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Singlereise Usbekistan 09. – 18.10.2026

Reisebericht: 09.10. – 18.10.2026

Mitte des 13. Jahrhunderts hatte die rund 6.400 km lange Seidenstraße in Mittelasien ihre größte Bedeutung. Grund genug, sich einige der daran gelegenen historischen Orte einmal aus der Nähe anzusehen

Dr. Dieter Braune

Ein Reisebericht von
Dr. Dieter Braune

2026_UZB - Xiva: Qutlug'  Morod Inoq Medrese – © Dieter Braune (Eberhardt TRAVEL) 2026_UZB - Xiva: Grabstätten – © Dieter Braune (Eberhardt TRAVEL) 2026_UZB - Xiva: Hausschuhangebot – © Dieter Braune (Eberhardt TRAVEL) 2026_UZB - Xiva: Stadtmodell – © Dieter Braune (Eberhardt TRAVEL) 2026_UZB - Buchara: Am Straßenrand – © Dieter Braune (Eberhardt TRAVEL) 2026_UZB - Buchara: Bakhonddin_Naks_Esemble - Moschee – © Dieter Braune (Eberhardt TRAVEL) 2026_UZB - Buchara: CHOR-BARK - Fußwaschraum – © Dieter Braune (Eberhardt TRAVEL) 2026_UZB - Shahrisabz: Ko'k Gumbaz Moschee – © Dieter Braune (Eberhardt TRAVEL) 2026_UZB - Samarkand: Begäbnisstraße – © Dieter Braune (Eberhardt TRAVEL) 2026_UZB - Samarkand: Begäbnisstraße - timuridische Fliesenkunst - außen  – © Dieter Braune (Eberhardt TRAVEL) 2026_UZB - Samarkand: Registan-Platz - Sherdor-Medrese – © Dieter Braune (Eberhardt TRAVEL) 2026_UZB - Samarkand: Registan-Platz - Sherdor-Medrese - Gebetsraum – © Dieter Braune (Eberhardt TRAVEL)

Tag 1 – 09.10.2026: Anreise nach Istanbul

14 Reiselustige aus ganz Deutschland, von Duisburg im Westen, bis Bautzen im Osten, hatten sich auf den Weg nach Mittelasien gemacht. Von den Flughäfen Düsseldorf, Frankfurt und Berlin kommend, trafen wir uns auf dem neuen Flughafen von Istanbul am Gate gen Taschkent. Um 01:20 Uhr startete der Airbus der Türkisch Airways zu unserem Zielflughafen in Usbekistan.

Tag 2 – 10.10.2026: Anreise / Besuch Taschkent

Noch etwas müde hatten wir gegen 08:00 Uhr die Passkontrolle absolviert und gingen zum Gepäckband. Nach einigen Minuten des Abwartens stand fest, dass der Koffer von Barbara nicht mitgekommen war. Während Barbara und Dieter den Lost&Found-Schalter besuchten, konnte der Rest der Gruppe die ersten Euros in Usbekische So'm tauschen und waren damit, im Handumdrehen zum Millionär aufgestiegen.
Nach Abschluss der Formalitäten erwartete uns unser Reiseleiter Alibek in der Ankunftshalle. ALIBEK, der erste Teil seines Vornamens kommt aus dem Arabischen und der zweite Teil BEK ist türkisch und steht für "Anführer". Also genau das, was wir die nächsten Tage brauchten.
Nach einem sehr guten Frühstück im Hotel und einer kleinen Verschnaufpause starteten wir zum ersten Stadtspaziergang, denn das geistliche Zentrum Taschkents war fußläufig erreichbar.
Vorbei am neu erbauten "Zentrum der islamischen Zivilisation" besichtigten wir das Kaffol Shoshi Mausoleum und die Tilla Shayx Medrese. In der Muyi Munorak Medrese machte uns Alibek auf eine Miniaturausführung des Korans aufmerksam. Den Abschluss bildete die Hazrati Impom Moschee.
Dann ging es mit dem Bus weiter zum zentralen Markt Taschkents, auf dem uns ein reges Treiben erwartete. Zwischen einer Unmenge von Gewürzen und Obstsorten hieß uns Alibek, mit einem frischen Stück warmen Fladenbrots, nochmals herzlich willkommen. Nach einer kurzen Verschnaufpause besuchten wir eine moderne und dann ein historische, zu Sowjetzeiten in den 1970iger Jahren erbaute Metrostation. Am Romanov Palast, den sich Großfürst Nicolai, der aus St. Petersburg verbannt wurde, 1891 errichten ließ, verließen wir das U-Bahn-System wieder. Von der Oper brachte uns unser Bus zum vorgezogenen Abendessen ins Restaurant „Sim Sim“. Es war für das sehr noble Restaurant, in dem wir auch draußen sitzen konnten, kein Problem, dass wir unser Eintreffen um fast zwei Stunden vorgezogen hatten.
Gegen 19:00 Uhr erreichten wir unser sehr gutes Hotel und Alibek verkündete, dass er morgen früh um 04:00 Uhr gerne unsere Koffer gegen die Ausgabe von Lunchpaketen eintauschen möchte!

