China Rundreise mit dem Zug – Von Megastädten bis zu Naturwundern
Reisebericht: 28.02. – 19.03.2026
Mit 12 Gästen ging es auf Zugreise durch das mystische China, das Reich der Mitte. Zwischen Millionenmetropolen und traumhafter Natur erlebten wir ein China mit viel Tradition und weit in der Zukunft.
Ein Reisebericht von
Sten Bernhardt
1. Tag: Flug nach Hongkong
Am Vormittag trafen wir uns am Frankfurter Flughafen und schon ging es los, gegen Mittag hoben wir mit Cathay Pacific, der gehobenen Hongkonger Staatsairline Richtung Hongkong ab...
2. Tag: Ankunft in Hongkong – Erkundungen in Kowloon und Dim Sum Mittagessen
Am frühen Morgen erreichten wir mehr oder weniger ausgeschlafen die Weltmetropole Hongkong!
Unser Reiseleiter Michael holte uns ab und schon ging es Richtung Stadtzentrum. Auf dem Weg zum Hotel erklärte uns Michael schon einiges über Hongkong: seine Geschichte, Fakten – und das alles mit viel Spaß und Humor. :)
Wir erreichten unser kleines Hotel im Hongkonger Stadtteil Mong Kok im Bezirk Kowloon und machten uns kurz frisch. Ohne Koffer ging es dann mit dem Kleinbus zu unserem 1. Stopp – dem Wong-Tai-Sin-Tempel. Hier brachte uns Michael die Religion des Taoismus und des Buddhismus näher, erklärte uns die Tierkreiszeichen und den Alltag im Taoismus. Wir gingen durch den Tempel, in welchem sich viele der Gläubigen mit allerhand Räucherstäbchen tummelten. Der Tempel mitten im Hochhaus-Dschungel ist ein toller Kontrast und ein super Fotomotiv! Im Anschluss fuhren wir ein paar Meter mit dem Bus zum Chi-Lin-Kloster mit Klostergarten. Hier konnten wir in Ruhe die grüne Oase und das ruhige Kloster anschauen und genießen. Nach diesem Einblick ging es mit dem Bus zum Markt – hier werden täglich frischer Fisch, Fleisch, Gemüse und Obst gehandelt. Weiter ging es dann noch zum Goldfischmarkt, über den Blumenmarkt bis zum Vogelmarkt. Viele Eindrücke, Gerüche, Farben und Menschen – nun ging es erst einmal zum Mittagessen. Wir besuchten ein typisches Lokal und hatten ein Dim-Sum-Mittagessen, eine kantonesische (Südchina) Spezialität. Neben Reis, gebratenem Gemüse, frittiertem Süß-Sauer-Hähnchen und knusprigem Schweinefleisch gab es gedämpfte Teigtaschen, gefüllt mit Meeresfrüchten, Gemüse oder Fleisch – sehr lecker!
Nach der Stärkung ging es kurz entlang der Promenade und dann mit dem Bus ins Hotel, wir konnten unser Zimmer beziehen. Um nicht einzuschlafen und langsam in die Zeitzone hineinzukommen, machten wir am Abend noch einmal los. Gemeinsam ging es mit der Reisegruppe zur Promenade, wir erkundeten die luxuriösen Shopping-Malls, tranken Kaffee und warfen einen Blick in die Teestunde im berühmten „The Peninsula Hotel" an der Promenade von Kowloon. Im Anschluss fuhren wir mit der U-Bahn zum Nachtmarkt auf der Temple Street – hier gab es leckeres Streetfood und in der Dunkelheit schön beleuchtete Straßenzüge. Dann spazierten wir zurück ins Hotel – ein langer Tag, aber so konnten wir erschöpft ins Bett fallen und am nächsten Morgen ausgeschlafen und im Schlafrhythmus der nächsten 3 Wochen aufwachen.
