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Reisebericht: Single-Silvester in Regensburg & Bayerischem Wald

28.12. – 02.01.2018, 6 Tage Silvesterreise für Singles und Alleinreisende: Regensburg - Altmühltal - Burg Prunn - Kelheim - Walhalla

6 Tage Regensburg - Altmühltal - Kehlheim - Deggendorf - Bayrischer Wald - WalhallaRegensburg - Stadt der Römer und Christen, Stadt der Bürger und Kaufleute, Stadt der Kaiser und Fürsten, Stadt der Steinbrücke und des Reichstages, Stadt des Don Juan de Austria und der Thurn und Taxis, wir grüßen Dich!

1. Tag: Anreise nach Regensburg


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Stadtführung in der Altstadt von Regensburg nach der Anreise aus Dresden:
Knapp drei Quadratkilometer groß erstreckt sich die historische Altstadt vom Südufer der Donau, der Regenmündung gegenüber, nach Süden.
Die Lage an den Mündungen von Regen und Naab in die Donau machte die Stadt früh zum Handels- und Verkehrsschnittpunkt.
Vor dem 19. Jahrhundert gaben die Mauern des römischen Castrum die Umrisse und Größe der Stadt vor, daher blieb die Altstadt bis heute im Kern so kompakt und mit kurzen Wegen.
Über das am Nordufer gelegene Stadtamhof mit dem „Walhallabockerl" und dem Katharinenstift erreichten wir die in der Renovierung befindliche berühmte steinerne Brücke. An ihrem Fuße erreichten wir das Salzstadl und die Wurstkuchl, wo wir uns mit einem Imbiss für die darauf folgende Führung stärkten.
Unser Weg führte vorbei am Denkmal von Juan d' Austria zum Rathaus, dem Sitz des „Immerwährenden Reichstags", wo oft genug etwas „auf die lange Bank geschoben" wurde.
Juan d' Austria war die Frucht eines folgenreichen One-Night-Stands des Kaisers Karl dem V. mit der Bürgerstochter Barbara Blomberg. Die Begegnung hatte nicht nur Folgen für die 18jährige, sondern auch später für die Geschichte Mitteleuropas, in die ihr gemeinsamer Sohn als genialer Stratege einging. Er besiegte die Osmanen in der Seeschlacht von Lepanto. Carl Zuckmayer setzte Barbara Blombergs bewegtem Leben in seinem gleichnamigen Theater-Stück 1949 ein Denkmal.
Unsere Gästeführerin Ines zeigte uns die Geschlechtertürme, durch die sich die Patrizier nach italienischem Vorbild gegenseitig übertrumpfen wollten, die malerischen Innenhöfe und Plätze, die eingemauerten jüdischen Grabsteine in die Hausfassaden, Handwerksgassen um den gotischen Dom St. Peter, erst im 19. Jahrhundert vollendet sowie den Bischofssitz mit dem römischen Prätoriertor.
Ein ereignisreicher Tag neigte sich bei unserer Ankunft im familiengeführten Hotel Haslbach und wir wurden so wie an allen folgenden Tagen dort mit schmackhaftem Essen verwöhnt.

2. Tag: Ausflug in das Altmühltal zur Burg Prunn und nach Kehlheim


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Besichtigung der Burg Prunn und der Altstadt Kehlheims:
Ein herrlicher Wintertag (unserer einziger) mit tiefblauem Himmel und funkelndem Schnee erwartete uns im schönen Altmühltal, das wir heute kennenlernten. Zunächst führte uns der Weg auf die Burg Prunn.

Wir trafen am Parkplatz auf eine Jagdgesellschaft, die sich gerade zur Wildschweinjagd rüstete – alle in orange Warnanzüge gekleidet. Bevor wir über die Zugbrücke in den Burghof liefen, betrachteten und fotografierten wir den herrlichen Blick in das Altmühltal mit dem Main-Donaukanal und den zahlreichen Burg- und Befestigungsanlagen.
Dann erwartete uns der Burgherr von der bayrischen Schlösserverwaltung zu einer kurzweiligen Führung durch die mittelalterliche und neuere Burggeschichte. Bedeutsam waren die vielen Minnesänger auf und nahe dieser Burg, die im Hochmittelalter auch das Nibelungenlied (eine wertvolle Abschrift wurde auf der Burg gefunden) sangen. Der Burgherr sang uns zwei Strophen der Heldenballade vor, es gefiel und dennoch wollte keiner in der Welt des Mittelalters bleiben.
Auch knurrte uns der Magen und so fuhren wir zum schönen Schlosshotel nach Eggersberg.
Alles war verschneit und wir steuerten hungrig das schöne Schlossrestaurant an. Dort wurden wir trefflich bewirtet mit regionaler Kost wie Salzkrustenbraten und Spinatknödeln – lecker!

