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China – Zwischen faszinierenden Gegensätzen

Reisebericht: 04.04. – 18.04.2026

Eine Singlereise durch China: Kultur, Landschaften, kulinarische Vielfalt und unvergessliche Erlebnisse warten auf neugierige Entdecker.

Monika Cortese

Ein Reisebericht von
Monika Cortese

Sommerpalast im Frühling  – © Monika Cortese (Eberhardt TRAVEL) Blütenpracht  – © Monika Cortese (Eberhardt TRAVEL) Verbotene Stadt, Peking – © Monika Cortese (Eberhardt TRAVEL) Olympiapark, Peking  – © Monika Cortese (Eberhardt TRAVEL) Xi'an by night  – © Monika Cortese (Eberhardt TRAVEL) Eingang Lunapark Xi'an  – © Monika Cortese (Eberhardt TRAVEL) Schifffahrt auf dem Li-Fluss – © Monika Cortese (Eberhardt TRAVEL) ... und die Großen sowieso...! Suzhou  – © Monika Cortese (Eberhardt TRAVEL) Brücke der Langlebigkeit, Garten des Meisters der Fischnetze – © Monika Cortese (Eberhardt TRAVEL) Französisches Viertel, Shanghai – © Monika Cortese (Eberhardt TRAVEL) Yu Garden, Shanghai – © Monika Cortese (Eberhardt TRAVEL) Blick auf Shanghai vom Jin Mao Tower  – © Monika Cortese (Eberhardt TRAVEL)

Anreise – Auftakt unserer China–Singlereise

Am Flughafen in München treffen wir uns am Abfluggate zu unserer gemeinsamen Reise nach China.

Die meisten Gäste sind bereits mit einem Zubringerflug angekommen, einige mit der Bahn - nach und nach kommt unsere Gruppe vollständig zusammen.

Insgesamt lernen sich hier elf Reiseteilnehmer kennen. Die Vorfreude ist spürbar, erste Gespräche entstehen und letzte organisatorische Fragen werden noch geklärt.

Mit vielen Erwartungen und einer guten Portion Neugier starten wir schließlich gemeinsam in unseren Nachtflug mit Lufthansa in Richtung China. An Bord werden wir vom freundlichen Bordpersonal bestens versorgt, einige schauen noch den ein oder anderen Film, andere nutzen die Zeit zum Ausruhen oder Schlafen.

Ankunft in Peking und Sommerpalast

Nach unserer pünktlichen Landung in Peking treffen wir uns direkt nach dem Aussteigen wieder und passieren gemeinsam die Einreiseformalitäten. Anschließend nehmen wir unser Gepäck entgegen und werden in der Ankunftshalle bereits von unserer örtlichen Reiseleiterin Mickey begrüßt.

Auf der Fahrt durch die Stadt erhalten wir erste spannende Einblicke: Peking, die Hauptstadt Chinas mit über 20 Millionen Einwohnern, ist mit ihren gewaltigen Ausmaßen eine Metropole der Superlative. Gleichzeitig zeigt sich die Stadt im Frühling von ihrer farbenfrohen Seite: überall blühen bunte Blumen und die Bäume leuchten in Rosa-, Pink- und Rottönen.

Da gerade das Qingming-Fest, ein traditioneller Totengedenktag, begangen wird, haben viele Menschen frei – entsprechend lebhaft und gut besucht ist es überall.

Am Nachmittag besuchen wir bereits einen ersten Höhepunkt unserer Reise: den Sommerpalast. Die weitläufige Anlage diente einst den Kaisern der Qing-Dynastie als Sommerresidenz und zählt heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Besonders beeindruckend ist die harmonische Verbindung von kunstvoll gestalteter Landschaft und traditioneller Architektur. Wir spazieren entlang des idyllischen Kunming-Sees und erkunden den berühmten, reich verzierten Wandelgang, der sich über mehrere hundert Meter am Ufer entlangzieht. Immer wieder eröffnen sich schöne Ausblicke auf den See und die umliegenden Hügel. Auch das bekannte Marmorboot, ein feststehender Pavillon aus Stein, gehört zu den markanten Bauwerken der Anlage.

Durch den Feiertag ist die Anlage gut besucht, was aber auch eine besondere Atmosphäre schafft. Viele junge Mädchen sind in traditioneller Kleidung unterwegs und aufwendig geschminkt. Sie lassen sich gerne fotografieren, und auch viele Chinesen möchten sich mit westlichen Besuchern ablichten. Unsere Reiseleiterin erklärt schmunzelnd, dass vor allem unsere „westlichen“ Gesichtszüge – insbesondere die „großen Nasen“ – für sie interessant sind.

Gegen Abend fahren wir gemeinsam zum Essen. Die Speisen werden typisch chinesisch auf einem großen runden Drehtisch serviert, sodass jeder verschiedene Gerichte probieren kann, eine schöne Gelegenheit, sowohl die Küche des Landes als auch sich untereinander näher kennenzulernen.

Auf der anschließenden Fahrt zum Hotel wird es noch einmal ruhig und stimmungsvoll: Passend zu unserem Aufenthalt spiele ich im Bus das Lied „Nine Million Bicycles in Beijing“ von Katie Melua. Die sanften Klänge passen gut zum Moment und sorgen für einen entspannten Ausklang des Tages - ein Mitreisender meint augenzwinkernd, das könne man jetzt ruhig jeden Abend so machen.

Das Bild der „Fahrradstadt“ bekommt dabei gleich noch eine kleine Einordnung: Zwar prägen auch heute noch unzählige Zweiräder das Straßenbild Pekings, doch statt klassischer Fahrräder sind es inzwischen vor allem E-Bikes und moderne Leihsysteme, die hier unterwegs sind.

Zurück im Hotel beziehen wir unsere Zimmer und lassen die vielen neuen Eindrücke des ersten Tages in China entweder noch in der Hotelbar Revue passieren oder fallen müde ins Bett.

Himmelstempel, Verbotene Stadt und Peking bei Nacht

Nach einem ausgiebigen Frühstück starten wir bei strahlendem Sonnenschein in unseren ersten ganzen Tag in Peking. Bereits auf der Fahrt lernen wir unsere ersten chinesischen Worte und erfahren Spannendes über die Sprache. Mit ihren vielen Schriftzeichen und den unterschiedlichen Betonungen eine echte Herausforderung.

Unser erster Programmpunkt führt uns zum Himmelstempel. Die beeindruckende Anlage ist über 600 Jahre alt und zählt heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Einst kamen die Kaiser hierher, um für gute Ernten zu beten. Entsprechend symbolträchtig ist die Architektur: runde Formen stehen für den Himmel, quadratische für die Erde.

