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Reisebericht: Single-Wanderreise - Nordfriesische Inseln

28.06. – 04.07.2020, 7 Tage Wandern in Nordfriesland: Sylt - Amrum - Föhr im Familienhotel für Alleinreisende (43 Wanderkilometer)

Was braucht es für eine gelungene Wanderreise? Eine Wetterfee, eine Fischbrötchenbeauftrage und vor allem die gute Truppe!


1.Tag, Tag der Anreise

Bereits in unseren Telefonaten vor Reisebeginn hatten wir die Abholzeiten Bus für jeden Gast noch einmal kurz gegengeprüft. Schon dabei hatten wir gewitzelt, lagen diese Zeiten selbst über etliche Kilometer in den Angaben auf fünf Minuten genau vor. Doch dann, sehr zum Erstaunen der Gäste, haben es unsere Busfahrer Andre und Maik wirklich geschafft, diese Abholzeiten noch zu toppen: sogar überpünktlich wurden manche Gäste an den vereinbarten Orten eingesammelt.So froh doch alle waren, diese Reise zu Zeiten von Corona durchführen zu können, desto umsichtiger und intensiver musste diese nun natürlich durch Eberhardt Travel vorbereitet werden. Unsere Reisebegleiterin Elena hat sich also darum kümmern müssen, Gesundheitsbestätigungen ausfüllen zu lassen und stets für gutes Klima und ausreichend Pausen und Belüftung des Busses während der doch recht langen Fahrt nach Nordfriesland zu sorgen. Mit eigens für und von Eberhardt Travel produzierten Mund-Nase-Schutzmasken im Gepäck ging es gen Norden.
Und in Dagebüll kam der Reisebus auch ausgesprochen pünktlich an, um dann, ebenfalls trotz der doch teilweise schnell nervraubenden Coronaschutzmassnahmen zügig im Hotel
einzuchecken.Um einen ersten Eindruck zu bekommen von der Gegend, von Wasser da oder Wasser weg, hat sich der Großteil der Gruppe schon eine halbe Stunde später getroffen, um direkt Richtung Hafen und Deich zu laufen. Da wir eigentlich alle aus Regionen kamen, in denen es in den Tagen zuvor festländisch heiss und stickig war, wurden erst einmal alle durchgepustet, teils fast weggepustet von der Kraft des Nordseewindes.Mit unserem Anreisetag, das wird für spätere Generationen sicher noch intensives Gesprächsthema werden, traten erneut Lockerungen zu Coronaeinschränkungen im Alltag in Kraft. Das ermöglichte uns ab dem Anreisetag wieder, die Mahlzeiten in Büffetform einzunehmen, wenn auch mit Mund-Nase-Schutz und in festen Reihenfolgen. Aber das waren durchaus hinzunehmende Einschränkungen, die dann in den Folgetagen durch das wunderbare Nordfriesland direkt entschädigt wurden.



