Am Arabischen Golf unterwegs: Kuwait, Bahrain, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate
Reisebericht: 25.01. – 08.02.2026
Vier Länder, viele Facetten: Entdecken Sie mit uns die Welt zwischen orientalischer Tradition, moderner Architektur und endlosen Wüstenlandschaften.
Ein Reisebericht von
Patrick Fritzsche-Vorwerg
Tag 1: Auf nach Kuwait – der Beginn unserer Golfstaatenreise
Heute beginnt unsere Reise – und mit ihr ein kleines Abenteuer. Für viele von uns ist Kuwait völliges Neuland. Kein vertrautes Bild, keine klare Vorstellung, nur Neugier, Spannung und dieses besondere Kribbeln, das man nur am Anfang einer großen Reise spürt.
Unsere kleine Gruppe startet aus drei Städten: Berlin, Frankfurt und München. Alle Flüge haben leichte Verspätung – nichts Dramatisches, eher schon eine erste gemeinsame Erfahrung. Dafür geht es schneller voran als geplant, und so treffen wir uns schließlich alle in Doha. Der Moment, in dem aus einzelnen Reisenden eine kleine Reisefamilie wird. Der Flughafen beeindruckt sofort: groß, modern, ruhig, fast schon futuristisch. Ein erstes Staunen, erste Gespräche, ein kurzer Kaffee – dann geht es wieder zurück in die Luft.
Nur eine Stunde dauert der Flug nach Kuwait, doch die Fahrt über das Rollfeld nach der Landung fühlt sich fast genauso lang an. Als wollte uns das Land noch ein wenig auf die Folter spannen. Dann wird es spannend: Einreise. Wir sind gut vorbereitet, fast alle mit eVisa. Eigentlich denken wir, das Thema sei erledigt. Eigentlich.
Zuerst den richtigen Schalter finden. Nummer ziehen. Warten. Zum Schalter. Weiter zu den Fingerabdrücken. Iris-Scan. Fotos. Wieder zurück zum Schalter für den Einreisestempel. Ein kleines Behördenlabyrinth, ruhig, freundlich, aber mit Geduld zu durchlaufen. Zwischendurch die Erleichterung: Auch unser Mitreisender ohne vorheriges eVisa bekommt sein Visum problemlos vor Ort.
Unsere Koffer drehen währenddessen schon einsame Runden auf dem Gepäckband – ein fast komisches Bild nach all der Aufregung. Dann endlich: raus aus dem Flughafen. Ein kleiner Bus bringt uns zum Hotel. Die Lichter der Stadt ziehen vorbei, Palmen, breite Straßen, arabische Schriftzüge. Alles wirkt ordentlich, modern – und doch ganz anders als zu Hause.
Im Hotel werden wir herzlich empfangen. Die Müdigkeit sitzt tief, aber sie mischt sich mit diesem stillen Glücksgefühl: Wir haben es geschafft. Wir sind da. Kuwait.
Noch ist alles fremd. Aber genau das macht diesen Moment so besonders. Heute haben wir die Tür geöffnet. Morgen gehen wir hindurch.
Tag 2: Kuwait zwischen Tradition und Zukunft
Gut ausgeruht und nach einem ausgiebigen Frühstück starten wir in unseren ersten richtigen Tag in Kuwait. Die Sonne scheint, ein frischer Wind weht, und das Thermometer zeigt 12 bis 13 Grad. Kurz sind wir überrascht – so hatten wir uns das Wetter nicht vorgestellt. Doch der Regen der vergangenen Tage hat etwas Gutes: Die Luft ist klar, die Sicht hervorragend. Genau richtig für unser heutiges Programm.
Wir treffen unsere örtliche Reiseleiterin Soumaya – halb deutsch, halb syrisch, seit über 40 Jahren in Kuwait zu Hause. Mit ihr an unserer Seite fühlt sich das fremde Land sofort ein wenig vertrauter an.
Unser erster Halt ist das private Tareq Rajab Museum. Ein echtes Juwel: liebevoll zusammengestellt, voller Details und Geschichten. Kunsthandwerk, traditioneller Schmuck, kostbare Textilien, Waffen, Keramiken – ein faszinierender Überblick über die Kultur der arabischen Welt und Zentralasiens. Viele von uns hätten hier noch deutlich länger verweilen können.
Dann der Sprung in die Moderne: das Sheikh Abdullah Al Salem Cultural Centre – ein riesiger Museumskomplex, der locker mehrere Tage füllen könnte. Wir bekommen einen ersten Eindruck: das Naturkundemuseum mit beeindruckenden Tierpräparaten und Ökosystemen; das Wissenschaftsmuseum mit interaktiven Experimenten und Technik; das Raumfahrt- und Astronomiemuseum mit Planetenmodellen und Satelliten und das Geschichtsmuseum, das die Entwicklung Kuwaits von der Perlenfischerei bis zum Ölzeitalter zeigt. Ein Ort, der zeigt, wie sehr Kuwait in Bildung und Zukunft investiert.