Bevor wir die eigentliche Tempelanlage erreichen, spazieren wir durch den weitläufigen Park. Hier erleben wir einen ganz besonderen Einblick in den Alltag der Einheimischen: Vor allem ältere Menschen treffen sich hier, um gemeinsam Sport zu treiben oder einfach Zeit miteinander zu verbringen. Schnell kommen wir ins Gespräch und werden herzlich in diese lebendige Atmosphäre einbezogen, ein Erlebnis, das viele aus unserer Gruppe besonders begeistert.

Auch ein eher ungewöhnlicher Ort begegnet uns etwas weiter: ein Heiratsmarkt. Eltern suchen hier aktiv nach passenden Partnern für ihre erwachsenen Kinder und präsentieren deren Lebensläufe öffentlich an einem Zaun geheftet.

Anschließend erkunden wir die Tempelanlage selbst und haben Zeit, die beeindruckenden Bauwerke wie die berühmte Halle des Ernteopfers näher zu betrachten.

Ein besonderes Erlebnis ist im Anschluss ein gemeinsamer Tai-Chi-Kurs. Unter Anleitung eines Lehrers lernen wir die langsamen, fließenden Bewegungen kennen, die nicht nur der körperlichen Fitness dienen, sondern auch innere Ruhe und Konzentration fördern.

Am Mittag erreichen wir den Tiananmen Square, den Platz des Himmlischen Friedens - einen der größten öffentlichen Plätze der Welt. Nach den entsprechenden Sicherheitskontrollen betreten wir das weitläufige Gelände und bekommen einen Eindruck von seiner historischen und politischen Bedeutung.

Direkt anschließend besichtigen wir die Verbotene Stadt. Über Jahrhunderte war sie das Machtzentrum der chinesischen Kaiser und ist bis heute einer der beeindruckendsten Palastkomplexe der Welt. Die weitläufige Anlage mit ihren roten Mauern, goldenen Dächern und prächtigen Höfen lässt die Geschichte Chinas eindrucksvoll lebendig werden.
Nach so vielen Eindrücken fahren wir gemeinsam zum Abendessen, bei dem wir den Tag in entspannter Runde Revue passieren lassen.

Ein Teil unserer Gruppe nutzt den Abend noch für einen besonderen Ausklang: Dank der zentralen Lage unseres Hotels erreichen wir das nahegelegene China World Trade Center bequem zu Fuß. In einer stilvollen Bar in luftiger Höhe genießen wir Cocktails und den beeindruckenden Blick über das nächtlich beleuchtete Peking. Es zeigt sich einmal mehr, wie angenehm es ist, dass die Hotels von Eberhardt Travel so zentral gewählt sind, viele Highlights lassen sich dadurch ganz entspannt erreichen.

Große Mauer, Olympiagelände und Akrobatik

Nach dem Frühstück starten wir früh in Richtung eines der bekanntesten Bauwerke der Welt: der Großen Mauer. Bereits während der Fahrt gibt uns unsere Reiseleiterin spannende Einblicke, sowohl zur Entstehung dieses beeindruckenden Bauwerks als auch zur Geschichte des Landes, unter anderem zur ehemaligen Einkindpolitik.

Nach unserer Ankunft ergibt sich für einige aus der Gruppe eine besondere Gelegenheit: Vier Teilnehmer entscheiden sich spontan für einen Helikopterflug über die Mauer - ein unvergessliches Erlebnis aus der Vogelperspektive.

Für den Rest von uns geht es zunächst mit einem Shuttlebus weiter zum Einstiegspunkt. Von dort fahren wir mit dem Sessellift hinauf auf die Mauer. Oben angekommen, erkunden wir das beeindruckende Bauwerk in unserem eigenen Tempo. Schon nach den ersten Schritten wird deutlich: Die Große Mauer ist nicht nur historisch faszinierend, sondern auch körperlich durchaus anspruchsvoll. Die Stufen sind oft unregelmäßig und teilweise recht steil. Während ein Abschnitt etwas leichter zu begehen ist, fordert ein anderer mit vielen Steigungen und hohen Stufen spürbar Kondition, belohnt aber gleichzeitig mit besonders schönen Ausblicken.

Die Mühe lohnt sich in jedem Fall: Der Blick entlang der sich scheinbar endlos durch die grüne Hügellandschaft schlängelnden Mauer ist beeindruckend. Man bekommt eine Vorstellung davon, welche gewaltige Leistung hinter diesem Bauwerk steckt, das sich über viele tausend Kilometer erstreckt und einst der Verteidigung diente.

Am Nachmittag besuchen wir den Olympiapark in Peking. Bei einem Spaziergang sehen wir unter anderem das berühmte „Vogelnest“-Stadion sowie die Schwimmhalle, die beide für die Olympischen Spiele 2008 errichtet wurden und heute zu den modernen Wahrzeichen der Stadt zählen.

Ein weiteres Highlight des Tages erwartet uns am späten Nachmittag: eine traditionelle chinesische Akrobatikshow. Mit beeindruckender Körperbeherrschung, Präzision und Kreativität begeistern die Künstler mit ihren Darbietungen: von Balanceakten und Jonglierkünsten über scheinbar unmöglich verbiegbare Körper bis hin zu spektakulären Sprüngen. Wir sind begeistert!

Am Abend genießen wir gemeinsam ein besonderes kulinarisches Erlebnis: die berühmte Peking-Ente. Am runden Drehtisch, zusammen mit weiteren Gerichten serviert, lassen wir den Tag in geselliger Runde ausklingen.

Schnellzugfahrt, Shaolin–Kloster und Kung–Fu

Heute heißt es früh aufstehen. Nach dem Frühstück treffen wir uns vor dem Hotel zur Abfahrt aus Peking. Der Start in den Tag verläuft zunächst etwas anders als geplant: Unser Bus steckt aufgrund eines Unfalls im Stau. Doch unsere Reiseleiterin reagiert schnell und organisiert kurzfristig Ersatz, so klappt die Weiterfahrt schließlich reibungslos und wir erreichen pünktlich den Bahnhof.

Dort erwartet uns ein besonderes Erlebnis: die Fahrt mit dem chinesischen Hochgeschwindigkeitszug. Auf der Strecke nach Zhengzhou legen wir rund 700 Kilometer in etwas mehr als zwei Stunden zurück - mit Geschwindigkeiten von bis zu 350 km/h. Komfort, Sauberkeit und Organisation beeindrucken ebenso wie die Pünktlichkeit: In China verkehren die Schnellzüge zu etwa 99 % planmäßig. Eine beeindruckende Art zu reisen.