3. Tag: Ausflug nach Lantau Island: Big Buddha – mit der Peak Tram auf das Victoria Peak
Nach dem Frühstück ging es los – raus aus der Innenstadt auf die grüne Insel Lantau. Mit dem Bus fuhren wir über die langen Brücken bis zur Seilbahnstation von Lantau Island. Mit der Seilbahn ging es nun ca. 15 Minuten hoch hinauf auf ca. 600 m zum Big Buddha und dem Po-Lin-Klosterkomplex. Wir spazierten langsam zum Klostervorplatz entlang der vielen Läden. Wir besuchten zuerst das schöne Po-Lin-Kloster: etwas im Nebel eingehüllt und dadurch mit mystischer Atmosphäre in den Bergen gelegen. Gemeinsam liefen wir durch den Komplex und Michael brachte uns den Buddhismus näher. Für uns außergewöhnlich waren wieder die vielen Räucherstäbchen – je länger das Stäbchen, desto mehr Sünden werden „verbrannt" bzw. desto mehr möchte jemand wiedergutmachen. Von 20 cm bis 1 m Länge war alles dabei – jeder hat halt sein Päckchen zu tragen …
Die schönen verzierten Dächer und mehrstöckigen Pagoden waren sehr beeindruckend. Zwischendurch gab es ein paar kleine Koi-Becken und am Ende die große Halle der Tausend Buddhas. Nach der Besichtigung liefen wir wieder zum Klostervorplatz. Der Nebel war etwas verflogen und wer möchte, konnte nun gemeinsam mit mir die Stufen zum Großen Buddha (Big Buddha) besteigen. Dies ist der weltweit zweitgrößte freistehende Buddha in sitzender Haltung – wirklich pompös. Oben im Buddha selbst konnte man eine Ausstellung besuchen und sogar den vermeintlichen Zahn des Buddha bestaunen (mit viel Fantasie). Weiter ging es dann zu einer Kaffeepause in dem kleinen Dorf. Mit der Seilbahn ging es wieder hinunter und wir fuhren mit dem Bus wieder in die Innenstadt. Von Hongkong Island ging es dann mit der berühmten Star Ferry hinüber nach Kowloon.
4. Tag: Hongkong Island mit öffentlichen–Verkehrsmittel kennenlernen – fahrt mit der Doppeldecker Straßenbahn – Zugfahrt nach Changsha (China)
Unser letzter Tag in Hongkong – die Koffer wurden an der Rezeption verstaut und wir fuhren mit dem Bus nach Hongkong Island. Als Erstes fuhren wir mit einer der ikonischen Doppeldecker-Straßenbahnen. Wir stiegen als Erste ein und sicherten uns die tollen Plätze in der 2. Etage. Wir fuhren einige Stationen und Michael erklärte uns die Stadt, die an uns vorbeizog. Weiter führte uns ein kleiner Spaziergang durch das Finanzviertel. Mit der Peak Tram, einer Standseilbahn, ging es dann hinauf auf den Victoria Peak. Leider konnten wir die Aussicht aufgrund des starken Nebels nicht genießen – schade! Aber für das Wetter kann keiner etwas … (Kommentar aus der Zukunft: Zu dem Zeitpunkt wusste es noch keiner, aber dies sollte der letzte Tag mit schlechtem Wetter auf der gesamten Reise sein!)
Mit dem Bus ging es dann wieder abwärts und wir besuchten das Viertel SoHo. Der Name leitet sich von der Lage des pulsierenden Viertels mit vielen Bars, Clubs und Restaurants ab. Es liegt nämlich südlich der Hollywood Road, sprich: South of Hollywood – kurz SoHo. :)
Wir fuhren mit der weltweit längsten Rolltreppe auf einer Strecke das bergige Viertel hinauf. Zu Stoßzeiten kommt es hier richtig zur Rushhour – wir konnten die Fahrt aber genießen. Nachdem uns Michael noch ein paar für uns erschreckende Immobilien-Exposés gezeigt und erklärt hatte, spazierten wir anschließend zum Man-Mo-Tempel. Der älteste Tempel Hongkongs – mitten im Hochhaus-Dschungel und mit allerhand Räucherstäbchen, wie immer! Nun ging es zum Mittagessen und anschließend ins Hotel. Wir holten die Koffer und fuhren gemeinsam zum Bahnhof. Mit Michael zusammen fuhren wir nun im Hochgeschwindigkeitszug nach China – nach nur wenigen Minuten verließ uns Michael schon, da er nur bis Shenzhen mitfuhr. Ob er mit dem Hochgeschwindigkeitszug nach China einreiste und wieder zurück nach Hongkong nach Hause fuhr – das dauerte nicht länger als mit U-Bahn und Bus zu ihm nach Hause – der Wahnsinn!