2.Tag, Wir fahren nach Amrum

Mit den ersten Eindrücken von Wind und Wetter am Vorabend kündigte sich bereits ein Wetterwechsel a la Nordsee an. Aber schon zum gemeinsamen Frühstück an Tag 1 fand sich unsere Wetterfee - täglicher ( fast täglicher ) Garant für sämtliche Vorhersagen und wetterabhängige Planungen unserer Gruppe.Prognose Wetterfee Montag: windig und regnerisch mit kurzen Auflockerungen.Hochmotiviert haben wir uns fast vollständig trotz grauem Himmel und schon recht stürmischem Wind zunächst auf das Sonnendeck der Fähre nach Amrum gesetzt, um dann die zweistündige Fahrt vorbei an der Insel Föhr auch auf Deck durchzuhalten. Zu genial der Wind, der so kraftvoll Schwung und Energie gibt, Luft zum klar Durchatmen, insbesondere nach den schwül-heissen Festlandtagen zuvor.Immer die Coronavorgaben im Blick haben wir uns dann schon auf die notwendige Busfahrt in den Norden der Insel wappnen müssen. Linienbusbetriebe hatten angekündigt, nur eine begrenzte Anzahl von Passagieren zu befördern. So war es umso wichtiger, dass unsere Reisegruppe zu einer tollen Truppe wurde, denn nur so standen wir stets wie eine Brandmauer geschlossen, um auch alle in die jeweiligen Busse zu kommen. Alternativ musste ein Ruf „Eberhardt" von mir reichen.Unser Ziel war die Haltestelle Vogelkoje, von der aus wir loswanderten.
Der Weg führte uns durch den Wald von Amrum. Mit einem Mitte des letzten Jahrhunderts auf Heideflächen angelegten Waldgebiet von knapp 180 ha hat Amrum des grössten Waldanteil aller Nordseeinseln. Das Klima beim Durchlaufen ist sehr angenehm, es duftet nach Nadelholz und Heide. Eigentlich untypisch für die Nordsee.
Mit unserem Zwischenstopp Waldrastplatz haben wir den dortigen Imbissbetreiber ein wenig in Wallung gebracht. Die mutigen aßen von ihm selbstgemachte Bouletten, die skeptischen Würstchen mit sparsam Senf. Wir hatten unsere Stärkung und eine WC-Option, um uns dann weiter Richtung Vogelkoje zu bewegen.
Vogelkojen dienten auf den nordfriesischen Inseln dem Wildentenfang als Nahrungssicherung. Auf Amrum wurde dies zeitweise sogar bis hin zur Entenfleischkonservenproduktion optimiert. Heutzutage ist die Vogelkoje lediglich Naturdenkmal, Funktionsweise gut erkennbar, wenngleich das Gewässer heutzutage als sicherer Brut- und Setzplatz für eine Vielzahl von Seevögeln dient.
Unser Wanderweg sollte uns durch die Dünen und am Strand entlang zurück in den Hauptort der Insel Wittdün führen, von wo aus auch die Fähre Amrums Verbindung zum Festland ist.
So schlugen wir den Bohlenweg in die Dünen ein. Den Leuchtturm von Amrum klar im Blick sollten wir nun laut Hinweisschild links lang laufen. Unsere Wetterfee war glücklicherweise auch daueronline mit Wanderkarte vernetzt zur Stelle und bestätigte das Schild. Am Ende des ausgeschilderten, wild verwachsenen Weges allerdings konnten wir alle herzhaft lachen, sind wir doch wieder auf unserem anfänglichen Waldweg herausgekommen. Aber da ja bekanntlich alle Wege nach Rom führen, haben wir das weggelächelt und dann auch entschieden, den Leuchtturm rechts liegen zu lassen, um noch den traumhaften Strand von Amrum zu erreichen im doch sehr knappen Zeitfenster einer Tagestour.
Also vorbei auf der Höhe Leuchtturm kämpften wir uns dann auch erstmals mit Wanderhöhenmetern durch die Dünen. Und was wir oben auf zu sehen bekamen, war wieder einmal Schokoladenseite Nordsee. Das Meer und der Kniepsand von Amrum erschienen in perfektem Licht, ein ständig wechselndes Spiel von Licht und Wolken, vom starken Wind getrieben.
Unsere Gruppe verteilte sich beim Marsch über den Strand und ich denke, jeder hat es für sich aufgesogen. Unfassbar schöne Fotos wurden gemacht und mit den vom Wind getriebenen Regenwolken im Rücken sind wir Wittdün näher gekommen. Und ungefähr an dieser Stelle, bei Ortseingang Wittdün, erlebte unsere Wetterfee auch ihre Freisprechung: pünktlich gegen 17 Uhr sagte sie uns Regen voraus und genau so kam es. Der Himmel regengrau, goss es für ein paar Minuten ganz intensiv und wir flüchteten verabredet in den Ort, um uns 15 Minuten vor Abfahrt des Schiffes im Hafen wieder zu treffen. Bemüht, all meine Gäste hoffentlich zusammen in die richtige Richtung gelotst zu haben, bildete ich wohl die Nachhut auf dem Weg vom Strand in den Ort. Doch spätestens dort dann angekommen, konnten wir feststellen, dass aus uns schon die gute Truppe geworden ist, denn irgendwie fanden wir uns alle am hiesigen Eisstand wieder.Nordseeluft macht hungrig und müde. An Tag 1 war das schon zu erkennen, aber noch nicht so stark zu fühlen.
Da wir für das Abendessen feste Zeitfenster bekamen und ich offensichtlich bereits am ersten Tag im Missverständnis von zehn Minuten den Saalfrieden gefährdete, wollte ich nun zum zweiten Abendessen sicherstellen, dass unsere Saalchefin, die wir dann liebevoll „Kommandeurin" tauften, keinen Grund hat, sich nicht auf unsere Reisegruppe zu freuen. Pünktlich angetreten haben wir dann sehr gut gegessen.
Und vielleicht kann man an dieser Stelle einfach noch einmal einfügen, dass wir uns alle in einer nie da gewesenen Sondersituation durch Covid-19 befinden. Abläufe und Regularien sind für unsere Dienstleister nur mit hohem Mehraufwand und viel Sondersituationen möglich. Deshalb: Danke an Heike und ihre Crew.
Für die Statistik: Wandersoll übererfüllt mit ca. 13,8 km.

