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Stadt auf zwei Kontinenten

Reisebericht: 10.09. – 14.09.2026

Wo Europa und Asien sich die Hand reichen,
zwischen Minaretten, Muezzinruf und Meeresbrise, beginnen wir zu staunen, zu entdecken und zu träumen.

Bettina Langendörfer

Ein Reisebericht von
Bettina Langendörfer

Testi Kebab – © Bettina Langendörfer (Eberhardt TRAVEL) Frühstücksblick aufs Marmarameer – © Bettina Langendörfer (Eberhardt TRAVEL) Sultanahmet-Platz – © Bettina Langendörfer (Eberhardt TRAVEL) Topkapı-Palast – © Bettina Langendörfer (Eberhardt TRAVEL) Die Kleider des Sultans – © Bettina Langendörfer (Eberhardt TRAVEL) Fußabdruck des Propheten  – © Bettina Langendörfer (Eberhardt TRAVEL) Juwelier im großen Basar – © Bettina Langendörfer (Eberhardt TRAVEL) Bosporusfahrt – © Bettina Langendörfer (Eberhardt TRAVEL) Teppichmanufaktur – © Bettina Langendörfer (Eberhardt TRAVEL) Blick von der Galatabrücke  – © Bettina Langendörfer (Eberhardt TRAVEL) Zisterne – © Bettina Langendörfer (Eberhardt TRAVEL) Frühstücksbuffet – © Bettina Langendörfer (Eberhardt TRAVEL)

Anreise und Willkommen

Endlich ging es los! Wir waren insgesamt 13 Personen, die aus allen Teilen Deutschlands am Istanbul Airport zusammenkamen. Eine bunt gemischte Truppe, die sich dort zum Transfer zum Hotel traf.
Der Flug mit Turkish Airlines war durchaus gelungen: tolle Bordverpflegung und ein super Bordunterhaltungsprogramm – da verging die Zeit wie im Flug. Am Flughafen angekommen, brachten uns die Transferbusse direkt zum Pyia Sport Hotel in der Altstadt von Istanbul.
Der Tag unserer Ankunft zeigte sich von seiner schönsten Seite: warm und sonnig bei angenehmen 28° – perfektes Wetter, um anzukommen und die ersten Eindrücke zu genießen. Nachdem wir uns kurz frisch gemacht hatten, ging es auch schon zum Abendessen ins Restaurant Olimpiyat im Stadtteil Kumkapi.
Kumkapı ist ein historisches Viertel an der Marmarameer-Küste der Altstadt von Istanbul. Sein Name bedeutet „Sandtor“ und geht auf ein Stadttor zurück, an dem sich durch die Strömung Sand ablagerte. Das Viertel war einst ein kleines Fischerdorf nahe dem byzantinischen Hafen und ist bis heute stark von der armenischen Kultur geprägt – hier befinden sich die armenische Patriarchatskirche sowie mehrere armenische Kirchen und Schulen. Vor allem abends ist Kumkapı sehr lebendig: Die engen Gassen sind gesäumt von traditionellen Meyhanes (Tavernen) und Fischrestaurants, in denen frische Meeresfrüchte, Meze und Rakı serviert werden, oft begleitet von türkischer Live-Musik.
Im Restaurant Olympiad gab es Testi Kebab, das am Tisch zubereitet wurde. Besonders beeindruckend war die Zubereitung des Testi Kebab: Das Fleisch, das Gemüse und die Gewürze wurden in einen speziell geformten Tonkrug gefüllt, der anschließend mit einem Teigverschluss fest abgedichtet und über mehrere Stunden langsam gegart wurde. Anschließend wurde das Testi Kebab am Tisch flambiert – die aufsteigenden Flammen sorgten für eine spektakuläre Show und verliehen dem Gericht noch eine zusätzliche, rauchige Note. Als der Krug dann am Tisch mit einem beherzten Schlag geöffnet wurde, strömte uns das herrliche Aroma direkt entgegen. Ein echtes kulinarisches Erlebnis und ein gelungener Auftakt.
Jetzt waren wir gespannt, was die nächsten Tage bringen würden!