Wir fuhren einige Stunden weiter und erreichten nach 3,5 Stunden Changsha, im Norden der Provinz Hunan und ca. 700 km von Hongkong entfernt. Hier begrüßte uns schon unsere neue Reiseleiterin Emily und wir gingen zum Abendessen. Es gab eine herrliche Nudelsuppe direkt am Bahnhof – einfach, aber mit bombastischem Geschmack! Nun ging es zum Hotel und Emily spielte mit uns noch ein kleines Ratespiel auf der Fahrt. Endlich – unsere 1. Nacht im „Mainland" China!
5. Tag: Weiterfahrt nach Changsha – Orientierungsfahrt
Heute entdeckten wir Changsha! Mit dem Bus ging es zur Orangeninsel – hier steht eine riesige Statue des jungen Mao Zedong. Der spätere Vorsitzende der Kommunistischen Partei Chinas sowie Präsident der Volksrepublik China war hier als junger Mann oft schwimmen oder schrieb Gedichte. Nach diesem Exkurs in die Geschichte ging es weiter auf eine Altstadtstraße – hier konnte jeder seine ersten Schritte in der chinesischen Küche wagen. Aber zuerst besuchten wir einen besonderen Laden am Ende dieser Straße. Der XXL-Store ist bekannt aus dem Internet – hier werden Chips, Müsli, Süßigkeiten und vieles mehr nur in riesigen Größen verkauft. Einige der Chipstüten waren größer als manche Reisegäste, und es entstanden unvergessliche Fotos. Nach dieser tollen Überraschung für die Gäste aßen wir auf der Altstadtstraße. Von Fleisch am Spieß bis hin zu frittierten Insekten und Krabbeltieren war alles dabei. Einige Gäste probierten gleich los und es gab frittierten Skorpion und Schlange – gar nicht so schlecht! Die gebratene Tarantel war dann aber doch etwas zu viel des Guten …
Mehr oder weniger gesättigt, aber gut gelaunt, ging es dann zum Bahnhof – wir fuhren mit dem Zug nach Zhangjiajie – unser Naturabenteuer begann! Am Abend gab es noch ein tolles Abendessen in unserem Hotel und wir spazierten durch die überragend pompös beleuchtete Kleinstadt.
6. Tag: Besuch des Zhangjiajie National Parks – die imposanten Avatarberge!
Ein wahres Highlight dieser Reise und ein Naturwunder – heute geht es in den Zhangjiajie-Nationalpark! Die durch den Avatar-Film bekannt gewordenen Berge sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Dennoch sind hier weiterhin nicht so viele ausländische Gäste, aber viele Chinesen. Mit dem Bus ging es am frühen Morgen zum Parkeingang und dann mit dem Shuttlebus zum Bailong-Elevator, dem höchsten freistehenden Fahrstuhl der Welt. In wenigen Sekunden ging es hinauf auf 326 m Höhe – in atemberaubenden 1 Minute und 30 Sekunden. Wir spazierten über die Klippen und liefen von einem spektakulären Aussichtspunkt zum anderen. Während der kleinen Wanderung erklärte uns Emely viel über den Ursprung des Gebirges. Früher war hier ein Meer und so wurde das Gebirge aus Sand- und Kalkstein geformt – dazu kamen jahrtausendelange Formungen durch die Witterung – es entstand ein Naturwunder, das seinesgleichen sucht.
Wir verbrachten einen guten halben Tag hier und fuhren zwischen den Aussichtspunkten mit Shuttlebussen über Serpentinen entlang der Berge. Auch für ein kleines Mittagessen gab es hier viele Imbisse und kleine Restaurants. Nach dieser tollen Erfahrung fuhren wir noch zum Baofeng-See, auf dem wir eine kleine Bootsfahrt unternahmen – ein schöner Ausklang!
Am Abend spazierten nach dem Abendessen einige noch mit mir und Emely in die Innenstadt und wir besuchten eine Bar. Für China typisch sind viele Lautsprecher und eine Karaoke-Maschine – unsere Reiseleiterin Emely zeigte ihr Können und sang ein wenig für uns!
