Quirlige Städte, feine Sandstrände, steile Klippen und geheimnisvolle Orte– wir sind in Südengland unterwegs
Reisebericht: 23.07. – 31.07.2026
Es geht zu mystischen Orten, feinsandigen Buchten und steilen Küsten, malerischen Fischerdörfern und beeindruckenden Schlössern- willkommen in Südengland.
Ein Reisebericht von
Marlies Thrum
Donnerstag, 23.07.2026
Heute geht es zunächst mit dem Bus nach Hoek van Holland. Hier wechseln wir auf die Fähre, die uns über Nacht nach England, genauer gesagt nach Kingston upon Hull, bringen wird. Die Stena Line ist unsere Fährgesellschaft, mit dem Servicepersolan im Restaurant bespreche ich unsere Plätze und unser Menü, die blauen Tisch-Schilder weisen dann den Gästen ihren Weg zu ihren Plätzen. Wir lassen es uns schmecken und manch einer verfolgt zu später Stunde noch das Ablegen des Schiffes.
Freitag, 24.07.26
Mit dem optimistischen don´t worry-be happy- Song werden wir heute morgen an Bord geweckt, Frühstück ist fertig und so treffen wir uns bereits 6:20 Uhr, gehen gemeinsam zum Bus und verlassen im Bus die Fähre. Rasch zur Passkontrolle und schon 7 Uhr verlassen wir das Fähr-Gelände. Auf dem Weg zum Tower of London haben wir etwas Zeit und statten dem Königlichen Observatorium in Greenwich einen Besuch ab. Inklusive Null-Meridian und Sklyline von London. Weiter geht die Fahrt in die Stadt, hier treffen wir unsere Fluggäste und unsere Stadtführerin Bianca. Gemeinsam erkunden wir die Tower Bridge und werfen einen Blick auf den Tower of London. St. Pauls, die Millenium Bridge und weitere legendäre Orte Londons folgen. Ein letzter Stopp an der Royal Albert Hall, dann verabschieden wir uns von Bianca und fahren nach Westminster. Hier ist Freizeit angesagt bevor wir nach Heathrow zu unserem Hotel fahren. Ein gemeinsames Abendessen hier beschließt diesen Tag.
Samstag, 25.07.26
Heute geht es nach Bristol. Mit Patrick, unserem Guide, erleben wir diese junge, bunte Stadt, sehen Kunstwerke von Banksy und natürlich die imposante Suspension Bridge über den Avon. Zu Fuss geht es weiter durchs Hafenviertel und die Freizeit verbringen viele in der Nähe des St. Nicolai Marktes. Ewgeni bringt uns dann in unser Hotel, wir checken ein und ein gemeinsames Abendessen bringt uns noch einmal alle zusammen. Wer wollte folgte mir zu einem Spaziergang zur Altstadt, trotz des gerade beginnenden Summer Festivals haben wir einen ruhigen Pub gefunden und konnten auf eine schöne Reise anstoßen.
Sonntag, 26.07.26
Heute geht es weiter nach Bath. Wir überqueren den Avon und steigen an der North Parade aus, hier wird uns Ewgeni auch wieder abholen. Vorbei an der Bath Abbey, die viele für eine Kathedrale halten, so punkvoll ist ihr Bau, geht es zu den Römischen Bädern. Bath verfügt über die einzige warme Heilquelle des Landes und die Römer wußten das zu nutzen in dem für sie kalten und unwirtlichen Britannien. Ausgerüstet mit Audio Guides erkunden wir ihre Bauten, Thermen mit kaltem und warmem Wasser, beheizten Arealen, Ruheräumen, Aquädukten. Aquae Sulis nannten die Römer diesen Ort, gewidmet ihrer Göttin Suils Minerva. Dann war Zeit, Bath kennenzulernen. Schon Jane Austen, die hier einige Zeit lebte, sagte über Bath:"wie kann man jemals von Bath genug haben?", wir schlendern zur Abbey, durch die mittelalterlichen Gassen, einige besuchen das älteste Haus der Stadt: Sally Lunns Haus aus 1482 mit einem kleinen Museum zur Bun- Bäckerei. Von hier ist es ein Katzensprung zu den Bath City Parade Gardens und zum Avon, der hier kaskadengleich über das Pulteney-Wehr fließt. Was für ein Anblick! So kann man gern seine Mittagspause verbingen. Am Bus treffen wir uns wieder und fahren nach Wells. Gemeinsam spazieren wir zur Kathedrale, eine Besichtigung innen ist heute nur teilweise möglich da gerade Gottesdienst ist.
Weiter geht es zur Vikars Close, diese wird gerade saniert, läßt aber die Pracht erahnen- immerhin die erste Reihenhaus-Straße der Welt. Etwas Freizeit verrbingen wir gern hier bevor es weitergeht nach Exeter. Im Leonardo checken wir für die nächsten Tage ein und werden zum Abend mit einem schönen Essen verwöhnt.
