treffen Straßen und Menschen aus allen Richtungen zusammen. Der Platz ist Verkehrsknotenpunkt, beliebter Treffpunkt und ein Ort, der in ganz Spanien bekannt ist.
Wir entdecken das berühmte Symbol Madrids: den Bären am Erdbeerbaum, den Oso y el Madroño. Die Bronzestatue erinnert an das Stadtwappen und ist ein beliebtes Fotomotiv.
Ein weiteres bedeutendes Wahrzeichen ist der Kilometerstein Kilómetro Cero. Er markiert den Ausgangspunkt des spanischen Straßennetzes, von dem aus die Entfernungen auf den sechs großen Nationalstraßen gemessen werden. Wer hier steht, befindet sich symbolisch am Mittelpunkt des Landes. Natürlich lassen wir uns diese Gelegenheit für ein gemeinsames Erinnerungsfoto nicht entgehen!
Die Puerta del Sol ist außerdem Schauplatz der berühmten Silvestertradition: Um Mitternacht essen die Menschen zu den zwölf Glockenschlägen zwölf Weintrauben – eine für jeden Monat des neuen Jahres. Das soll Glück bringen. Wir erfahren, wie tief solche Bräuche im spanischen Alltag verwurzelt sind, und erleben, dass Geschichte in Madrid nicht nur in Museen stattfindet, sondern mitten auf der Straße.

Unser Rundgang führt uns mitten hinein in das alte Madrid, dessen Geschichte bis in die Zeit zurückreicht, als die Stadt noch eine vergleichsweise kleine Siedlung unter muslimischer Herrschaft war. Im 11. Jahrhundert wurde Madrid von den christlichen Königreichen erobert; 1561 machte König Philipp II. die Stadt zur Hauptstadt seines Reiches. Von da an entwickelte sie sich zu einem politischen und kulturellen Zentrum von europäischem Rang.
Unterwegs entdecken wir historische Fassaden, kleine Geschäfte und Plätze, an denen das Leben der Stadt seit Generationen pulsiert. Unser Stadtführer macht die Vergangenheit lebendig und erzählt von Königen, Machtkämpfen, Stadtentwicklung und dem Alltag der Menschen in früheren Jahrhunderten. Ein kleiner Stopp bei den Nonnen im Kloster, die in der ganzen Stadt bekannt sind für ihr feines Gebäck, ist auch noch drin.

Wenig später öffnet sich vor uns der prachtvolle Plaza Mayor. Der rechteckige Platz wird von harmonischen, mehrstöckigen Gebäuden mit Arkaden umrahmt. Hinter den Balkonen und Fenstern verbirgt sich eine lange Geschichte: Seit dem 17. Jahrhundert ist der Platz ein zentraler Treffpunkt Madrids. Hier finden Märkte, Feste, öffentliche Veranstaltungen und in früheren Zeiten sogar Stierkämpfe und königliche Zeremonien statt. Auch öffentliche Urteilsvollstreckungen gehörten zu den dunklen Kapiteln seiner Vergangenheit.
Wir lassen den Blick über die rötlichen Fassaden schweifen. Ein besonderes Augenmerk gilt der Casa de la Panadería mit ihren markanten Türmen und den dekorativen Wandmalereien. Sie gehört zu den bekanntesten Gebäuden des Platzes und bildet einen eindrucksvollen Blickfang.