Anschließend fahren wir entlang der Gulf Road zu den berühmten Kuwait Towers. Die drei Türme aus den 1970er-Jahren sind nicht nur Wahrzeichen, sondern auch technische Meisterwerke: Die größten Kugeln dienen als Wassertanks, die kleinere als Aussichtspunkt und Restaurant. Ihre blau-grünen Mosaike glitzern in der Sonne, fast wie Fischschuppen.
Von oben genießen wir einen großartigen Blick über Stadt und Meer – und auf die neue, beeindruckende Brücke, die sich kilometerlang über die gesamte Bucht von Kuwait spannt. Bei einem kleinen Snack lassen wir diesen Moment wirken.
Danach tauchen wir wieder in den Alltag ein: Dhau-Hafen, Fischmarkt, Gemüsemarkt. Der Geruch von Meer, das Rufen der Händler, Berge von frischem Fisch, glänzendes Eis, bunte Kisten voller Gemüse – lebendig, ehrlich, ursprünglich.
Am späten Nachmittag erreichen wir den Souk Al-Mubarakiya. Dort warten Hind und ihr Bruder Ibrahim auf uns – zwei Kuwaitis mit deutschen Wurzeln, hier geboren und aufgewachsen. Mit ihnen wird der Souk plötzlich mehr als nur ein Markt. Gemeinsam schlendern wir durch die verschiedenen Bereiche: Gewürze, Stoffe, Gold, Parfüm, Alltagswaren. Immer wieder bleiben wir stehen, hören kleine Geschichten aus ihrer Kindheit, vom Leben zwischen Tradition und Moderne. Zwischendurch probieren wir arabischen Kaffee, süße Datteln, knusprige indische Samosas.
Sie führen uns durch das verwinkelte Labyrinth des Souks – bis zu einem unscheinbaren, einheimischen Restaurant mitten im Trubel. Dort essen wir zu Abend: arabische Spezialitäten, fangfrischer Fisch, einfache Tische, herzliche Atmosphäre. Gespräche, Lachen, neugierige Blicke von Nachbartischen. Ein Moment, den man nicht planen kann – aber nie vergisst.
Der Abschied von Hind und Ibrahim fällt schwer. So viel Offenheit, Herzlichkeit und Wärme haben wir selten erlebt. Ein echtes Geschenk dieses Tages.
Die Rückfahrt führt uns durch das nächtlich beleuchtete Kuwait. Zurück im Hotel sind wir uns alle einig: Das war mehr als ein Programmpunkt. Das war ein Auftakt, wie man ihn sich nur wünschen kann.
Tag 3: Kuwait – zwischen Erinnerung und Aufbruch
Unser letzter Tag in Kuwait beginnt ruhig und erwartungsvoll. Noch einmal sammeln wir Eindrücke, bevor es am Abend weiter nach Bahrain gehen soll.
Erster Programmpunkt ist die Große Moschee von Kuwait. Die Frauen unserer Gruppe bekommen für den Besuch hübsche Abayas geliehen – ein wunderbares Fotomotiv, das natürlich sofort genutzt wird. Von außen wirkt die Moschee eher zurückhaltend, fast unscheinbar. Doch kaum treten wir ein, sind wir beeindruckt: weite Räume, kunstvolle Verzierungen, warmes Licht, eine besondere Ruhe.
Eine junge Kuwaiti führt uns durch die Moschee, zeigt uns die gewaltige Hauptgebetshalle, den Empfangsbereich und den Versammlungsraum des Emirs, Sheikh Meshal Al-Ahmad Al-Jaber Al-Sabah, der sein Amt erst im Dezember 2023 übernommen hat. Ein spannender Einblick in Religion, Architektur und Politik zugleich.
Anschließend geht es weiter zum Nationalmuseum. Schon vor dem Eingang bleiben wir stehen: Eine Oldtimerausstellung zeigt glänzende Klassiker vergangener Jahrzehnte – ein überraschender und schöner Auftakt.
Im Museum selbst widmen wir uns der wechselvollen Geschichte des Landes in der Ausstellung „From Independence to Liberation“: Unabhängigkeit, irakische Invasion, brennende Ölfelder – bewegende Kapitel eines kleinen Landes mit großer Geschichte.
