Reisebericht: Single-Wanderreise auf dem Darß - Erlebnis Ostsee

24.06. – 29.06.2019, 6 Tage Wandern an der Ostsee: Dierhagen - Ahrenshoop - Wieck mit Wellness-Hotel für Alleinreisende (42 Wanderkilometer)

Blühende Wiesen voller Kornblumen und Mohn, wunderschöne Sonnenuntergänge, erfrischende Meeresbäder und gemütliche Wanderungen am blauen Meer entlang - dies war eine herrliche Reise!

Tag 1: Anreise & Abendspaziergang Dierhagen


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Wie jedes Mal auf dieser Reise startete unser Bus in Dresden und fuhr an Leipzig und Dessau vorüber nach Berlin. Dort stieg dann die Reiseleiterin und ein weiterer Gast zu. Ein Gast reisten mit dem Auto an, denn nicht jeder wohnt an der Busstrecke. Im Rhinluch leben viele Störche und diese waren unser erstes Thema. Wir hatten Glück, denn wenig später saß ein Prachtexemplar am Autobahnrand. Es war extrem heiß im Binnenland und wir erfreuten uns unserer Klimaanlage und der Tatsache, dass es an der Küste, als wir ausstiegen, schon deutlich kühler war als im Süden. Nach unserer Ankunft in Dierhagen, wo wir schon von unserer Autofahrerin erwartet wurden, zogen wir sofort los und nutzten die noch verbleibende Zeit für einen ersten Abendspaziergang nach Dierhagen-Strand. Die Ostsee lag blitzblau vor uns und der Strand war gut besucht. Dann kehrten wir zufrieden ins schöne Ostseehotel zurück. Nach dem leckeren Abendessen ließen sich die meisten von uns den herrlichen Sonnenuntergang am Hotelstrand nicht entgehen. Das hatten wir nun jeden Abend: gegen viertel vor zehn Uhr verschwand die Sonne hinter dem Meer, immer wunderschön aber jeden Tag sah das ein bisschen anders aus...