Eine Überraschung ist der Plaza de la Villa, einer der ältesten und schönsten Plätze Madrids. Die historischen Gebäude ringsum vermitteln einen Eindruck vom mittelalterlichen Stadtbild. Besonders sehenswert ist die Casa de la Villa, das frühere Rathaus, dessen Ursprünge bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen. Mit ihren eleganten Fassaden und dem ruhigen Platzbild wirkt diese Ecke wie eine kleine Zeitinsel mitten in der geschäftigen Metropole.
Nun wartet einer der Höhepunkte unserer Reise: der Königspalast, der Palacio Real. Schon von außen beeindruckt uns das monumentale Bauwerk mit seiner symmetrischen Fassade, den langen Fensterreihen und seiner majestätischen Ausstrahlung.
Der Palast steht an der Stelle einer ehemaligen maurischen Festung. Nachdem ein großer Brand den Vorgängerbau im 18. Jahrhundert zerstört hatte, ließ König Philipp V. den heutigen Palast errichten. Das imposante Gebäude wurde überwiegend im 18. Jahrhundert fertiggestellt und zählt mit mehr als 3.000 Räumen zu den größten Königspalästen Europas. Seine Architektur verbindet barocke und klassizistische Elemente und zeigt eindrucksvoll den Machtanspruch der spanischen Monarchie.
Heute ist der Palast die offizielle Residenz des spanischen Königs für Staatszeremonien und repräsentative Anlässe. Die königliche Familie wohnt allerdings nicht hier, sondern im Palacio de la Zarzuela. Wir erleben also ein Bauwerk, das seine historische Bedeutung bewahrt hat und zugleich Teil des heutigen spanischen Staatslebens ist.
Direkt gegenüber des Palastes steht die im Juni 1993 eingeweihte Almudena Kathedrale. Auch hier können wir einen Blick hineinwerfen und beim Anblick der modernen Ausgestaltung erinnern wir uns an die Fernsehbilder anlässlich der Hochzeit von Prinz Felipe und Letizia im Mai 2004, seit dem 19.Juni 2014 sind sie König Felipe VI und Königin Letizia.

Nach so vielen Eindrücken braucht es eine kleine Pause und Stärkung. Beim Mittagessen beratschlagen wir, wie wir den freien Nachmittag gestalten wollen. Eine Tour mit dem Hop-on-hop-off-Bus findet allseits Zustimmung. Nach einem kleinen Fußmarsch zur Haltestelle und etwas Wartezeit werden wir gut eine Stunde der grünen Linie folgend durch die Straßen gefahren und gewinnen einen zusätzlichen Eindruck der Stadt.

Am Abend treffen wir uns erneut mit unserer Reisebegleitung und verbringen den Abend gemeinsam im imposanten Restaurant La Pecera des Circulo de Bellas Artes. Bei einem guten Abendessen genießen wir die spanische Küche und die besondere Atmosphäre. Doch dies ist noch nicht alles. Das Gebäude beherbergt eine der schönsten Dachterrassen mit Bewirtung und weitem Blick über das Lichtermeer der Stadt, was wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Was für ein Rhythmus, was für ein fröhliches, lebensfrohes Ambiente - ja, das ist Madrid!
Wir freuen uns auf einen weiteren Tag voller spannender Eindrücke.

Do, 24.09. 26 Literarische Spuren, Meisterwerke der Malerei, Madrids grüne Oase und ein feuriger Flamenco–Abend

Wieder begeistert uns erstmal das Frühstücksbuffet des Hotels.
Am Morgen spazieren wir mit unserem Stadtführer Thomas durch das Barrio de las Letras, das Literatenviertel Madrids. Schon der Name verrät, was dieses Viertel so besonders macht: Hier lebten und arbeiteten einige der berühmtesten spanischen Schriftsteller des sogenannten Goldenen Zeitalters.
Im 16. und 17. Jahrhundert erlebt Spanien eine kulturelle Blütezeit. Das Land ist eine europäische Großmacht, die Literatur, das Theater und die bildenden Künste entwickeln sich auf höchstem Niveau. Schriftsteller wie Miguel de Cervantes, Lope de Vega und Francisco de Quevedo prägen diese Epoche nachhaltig. Besonders eng ist das Viertel mit Miguel de Cervantes verbunden, dem Schöpfer des weltberühmten Romans Don Quijote. Sein Werk über den idealistischen Ritter, der gegen vermeintliche Riesen kämpft, gehört zu den bedeutendsten Büchern der Weltliteratur. Cervantes erzählt darin mit viel Humor von Träumen, Wirklichkeit, menschlichen Schwächen und dem Mut, an Idealen festzuhalten.
Beim Schlendern durch die Straßen entdecken wir literarische Zitate im Boden, historische Fassaden und kleine Plätze. Zwischen gemütlichen Cafés, traditionellen Tavernen und kleinen Geschäften erleben wir ein Madrid, das sich seinen ursprünglichen Charme bewahrt hat.