Tag 3 – 11.10.2026: Weiterflug nach Urganch / Xiva

Um 06:50 Uhr hob unser "самолёт " in Taschkent ab und wir flogen über Wüstengebiete nach Urganch. Brigitte genoss den Luxus uns eine Stunde später, per Business Class, zu folgen. Vom Flughafen Urganch zu unserem ersten, seit 1990 als UNESCO- Weltkulturerbe anerkannten Ort Xiva fuhren wir knapp eine Stunde. In dem kleinen, sehr authentisch eingerichteten Hotel gab es erst mal Frühstück. Es regnete im Strömen! Das war untypisch für diese Jahreszeit, was uns aber nicht weiterhalf. Bei diesem Regen die Stadtbesichtigung zu starten, hätte bedeutet, dass wir binnen weniger Minuten patschenass wären. Also lieber warten. Alibek holte sein Laptop raus und hielt einen sehr interessanten PowerPoint-Vortrag über Usbekistan. Barbara, immer noch ohne Koffer reisend, nutze die Gelegenheit, um sich schick neu einzukleiden.
So langsam konnten wir auch unsere Zimmer beziehen. Gegen 14:00 Uhr, gingen wir, die kleinen Seen auf der Straße "umschiffend", in die 2.500 Jahre alte Stadt Xiva. Wir durchschritten das Stadttor und tauchten in die Welt aus Tausendundeiner Nacht ein. Auf Grund des Regens war die Stadt leer und nur ganz wenige Händler unterwegs.
In der Dschuma-Moschee, eine der faszinierendsten und ungewöhnlichsten sakralen Stätten Zentralasiens, die im 18. Jahrhundert, auf den historischen Resten aus dem 10. JH. errichtet wurde, begannen wir unsere Entdeckungstour. Die Moschee ist in Form einer Säulenhalle mit einem aus 212 bestehenden "Säulenorchester" erbaut worden. Alibek erklärte uns, wie die Holzstämme, in einem dreijährigen Prozess, bearbeitet und verziert wurden.
Nach einer kleinen Verschnaufpause, bei je zwei gefüllten Teigtaschen und Tee besuchten wir mehrere Medresen (Koranschulen) und die Ko'hna Ark (Ark = Festung) mit ihrer Empfangshalle.
Zum Abschluss des Stadtgangs kehrten wir in ein usbekisches Restaurant ein. Hier lernten wir erstmals die Rangordnung unter dem Personal der usbekischen Gaststätten kennen. Die „alten Hasen“ bedienen direkt an den Tischen, während die jungen "Spunde" den Transport von und zur Küche übernahmen. Ein letzter Spaziergang führte uns wieder zum Hotel.

Tag 4 – 12.10.2026: Fahrt von Xiva nach Buchara

Nach dem Frühstück und diesmal bei Sonnenschein haben wir Xiva von einer ganz anderen Seite kennengelernt. Das Kalta-Minarett und die Medresen strahlten in schönen Blautönen und die Händler belebten die Stadt. Einige kauften hier auch die ersten Mitbringsel.
Dann fuhren wir auf sehr schlechten Straßen Richtung Buchara. Durch den Starkregen des Vortages waren links und rechts des "Holperweges" Schlammbereiche. Wir überquerten den Fluss Amudaya auf einer schmalen Brücke, die wechselseitig den Straßenverkehr und in der Mitte auch noch den Zugverkehr aufnahm.

