Reisebericht: Radreise Baltikum - Radtouren durch drei Länder

17.06. – 29.06.2018, 13 Tage Rundreise mit Radtouren durch Lettland, Litauen und Estland mit Riga - Vilnius - Tallinn (375 Radkilometer)

13 Tage, 387 Km.

Tag 1 Flug nach Vilnus


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Früh am Morgen haben wir uns am Flughafen Frankfurt getroffen. Unsere Gruppe war klein, nur 7 Personen. Alle zusammen sind wir nach Vilnus geflogen, wo schon unser Reiseleiter Ivars auf uns gewartet hat.
Nach dem Einchecken im Hotel sind wir essen gegangen. Da wir im Zentrum waren, war es gar nicht schwer eine Blinnaya zu finden, wo für wenig Geld Creps mit verschiedener Füllung gab. Zu diesem Kaffee ist auch später unser Guide in Vilnus gekommen und die Tour ist gestartet.
Man sagt über die Esten, dass sie sehr langsam sind. Vielleicht hatte unsere Guide die estnischen Vorfahren. Das werden wir natürlich nicht wissen. Aber die gute Dame kam und kam nicht aus dem Knick. Mit einer rasanten Schneckengeschwindigkeit wurden wir von einem Gebäude zu dem Nächsten gejagt, von einer Kirche zu der anderen. Wir versuchten natürlich das Beste daraus zu machen, sind hier und da lauter geworden. Aber letztendlich mussten wir unser Schicksal akzeptieren. Es hat uns dann belohnt mit einem Spaziergang bis zum Künstlerviertel. Bemerkenswert fand ich das Eis, was wir auf dem Weg geschnappt haben. Es sah ganz schwarz aus und schmeckte nach Vanille und Kokos.
Nach dem traditionellen Abendbrot sind wir wieder spazieren gegangen. Auf der Suche nach dem Biergarten sind wir zu dem Fluss gekommen. Nicht weit von der Fußgängerzone haben wir eine Kneipe gefunden. Nur dort gab es leckere Biercocktails, die wir später nirgendwo finden konnten.

Tag 2 Wasserburg in Trakai. Erste Fahrradetappe


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Schon an diesem Tag mussten wir uns von Vilnus verabschieden. Auf dem Programm stand eine Reise nach Trakai. Dieses Dorf war gar nicht so leicht zu finden. 2 Mal hat es sich in den GPS Daten versteckt. Nur dank unseres Lotsen Arno haben wir endlich den Weg gefunden. Der Wasserburg, was sich in Trakai befindet, hat verschiedene Kollektionen an Rüstung, Pfeifen, Münzen usw. Er ist von allen Seiten mit dem Wasser umrundet. Einige Gäste und ich haben ein Boot gemietet, um die Gegend besser zu erkundigen. Der Bootsfahrer war aus Albanien, aber er konnte ziemlich gut auf Russisch reden. Er hat uns von der Gegend erzählt, von den Leuten und ein bisschen von seiner Familie. Ich habe übersetzt. Die anderen deutschen Gäste, die mit auf dem Boot waren, haben sich auch gefreut. Alles in allem war das ein sehr gelungener Ausflug. Zu Mittagessen haben wir Kipinai probiert, wofür diese Gegend berühmt ist. Das sind Teigtaschen mit verschiedener Fühlung.
Am Nachmittag hat unsere erste Fahrradetappe begonnen. Die war auch die schwierigste, wie es sich im Nachhinein herausgestellt hat. Die Gegend war etwas hügelig. Auf der Mitte der Strecke hat uns ein kurzer aber kräftiger Schauer erwischt und nass gemacht. Unser Bus war in die Nähe, wir konnten uns umziehen und sind weiter geradelt. Als Entschädigung für das Wetter sind wir bei einem kleinen Laden stehengeblieben, wo wir Moskaues Eis für 50 Cent gekauft haben.
Am Ende der Strecke wäre ein guter Ort zum Baden, aber es ist ziemlich frisch geworden und wir haben darauf verzichtet.