7. Tag: Tianmen Mountain National Park – das Himmelstor und die längste Seilbahn der Welt
Heute ging es gleich zum nächsten Höhepunkt dieser Reise! Am Vormittag fuhren wir zum Tianmen Mountain, einem riesigen Berg mit dem markanten Himmelstor – einem 131 m hohen Loch im Berg. Mit der Seilbahn ging es den Berg hinauf; aufgrund von Bauarbeiten an der 2. Etappe der Seilbahn ging es dann mit dem Bus die 99 Kurven hinauf zum Himmelstor. Hier konnte man entweder die 999 Stufen erklimmen oder entspannt mit der Rolltreppe hinauffahren. Ein Teil der Gruppe erklomm mit mir die 999 Stufen in rund 15 Minuten und war sogar vor dem Teil der Gruppe, der mit der Rolltreppe gefahren war, oben. Weiter ging es dann für alle mit 6 Rolltreppen hinauf auf den Berg. Oben angekommen machten wir einen Spaziergang rund um den Berg, entlang des Bergrandes und in hunderten Metern Höhe – einfach spektakulär! Es waren ein paar Wolken am Himmel, diese machten das Erlebnis allerdings noch mystischer! An einer Stelle gab es auch eine Glasbrücke – wir konnten einige Meter auf Glas in ca. 130 m Höhe laufen … Nichts für Menschen mit Höhenangst! Wer nicht möchte, kann auch einen anderen Weg nehmen. Hinunter ging es dann wieder mit einer Seilbahn. Im Anschluss fuhren wir zum Abendessen in die Stadt. Da unser Flug heute Abend nach Shanghai ging, besuchten wir vor dem Abflug noch eine unglaubliche Lichtshow in der Stadt. Was für ein toller Abschluss in der Provinz Hunan!
Gegen 22 Uhr ging dann unser Flug nach Shanghai.
8. Tag: Shanghai: Uferpromenade, Nanjing–Road und Pudong
Wir erreichten nach 2,5 Stunden Flug Shanghai. Wir wurden am Flughafen von unserem Guide Thomas abgeholt und ins Hotel gebracht. Dann hieß es: Schlafen!
Am späten Vormittag machten wir uns dann auf Entdeckungstour durch Shanghai! Mit Thomas fuhren wir gemeinsam zum Bund, der berühmten Uferpromenade Shanghais, mit Blick auf Pudong und die Skyline Shanghais. Thomas erklärte uns einiges zu den Gebäuden der Stadt und danach konnten wir auf der Einkaufsstraße, der Nanjing Road, flanieren. Im Anschluss fuhren wir auf die andere Seite nach Pudong – zwischen riesigen Wolkenkratzern spazierten wir und Thomas hatte sogar einige tolle Foto-Tipps für uns! Am Nachmittag fuhren wir dann zu einem großen Fake-Markt – wie ein riesiger unterirdischer Basar mit allerhand Krimskrams von Uhren über Klamotten bis hin zu Technik. Wir schauten ein wenig und der eine oder andere kaufte etwas. Danach fuhren wir zum Abendessen. Thomas und ich boten der Gruppe noch eine Lichterfahrt durch Shanghai am Abend an. Mit dem Bus ging es zunächst zum dritthöchsten Gebäude der Welt und höchsten in China, dem Shanghai Tower. Wir fuhren hinauf auf 546 Meter in die 118. Etage – ein atemberaubender 360-Grad-Blick über das beleuchtete Shanghai. Anschließend fuhren wir noch zu ausgewählten Punkten und genossen die vielen Lichter und diese markante Skyline! Ein wundervoller Tag in Shanghai ging zu Ende und wir fuhren wieder ins Hotel.
9. Tag: Shanghai: Altstadt, der Yu–Garten und besuch des Jade–Buddha–Tempels
Heute ging es wieder nicht ganz so früh los – nach einem tollen Frühstück fuhren wir in die Stadt zum Yu-Garten. Eine tolle grüne Oase mitten in der Stadt, der Garten der Beamten in der Kaiserzeit und heute ein beliebtes Ausflugsziel – nicht nur für Touristen. Zunächst erklärte uns Thomas viel Wissenswertes zu dem Garten und dann liefen wir gemeinsam durch diesen. Am Ende hatte jeder Freizeit – man konnte den Garten weiter erkunden oder schon die angeschlossene Altstadt entdecken. Die Altstadt neben dem Yu-Garten war wie ein Labyrinth aus Gassen; besonders sehenswert war hier das jahrhundertealte Teehaus an der Zick-Zack-Brücke. Die Brücke wurde übrigens in dieser Form gebaut, um bösen Geistern, die nur geradeaus laufen konnten, den Übergang über die Brücke zu verwehren. Weiter fuhren wir dann zum Jade-Buddha-Tempel. Hier besuchten wir wieder eine ähnliche Tempelanlage wie jene in Hongkong – und dennoch völlig anders. Die Sage rund um den Jade-Buddha, der hier beherbergt wird, macht diesen Tempel so berühmt. Bevor wir ins Restaurant fuhren, besuchten wir noch eine Seidenspinnerei – hier wurde uns viel über die Herstellung der Seidenprodukte erklärt, wir konnten die feinen Fäden anfassen und bei der Verarbeitung zuschauen. Natürlich konnte man diese tollen Produkte auch kaufen …
Nach dem Abendessen stand noch ein schönes Highlight Shanghais auf dem Programm. Für die Gruppe organisierte ich einen Besuch einer tollen Rooftop-Bar mit einem spektakulären Blick auf die Skyline. Trotz der Frische am Abend konnte man nicht lange genug auf dem Balkon stehen und den Blick auf die funkelnden Gebäude dieser weltberühmten Skyline genießen – einfach grandios! Im Innenbereich, mit einem nicht weniger spektakulären Blick, genossen wir ein paar Drinks und Biere, bevor wir wieder ins Hotel fuhren.