Entdeckungstour in der Altstadt

Nach einem opulenten Frühstück mit herrlichem Blick auf das Marmara-Meer in der fünften Etage unseres Hotels machten wir uns zu Fuß auf den Weg zur Hagia Sophia. Unterwegs kamen wir an der Konstantinsäule vorbei, einer markanten Säule aus dem 4. Jahrhundert, die an Kaiser Konstantin den Großen erinnert.
Am Sultan-Ahmed-Platz legten wir einen Fotostopp ein – der perfekte Ort, um die ersten Eindrücke der monumentalen Bauwerke festzuhalten.
Anschließend besichtigten wir die Hagia Sophia. Dieses beeindruckende Bauwerk wurde ursprünglich als Kirche errichtet und diente 916 Jahre lang dem christlichen Gottesdienst, bis es nach der osmanischen Eroberung Istanbuls im Jahr 1453 in eine Moschee umgewandelt wurde. Von 1934 bis 2020 war sie als Museum zugänglich, ehe sie durch eine Entscheidung des türkischen Staatsrates wieder als Moschee geöffnet wurde. Heute ist sie sowohl ein aktiver Ort des Gebets als auch für Besucher zugänglich.
Danach ging es weiter zum Topkapi-Palast, dem einstigen Regierungssitz der osmanischen Sultane, wo wir in die prachtvolle Geschichte des Reiches eintauchten.
Nach einer Stunde Freizeit für das Mittagessen besichtigten wir die Blaue Moschee mit ihren sechs Minaretten und der berühmten blauen Fliesenpracht im Inneren. Direkt daneben besuchten wir das Hippodrom mit den Obelisken und dem Deutschen Brunnen – ein Ort, der auf eine jahrtausendealte Geschichte zurückblickt.
Zum Abschluss des Tages ging es zum Großen Basar, der uns mit seinem Labyrinth aus Gassen, Geschäften und unzähligen Händlern und Besuchern beeindruckte. Einige zog es in der Dunkelheit noch einmal zurück zum Sultanahmet-Platz um die angestrahlten Kuppeln und Minarette der Hagia Sophia und der Blauen Moschee, die sich eindrucksvoll gegen den Nachthimmel abzeichneten, zu bestaunen. In kleinen Gruppen ließen wir uns das Abendessen schmecken und tauschten unsere Gedanken zum Erlebten aus.

Zwei Kontinente, eine Stadt

Auch heute starteten wir bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um 27°. Barisch, unser Reiseführer, holte uns am Hotel ab, und wir fuhren zum Chora-Kloster.
Das Chora-Kloster, heute als Kariye-Moschee bekannt, liegt im Stadtteil Edirnekapı nahe der alten Stadtmauer. Sein Name leitet sich vom griechischen „Khora“ ab, was „ländliches Gebiet“ oder „außerhalb der Stadt“ bedeutet – ein Hinweis darauf, dass die Kirche einst vor den Toren Konstantinopels lag. Besonders berühmt ist sie für ihre Mosaiken und Fresken, die zwischen 1305 und 1320 entstanden und zu den schönsten Zeugnissen der spätbyzantinischen Kunst zählen. Nach der Eroberung Istanbuls wurde die Kirche 1511 in eine Moschee umgewandelt, die christlichen Kunstwerke wurden überdeckt. 1948 wurde sie als Museum geöffnet und die Mosaiken wieder freigelegt. 2020 wurde sie erneut zur Moschee erklärt, bleibt aber als Kulturdenkmal für Besucher zugänglich.
Weiter ging es nach Üsküdar auf der asiatischen Seite. Dort entdeckten wir die Stadt und den lebendigen Markt – ein anderes Flair als auf der europäischen Seite, mit geschäftigen Gassen, Fischständen und dem Duft von Gewürzen.
Anschließend fuhren wir zum Çamlıca-Hügel, der Erhebung Istanbuls am Bosporus. Von dort oben hatten wir einen herrlichen Blick auf den Bosporus und den asiatischen Teil der Stadt – ein Panorama, das einem den Atem stocken ließ.
Dann ging es zum Bootsanleger, wo zu unserer großen Überraschung eine weiße Yacht nur für uns gechartert war. Die Bosporus-Rundfahrt führte uns bis zur zweiten Brücke und dann ein Stück das Goldene Horn hinauf. Vom Wasser aus sahen wir die Stadt mit ganz anderen Augen: die historischen Yalıs am Ufer, die Silhouette der Minarette, das gleißende Licht auf dem Wasser.
Der Bus erwartete uns am Anleger und brachte uns zurück zum Hotel. Den Abend gestalteten wir individuell – wir gingen essen, nutzten den Wellnessbereich im Hotel, stöberten in den Geschäften und entdeckten die Stadt auf eigene Faust.