3.Tag, Wir fahren nach Föhr

Bereits in der Nacht regnete es in Dagebüll und auch die allabendliche Vorhersage unserer Wetterfee wurde zum Frühstück keinen Deut besser: stürmisch und regnerisch.
Ich habe versucht, Alternativen zur geplanten Wanderroute in die Gruppe zur Diskussion zu geben. Alternativen, die es bei starkem Regen ermöglichen, sich zu trennen und, immer die Coronaeinschränkungen im Blick, irgendwo in Kleingruppen einkehren zu können.
Meine Truppe gab mir volles Vertrauen zur Tagesplanung, bis unsere Fischbrötchenbeauftragte ins Spiel kam. Und ja, die Vorgabe, eigentlich jeden Tag ein lecker Fischbrötchen zu essen, sollte Ziel werden.
So kämpften wir uns dem schon recht kühlen Westwind mit Regenschauer gen Hafen entgegen und fuhren knapp eine Stunde per Schiff nach Föhr. Die Zeit brauchte ich auch, um einen zwar ungeplanten, aber im Ergebnis tollen Ausflug per Bus über die Insel zu organisieren. Und es war ein wirklicher Gewinn. Der Inselführer war natürlich urlaubererprobt, aber ausgesprochen lustig und vor allem informativ. Wir haben Föhr einmal umrundet und auch nur so einen netten Einblick bekommen. Wichtigste Hauptinformation: gegenüber der Feuerwehr liegt stets die Kneipe.....was wir schon obligatorisch pro Ort erwarteten und natürlich auch prüften.
Da das Wetter aufbrach und der Wind die Wolkendecke lockerte, beschlossen wir in Nieblum unseren Inselführungsbus zu verlassen, um uns auf die Suche nach einem leckeren Fischbrötchen zu machen und dann gestärkt doch noch ein paar Wanderkilometer hinter uns zu bringen.
Nieblum gilt als der schönste Ort auf Föhr, wobei wir, denke ich, gefühlt fast jeden Ort jenseits von Wyk auf unserer Busreise entzückend in Architektur und friesischem Ambiente empfunden haben.Nur ein paar Minuten in Nieblum winkte bereits unsere Fischbrötchenbeauftragte mit eben diesem in der Hand. Ich denke, dass wir fast alle nacheinander in dem kleinen reetgedeckten Friesenhäuschen mit den blau-weiss-verzierten Fliesen im Ladenraum Fischbrötchen erworben haben. Und sie schmeckten so frisch und authentisch wie der ganze Ort wirkte.
In Nieblum lohnt es sich, die älteste Kirche der Insel zu besichtigen, St. Johannis. Der dazugehörige Friedhof beherbergt den wohl grössten Bestand an historisch wertvollen Grabsteinen der Insel. Sie werden auch „Sprechende Grabsteine" genannt, denn ihre Inschriften erzählen von den Erfolgen und Geschichten Föhrer Familien, die durch den Walfang in der Nordsee zu Ruhm und Wohlstand gekommen sind.
Regenfrei und gut durchgepustet sind wir dann bei glockenklarer Luft, teils durch Strandabschnitte bei ablaufendem Wasser zurück nach Wyk gewandert. Im Ort haben wir uns in kleinen Gruppen frei für die letzten eineinhalb Stunden bis zur Fährabfahrt zwischen Cafes und Bummelei an der Promenade bewegt.