10. Tag: Zugfahrt nach Huangshan
Unsere 3. Zugfahrt stand für heute auf dem Programm! Gemeinsam mit Thomas, der uns noch die nächsten Tage begleitete, fuhren wir nach Huangshan. Auf dem Weg zum Bahnhof besuchten wir noch eines der pompösen Bauwerke Chinas – die 1000 Trees Mall, die gerade noch im Bau ist, sticht mit ihren hunderten Bäumen auf einzelnen Etagen heraus. Ein wahres Meisterwerk und ein beliebtes Fotomotiv der Stadt, das wir nicht missen wollten. Zu Fuß ging es dann noch wenige Meter bis zum Bahnhof. Mit dem Schnellzug ging es wieder ins Landesinnere und in die Provinz Anhui. Thomas und ich hatten für die Fahrt etwas „Proviant" besorgt – mit Erdnüssen und einer Flasche Moutai (57 % Schnaps) vergeht die Fahrt wie im Flug. ;)
Nach der Ankunft fuhren wir direkt zum Abendessen und anschließend ins Hotel. Am Abend machte ich mit der Gruppe noch einen kleinen Spaziergang an die Wasserfront und durch die Altstadt.
11. Tag: Huangshan – Magische Landschaften im Gelben Gebirge
Ein weiterer Tag der Reise, ein weiteres Highlight! Bei bestem Eberhardt-Wetter (wie gebucht!) ging es ins Gelbe Gebirge. Mit dem Bus ging es zunächst in die Berge. Unsere englischsprachige Guide für die Region, Jessica, erzählte uns viel über den Teeanbau, die Holzproduktion und vieles mehr über die Region – ich übersetzte für die Gruppe. Angekommen ging es wie immer zunächst zum Eingang und weiter mit dem Shuttlebus. Auf dem Weg zur Seilbahnstation wurden wir dann noch Zeugen, wie eine riesige unbemannte Drohne Güter auf den Berg hochflog – unglaublich!
Mit der Seilbahn ging es dann hinauf auf etwa 1.000 Meter. Von hier aus ging es über einige Stufen hinunter zu den einzelnen Aussichtspunkten – es war bestes Wetter und dazu ein toller blauer Himmel. Auch wenn das eine oder andere Wölkchen die Bilder schöner gemacht hätte, es war herrliches Eberhardt-Wetter! Wir genossen die Aussichten und liefen in aller Ruhe den Rundweg entlang. Etwa auf halber Strecke machten wir eine Mittagspause – danach gab es für alle, die mochten, noch eine kleine Kletterpartie auf den Löwenfelsen hinauf. Hier gab es einen fantastischen Rundumblick auf das Gebirge, das aussah wie gemalt. Auch tolle Fotos entstanden hier … Danach ging es wieder hinunter vom Felsen und gemeinsam mit der Gruppe weiter zurück zur Seilbahnstation. Nun ging es die Treppen wieder hinauf, die wir zuvor hinuntergegangen waren – allerdings über einen anderen Weg. Wir hatten Zeit und machten alles in aller Ruhe. Mit der Seilbahn ging es dann wieder hinunter – ein klasse Tag! Aber er war noch nicht zu Ende: Am Nachmittag besuchten wir noch die Tunxi-Altstadtstraße. Hier machten wir Halt bei einer lokalen Teebäuerin, die uns den leckeren Tee der Region servierte und uns tolle Fakten darüber erzählte. Wir flanierten dann noch etwas über die Straße und es gab Freizeit zum Kaffeetrinken und Entspannen. Anschließend ging es ins Restaurant – hier wurden wir mit Trommelwirbel auf Chinesisch empfangen, pompös wie einst der Kaiser. Das Essen war wie immer fantastisch – eine große Auswahl von allem am runden Tisch. Von Tofu (auch liebevoll Torfu genannt) in gebratener und geräucherter form über Eintöpfe, gebratenen Gemüse und frittierten Hünchen über "Rindfleischpfanne" auf chinesisch und Bambusprossen.