Nach der Ankunft werden wir von unserem neuen Reiseleiter Li begrüßt und fahren weiter in Richtung Luoyang. Unterwegs zieht Regen auf, sodass wir bei der Ankunft erst einmal unsere Regenjacken aus den Koffern holen – der Rest des Tages bleibt leider nass.

Unser Ziel ist das berühmte Shaolin-Kloster am Fuße des Songshan, einem der fünf heiligen Berge Chinas. Das Kloster wurde im 5. Jahrhundert gegründet und ist nicht nur ein bedeutendes buddhistisches Zentrum, sondern gilt auch als Ursprungsort des legendären Shaolin-Kung-Fu. Der indische Mönch Bodhidharma soll hier einst die Grundlagen des Chan-Buddhismus (Zen) vermittelt haben - eine Verbindung von Meditation, Disziplin und innerer Konzentration, die bis heute eng mit der Kampfkunst verknüpft ist.

Beim Rundgang über das Gelände bekommen wir einen Eindruck von der langen Geschichte dieses besonderen Ortes. Dazu gehört auch der sogenannte Pagodenwald, eine Ansammlung von steinernen Stupas, die als Grabstätten bedeutender Mönche dienen. Die unterschiedlich hohen und kunstvoll gestalteten Pagoden geben einen Einblick in die lange Tradition und die spirituelle Bedeutung des Klosters.

Ein weiterer Programmpunkt folgt am Nachmittag: die Vorführung der traditionellen Kampfkunst. Mit beeindruckender Präzision, Schnelligkeit und Körperbeherrschung zeigen die jungen Schüler ihr Können. Die Darbietungen reichen von kraftvollen Sprüngen bis hin zu perfekt abgestimmten Bewegungsabläufen und geben einen guten Eindruck davon, wie viel Training dahintersteckt. Unser Reiseleiter erzählt uns, dass es in dieser Region zahlreiche Kung-Fu-Schulen gibt, ein Hinweis darauf, welchen hohen Stellenwert diese Kampfkunst hier bis heute hat.

Nach dem gemeinsamen Abendessen fahren wir in unser Hotel in Luoyang. Viele ziehen sich aufgrund des regnerischen Wetters direkt zurück, während einige noch einen kurzen Absacker in der näheren Umgebung trinken.

Von Luoyang nach Xi’an

Nach dem Frühstück starten wir in den Tag. Da wir zeitlich gut liegen, bietet uns unser Reiseleiter Li noch einen zusätzlichen Programmpunkt an, eine schöne Gelegenheit, noch tiefer in das Alltagsleben vor Ort einzutauchen. Da sagen wir natürlich nicht nein und fahren zunächst in einen Stadtteil von Luoyang.

Auf der Fahrt erzählt uns Li von Wu Zetian, der einzigen Kaiserin in der Geschichte Chinas. Im 7. Jahrhundert gelang es ihr, sich an die Spitze des Reiches zu setzen. Sie galt als kluge und durchsetzungsstarke Herrscherin, gleichzeitig aber auch als äußerst machtbewusst. Überliefert ist, dass sie politische Gegner konsequent ausschalten ließ, selbst innerhalb der eigenen Familie. Diese Mischung aus Stärke und Härte macht sie bis heute zu einer der faszinierendsten und zugleich umstrittensten Persönlichkeiten Chinas.

Dann kommen wir an und merken sofort: Hier sind kaum internationale Touristen unterwegs. Durch ein historisches Stadttor gelangen wir in eine lebendige Fußgängerzone mit vielen kleinen Geschäften. Besonders auffällig sind die zahlreichen Produkte rund um die Pfingstrose, von Gebäck über Bier und Schnaps bis hin zu Süßigkeiten in verschiedenen Varianten. Die Region gilt als „Stadt der Pfingstrosen“, und entsprechend präsent ist das Thema überall. Ich habe spontan zwei Kleinigkeiten für die Gruppe besorgt: die bunten Pfingstrosen in verschiedenen Geschmacksrichtungen und das Rosenblätter-Gebäck für die Zugfahrt, damit wir auch unterwegs noch etwas Besonderes probieren konnten. So hatten alle die Gelegenheit, die wirklich leckeren Spezialitäten auszuprobieren, und die entspannte, authentische Stimmung des Ortes wirkte gleich noch lebendiger auf uns.

Anschließend fahren wir weiter zu den beeindruckenden Longmen-Grotten. Die weitläufige Anlage zählt zu den bedeutendsten buddhistischen Höhlentempeln Chinas und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Entlang des Flusses erstrecken sich unzählige Grotten, in denen über viele Jahrhunderte hinweg mehr als 100.000 Buddha-Figuren in den Fels gehauen wurden - von kleinen Reliefs bis hin zu monumentalen Darstellungen. Wir erkunden die Anlage zu Fuß entlang der Felswände und über zahlreiche Treppen. Besonders beeindruckend sind die großen Buddafiguren im Fengxian-Tempel. Eine davon wird oft als „chinesische Mona Lisa“ bezeichnet – wegen ihres ruhigen, fast geheimnisvollen Gesichtsausdrucks, der je nach Blickwinkel leicht zu variieren scheint. Diese feine Ausarbeitung macht die Figur zu einem der bekanntesten Kunstwerke der Anlage.

Am Nachmittag geht es weiter zum Bahnhof, wo wir erneut in einen der modernen Hochgeschwindigkeitszüge steigen. Auch diesmal erleben wir, wie effizient und komfortabel das Reisen in China funktioniert, in kurzer Zeit legen wir wieder eine große Strecke zurück.

In Xi'an angekommen, werden wir von unserem neuen Reiseleiter Tian begrüßt. Schon auf der Fahrt zum Hotel gibt er uns mit viel Wissen und einer angenehm lockeren Art erste Einblicke in die Geschichte der Stadt und des Landes. Xi’an zählt zu den ältesten Städten Chinas, war über viele Jahrhunderte hinweg Hauptstadt mehrerer Dynastien und gilt als Ausgangspunkt der legendären Seidenstraße.