Handwerkskunst und verborgene Schätze

Zu Fuß ging es zur Teppichmanufaktur Nakkaş in der Nähe des Hippodrom-Platzes. Von außen eher unscheinbar, verbirgt das Haus im Keller eine ganz besondere Sehenswürdigkeit: eine Zisterne, die zum Museum umgewandelt wurde und die wechselvolle Geschichte des Hippodrom-Platzes erzählt. Zahlreiche Ausstellungsstücke und Skulpturen lassen die Jahrhunderte lebendig werden.
Anschließend erfuhren wir viel über die Kunst der Teppichknüpferei – vom gordischen Knoten bis hin zu den zahlreichen Anschauungsexemplaren, die die feinen Unterschiede der verschiedenen Knüpftechniken zeigten.
Zusätzlich verbirgt sich im Haus ein Juwelier. Hier erfuhren wir viel über die Schmuckherstellung. Besonders fasziniert hat uns der Alexandrit, der bei Tageslicht grün und bei Kunstlicht rot erscheint – daher auch „Smaragd bei Tag, Rubin bei Nacht“ genannt. Antiker Schmuck wird originalgetreu nachgearbeitet.
Danach führte einige von uns der Weg zur Zisterne, die in der Nähe der Hagia Sophia liegt. Dort erwartete sie eine mystische Atmosphäre – das gedämpfte Licht, die Tropfsteine, das leise Plätschern des Wassers. Andere verbrachten die Zeit im Hamam und genossen die traditionelle türkische Badekultur.
Am Nachmittag fuhren wir mit der Straßenbahn und Baris zum Gewürzbasar. Schon beim Betreten umfängt einen eine betörende Mischung aus Düften – Safran, Zimt, Kreuzkümmel, getrocknete Minze und süße Früchte liegen in kunstvoll aufgetürmten Bergen in den Auslagen. Händler rufen ihre Waren aus, laden zum Probieren ein, und zwischen den engen Gängen drängen sich Einheimische und Reisende. Es ist ein lebendiges Kaleidoskop aus Farben, Düften und Stimmen – ein wahres Fest für die Sinne.
Nach einigen Kostproben und anschließender Freizeit trafen wir uns, um gemeinsam zum Restaurant Fish Port unter der Galata-Brücke zu gehen. Dort erwartete uns das Abschiedsabendessen – ein stimmungsvoller letzter Abend mit Blick auf das Wasser, frischem Fisch und guter Gesellschaft.
Einige machten sich anschließend zu Fuß auf den Weg zum Hotel, andere wählten die bequemere Straßenbahn. Der letzte Abend klang wieder in entspannter Atmosphäre aus.

Abschied von Istanbul

Am frühen Mittag wurden wir nach einem ausgiebigen letzten Frühstück zum Flughafen abgeholt. Noch einmal ließen wir den wehmutsvollen Blick über das Marmarameer und die vorbeifahrenden Schiffe schweifen – ein Anblick, den wir so schnell nicht vergessen würden.
Ein letzter Spaziergang durch die verwinkelten Gassen der Altstadt, vorbei an kleinen Läden und Cafés, die gerade ihre Türen öffneten. Ein letzter Blick auf die Moschee, und das Singen des Muezzins, das inzwischen fast so vertraut geworden war wie das eigene Atmen.
Dann verteilten wir uns auf die verschiedenen Gates am Istanbuler Flughafen, der durch seine schiere Größe und die Vielzahl an Geschäften beeindruckte.
Eine wunderschöne Reise ging zu Ende – mit vielen Eindrücken und der Gewissheit, dass Istanbul uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.


Man kommt von einer Reise nie ganz so zurück, wie man aufgebrochen ist. Ein Stück Istanbul reist mit – das Licht auf dem Bosporus, der Ruf des Muezzins, der Duft von Safran und Meer.
Mein herzlicher Dank gilt Baris, unserer Reiseleitung, der uns mit Wissen, Geduld und Humor durch fünf unvergessliche Tage geführt hat – und natürlich euch allen, den 12 Reisenden, die diese Reise mit ihrer Neugier, guten Laune und Gemeinschaft zu etwas ganz Besonderem gemacht haben.


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