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Argentinien und Brasilien in kleiner Reisegruppe

Reisebericht: 07.02. – 24.02.2026

Tango und Samba, heiße und kalte Rhythmen – nicht nur in der Musik – begleiten uns auf dieser Reise der Gegensätze zu einigen der schönsten Orte Lateinamerikas.

Gina Egenolf

Ein Reisebericht von
Gina Egenolf


Samstag, 07.Februar: Abreise nach Buenos Aires

Die Vorfreude steigt bei unserer Begrüßung am Frankfurter Flughafen. Unsere kleine Reisegruppe versteht sich auf Anhieb und nachdem wir uns oberflächlich bekannt gemacht haben und nach ein wenig smalltalk verabreden wir uns am Gepäckband in Buenos Aires, wo wir morgen früh ankommen werden.

Sonntag, 08.Februar: Stadtbesichtiung von Buenos Aires

Nach der Ankunft in Buenos Aires begrüßen uns Dino, unser Reiseleiter, in Buenos Aires und Fahrer Sergio. Trotz der sommerlichen Hitze ist die Gruppe gespannt und voller Vorfreude auf die ersten Eindrücke. Der Hotelbezug verläuft reibungslos, ebenso der organisierte Geldtausch – eine willkommene Unterstützung zu Beginn der Reise durch Dino.
Wir beginnen unseren Besuch von Buenos Aires direkt vor unserem Hotel, wo sich ein kleiner Markt mit allerlei Trödel und auch neuen Dingen befindet. Die Basílica de Nuestra Señora del Rosario, die gegenüber liegt, ist eine prachtvolle Kirche die einen ruhigen und würdevollen Auftakt inmitten der lebhaften Metropole bietet.
Weiter geht es mit dem Bus zur Plaza de Mayo mit dem roten Präsidentenpalast von dessen Balkon einst Evita Peron dem jubelnden Volk zuwinkte. Ebenso die Metropolitan-Kathedrale mit dem Grab des Generals José de San Martín, der für die Unabhängigkeit Argentiniens eine entscheidende Rolle spielte, ist ein Muss.
Anschließend erkunden wir zu Fuß das farbenfrohe Viertel La Boca.
Die bunt gestrichenen Häuser, Tangoklänge auf den Straßen und das lebendige Treiben vermitteln uns sofort südamerikanisches Flair. Trotz der hohen Temperaturen bleibt unsere Stimmung ausgezeichnet – die ersten Fotos entstehen, und wir spüren deutlich: Die Reise hat begonnen. Von der Puente de la Mujer bewundern wir die Skyline entlang des Rio de la Plata.
Das Mittagessen im Restaurant Sorrento überzeugt uns alle. Die Speisen werden sehr gelobt, ebenso der inklusive Getränkeservice – bei über 30 Grad besonders willkommen. Der argentinische Vino trägt zusätzlich zu unserer guten Laune bei.
Am Nachmittag besuchen wir eine Pferderennbahn. Für viele von uns ist dies ein überraschender spannender Einblick in eine Facette der argentinischen Kultur. Die Atmosphäre ist lebendig und authentisch.
Der anschließende Besuch des Friedhofs mit dem Grab von Evita Peron, die vom Volk immer noch verehrt wird, beeindruckt uns durch weitere kunstvolle Mausoleen und die besondere Stimmung dieses historischen Ortes. Danach tut ein Espresso beim gemeinsamen Willkommensgetränk sichtlich gut – nicht zuletzt nach der Hitze und dem Wein des Mittags.
Zurück im Hotel merken wir, wie intensiv dieser erste Tag ist: Unsere Köpfe sind voller Eindrücke, wir sind angenehm erschöpft, aber sehr zufrieden. Die Stimmung in der Gruppe ist durchweg positiv aber alle sind auch müde, denn so wirklich richtig fest geschlafen hat niemand im Flugzeug. Wir ruhen aus und freuen uns auf den nächsten Tag.

Montag, 09.Februar: 3. Tag, 09.Feb.: Freizeit Buenos Aires & Tango Show

Der Tag beginnt mit einem entspannten Frühstück im Hotel. Gut gestärkt treffen wir uns zu einem gemeinsamen Spaziergang in Richtung des berühmten Opernhauses von Buenos Aires, dem beeindruckenden Teatro Colón.
Die Führung erweist sich als äußerst lohnenswert. Architektur, Akustik und Geschichte dieses weltberühmten Opernhauses begeistern uns gleichermaßen. Die Erläuterungen werden von Gina aus dem Englischen übersetzt, sodass alle Teilnehmenden die Details gut nachvollziehen können. Wir bewundern die opulente und farbenfrohe Einrichtung dieses luxuriösen Gebäudes.

Im Anschluss genießen wir unsere Freizeit individuell. Ein Teil der Gruppe kehrt noch gemeinsam in ein Café ein, bevor wir die Stadt auf eigene Faust weiter erkunden – beim Bummeln, Spazieren oder Einkaufen. Viele von uns besuchen außerdem den Mercado de San Telmo.
Auch wenn dort an diesem Tag weniger Betrieb herrscht als erwartet, beeindruckt uns die historische Markthalle mit ihrer besonderen Architektur und Atmosphäre.

Am Abend treffen wir uns wieder mit Dino und spazieren gemeinsam zur nicht weit entfernten Tango-Show mit Abendessen. In stilvollem Ambiente erleben wir die Faszination des argentinischen Tangos hautnah. Musik, Gesang und Tanz verschmelzen zu einer leidenschaftlichen Darbietung, die uns tief beeindruckt.
Die kraftvollen Bewegungen der Tänzerinnen und Tänzer, die melancholischen Klänge des Orchesters und die besondere Atmosphäre machen diesen Abend zu einem kulturellen Höhepunkt unserer Reise.
Erfüllt von Musik und südamerikanischem Lebensgefühl kehren wir schließlich ins Hotel zurück – ein rundum gelungener Tag in Buenos Aires.

Dienstag, 10.Februar: Flug nach Ushuaia im Süden Argentiniens – Feuerland – Freizeit

Nach dem Frühstück starten wir mit leichter Verspätung zu unserem Weiterflug in den Süden. Trotz des etwas verzögerten Abflugs landen wir überpünktlich in Ushuaia. Beim Aussteigen spüren wir sofort den deutlichen Temperaturunterschied – nach den heißen Tagen in Buenos Aires fühlt sich die frische, klare Luft angenehm kühl an.