Nach dem Check-in und einem gemeinsamen Abendessen haben wir die Möglichkeit, an einer abendlichen Lichterfahrt teilzunehmen - und die hat es wirklich in sich. Was unser Reiseleiter zunächst augenzwinkernd als „eine Art Weihnachtsmarkt“ ankündigt, entpuppt sich als ein regelrechtes Lichtermeer: ganze Straßenzüge sind aufwendig illuminiert, überall leuchten bunte Installationen, Figuren und Dekorationen. Dazu kommen Musik, Menschenmengen und eine lebendige, fast festliche Stimmung.
Es wirkt stellenweise wie eine lange, leuchtende Parade durch die Stadt – lebendig, bunt und voller Energie.

Nach dem Spaziergang fahren wir mit dem Bus weiter und legen unter anderem einen Stopp am sogenannten Liebessee ein. Hier erzählt uns Tian eine bewegende Liebesgeschichte aus der Tang-Dynastie.

Zurück im Hotel lassen wir den Tag mit vielen neuen Eindrücken ausklingen oder fallen gleich müde ins Bett.

Xi’an: Stadtmauer, Terrakotta–Armee und kulinarische Einblicke

Nach einem frühen Frühstück starten wir um 9:00 Uhr in den Tag. Unser erstes Ziel ist die imposante Stadtmauer von Xi’an, eine der am besten erhaltenen Stadtmauern ganz Chinas. Sie stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde während der Ming-Dynastie errichtet. Mit einer Länge von rund 14 Kilometern umschließt sie noch heute vollständig die historische Altstadt. Oben angekommen haben wir nach den Erklärungen von Tian noch etwas Zeit, die Anlage auf eigene Faust zu erkunden. Wer möchte, kann hier sogar Fahrräder mieten und ein Stück auf der breiten Mauerkrone zurücklegen, in unserer Gruppe ziehen es jedoch alle vor, die Aussicht entspannt zu Fuß zu genießen. Dabei beobachten wir die Morgengymnastik einer Polizeitruppe und chinesische Modells beim professionellen Fotoshooting.

Anschließend steht der Besuch einer Jadefabrik auf dem Programm. In einer Einführung erfahren wir mehr über die kulturelle Bedeutung dieses besonderen Steins, der in China seit Jahrtausenden für Tugend, Harmonie und Schutz steht. Danach haben wir Zeit, uns im Showroom umzusehen. Viele nutzen die Gelegenheit, ein Schmuckstück oder ein kleines Andenken mitzunehmen.

Weiter geht es zur wohl bekanntesten Sehenswürdigkeit der Region: der Terrakotta-Armee. Schon während der Fahrt versorgt uns Tian mit spannenden Hintergrundinformationen. Die Anlage wurde 1974 eher zufällig von Bauern entdeckt, die beim Bohren eines Brunnens auf die ersten Figuren stießen. Heute weiß man, dass es sich um den gewaltigen Grabbegleitkomplex des ersten Kaisers von China, Qin Shihuang, handelt. Tausende lebensgroße Figuren - Soldaten, Pferde und Streitwagen - wurden erschaffen, um ihn im Jenseits zu schützen. Besonders faszinierend: Jede einzelne Figur besitzt individuelle Gesichtszüge.

Vor Ort angekommen, erreichen wir nach einem etwas längeren Fußweg schließlich die großen Ausstellungshallen. Dank der Mittagszeit ist der Besucherandrang etwas geringer als befürchtet. Tian gibt uns zu Beginn jeder Halle eine Einführung, anschließend bleibt Zeit, alles in Ruhe auf sich wirken zu lassen. Die Dimensionen der Ausgrabung sind beeindruckend und lassen die Geschichte auf eindrucksvolle Weise lebendig werden.

Am Nachmittag fahren wir zurück in die Stadt, wo uns ein ganz anderer Programmpunkt erwartet: ein gemeinsamer Teigtaschen-Kochkurs. Unter Anleitung bereiten wir verschiedene Varianten der traditionellen „Jiaozi“ zu – in unterschiedlichen Formen, Farben und mit vielfältigen Füllungen. Mit viel Spaß und Neugier probieren wir uns aus, bevor wir die Spezialitäten anschließend gemeinsam genießen.

Am frühen Abend kehren wir ins Hotel zurück. Hinter uns liegt ein abwechslungsreicher Tag, der eindrucksvoll zeigt, wie eng in Xi’an Geschichte, Kultur und lebendige Tradition miteinander verbunden sind.

Aber der Abend ist noch jung und so besuchen die meisten der Gruppe noch den naheliegenden Nachtmarkt.

Von Xi’an nach Guilin

Nach dem Frühstück starten wir etwas später in den Tag und machen uns auf den Weg zu zwei weiteren bedeutenden Sehenswürdigkeiten von Xi’an.

Unser erster Stopp ist die Große Wildganspagode. Die über 1.300 Jahre alte Pagode zählt zu den bekanntesten Bauwerken der Stadt und ist eng mit der Verbreitung des Buddhismus in China verbunden. Ein berühmter Mönch brachte einst buddhistische Schriften aus Indien mit und ließ sie hier übersetzen - ein Meilenstein für die religiöse Entwicklung des Landes.
Auch heute noch spürt man die besondere Atmosphäre dieses Ortes. Tian erzählt uns zudem eine Legende zur Namensgebung: Ein Mönch soll sich einst in der Wüste verirrt haben und in seiner Not zu Buddha gebetet haben. Eine Wildgans führte ihn schließlich zu einer Wasserquelle und rettete ihm so das Leben. Aus Dankbarkeit wurde später die Pagode errichtet. Nach einer gemeinsamen Erkundung bleibt schließlich noch etwas Zeit, die Anlage individuell zu entdecken.

Anschließend besuchen wir die Kleine Wildganspagode und das dazugehörige Xi’an Museum. Durch die Erläuterungen von Tian verschaffen wir uns einen guten Überblick über die Geschichte der Region. Die schlichte, elegante Pagode aus der Tang-Dynastie bildet dabei einen schönen Kontrast zur größeren und bekannteren Anlage vom Vormittag.

Beim anschließenden Mittagessen stärken wir uns noch einmal, bevor es am Nachmittag in Richtung Flughafen geht. Während der Fahrt nutzt Tian die Zeit, um uns auf unterhaltsame Weise in die chinesische Schrift einzuführen. Wir erfahren, wie komplex das Schriftsystem ist und dass bereits einige tausend Zeichen ausreichen, um sich im Alltag zurechtzufinden – eine interessante kleine Lektion.

Am Flughafen heißt es schließlich Abschied nehmen von unserem Reiseleiter Tian, der uns mit seinem großen Wissen und seiner offenen Art die vergangenen Tage eindrucksvoll nähergebracht hat.

