Reisebericht: Single-Wanderreise auf dem Darß - Erlebnis Ostsee

24.09. – 29.09.2018, 6 Tage Wandern an der Ostsee: Dierhagen - Ahrenshoop - Wieck mit Wellness-Hotel für Alleinreisende (42 Wanderkilometer)

Stürmisches Herbstwetter bei blitzblauem Himmel, wunderschöne Herbstblumen, wogendes Schilfrohr, leuchtende Äpfel an den Bäumen, dazu jede Menge Eis, Fischbrötchen und Sanddorntorten - wir wollten gar nicht mehr nach Hause!

Tag 1: Anreise & Abendspaziergang Dierhagen


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Unser Bus fuhr von Dresden über Leipzig an Dessau vorüber. Im Havelland stieg dann die Reiseleiterin und unsere Berlinerin zu. 3 Gäste reisten mit dem Auto an, denn nicht jeder Gast wohnt an der Busstrecke. Im Rhinluch versammeln sich alljährlich im Herbst die Kraniche und wir sahen auf dieser Reise sogar größere Gruppen am Autobahnrand stehen. Nach unserer Ankunft in Dierhagen, wo wir schon von unseren Autofahrerinnen erwartet wurden, zogen wir sofort los und nutzten die noch verbleibende Zeit für einen ersten Abendspaziergang nach Dierhagen-Strand. Richtiges Herbstwetter hatten wir. Dicke Wolken fegten über den blauen Himmel und es windete kräftig. Die Ostsee war aufgewühlt und vor lauter Wellen war von den meisten Buhnenreihen gar nichts mehr zu sehen. Am Sandstrand entlang wanderten wir zurück zum Hotel und ließen uns die steife Briese um die Ohren wehen und bewunderten am Hotelstrand noch den Sonnenuntergang, bevor wir uns zum Abendessen begaben.

Tag 2: Wanderung von Prerow zum Darßer Ort


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Wir fuhren mit unserem Bus durch Wustrow, Ahrenshoop und den Darßwald und erreichten schließlich Prerow. Dort spazierten wir durch den hübschen Ort und durch den Darßwald zum Leuchtturm am Darßer Ort. Einige Gäste bestiegen den Leuchtturm und genossen die herrliche Aussicht über das Meer und den Nationalpark, andere zog es nicht so sehr auf die steile Wendeltreppe und sie genossen den Blick von unten hoch zum Turm. Der Himmel war heute blitzblau und es war viel wärmer als am Vortag. Nach einer gemütlichen Mittagspause, die wir bei einem Kaffee oder einem Essen genossen, folgte ein Besuch des sehr gut gestalteten Museums zur Geologie und zu den lebendigen und ausgestorbenen Wesen der Region. Dann trennten wir uns, denn einigen Gästen war es nun nicht mehr so sehr zum Wandern zumute. Sie fuhren mit dem Kremserfahrzeug am frühen Nachmittag zurück und bummelten noch durch Prerow. Die Wanderer zogen mit mir am Strand entlang nordwärts. Einsam war es hier nicht gerade. Gebadet hat zwar niemand, aber der ganze Strand saß voller Menschen. Dann folgten wir einem Bohlenpfad, der uns in die Schutzzone des Nationalparks führte. Und hier sahen wir – wie fast jedes Jahr um diese Zeit – Hirsche, deren Brunft in vollem Gange war. Das Schilf wogte im Wind und wir wanderten weiter am Nothafen vorüber, der nun ausgebaggert wird. Nun ging's am Nordstrand entlang nach Prerow zurück. Die Möwen und Strandläuferchen baten zum Fototermin. Es ist gar nicht so einfach Möwen im Flug zu fotografieren. Aber mir gelang es schließlich. Dann bummelten auch wir noch durch Prerow. Hier konnten wir leckeres Eis samt Fischbrötchen finden. Und abends wartete im Hotel mal wieder ein prächtiges Buffet auf uns.