Tag 2: Rundwanderung zwischen Wustrow und Ahrenshoop


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Die Hitze war uns gefolgt. Zwar hatten wir keine 38 Grad wie im Süden, aber doch 28 Grad. Und das ist eine ganze Menge zum Wandern! Als wir am Morgen in Wustrow auf die Seebrücke hinausgingen, war der Strand noch fast leer, was sich aber bald schon ändern sollte. An der Steilküste entlang zogen wir nun in Richtung Ahrenshoop. Die Kartoffelrosen hatten pinkfarbene Blüten und dufteten herrlich. Im letzten Jahr war mal wieder ein größeres Stück der Steilküste abgebrochen. Das Meer gräbt hier immer mehr Land ab und Stück für Stück verschwindet der Küstenweg oben auf dem Steilufer in den Fluten. Wir betrachteten die Steilküste von einer hinten fest im Gestein verankerten Treppe aus, denn zur Hangkante sollte man 1-2 Meter Abstand halten. Dann bestiegen wir den höchsten Berg des Fischlandes, den 17,9 m hohen Bakelberg und zogen dann landeinwärts weiter. Und das war viel schöner als der alte Küstenweg, denn man hatte hier Millionen Kornblumen und Klatschmohnpflanzen ausgesät. Bis an den Horizont erstreckten sich diese Blütenwiesen. Wir wussten gar nicht wo anfangen mit den Fotos und wo aufhören. „Ich glaube ich habe nun 1000 Fotos von Mohnblüten, ich finde sie einfach herrlich. Aber wenn ich dann daheim bin, muss ich kräftig aussortieren..." so ein Kommentar. Das rosarote Pop-Art-Kunstwerk, das an Paul Müller-Kaempff erinnert, der in Ahrenshoop die Künstlerkolonie gegründet hatte, beachteten wir daher heute kaum. Die Blumen hatten uns voll im Griff. Nach unserer Ankunft in Ahrenshoop zogen wir uns zur Mittagspause in den Schatten zurück und genossen je nach Wunsch Herzhaftes oder Süßes – aber auf jeden Fall Kühles und Flüssiges. „ Ich könnte einen Badesee leertrinken," bekam ich unterwegs zu hören. Ein paar Gäste gefiel Ahrenshoop so gut, dass sie gleich da blieben und auf den Rest der Wanderung verzichteten. Und wir staunten nicht schlecht: hatten wir doch eine Künstlerin unter uns, die es schaffte in 5 Minuten eine schnelle Skizze von teils komplizierten Motiven zu fertigen, die dann wirklich die Atmosphäre des Objekts wiedergab. Toll ist das, wenn man so zeichnen kann! Die Wanderer zogen weiter zum Dornenhaus. Diese Galerie, die ihre Plastiken sehr malerisch im Garten platziert hat, schauten wir uns kurz an. Das Dornenhaus stand aber schon lange bevor die Künstler aufs Fischland kamen. Dann wanderten wir weiter zum Hafen von Althagen und machten dort einen weiteren Halt. Vorüber ging's an herrlich blühenden Gärten aus Ahrenshoop hinaus, zwischen Pferdekoppeln und Feldern entlang mit Boddenblick. Zum Glück kam nun etwas Wind auf. Und ein weiteres Talent outete sich: jeder Piepmatz, der es wagte, sich uns zu nähern, wurde erkannt und professionell abgelichtet. Das musste ich auch probieren und hatte Glück: Eine kleine Goldammer saß da auf einem Strauch am Wegesrand und bat zum Fototermin. Scheu war sie gar nicht, im Gegenteil - es gab sogar noch ein Konzert! Schließlich erreichten wir, nachdem wir einen hübschen Wald durchquert hatten, den Friedhof von Wustrow. Welch wunderschöner Blick – in Pastelltönen, rosa und lila erstrahlten die Wiesen, die voller Blumen standen! Es war zwar wirklich sehr warm, aber für unsere Mühe wurden wir mit einer Farbenpracht belohnt, wie ich sie selten am Darss bisher erlebt habe. Unser Ziel war der Boddenhafen von Wustrow. Und die Kirche. In der Kirche war es herrlich kühl – wir wollten gar nicht mehr raus! Es gab nur einen Grund, die Kirche vorzeitig zu verlassen – und der hatte 3 Buchstaben E-I-S! Den Kopf voller bunter Bilder kehrten wir am Nachmittag wieder ins Hotel zurück. 28 Grad und die Ostsee vor der Tür – was liegt näher als ein Badeversuch? Ja das war herrlich, aber wirklich sehr kalt, denn wir hatten ablandigen Wind und dadurch wird das warme Oberflächenwasser raus aufs Meer gedrückt und unten, am Meeresgrund bildet sich dann eine Gegenströmung. Die schiebt das kalte Tiefenwasser an den Strand. Das Wasser war also wirklich sehr frisch... Trotzdem sprangen wir rein, die Luft war ja wirklich sehr heiß.

Tag 3: Wanderung von Prerow zum Darsser Ort


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Am Morgen fuhren wir mit unserem Bus nach Prerow. Auch heute war es wieder sehr warm und blitzblauer Himmel lag über uns. Durch den Wald spazierten wir zum Leuchtturm am Darsser Ort. Einige Gäste bestiegen den Leuchtturm und genossen die herrliche Aussicht über das Meer und den Nationalpark, andere zog es nicht so sehr auf die steile Wendeltreppe und sie genossen den Blick von unten hoch zum Turm. Nach einer erfrischenden Mittagspause trennten wir uns, denn einigen Gästen war es nun nicht mehr so sehr zum Wandern zumute. Sie fuhren mit dem Kremserfahrzeug am frühen Nachmittag zurück und bummelten noch durch Prerow. Die Wanderer zogen mit mir am Strand entlang nordwärts. Einsam war es hier nicht gerade. Der ganze Strand war voller Menschen. Dann folgten wir einem Bohlenpfad, der uns durch die Dünen in die Schutzzone des Nationalparks führte. Und hier sahen wir einige Hirschkühe mit Kitzen in sicherer Entfernung zum Weg, aber doch gut sichtbar. Das Wetter hatte nun umgeschlagen und bei schönem Sonnenschein mit Wind fiel die Temperatur in 2 Stunden um 5 Grad am frühen Nachmittag. Wir waren froh – nun war tolles Wanderwetter! Ein paar Gäste zog es nach dieser Runde doch noch zum Kremserfahrzeug zurück, dessen Kutscher mit seiner witzigen Art für heitere Heimkehrer sorgte. Das Schilf wogte im Wind und die verbliebenen Wanderer zogen weiter am Nothafen vorüber zum Nordstrand. Hier konnte jeder sein eigenes Tempo wählen, und manch einer verschwand wieder im Meer bevor wir die Seebrücke von Prerow erreichten. Dann bummelten wir noch durch Prerow. Auch hier konnten wir leckeres Eis aber auch Fischbrötchen finden. Und mehrere Läden zogen manchen Gast mit Bernsteinen, Kleidern und Souvenirs in ihren Bann. Wie die Ostsee nach dem Klimawandel aussehen könnte – das berichtet eine etwas skurrile Postkarte, die nun in Prerow angeboten wird. Palmen am Ostseestrand. Noch ist es ein Lacher. Aber wer weiß was dann wirklich passiert, wenn sich das Klima dauerhaft ändert... Ingo, unser Busfahrer, brachte uns in flottem Tempo gegen Abend zum Hotel zurück. Hier erwartete uns mal wieder ein prächtiges Buffet. Und nach dem Essen ging es wieder zum Sonnenuntergang für all diejenigen, die sich dieses Spektakel auch heute nicht entgehen lassen wollten.