Der Flug nach Guilin verläuft zunächst planmäßig. Doch beim Landeanflug kommt es wetterbedingt zu einer unerwarteten Änderung: Die Maschine kann nicht landen und dreht erneut ab. In der Folge kreisen wir längere Zeit über der Region, begleitet von teils spürbaren Turbulenzen. Da die Durchsagen auf Chinesisch erfolgen, bleibt die Situation für viele zunächst unklar. Schließlich landen wir außerplanmäßig in Guiyang, wo das Flugzeug erst einmal wieder auftankt.
Nach einiger Wartezeit geht es weiter und wir erreichen Guilin schließlich deutlich später als geplant. Am Flughafen verlaufen die Abläufe unkompliziert, und wir werden bereits von unserem neuen örtlichen Reiseleiter Sun empfangen.

Die Fahrt ins Hotel verläuft ruhig, und auch wenn es inzwischen sehr spät geworden ist, sind alle erleichtert, gut angekommen zu sein. Im Guilin Bravo Hotel beziehen wir unsere Zimmer und freuen uns auf ein paar Stunden Schlaf nach diesem langen und ereignisreichen Reisetag.

Karstlandschaft, Li–Fluss und Yangshuo

Nach nur wenigen Stunden Schlaf lassen wir uns das Frühstück und den ein oder anderen Kaffee schmecken. Dann geht es mit dem Bus zu unserem heutigem Programmpunkt. Am Hafen angekommen, gehen wir an Bord unseres Schiffes das uns auf eine der schönsten Flusslandschaften Chinas mitnimmt.

Die Fahrt auf dem Li-Fluss zählt nicht ohne Grund zu den bekanntesten Naturerlebnissen des Landes. Über mehrere Stunden gleiten wir vorbei an einer faszinierenden Karstlandschaft: unzählige, steil aufragende Kegelberge, dicht bewachsen und in verschiedensten Formen, ziehen an uns vorbei. Unser Reiseleiter Sun erklärt, dass es in dieser Region zehntausende solcher Karstberge gibt, viele davon tragen Namen, da man mit etwas Fantasie Tiere, Menschen oder Gegenstände in ihnen erkennen kann.

Besonders spannend ist der Moment, als wir unsere 20-Yuan-Scheine hervorholen. Genau das Motiv, das dort abgebildet ist, liegt direkt vor uns - ein echtes „Postkartenmotiv“ und eines der Highlights der Fahrt.

Während wir die Landschaft genießen, erfahren wir auch viel über die Region selbst. Guilin liegt im Süden Chinas, wo ein feuchtwarmes Klima herrscht. Dadurch ist die Vegetation besonders üppig und sattgrün. Der Name Guilin bedeutet übersetzt „Wald der Duftblütenbäume“ - eine Anspielung auf den hier verbreiteten Osmanthusbaum, aus dessen Blüten unter anderem Tee, Gebäck und sogar Parfum hergestellt werden. Eine kleine Kostprobe in Form von Gebäck gibt es auch an Bord.

Auch das Leben entlang des Flusses zieht an uns vorbei: Reisfelder, kleine Dörfer und Wasserbüffel, die hier nach wie vor eine wichtige Rolle in der Landwirtschaft spielen. Sun erklärt uns schmunzelnd, dass ein Wasserbüffel für viele Bauern einen großen Wert hat – und dass „BMW“ hier augenzwinkernd auch für „Bauer mit Wasserbüffel“ steht.

Ein weiteres traditionelles Bild bietet sich uns mit den Kormoran-Fischern. Die Vögel werden darauf trainiert, Fische zu fangen. Größere Exemplare können sie aufgrund eines Rings am Hals nicht schlucken und bringen sie so ihren Besitzern.

Das Leben an Bord ist typisch chinesisch lebhaft: Durchsagen sind sehr lang und laut - unsere Gruppe nimmt es mit Humor, schließlich sind wir das nun schon gewohnt.

Nach etwa vier Stunden auf dem Fluss erreichen wir Yangshuo. Vom Hafen aus laufen wir durch eine belebte Straße mit zahlreichen Souvenir- und Essensständen in Richtung Zentrum. Der Ort ist deutlich touristischer, bietet aber dennoch eine angenehme, entspannte Atmosphäre. In der Freizeit nutzen viele die Gelegenheit zum Bummeln, Probieren und Stöbern.

Am Nachmittag geht es weiter in die ländlichere Umgebung. Bei einem Spaziergang entlang des Yulong-Flusses (Drachenfluss) genießen wir noch einmal die ruhige Seite dieser Region: Reisfelder, kleine Wege und die charakteristischen Karsthügel im Hintergrund: eine fast schon märchenhafte Landschaft.

Anschließend fahren wir in Richtung Mondberg. Der Zugang ist aktuell zwar gesperrt, doch von unserem schön gelegenen Restaurant mit Garten haben wir einen hervorragenden Blick auf die markante Felsformation mit ihrer runden Öffnung. Ohne große Besuchermengen lässt sich die Szenerie hier ganz entspannt genießen, eine richtig gute Alternative.

Auf dem Weg zurück zeigt sich uns ein großer, rosafarbener Vollmond über den Hügeln und begleitet uns ein Stück durch die Landschaft.

Am Abend erreichen wir unser Hotel direkt am Li-Fluss. Es ist ein bisschen einfacher als die bisherigen Unterkünfte, hat dafür aber umso mehr Charme. Viel Bambus, eine ruhige Lage im Grünen sorgen für eine ganz besondere Atmosphäre.

Einige aus unserer Gruppe lassen den Abend noch mit einem besonderen Erlebnis ausklingen und besuchen die Open-Air-Lichtershow, inszeniert vom Regisseur des berühmten chinesischen Films „Die rote Laterne“, Zhang Yimou. Vor der eindrucksvollen Kulisse der Karstberge entfaltet sich eine stimmungsvolle Inszenierung aus Licht, Musik und Gesang. Die Hügel werden kunstvoll beleuchtet und in die Aufführung einbezogen, wodurch eine ganz besondere Atmosphäre entsteht. Die Kombination aus Natur, kulturellen Elementen und moderner Bühnentechnik macht die Show zu einem beeindruckenden Erlebnis, von dem die Teilnehmer begeistert zurückkehren.

Flug nach Ostchina und Weiterreise in das Wasserdorf Wuzhen

Leider mussten wir heute schon wieder von der malerischen Gegend von Yangshuo und den sommerlichen Temperaturen abreisen. Nach einem kleinen Frühstück auf der Terrasse unseres familiengeführten Hotels ging es wieder mit dem Bus zum Flughafen nach Guilin. Auf der Fahrt dorthin lauschten wir noch einmal den Erzählungen unseres Reiseleiters Sun, der uns unter anderem die Verhaltensregeln bei Einladungen in China näher erläuterte. Außerdem erklärte er uns anschaulich den Reisanbau in seiner Region.