Nun erwartet uns ein kultureller Höhepunkt, auf den sich viele Kunstfreunde besonders freuen: der Besuch des berühmten Museo del Prado mit einer exklusiven Führung. Das Museum öffnet 1819 seine Türen und entwickelt sich zu einem der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt. Seine Sammlung umfasst Meisterwerke aus mehreren Jahrhunderten, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der spanischen Malerei sowie herausragenden Werken aus Italien und den Niederlanden.
Ein besonders berühmter Künstler ist Diego Velázquez, der als Hofmaler des spanischen Königs Philipp IV. tätig war. Sein Meisterwerk Las Meninas gehört zu den bekanntesten Gemälden des Prado. Das Bild zeigt eine Szene aus dem königlichen Hofleben, in deren Mittelpunkt die junge Infantin Margarita mit ihrem Gefolge steht. Besonders raffiniert ist das Spiel mit Perspektive und Blickrichtung: Wer betrachtet hier eigentlich wen? Und welche Rolle nehmen wir als Betrachter ein? Das Gemälde beschäftigt Kunsthistoriker und Besucher bis heute.
Auch Francisco de Goya nimmt einen bedeutenden Platz in der spanischen Kunstgeschichte ein. In seinen Bildern spiegelt sich eine Zeit des Umbruchs, in der Spanien von Kriegen, Konflikten und tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen geprägt ist.
Zu den weiteren großen Namen gehört El Greco, dessen expressive Figuren und ungewöhnliche Farbigkeit ihn zu einem unverwechselbaren Künstler machen. Obwohl er ursprünglich aus Kreta stammt, wird er zu einer prägenden Gestalt der spanischen Malerei.

Nach diesem intensiven Kunstgenuss haben wir den Nachmittag zur freien Gestaltung.
Wir beschließen eine weitere Route mit dem Hop-on-hop-off-Bus zu fahren, diesmal das königliche Viertel, der roten Linie folgend. Die Alternative wäre im Museo Nacional Thyssen-Bornemisza weitere Meisterwerke zu entdecken. Doch für heute ist der Kunstgenuss ausreichend.

Stattdessen gerne etwas Ruhe und Natur im Parque del Buen Retiro, eine grüne Oase mitten in der Großstadt. Der Park war einst Teil der königlichen Gartenanlagen und ist heute ein beliebter Erholungsort für die Madrilenen. Zwischen alten Bäumen, gepflegten Wegen, Blumenbeeten und Wasserflächen können wir wunderbar entspannen.
Mit der Metro fahren wir anschließend zurück zum Hotel und haben noch Zeit um die Füße hoch zu legen.

Am Abend wartet ein Erlebnis, das uns die spanische Seele auf besonders eindrucksvolle Weise näher bringt: eine Flamenco-Show im bekannten Flamenco-Lokal Torres Bermejas.
Schon beim Betreten des Veranstaltungsortes spüren wir die besondere Atmosphäre. Die Bühne ist nah, die Musiker stimmen ihre Instrumente, und die Spannung steigt. Dann erklingen die ersten Gitarrenakkorde, begleitet von Gesang und rhythmischem Händeklatschen.
Flamenco ist weit mehr als ein Tanz. Er vereint Gesang, Gitarrenspiel, rhythmisches Klatschen und ausdrucksstarke Bewegungen zu einer Kunstform voller Gefühl. Die Füße trommeln mit unglaublicher Präzision auf den Boden, die Hände bewegen sich ausdrucksstark, und die Blicke erzählen Geschichten von Sehnsucht, Stolz, Schmerz und Lebensfreude. Der Gesang klingt manchmal klagend und tief, dann wieder kraftvoll und voller Energie.