Tag 4: Bernsteinmuseum & Freizeit


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Als wir am späten Vormittag am Hafen ankamen, hatte sich ein kräftiger Wind zusammengebraut. Da wollte unser Skipper nicht hinausfahren. Also gab es keinen Segeltörn. Und so zogen viele Gäste mit mir nach Ribnitz ins Bernsteinmuseum. Dort schimmerten uns in goldgelben Tönen Schmuck und Kleinkunst entgegen. Und auch das Gebäude, in dem das Museum untergebracht ist, ist sehr schön: die alten Klostermauern geben Atmosphäre! Aber einige Gäste zog es mehr zur Kunst hin. Und dafür ist Ahrenshoop der richtige Ort. Auch hierher zogen einige Gäste zum Bummeln. Ich musste am Nachmittag noch einen Abstecher zum Zahnarzt machen (...so langsam aber sicher kenne ich alle Zahnärzte diese Region, denn auch im letzten Jahr blieb mir das nicht erspart...), während meine Gäste ihre Freizeit am Nachmittag genossen und je nach persönlichem Wunsch beim Stadtbummel, bei Eis im Café, im Museum, am Strand oder beim Massagetermin den Nachmittag verbrachten. Und am Abend trafen sich alle wieder, ausgeruht und vergnügt. Auch heute genossen wir mal wieder das Buffet im Hotel, so wie jeden Abend, und den Sonnenuntergang am Hotelstrand.