Im großen Innenhof herrscht währenddessen lebendiges Treiben: Ein Streetfood-Festival mit Düften, Musik und Stimmengewirr. Zum Abschluss besuchen wir noch das Heritage Museum, das mit liebevoll gestalteten Szenen das frühere Leben in Kuwait zeigt – vor dem Öl, vor dem Reichtum, als der Alltag noch von Meer, Handel und einfachen Häusern geprägt war.
Unser letzter kultureller Halt ist das Amricani Cultural Centre – untergebracht im ehemaligen amerikanischen Krankenhaus, heute ein bedeutendes Kulturzentrum und Museum. Wir sehen die Ausstellung „Art of Ancient Arabia“ sowie die temporäre Schau „Chinese Art in Kuwait“ – ein spannender internationaler Kontrast zum bisherigen Programm.
Den geplanten Stopp in der Marina Mall lassen wir einvernehmlich aus. Stattdessen kehren wir zum Hotel zurück, wo uns im libanesischen Restaurant ein exzellentes Mittagessen erwartet – ein entspannter, würdiger Abschluss für unsere Zeit in Kuwait.
Am späten Nachmittag heißt es Abschied nehmen. Check-out, Fahrt zum Flughafen – und noch einmal ein kleines Abenteuer: In Kuwait dürfen nur Koffer als Aufgabegepäck mitgenommen werden, keine Trekkingrucksäcke. Kurz Aufregung, dann Pragmatismus: Pappkartons, Folie, etwas Improvisation – und schon ist das Problem gelöst.
Auch bei der Ausreise nehmen es die Behörden sehr genau: Sicherheitskontrolle, Passkontrolle, nochmal Sicherheitskontrolle. Danach sitzen wir endlich im Flieger von Gulf Air nach Bahrain. Nach knapp einer Stunde landen wir im kleinen Königreich. Dank eVisa geht die Einreise schnell und unkompliziert. Schon kurz darauf fahren wir zu unserem Hotel, direkt neben der großen Moschee von Manama.
Obwohl es mittlerweile spät ist, sind wir uns einig: Ein kleiner Absacker muss noch sein. Also hinauf auf die 28. Etage, Blick über die nächtliche Stadt genießen und den Tag bei einem Drink ausklingen lassen.
Kuwait liegt nun hinter uns.
Ein Land, das uns überrascht, berührt und beeindruckt hat. Und ein neues Kapitel unserer Rundreise wartet bereits: Bahrain.
Tag 4: das Königreich Bahrain entdecken
Der Tag beginnt hoch über der Stadt – mit Frühstück in der 28. Etage des Wyndham Garden Hotel Bahrain. Noch etwas müde vom Vorabend, aber mit weitem Blick über Manama und viel Vorfreude auf das, was kommt.
Kurz darauf treffen wir Moni, unsere Reiseleiterin: gebürtige Berlinerin, Weltenbummlerin, offen, herzlich, voller Energie – und seit einiger Zeit in Bahrain zu Hause. Mit ihr fühlt sich der Start sofort unkompliziert und vertraut an.
Unsere Entdeckungstour beginnt mit der Fahrt zum King Fahad Causeway, der imposanten Brücke nach Saudi-Arabien. Ein Ort, der zeigt, wie klein Bahrain ist – und gleichzeitig, wie eng es mit seinen Nachbarn verbunden ist.
Weiter geht es zum Al Jasra House, dem Geburtsort von Sheikh Isa bin Salman Al Khalifa, dem ehemaligen Emir von Bahrain. In diesem traditionellen Wohnhaus erhalten wir Einblicke in das frühere Leben in Bahrain. Gleich daneben legen wir spontan einen ungeplanten Stopp im Al Jasra Craft Centre ein, wo noch heute Kunsthandwerk wie Weberei und Holzschnitzerei gepflegt wird – ein stiller, authentischer Ort.
Dann wird es modern: der Bahrain International Circuit. Ein kurzer Spaziergang zu den Tribünen, Blick auf die Rennstrecke und den markanten Tower – Formel-1-Atmosphäre mitten in der Wüste.
Ein Kontrast folgt sofort: eine kleine Kamelfarm, neugierige Blicke, sanfte Tiere, ein paar Fotos – und weiter.
Bahrain zeigt sich heute von seiner spontanen Seite: Noch ein ungeplanter Stopp in einer Töpferei, dann bei den beeindruckenden Grabhügeln der Dilmun-Kultur, die zum UNESCO-Welterbe gehören. Tausende von Erhebungen in der Landschaft – stille Zeugen einer Hochkultur, die hier vor über 4.000 Jahren lebte.