Wir fahren vom Flughafen zu unserem Hotel, das etwas außerhalb des Zentrums liegt. Nach dem Check-in klären wir gemeinsam das Programm für den nächsten Tag. Schnell entsteht der Wunsch, zusätzlich eine Tour zur Pinguininsel einzuplanen. Die Anregung kommt aus der Gruppe, und wir einigen uns einstimmig darauf, diesen besonderen Ausflug zu buchen. Die Zusatzkosten werden von allen gerne in Kauf genommen – die Vorfreude ist spürbar.

Anschließend spazieren wir gemeinsam zum Fremdenverkehrsamt. Dort erhalten wir Stadtpläne und hilfreiche Informationen zu Sehenswürdigkeiten und Möglichkeiten vor Ort. Wir reservieren im Restaurant Cantina Freddy einen Tisch für den Abend – praktisch, dass es inzwischen durchgehend geöffnet ist.

Der Nachmittag steht uns zur freien Verfügung, da die Interessen unterschiedlich sind. Dennoch zieht es uns alle zunächst in das Museo del Fin del Mundo. Das Museum vermittelt uns spannende Einblicke in die Geschichte Feuerlands, die indigenen Kulturen und die Entwicklung Ushuaias.
Einige von uns vertiefen das Thema noch weiter und besuchen zusätzlich das Museo Marítimo, das im ehemaligen Gefängnis untergebracht ist. Die Ausstellung über Seefahrt, Expeditionen und die bewegte Geschichte beeindruckt. Das ehemalige Gefängnis verweist auf ein düsteres Kapitel in der Geschichte Feuerlands. Man kann sich in dem teilweise renovierten Gefängnisgebäude ein sehr gutes und hautnahes Bild von harten Haftbedingungen machen.
Am frühen Abend treffen wir uns in der gemütlichen Cantina Freddy. Besonders die Fischgerichte überzeugen uns – frisch, aromatisch und passend zur Lage am Beagle-Kanal. Die Qualität wird von allen gelobt, die Stimmung ist entspannt und zufrieden.
Nach dem Essen machen wir uns gemeinsam auf den Rückweg zum Hotel. Einige von uns legen noch einen kurzen Stopp beim Hard Rock Café ein, bevor wir den Tag in der klaren patagonischen Abendluft ausklingen lassen.
Ein abwechslungsreicher Tag geht zu Ende – wir sind nun spürbar am „Ende der Welt“ angekommen.

Mittwoch, 11.Februar: Ausflug in den Feuerland Nationalpark – Bootsfahrt auf dem Beagle–Kanal

Der Tag beginnt früh mit einem stärkenden Frühstück. Draußen zeigt sich das typische patagonische Wetter: kühl, wechselhaft, mit Nebelschwaden und einzelnen Graupelschauern.

Gemeinsam fahren wir mit Alicia in Richtung Nationalpark. An der Station des Tren del Fin del Mundo legen wir einen Stopp ein. Alicia erläutert uns die besondere geografische Lage Feuerlands, die Nähe zu Chile und die historische Bedeutung dieser abgelegenen Region. Wir spüren deutlich, wie weit südlich wir uns inzwischen befinden.

Im Nationalpark unternehmen wir einen etwa einstündigen Spaziergang. Leicht bergauf und bergab führt uns der Weg durch die beeindruckende Landschaft. Wir erfahren von Alicia viel über die Flora und Fauna: über Flechten, besondere Baumarten und die Anpassungsfähigkeit der Vegetation an das raue Klima. Trotz Nebel und Kälte genießen wir die klare Luft und die Weite dieser Natur.

Währenddessen erreicht uns die Nachricht der Agentur, dass der von uns erwünschte erweiterte Ausflug zur Pinguininsel wetterbedingt nicht stattfinden kann. Sicherheit geht vor. Natürlich sind wir etwas enttäuscht, haben aber Verständnis für die Entscheidung. Vielleicht sind auch gar keine Pinguine da, denn wir alle Vögel haben sie ihre bestimmten Orte und Zeiten ihrer Aufenthaltsorte.

Gegen Mittag fahren wir zurück nach Ushuaia und legen unterwegs noch einen Fotostopp mit Blick in Richtung Chile ein – ein besonderer Moment an der Grenze zweier Länder.

Zum Mittagessen kehren wir im Grillrestaurant Casimiro ein. Wir genießen die regionale Küche und bewundern den Grill auf offenem Feuer, auf dem Lämmer wie bei einer Kreuzigung aufgespießt sind. Danach begeben wir uns zum Hafen und checken für unsere Bootsfahrt auf dem Beagle-Kanal ein.

Pünktlich legen wir ab. Auf dem Wasser erleben wir die raue Schönheit des Kanals. Wir sind froh, dass wir alle warme Kleidung haben, da wir doch geraume Zeit auf dem Schiff draußen verbringen, vor allem die Fotografen unter uns.
Nach einem kleinen Halt auf einer Insel mit Aussichtspunkt geht es weiter entlang schneebedeckter Berge. Wir beobachten zahlreiche Seevögel, und eine Kormorankolonie und entdecken auf einer Insel eine große Gruppe von Seelöwen, die mit den Kormoranen wohl in Eintracht auskommen. Am bekannten Leuchtturm Les Éclaireurs drehen wir um – ein markanter Orientierungspunkt und beliebtes Fotomotiv.

Mit vielen neuen Eindrücken kehren wir zum Anleger zurück und fahren anschließend gemeinsam ins Hotel. Trotz des wechselhaften Wetters war es ein erlebnisreicher Tag am südlichsten Ende unserer Reise. Der Wetterbericht kündigt für unser morgiges Ziel Sonnenschein und wärmere Temperaturen an.

Donnerstag, 12.Februar: Flug nach El Calafate – Besuch der Laguna Nimez

Wir starten mit einem frühen Frühstück in den Tag und fahren anschließend gemeinsam zum Flughafen. Nach dem Check-in verabschieden wir uns von Alicia, die uns in Ushuaia begleitet hat.

