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Reisebericht: Rundreise Mecklenburgische Seenplatte - Deutschland

12.07. – 16.07.2020, 5 Tage Kurzreise in Mecklenburg-Vorpommern: Neustrelitz - Schwerin - Waren (Müritz) - Neubrandenburg - Rheinsberg - Stechlinsee - Himmelpfort

Auf Fontanes und Tucholskys Spuren durch die Mark Brandenburg und Mecklenburg Vorpommern

12.07.2020 Von Chemnitz über Neustrelitz nach Stavenhagen


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Am frühen Morgen machten wir uns mit dem Bus auf den Weg über Dresden nach Mecklenburg Vorpommern. Mit den notwendigen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen als auch verständnisvollen Gästen begann unsere Fahrt durch das sommerliche Sachsen in Richtung Berlin. Der Sonntagsverkehr half uns ohne Verzögerung an unserer heutigen Station in Neustrelitz anzukommen, wo schon die drei Stadtführer für uns bereit standen. In drei kleine Gruppen aufgeteilt, begann die Entdeckung der spätbarocken Planstadt von Großherzog Adolf Friedrich III. An eine italienische Stadt sollte sie damals erinnern, heute wirkt sie eher ein wenig verschlafen. Das Stadtbild änderte sich im 19. Jhd. nochmals durch den engagierten Schinkelschüler Friedrich Wilhelm Buttel, der die damalige Residenzstadt nachhaltig prägen sollte.
Vom Marktplatz aus spazierten wir zum malerisch gelegenen Schlossgarten, der mit vielen Skulpturen, alten Bäumen und einer aus dem südlichen Afrika stammenden Blume unsere Aufmerksamkeit erregte. Gemeint ist die Papageien- oder Paradiesvogelblume, die den Namen Strelitz in die ganze Welt trug. Denn zu Ehren der Strelitzer Prinzessin, Sophie Charlotte, die von 1761-1818 britische Königin war, bekam diese exotische Blume vom Botaniker Joseph Banks, dem Direktor der Royal Gardens in Kew den Namen "Strelitzia reginae".
Sehenswert sind jedoch auch die Bauwerke des früheren Schlossareals, auch wenn das Schloss an sich nicht mehr existiert, da es in den letzten Tagen des 2. Weltkrieges zerstört worden war. Immer den Ausführungen der Stadtführer lauschend, schlenderten wir
vorbei an der neugotischen Schlosskirche, zur Orangerie, dem Marstall bis zum Theater und weiter bis hin zum Stadthafen, wo noch ein wenig freie Zeit für eine Tasse Kaffee oder ein Fischbrötchen blieb.
Am frühen Abend erreichten wir unser Standort-Hotel 'Reuterhof' in Stavenhagen, wo wir von einem netten Team und einem leckeren Abendbuffet empfangen wurden.