Tag 3 Russische Grenze


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Nach der schönen Übernachtung in Best Western Hotel sind wir weiter mit dem Bus gefahren. Unser Weg lag sehr nah an der russischen Grenze. Also, haben wir einen kurzen Stopp gegenüber der Stadt Sovetsk gemacht. Die Grenze verläuft an einem kleinen Fluss. Wir konnten sehr deutlich die Gebäude und Kirchen auf der anderen Seite sehen.
Dieser Tag hat uns eine Herausforderung im Form vom Wind gebracht. Der war so stark, dass wir kaum die Räder bewegen konnten. Die Konversation war spärlich. Nur meine Aufmunterungen in Form von HOP HOP und seltene "Auto" Schreie, wenn ein Fahrzeug uns von hinten näherte. Zu der Vogelwarte sind wir beinahe 1 Stunde später gekommen, als geplant. Das machte dem Ornithologen nichts aus. Energievoll hat er uns über seine Arbeit und über die Vogelstation wo er seine Zeit verbringt erzählt. Er als erster in der Welt hat die Möglichkeit entdeckt, die Libellen zu markieren und dadurch ihre Migrationswege zu beobachten. Wir sind inzwischen zu unserer nächsten Station migriert, einem Garten von der einheimischen Familie, wo sie für uns ein Mittagessen serviert hat. Die haben auf uns schon gewartet. Das ganze Essen war sehr frisch und lecker, aus eigenem Garten.
Und schon fährt uns der Bus weiter, nach KlAipeda. Da, in dem Hotel zu der alten Mühle, mussten wir 2 Tage bleiben. Nicht alle wissen, dass in der Stadt Klaipeda, einige alte Fachwerkhäuser stehen. Noch ist die Stadt für viele kleinen Figuren bekannt, die im Zentrum versteckt sind. Man konnte sogar dort ein Questspiel machen. Ganz in der Nähe unseres Hotels steht ein Haus, wo der Kaufmann Schliemann seine Waren verkauft hat. Er ist besser bekannt als der, der Troia gefunden hat.

Tag 4 Kurische Naeherung


An dem Tag mussten wir früh aus den Federn. Auf uns wartete die Fähre zu der Kurischen Näherung. Zuerst hatten wir eine kleine Überraschung im Hotel. Es hat sich herausgestellt, dass das Frühstück man bestellen musste. Es war erstmal ungewöhnlich aber nicht unangenehm.
Kurische Näherung ist ein Naturschutzgebiet. Ein Teil davon gehört Russland und ein Teil mit der Stadt Nida Lithauen. Unterwegs haben wir Stopps gemacht, am Haus von Thomas Mann und am Hexenberg. Der Schriftsteller Thomas Mann hat auf der Kurischen Näherung einige Sommermonate verbracht und hat dort sogar ein kleines Haus bauen lassen. Von dort öffnen sich wunderschöne Meeresblicke.
Der Hexenberg wird so genannt, weil es sich dort ein Park mit vielen hölzernen Figuren aus der Folklore befindet. Die ältesten Figuren stammen aus den 70er Jahren.
Nach dem Parkbesuch sind wir nach Nida gefahren. Das ist ein sehr schönes kleines Dörfchen. In der Nähe befindet sich Große Düne, von wo man Russland sehen kann. Nach der kleinen Pause haben wir die Räder ausgepackt und sind auf dem Fahrradweg zurück Richtung Fähre gefahren. Die gesamte Rute sollte an dem Tag über 50 km sein.
Auf dem Weg haben wir einen Stopp beim Bergsteinladen gemacht. Die Guide war vollkommen das Gegenteil von ihrer Kollegin in Vilnus. Wir haben uns gestaunt, wie man mit so einer Geschwindigkeit die Wörter aussprechen kann.
Wir haben viele Fotopausen gemacht, der Weg war angenehm, die Temperatur ideal zum Fahren. Leider gab es am Meer immer noch zu viel Wind, damit wir baden gegangen sind.
Vor der Fähre haben wir natürlich ein verdientes Bier getrunken.

Tag 5 Palanga


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Den Tag haben wir mit der Fahrradreise angefangen. Der Weg ging durch die Stadt Klaipeda zu Palanga, einem Sommerkurort. Die Straße war von der sehr guten Qualität, obwohl es wohl noch einen neueren Weg geben sollte. Wir sind durch den Wald gefahren und ab und zu die Einheimischen getroffen, die auch das angenehme Wetter genießen wollten. Wir haben selber nicht gemerkt, als wir zu dem Park gekommen sind, wo wir das Bergsteinmuseum besuchen durften.
Im Anschluss sind wir dann Richtung Zentrum gefahren, wo es verschiedene Restaurants und Cafés gab. Einige von uns sind auch zu der Markt gegangen, wo man Obst einkaufen konnten.
Aber auch diese angenehme Etappe war zu Ende und nach dem kleinen Eis sind wir wieder in unseren Bus eingestiegen, der uns nach Riga brachte. Unterwegs haben wir noch einen kleinen Stopp am Berg der Kreuze gehabt. Für die, die noch nie dort gewesen sind, das ist ein Berg, was voll von verschieden Kreuzen ist: großen, kleinen, aus Metall, aus Holz, alten, neuen... In den sowjetischen Zeiten wurde diese Kreuze immer wieder vernichtet, aber sieh zu, die Leute haben wieder die Neuen gebracht.
Nach langem Weg, abends, haben wir dann endlich unser Ziel erreicht. Wir waren in Riga. Während des Abendessens hat es geregnet, aber danach hat der Gott des Wetters uns einen wunderschönen Abend geschenkt. Zu dieser Zeit war in Riga ein Abschlusskonzert von einem Volksfestival. Einige sind dorthin gegangen oder den Abend bei einem Bierglas beendet.