Mittags erreichen wir El Calafate. Die Sonne scheint, und im Vergleich zum Süden Feuerlands empfängt uns deutlich wärmeres Wettern und schon vom Flugzeug eine grandiose Aussicht auf die im Hintergrund liegende Andenkette. Der Lago Argentino liegt wie ein grüner Smaragd in der Landschaft. Der Transfer bringt uns zum schön gelegenen Hotel Los Canelos, das mit seiner erhöhten Lage und dem wunderbaren Ausblick sofort überzeugt. Das Ambiente ist ebenfalls sehr gemütlich und die Zimmer lassen keine Wünsche offen.

Vor Ort bestätigt uns unsere Reiseleiterin Mariana, ebenso wie die örtliche Agentur, dass aufgrund der starken Winde heute kein Helikopterflug möglich ist. Die Sicherheit hat Vorrang, und die Reiseteilnehmer die sich dafür interessieren nehmen die Entscheidung mit Verständnis auf. Morgen allerdings gibt es wohl weniger Probleme und es besteht eine Möglichkeit für dieses Erlebnis.

Am Nachmittag machen wir uns auf den Weg zur Laguna Nimez, einem Naturreservat.
Die Lagune zeigt sich ruhig und weitläufig. Zwar entdecken wir weniger Wasservögel als erhofft und keine Flamingos, dennoch beobachten wir verschiedene Arten wie Ibisse und Entenvögel. Der Spaziergang durch das Schutzgebiet bietet schöne Ausblicke auf die Landschaft Patagoniens und einen Kontrast zur vorherigen Reisetappe.
Am späten Nachmittag kehren wir ins Hotel zurück. Einige von uns bleiben noch in der Stadt, bummeln durch die Geschäfte und genießen den sonnigen Abend, bevor sie zu Fuß ins Hotel zurücklaufen.

Morgen hat ein Teil der Gruppe einen Ausflug zur Estancia Christina gebucht und Gina lässt sich noch einmal die Abholzeit für den nächsten Tag bestätigen. 2 aus unserer Gruppe werden morgen mit dem Helikopter fliegen und 2 Teilnehmerinnen haben vor den Ort unsicher zu machen, denn es gibt hier auch andere Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben.
Beim gemeinsamen Abendessen in unserem schönen Hotel tauschen wir uns über das Erlebte aus und freuen uns auf morgen.

Freitag, 13.Feb.: Estancia Christina bzw. Freizeit

Am Morgen warten wir auf die Abholung des Transfers zum Schiff um zur Estancia Cristina zu fahren.
Der Transfer verspätet sich ziemlich, na ja ….. wir sind in Lateinamerika! Als unsere Fahrerin schließlich kommt, wirkt sie ein wenig gehetzt, aber da der Transfer ja von der Estancia organisiert ist, wird das Schiff schon auf uns warten.
In Puerto Bandera angekommen, legt das Schiff wenig später mit uns ab – offenbar hat man tatsächlich schon gewartet. Die Fahrt über den Lago Argentino ist beeindruckend. Vor dem gewaltigen Upsala-Gletscher treiben mächtige Eisberge im Wasser, eine spektakuläre Szenerie. Einige haben eine irreale dunkelblaue Farbe die je nach Lichteinfall die Intensität verändert. Ein Eisbrocken wird sogar aus dem Wasser gefischt – ein besonderes Fotomotiv-was nicht so einfach zu handhaben ist. Es ist kalt und glitschig

An Bord erhalten wir Bändchen zur besseren Gruppenzuordnung sowie Kaffee und Croissants. Die Organisation wirkt durchdacht und professionell und die jungen Mitarbeiter sind sympathisch und aufgeschlossen.
Schließlich legen wir am Steg dieses abgelegenen Anwesens an. Welch ein Aufwand die Estancia zu erreichen. Das wird uns auch in dem Museum deutlich gemacht, welches wir anschließend nach Einteilung in Gruppen erreichen. Unser Reiseleiter erklärt uns die Geschichte dieser
Farm die eng mit der Geschichte der Einwanderern Argentiniens verknüpft ist. Während der Führung erfahren wir viel über die Gründerfamilie, die Entwicklung der Estancia und die spätere Zusammenarbeit mit dem Los Glaciares National Park.
Die historischen Fotos und Ausstellungsstücke sprechen auch ohne viele Worte für sich und hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Besonders der alte Postkasten für Päckchen und Briefe der „in der Mitte von Nirgends“ stand und einmal alle 14 Tage geleert wurde. Welch einsames Leben hier in dieser Wildnis und welch ein Unterschied zu unserer hektischen Zivilisation.

Im rustikal und geschmackvoll eingerichteten Restaurant genießen wir ein reichhaltiges Mittagessen: Empanadas und Kürbissuppe als Vorspeise, danach Lamm, gebackenen Blumenkohl, Spinatbällchen, gratinierte Kartoffeln und zum Abschluss Kuchen. Rot- oder Weißwein sowie Wasser begleiten das Essen. Qualität und Auswahl überzeugen uns sehr.

Anschließend beginnt die Fahrt mit dem Geländebus in Richtung Aussichtspunkt. Die Strecke ist eine echte Rüttelpiste – schaukelig, aber Teil des Abenteuers. Unser lokaler Wanderführer kommentiert die Fahrt auf Spanisch und Englisch und erklärt uns Landschaft, Vegetation und Besonderheiten der Region.

Am Parkplatz steigen wir aus und beginnen eine kleine Wanderung auf einem etwas steinigen Pfad der aber gut zu bewältigen ist. Der Fahrer bildet den Abschluss der Gruppe und unterstützt bei Bedarf. Wanderstöcke stehen zur Verfügung – insgesamt ist alles hervorragend organisiert und wir können den Spaziergang geniessen.

Am Aussichtspunkt legen wir eine längere Pause ein. Vor uns eröffnet sich ein überwältigendes Panorama: Drei Gletscher münden sichtbar in die Landschaft unter uns. Wir erhalten fundierte Erläuterungen zur Geologie und zum fortschreitenden Rückzug der Gletscher. Hoch über uns kreisen Andenkondore – ein eindrucksvoller Moment in dieser weiten stillen Natur.

Nach der Rückfahrt zum Schiff treten wir die Heimfahrt wieder auf schwankendem Meer an. Na ja wirklich schwanken tut es nicht und wir können uns von dieser fantastischen Landschaft verabschieden. Unseren Fahrer der diesmal männlich ist, müssen wir wecken, er hat wohl ein kleines Schläfchen gehalten. Aufgrund von Straßensperrungen und Verkehrsaufkommen erreichen wir El Calafate mit leichter Verspätung.
Ein langer, aber außergewöhnlich eindrucksvoller Tag geht zu Ende – geprägt von Naturgewalt, Geschichte und einem perfekt orgamisiertem Ausflug.