13.07.2020 Stadtrundgang Waren und Schifffahrt auf der Müritz


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Über kleine mecklenburgische Dörfer wie Rottmannshagen und Faulenrost fahrend, gab es Zeit, um die vorrangig aus Feld- oder Backsteinen gebauten kleinen Kirchen zu bewundern, alte Gutshäuser zu bestaunen, von denen es hier im Norden mehr als 2000 gibt und ein wenig in die Geschichte Mecklenburgs einzutauchen.
Schnell vergingen so die 40 Minuten Fahrt, so dass wir pünktlich in Waren ankamen, wo ebenfalls wieder lokale Stadtführer auf uns warteten.
Ein Bummel an der Promenade der Müritz entlang zum Hafen lies sogleich das Gefühl von Urlaub aufkommen. Auf dem Marktplatz angelangt statteten wir dem 1797 errichteten und Mitte des 19. Jahrhunderts umgebauten Rathausgebäude einen Besuch ab. Der dreigeschossige Bau im Stil der Tudorgotik sticht zwischen all den kleinen Fachwerkhäuschen hervor. In dem Gebäude befindet sich heute das Standesamt der Stadt Waren und in den anderen Etagen ist das Stadtgeschichtliche Museum mit der Geschichte Warens und der Lebensweise seiner Einwohner untergebracht. Wir besuchten jedoch nur kurz die heute kurios anmutende Zelle des Bürgergehorsams (des Stadtgefängnisses ) im Erdgeschoss. Die kleine Stadt Waren hat sich seit 1990 sichtbar verändert wie uns auch Bilder der Stadtführerin veranschaulichten.
Obwohl wir noch die Historie der Marienkirche hörten, an den Häusern der alten Stadtmauer entlang spazierten, die interessanterweise zwei Adressen angeben können, blieben viele Geschichten unerzählt. Gern würden wir noch einen Tag länger hier verweilen.
Jedoch jetzt genossen wir erst einmal das Ambiente am Hafen, stärkten uns mit Fisch oder leckerer Eiscreme (selbst unser Busfahrer Jörg konnte da nicht widerstehen) und freuten uns auf die zweistündige Schifffahrt über drei Seen am Nachmittag.
Mit scherzhaften Kommentaren und Anekdoten unterhielt uns der Kapitän der MS Europa während der Fahrt. Wunderbare Aussichten, eine Tasse Kaffee oder ein kühles Getränk in der Hand und Sonnenschein - was will man mehr? Wir lehnten uns zurück, genossen den Ausflug, der später von vielen Gästen als ein Höhepunkt der Reise gewertet wurde.
Nach der Rückfahrt nach Stavenhagen verspürten noch einige Lust darauf, auch die Reuterstadt Stavenhagen ein wenig zu erkunden. Zu schön schien die Spätnachmittagssonne um im Hotelzimmer zu verweilen.
Bedauerlicherweise schliesst das Fritz Reuter Museum schon 17 Uhr, so dass uns dieser Besuch verwehrt blieb. Doch die verträumte Kleinstadt ist wirklich eine Stippvisite wert. Noch schnell ein Foto am Denkmal des grossen Dichters der niederdeutschen Sprache und dann zum Hotel, damit wir das Abendbuffet nicht verpassten.

14.07.2020 Besuch in der Landeshauptstadt Schwerin


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Wir starteten bereits um 8.30 Uhr, damit wir genügend Zeit in der Landeshauptstadt Schwerin verbringen konnten.
Auch diesmal entschieden wir uns für die Route über die Landstrasse, um die Schönheiten der norddeutschen Landschaft an uns vorbeifliegen zu sehen.
Dort wo ehemals die Obotritenburg Zuarin auf einer Insel im Schweriner See stand, ragt seit dem 19. Jahrhundert das heutige Wahrzeichen der Stadt empor. Schon von Weitem grüsst der Prachtbau und Sitz des Landtages jeden Besucher. Auch wir können uns dem Anblick nicht entziehen. Aber erst einmal begeben wir uns auf eine Stadtrundfahrt durch die mit weniger als 100.000 Einwohnern kleinste Landeshauptstadt Deutschlands.
Herausgeputzt hat sich der Landesregierungssitz in den letzten Jahren, vor allem die Schelfstadt mit ihren Stadtvillen und Bürgerhäusern, welche das Ufer des Pfaffenteichs umrahmen und den engen Gassen aus Kopfsteinpflaster, wo sich hinter so mancher Fachwerkfassade Gärten und große Hinterhöfe verbergen. Die alte Brauerei oder Gebäude der ehemaligen Molkerei verwandeln sich gerade in Wohnviertel, ziehen junge Familien in die Stadt und sorgen dafür, das sich die Stadt nicht nur verjüngt, sondern auch in neuem Glanz erstrahlt. Dazu beigetragen hat sicherlich auch die Bundesgartenschau 2009 mit ihrem Konzept "Sieben Gärten mittendrin", die unter anderem verwilderte Parkanlagen wieder begehbar machte.
Im Anschluss zur Rundfahrt erkundeten wir die Altstadt noch etwas zu Fuss, bis wir uns zu unserer Führung durch die Schlossgartenanlage trafen. Wegen der Corona-Massnahmen mussten wir leider auf eine Führung durch das Schloss verzichten, jedoch entschädigte uns dafür wenigstens etwas eine der schönsten Barockanlagen Norddeutschlands, die einmal als Lustgarten nach französischem Vorbild angelegt worden war, aber vor allem vom Gartenarchitekten Jean Legeay seine Prägung erhielt. Jedoch ein uns bekannter Name, wenn es um Gärten und Parks geht, tauchte hier wieder auf: Peter Joseph Lenné. Die Erweiterung dieses Schlossgartens um die Mitte des 19. Jahrhunderts geht auf ihn zurück. Wir suchten seine berühmten Sichtachsen, wandelten durch Laubengänge an Blumenrabatten und Skulpturen vorbei und bedauern es von Neuem, dass die Zeit zu schnell verfliegt als das wir alles was die Stadt zu bieten hat, ansehen könnten.Gerade rechtzeitig zum Abendessen treffen wir im Hotel ein, wo uns diesmal nicht nur ein schmackhaftes Buffet, sondern auch noch ein Alleinunterhalter mit schwungvoller Musik erwartet, die dazu einlädt, mal wieder das Tanzbein zu schwingen.