Nach der Vorstellung lassen einige von uns den Abend bei einem Gläschen Vermut ausklingen. Den passenden Ort finden wir in der Bar Angel Sierra im Chueca-Viertel. Jahrhundertealte Fässer und ein Sammelsurium an Dingen machen den Charme dieser Bodega aus. Wir sitzen einfach zusammen und sprechen über die Eindrücke des Tages.

Fr, 25. 09. 26 Toledo – eine Reise ins mittelalterliche Spanien

Heute unternehmen wir einen Ausflug in eine der geschichtsträchtigsten Städte Spaniens. Unser Ziel ist Toledo, die ehemalige Hauptstadt des Landes, deren mittelalterliche Silhouette schon aus der Ferne begeistert. Die Stadt liegt auf einem Hügel über einer Schleife des Flusses Tajo, der in Portugal als Tejo bekannt ist. Die besondere Lage verlieh Toledo über Jahrhunderte hinweg eine wichtige strategische Bedeutung.
Toledo trägt den Beinamen „Stadt der drei Kulturen“, denn hier haben Christen, Juden und Muslime über lange Zeiträume hinweg ihre Spuren hinterlassen. Das Zusammenleben war nicht immer friedlich und gleichberechtigt, doch die verschiedenen religiösen und kulturellen Traditionen prägten gemeinsam das Stadtbild, das Kunsthandwerk und die geistige Entwicklung der Stadt.
Im Mittelalter wurde Toledo zu einem bedeutenden Zentrum für Wissenschaft, Philosophie und Übersetzungen. Gelehrte übertrugen arabische und jüdische Schriften sowie antike Werke ins Lateinische und später auch in andere europäische Sprachen. Dadurch gelangten wichtige Kenntnisse aus Mathematik, Medizin, Philosophie und Astronomie in die christlichen Königreiche Europas.

Gemeinsam mit unserem örtlichen Stadtführer Francisco erkunden wir die historische Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.
Doch zunächst breitet sich Toledo vor uns in seiner ganzen Schönheit aus. Die Häuser schmiegen sich dicht an den Hügel, die Kathedrale ragt hoch über die Dächer hinaus, und der Alcázar markiert weithin sichtbar den höchsten Punkt. Darunter windet sich der Tajo um die Stadt und bildet eine natürliche Grenze, die Toledo über Jahrhunderte hinweg geschützt hat.

Ein besonderer Höhepunkt ist die Innenbesichtigung der gewaltigen Kathedrale von Toledo, der Catedral Primada. Sie zählt zu den bedeutendsten Kirchen Spaniens und gilt als herausragendes Beispiel der spanischen Gotik.
Der Bau begann 1226 unter König Ferdinand III. und entwickelte sich über mehrere Jahrhunderte hinweg zu einem monumentalen Sakralbau.
Die Kathedrale ist nicht nur ein religiöses Zentrum, sondern auch ein Spiegel der spanischen Geschichte. Sie steht für die Bedeutung Toledos als kirchliches Machtzentrum und bewahrt zahlreiche Kunstwerke, die von der engen Verbindung zwischen Kirche, Herrschaft und Kunst erzählen.

Beim Rundgang durch die Altstadt genießen wir die vielen überraschenden Perspektiven. Mal führt uns der Weg an einer historischen Fassade vorbei, mal durch eine besonders schmale Gasse, in der sich kleine Handwerksläden aneinanderreihen. Die Stadt wirkt wie ein Freilichtmuseum, in dem die Vergangenheit noch immer sichtbar ist.
Doch Toledo hat nicht nur architektonische Schätze zu bieten. Die Stadt ist auch für ihr traditionelles Kunsthandwerk und ihre kulinarischen Spezialitäten bekannt. Besonders berühmt ist die Damaszenerkunst, bei der feine Gold- oder Silberfäden in dunklen Stahl eingelegt werden.
Auch Toledos Geschichte als Zentrum der Schwertschmiedekunst reicht weit zurück. Im Mittelalter waren die Schwerter aus Toledo für ihre Qualität bekannt. Vielleicht probierte jemand den berühmten Manchego-Käse, der aus Schafsmilch hergestellt wird und seinen Ursprung in der Region La Mancha hat. Oder das Mazapán de Toledo, dem traditionellen Marzipan der Stadt.
Nach dem Mittagessen bummeln wir durch die Geschäfte, stöbern nach Mitbringseln und genießen die besondere Atmosphäre der Altstadt.