Samstag, 14.Februar: Ausflug zum Gletscher Perito Moreno – Flug nach Buenos Aires

Heute Morgen ist mal wieder ein sonniger Tag. Wir gewöhnen uns langsam daran. Nach dem Frühstück treffen wir uns mit unserem Reiseleiter Christian um mit ihm einen absoluten Höhepunkt unserer Reise zu erklimmen, den berühmten Perito Moreno Gletscher, na ja im übertragenen Sinne, denn eine Gletscherwanderung haben wir nicht gebucht.
Wir starten wir Richtung Bajo de las Sombras, einem Ausgangsort zum Nationalpark. Unterwegs legen wir einen Fotostopp am See mit dem bekannten Schriftzug „Calafate“ ein – natürlich muss ein Foto sein. Auf der weiteren Strecke dringt ein strenger Geruch in den Bus. Was ist das? ein seltsamer Geruch, nicht wirklich angenehm! Des Rätsels Lösung ist ein totes Stinktier welches auf der Fahrbahn liegt. Jetzt wissen wir alle sehr genau, wie ein Stinktier riecht …! Es hat seinen Namen zu Recht!
Wir erreichen den Eingang des Nationalparks und Gina regelt mit Christian die Eintrittsformalitäten. Auch hier läuft schon fast alles digital. Es klappt reibungslos.
Nach einer kurzen Toilettenpause stehen wir an unserem ersten Aussichtspunkt – der Blick auf den Gletscher ist beeindruckend. Da wir eine ausgesprochen fitte Gruppe sind, entscheiden wir uns für einen sehr großen Rundweg. Die Wanderung zieht sich entsprechend, sodass wir unsere Mittagspause mit den Lunchpaketen schließlich am Hafen von Bajo de las Sombras einlegen. Es war einfach zu spannend und die Farben dieses beeindruckenden Gletschers ziehen uns magisch an. Immer wieder ändert sich die Perspektive aber die erwartete Kalbung des Gletschers lässt auf sich warten.
Mittags kommen wir am weiteren Ausgangshafen an um zu einem weiteren Schiffsabenteuer zu starten.
Christian organisiert die Schiffskarten und wir können an Bord gehen.
Pünktlich um 13.00 Uhr legt das Schiff ab. Die Ansagen erfolgen auf Spanisch und Englisch, und der Guide an Bord gestaltet alles sehr unterhaltsam und mit viel Humor. Während der Fahrt entlang des gewaltigen Gletschers erleben wir einen riesigen Abbruch – ein sogenanntes Kalben, ein spektakulärer Moment! Das Schiff muss sogar etwas Tempo aufnehmen, um nicht in die daraus entstehende Welle zu geraten. Das ist eindeutig der Höhepunkt des Tages – das berühmte Tüpfelchen auf dem i. Wir schauen und staunen!

Nach dieser wirklich beeindruckenden Schiffsfahrt fahren wir wieder in Richtung Hotel, um unser Gepäck abzuholen.
Danach geht es direkt weiter zum Flughafen. Der Check-in verläuft problemlos und wir verabschieden uns von Christian. Das Boarding und auch der Flug startet früher und wir haben kräftigen Rückenwind – die Flugzeit ist etwas kürzer und nach der Landung am Flughafen von Buenos Aires freuen wir uns auf das uns schon bekannte komfortable Hotel. DIeser Zwischenstopp ist notwendig da es an diesem Tag keinen Direktflug nach Salta mehr gab.
Wir werden von Ines abgeholt, ebenfalls eine erfahrene Reiseleiterin die für Eberhardt-Reisen arbeitet. Die Anmeldung dort erfolgt problemlos und wir beschließen diesen erlebnisreichen Tag komfortabel im Hotel, zumal es regnet. Irgendwann muss es ja mal sein. Auch der Wetterbericht für den folgenden Tag in Buenos Aires ist nicht so berauschend, aber wir fliegen ja morgen schon wieder zum nächsten Ziel-
Ein erlebnisreicher Tag geht zu Ende – mit dem ganz besonderen Naturschauspiel des „kalbenden“ Perito Moreno als krönendem Abschluss.

Sonntag, 15.Februar.: Flug nach Salta im Norden Argentiniens – Stadtbesichtigung Salta

Wir verlassen das heute regnerische Buenos Aires und nach dem reibungslosen Flug begrüßt uns Christina am Flughafen von Salta. Wir bringen zunächst unser Gepäck ins Hotel und machen uns dann gleich auf, die Stadt zu Fuß zu erkunden. Salta liegt im Valle de Lerma auf 1.152 Metern Höhe und wurde 1582 gegründet. Schnell spüren wir den besonderen Charakter dieser Stadt: spanische Kolonialarchitektur trifft hier auf lebendige Andentradition.
Wir schlendern über die Plaza 9 de Julio, bewundern die imposante neoklassizistische Kathedrale und das Cabildo aus dem 18. Jahrhundert. Die gepflegten Fassaden, Arkaden und Plätze verleihen der Stadt eine ruhige, fast elegante Atmosphäre.
Wir haben alle Hunger und das einzige Essen welches wir ergattern können, ist, um diese Zeit am Nachmittag, in einem Fast-Food-Restaurant - na ja - es gab schon mal besseres. So gestärkt schauen wir uns noch ein wenig im Städtchen um und besuchen die Kathedrale die im Inneren ein barockes Interieur aufweist, bevor wir mit dem Bus hinauf auf den Cerro San Bernardo fahren. Da heute Sonntag ist treffen wir viele Familien beim Sonntagsausflug. Der schöne Ausblick auf die Stadt wird dadurch nicht getrübt. Wasserfontainen kühlen die Szenierie.
Später besuchen wir fast alle das Museo de Arqueología de Alta Montaña. Im Museum sehen wir die berühmten Mumien vom Llullaillaco: außergewöhnlich gut erhaltene Kindermumien aus der Inkazeit, die durch die extremen klimatischen Bedingungen in großer Höhe konserviert wurden. Die Ausstellung ist eindrucksvoll und berührend zugleich und regt zum Nachdenken an. Die Kinder wurden mit Cocablättern zum Schlafen gebracht und dann lebendig beerdigt. Praktiken die im Sinne der Inkas etwas Gutes für die Kinder bedeutete und ihrem Glauben nach in eine bessere Sphäre eintreten ließ. Wir bekommen einen Einblick in die Glaubenswelt dieses ehemals die Anden beherrschenden Volkes, welches hier in Argentinien anders als in Peru und Bolivien von den Konquistadoren aus Spanien verschont blieb. Ihre Nachfahren leben heute hier in der Umgebung von Salta.