15.07.2020 Große Rundfahrt Mecklenburger Seenplatte mit Neubrandenburg, Himmelpfort, Stechlinsee und Rheinsberg


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Schade, heute regnet es. Wo doch am heutigen Tag mehrere interessante Programmpunkte auf uns warteten. Aber unverdrossen machten wir uns auf den Weg - als erstes nach Neubrandenburg, auch die Vier-Tore-Stadt genannt. Als erstes umkreisten wir die Altstadt, um die Stadtmauer und die eben erwähnten Stadttore kennenzulernen. Danach besuchten wir die Konzertkirche St. Marien, die perfekt die Backsteingotik mit Beton und Glas vereinen soll. Leider war die Kirche nur von aussen zu bewundern, so dass wir unsere weitere Zeit der St. Johannis Kirche widmeten, wo man sich gerade für ein Mittagskonzert vorbereitete. Die Hofanlage mit angeschlossenem Franziskanerkloster befindet sich westlich der Stargarder Straße und wurde schon um 1260 von Otto, Markgraf von Brandenburg für sein und der Bürger Seelenheil erbaut. Die ebenfalls aus Backstein erbaute Kirche war Teil dieser Anlage. Auf jeden Fall sollte man seinen Blick einmal zur Kirchendecke wenden, um die eher ungewöhnlich anmutende schwarz gemalte, florale Ornamentik an den Deckenbögen zu erspähen.
Unsere Rundfahrt führte uns weiter nach Himmelpfort. Bedauerlicherweise befand sich der Weihnachtsmann wohl auch im Urlaub, jedenfalls fanden wir sein Haus verlassen vor. Das kleine Restaurant, welches für seinen exquisiten Kuchen bekannt ist, war ebenfalls geschlossen und die Freundlichkeit, die man uns entgegenbrachte konkurrierte mit dem Regenwetter.
Der Lichtblick kam mit dem kleinen, malerischen Ort Neuglobsow, der auf eine Glashüttensiedlung zurückgeht. Versteckt hinter Buchen- und Kiefernwäldern liegt mitten im Naturpark Stechlin-Ruppiner Seenland der klare, blaue Stechlinsee - der tiefste See Norddeutschlands. Die denkmalgeschützten Fachwerkhäuser der früheren Glashüttenarbeiter flankieren den Weg zum Buchenwald und nach insgesamt ca. 400 m erreichen wir den Großen Stechlin. Es blieb nur Zeit für einen kurzen Spaziergang, doch mit dem Gedanken, dass man hierher einmal zurückkommen sollte, verliessen wir das hübsche Örtchen.
Den Abschluss des Tages bildete der Ort, der durch 3 Männer berühmt wurde. Friedrich, der Grosse verbrachte hier - wie er selbst sagte, die schönsten Jahre seines Lebens. Theodor Fontane verhalf ihm zu literarischer Berühmtheit mit seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg und nicht zuletzt warb das Bilderbuch für Verliebte von Kurt Tucholsky für den Ort. Natürlich ist hier von Rheinsberg die Rede. Das kleine Glück von den literarischen Figuren Claire und Wölfchen lässt sich noch immer erahnen, wenn man am Schloss vorbei durch den Schlossgarten zum See schlendert. Und nun, zum Ende des Tages hin, hatte auch der Wettergott endlich ein Einsehen mit uns.

16.07.2020 Heimfahrt mit Pause im Spreewald


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Nach einem letzten entspannten Frühstück packten wir unsere Koffer und verliessen mit Bedauern Stavenhagen. Vorbei an dem Tiergehege mit den 1000jährigen Ivenacker Eichen führte uns der Weg gen Süden in die Heimat zurück. Eine kurze Pause legten wir als Überraschung für die Gäste im Spreewald ein. Doch welch ein Pech: als wir aus dem Bus stiegen, begann es wie auf Kommando eine Stunde aus Kannen zu gießen, die endlich leer waren, als alle Gäste wieder im Bus zum Sitzen kamen.Eine schöne Reise ging nun zu Ende, die uns oft zu unerwartet wundervollen kleinen Orten brachte. Der Norden Deutschlands ist wirklich eine Reise wert.

Bildergalerie zur Reise

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