Hinter der Brücke begann die Wüste Kyselkum, die unseren Weg die nächsten Stunden prägte. An einem Viewpoint machten wir einen Fotostopp und schauten über den Amudaya nach Tadschikistan.
Dann machten wir an einer Gaststätte mitten im Niemandsland eine kleine Mittagspause. Das für usbekische Verhältnisse sehr unfreundliche Personal bediente uns in Windeseile, so dass wir, trotz 3-Gänge-Menü, ganz schnell wieder auf der Piste waren.
Alibek erklärte uns einiges über die in der Wüste wachsenden "Bäume" und Sträucher. So wachsen dort der Weiße bzw. der Schwarze Saxaul, ein blattloses Holzgewächs. Ihre Wurzeln reichen extrem tief bis zum Grundwasser. Sie befestigen die Wüste gegen Sandstürme und sind ein sehr gefragter Brennstoff.
Am späten Nachmittag erreichten wir die Oasenstadt Buchara. Nach einer kleinen Verschnaufpause im Hotel fuhren wir nur ein paar Minuten bis zur Altstadt. Durch ein altes Stadttor und an vielen Händlern vorbei, erreichten wir den zentralen Poyi Kalon Complex. Hinter dem, den Platz dominierende Kalon-Minarett lag unsere Gaststätte. Geplant war das Servieren des Abendessens auf der Dachterrasse. Dafür war es aber leider zu kalt! Auf dem Rückweg durch die Altstadt führte uns unser Reiseleiter noch zu einem noblen Scherenmacher und in einen Kunstsalon.
Alibek verabschiedet sich, wie immer, mit den Worten: "Der Tag ist fast gelungen!"
Einige der Reisegruppe ließen den Tag noch in der schönen, typisch usbekischen Hotelhalle bei einem Kaltgetränk ausklingen. Dabei haben Silka und Vera die Übernahme der Patenschaft für unseren Alterspräsidenten Artur verkündet!

Tag 5 – 13.10.2026: Buchara

Heute stand die auch 2.500 Jahre alte und seit 1993 in die UNESCO-Liste aufgenommene Stadt Buchara in unserem Fokus.
Wir begannen unseren Rundgang an dem Samanider Mausoleum, dem ältesten Zeugnis der islamischen Archetektur in Zentralasien.
Dann ging es auf den Markt, um u.a., Gewürze zu kaufen. Mein Einkaufszettel war danach abgearbeitet und der Rucksack, u.a. mit Safran, Kurkuma, Paprika und Kreuzkümmel, gut gefüllt.
Am Chashmal Aynb Mausloleum aus demn12. Jahrhundert berichtete Alibek einiges über die damals verwendeten, quadratischen Backsteine. Im Innenraum strahlten uns die gut erhaltenen blauen Mosaikkacheln an.
Vorbei an der 1712 erbauten Bolo-Hovuz-Moschee, die auch als die 40- Säulenmoschee bekannt ist und bis 1917 als zentrale Freitagsmoschee diente, erreichten wir den Registan-Platz, mit der dort alles überragenden Festung (Ark). Durch das beeindruckende Eingangstor und über den steilen Zugang erreichten wir das Festungsplateau. Von hier hatten wir einen fantastischen Blick auf die Altstadt, die wir nach der Mittagspause erkundeten. Dabei standen der Poyi Kalon Complex, mit der dort angesiedelten Kolon Moschee und der beeindruckenden Mir-i-Arab-Medrese im Fokus. Wir besuchten auch das Innere der Koranschule. Alibek zeigt uns ein typisch eingerichtetes Studierzimmer. In Buchara gab es im ausgehenden Mittelalter 12 Koranschulen, 10 für die Jungs und 2 für die Mädels. Diese jungen Frauen aus höheren Ständen sollten hier u.a. für das Leben an der Seite eines Imams vorbereitet werden.
Anschließen gingen wir durch viele Handwerkergassen und vorbei an einer Ausgrabungsstätte, an der ein Platz freigelegt war, der vor einigen Jahrhunderten 8 m tiefer lag.
Im sehr geschmackvoll eingerichteten Restaurant "Old Buchara" wurde uns unser Abendessen, wie fast immer als Dreigängemenü, serviert. Von diesem Abend an begannen bei vielen von uns die ersten Probleme mit "stomach"! Neben dem verwendeten, nicht immer keimfreien Wasser, ist dafür vor allem das, in der usbekischen Küche verwendete Baumwollsamenöl verantwortlich. Dieses ist für unsere mitteleuropäischen Mägen nicht immer gut verträglich!