12. Tag: Besuch des Büffeldorfes Hongcun – Zugfahrt nach Nanjing
Mit dem Bus ging es heute nach dem üppigen Frühstück in das idyllische Dorf Hongcun. Das Dorf ist bekannt durch einige Kung-Fu-Filme der 90er Jahre und ist UNESCO-Weltkulturerbe – nicht zuletzt durch seine ochsenartige Form, die das Dorf aus der Vogelperspektive hat – ein wahres Kunstwerk. Gemeinsam spazierten wir durch die engen Gassen des Dorfes, besuchten eine alte Schule und ein altes Händlerhaus der oberen Schicht der Gemeinde. Alles ist noch sehr gut erhalten und fühlt sich an wie ein Freilichtmuseum. Das Spazieren durch die Gassen fühlt sich an wie eine Zeitreise durch die Epochen längst verstorbener Kaiser.
Am Nachmittag ging es mit dem Zug weiter nach Nanjing – der ehemaligen südlichen Hauptstadt der Ming-Dynastie, gelegen am Yangtze und in der Provinz Jiangsu. Wir wurden von unserem neuen Reiseleiter Cheng begrüßt und fuhren zum Abendessen.
13. Tag: Nanjing: Altstadt, Kunfuziustempel und Besuch der Yuejiang–Pagode mit Yangtse Blick
Nach dem Frühstück gegen 9 Uhr verließen wir das Hotel und fuhren zur Yuejiang-Pagode, oben auf einem Hügel gelegen und mit tollem Blick über den Yangtze und Nanjing. Es ging einige Stufen nach oben, aber oben angekommen hat sich jede Stufe gelohnt – eine wunderschöne mehrstöckige Pagode, bunt verziert und geschmückt. Hier hatte jeder Zeit, die einzelnen Etagen selbst zu besuchen oder einfach nur die Aussicht zu genießen. Im Innenraum gab es große Gemälde und eine Ausstellung zur chinesischen Hochseefahrt. Wir liefen dann weiter über die Stadtmauer – die längste der Welt, ganz nebenbei! Wir genossen das tolle Wetter und die Aussicht. Im Anschluss liefen wir noch durch den idyllischen Park – ein toller Ausklang von den vielen Eindrücken der letzten Tage.
Am Nachmittag besuchten wir dann den Konfuzius-Tempel – hier hat der berühmte Philosoph und Denker vor Jahrhunderten gelebt und diese Stätte wurde zu einem Tempel umgewandelt. Wir besuchten den Tempel und Cheng berichtete uns über den berühmten Denker und sein Wirken. Im Tempel selbst hatten viele ihre Wünsche auf Wunschzettel geschrieben und im Tempel aufgehängt. Am Nachmittag war noch Freizeit für eigene Erkundungen. Im Anschluss fuhren wir zum Abendessen und ins Hotel.
14. Tag: Zugfahrt nach Tianjin – Altstadt von Tianjin und Kulturstraße
Nach dem Frühstück stand heute unsere letzte Zugfahrt der Reise an – mit dem Hochgeschwindigkeitszug in nur 3,5 Stunden nach Tianjin, im nördlichen Teil Chinas, unweit von Peking entfernt und sage und schreibe 900 km von Nanjing entfernt. Begrüßt wurden wir dann von unserem neuen Reiseleiter Martin und 2 Praktikantinnen, die zur Unterstützung und zum Lernen mit dabei waren. Wir fuhren zunächst zur Kulturstraße von Tianjin, wo wir etwas über die lokale Küche erfahren konnten. Wir spazierten dann noch etwas durch die Stadt, die auch eine beeindruckende Skyline bot. In der Stadt sind besonders die historischen „Ausländerviertel" bekannt – es gibt ein britisches, italienisches, deutsches, belgisches und ein russisches Viertel. Diese schauten wir uns aber am folgenden Tag an. Anschließend ging es zunächst zum Abendessen und dann ins Hotel.