Am Abend kehren wir im Restaurant „El Mesón“ ein. Wir haben heute etwas zu feiern, es gibt ein Geburtstagskind und so bestellt Gina für Jürgen und seine Frau zwei Gläser Wein. Das Ganze wird noch durch einen von der Küche organisierten Geburtstagskuchen abgerundet. Gemeinsam singen wir ein Ständchen und stoßen auf den Jubilar auf seinen halbrunden Geburtstag an. Ein gelungener erster Abend in Salta – mit Kultur, Ausblicken und einem fröhlichen Geburtstagsmoment.
Ein kleiner Spaziergang bringt uns in unser Hotel zurück und wir sind gespannt auf das, was der morgige Tag uns bringen wird.

Montag, 16.Februar: Zugfahrt in den Anden mit dem „Zug in die Wolken“

Heute erwartet uns wieder ein Traumwetter mit angenehm warmen Temperaturen – bessere Bedingungen könnten wir uns für diesen Ausflug kaum wünschen.
Nach einem frühen Frühstück brechen wir mit Christina und unserem Fahrer Daniel auf, der uns die kommenden drei Tage begleiten wird. Die Fahrt führt uns zunächst durch die beeindruckende Stierschlucht. Die Landschaft verändert sich stetig, die Farben werden intensiver, die Vegetation karger – wir gewinnen spürbar an Höhe.
Eine geplante Toilettenpause an einer öffentlichen Anlage entfällt, da dort kein Wasser vorhanden ist und sie geschlossen bleibt. Kurzerhand weichen wir auf das Museum aus – flexibel wie immer klappt auch das problemlos.
Hier in Santa Rosa de Tastil werfen wir einen Blick auf den Friedhof, der die tiefe Religiosität der Andenbewohner dokumentiert. Jesus Christus und Pacha Mama (Mutter Erde) werden heute wie einst verehrt.
Auch sehen wir ab und an ein Lama oder mehrere am Wegesrand grasen, auch die scheuen Guanakos lassen sich in der Landschaft blicken.
Bald erreichen wir Cabra Blanca, den Pass hinauf zum Hochplateau. Hier legen wir einen Fotostopp ein und genießen die klare Luft und die weiten Ausblicke. Die Steine dienten früher der Verehrung und dem Dank an die Gottheiten. Seit dem Einzug des Christentums haben sich Symbolik und Anbetung vermischt, was an den von Touristen oft fälschlich interpretierten Opfergaben sichtbar ist. Es ist uns schon aufgefallen, dass kein Müll in der Landschaft außerhalb von Ortschaften liegt. Plastikflaschen und ander Gegenstände des täglichen Gebrauchs werden der Mutter Erde sozusagen geopfert und als Gabe dargebracht.
Am Aussichtspunkt von San Antonio machen wir erneut Halt, unter uns liegt eine typische Minenstadt, denn Minen mit seltenen Erden und anderen Rohstoffen gibt es hier im Nordosten Argentiniens häufig.

Im Hotel/Restaurant Las Nubes nutzen wir die Gelegenheit für eine weitere Pause und organisieren noch einmal unser Mittagessen nach der Bahnfahrt. In der Übermittlung des Menus hat etwas nicht so ganz geklappt.
Dann ist es soweit: Am Bahnhof, wo schon geschäftiges Treiben herrscht steigen wir in den berühmten Tren a las Nubes.
Die Fahrt mit dem „Zug in die Wolken“ ist ein besonderes Erlebnis. Die Strecke führt durch die eindrucksvolle Hochlandlandschaft der Puna. In Mina Concordia erfolgt ein Lok- und Platzwechsel. Unterwegs halten wir außerdem etwa eine halbe Stunde an dem 224 m langem Viadukt Polvorilla auf 4250 m Höhe ü.d.M. Dort ist unser Umkehrpunkt, an dem ein kleiner Indio-Markt aufgebaut ist – Gelegenheit zum Stöbern und für weitere Fotos. Darfs vielleicht ein schöner handgestrickter Poncho sein, oder vielleicht ein Pullover aus Lamawolle?
Nach der Rückkehr am Bahnhof kehren wir im Las Nubes zum Mittagessen ein und lassen die Eindrücke noch einmal Revue passieren.

Am Nachmittag geht es zurück über Alfarcito wo wir einen weiteren Halt machen. Hier in der Kirche Kirche San Cayetano befindet sich das Grab vom Pater Chifri, der sich für die Bedürfnisse der indigenen Bevölkerung einsetzte und zu früh bei einem Unfall ums Leben kam.
Mit zahlreichen Fotostopps fahren wir weiter. Eine Landschaft mit riesigen Kandelaber-Kakteen begleitet den weiteren Weg, die jetzt im Nachmittagslicht besser beleuchtet sind als heute Morgen.
Vor uns bewegt sich eine ganze Reihe Fahrzeuge vom Tren a las Nubes – eine kleine Karawane, mit Reisegästen, Versorgungsfahrzeugen und einem Sanitätsservice. Alle haben die Zugfahrt begleitet, für den Fall einer Höhenunpässlichkeit oder anderen gesundheitlichen Störungen.

Nun wir sind alle gesund und haben die große Höhe gut überstanden.
Wegen einer Fiesta müssen wir schließlich eine Umleitung nehmen und erreichen unser Hotel etwas später als geplant. Doch bei diesem erlebnisreichen Tag nimmt das niemand übel.
Am Abend kommen wir zufrieden im Hotel an – erfüllt von grandiosen Landschaften, klarer Höhenluft und einem unvergesslichen Bahnabenteuer.