Gestärkt fuhren wir – nur unterbrochen durch einen Fotostopp bei der langen Holzbrücke „Tatzlwurm" nach Kehlheim und spazierten zum Rathaus, wo uns bereits zwei Gästeführer erwarteten.
Trotz Kälte harrten die meisten von uns aus - es lohnte sich, denn es erschien ein junges Paar aus dieser Zeit mit kurzweiliger Erzählung zur Bauzeit der Befreiungshalle - hoch über der Stadt gelegen und von König Ludwig I. geplant und eingeweiht. - Das Ganze endete beim Gasthaus „Weißes Lamm", wo wir uns bei einem Glühwein aufwärmten, bevor es zurück zum Hotel ging.

3. Tag: Schlossbesichtigung Thurn und Taxis und Dance on Snow am Fuße des Hohenbogen


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Besichtigung des Schlosses von Thurn und Taxis und Fahrt zum Hohenbogen im Bayrischen Wald:
Das fürstliche Schloss Thurn und Taxis in Regensburg, das wir heute besuchten, vereint die Geschichte eines der wichtigsten Klöster Bayerns mit der eines europaweit agierenden und traditionsreichen Adelsgeschlechtes. Mit der Entwicklung des europäischen Postwesens erfolgte der gesellschaftliche Aufstieg und der wirtschaftliche Erfolg derer von Dachs und Turm im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.
Uns erwartete Kunstgenuss und Fürstenglanz beim Rundgang durch die zahlreichen Prunkräume vom Speisesaal über den Thron- und Ballsaal, Ankleidezimmer, Schlosskapelle und Kreuzgang mit Familien-Gruft. Wir betrachteten auch das Rennwagenmodell und die Pokale des Albert von Thurn und Taxis, einer der jüngsten Milliardäre der Welt.

In Arrach probierten wir einige der etwa 60 Schnäpse der Familie Drexler auf ihrem Hof vom Bärwurz zum Blutwurz, auch Obstdestillate und sogar Whisky wurde angeboten. Während einer Führung mit Film und Handwerksmuseum erfuhren wir einiges über die Kräuter des Bayrischen Waldes und seine Wirkungen.

Unser Weg führte uns dann zum Hohenbogenberg nahe dem alten Wallfahrtsort Neukirchen beim Heiligen Blut. Dort erwartete uns bei relativ trockenem Wetter schwungvolle Musik der „Heckflossen", ein stimmungsvoller Ski-Fackellauf und zum Abschluss ein Riesenfeuerwerk. Gegen Mitternacht zurück, schliefen wir umso besser.

4. Tag: Bayrischer Wald mit Großem Arber und Kristallwelt in Bodenmais


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Rundfahrt durch den Bayrischen Wald zum Großen Arber und über Bodenmais:
Es kündigten sich auf unserer Fahrt zum Großen Arber (über 1500 Meter) nahe der böhmischen Grenze Nebel an und dann erfuhren wir an der Talstation der Kabinenbahn, dass leider wegen Schneesturm alles oben gesperrt war – auch die Kabinenbahn und die Eisensteiner Hütte, wo wir rasten wollten. So hatte man uns freundlicherweise im Gondelbahn-Restaurant Plätze reserviert, wo wir sehr gut speisten, einem ankommenden Hochzeitspaar gratulierten und dann zu Joskas Kristallwelten nach Bodenmais weiter fuhren. Dort verteilte ein Schornsteinfegerpaar Glück in Form von Rußstrichen und wer wollte, konnte in die zauberhafte Glaswelt eintauchen, um noch ein Geschenk zu finden.

Dann wurde es Zeit, zum Hotel zurück zu kehren, um uns für die Silvesterfeier schön zu machen. Sie startete in der geschmückten Gaststube mit einem köstlichen Abendessen (leckere Ente) und ein engagierter Musiker unterhielt uns mit abwechslungsreichem Repertoire, gut gemischt bis zum Jahreswechsel und auch darüber hinaus im neuen Jahr.
Wir erlebten nach einem lustigen ausgelassenem Abend mit vielen und oft geschwungenen Tanzbeinen ein phantastisches Feuerwerk über der Stadtsilhouette von Regensburg und stießen auf das neue Jahr 2018 an.