Anschließend besuchen wir die Al Fateh Moschee, eine der größten der Region. Wieder kleiden sich die Frauen religionskonform. Der Eindruck ist diesmal ein anderer als in Kuwait: Von außen wirkt die Moschee fast noch beeindruckender als im Inneren – aber wie so oft liegt Schönheit im Auge des Betrachters.
Auf dem Weg zum Souq legen wir noch einen Fotostopp am Bahrain World Trade Center ein – die markanten Zwillingstürme mit integrierten Windturbinen, ein Symbol für das moderne Bahrain.
Nach all den Eindrücken ist eine Pause mehr als verdient. Und die genießen wir stilvoll auf der Terrasse des Boutiquehotels The Merchant House – Kaffee, Kuchen, kühle Getränke, durchatmen, Gespräche, angenehme Temperaturen.
Zum Abschluss schlendern wir entspannt über den Souq von Manama: Stoffe, Gewürze, Gold, Alltagsleben. Kein lautes Spektakel, sondern ein ruhiger, ehrlicher Ausklang eines abwechslungsreichen Tages.
Bahrain zeigt sich heute vielseitig: modern und traditionsbewusst, ruhig und überraschend, klein – aber voller Geschichten.
Tag 5: Bahrains Geschichte und Willkommen in Katar
Heute steht bereits unsere letzte Tour in Bahrain an – gemeinsam mit unserer „lieben Moni aus Berlin“, die uns in den vergangenen Tagen mit so viel Herz, Wissen und guter Laune begleitet hat. Das Gepäck reist heute mit: Wir beladen den Trolley direkt am Bus und sausen damit quer durch die Stadt. Auf dem Weg zum Bahrain Fort legen wir noch ein paar Fotostopps ein. Die Skyline von Manama zeigt sich noch einmal von ihrer besten Seite – modern, elegant, fast ein wenig gelassen.
Dann erreichen wir das Bahrain Fort (Qal’at al-Bahrain) an der Nordküste. Hier tauchen wir ein in die Geschichte der Dilmun-Kultur, einer der ältesten Hochkulturen der Welt. Bereits vor über 4.000 Jahren war Bahrain ein bedeutendes Handelszentrum zwischen Mesopotamien und dem Industal. Das Fort selbst liegt auf einem archäologischen Hügel, unter dem sich Schicht um Schicht womöglich noch vergangene Siedlungen verbirgen. Beim Rundgang wird spürbar, wie eng hier Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbunden sind: jahrtausendealte Mauern – und im Hintergrund die moderne Skyline. Ein beeindruckender Kontrast.
Anschließend besuchen wir das Nationalmuseum von Bahrain. Hier fügen sich all die Eindrücke der letzten Tage zusammen: Geschichte, Kultur, Alltag, Religion, Traditionen. Modelle, Filme und liebevoll gestaltete Ausstellungen machen das Leben früherer Zeiten anschaulich und greifbar.
Im Museums-Café lassen wir den unseren Aufenthalt in Bahrain gemütlich ausklingen. Bei Kaffee, guten Gesprächen – und einem kleinen kulinarischen Gruß aus der Heimat: Sabine und Erik haben noch Spekulatius im Handgepäck, der genüsslich „geschnabbelt“ wird.
Dann heißt es Abschied nehmen. Am Flughafen verabschieden wir uns herzlich von unserer lieben Moni aus Berlin ;) Danke für diese wunderbare Begleitung – sie wird uns fehlen.
Der Check-in verläuft entspannt, Ausreise und Sicherheitskontrollen noch entspannter. So mögen wir das. Der neue Flughafen von Bahrain präsentiert sich ruhig, großzügig und angenehm – ein würdiger Abschied vom Königreich.
Schon kurze Zeit später hebt unser Flieger ab. Gerade einmal 30 Minuten dauert der Flug nach Doha.
Dort erwartet uns der Flughafen der langen Wege – und leider auch fast eine Stunde Wartezeit bei der Einreise. Geduld ist gefragt. Was will man tun…
Doch Doha weiß zu entschädigen: Am Abend genießen wir ein ausgezeichnetes Dinner in einem katarischen Restaurant mit Michelin-Stern. Fein, kreativ, voller Aromen – ein kulinarisches Erlebnis, das die Anreise vergessen lässt. Ein gelungenes Welcome in Katar. Doha kann kommen.
Tag 6: Doha in all seinen Facetten
Heute ist Freitag – hier also Sonntag. Entsprechend starten wir etwas später in den Tag. Kein Stress, kein Zeitdruck. Mit unserer örtlichen Reiseleiterin Hina entdecken wir Doha heute in all seinen Facetten.