Spätestens zum Abendessen wollte ich wissen, wer was an Tag 4, dem Tag zur freien Verfügung unternehmen möchte. Und das war nun überhaupt nicht mehr einfach, denn je mehr ich als Option in die Runde warf, desto offener für offensichtlich alles wurde unsere Truppe: ich freute mich darüber, dass doch zunächst fast alle an einer Wattwanderung teilnehmen wollten. Da diese erst am Nachmittag aufgrund der Tide stattfinden konnte, bot ich an, eventuell vormittags Fahrräder zu leihen, vielleicht sogar mal ein Ebike auszuprobieren. Es bestand ebenfalls die Möglichkeit, auf eine Hallig zu fahren. Auch das stieß auf grosse Resonanz. Im Ergebnis haben wir dann also daran gebastelt, uns gleich morgens schnell Fahrräder zu besorgen, mit denen wir nach Schlüttsiel fahren um dort ein Schiff auf eine Hallig zu nehmen......auf der Hallig wären wir dank Rad flexibel und könnten dann nach Rückfahrt Schiff doch im Eiltempo nach Dagebüll radeln, um gegen 16:30 Uhr noch an der Wattwanderung teilzunehmen.
Ich muss noch beim Aufschreiben dieser Zeilen dauergrienen, denn es lässt sich kaum schriftlich festhalten, wie lustig unsere Tagesplanungsfindung ablief. Und vermutlich hätten wir noch viel länger nicht gewusst, was wir nun wollten, hätte sich unsere Wetterfee nicht eindringlich zwischengemeldet: „Mittwoch Regen ab zwölf bis...". Und dann zählte sie diverse Orte unserer Auswahl auf, an denen die Regenintensität laut Vorhersage stetig zunahm. Gut. Rückblickend war die deprimierende Wetterprognose vielleicht die einzige Möglichkeit, uns in der Flut scheinbar unbegrenzter Möglichkeiten einzuschränken.

Für die Statistik: trotz Bustour haben wir unser Wandertagesziel erneut übererfüllt mit knapp 12,3 km.



4. Tag, Tag zur freien Verfügung

Unsere Truppe teilte sich nun am sogenannten freien Tag auf, um entweder per Wanderung ex Dagebüll entlang des Deiches oder per Rad auf Tour zu gehen. Danach stand am Nachmittag immer noch die Wattwanderung an. Eine weitere Gruppe fuhr nach Husum, nicht nur für Fischbrötchen und Shoppingtour, sondern auch um festzustellen, dass selbst im Stadthafen von Husum Ebbe und Flut herrschen.Wenn man an die Nordsee reist, dann braucht es eine Weile, um ein Gefühl zu bekommen für die sich ständig ändernden Bedingungen, dem offensichtlichen Kräftespiel der Gezeiten, denen man ausgesetzt ist. Gibt es Nordsee ohne Wind? Ohne Dauerrauschen des Meeres? Ohne die sogar nachts nicht ruhenden, schreinenden Seevögel? Salzfilm auf der Haut? Sand in allen Poren?
Wenn man sich darauf einlässt, kann diese ungezähmte Natur so viel seelische Kraft entwickeln, uns in tiefster innerer Zufriedenheit treffen. Nicht umsonst sagt man: „Es gibt einen Ort, wo sich Himmel und Erde eine Bühne teilen". Und die Bühnenbeleuchtung ist dabei noch das Grösste!