Tag 6 – 14.10.2026: Umgebung von Buchara

Am gestrigen Abend, 23:08 Uhr, kam die Nachricht, der verlorene Koffer ist in Taschkent verladen worden! Als wir mit dem Bus starten wollten, zeigte Barbaras Koffertracker an, dass der Koffer im Stadtverkehr von Buchara umherirrt. Also warteten wir noch ein paar Minuten, bis der Koffer da war und Barbara anzugstechnisch von Herbst auf Sommer umgestellt hatte.
Heute ging es in die Umgebung von Buchara. Der erste Ausstieg war am Bakhonddin-Naks-Esemble aus dem 16. Jahrhundert. Der 1318 geborene Namensgeber für diese Anlage ist einer der meistverehrten Heiligen Zentralasiens.
Anschließend besuchten wir den Sommerpalast, der hier Ende des 19. Jahrhundert von den besten russischen Baumeistern aus St. Petersburg errichtet wurde. Hier empfing der letzte Emir von Buchara Alim-Khan im Thronsaal seine Gäste, oder machte mit ihnen, ggf. im Spielzimmer, ein Brettspiel. Anschließend wurden in der Teestube die Geschäfte gemacht. Für Alibek war dieser Palast um ein Vielfaches schöner als das Schloss Neuschwanstein! Urteilt bitte selbst!
Am Ausgang spendierte „Herr Eberhardt“ für jeden einen frisch gepressten Granatapfelsaft, der, nach Aussage von Alibek, magentechnisch heilende Wirkung haben soll.
Auf der Weiterfahrt hielten wir an einer Baumwollplantage an. Alibek sagte uns, dass die Ernte nach dem dritten, großen Regen - so einen, wie wir in Xiva erlebt hatten - erfolgt.
Der Vormittag wurde mit der Besichtigung des islamischen Gedenkkomplex Chor-Bakr aus dem 16. Jh. beendet. Dieser Komplex besteht aus Moschee, Medrese und einem überdimensionalen Grabkomplex - der Stadt der Toten. Alibek berichtete uns an den Grabstätten, dass entsprechend ihrer Religion, die Knochen für immer und ewig auf den Friedhöfen liegen bleiben und damit immer mehr Platz benötigt wird.
Beim Verlassen des Gesamtkomplex, der seit 2023 zum "UNESCO - Seidenstraße Korridor" gehört, hörten wir mal einen Muezzin zum Gebet rufen. Die Rufe sind selten, denn es darf in Usbekistan nur vom Minarett „gerufen“ werden, wenn alle damit einverstanden sind und sich keiner belästigt fühlt!
Nach der obligatorischen Mittagspause besuchten wir im Labi-Hauz, im Zentrum der Altstadt von Buchara, eine Folklorevorführung, mit integrierter Modenschau im usbekischen Outfit.
Anschließend, auf dem Weg zum Abendessen, machten wir einen kurzen Rundgang durch das Jüdische Viertel. Nur war leider die Synagoge wieder einmal geschlossen.

Tag 7 – 15.10.2026: Fahrt von Buchara, über Shahrisabz und den Zarafshon–Pass, nach Samarkand

Am heutigen Tag durchquerten wir wieder die Wüste und erreichten, gegen Mittag, die Stadt Shahrisabz. Nach einer kleinen Stärkung führte uns Alibek durch den US-SAODAT-Komplex mit dem Us-Siyodat Mausoleum, mit der innen vollkommen weißen Kuppel.
In Shahrisabz wurde 1336 der turko-mongolische Eroberer Timur, später auch als Timur Lenk (der Lahme) bzw. Tamerlan bekannt, geboren. Heute wird er als Amir Timur als usbekischer Nationalheld verehrt. Shahrisabz machte Tamerlan zu seinem Sommersitz und hier wurde sein Vater und sein ältester Sohn, dessen Gruft wir besuchten, begraben.
Dann fuhren wir mit 2 Tuk Tuks zur Ruine des Oq Saroy Palastes, einer imposanten Anlage in der Timur einst residierte. Erhalten ist vor allem das etwa 38 m hohe Eingangsportal mit seinen Mosaiken in Blau, Ocker und Gold. In dem angrenzenden Park haben die Usbeken für ihren Tamerlan ein überdimensionales Denkmal errichtet.
Hinter der neuen, aber nach dem historischen Vorbild errichteten Stadtmauer warteten 5 Pkws / SUVs auf uns, um uns über den 1.600 m hohen Zarafshon-Pass nach Samarkand zu bringen. Die Fahrt war etwas abenteuerlich, denn die Fahrer mussten unterwegs alles zeigen, was ihre Autos so zu bieten hatten, inkl. ständig wechselnder Videos auf dem Display auf der Mittelkonsole. Dazu kamen Tierherden auf der Straße und das Fahren mit sehr hohen Geschwindigkeiten. Der eigentliche Pass war so mit Buden und Markttreibenden überseht, so dass wir von der schönen Landschaft leider nichts sahen!
So erreichten wir - etwas genervt - am frühen Abend unser Hotel in der Großstadt Samarkand.
Aber, wie sagt Alibek immer: "Was nicht verboten ist, ist erlaubt!"