Mit unserem kleinen Coaster geht es über die mehrspurige Stadtautobahn Richtung Norden. Schon die Fahrt ist beeindruckend: breite Straßen, moderne Architektur, viel Raum. Unser erster Halt ist Lusail City. Von hier aus haben wir einen großartigen Blick auf die markanten Katara Towers – zwei geschwungene Hochhäuser in Form gekreuzter Säbel, inspiriert vom Staatswappen Katars. Sie stehen sinnbildlich für das neue, selbstbewusste Katar: modern, symbolträchtig, ambitioniert.
Wir streifen noch ein wenig durch Lusail und bestaunen die futuristische Architektur, großzügige Plätze und klare Linien. Über den Lusail Boulevard erreichen wir schließlich das Lusail Stadium, das größte Stadion des Landes und Austragungsort des WM-Finales 2022. Allein die Dimensionen sind beeindruckend.
Ein Kontrastprogramm folgt mit einem entspannten Bummel an der Marina von The Pearl – mediterranes Flair, Yachten, Cafés, Promenade. Fast vergisst man, dass man sich mitten im Nahen Osten befindet. Dann reisen wir plötzlich nach Venedig – zumindest gefühlt. Ein Stopp im Qanat Quartier mit seinen bunten Fassaden, Brücken und Kanälen sorgt für viele Fotos und Staunen. Doha kann offensichtlich auch verspielt.
So viele Eindrücke machen hungrig. Zeit fürs Mittagessen – und was für eines: Im Ishkar360 erwartet uns ein indisches Menü der Spitzenklasse. Aromatisch, fein abgestimmt, hervorragend präsentiert. Dazu der Blick aus der 42. Etage über die Stadt. Ein echtes Highlight.
Gestärkt geht es weiter zum Katara Kulturzentrum. Wir besuchen die kunstvolle Katara-Moschee, das imposante Amphitheater und die goldene Moschee – ein Ort, an dem Kultur, Religion und Architektur harmonisch zusammenfinden.
Anschließend steigen wir in die Metro – einfach, um dieses Erlebnis auch mitzunehmen. Den Eingang zu finden, ist gar nicht so leicht, aber am Ende klappt alles. Mit der hypermodernen, leisen und blitzsauberen Metro fahren wir bis nach Msheireb Downtown.
Hier steigen wir um in die Tram und drehen eine Runde durch dieses neu entwickelte Viertel. Msheireb ist ein Vorzeigeprojekt für nachhaltige Stadtentwicklung: energieeffizient, autoarm, smart geplant, mit traditionellen Elementen der arabischen Architektur modern interpretiert. Alles wirkt durchdacht, ruhig und überraschend lebenswert.
Ein kurzer Besuch im Company House rundet diesen Teil ab. Das historische Gebäude erzählt von der Ölgeschichte Katars und der Transformation des Landes – vom Perlentaucherstaat zur modernen Nation. Geschichte zum Anfassen, mitten im neuen Viertel.
Dann geht es hinein ins Getümmel: Souq Waqif. Gerade am Freitagabend ist hier besonders viel los. Wir besuchen den Falken-Souq, bestaunen die königlichen Kamele, schlendern durch enge Gassen voller Gewürze, Stoffe, Souvenirs und Alltagsleben. Die Atmosphäre ist lebendig, warm, authentisch – genau so, wie man es sich wünscht.
Zum Abschluss dieses langen, intensiven Tages kehren wir im Parisa Restaurant ein. In prachtvollem Ambiente genießen wir persische Spezialitäten – reichhaltig, aromatisch, wunderbar. Ein perfekter Ausklang. Doha hat heute viele Gesichter gezeigt. Und wir haben sie alle ein bisschen kennengelernt.
Tag 7: Doha: Pferde, Kunst und ein perfekter Abschied
Heute steht ein Programm auf dem Plan, das ein Highlight nach dem anderen bereithält. Früh machen wir uns auf den Weg an den Rand der Stadt – hinaus aus dem Zentrum, hinein in eine andere Seite Dohas.
Unser erster Stopp führt uns zum Sidra Krankenhaus. Schon hier wartet eine Überraschung: das monumentale Kunstwerk „The Miraculous Journey“ von Damien Hirst. Die gewaltigen Skulpturen zeigen die Entwicklung eines ungeborenen Kindes – offen, direkt, schonungslos. Ein außergewöhnliches Projekt, das man so in Katar nicht unbedingt erwarten würde. Umso erstaunlicher und beeindruckender ist es, dieses Werk hier zu sehen – ein starkes Zeichen für Offenheit in einem sonst eher konservativen Land.