5. Tag, Noch mal Amrum, weils so schön ist

Wettervorhersage: sonnig bis wolkig, in den frühen Abendstunden Regen
Fischbrötchen: auf jeden Fall

Nun wussten wir natürlich schon, was auf uns zu kommt. Zwei Stunden Schiffsfahrt, bei denen wir ganz sicher belohnt werden sollten für unsere allgemeine Motivation der letzten Tage: Sonne satt und alle auf dem Sonnendeck.
Auf Amrum angekommen wieder direkt Brandmauer für eine Busfahrt, diesmal bis in den nördlichsten Ort der Insel, Norddorf. Angekommen gab es erst einmal Fischbrötchen und süße Leckereien der Inselbäckerei.
Wieder mal gut gestärkt wanderten wir über die Bohlenwege in Richtung Strand, bzw. Kniepsand von Amrum.
Der Kniepsand ist eine Besonderheit der Insel. Es handelt sich dabei um eine sehr langsam wandernde Sandbank, von daher eigentlich der Insel nicht zugehörig. Jedoch ist diese der Insel vorgelagerte Sandbank auf West für deren Sicherheit im Wind- und Gezeitenablauf enorm wichtig. So liegt Amrum bereits seit Jahrhunderten stabil ohne nennenswerte Verwerfungen an der dem Meer zugewandten Westseite. Und auch optisch ist diese Sandbank ein Nordseetraum. Montag mit bedrohlichen Regenwolken ebenso fantastisch wie nun heute fast wolkenfrei unter blauem Himmel.
Unsere Wanderstrecke sollte uns an an die Nordspitze der Insel führen, um dann dort den Brückenschlag zur landzugewandten Salzwiesen- und Wattseite zu nehmen. So erklärt sich vieles im Lebensraum Nordsee, im Weltnaturerbe Wattenmeer. Denn die eine Seite ist gebunden, abhängig von der anderen Seite. Und eigentlich sind wir es, die genau diese Abfolge kaum irgendwo besser erfassen können, die genau für uns und unsere Natur so sehr wichtig und dringend zu schützen ist. Wer wie wir einmal den Zauber Nordsee und Wattenmeer erlebt hat, der kommt sicher auch wieder zurück. Und so sehr die Küste zur Erholung von jährlich tausenden Urlaubern beiträgt, desto wichtiger ist es, dass genau diese Urlauber auch verstehen, welche Bedeutung diese Lebensräume haben. Denn nur, wer etwas von dem versteht, was er wahrnimmt oder sogar toll findet, wird beitragen, es behutsam zu behandeln.
Und wir fanden es sogar so toll, dass wir ins Meer wollten! Also Badestopp am Strand! Und an dieser Stelle noch mal: die Truppe war toll!

Tageswanderziel zu Land und zu Wasser erreicht mit ca. 12,4 km.
Fischbrötchen: ja

Und nordseetypisch wurden wir nun auch pro Abend viel schneller sehr viel hungriger und auch müder.



