Reisebericht: Ostseeinseln Rügen & Bornholm

07.09. – 13.09.2020, 7 Tage Busreise mit Stralsund - Kap Arkona - Sassnitz - Königsstuhl - Ronne - Nexo

Nordisch herb und gleichwohl lieblich erlebten wir drei Ostseeinseln.

1.Tag, Anreise über Stralsund


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Sehr früh starten wir unsere Reise in Chemnitz. Über Dresden und an Berlin vorbei begeben wir uns immer weiter nach Norden. In den Bundesländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern wie auch Berlin herrscht auch im Bus Maskenpflicht. Aber das ist kein großes Problem. Nach einigen Pausen erreichen wir am frühen Nachmittag die alte Hansestat Stralsund, die wegen ihrer wunderschönen Altstadt zusammen mit Wismar in die Welterbeliste aufgenommen wurde. Nachdem wir am Hafen das ehemalige Segelschulschiff Gorch Fock in Augenschein genommen haben und die moderne Architektur des Ozeaneums bewunderten, treffen wir unsere Stadtführerin zu einer zweistündigen Erkundung der Stadt. Viel erfahren wir über die Rolle Stralsunds in der Hanse, die planmäßige Anlage der Straßen, die gotische Backsteinarchitektur u. v. m. Nach der Stadtführung reisten wir über die 2006 eröffnete Rügenbrücke mit ihrem 128 m hohen Pylon auf die Insel Rügen und dort über Bergen auf die Halbinsel Wittow nach Putgarten, am Ende der Welt. Das kleine Dorf befindet sich nur 1 km vom Kap Arkona entfernt. Nach dem Zimmerbezug treffen wir uns alle zum Abendessen, wo uns als Aperitiv in Form lokalen Kümmelschnapses zur freundlichen Ansprache der Hotelchefin kredenzt wird. Und natürlich haben die meisten von uns Fisch zum Essen gewählt, denn frischer als an der Küste bekommt man ihn nicht.

2. Tag, Rundfahrt durch Rügens Norden


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Heute fuhren wir mit einer lokalen Gästeführerin zuerst nach Sassnitz, einem der ältesten Seebäder Rügens. Hier bestiegen wir ein Boot, welches uns auf dem Wasser entlang der Kreideküste shipperte. Die See war recht ruhig und so gelangen tolle Photos vom Königsstuhl und den übrigen Kreidefelsen, die schon so viele Künstler zu Gedichten und Gemälden inspiriert haben. Nach etwas Freizeit bereisen wir den Nationalpark Jasmund auf der gleichnamigen Halbinsel. Es geht durch weite Buchenwälder. Zusammen mit den Kreidefelsen sind es diese Wälder, welche die Unesco bewogen, den Nationalpark auch in die Weltnaturerbeliste aufzunehmen. Zurück in Putgarten lautet unser nächstes Ziel Vitt. Hierhin gelangten wir mit einer kleinen Bimmel namens Arkonabahn. Vitt hat 13 meist mit Reet gedecke Häuser und 16 Bewohne, die allesamt von den vielen Besuchern leben, die sich diese Fischeridylle anschauen möchten. Von Vitt aus unternahmen wir den 1,5 km langen Spaziergang zum Kap Arkona mit den mächtigen Wällen der slawischen Burg- und Tempelanlage, sowie den drei Türmen; zwei Leuchttürmen und einem Marine-Peilturm von 1927. Die Arkonabahn fährt alle 15 min. von hieraus nach Putgarten bis zum Rügenhof zurück, wo mancher noch einkehrt um etwas von den vielen schönen Dingen zu erwerben, die hier feilgeboten werden. Den Tag beschließen wir bei einem deftigen Abendmenue im Hotel.