Dienstag, 17.Februar: Quebrada de las Conchas und Weingut bei Cafayate

Heute Morgen ist der Himmel ein wenig bedeckt, doch schon bald setzt sich die Sonne durch. Im Laufe des Tages werden die Temperaturen auf über 30 Grad klettern– es wird richtig heiß werden.
Nach einem frühen Frühstück brechen wir auf. Die Landschaft begleitet uns zunächst ruhig und weit, bevor wir an einer netten Raststätte mit angeschlossenem Hühnerhof eine Pause einlegen – ein charmantes, fast ländliches Idyll mit einem sagenhaften Kuchenangebot. Schade, dass wir erst gefrühstückt haben. Wir fahren weiter durch die sog. Muschel-Schlucht nach oben.
Am Pass genießen wir die Aussicht und spüren, wie sich die Landschaft erneut verändert. Wenig später halten wir an der sogenannten „Titanic“ – einer markanten Felsformation, die tatsächlich an den berühmten Schiffsbug erinnert und ein beliebtes Fotomotiv ist.
Anschließend besuchen wir das Weingut Bodega Piatelli mit Besichtigung und Verkostung. Wir erfahren Interessantes über den Weinbau in dieser hochgelegenen Region und probieren die typischen Weine – allen voran den charakteristischen Torrontés. Es gibt aber auch andere Weine für verschiedene Geschmäcker.
Weiter geht es nach Cafayate, einem der bekanntesten Weinorte im Norden Argentiniens. Dort kehren wir im Restaurant „El Puskano“ zum Mittagessen ein und genießen die entspannte Atmosphäre des Ortes.
Danach bleibt Zeit zur freien Verfügung. Es gibt zahlreiches Kunsthandwerk in unterschiedlicher Ausführung.

Am Nachmittag fahren wir wieder zurück durch die eindrucksvolle Quebrada de las Conchas, auch bekannt als Muscheltal.
Immer wieder halten wir an den spektakulären Felsformationen – am Amphitheater mit seiner beeindruckenden natürlichen Akustik und am sogenannten Teufelsrachen, dessen gewaltige Gesteinsformationen uns staunen lassen.
Einige von uns können dem Schmuck- und Steinangebot nicht widerstehen und es ergeben sich daraus sehr freundliche Begegnungen mit der einheimischen Bevölkerung.

Ein weiterer Fotostopp führt uns nach Alemania, wo wir noch einmal die besondere Stimmung der Region einfangen. Leider geraten wir auf der Rückfahrt erneut in einen Stau, sodass sich unsere Ankunft etwas verzögert.
Am Abend erreichen wir schließlich das Hotel – müde von der Hitze, aber erfüllt von grandiosen Landschaften, gutem Wein und vielen besonderen Eindrücken.

Mittwoch, 18. Februar: Ausflug nach Purmamarca & Hügel der sieben Farben

Nach einem frühen Frühstück brechen wir auf zu unserem letzten großen Ausflugstag. Die Fahrt führt uns über San Salvador de Jujuy und weiter auf der Panamericana in Richtung Anden.
Schon unterwegs erleben wir eindrucksvolle Landschaften und passieren Purmamarca. Kurz darauf halten wir am berühmten Cerro de los Siete Colores.
Die farbigen Gesteinsschichten leuchten im Morgenlicht besonders intensiv – ein beeindruckendes Naturschauspiel. Am Mirador auf dem Pass legen wir noch einen kurzen Stopp ein und genießen die weite Aussicht.
Während der gesamten Fahrt erhalten wir von Christina zahlreiche Informationen über die indigene Bevölkerung, ihre Traditionen und Bräuche – besonders auch über den Karneval in dieser Region. Interessant dabei: Weder auf der Hin- noch auf der Rückfahrt werden wir vom Karnevalsgeschehen beeinträchtigt.

Wir erreichen über eine kurvenreiche Passstraße die Cuesta de Lipan, einen Pass auf 4170 m Höhe.
Schließlich kommen wir an der gewaltigen Salinas Grandes, immerhin noch auf 3450 m Höhe im Grenzgebiet der Provinzen Salta und Jujuy, an. Der etwa 212 km² große See entstand vor 5 bis 10 Millionen Jahren im Zuge tektonischer Veränderungen durch Auffaltung der Anden. Dadurch verloren mehrere Flüsse ihren Abfluss und bilden heute die Hauptquellen dieses Salzmeers welches aus einer 30 Zentimeter starken, meist aus Natriumchlorid bestehenden Salzschicht zusammensetzt und abgebaut wird. Es ist schon ein komisches Gefühl über die weiße Fläche zu laufen deren Kristalle sechseckige Formen gebildet haben. Ein Weiss, dass blendet und eine Sonnenbrille unabdingbar macht.

Zahlreiche Fotografen bieten ihre Dienste an von denen unsere Gruppe eifrig Gebrauch macht.
Dann im Schatten wartet eine besondere Überraschung auf unsere Gruppe: Bereits am Vortag hat Gina unsere Reisebegleiterin von Eberhardt-Reisen vier Flaschen Wein besorgt. Daniel und Christina kümmern sich um Eis, eine Kühltasche für den Weißwein und – man glaubt es kaum – sogar um echte Gläser. Christina steuert außerdem frische Empanadas bei.
Nach unserem sehr schönen, aber auch sehr heißen Spaziergang über die gleißend weißen Salzflächen. Inmitten dieser spektakulären Kulisse stoßen wir gemeinsam an und bedanken uns bei Christina und Daniel für die schönen Tage – ein ganz besonderer Moment. Allerdings wissen wir zu dieser Zeit nicht was uns noch heute erwarten wird.
Anschließend fahren wir zurück nach Purmamarca und unternehmen noch einen kleinen Spaziergang zum Restaurant Kuntur. Nach dem Essen bleibt Zeit zum Bummeln und Einkaufen – letzte Souvenirs, letzte Eindrücke und Gefäße aus dem Holz der Kandelaber-Kakteen.
Am Nachmittag treten wir die Rückfahrt an. Während der Rückfahrt erfahren wir durch unsere Agentur in Argentinien, dass am kommenden Tag in ganz Argentinien gestreikt werden soll. Sobald wieder WLAN verfügbar ist, verifiziert Gina die Meldung bei der Agentur.
Fakt ist: unser Flug fällt aus, der Besuch in Iguazu ist gefährdet.
Bei Rückkunft im Hotel sichert Gina schon mal einen weiteren Übernachtungstag für unsere Gruppe, denn der Streik aller staatlichen Institutionen steht fest und die Nationale Fluggesellschaft ist ein Staatsbetrieb.