Tag 3: Rundwanderung zwischen Wustrow und Ahrenshoop


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Am Vorabend bahnte sich bei mir ein Problem an: ich hatte doch glatt nach dem Zähneputzen Zahnstücke in der Hand. Da hieß es für mich früh aufstehen und hoffen, dass der Zahnarzt in Wustrow auch bereit ist mich schnell zu behandeln. Alles klappte, ich stand pünktlich um 9 Uhr wieder bissfest in Wustrow an der Seebrücke, aber ich musste mit leerem Magen losziehen. Essen durfte ich erst 2 Stunden später. Meine Gäste hatten unterdessen das Frühstück genossen und standen voller Energie nun vor mir. Das Wetter zeigte sich heute Vormittag von seiner sehr rauen Seite. Es stürmte kräftig und riesige Wellen donnerten auf die Wellenbrecher zu. So beließen wir es bei einem kurzen Blick auf die Seebrücke, denn eine morgendliche Meeresdusche wollten wir uns ersparen. Gut eingepackt in dicke Jacken, mit Mützen und Handschuhen trotzten wir diesem Herbststurm. An der Steilküste entlang wanderten wir in Richtung Ahrenshoop. Hagebutten und Sandornbeeren säumten unseren Weg. Im letzten Jahr war wieder ein größeres Stück der Steilküste abgebrochen. Der Weg, den ich noch im letzten Jahr mit den Eberhardt-Reisenden entlang gewandert bin, ist heute aus Sicherheitsgründen teilweise gesperrt. Das Meer gräbt hier immer mehr Land ab und Stück für Stück verschwindet der Weg in den Fluten. Wir bestiegen den höchsten Berg des Fischlandes, den 17,9 m hohen Bakelberg und zogen dann landeinwärts weiter. Ein rosarotes Popartkunstwerk erinnert hier oben an Paul Müller-Kaempff, der in Ahrenshoop die Künstlerkolonie gegründet hatte. Danach wanderten wir also eine auch für mich neue Strecke, spazierten an alten Weidenbüschen entlang durchs Landesinnere, zwischen wunderschönen Streublumenfeldern hindurch. Auch diese boten sich den Fotografen an. Nach unserer Ankunft in Ahrenshoop zogen wir uns zur Mittagspause in die Wärme zurück und genossen je nach Wunsch Herzhaftes, Fischiges oder Süßes. Ein paar Gäste gefiel Ahrenshoop so gut, dass sie gleich da blieben und auf den Rest der Wanderung verzichteten. Die Wanderer zogen weiter zwischen herbstlichen Gärten entlang zum Dornenhaus. Diese Galerie, die ihre Plastiken sehr malerisch im Garten plaziert hat, schauten wir uns kurz an. Das Dornenhaus stand aber schon lange bevor die Künstler aufs Fischland kamen. Dann wanderten wir weiter zum Hafen von Althagen und machten dort einen weiteren Halt, denn der Wunsch nach Räucherfisch kam auf. Vorüber an weiteren herrlich blühenden, herbstlichen Gärten voller Dalien, Apfelbäumchen mit leuchtenden Früchten und Sonnenblumen wanderten wir aus Ahrenshoop hinaus, zwischen Pferdekoppeln und Feldern entlang und erreichten schließlich, nachdem wir einen hübschen Wald durchquert hatten, Wustrow. Unser Ziel war der dortige Boddenhafen. Wer wollte, konnte sich die Kirche von Wustrow ansehen und auch den Turm besteigen, während andere es vorzogen, ein leckeres Eis zu essen, bevor es dann mit windzerzausten Frisuren, stahlenden Augen und roten Wangen wieder ins Hotel zurück ging.

Tag 4: Bernsteinmuseum & Spaziergang beim Moor


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Windstärke 8 hatte der Wetterdienst vorhergesagt. Da wollte unser Skipper nicht hinausfahren. Also gab es keinen Segeltörn. Und so zogen die meisten Gäste mit mir nach Ribnitz ins Bernsteinmuseum. Dort schimmerten uns in goldgelben Tönen Schmuck und Kleinkunst entgegen. Und auch das Gebäude, in dem das Museum untergebracht ist, ist sehr schön: die alten Klostermauern geben Atmosphäre! Draußen war es unfreundlich, grau – zunächst. Als wir dann aber das Museum verließen klarte es auf. Und der Bummel durch den Markt endete bei vielen Gästen auf der Terrasse eines Cafes in der Sonne! Ein wanderfreier Tag – mit Margret geht das einfach nicht, stellten meine Gäste bald fest. Das Wetter war nun zwar immer noch stürmisch, denn der Wind fegte, aber es war wunderschön. Der Wind hatte alle Wolken weggeblasen. Und wer wollte, konnte mich am Nachmittag noch ins Ribnitzer Moor begleiten. Dort machten wir einen kleinen Abstecher zu den Torfstichen. In früheren Jahren hatte man hier legal und mancherorts auch illegal Torf abgebaut. Die legalen Torfstiche sind heute, nachdem man aufgehört hat das Grundwasser abzupumpen, große Moorseen geworden, die langsam zuwachsen. Zwischen diesen Seen wurde ein kleiner Pfad angelegt, dem wir nun folgten. Der Rückweg erfolgte am Strand entlang bei blitzblauem Himmel und tiefblauem Meer. Und wir fanden sogar einige Hühnergötter. Das sind Lochsteine. Findet man einen Hühnergott, muss man die Augen schließen, ein kleines Tänzchen aufführen und sich etwas wünschen. Dieser Wunsch soll dann in Erfüllung gehen. So zumindest der Volksglaube. Und einer meiner Gäste ließ es sich nicht nehmen und führte dieses Tänzchen auf. Ich drücke ganz dolle die Daumen, dass dieser Wunsch dann auch bald in Erfüllung geht – nicht traurig sein, wenn's nicht funktioniert. Ich warte schon seit 4 Jahren auf die Erfüllung meines letzten Hühnergott-Wunsches... Abends zogen wieder Wolken auf. Es hat immer wieder geregnet auf dieser Reise, aber nur nachts. Bei unseren Touren haben wir keinen einzigen Regentropfen abbekommen, und das, obwohl die Wettervorhersage vor unserer Abreise wirklich fürchterlich war. Wer von Euch hat mit seinem sonnigen Gemüt denn diesen Regen vertrieben??? Aber meine Lampions blieben nun eben trotzdem im Koffer (...nächster Versuch erfolgt beim Adventswochenende in Rheinsberg....) und wir verbrachten dafür diesen Abend gemütlich an der Hotelbar.