Tag 6 Riga


Die Innenstadt von Riga gehoert seit 1997 zur UNESCO-Weltkulturerbe. Das ist auch die groesste von den Baltischen Hauptstaedten. Waehrend unserer 3-Stundigen Fuehrung hat uns Ivars die besten Ecken von seiner Stadt gezeigt. Wir waren in Parken, in Jugendstilviertel sowie in verschiedenen Kirchen. Nach der Fuehrung hat sich die Gruppe getrennt. Einige sind zu der Sommerkurstadt Jurmala gefahren wobei die anderen im Zentrum geblieben sind.
Ab und zu war regnerisch oder windig, aber ansonsten war das Wetter in Ordnund. An dem Tag konnte man ueberall in Riga die Kraenze kaufen. Das war Vorabend vor der Mitsommernacht. Auf lettisch heisst dieser Fest Ligo. Es wird sehr gross gefeiert. Abends haben wir dann noch ein Konzert besucht, was diesem Fest gewidmet war.

Tag 7 Sigulda. Paddeltour


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Schon eine Woche waren wir unterwegs. Und wieder heißt es, Koffer packen. Unsere Reise ging weiter, nach Sigulda. Da, in den Ruinen der alten Burg wurde Ligo fest gefeiert.
Davor natürlich unsere Radetappe und Paddeltour. In einem Park hat uns Ivars eine traurige Geschichte von der Turaidischen Rose erzählt. Unsere Gesichter waren nass von Emotion...
genauso wie unsere Jacken, Schuhe und Räder. Der Regen hat uns für kurze Zeit eingeholt. Bald schien aber wieder die Sonne und wir konnten fortsetzen.
An dem Fluss Gauja was gar nicht so tief und schnell ist, mussten wir von Turaida nach Sigulda mit den 2-er Boten paddeln. Einige von uns haben noch nie eine Paddeltour gemacht. Das hat sie aber nicht gestört, so eine Geschwindigkeit hinzulegen, dass sie beinahe schneller als alle anderen zum Ziel angekommen sind. Ich mit meinem berühmten HOP HOP, konnte den Schritt nicht halten und bin als Letzte angekommen. Diejenigen, die noch mehr Übung wollten, konnten abends bei dem Ligofest tanzen.

Tag 8 Estland. Picknick


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Dieser Tag hat uns mit Regen begrüßt. Wir hatten viel Glück, dass wir erstmal mit dem Bus gefahren sind. Auf der lettischen Grenze haben wir, wie es sich gehört, ein Likör gekostet, was uns schon den Eindruck von dem nächsten Land geben sollte: Estland. Der Likör heißt Vanna Tallin, der alte Tallin. Gleich bei der Grenze gibt es auch ein Museum von Baron Münchhausen. Das Museum war zu wegen des Feiertags. Also, müssen wir nochmal hin. ;-)
Nachdem unsere heutige Route vorbei war, habe ich ein Picknick vorbereitet. Wir haben einen Ort gewählt, wo es schon Tische und Bänke gab. Das war eine kleine Verkostung der baltischen Produkte.
Abends haben wir einen Stadtrundgang in dem Örtchen Pärnu gemacht. Das liegt am Meer. Ivars hat uns über nicht so zahlreiche Sehenswürdigkeiten erzählt. Leider gleich danach hat ein starker Regen angefangen und die meisten von uns haben den Rest des Abends im Hotel verbracht.