Dann stand die Weiterreise in den Osten Chinas auf dem Programm. Wir flogen nach Hangzhou, wo uns Lio begrüßte, unser 5. und letzter Reiseleiter für diese Reise. Mit dem Bus ging es weiter ins Wasserdorf Wuzhen. Das Dorf selbst besteht ausschließlich aus kleinen Gassen, Kanälen und Brücken die wir morgen Vormittag näher erkunden wollen.

Für heute steht nach dem Check-in in unserem schicken Hotel nur noch das Abendessen in einem Restaurant in der Nähe unseres Hotels auf dem Programm, natürlich wie immer ganz klassisch am runden Drehtisch.

Von Wuzhen nach Suzhou

Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg in den ursprünglichen Teil von Wuzhen, eine der bekanntesten historischen Wasserstädte Chinas. Bereits am Eingang wird deutlich, wie gut erhalten dieser Ort ist: schmale Gassen, kleine Brücken und traditionelle Häuser prägen das Bild.

Bei einem geführten Spaziergang erkunden wir den westlichen Teil der Stadt und erhalten spannende Einblicke in das frühere Leben. In der alten Färberhalle erfahren wir, wie Stoffe früher mit traditionellen Methoden gefärbt wurden, während das Hochzeitsmuseum einen Einblick in alte chinesische Bräuche rund um Eheschließungen gibt.

Besonders eindrucksvoll und zugleich erschreckend ist der Besuch des Museums der gebundenen Füße. Diese jahrhundertealte Tradition, vor allem in wohlhabenden Familien verbreitet, begann oft schon im Kindesalter: Mädchen wurden die Füße so fest eingebunden, dass sie nicht weiterwuchsen und die typische, stark verkleinerte Form annahmen. Kleine Füße galten lange Zeit als Schönheitsideal und Statussymbol. Gleichzeitig bedeutete diese Praxis für die betroffenen Frauen große Schmerzen und lebenslange Einschränkungen. Erst im frühen 20. Jahrhundert wurde das Füßebinden offiziell verboten. (Fotografien war hier untersagt).

Nach etwas Freizeit, um die besondere Atmosphäre Wuzhens noch einmal individuell zu genießen, fahren wir weiter nach Suzhou. Die Stadt wird oft als „Venedig des Ostens“ bezeichnet. (Sicher nicht nur wegen des weit verzweigten Netzes aus Kanälen, kleinen Brücken und historischen Häusern sondern auch wegen der hohen Besucherzahl!) Suzhou blickt auf eine über 2.500-jährige Geschichte zurück und war über lange Zeit ein bedeutendes Zentrum für Handel, Gartenkunst und Seidenproduktion. Besonders bekannt sind die klassischen Gärten der Stadt, die sich deutlich von den kaiserlichen Anlagen im Norden Chinas unterscheiden und als Meisterwerke der Landschaftsgestaltung gelten.

Da wir gut in der Zeit liegen, unternehmen wir bereits heute eine Bootsfahrt auf dem Kanal. Vom Wasser aus zeigt sich Suzhou noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive: traditionelle Häuser mit weißen Wänden und dunklen Ziegeldächern sowie kleine Brücken ziehen an uns vorbei.

Anschließend bleibt Zeit für einen Bummel entlang der Pingjiang Road. Die lebendige Straße mit ihren kleinen Geschäften, Essensständen und Cafés lädt zum Entdecken ein und bietet einen schönen Einblick in das heutige Leben in dieser historischen Umgebung.
Nach einem kurzen gemeinsamen Spaziergang erreichen wir unser Restaurant, wo wir den Tag beim Abendessen ausklingen lassen.

Im Anschluss beziehen wir unser Hotel nach diesem abwechslungsreichen Programmtag.

Von Suzhou nach Shanghai: Gartenkunst, Seide und Großstadtflair

Nach dem Frühstück und Check-out verließen wir unser Hotel und starteten in den Tag mit einem Besuch im berühmten Garten des Meisters der Fischnetze. Diese klassische Gartenanlage aus der Ming-Zeit zählt zu den schönsten ihrer Art und zeigt eindrucksvoll die traditionelle chinesische Gartenkunst. Auf vergleichsweise kleiner Fläche entsteht hier eine harmonische Miniaturlandschaft aus Wasser, Steinen, Pflanzen und kunstvoll angelegten Pavillons. Bei unserem Rundgang erschließt sich nach und nach die besondere Gestaltung: Immer wieder eröffnen sich neue Blicke und Perspektiven.

Anschließend besuchten wir eine Seidenmanufaktur, in der uns anschaulich erklärt wird, wie aus den Kokons der Seidenspinnerraupe die feinen Fäden gewonnen und weiterverarbeitet werden. Dabei wird deutlich, welche große Bedeutung die Seide in China seit Jahrtausenden hat, als wertvolles Handelsgut und als Namensgeber der berühmten Seidenstraße. Nach der Führung blieb Zeit, sich im Verkaufsbereich umzusehen und eventuell auch einige Einkäufe zu tätigen.

Ein kurzer Fotostopp am Kaiserkanal, Stadtmauer und Stadttor rundete unseren Aufenthalt in Suzhou ab. Der Kanal ist nicht nur der längste künstliche Wasserweg der Welt, sondern war über viele Jahrhunderte eine zentrale Lebensader für Handel und Transport zwischen Nord- und Südchina.

Am Mittag machten wir uns auf den Weg nach Shanghai. Während der Fahrt versorgte uns unser Reiseleiter mit Informationen über die Entwicklung der Stadt: Aus einer vergleichsweise kleinen Siedlung ist in wenigen Jahrzehnten eine der größten Metropolen der Welt entstanden. Heute leben hier rund 24 Millionen Menschen auf etwa 6.000 km². Auch Themen wie Umweltmaßnahmen, Elektromobilität und Stadtentwicklung wurden dabei angesprochen.