Tag 8 – 16.10.2026: Besichtigung des historischen Samarkands

Das erste Highlights des heutigen Tages war die Besichtigung des Schahi-Sinda-Ensamble, dass auch als Begrebnisstraße bekannt ist. Diese heilige Stätte wuchs über mehrere Jahrhunderte vom 9. bis zum 19. Jh. Die meisten der heutigen Bauwerke und prächtigen Gräber des Adels stammen aus der Timuridenzeit im 14. und 15. Jh. Alibek erklärte uns, wie damals zwei Kuppeln so übereinander angeordnet wurden, dass dazwischen eine isolierende Thermoschicht entstand. Diese ermöglichte es dann, innen, auf einer wohl temperierten Oberfläche, Kacheln und erstmals auch, unter Ulug'bek, Blattgold aufzutragen. Die Bauwerke, die timuridische Fließenkunst sowie ihre Farbenvielfalt waren sehr beeindruckend. Auf dem Weg zum Markt, dem Siyob Basar, auf dem wir eine Pause einlegten, sahen wir am Wegesrand mehrere, mit Besen und einer Plastikfolie bestückte "Vorläufer" der heutigen Laubbläser. Diese waren sehr effektiv und vor allem geräuschlos!
Wir besuchten die Bibixonim-Moschee, die Tamerlan, nach seinem Indienfeldzug, 1399 beginnend, als größte Freitagsmoschee der islamischen Welt bauen ließ. Die Gläubigen sollten hier, beim Gebet, einen Vorgeschmack auf das Leben im Paradies bekommen. Diese Moschee besitzt vier Minarette und offene Galerien im Inneren. An einer aufklaffenden Mauerseite konnte man sehen, wie früher materialsparend, mit einer Lehmfüllung zwischen den Mauern, gebaut wurde.
Nach einer Mittagspause in der Innenstadt fuhren wir zum Registan-Platz. WOW, die tollen Eindrücke von Buchara waren doch noch zu toppen!
An diesem zentralen Platz stehen: links die Ulug'bek Medrese, mittig die Tillakori Medrese
und rechts die Shedor Medrese, die wir uns auch von innen ansahen.
Alibek gönnte uns eine kurze Verschnaufpause im Hotel und dann ging es auch schon weiter zur Weinverkostung. In einem, im russischen Stiel erbauten Fabrikantenhaus verkosten wir 10 Sorten lokaler Produkte. Die Palette reichte von Rot-, über Rose- und Weißwein, bis hin zu zwei Sorten Cognac.
Anschließend fuhren wir an den Stadtrand. Hier empfing uns eine tadschikisch sprechende, usbekische Familie in ihrem Haus, mit großem Innenhof, zum traditionellen „Plow“- Essen. Am Eingang erklärte uns die Familienmutter die Zutaten und Zubereitung des Nationalgerichtes. Die Töchter verwöhnten uns im Gastraum mit vielen, sehr schmackhaften Vorspeisen. Nach dem Hauptgang führte uns die älteste, 17jährige Tochter, in ihren „privaten“ Klassenraum. Hier lehrte das junge Mädchen ihre Geschwister und Kinder aus der Nachbarschaft die englische Sprache. Sie selber lernte in der Schule neben Russisch und Englisch auch Deutsch.
Den krönenden Abschluss dieses erlebnisreichen Tages bildete die tolle Lichtershow auf dem Registan-Platz, die wir bestimmt nicht vergessen werden. Alibek verabschiedet uns, wie immer mit den Worten: "Der Tag ist fast gelungen ..." in die Nacht.