Montag, 27.07.2026
Tintagel ruft und mit ihm König Artus. Unser Bus parkt gegenüber der alten Post aus dem 15. Jahrhundert, die sehen wir uns später an. Zunächst geht es zum Tintagel Castle, hier soll der Legende nach Artus gezeugt worden sein. Eindrucksvoll liegt es auf den Klippen, scheinbar uneinnehmbar und doch mit dem besten Blick auf den Atlantik und sich eventuell nähernde Feinde. Wir folgen dem Wanderweg, durchqueren die Überreste des Castles, werfen einen Blick nach unten, dort soll sich Merlins Höhle befinden. Der König selber gibt sich die Ehre- in Form eines ungewöhnlichen Denkmals. Da darf natürlich kein Foto davon fehlen! Phantastisch immer wieder der Blick von den Felsen aufs Meer und ins Land. So spazieren wir zurück, nutzen die neue große Brücke, die im Geländer auch Bezüge zu König Artus hat: es scheint aus hunderten Schwertern zusammengesetzt zu sein. Wer möchte kann den Abstieg wagen und die unteren Klippen mit dem Besucherzentrum erkunden, andere wählen den Weg, den wir hierher gekommen sind, heute nur zu Fuss, da eine Baustelle den Shuttle-Service verhindert. Aber alle kommen wohlbehalten wieder im Ort an und genießen den Bummel durch Tintagel und natürlich den Besuch der alten windschiefen Post mit ihrem wunderschönen Garten. Nach der Mittagspause geht es via Plymouth über den Tamar zur Buckfast Abbey. Hier können wir uns umsehen, die Klosteranlage kennenlernen und folgen dann gern der Einladung zu einem Cream Tea. Natürlich mit Scones, Clotted Cream und Erdbeermarmelade. Am Abend kommen wir wieder in Exeter an und das gemeinsame Abendessen beschließt unseren Tag.
Dienstag, 28.07.2026
Wir besuchen heute Lanhydrock. Eine Ikone der Anwesen und Gärten Cornwalls. Auch Rosamunde Pilcher war beeindruckt- sie war bekannt dafür, dass sie die Drehorte für ihre Romane und Geschichten persönlich aussuchte. Die Restaurierungsarbeiten sind abgeschlossen und so können wir wieder viel von der Pracht des Herrenhauses sehen- 49 Zimmer, die Küchen, Gärten und die Kirche. Wir spazieren durch einen englischen Garten, genießen die angelegten Beete und Gärten. (Auch wenn die Hitzewellen für einen eigenwilligen "Trockenrasen" sorgen.) Mit Polperro besuchen wir dann ein Fischerdorf an der Küste, das als Schmugglernest einen besonderen Ruf hatte. Wir lassen den Bus oben stehen und schlendern zum Hafen hinunter, malerisch die weißen Häuschen, die sich an die Hänge schmiegen. Der innere Hafen war trocken gefallen, es war Ebbe, aber der äußere Hafen entschädigte mit einem grandiosen Ausblick. Am Nachmittag brechen wir dann ins Dartmoor auf. Via Tavistock entern wir das Dartmoor. Vom Aussichtspunkt haben wir einen tollen Blick ins Land und auch die Dartmoor-Ponys lassen sich schon bald blicken. Wir passieren Princetown, werfen einen Blick auf das Gefängnis, das sich die Gefangenen damals selber bauen "durften". Auch die Steinmauern ringsherum sind ihr Werk. Die schlechten Bedingungen führten zu Revolten, ausgebrochene Sträflinge und der berüchtigte Nebel im Moor beflügelten dann die Phantasie mancher Dichter... In Postbridge ist Zeit für eine kleine Pause. Unser Bus parkt neben dem Visitor-Center, in das viele von uns einen Blick werfen, doch dann wollen alle die Clapper Bridge anschauen: eine Brücke aus Schieferplatten. Über diese brachte man das Zinn früher mittels Packpferd zur nächsten Stadt. So gestärkt geht es weiter durch das sagenumwobene Dartmoor, die Tors- steinerne Nadeln auf den Höhen der Granitberge grüßen aus der Ferne. Moretonhampstead passieren wir, die Stadt mit dem Sperber bevor wir wieder unser Hotel erreichen.