Tag 9 Insel Saaremaa


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Das Wetter hat sich verbessert. Unser Weg fuhr uns nach Saaremaa. Ihr merkt schon, im Estnischen genauso wie in Finnischen gibt es viele Wooooerteeeer wo die Vokale doppelt sind. Wie dem auch sei, nach der gemütlichen Fähre mit Kaffee und Internet haben wir unsere Fahrräder ausgepackt und sind auf eine Inselentdeckung gegangen. Dort bleiben wir 3 Tage. Auf dieser Insel gibt es sehr wenig Autoverkehr, man kann überall mit dem Fahrrad fahren. Den Tag haben wir mit einem Kaffee am Ufer angefangen. Einige Kilometer weiter haben wir eine Ruine gesehen. Auf den ersten Blick konnte man gar nicht erwarten, dass sie so gut erhalten war. Die Treppe fuhr uns nach unten, wo man die Arkaden im Licht der Lampen sehen konnte. Dieser Teil der Insel ist auch für seine Windmühlen bekannt. Ab und zu haben wir welche auf dem Weg gesehen. Zum Schluss unseres Fahrradweges gab es sogar ein Museum von den Windmühlen, was wir aber nicht besucht haben.
Auf dem Weg zu Hotel haben wir noch einen kurzen Stopp bei dem Krater gemacht, was von dem Meteoriten entstanden ist. Heute ist der Krater voll von Wasser, das ist eine Art See.
Unser Hotel hat uns seiner angenehmen Nähe zum Meer überrascht. Zwar war das Wasser etwas kalt, aber es bot sich wunderschöne Möglichkeiten zum Spazierengehen.

Tag 10 Tour auf der Insel


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Heute hat uns Algirdas, unser Fahrer, wieder Richtung Leisi gebracht, wo wir schon gestern vorbeigefahren sind. Unser Fahrradweg fuhr uns mal neben der Küste, dann wieder im Wald, dann durch die Wiese. Überall waren schöne Sichten und das Wetter war Klasse. Zum Schluss gab es eine Überraschung. Ivars wusste von einem Grillplatz, was an der Küste von Panga war. Da hatten wir vor, Würste und Kartoffeln zu braten. Nun gab es dort kein Holz. Und wieder Arno, unser Lotse und Holzsammler, hat uns geholfen. Zusammen mit Ivars haben sie viel Holz gefunden und haben es zu dem Grillplatz gebracht. Sonst wäre die ganze Idee gescheitert. Der Algirdas, der schien sehr viel Erfahrung mit Grill zu haben, war diesmal für Essen zuständig. Alles hat super geschmeckt.
Ein Eis hat die ganze Sache abgerundet. Zum Schluss unserer Reise sind wir nach Kuressaare gefahren. Viele wollten noch schnell die Wasserburg besuchen. Der Hauptplatz von Kuressaare war sowieso gesperrt durch die Bauarbeiten.
Das Museum zeigte vieles von der Geschichte der Insel und Geschichte von Estland. Von Kuressaare sind die Meisten von der Gruppe mit den Fahrrändern bis zum Hotel gefahren. Die Strecke war nicht lang und sehr angenehm, immer wieder dem Fahrradweg entlang.

Tag 11 Letzte Fahrradtour


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Das war unser letzter Tag mit den Fahrrändern. Und dafür haben wir die schönste Strecke herausgesucht. Angefangen haben wir von dem großen Leuchtturm. 286 Stufen hat er gehabt. Von da oben konnte man wunderbar die Gegend betrachten.
Unsere heutige Strecke musste 55 km sein. Es hat uns aber so gut gefallen, dass wir noch ca. 10 km mehr gemacht haben. Ein Teil der Strecke war der Schotterweg. Aber es war trotzdem angenehm, den zu fahren. Etwas müde und glücklich sind wir direkt zum Hotel mit unseren Fahrrändern gekommen.
Nun hieß es wieder, Koffer packen. Morgen fahren wir nach Tallin, die letzte von den baltischen Hauptstädten.

Tag 12 Tallin


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Heute früh hat uns Algirdas zur Fähre gebracht. Das war wieder sehr schnell und schon sind wir in Tallin. Nach einer kleinen Pause haben wir eine Stadtrundfahrt gemacht. Wieder kein Glück. Unser Guide war zwar relativ schnell, aber es war sehr schlecht sie zu verstehen. Auf den Straßen gab es Lärm, ab und zu eine friedliche Demonstration... Im Anschluss hatten wir ein Abendessen. Es war sehr lecker. Bei dem Abendessen haben wir auch unseren Guide, Ivars verabschiedet. Er musste mit dem Bus nach Riga verreisen. Und wir konnten auch nicht so lange bleiben: morgen war ein Tag der Rückkehr. Wir durften den Flieger nicht verpassen.

Adios, Lettland, Estland und Litauen. Jedes Land hat etwas Besonderes, aber sie alle haben uns gefallen. Danke an alle Gäste, die mit mir auf dieser Reise waren. Ich hoffe, wir sehen uns mal wieder. Und natürlich, mein Dank an Ivars und Algirdas, unsere Lotsen.

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