15. Tag: Historisches Museum von Tianjin – Übernachtung am Fuß der Chinesischen Mauer
Nach dem Frühstück besuchten wir das Historische Museum von Tianjin und Cheng erzählte uns unglaublich viele Infos über die letzten Dynastien. Das Museum ist sehr schön gestaltet mit vielen Requisiten und modernen Elementen. Nach diesem historischen Exkurs spazierten wir durch die ausländischen Viertel und fuhren auch ein Stückchen mit dem Bus durch diese. Zum Abschluss machten wir noch eine Mittagspause auf einer Shoppingmeile. Am Nachmittag ging es dann mit dem Bus nach Huangyaguan, einem Abschnitt der Mauer östlich von Peking. Wir erreichten die Mauer am Abend und genossen ein sehr leckeres und authentisches Abendessen im Gästehaus, nur unweit der Mauer. Danach ging es noch zu einem kleinen Spaziergang an die Mauer. Bilder mit Besen und Schubkarre vor der Großen Mauer kann man wirklich nur dort machen – es entstanden grandiose und lustige Bilder!
Das Gästehaus war sehr modern eingerichtet und meist sogar mit mehreren Betten in einem Zimmer – also genug Auswahl für ein Pärchen! Die Technik funktionierte sogar per Sprachbefehl, nur leider ausschließlich auf Chinesisch … 太糟糕了 (dt.: Schade!) Außerdem hatte das Gästehaus einen Aufenthaltsraum mit Karaoke-Maschine und eine kleine Terrasse, von der man die Mauer sehen konnte. Es wird von einer Familie geführt, die sich sehr über den Besuch der „Langnasen" gefreut hat – das Dorf hat sonst nur inländische Touristen und wir waren etwas Besonderes. Ein einfaches Gästehaus, aber eine sehr tolle Erfahrung!
16. Tag: Besuch der Großen Mauer – Fahrt nach Peking
Wieder ein Höhepunkt der Reise – und sogar eines der neuen 7 Weltwunder erwartete uns heute nach dem Frühstück. Mit dem Bus ging es nur wenige Meter zum Eingang und dann wieder einmal mit einem Shuttlebus hoch hinauf zur Mauer – hier ist der beste Ausgangspunkt. Die Vorfreude stieg und wir wandelten entlang der Großen Mauer – DER Mauer schlechthin – durch die Landschaft. Tolle Aussichten, viele Stufen und viele Gefühle …
Wir liefen die ersten Wachtürme ab und machten dann eine Pause. Hier lief ich mit einem Teil der Gruppe weiter – den schwereren Part der Mauer bis nach unten – während der Rest der Gruppe gemeinsam mit Martin zum Ausgangspunkt zurücklief und eine Kaffeepause machte. Nach einer kleinen Pause ging es dann mit dem Bus nach Peking. Im Bus gab es noch einige Snacks, die ich im Dorf gekauft hatte, und wir fuhren Richtung Hauptstadt! Wir erreichten Peking am Abend nach einigen Checkpoints mit Passkontrollen – unsere neue Reiseleiterin Mickey begrüßte uns und wir fuhren zum Abendessen.
17. Tag: Peking: Besuch des Sommerpalastes – Rundgang durch Hutongs in der Altstadt
Die letzten Tage standen an … Heute besuchten wir den Sommerpalast, die ehemalige Sommerresidenz der mongolischen Herrscher. Schön am Kunming-See gelegen und eine wunderschöne Anlage. Wir spazierten durch die einzelnen Räume, Vorhöfe und Wandelgänge des Palastes und spazierten am Ende noch etwas am See entlang – leider war es heute sehr windig. Das Wetter war trotzdem traumhaft!
Gegen Mittag besuchten wir einen Teeladen, in dem wir noch einmal eine Kostprobe der hier üblichen Tees genossen und eine kleine Verschnaufpause einlegten. Am Nachmittag besuchten wir die Hutongs, die Altstadtviertel von Peking – noch gut erhalten, mit echten Einwohnern und urigen Gebäuden. Wieder ein toller Exkurs in die Vergangenheit Chinas! Hier sieht man das Leben abseits von Moderne und Technik. Natürlich gibt es auch hier ein kommerzielles Viertel mit Verkäufern – das besuchten wir und es gab Freizeit, die man nutzen konnte, um am schönen Houhai-See entlangzulaufen. Anschließend ging es zum Abendessen.