Ein intensiver, eindrucksvoller und zugleich emotionaler Abschlusstag – mit grandiosen Landschaften, vielen Hintergrundinformationen und einem stimmungsvollen Abschied mit einer unerwarteten Wendung geht zu Ende in einem schönen Restaurant, zu dem wir am Abend ein Stück laufen müssen.
Trotzdem ist die Stimmung gut, das Essen und der Wein schmeckt und es gibt Vertrauen in den weiteren Verlauf.

Donnerstag, 19.Februar: ein weiterer Tag in Salta mit Hoffen und Bangen

Nach dieser gestrigen Nachricht versichern wir uns erst einmal des weiteren Verbleibs im Hotel in Salta. Nach dem Frühstück haben alle einen unerwarteten Tag zusätzlich für die Besichtigung von Salta. Bummeln oder Shoppen, ganz wie es uns beliebt. Wir wissen uns in Kontakt über unsere whatsapp Gruppe mit Gina, die heute alle Hände voll zu tun hat.
Ein erfolgloser Besuch des Flughafens lässt die Situation klarer werden: kein Flug von Salta nach Buenos Aires vor dem 25.Februar. Unser Gruppen-Treffen wird auf Nachmittags verlegt.
Es gibt nur eine Möglichkeit, die auch gestern schon im Gespräch war. Eine Fahrt mit dem Bus!
Die Firma Eberhardt-Reisen, die natürlich schon längst in der Nacht informiert wurde, ist zusammen mit den lokalen Agenturen dabei einen adequaten Bus für uns zu organisieren. Am Nachmittag kommt dann nach einiger Wartezeit das OK.
Am nächsten sehr zeitigen Morgen soll es mit dem Bus und 2 Fahrern über fast 1500 km nach Iguazu gehen. Eine Fahrt durch die argentinische Pampa.
Wir werden die Iguazu-Fälle trotz allem noch sehen und Erleichterung macht sich unter der Gruppe breit, sind die Wasserfälle doch ein wichtiger Programmpunkt und eine herausragende Natursehenswürdigkeit.

Freitag, 20. Februar: Fahrt von Salta nach Iguazu durch die argentinische Pampa

Sehr früh werden wir vom Hoteltelefon geweckt. Das Hotel hat trotz der frühen Stunde ein Frühstück vorbereitet – Käse, Brot, Medialunas, Tomaten, Obst sowie Kaffee und Milch stehen bereit. Jeder bekommt zusätzlich ein Lunchpaket für die Reise mit. Eine großartige Organisation des Hotels zu dieser Uhrzeit.
Unser Bus kommt pünktlich und wir stehen schon bereit. Unsere Fahrer Leonardo, der Cheffahrer, und Alexandro begrüßen uns freundlich und schnell ist das Eis gebrochen. Wir haben einen bequemen Bus in dem jeder 2 Plätze belegen kann, sogar mit Liegesitzen und die Klimaanlage funktioniert.
Nach dem Verladen der Koffer starten wir in Richtung Ost/Nordosten.
Der erste Halt bietet Gelegenheit für Kaffee und Toilettenpause. Die Strecke führt uns durch weite Landschaften mit klingenden Namen wie El Quebrachal, Pampa de los Guanacos und Pampa del Infierno – endlose Straßen, viel Himmel, immer wieder kleine Ortschaften und natürlich RInder. Wo sind aber die Gauchos, die berühmten argentinischen Cowboys? Nun warscheinlich nicht auf der Nationalstraße.

Am Nachmittag geraten wir bei Corrientes in einen Stau aufgrund eines Unfalls. Geduld ist gefragt. Während der Fahrt nutzen wir die Zeit sinnvoll und fotografieren alle Pässe, um den späteren Check-in im Hotel Aldea zu beschleunigen und die Passliste vorzubereiten. Parallel stehen wir in Kontakt mit unserem Reiseleiter Max in Iguazú. Die Gruppe ist sehr erleichtert, dass der Besuch der Wasserfälle auf der brasilianischen Seite wie geplant stattfinden kann. Die Abfahrt vom Hotel soll am kommenden Morgen gegen 9.00 Uhr erfolgen.
Wir überqueren die beeindruckende Puente General Manuel Belgrano, der Corrientes mit der Provinz Chaco verbindet – ein markanter Punkt unserer langen Fahrt.

Nach dem Ende des Staus geht es weiter Richtung Iguazú. Eine spätere Toilettenpause stellt uns noch einmal auf die Probe – die Sanitäranlagen sind in sehr schlechtem Zustand, kein Wasser, kaum nutzbar. Doch auch das meistern wir mit Humor und Gelassenheit.
Mitten in der Nacht erreichen wir schließlich unser Hotel. Trotz der sehr späten Ankunft (oder sollten wir frühe Ankunft sagen? sind die Formalitäten schnell erledigt, und jeder erhält eine große Flasche Wasser – eine kleine, aber sehr willkommene Aufmerksamkeit nach dieser langen Fahrt.
Wir verabschieden uns von unseren zuverlässigen Fahrern und bedanken uns mit einem etwas höheren Trinkgeld als üblich. Sie haben eine tolle Leistung geliefert.

Ein außergewöhnlich langer und anstrengender Reisetag geht zu Ende – geprägt von Flexibilität, guter Organisation und einer Gruppe, die auch unter erschwerten Bedingungen zusammenhält.

Samstag, 21. Februar: Ausflug zu den brasilianischen Iguazu–Fällen – Flug nach Rio de Janeiro

Nach einer kurzen Nacht und einem Frühstück in diesem Dschungelhotel treffen wir unseren Reiseleiter Max, der schon seit gestern auf uns gewartet hat. Mit unserem Gepäck und ihm machen wir uns auf den Weg Richtung Brasilien. Schon kurz nach der Grenze fallen uns zahlreiche Baustellen auf – vielerorts werden die Straßen verbreitert und modernisiert.