Weiter geht es zum Al Shaqab Elite-Reitsportzentrum, einem der renommiertesten Zentren für arabische Pferde weltweit. Die luxuriösen Ställe und Trainingsbereiche bleiben uns heute zwar verwehrt, denn es findet der H.H. the Father Amir Prix statt – ein hochrangiges Reitturnier zu Ehren des Vaters des heutigen Emirs. Doch genau das macht den Besuch besonders: Wir erleben den Turnierbetrieb live, sehen stolze Reiter, perfekt gepflegte Pferde und spüren, welche Bedeutung der Pferdesport in Katar hat. Tradition, Prestige und Leidenschaft – mitten in der Wüste.
Anschließend erwartet uns ein echtes Kuriosum: das Sheikh Faisal Bin Qassim Al Thani Museum. Schon bei der Anfahrt fällt die schiefe Leaning Mosque ins Auge – bizarr, ungewöhnlich, unverwechselbar. Drinnen eröffnet sich eine der größten privaten Sammlungen der Welt. Tausende Exponate aus unterschiedlichsten Epochen: islamische Kunst, Textilien, Fossilien, Alltagsgegenstände, Waffen – und vor allem eine überwältigende Fahrzeugsammlung. Oldtimer, Militärfahrzeuge, Feuerwehrwagen, Limousinen – selten, hervorragend erhalten, schier endlos. Tage könnte man hier verbringen.
Das absolute Sahnehäubchen: Sheikh Faisal Bin Qassim Al Thani ist höchstpersönlich vor Ort. Wir bedanken uns für dieses außergewöhnliche Museum, er freut sich über unseren Besuch – und ein gemeinsames Gruppenfoto darf natürlich nicht fehlen. Ein Moment, den man nicht planen kann.
Zurück in Doha stoppen wir im Dafna Park in Westbay. Grünflächen, Wasser, und rundherum die beeindruckende Skyline – ein schöner Kontrast. Entlang der Corniche erreichen wir den Mina District, wo gleich zwei Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen. In dem bunten Viertel schlendern wir gemütlich umher oder genießen einen Kaffee – immer mit Blick auf die glitzernden Hochhäuser.
Unser letzter kultureller Höhepunkt ist das Museum of Islamic Art (MIA). Schon das Gebäude selbst ist ein Kunstwerk: entworfen von Stararchitekt I. M. Pei, klar, geometrisch, zeitlos. Innen beeindruckt die Sammlung mit kostbaren Manuskripten, Keramiken, Metallarbeiten und Schmuck aus der gesamten islamischen Welt. Ein ruhiger, würdiger Ort – perfekt für den Abschluss unseres kulturellen Programms.
Am Abend wartet dann noch ein ganz besonderer Ausklang: eine Dhau-Fahrt zum Sonnenuntergang. Langsam gleiten wir entlang der Westbay bis zur Pearl. Während die Sonne untergeht und die Skyline zu leuchten beginnt, ist das BBQ an Bord bereit. Essen, Gespräche, Lichter, Wasser – und schließlich die Rückfahrt entlang der blinkenden Silhouette Dohas. Ein perfekter Abschluss unseres Aufenthalts in Katar.
Denn morgen heißt es früh aufstehen. Der Flieger nach Abu Dhabi wartet nicht.
Tag 8: Früher Start, große Eindrücke: Abu Dhabi
Sehr zeitig klingelt heute der Wecker. Pünktlich 6 Uhr starten wir in Richtung Flughafen – Ziel: die Vereinigten Arabischen Emirate. Zu unserer Überraschung versorgt uns das Hotel mit ausgesprochen üppigen Frühstücksboxen: frisch gepresster Saft, Kaffee, reichlich Proviant. Nicht ganz einfach zu transportieren, aber wir meistern auch diese logistische Herausforderung.
Am Flughafen Doha zeigt sich Qatar Airways beim Check-in und an der Kofferabgabe leider nicht von der glänzenden Seite. Dafür laufen Passkontrolle und Sicherheitscheck erstaunlich schnell. Wir genießen noch einmal die Weitläufigkeit des Flughafens – und irgendwann hebt der Vogel dann auch endlich ab. Trotz verspätetem Abflug landen wir pünktlich in Abu Dhabi, der Hauptstadt der VAE.
Ein riesiger, moderner Flughafen empfängt uns. Die Einreise verläuft zügig, und schon wartet unser Guide Ibrahim auf uns. Gemeinsam fahren wir zum Traders Hotel. Die Hoffnung, bereits kurz vor halb eins alle Zimmer beziehen zu können, erfüllt sich zwar nicht – aber auch dafür findet sich eine gute Lösung: ein Getränk auf der Terrasse mit Blick auf Strand und Meer. Besser kann man Wartezeit kaum verbringen.