Nachdem wir wieder im Hotel waren, besuchte ich mit der Gruppe gemeinsam die höchste Rooftop-Bar Pekings, gelegen im 5-Sterne-Hotel Shangri-La in fußläufiger Nähe zum Hotel. Hier konnten wir gemeinsam die letzten Wochen Revue passieren lassen und die Zeit miteinander genießen – denn der folgende Tag sollte schon unser letzter sein. :(
18. Tag: Peking: die Verbotene Stadt und Tianmen–Platz – Himmelstempel – Pekingenten Abendessen
Der letzte Tag, das letzte Highlight – der berühmte Tiananmen-Platz, die Verbotene Stadt und der Himmelstempel. Am Vormittag besuchten wir zunächst den Himmelstempel – den Tempel, in dem die Kaiser und die Kaiserfamilie für eine gute Ernte beteten. Vor der Tempelanlage befand sich ein frei nutzbares Trainingsgelände, auf dem die Rentner Pekings Sport machen. Es ist hier aber nicht nur normaler Sport – hier liefern 70-Jährige akrobatische Leistungen, die olympiawürdig sind – wirklich faszinierend. Unsere Anwesenheit störte dabei gar nicht, sondern motivierte noch mehr, und auch die Gruppe durfte mitmachen. Da fühlte man sich bei diesen Leistungen regelrecht unsportlich …
Anschließend ging es dann in den Tempel. Am Nachmittag besuchten wir dann den Tiananmen-Platz – der größte befestigte Platz der Welt, mit dem Mao-Zedong-Mausoleum und dem Tor des Himmlischen Friedens, das als Eingang zur Verbotenen Stadt (Kaiserpalast) dient. Ein imposantes Bild: der riesige Platz mit dem legendären Porträt von Mao Zedong über dem Tor zur Verbotenen Stadt. Wir lauschten den Erzählungen unserer Reiseleiterin Mickey und betraten den Kaiserpalast. In den zahlreichen Gängen, kleinen Palästen und Gemächern kann man sich schnell verirren – aber wir liefen gemeinsam in aller Ruhe durch die Anlage und wandelten durch die Kaiserzeit. Wir besuchten sogar einen vor Kurzem wiedereröffneten Hof, der bis Ende 2025 ganze 10 Jahre lang restauriert worden war. Im Palast gab es hunderte verkleidete Kaiserinnen und Prinzessinnen – tolle Fotomotive für uns.
Nach diesem tollen letzten Programmpunkt ging es zu unserem letzten Abendessen – ein tolles Peking-Enten-Dinner. Die Pekingente wird am Tisch vom Koch tranchiert und zusammen mit leckeren Beilagen serviert.
19. Tag: Heimreise nach Deutschland
Da unser Flug erst am Abend ging und wir somit erst am Nachmittag zum Flughafen fuhren, konnten wir den Vormittag noch für individuelle Erkundungen nutzen. Gemeinsam mit einigen aus der Gruppe fuhren wir in das Kunstviertel 798 im Nordosten der Stadt. Hier gab es kuriose Läden und kleine Ausstellungen. Wir spazierten etwas durch das Viertel und fuhren dann wieder ins Hotel. Am Nachmittag ging es mit dem Bus zum Flughafen. Wir verabschiedeten Mickey und dann ging es schon Richtung Hongkong! Kurz nach Mitternacht ging von Hongkong unser Flug weiter nach Frankfurt.
20. Tag: Ankunft in Deutschland
Wir erreichten Frankfurt am Morgen und wurden mit kaputten Rolltreppen und Fahrstühlen begrüßt – beim Bäcker funktionierte auch WeChat und AliPay nicht mehr und die Kreditkarte wurde wieder genutzt – eine regelrechte Umstellung nach 3 Wochen in China. Wir verabschiedeten uns alle und jeder ging seiner Wege – eine wunderbare Reise ging zu Ende …
Vielen Dank an euch für diese tolle Reise! Die 20 Tage vergingen wie im Flug und jeder Tag machte Spaß – wissbegierig und für alles offen erkundetet ihr mit mir das Reich der Mitte – China. Ein Land der Superlative, der immer höchsten und größten Gebäude, Plätze und Mauern – und ein Land, das uns in Sachen Technik um Jahre voraus ist. Eine spannende Reise durch ein modernes China mit viel Tradition, vielfältiger Kultur und langer Geschichte.
Vielen Dank und ich hoffe, wir sehen uns wieder – bleibt gesund und reisefreudig!
Euer Sten
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