Am Nachmittag erreichten wir den berühmten Bund. Die Uferpromenade bietet einen eindrucksvollen Blick auf die Skyline des modernen Stadtteils Pudong mit seinen futuristischen Hochhäusern. Gleichzeitig stehen dahinter die historischen Kolonialbauten, ein spannender Kontrast zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Nach einer kurzen Einführung hatten wir Zeit für eigene Erkundungen und viele von uns zog es direkt in die nahegelegene große Fußgängerzone. Hier zeigt sich Shanghai von seiner besonders lebendigen Seite: endlose Reihen an Geschäften, Reklamen, bekannte internationale Marken neben typisch chinesischen Läden, dazwischen Streetfood, Souvenirs und auch so manch skurriles oder kitschiges Angebot. Menschenströme schieben sich durch die breite Einkaufsstraße dazu gibt es aus vielen Geschäften laute Beschallung.

Nach dem gemeinsamen Abendessen stand eine abendliche Lichterfahrt durch Shanghai an. Da es zunächst noch hell war, starteten wir im französischen Viertel mit seinen von Bäumen gesäumten Straßen und einer ganz eigenen Atmosphäre. Mit Einbruch der Dunkelheit veränderte sich das Stadtbild jedoch grundlegend: Die Stadt begann zu leuchten.

Bei mehreren Stopps erlebten wir Shanghai aus unterschiedlichen Perspektiven, von der Altstadt (in den 80er Jahren originalgetreu wieder aufgebaut) bis hin zum modernen Geschäftsviertel mit dem 632 m hohen Shanghai Tower und dem Jin Mao Tower daneben. Besonders beeindruckend aber war am Ende der Blick auf die hell erleuchtete Skyline, die sich im Wasser spiegelte. Selbst nach einem langen Tag lässt diese Stadt niemanden unberührt.

Am späteren Abend erreichten wir unser Hotel und ließen die Eindrücke dieses ereignisreichen Tages auf uns wirken.

Shanghai entdecken zwischen Tradition und Moderne

Nach dem Frühstück starten wir entspannt in den Tag. Alle haben bereits über Nacht Nachrichten von Lufthansa erhalten: Aufgrund von Streiks wurde unser Rückflug annulliert. Wir warten noch auf weitere Informationen, bleiben aber zuversichtlich, dass sich alles gut regeln wird.

Auf der Fahrt durch die Stadt nutzen wir die Zeit, um noch ein wenig tiefer mit Lio in die chinesische Sprache einzutauchen. Schnell wird klar: Die richtige Betonung ist entscheidend, ein und dieselbe Silbe kann je nach Ton eine völlig andere Bedeutung haben. So wird aus „ni hao“ (Hallo) mit einem kleinen „ma“ am Ende ganz einfach eine Frage: „Wie geht es dir?“. Gleichzeitig gibt es auch einige amüsante Feinheiten: Manche Begriffe klingen für unsere Ohren ähnlich, haben aber völlig unterschiedliche Bedeutungen oder wirken in der falschen Betonung schnell einmal unfreiwillig komisch.

Unser erstes Ziel ist der Yu-Garten, eine der bekanntesten klassischen Gartenanlagen Shanghais aus der Ming-Dynastie. Bei einem gemeinsamen Rundgang entdecken wir die typische Gestaltung chinesischer Gärten: kunstvoll angelegte Teiche, geschwungene Wege, Felsenformationen und Pavillons bilden eine harmonische Einheit. Alles wirkt durchdacht und symbolisch, ein Zusammenspiel aus Natur, Ruhe und Architektur. Der Garten wurde bereits im 16. Jahrhundert angelegt und zählt zu den schönsten seiner Art in China. Auf relativ kleiner Fläche vereinen sich hier zahlreiche Elemente zu einer kunstvoll gestalteten Miniaturlandschaft. Beim Spaziergang durch die verwinkelten Wege eröffnen sich immer wieder neue Perspektiven und liebevolle Details.

Anschließend erreichen wir die Altstadt rund um das historische Huxingting-Teehaus, das wir bereits gestern "by night" gesehen hatten. Es liegt auf Stelzen im Wasser und ist, wie so oft hier, über eine Zick-Zack-Brücke erreichbar. Diese soll böse Geister fernhalten, da sie nur gerade Wege gehen können. Hier haben wir Zeit zur freien Verfügung: Einige nutzen die Gelegenheit für einen Bummel durch die belebten Gassen, andere nehmen an einer traditionellen Teeprobe teil.

In ruhiger Atmosphäre probieren wir verschiedene Sorten, darunter grünen Tee, Jasmintee, weißen Tee, fermentierten Pu-Erh-Tee sowie Chrysanthementee. Dabei erfahren wir auch einiges über die Bedeutung von Tee in China: Er ist hier weit mehr als nur ein Getränk, sondern fester Bestandteil der Kultur und des Alltags. Je nach Sorte unterscheiden sich Geschmack, Herstellung und auch die Wirkung. Während grüner Tee frisch und belebend wirkt, gewinnen fermentierte Tees mit zunehmendem Alter an Qualität. Die Zubereitung selbst folgt kleinen Ritualen und vermittelt eine besondere Ruhe.

Am Nachmittag besuchen wir den Jade-Buddha-Tempel, einen der wichtigsten buddhistischen Tempel der Stadt. Besonders beeindruckend sind die beiden aus weißer Jade gefertigten Buddha-Statuen, die als wertvolle religiöse Kunstwerke gelten. Der Tempel wurde im späten 19. Jahrhundert gegründet und beherbergt mehrere Hallen mit zahlreichen religiösen Darstellungen. Fotografieren ist in den wichtigsten Tempelbereichen nicht erlaubt, aus Respekt vor der spirituellen Bedeutung dieses Ortes. Die ruhige Atmosphäre bildet einen angenehmen Kontrast zum geschäftigen Treiben der Millionenmetropole.

Am frühen Abend lassen wir uns ein weiteres chinesisches Abendessen schmecken. Zurück im Hotel bleibt auch noch etwas Zeit, den Pool oder die Hotelbar zu nutzen.

Unterwegs in Shanghai

Eberhardt-travel war fleißig: Noch gestern Abend konnte ich der Gruppe die neuen Flugdaten für die Rückreise mitteilen. (Aufgrund des Lufthansa-Streiks kam es wie berichtet zu größeren Änderungen in unseren Reiseplänen). Einige Gäste werden nun am Montag zurückfliegen, andere erst am Dienstag. So bleiben wir also noch ein paar Tage länger in Shanghai und wollen die Zeit für ein kleines Zusatzprogramm nutzen.

Zuerst aber starteten wir in unseren letzten offiziellen Reisetag, ganz entspannt mit einem ausgiebigen Frühstück im Hotel. Danach ging es in die Stadt, wobei wir den ursprünglich geplanten Besuch des Jin Mao Towers zunächst verschieben mussten, da die Sicht am Vormittag zu diesig war.