Nach dem Zimmerbezug geht es auf erste Entdeckungstour durch die Stadt in Richtung Etihad Towers. Unterwegs versorgt uns Ibrahim mit vielen wichtigen Informationen über die Vereinigten Arabischen Emirate und Abu Dhabi im Besonderen. Es wird gefragt, erklärt, diskutiert – ein idealer Einstieg, um dieses Land besser zu verstehen.
Mit dem Aufzug geht es hinauf in die 74. Etage. Auf ca. 300 Metern angekommen genießen wir bei einem kleinen Mittagssnack eine traumhafte Aussicht über Stadt, Meer und Inseln. Abu Dhabi zeigt sich großzügig, modern und erstaunlich grün.
Weiter geht es zum Heritage Village auf Breakwater Island. Der eigentliche Star hier ist weniger die Anlage selbst als vielmehr der Blick: eine wunderbare Perspektive auf die Skyline von Abu Dhabi, perfekt für Fotos und einen kurzen Moment des Innehaltens.
Der absolute Höhepunkt des Tages wartet jedoch am Nachmittag: der Besuch des Qasr Al Watan, des Präsidentenpalastes. Schon von außen beeindruckend, entfaltet er im Inneren seine ganze Wirkung. Prunkvolle Hallen, gewaltige Kuppeln, feinste Ornamente und viel Symbolik. Qasr Al Watan ist kein Wohnpalast, sondern ein Ort der Staatsrepräsentation, des Dialogs und der Bildung. Hier wird politische Geschichte erzählt, Wissen vermittelt und gleichzeitig die kulturelle Identität der VAE gezeigt.
Wir haben den Besuch bewusst so geplant, dass wir den Palast bei Tageslicht erleben, dann den Übergang in den Sonnenuntergang und schließlich die spektakuläre Licht- und Soundshow „Palace in Motion“. Wenn sich die Fassade in bewegte Bilder verwandelt und die Geschichte des Landes erzählt wird, ist das schlicht überwältigend.
Ein Moment, der hängen bleibt.
Ein echtes Wow-Erlebnis.
Und ein würdiger Abschluss unseres ersten Tages in Abu Dhabi.
Tag 9: Abu Dhabi: Tradition, Eleganz und große Momente
Heute zeigt sich Abu Dhabi noch einmal von seiner besonders eindrucksvollen Seite. Nach einem traumhaften Frühstück im Hotel – wahlweise im Restaurant oder draußen auf der Terrasse – starten wir gut gelaunt in den Tag.
Unser erstes Ziel ist das Abu Dhabi Falcon Hospital, weltweit eines der führenden Spezialkrankenhäuser für Falken. Die Tiere sind in den Emiraten weit mehr als nur Vögel: Sie sind Statussymbol, Jagdpartner und tief verwurzelter Teil der Kultur. Gegründet wurde das Krankenhaus von Dr. Müller, einer deutschen Tierärztin, die in den 1990er-Jahren nach Abu Dhabi kam. Mit Fachwissen, Respekt vor der lokalen Kultur und viel Herzblut gewann sie das Vertrauen der Emiratis – und schuf eine Einrichtung, die heute international Maßstäbe setzt.
Wir erhalten einen faszinierenden Einblick in die Arbeit mit diesen stolzen Tieren: In den Behandlungsräumen erleben wir eine Falken-Pediküre, dürfen selbst einen Falken halten und sind bei der Fütterung dabei. Beeindruckend, wie ruhig, professionell und liebevoll hier gearbeitet wird. Kein Zweifel: Der Falke ist hier König.
Anschließend fahren wir über Yas Island und Saadiyat Island zurück Richtung Stadt. Moderne Architektur, Strände, Kulturprojekte – Abu Dhabi zeigt sich großzügig und durchdacht. Ein kurzer Stopp am Dattelmarkt darf nicht fehlen: probieren, vergleichen, kaufen. Süß, weich, aromatisch – Datteln gehören hier einfach dazu.
Am Nachmittag wartet ein Klassiker: die Teestunde im legendären Emirates Palace Hotel. Vorab bleibt Zeit zum Umsehen und Staunen – Gold, Marmor, Weite, Eleganz. Dann genießen wir eine exklusive Tea Time mit herzhaften und süßen Häppchen, feinen Scones, grünem oder schwarzem Tee. Krönender Abschluss: ein Gold-Cappuccino. Edel, geschmackvoll und ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst.