Bevor wir Toledo verlassen und nach Madrid zurückkehren, erwartet uns noch ein ganz besonderer Moment. Vom anderen Flussufer aus genießen wir nochmals den berühmten Panoramablick auf die historische Stadt. Die gelungene Überraschung: unsere Reisebegleitung serviert uns eisgekühlten Vermut, mit dem wir auf eine eindrucksvolle Reise und genussvolle Tage zurückblicken.

Zurück in Madrid lassen wir den Tag bei unserem letzten gemeinsamen spanischen Abendessen im Restaurant La Catedral ausklingen. Nach den vielen Eindrücken tut es gut, noch einmal in geselliger Runde zusammenzusitzen.

Wir genießen den Abend ganz bewusst, denn morgen heißt es Abschied nehmen. Doch bevor es so weit ist, lassen wir uns noch einmal von der spanischen Küche verwöhnen und freuen uns über die schönen Begegnungen und gemeinsamen Erlebnisse dieser Reise.

Madrid und Toledo haben uns ihre unterschiedlichen Gesichter gezeigt: hier die lebendige Hauptstadt mit ihrer königlichen Pracht und ihren Kunstschätzen, dort die mittelalterliche Stadt voller Geschichte und Tradition. Beide Orte werden uns in Erinnerung bleiben.

Sa, 26. 09. 26 Abschied von Madrid – mit vielen Erinnerungen im Gepäck

Während wir uns im Hotel am Frühstücksbuffet noch einmal stärken, haben wir schon die Koffer gepackt, die letzten Einkäufe sortiert und die schönsten Fotos auf dem Handy betrachtet. Fünf erlebnisreiche Tage sind wie im Flug vergangen.

Nach dem freien Vormittag, bei dem wir noch eine große Demonstration auf der Gran Via verfolgen konnten, fahren wir gemeinsam zum Flughafen von Madrid. Auf dem Weg sprechen wir über die Hintergründe der Demo, nicht ahnend, dass wir Zeuge einer Bewegung waren, die hohe politische Wellen schlägt und letztendlich zu Neuwahlen im November führt. Es geht um die massive Wohnungsnot, eine gescheiterte Gesetzesnovelle dazu und die Minderheitsregierung von Ministerpräsident Sanchez.

Mit unserem Rückflug nach Deutschland endet unsere Städtereise – doch die Begeisterung für Madrid, die spanische Kultur und die herzliche Atmosphäre dieser gemeinsamen Tage nehmen wir mit nach Hause.
¡Hasta pronto, Madrid! Auf bald, Madrid!


Unser Fazit – fünf Tage voller spanischer Lebensfreude
Es ist die Verbindung aus großen Sehenswürdigkeiten und kleinen Glücksmomenten, die das Reisen so besonders macht. Denn am Ende sind es nicht allein die Orte, die wir besuchen, sondern vor allem die Erlebnisse, die wir miteinander teilen, die eine Reise unvergesslich werden lassen.
„Reisen ist die Sehnsucht nach dem Leben.“ – Kurt Tucholsky

Und genau diese Sehnsucht haben wir in Madrid und Toledo mit allen Sinnen gestillt. 🇪🇸

Ich freue mich darauf, euch vielleicht irgendwo und irgendwann erneut zu begegnen. Bis dahin bleibt gesund und lebensfroh. Alles Gute!


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