Auf dem Weg zu den Wasserfällen erzählt uns Max schon Einiges über diese größten Wasserfälle der Erde.
Wir fahren zum Eingang des Nationalparks den es seit 1934 gibt und der 677 qkm umfasst. Die Wasserfälle gibt es natürlich schon sehr viel länger, denn sie sind beim Auseinanderbrechen des Superkontinents Gondwana vor ca. 120 - 130 Mio.Jahren entstanden. Es sind Zeitdimensionen die uns zeigen wie kurz ein Menschenleben ist. Das ist wohl auch einer der Gründe für die Anziehungskraft solcher Naturgewalten. Nach dem Eingang zum Park fahren wir bis zum Hotel Los Cataratas wo wir unseren ca. 2 km langen Spaziergang beginnen.
Der Weg führt uns immer wieder zu spektakulären Aussichtspunkten. Tosende Wassermassen, aufsteigender Sprühnebel und Regenbögen in der Sonne – ein beeindruckendes Naturschauspiel. Gemeinsam erreichen wir das obere Plateau nach dem Aufstieg – alle haben die Strecke zu Fuß gemeistert. Dort gönnen wir uns eine Pause; wer möchte, stärkt sich mit einem kleinen Imbiss.
Anschließend fahren wir weiter zu den Hubschraubern. Ein Teil der Gruppe hebt zu einem Rundflug über die Fälle ab – ein unvergesslicher Blick aus der Vogelperspektive auf dieses Naturwunder.
Es hat sich doch noch gelohnt diese gestrige Fahrt auf sich zu nehmen. Alle sind zufrieden, denn es hätte auch noch ganz anders kommen können.
Später geht es zum Flughafen, wir verabschieden und bedanken uns bei Max, der sein Bestes in Anbetracht der widrigen Umstände gab und fliegen weiter nach Rio de Janeiro. Die Landung erfolgt pünktlich, doch auf das Gepäck müssen wir etwas warten.
Ivone erwartet uns wie immer zuverlässig und bereitet uns auf den Karneval vor. Auch sie ist bei der Firma Eberhardt-Travel als zuverlässige und gute Reiseleiterin bereits bekannt.
Die Weiterfahrt gestaltet sich abenteuerlich: In Rio ist vieles abgesperrt, und obwohl wir eine Genehmigung haben, wird uns die Zufahrt zum Sambódromo zunächst verweigert. Es kommt zu einer hitzigen Diskussion zwischen unserem Fahrer und einer Sicherheitsperson. Hinzu kommt dichter Verkehr – aber schließlich, spät zwar, kommen wir an dem Eingang der uns zu unseren Plätzen führt an. Es ist eine Menge Gewusel, ein ewiges Kommen und Gehen. Wir nehmen mit unseren von der Agentur verteilten Sitzkissen Platz und harren der 2. Sambaschule, die bald vor uns vorbeizieht.
Irgendwann nach Mitternacht beschließt die Mehrheit, ins Hotel zu fahren. Es war ja auch ein sehr langer Tag dazu auch noch mit einem Schlafdefizit.

Sonntag, 22.Februar: Ausflug zur Christus–Statue auf dem Corcovado – Stadtbesichtigung von Rio de Janeiro

Unser Tag begann zunächst noch etwas verhangen, doch pünktlich zu unserem Ausflug Richtung Corcovado lichtete sich der morgendliche Nebel und gab den Blick auf den Christus frei. Bei Sonnenschein und heißen Temperaturen genossen wir einen fantastischen Blick auf die Christusstatue. Die besondere Atmosphäre eines dort stattfindenden Gottesdienstes machte den Moment oben am Gipfel perfekt.
Wieder unten angekommen, tauchten wir an der Selarón-Treppe mitten in das bunte Leben Rios ein. Am letzten Sonntag des Karnevals war die Stimmung dort ausgelassen: Die LGBTQ-Community und viele feierfreudige Menschen verwandelten die berühmten Stufen mit Gesang und Tanz in eine einzige große Party. Authentischer Karneval als Abschied von Rio.
Nach einem Besuch im imposanten Innenraum der modernen Kathedrale von Rio führte uns der Weg vorbei am Sambodrom, wo bereits die großen Aufräumarbeiten nach den prunkvollen Nächten im Gange waren. Auch ein kurzer Stopp am legendären Maracanã-Stadion durfte natürlich nicht fehlen.
Am Nachmittag kehrten wir in die Churrascaria Carretão ein, um uns bei einem traditionellen Essen zu stärken. Neben dem Buffet auf dem es an nichts fehlte kamen in Abständen frisch gegrillte Fleischsorten an den Tisch und wurden nach Wunsch abgeschnitten. Ein Eldorado für Fleischliebhaber. Zum Abschied gab es einen typischen Zuckerrohrschnaps von der Firma Eberhardt spendiert, wobei wir den Becher als schönes Souvenir an unsere Reise behalten durften.
Den späten Nachmittag nutzten wir für eine kleine Ruhepause im Hotel, bevor wir uns am Abend zum krönenden Abschluss im Dach-Restaurant wiedertrafen Bei gutem Essen und reservierten Tischen mit direktem Meerblick feierten wir diese gelungene Reise.

Montag, 23.Februar: Ausflug zum Zuckerhut – Heimreise

Unser letzter Tag in Rio beginnt mit einer ganz anderen Stimmung: Dichter Nebel hängt in den Bergen, es ist sehr schwül und leichter Regen setzt ein. Nach dem Frühstück machen wir uns nach dem Beladen des Busses mit unserem Gepäck auf den Weg zur Seilbahnstation am Zuckerhut.
An der Mittelstation genießen wir noch einen kurzen Spaziergang durch den Wald, doch dann ist Geduld gefragt: Die Seilbahn ist defekt, und wir müssen eine Zwangspause einlegen. Als wir schließlich oben ankommen, zeigt sich Rio mystisch verhüllt. Der Corcovado mit dem Christus ist komplett im dichten Grau verschwunden und wird sich heute wohl auch nicht mehr zeigen.
Am späten Vormittag treten wir die Rückfahrt an. Unten angekommen, geht es direkt zum Flughafen und wir verabschieden uns von Ivone. Der Regen der uns während der Reise verschont hat, beginnt jetzt richtig.

Dienstag, 24.Februar: Ankunft in Frankfurt

Es war eine rundum gelungene Reise, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Wir verabschieden uns am Flughafen in Frankfurt und jeder geht seiner Wege, vielleicht zu den Lieben nach Hause oder auf den Weg in ein nächstes Abenteuer.


Liebe Reisegruppe,

Liebe Reiseteilnehmer,
es hat mir viel Vergnügen bereitet mit Euch zu reisen. Vielen Dank für Eure Wertschätzung, Euren Humor, Eure Geduld und die immer gute Stimmung, die sich auch auf meine Kollegen in Argentinien und Brasilien übertragen hat.

Adios oder besser hasta la vista! Oder hasta luego!
Eure Gina Egenolf


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