3. Tag, Hiddensee


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Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Insel Hiddensee. Vom Hafen Breege fuhren wir mit dem Schiff MS „Wappen von Breege" nach Vitte, dem zentralen Ort der Insel. Dort erwartete uns schon ein Planwagen, der uns, von zwei Pferden gezogen auf einer gut 1 –stündigen Rundfahrt nach Kloster brachte. Dieser Ort geht auf ein Zisterzienserkloster aus dem 13. Jh. zurück und bildete immer das kulturelle Zentrum der Insel. Unterwegs sehen wir das Wohnhaus von Asta Nielsen und auch schon jenes von Gerhart Hauptmann, der von 1926 bis Anf. der 40er Jahre jeden Sommer hier verbrachte. An der Kirche in Kloster verließen wir die Kutschen und erkundeten den Ort zu Fuß. Manch einer begab sich auf den Weg zum Leuchtturm Dornbusch, aber viele verschlug es in die Kirche und auf den Friedhof zu Gerhart Hauptmanns Grab. Natürlich lockten auch die vielen kleinen Läden und Galerien, aber auch unzählige Cafés und Restaurants. Schwer war es, sich zwischen leckerer Sanddorntorte, oder einem herzhaften Fischbrötchen zu entscheiden. Zurück nach Vitte ging es wieder mit den Pferdekutschen, dort wartete unser Schiff wieder auf uns und brachte uns sicher nach Breege zurück. Kaum auf dem Schiff, ging der Regen los und löste das herrliche Sonnenscheinwetter ab, welches wir den gesamten Tag hatten. Das war gutes Timing. In Putgarten angekommen, ließen wir diesen schönen Tag bei einem deftigen Abendessen ausklingen.

4. Tag, Überfahrt nach Bornholm - Balka


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Der heutige Tag steht ganz im Zeichen Staatenwechsels. Nach dem opulenten Frühstück im Hotel sagen wir Putgarten ein Lebewohl und begeben uns nach Sassnitz-Mukran zum Fährhafen. Wir sind überpünktlich dort, denn man weiß nie, wie weit sich auf der Zufahrtsstraße ein Stau bildet. Recht pünktlich fahren wir an Bord und erkunden das Schiff. Drei und eine viertel Stunde dauert die Überfahrt nach Dänemark, sprich der Insel Bornholm. Der Wind geht zwar recht kräftig, aber das Schiff liegt recht ruhig. Viele Gäste halten sich an windgeschützten Ecken auf dem Oberdeck auf, denn es ist strahlender Sonnenschein. Bornholm liegt ca. 80 km von der Nordspitze Rügens entfernt, aber nur 40 km von der Südspitze Schwedens. Nachdem wir im Hafen von Rönne das Schiff verlassen haben reisen wir einmal quer über die Insel. Über Aakirkeby geht es nach Nexö und von dort nach Balka zu unserem herrlichen Resort. Keine 100 m sind es bis zum Strand. Und wer nicht in die Ostsee hüpfen möchte, kann im gut beheizten Pool ungetrübten Badespaß genießen. Im Restaurant, welches recht typisch in skandinavischen Design eingerichtet ist, lassen wir uns das Abendmenue schmecken.

5. Tag, Rundfahrt durch Bornholms Norden.


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Heute erkunden wir den Norden von Bornholm. An der Rundkirche von Nykirke vorbei und langsam durch das Fachwerkstädtchen Hasle hindurch ist unser erstes Ziel die Burgruine Hammershus. Die Burg war ihrerzeit die größte Wehranlage Nordeuropas. Errichtet von den Bischöfen von Lund, wurde ein Großteil der Insel über Jahrhunderte von hier beherrscht. Nach einer sehr ausgiebigen Führung reisen wir an der Ostküste weiter über Sandvig nach Gudhjem. Die älteste Stadt der Insel war im Mittelalter ein Zentrum des Heringshandels. Hieran erinnert noch die alte Räucherei, wo man Bornholms Nationalgericht, Sonne über Gudhjem genießen Kann: Einen Bückling auf Butterbrot mit Eigelb und Beilagen (s. Reisetipp). Nach der Mittagspause wenden wir uns der größten und prächtigsten Rundkirche zu, jener von Österlars aus dem 11. Jh. Sie wartet mit herrlichen Fresken und einer imposanten Dachkonstruktion auf. In einen verwunschenen Künstlergarten begeben wir uns in beim Krämmerhuset in Arsballe. 7000qm wunderschöner Garten und Kunsthandwerk laden zum Verweilen ein. Selbstgebackener Kuchen und Kaffee verschönern noch die Pause. Zum Abschluß unternehmen wir noch einen Rundgang durch das kleine aber ebenfalls sehr schöne Städtchen Svaneke. U. a. locken hier auch ein toller Bonbonladen mit Manufaktur, sowie ein Lakritzladen, an den auch eine Glasbläserei angeschlossen ist. Beim leckeren Abendessen im Hotel können wir die vielen erlebten Dinge noch einmal Revue passieren lassen.