6. Tag, Wir fahren nach Sylt


Wettervorhersage: kalt und regnerisch

Schon im Vorfeld der Reise machten wir uns grosse Sorgen um den Tagesausflug nach Sylt. Ferienbeginn in fünf Bundesländern und die generell hohe Pendlerfrequez für Sylt liess uns zu Zeiten von Corona daran zweifeln, ob die Variante Bus/ Zug/ Bus ideal sei. Glücklicherweise konnten wir beim Ausflugsanbieter Adlerschiffe Passagen nach Sylt und zurück für die Gruppe vorreservieren. Und schon bei unserem obligatorischen Lauf zum Hafen mussten wir feststellen, dass die Urlauberdichte am Freitag enorm zugenommen hatte. Der Hafen war voll und wir sahen kein Adlerschiff. Die Information, das Schiff würde ausfallen, hat insbesondere mich direkt auf Touren gebracht. Die Menge an Urlaubern für mögliche Alternativwege hatte mich erschüttert. Bis dahin waren wir stets entspannt auf maximal halb vollen Schiffen unterwegs gewesen. Entspannt habe ich mich an diesem Morgen erst wieder als fast gleichzeitig Hafenmitarbeiter und unsere Truppe meldeten, es würde ein Ersatzschiff am Horizont auftauchen.
Die Fahrt ging nach Amrum zum Umstieg auf ein Schnellboot in Richtung Hörnum auf Sylt. Und als meine Gäste offensichtlich trotz Nieselregen und tief hängenden Wolken ebenso freudig grienend achternaus die kraftvoll schnelle Fahrt auf Deck geniessen konnten wie ich, war ich sehr beruhigt. Wir standen also fast so begeistert wie ein kleiner Junge neben uns und sahen im Fahrtwind Sylt entgegen.
Die Busfahrt auf Sylt war unangenehm bis unschön. Wobei es eigentlich weniger schlimm war, dass uns ein Bus aufgrund von wohl ausreichend Passagieren zu Coronazeiten an der Haltestelle stehen liess, als dass die anderen Busverbindungen völlig überfüllt waren und die Fahrer auch nie die Türen zum Lüften öffneten, wohl aus Angst, sie könnten nicht alle Passagiere zum Fahrkartenkauf erfassen. Die Situation war einfach bedrückend. Da hatte uns die Festlandrealität trotz Insellage schnell zurück.
Aber nach unserem Halt in Wenningstedt war schon am Ausstieg Fischbrötchenzeit.
Bereits am Vorabend zu unserer Tagesplanbesprechnung entschieden wir uns nicht zuletzt wegen des vorhergesagten schlechten Wetters für „Sylt erleben und sterben". Was natürlich lediglich bedeutete, dass wir weniger naturgeführt als (Wortlaut Schiffsbesatzung Adlerschiffe) Chichi- orientiert erfassen wollten, was den so bekannten Zauber der Insel ausmachen sollte. Ich darf es gleich voran stellen: den Sylt-Zauber haben wir nicht gefunden. Und trotzdem hatten wir einen Tag, über den sicher jeder Einzelne noch gesprochen haben wird.
Wir wanderten von Wenningstedt aus am Strand entlang vorbei am Roten Kliff, welches sich leider aufgrund der Wetterverhältnisse nur schwer als solches erklären ließ. Mittlerweile hatten alle Regencapes übergeworfen. Flipflops waren möglich, denn Wasser von unten und oben.
Wir entschieden uns, nicht zuletzt wegen der Unsicherheiten um die Rückfahrt Bus, nicht über die Dünen zurück zu laufen, sondern am Strandaufgang direkt nach Kampen abzubiegen. Und da wir dort schon am Aufgang offensichtlich nicht erwünscht waren, haben wir uns direkt in Richtung Hörnum aufgemacht.
Das Mass Hunger und Müdigkeit spitzte sich nun am letzten Abend noch einmal zu und so freuten wir uns einfach, durchgefroren und klamm (trotz Sylt weniger finanziell als wettertechnisch) wieder in Dagebüll angekommen zu sein.Wir waren auch fast wieder zu spät im Restaurant, als uns unsere Kommandeurin schon mit den für jeden persönlich zugeordneten Getränken der Vortage am Platz überraschte. Offensichtlich hatten wir uns nun eingelebt, da war dies auch schon der letzte Abend unserer Wanderreise.

Für die Statistik: Wie auch immer wir das noch geschafft haben, aber allabendlicher Schrittzählervergleich sagte: ca. 11,8 km.