5. Tag: Deggendorfer Weißwurstseminar und Kutschenfahrt in Röhrnbach beim Michlbauern


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Deggendorfer Weißwurstseminar im Goldenen Engel und Kutschenfahrt mit Brotjause und Gaudi beim Michlbauern:
Heute ließen wir es langsam angehen und trafen am Deggendorfer Rathaus auf Franz Mayer, der uns über seine Stadt manchen Schwank erzählte (über die Knödelwerferin und das Schwein Rosa), bevor er uns in das Gasthaus zum Goldenen Engel geleitete, um über Weißwürste zu philosophieren. Das lebte er auch und wir lernten von ihm so manches über die Zubereitung und Esskultur (Eis beim Cuttern, Sellerie und Petersilie zum Würzen, Längs- und Schrägschnitt vor dem Essen).
Dann ließen wir uns unser Paar Weißwürste zu süßem Senf und frischer Brezel schmecken – köstlich.
Auf das Angenehmste gesättigt fuhren wir weiter zum Michlbauern nach Röhrnbach. Dort erwartete uns bei Tauwetter und stimmungsvollem Nachmittagslicht nahe der böhmischen Grenze ein lustiger Ausflug mit den Kaltblütern, die kräftig die beiden Wagen über die Hügel zogen.
Dann kehrten wir auf dem Hof ein zu Musik vom Wirt und kräftiger Brotzeit und erlebten einen humorvollen Abend mit so manchem Gaudi vom Michlbauern.
Fröhlich fuhren wir wieder zu unserem Hotel und packten unsere Koffer und verabschiedeten uns von den Gästen, die nicht mit uns zurück reisten.

6. Tag: Königsritt, Walhalla, Einkehr bei Jacob und Heimreise nach Dresden


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Ein Willkommenstrunk dem bayrischen Königspaar auf dem Damm von Donaustauf vor der Walhalla (als Ausgleich zur Gondelfahrt) und Besichtigung seines größten Bauprojekts, Einkehr bei Jacobs Familienbrauerei und Heimreise nach Dresden:
Eine Viertelstunde mit dem Bus fuhren wir nach Donaustauf mit seiner Burg, seiner Pfarrkirche und seinem „Tempelberg", uns erwarteten jedoch zuvor auf dem Damm an der Donau mit Blick auf die Walhalla zwei Reiter, die länger als wir bis Donaustauf brauchten – es war das bayrische Königspaar. Nach einem Willkommenstrunk mit Snack sahen wir Ludwig I. und seine Gemahlin. Sie gaben uns die Ehre und der König hielt eine begeisterte Rede über sein Lieblingsbauprojekt, das wir bald besuchen sollten. Das Hündchen schloss mit uns Bekanntschaft und einige von uns wollen in dem Paar unseren Koch vom Hotel und seine Frau, die Chefin erkannt haben?

Oben auf dem 405 Meter hohen Bräuberg liegt malerisch die Walhalla, eine Nachbildung des Athener Parthenon in Kehlheimer Marmor. Unser Gästeführer Micha Kost erzählte Geschichten über die Entstehung, über Ludwig den I., über das Innere und zeigte uns alle rund 130 Büsten und 64 Gedenk-Tafeln, prunkvoll in Marmor gearbeitet. Weitere Vorschläge sind der Akademie der Wissenschaften in München willkommen, doch müssen 20 Jahre nach dem Tod des Künstlers oder Wissenschaftlers deutscher Zunge vergangen sein und zahlen muss auch der Vorschlagende. Also gut überlegen! Der Blick war vom Tempel aus war herrlich über die Donau.

Nun stärkten wir uns noch einmal bei Hausmannskost und zünftigem Bier in der Jacobs-Familienbrauerei in Bodenwöhr am Hammerweiher, bevor es dann hieß Abschied nehmen.
Die ersten Gäste stiegen in Bärenholz bei Hof bereits aus und wir erlebten eine insgesamt fast reibungslose Rückfahrt, mit etwas Verspätung erreichten die letzte Gäste gegen 19 Uhr wohlbehalten ihre Transferfahrzeuge in Dresden und eine schöne Reise mit unvergesslichen Eindrücken ging nun zu Ende, gern einmal wieder.

Ihre Studienreiseleiterin Grit Wendelberger
Halle, 02.01.2018


Bildergalerie zur Reise

Kommentare zum Reisebericht

Liebe Grit ,vielen Dank für die schöne gelungene Silvesterreise. Es war wieder sehr schön und Interessant . Liebe Grüße Ute

Klingler Ute
05.01.2018
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