Stattdessen machten wir einen ersten Halt am sogenannten „LV-Schiff“, dem markanten Louis-Vuitton-Gebäude an der Nanjing Road. Dabei handelt es sich um ein architektonisch auffälliges Gebäude in Form eines großen Schiffes, das als Luxus-Flagship-Store konzipiert ist und bewusst als Hingucker im Stadtbild Shanghais gesetzt wurde. Direkt gegenüber liegt der Starbucks Reserve Roastery Shanghai, der als eine der größten Starbucks-Filialen der Welt gilt und durch seine aufwendig gestaltete Kaffee- und Röstwelt beeindruckt.

Im Anschluss ging es weiter zum Technologiemuseum. Darunter findet man in einer großen Halle zahlreiche kleine Geschäfte mit Kleidung, Taschen, Souvenirs und vielem mehr. Es wurden neue Trolleys gekauft, ein paar letzte Souvenirs ausgesucht, eine neue Brille angepasst und sogar ein Mantel maßgeschneidert.

Am Nachmittag stand dann doch noch der Besuch des Jin Mao Towers auf dem Programm, wenn auch ohne klare Sicht. Die Wartebereiche waren stark frequentiert und erinnerten mit ihrer Zickzack-Führung teilweise an Flughafenschlangen, in denen man immer wieder dicht aneinander vorbeikommt. Als einzige europäische Reisegruppe fielen wir dort natürlich sofort auf. Viele Einheimische haben uns freundlich gegrüßt und fotografiert, und es kam immer wieder zu herzlichen Begegnungen und gemeinsamem Lachen, auch ohne gemeinsame Sprache.

Den Abend ließen wir diesmal an der lebhaften Nanjing Road beim Abendessen ausklingen.

Und während wir eigentlich jetzt gerade schon fast eine Stunde im Flugzeug sitzen würden, da heute Abend gegen Mitternacht der Rückflug gewesen wäre, ist es durch den Lufthansa-Streik nun anders gekommen: Wir bleiben noch drei bzw. vier Tage in Shanghai und gestalten diese Zeit mit einem weiteren bereits ausgearbeiteten Programm.

Zusatztag in Shanghai

Dank des großen Engagements vieler Beteiligter – sowohl seitens Eberhardt TRAVEL als auch vor Ort – konnte auch dieser erste zusätzliche Tag kurzfristig gut gestaltet werden. Zunächst wurde noch eine örtliche Reiseleitung organisiert und am Vorabend ein abwechslungsreiches Programm für den heutigen Tag ausgearbeitet.

Nach einem entspannten Frühstück machen wir uns gemeinsam auf den Weg und tauchen dabei direkt in den Alltag der Millionenmetropole ein: Zu Fuß geht es zunächst zur nächstgelegenen U-Bahn-Station. Nach etwa 25 Minuten erreichen wir die Linie 10. Mit Tagestickets ausgestattet nutzen wir anschließend das gut ausgebaute U-Bahn-Netz mit mehreren Umstiegen, um uns durch die Stadt zu bewegen – eine spannende Erfahrung, die uns das Leben vor Ort noch näherbringt.

Am Shanghai Tower angekommen, zeigt sich schnell ein Vorteil gegenüber dem Vortag: deutlich kürzere Wartezeiten und zudem besseres Wetter. In nur rund 55 Sekunden bringt uns der Schnellaufzug in die oberen Etagen des mit etwa 632 Metern dritthöchsten Gebäudes der Welt. Der Ausblick ist erneut beeindruckend und eröffnet noch einmal eine andere Perspektive auf die riesige Stadt. Selbst der Jin Mao Tower daneben wirkt von hier oben plötzlich klein.

Anschließend fahren wir weiter mit der U-Bahn zum Shanghai Museum. Das moderne Museum beherbergt eine Vielzahl an Ausstellungen, von historischen Kunstobjekten bis hin zu kulturellen Relikten aus verschiedenen Dynastien. Die Vielfalt und Qualität der Exponate machen den Besuch zu einem echten Highlight für alle Kulturinteressierten.

Am Nachmittag geht es weiter ins Tianzifang-Viertel. In den verwinkelten Gassen mit kleinen Geschäften, Cafés und Ateliers haben die Gäste Zeit, individuell zu bummeln und die besondere Atmosphäre zu genießen. Gerade dieser authentische und kreative Teil Shanghais kommt bei der Gruppe sehr gut an. Viele sind sich einig, dass dieser Programmpunkt eine echte Bereicherung ist.

Am frühen Abend kehren wir erneut mit der U-Bahn – wieder mit einigen Umstiegen – zurück zum Hotel. Die Rückmeldungen aus der Gruppe sind durchweg positiv: Der zusätzliche Tag und das gemeinsam geplante Programm wurden sehr geschätzt.

Zum Abschluss treffen wir uns noch einmal zum gemeinsamen Abendessen im Hotel und lassen den Tag in entspannter Runde ausklingen.

Da dieser Tag ursprünglich als letzter Reisetag mit Rückflug vorgesehen war, endet an dieser Stelle auch der offizielle Reisebericht. Für die kommenden Tage stehen noch individuelle Programmpunkte auf dem Plan, unter anderem ein gemeinsamer Besuch im Zoo, den wir bequem mit der U-Bahn erreichen werden.

Die Rückreisen erfolgen gestaffelt: Bereits am nächsten Abend tritt der erste Gast die Heimreise an, weitere folgen am darauffolgenden Tag sowie am Abend danach. Die letzten Teilnehmer werden schließlich am Mittwochmorgen wieder in Frankfurt ankommen.


Auch wenn diese Reise anders endet als ursprünglich geplant, bleibt vor allem eines: viele besondere Erlebnisse, Begegnungen und eine wunderbare gemeinsame Zeit.
Ein ganz herzlicher Dank gilt Eberhardt TRAVEL, die im Hintergrund mit großem Einsatz dafür gesorgt haben, dass trotz der unerwarteten Änderungen alles so reibungslos wie möglich weiterlaufen konnte. Ein extra Dankeschön an Sten sowie bei der Flugabteilung, die mit viel Engagement und Flexibilität unterstützt haben.
Ebenso gilt mein Dank euch liebe Reisegäste: für eure Offenheit, Flexibilität und vor allem für euren Humor, mit dem ihr diese besondere Situation angenommen habt. Gemeinsam ist es uns gelungen, das Beste aus allem zu machen!
Bleibt gesund und reiselustig! Auf ein Wiedersehen, eure Monika.


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