Ein weiteres Highlight des Tages folgt am späten Nachmittag: der Besuch der Sheikh Zayed Grand Moschee. Auch wenn der neue Zugang über die Shopping Mall etwas kommerziell wirkt, schmälert das den Eindruck kein bisschen. Die Moschee ist schlicht gigantisch: eine der größten der Welt, Platz für über 40.000 Gläubige, 82 Kuppeln, mehr als 1.000 Säulen, der größte handgeknüpfte Teppich der Welt und gewaltige Kronleuchter aus Swarovski-Kristallen. Weißer Marmor, feine Intarsien, florale Muster – alles wirkt harmonisch, ruhig und erhaben. Wir haben den Besuch bewusst auf den späten Nachmittag gelegt. Das Licht wird weicher, die Farben wärmer – und wir erleben sogar noch den Sonnenuntergang. Ein magischer Moment.
Als besonderen Abschluss besuchen wir Wahat Al Karama, die Gedenkstätte gegenüber der Moschee. Sie ehrt die gefallenen Soldaten der Vereinigten Arabischen Emirate und steht für Opferbereitschaft, Zusammenhalt und nationale Identität. Ein stiller, würdevoller Ort – und ein starker Kontrast zur Pracht der Moschee.
Mit vielen bleibenden Eindrücken kehren wir zurück ins Hotel.
Ein Tag, der zeigt, wie vielfältig Abu Dhabi ist: traditionell und modern, leise und monumental, emotional und elegant.
Tag 10: Überraschungen auf Yas und Saadiyat
Der heutige Tag hält einige echte Überraschungen bereit. Nach einem traumhaften Frühstück – wieder draußen an der frischen Luft – starten wir gemütlich gegen 10 Uhr in den Tag. Kein Zeitdruck, gute Stimmung, beste Voraussetzungen.
Unser erstes Ziel ist die Yas Insel, Abu Dhabis Freizeit- und Eventinsel. Hier befinden sich unter anderem der Formel-1-Circuit, große Hotels, Freizeitparks und Marinas. Alles ist weitläufig, modern und auf Erlebnis ausgelegt. Unser Plan: ein Stopp am legendären W Hotel direkt am Yas Marina Circuit. Leider bleibt es nur beim Versuch – keine Ausstiegsmöglichkeit, nur eine kurze Runde mit dem Bus.
Doch Ibrahim wäre nicht Ibrahim, wenn er nicht spontan eine bessere Idee hätte. Und die entpuppt sich tatsächlich als Highlight des Tages.
Wir erreichen die Yas Kartzone, dürfen aussteigen und stehen plötzlich direkt an der Strecke – mit Blick auf die Nordkurve. Und dann wird es laut. Sehr laut. Gerade starten einige junge Männer mit Formel-3-Autos zu ein paar schnellen Runden. Motoren heulen, der Asphalt vibriert, der Geruch von Benzin liegt in der Luft. Wir erleben die Strecke mit allen Sinnen. Ein völlig ungeplanter Moment – und genau deshalb so besonders. Begeisterung bei allen, breite Grinsen, viele Videos. Das war Motorsport pur.
Anschließend geht es weiter zur Saadiyat Insel, der „Insel der Glückseligkeit“. Sie ist das kulturelle Herz Abu Dhabis und beherbergt Museen von Weltrang. Weiße Sandstrände, moderne Architektur, viel Raum – und ein klarer Fokus auf Kunst, Bildung und Nachhaltigkeit. Hier entsteht eines der bedeutendsten Kulturareale der Welt.
Wir besuchen zunächst den Louvre Abu Dhabi. Schon die Architektur begeistert: der riesige, scheinbar schwebende Kuppelbau, durch den das Licht wie ein „Lichtregen“ fällt. Innen erwartet uns eine hervorragend kuratierte Sammlung, die Kulturen und Epochen miteinander verbindet. Besonders beeindruckend ist die temporäre Picasso-Ausstellung, die viele von uns nachhaltig in ihren Bann zieht.
Und dann folgt eine echte Premiere – für uns alle. Sogar für Ibrahim.
Wir besuchen das Sheikh Zayed Museum, das erst im Dezember 2025 eröffnet wurde. Schon von außen ist klar: Das ist etwas ganz Besonderes. Die spektakuläre Architektur – dynamisch, kraftvoll, symbolisch – ist allein schon ein Kunstwerk. Im Inneren überzeugt das Museum mit einer hochmodernen, multimedialen Ausstellung über das Leben, die Visionen und das Vermächtnis des Staatsgründers Sheikh Zayed bin Sultan Al Nahyan. Bilder, Filme, Originalobjekte, Klang, Licht – alles greift perfekt ineinander. Emotional, informativ, beeindruckend.
Einhellige Meinung: einfach nur WOW. Ein Museum, das Maßstäbe setzt – inhaltlich wie architektonisch.
Am späten Nachmittag kehren wir zurück ins Hotel. Müde? Ja. Begeistert? Definitiv. Dieser Tag war anders als geplant – und genau deshalb so gut.
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