Tag 5: Wieck, Born & der Weststrand


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Wir begannen unsere letzte Wanderung in Wieck. Am Bodden führte uns unser Weg heute auf dem Deich entlang. Im Schilf gab es jede Menge Getier zu beobachten und gleich neben unserem Weg zog Familie Schwan ihre Kinder groß. Am Vormittag war es bewölkt und windig, aber nicht kalt. In Born begeisterten uns mal wieder die wunderschönen, liebevoll angelegten Gärten, die alten Holztüren, die bunten Katen und die strahlend weißen Kapitänshäuser. Stockrosen, Lavendel, Rosen, Hortensien und angelegte Wildblumenwiesen fesselten unsere Blicke. Am Hafen machten wir eine ausgedehnte Rast und genossen den leckeren Fisch. Unsere Genusswanderer hatten teilweise keine Lust mehr am Nachmittag diese etwas längere Wanderung fortzusetzen und der Bus brachte sie je nach Wunsch nach Ahrenshoop oder ins Hotel zurück. Wir hatten wieder herrliches Wetter, denn am Nachmittag hatten wir ihn zurück, den blitzblauen Himmel – aber bei angenehmen Temperaturen! Durch schulterhohe Farnwiesen, die den Waldboden bedeckten, zogen wir und retteten eine Blindschleiche vor den Fahrrädern, denn das dumme Tierchen hatte sich ausgerechnet den Fahrradweg als Sonnenbadplatz erwählt. Die Überlebenschancen sind dort für so ein Eidechsentier recht gering. Sie hatte Glück, denn wir verlegten ihr Sonnenbad auf einen Wurzelstumpf am Wegrand. Die Ostsee hatte in den letzten Monaten vermutlich sehr gewütet, denn die Bänke, auf denen ich sonst immer mit meinen Gruppen am Weststrand Rast gemacht hatte, waren weg! Wir suchten uns Baumstämme als Sitzgelegenheiten aus und wurden von frechen Möwen geradezu umkreist. Die Möwen werden an der See immer mehr zum Problem, denn sie greifen Menschen direkt an, sobald diese etwas essbaren in den Fingern halten. Bald schon zogen wir weiter am wilden Weststrand entlang, jeder in seinem Tempo. Der Wasserstand der Ostsee im Juni ist niedrig und wir hatten überall genügend Platz am Strand. Malerisch reckten sich am Weststrand mal wieder Baumleichen und angespülte Wurzeln in die Luft. Gegen Abend fuhren wir wie geplant ins Hotel zurück. Ein letztes Bad im kalten Meer – dann ging es zum Grillabend im Hotel. Vor dem Abendessen gab es von mir mein Abschiedsgedicht. Und nach dem Essen ging es je nach Wunsch mal wieder zum Sonnenuntergang oder an die Hotelbar. „Was machst Du denn sonst noch für Wanderreisen??", wurde ich gefragt. Und sofort wurden neue Urlaubspläne geschmiedet – La Gomera, Cornwall, Amalfi und die Nordfriesischen Inseln. Da waren einige von Euch ganz schnell – jetzt hat La Gomera schon die Durchführungsgarantie bekommen! Schön ist das - freut mich einige von Euch im kommenden Jahr wieder zu sehen!

Tag 6: Abschied vom Darss


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Wir konnten Ausschlafen und danach erst mussten wir Kofferpacken. „ Ich bleibe hier, ich hatte Glück und konnte kurzfristig die Reise noch verlängern," so ein Gast. Und nach dem Abschied von ihr und von unserer Autofahrerin fuhren wir per Bus südwärts. Und mit jedem Kilometer, den wir südwärts kamen, wurde es wieder wärmer.... eine weitere Hitzewelle musste im Binnenland überstanden werden. Noch hatten wir die Klimaanlage im Bus. Die Reiseleiterin verließ diesen mal wieder in Berlin und überließ es Ingo, unserem Fahrer, sich nun um das Wohl der Gäste zu kümmern. Alle Gäste erreichten wieder gegen Abend ihr zu Hause. Eine sommerliche Reise mit netten Menschen ging nun zu Ende, und ich freue mich schon darauf, einigen von Euch auf einer meiner Touren bald wieder zu begegnen. Es war an zwei Tagen doch sehr heiß, aber solche wunderschönen Blumenwiesen waren die Mühe schon wert! Wir hatten eine herrliche Zeit an der Ostsee, die wir in vollsten Zügen genossen haben.

Macht's gut, meine Lieben, einen schönen aber nicht allzu heißen Sommer wünscht Euch Eure Wanderreiseleiterin

Margret van Blokland

Bildergalerie zur Reise

Kommentare zum Reisebericht

Liebe Margret, ich war ganz traurig nach der Absage meiner Uganda Reise und der der Darß war meine letzte Rettung, um meinen Urlaub nicht zu hause verbringen zu müssen. Ich habe meine Entscheidung nicht bereut. Die Reise war toll, grandiose Landschaft die wir durch die Wanderungen zu sehen bekommen haben. Das Essen und die Unterkunft sehr gut und natürlich Deine Geschichten und die Liebe zur Natur. Vielen lieben Dank für die schönen gemeinsamen Tage.Lg aus Zwickau Anja und bis bald : )

Martin Anja
04.07.2019

Liebe Anja, danke für das nette Lob! Freut mich, dass Du Dich wohl gefühlt hast. Ganz so exotisch wie Uganda ist der Darss nun mal nicht, aber es ist auch schön an der Ostsee, v.a. wenn die Mohnblumen so schön blühen wie in diesem Jahr. Ich habe auf den Buchungslisten schon gesehen, dass wir uns bald wiedersehen - mit Durchführungsgarantie :) :) :) !! Ich wünsche Dir nen schönen nicht allzu heißen Sommer, bis bald! Herzliche Grüße Margret

margret van blokland 07.07.2019
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