Tag 9 – 17.10.2026: Samarkand Teil 2 und Rückfahrt nach Taschkent

Da der letzte Tag von vornherein etwas länger geplant war, starteten wir heute erst um 10:30 Uhr.
Zuerst fuhren wir zum Go’r Amir Mausoleum, wo Tamerlan begraben liegt.
Dann fuhren wir weiter zur Seiden-Papierfabrik. Hier zeigte uns Alibek, wie aus den Zweigen der Maulbeerbäume, in mehreren Prozessschritten, Papier hergestellt wird, das am Ende, durch einen einseitigen Schliff, seidenähnlich wirkt.
Nachdem wir noch mehreren Kindergruppen bei ihren Auftrittsvorbereitungen beobachteten, fuhren wir zum Observatorium weiter. Dieses ließ Tamerlans Enkel Ulug'bek (1394 - 1449) einst erbauen.
Ulug'bek war als feinfühliger Freund der Wissenschaften das genau Gegenteil zu seinem blutrünstigen Großvater Tamerlan. Sein Interesse für Mathematik, Astrologie und Astronomie bestimmten sein Leben. Die Staatsgeschäfte traten bei ihm in den Hintergrund. Das rächte sich insofern, denn er wurde während eines Staatsstreiches enthauptet. Unter den Verschwörern war auch sein Sohn!
Die zwischen 1424 und 1428 erbaute Sternwarte war zur damaligen Zeit weltweit ohnegleichen. Es wurde eine 11 m tiefe Rinne in das Gestein geschlagen. Zusammen mit dem 3-stöckigen Überbau wurde so ein riesiger Sextant erbaut, mit dem damals 992 Sterne vermessen wurden.
Danach fuhren wir, an der Begrebnis-Straße vorbei, auf ein darüber liegendes Hochplateau. Dort besuchten wir das Afrosiyob-Museum. Dieses wurde 1970, anlässlich des 2.500-jährigen Stadtjubiläums, an einer der größten archäologischen Ausgrabungsstätten der Welt, erbaut. Alibek führte uns durch die Ausstellung, die an sehr farbenfrohen Fresken aus dem 7. Jahrhundert endete. Wir waren alle etwas k.o., so dass aus der Besichtigung der Ausgrabungsstätte eine Verschnaufpause wurde.
Gegen 16:30 Uhr erreichten wir unser Restaurant zum Abschlussessen. Wir konnten draußen sitzen. Es wurden leckere Salate, u.a. mit Rukola und Tunfisch, Tomaten, mit Spinat gefüllte Teigrollen, die traditionelle Mastava-Suppe und Fleisch aufgetischt.
Nach einer kleinen Laudatio auf Alibek und die gelungene Reise bedankten wir uns bei unserem Reiseleiter.
Vom Restaurant fuhren wir direkt zum Bahnhof von Samarkand, wo wir uns von unserem Busfahrer Uygun verabschiedeten. Nach etwas Wartezeit kam unser Zug, der uns pünktlich nach Taschkent brachte. Im Hotel angekommen, trafen wir uns, trotz der fortgeschrittenen Zeit, noch auf einen Scheidebecher.

Tag 10 – 18.10.2026: Rückreise

Pünktlich im 06 :00 Uhr stiegen wir, mit einem Lunchpaket ausgestattet, in den Bus, der uns zum Taschkenter Flughafen brachte.
Nach den Sicherheitskontrollen am Eingang der Abflughalle war unser Reiseleiter Alibek, ohne sich zu verabschieden, einfach so verschwunden!
Wir checkten an den Schaltern der Türkisch Airways ein. Pünktlich in Istanbul zwischengelandet, teilte sich die Gruppe auf die Flüge nach Berlin, Düsseldorf und Frankfurt auf. Also Taschentuch raus und winken!
Mit etwas Verspätung erreichten wir dann unsere Zielflughäfen. Zumindest in Berlin waren auch alle Koffer mitgekommen!
Gemäß den Worten von Alibek: "Haben Sie noch Fragen? - Nein, KOMMA, danke!" Wünsche ich allen eine gute Reisenachbereitung!


Eine schöne, erlebnisreiche Reise in eine längst vergessene Welt ging leider viel zu schnell zu Ende.
Ich bedanke mich bei der Gruppe für Eure Disziplin und Euren Zusammenhalt.

Mit dem Spruch von Wilhelm Busch: „Drum o Mensch, sei weise, pack die Koffer und verreise!“ möchten ich mich bei Euch verabschieden. Vielleicht sieht man die Eine oder den Anderen Mal auf einer der vielen Eberhardt-Reisen, am liebsten den Radreisen, wieder! Ich würde mich sehr freuen!

Dieter Braune


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