7. Tag, Tag der Abreise

Wettervorhersage: kalt und Dauerregen
Wetter reell: sehr kalt bei Regen von allen Seiten

Ich stehe am Bus und winke meiner Truppe hinterher. Und ich denke: Ihr ward eine tolle Truppe! Und schlechtes Wetter gibts nicht, wenn die Mannschaft stimmt!
DANKE.

Bildergalerie zur Reise

Kommentare zum Reisebericht

Ein großes Danke an Eberhardt-Travel und vor allem auch an unsere Reiseleiterin, dass wir diese Reise zu dieser Zeit unternehmen und erleben durften.
Diana lebt die Nordsee und das hat sie uns eindrucksvoll vermittelt.
Abseits der Zivilisation, beim Bewundern der Größe der Dünen, weitläufiger Sandstrände, teilweise bedrohlich wirkender Wolkenformationen und der frischen, teils sehr kräftigen Brise war es eine Zeit des Durchatmens und des Vergessens des hier und jetzt.
Zurück an Bus und Fähre holte uns leider all zu schnell die Realität wieder ein. Sehr oft erging es mir zu denken "Ach ja, da war ja noch was". Aber diese eindrucksvollen Momente und viel zu kurze Zeit waren für mich Goldwert.
Ich genoß unsere lustigen Gespräche zu Tisch, wie z.B. die Planung des freien Tages. Ich fühlte mich wie in einer großen Familie, absolut tolle und vor allem auch disziplinierte Truppe.
Diana hat mich als einen eingefleischten Ostseefan bekehrt und meine nächste Reise nach Ostfriesland steht schon fest. Ich hoffe sehr, dass ich die Eine oder Andere mal auf einer der nächsten Reisen wieder treffe.
Diana, Dein Reisebericht ist so eindrucksvoll geschrieben, auch die vielen Kleinigkeiten. Ich erinnere mich sehr gut an den Jungen an der Reeling beim Tosen der Gischt. Ich durfte jeden erlebten Tag noch einmal Revue passieren lassen.
Mit lieben Grüßen
Eure "Wetterfee"

Kathrin Garcia Garcia
12.07.2020

Liebe Diana, dein ausführlicher Reisebericht hat mich nochmals die tolle
Wanderwoche auf den nordfriesischen Inseln erleben lassen.
Coronabedingt hielt sich meine Reiselust in Grenzen; aber schon der Vorabanruf machte mir die Reise sympathisch.
Am Ankunftstag ging` s dann gleich los, die nähere Umgebung zu erkunden
und sich einen Überblick über unsere Singlegruppe zu verschaffen,
die sich als ganz tolle Truppe erwiesen hat.

An Vorschlägen, wo wir lang wandern, hat es weiß Gott nicht gemangelt.
Durch manchen nicht gewollten Umweg haben wir dann unser
Km-Tagesziel erfüllt und z.T. übererfüllt.

Der Höhepunkt war unser freier Tag.
Diana, dynamisch und kreativ, hat uns mit Vorschlägen bombardiert,
die wir am liebsten alle realisiert hätten, wenn der Tag mehr als 24 Stunden
gehabt hätte.
Letztendlich fand jeder seine Erfüllung in mindestens einem Event.

Müde und hungrig - trotz Fischbrötchen u.ä. - kamen wir dann abends
bei unserer Kommandeurin an und wurden wieder gut
versorgt.

Die Regenschauer ab und zu sind nicht erwähnenswert, denn bei 30°
hätten wir unsere Km-Zielvorgaben nicht geschafft.

Die Zeit mit unserer Top-Reiseleiterin und dem Betreuungsteam plus
einer Spitzengruppe von 17 Frauen aus 7 Bundesländern verging wie im Fluge
und ich hoffe, so etwas nochmal zu erleben,
natürlich mit "EBERHARDT".

Es grüßt aus Leipzig

Doris Taumann

Doris Taumann
16.07.2020
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