Tag 5: Wieck, Born & der Weststrand


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Wir begannen unsere letzte Wanderung in Wieck und genossen die Tour, die uns von Wieck am Bodden entlang nach Born führte. Dort begeisterten uns mal wieder die wunderschönen herbstlichen Gärten, die alten Holztüren, die Katen und Kapitänshäuser. Am Hafen machten wir Rast, genossen den Fisch und wunderten uns über den pfiffigen Ton, den mancher Einheimische an den Tag legen kann... Unsere Genusswanderer hatten teilweise keine Lust mehr am Nachmittag die Wanderung fortzusetzen und der Bus brachte sie ins Hotel zurück. Wir hatten wieder herrliches, aber stürmisches Herbstwetter. Wie sieht es da wohl am Weststrand aus?? Der ist an manchen Stellen sehr schmal und der Wasserstand der Ostsee lag fast einen Meter höher als in anderen Jahren. Der Wind hatte das Wasser aufgepeitscht und gegen die Küste gedrückt. Was mach ich da nur mit Euch...??? Gestärkt durch die Pause am Boddenhafen in Born zogen meine flotten Damen und unsere beiden noch flotteren Herren nun mit mir los und durchwanderten den Darsswald. Wir gingen am Grab des Försters von Raesfeld vorbei und erreichten schließlich den Darßer Weststrand. Unsere Pause hier fiel etwas kürzer aus als sonst, denn es windete kräftig. Der schmale Weststrand mit seinen bizarren Baumleichen war zunächst gut begehbar. „Das aufgewühlte Meer, der blaue Himmel, der Wind – und sehr wenig Menschen. Das ist toll hier, so habe ich mir das vorgestellt", sagte einer meiner Gäste. Ich bummelte, wie immer, mit den letzten Gästen mit, machte Fotos und achtete darauf, dass keiner am langen Strand verloren ging. Unsere schnellen Männer sollten an den ersten Buhnenreihen warten – nur sah man die vor lauter Wellen nicht. Zum Glück warteten sie trotzdem irgendwo auf der Strecke, bevor es zu schmal wurde. Nasse Füße wollten wir bei den frischen Temperaturen nicht haben und so machten wir einen Abstecher ins Landesinnere und umgingen die engsten Stellen und fuhren wie geplant am frühen Abend ins Hotel zurück. Vor dem Abendessen gab es von mir meine beiden Abschiedsgedichte, eines extra für die Wiederholungstäterin, die nun schon zum 3. Mal die gleiche Reise gebucht hat – einfach weil ihr diese Reise an den Darss so gut gefällt. „Ich hab es auch dieses Mal nicht bereut, denn es ist jedes Mal total anders hier!", so ihr Kommentar. Und mein Kommentar: „Zum 3. Mal - oh Graus, da gehen mir die Gedichte aus...". Unseren letzten Abend verbrachten wir mal wieder an der Hotelbar. „Diese Reise hat uns gut gefallen – was machst Du denn sonst noch für leichte Wanderreisen??", wurde ich gefragt. Und sofort wurden neue Urlaubspläne geschmiedet – Ihr habt mir jetzt schon meine „Nordfriesischen Inseln" gefüllt!!! Alle beide Termine im nächsten Sommer haben jetzt schon Durchführungsgarantie. Mit Euch setze ich mich nochmal an die Bar.......

Tag 6: Abschied vom Darß


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Wir konnten Ausschlafen und danach erst mussten wir Kofferpacken. Den einen oder anderen zog es nach dem Frühstück sogar noch einmal kurz an der Strand. Nach dem Abschied von unseren Autofahrerinnen fuhren wir per Bus südwärts. Die Umfahrung eines Staus brachte uns ein bisschen Verspätung ein. Diesmal fuhr der Bus aber über den Spreewald zurück nach Dresden. Daher verließen auch alle Leipziger und Thüringer mit mir und den Berlinern in Fehrbellin den Bus, um mit Transfers weiter nach Hause befördert zu werden. Alle Gäste erreichten wieder gegen Abend ihr zu Hause. Eine herbstlich stürmische Reise mit netten alleinreisenden Menschen ging nun zu Ende, und ich freue mich schon darauf, einige von Euch auf einer meiner Touren bald wieder zu begegnen.

Lasst es Euch gut gehen, meine Lieben, frei nach dem Motto: trag Sonne im Herzen ob's stürmt oder schneit, bis bald!



Einen herzlichen Gruß von Eurer Wanderreiseleiterin



Margret van Blokland

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