6. Tag. Rundfahrt durch Bornholms Süden


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Nachdem wir gestern auf der Rückfahrt mit vielen Erklärungen langsam durch Nexö gefahren sind, stoppen wir heute früh noch einmal kurz vor dem ehem. Wohnhaus des Dichters Martin Andersen Nexö, der den meisten durch sein Werk „Pelle der Eroberer" bekannt sein dürfte. Heute ist es ein Museum. Nun aber zieht es uns nach Rönne, den heutigen Hauptort der Insel, in dem jeder dritte Bornholmer wohnt. Trotz Kriegsschäden ist ein großer Teil der Altstadt erhalten, auch das älteste noch bespielte Theater Dänemarks. Langsam schlendern wir durch die verwinkelten Gassen von Fachwerkhäusern und werfen auch einen Blick in die alles überragende St. Nikolaikirche. Nicole hat noch eine Überraschung auf Lager in Form der Pederskirke in Pedersker. Sie gilt als die älteste der Insel. Nach der ausgiebigen Führung besuchen wird den berühmten Strand von Dueodde. Über die vorgelagerten Dünen führt ein bequemer Holzbohlenweg. Der reinweiße Sand ist hier so fein, daß er vormals zum Befüllen von Eieruhren genutzt wurde. Unser letztes Ziel heißt Snogöbäk. Dieses kleine Fischerdorf wartet mit uralten Bauernkaten, Fischerhütten und auch einer Fischräucherei auf. Am feinsandigen Strand entlang, ist es von hier aus nur einen guten Kilometer nach Balka, und so geht manch einer zu Fuß zum Hotel. Hier verabschieden wir uns von Nadine und haben noch genügend Zeit, ausgiebig den Pool bei strahlendem Sonnenschein zu nutzen. Den Tag beschließen wir wieder bei einem deftigen Abendmenue.

7. Tag, Heimreise


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Heute heißt es wieder früh aufstehen, denn die Fähre geht zeitig los und wir müssen nach Rönne die komplette Insel überqueren. Es ist die Einzige, die heute fährt, und wer nicht rechtzeitig am Kai ist, muß bis morgen auf der Insel bleiben, oder die Fähre nach Ystad in Südschweden nehmen, und über Kopenhagen nach Deutschland reisen. Doch wir sind rechtzeitig vor Ort und können auf der 3,5 stündigen Überfahrt noch ein wenig Schlaf nachholen. Weil noch ausreichend Zeit zu sein scheint, starten wir in Rambin auf Rügen der weitbekannten alten Pommernkater einen Besuch ab. Dieser Bauernmarkt bietet die letzte Gelegenheit, noch einmal ein Fischbrötchen zu genießen, oder vergessene Mitbringsel oder Sanddornprodukte zu erwerben. Aber was für ein Verkehr auf dem Berliner Ring und dann noch die Baustellen auf der A 11.... Doch wir kommen noch halbwegs zeitnah an den Ausstiegsstellen an und die Transfers sind alle schon vor Ort. So geht eine wunderschöne Reise zu Ende, auf der wir drei Ostseeinseln erkundeten, die jede für sich einzigartig ist.
Mir fiel auf, daß auf Bornholm unglaublich wenige Reisebusse zu sehen waren. Auf der Fähre waren wir der neben einem dän. Reisebus der Einzige! Früher sah das anders aus. Es zeigt uns, daß Eberhardt-travel einer der wenigen Reiseveranstalter ist, die in diesen schwierigen Coronazeiten imstande sind, Reisen in jeden Winkel der Erde durchzuführen, wo es noch möglich ist. Und das diese Reise so gut gelungen ist, liegt aber nicht zuletzt an der supertollen und harmonischen Reisegruppe, für deren Zuverlässigkeit und den Umgang mit den Corona-Maßnahmen ich mich noch einmal ausdrücklich bedanken möchte. Bleiben Sie gesund!
Ihr Peter Rudolph

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