Mittwoch, 29.07.26
Heute geht es zunächst zur Kathedrale, die wir uns anschauen konnten. Immerhin ist sie die größte Kathedrale Devons und verfügt im Mittelschiff über das größte gotische Gewölbe der Welt. Mit Audio Guides kann jeder individuell die Kathedrale erkunden, sich umschauen, die Pracht genießen. Dann besuchen wir die "Jurassic Coast". In der Lyme Bay gibt es fossilienreiche Klippen und bei Niedrigwasser ist der Strand wie mit Ammoniten "gepflastert". 1811 entdeckte hier Mary Annings nach einem heftigen Sturm, der ein Stück der Küste abbrechen ließ, das vollständige Skelett eines Ichtyosaurus. Also besuchen wir nun Lyme Regis- die Stadt Lyme des Königs (= Regis). Östlich der Stadt erhebt sich mit dem Golden Gap das höchste Kliff Südenglands- immerhin 191 Meter hoch. Frank manövriert uns durch engste Straßen mit Hecken und Trockensteinmauern gekonnt in die Stadt. Hoch oben über dem Strand parken wir und wir hatten die Wahl: die Uferstraße hinunterlaufen oder doch lieber die Treppen nehmen. Wie auch immer: alle kamen gut an "The Cobb" an, einer mächtigen Hafenmauer. Schauplatz in Romanen von John Fowles oder Jane Austin und Filmen wie "Die Geliebte des französischen Leutnants" mit Meryl Streep. Wie genießen bei mehr als 30 °C den strahlenden Sonnenschein hier, bummeln am Strand entlang oder in der Stadt. Einige suchen nach Fossilien, allein es ist Flut, also nicht viel möglich. Gegen Mittag machen wir uns an den "Aufstieg" und verlassen diese wundervolle Bucht. Fahren nach Bournmouth und checken in unser Hotel ein. Den Nachmittag verbringen alle am Strand, der sich hier mehr als 7 Meilen feinsandig entlangzieht. Erst zum Abendessen treffen wir uns wieder.
Donnerstag, 30.07.26
Zeitig geht es heute los, auf dem Weg zur Fähre nach Dover wollen wir wenigstens noch einen kleinen Abstecher machen: nach Rye. Zur Mittagszeit erreichten wir dieses wunderschöne Städtchen, parkten am alten Bahnhof und spazierten gemeinsam durch zur Kirche. Ein seltsames Seil hing von der Decke herab- wie sich herausstellte gehörte es zu einer der ältesten leider nicht mehr funktionierenden Turmuhren Englands. Die Mermaid Street- eine der schönsten Gassen Englands- führte uns zum Mermaid Inn- einer berüchtigten Schmugglerkneipe. Die muss man einfach gesehen (und erlebt) haben. Zahlreiche Geister- und Spukgeschichten sollen von den Schmugglern erfunden worden sein um nachts ungestört in der Stadt unterwegs sein zu können. Wir verabschieden uns von dieser historischen und doch lebendigen Stadt und folgen der Küstenstraße. Strahlender Sonnenschein begleitete uns und ein traumhafter Blick zu den Kreidefelsen von Dover und dem Castle, das hoch über der Stadt thront. Die neue Zollkontrolle passierten wir zügig, unser Bus wurde versiegelt und dann ging es zum Terminal. Warten war angesagt, doch dann ging es endlich auf die verspätete Fähre. Hier genoss jeder für sich die knapp eineinhalbstündige Überfahrt auf der verkehrsreichsten Seestraße der Welt- dem Ärmelkanal. Bei der Einfahrt in den Hafen hatten wir einen wunderschönen Blick auf die Altstadt von Calais. Sie liegt auf einer künstlich angelegten Insel und der 78 Meter hohe Glockenturm des Rathauses grüßte aus der Ferne. Rasch ging es zum Hotel, Einchecken und schon trafen wir uns zum verspäteten Abendessen wieder, es war immerhin schon 20:30. Also ließen wir es uns schmecken- bis morgen dann.
Freitag, 31.07.2026
Ein gutes Frühstück vom Buffet macht uns fit für die lange Heimreise. Mehr als 1000 Kilometer wollen unter die (Bus-) Räder genommen werden heute. Wie immer stoppen wir ca. alle 2 Stunden für eine Pause und so geht es durch Frankreich, Belgien und die Niederlande zurück gen Deutschland. In Kassel verabschieden wir uns von den ersten Gästen, dann geht es zügig weiter. Am Rasthof Teufelstal müssen wir uns dann auch von unserem Busfahrer Ewgeni verabschieden. Mit einem Riesenapplaus bedanken sich die Gäste für die souveräne und sichere Fahrt durch Südengland und auch ich danke für die angenehme und reibungslose Zusammenarbeit. Es ist schon später Abend als wir endlich den Dresdner Flughafen erreichen und die letzten Gäste verabschieden. Alle kommen gut und sicher nach Hause und so endet eine tolle Reise.
Liebe Gäste- was für eine Reise! Verwöhnt von Sonne satt und traumhaften Ausblicken auf das Meer und das Land haben wir tolle und unglaubliche Bilder mitnehmen dürfen. Ich danke Euch, Euer Interesse an Englands Süden hat diese Reise erst ermöglicht und sehr gern habe ich Euch dabei begleitet. Bleibt gesund und reisefreudig- vielleicht sehen wir uns dann bei einer nächsten Reise wieder, ich würde mich freuen,
herzlichst, Eure
Marlies Thrum
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