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Reisebericht: Single-Wanderreise auf dem Darß - Erlebnis Ostsee

22.06. – 27.06.2020, 6 Tage Singlereise mit Wandern an der Ostsee: Dierhagen - Ahrenshoop - Wieck mit Wellness-Hotel für Alleinreisende (42 Wanderkilometer)

Eine wunderbar von Meer und Bodden geprägte Landschaft, endlose und feinsandige Ostseestrände und kleine Fischerdörfer mit traditionell rohrgedeckten Häusern – all das lud uns zum Durchatmen und Auftanken ein...

1. Tag - Montag, 22.06.2020: Anreise nach Dierhagen


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Voller Spannungen und freudiger Erwartungen trafen sich die ersten Gäste bereits am Dresdner Flughafen und pünktlich um 8 Uhr begann schließlich unsere lang herbeigesehnte Single-Wanderreise an die Ostseeküste. Die Route führte uns über Grimma und Leipzig, wo wir jeweils weitere Gäste aufnahmen. Kurz nach Berlin war dann unsere Reisegruppe vorerst komplett und ohne Stau erreichten wir bereits am Nachmittag das Ostseehotel Dierhagen. Kurz vor dem Abendessen trafen wir uns dann wieder, um gemeinsam mit einem Begrüßungs-Sekt auf die bevorstehenden Tage anzustoßen. Hier war unsere 17-köpfige "Reise-Familie" schließlich vollständig, denn einige Gäste hatten eine individuelle Anreise gebucht. Erste interessante Gespräche und ein damit verbundenes Kennenlernen rundeten diesen Abend ab. Die meisten Gäste nahmen zudem auch das Angebot an, nach dem reichhaltigen Abendessen einen gemeinsamen Ortsrundgang zu unternehmen und letztendlich den Sonnenuntergang am Strand zu bewundern.

2. Tag - Dienstag, 23.06.2020: Wanderung Darßer Ort 


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Unsere erste Wanderung führte uns bei strahlendem Sonnenschein an einen der schönsten Plätze auf dem Darß. Zunächst gelangten wir mit unserem Reisebus nach Prerow, dem Ausgangspunkt der heutigen Tour. Nun konnte es endlich losgehen! Durch den dicht mit Bäumen bewachsenen "Darßer Urwald" starteten wir immer weiter westwärts entlang des Leuchtturmweges. Er begrenzt die Halbinsel Fischland-Darß im Westen zur Ostsee hin und wird seit jeher als renommiertes Jagdgebiet genutzt. Hier hielten sich die pommerschen Herzöge, im 19. Jahrhundert der schwedische König und später auch andere politische Größen auf. Übrigens kann man dieses Gebiet nur zu Fuß, per Fahrrad oder Pferdekutsche entdecken, denn es gehört zum "Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft" und ist damit ein Naturschutzgebiet. Motorisierte Fahrzeuge sind somit nicht erlaubt. Es ging für uns immer tiefer in den alten Kiefernwald hinein. Teilweise zeigten umgestürzte Bäume ihre mächtigen Wurzeln und nach etwa 5 Kilometern erreichten wir unser erstes Etappenziel, den "Darßer Ort" mit seinem Leuchtturm. Nun waren wir auf der nördlichsten Landzunge der Halbinsel angekommen. Aufgrund der Corona-Auflagen in Mecklenburg-Vorpommern war es uns leider nicht möglich, den mehr als 170 Jahre alten und 35 Meter hohen Leuchtturm zu besteigen, denn die Aussicht von da oben über den nördlichen Teil des Darßes soll phänomenal sein. Schade, aber das ließ sich nun mal nicht ändern...! Direkt an den Leuchtturm angeschlossen ist das "Natureum", eine Außenstelle des Meeresmuseums Stralsund. Glücklicherweise konnten wir zumindest das Außengelände mit seinen Schautafeln über Flora bzw. Fauna und die Beschaffenheit der Landschaft besichtigen. Nur wenige Meter trennten uns hier vom weißen Weststrand. Oftmals weht hier eine steife Brise aus Nordwest, was eine kräftige Brandung erzeugt. Für uns gab es Bilderbuchwetter und so wanderten wir entlang des Weststrandes weiter in Richtung Norden und nahmen später den Weg durch die Düne, hinter der wir kurzerhand auf einen toll angelegten Holzbohlenpfad gelangten. Wir folgten diesem "Rundwanderweg Darßer Ort", der uns von nun an durch die imposante Dünenlandschaft leitete. Je weiter wir Richtung Norden gelangten, umso weniger Bäume gab es und irgendwie befanden wir uns jetzt in einer Art Steppenlandschaft, die von kleinen Binnenseen durchzogen wurde. Auf den Seen konnte man Schwäne und andere sich tummelnde Wasservögel sehen. Gut dran waren übrigens diejenigen, die ein Fernglas dabeihatten, denn in den Dünen oder zwischen den Seen kann man mitunter sogar Rotwild entdecken! Am Wegesrand erwarteten uns immer wieder hölzerne Aussichtsplattformen, die zum Verweilen und Beobachten einluden. Auch die zahlreichen Brackwasserseen waren gut zu erkennen, die immerhin ein wichtiges Rast- und Brutgebiet für Wasservögel bieten. Anschließend folgten wir dem nun von dichten Schilfgürteln eingerahmten Rundwanderweg ostwärts und wenig später dann südwärts. Plötzlich erreichten wir einen kleinen Hafen mit dem Seenotrettungsdienst und folgten nun dem Weg entlang der Hafenausfahrt, wo wir kurzerhand wieder auf wunderbaren feinsandigen Ostseestrand stießen. Die restlichen 3 Kilometer führten uns entlang des Strandes bis zur Seebrücke in Prerow, wo sich so manch einer mit einem leckeren Eis oder einem Fischbrötchen nach dieser ca. 15,5 Kilometer langen Wanderung belohnte. Ein schmackhaftes Abendessen im Hotel krönte diesen ersten erfolgreichen Wandertag.

3. Tag - Mittwoch, 24.06.2020: Wanderung Wustrow – Hohes Ufer – Ahrenshoop – Althagen – Wustrow


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Gut gestärkt vom Frühstück konnten wir auch heute bei Super-Wetter starten. Gerade mal zehn Minuten Busfahrt und schon waren wir am kleinen Hafen von Wustrow angekommen. Vom Parkplatz am Hafen wanderten wir zunächst zur Wustrower Seebrücke, die noch Ende des 19. Jahrhunderts lediglich eine 50 Meter lange Holzbrücke war. Eisgang zerstörte sie und erst 1992/93 wurde die heutige, 240 Meter lange Seebrücke errichtet. Es war noch recht früh am Vormittag und somit hatten wir die Seebrücke für uns ganz allein! Von hier aus wanderten wir entlang der Küste, die immer höher wurde. Unterwegs fielen uns dann alte Betonbunker und Betonklötze auf, welche zum Teil bereits im Wasser lagen. Sie stammen aus der Zeit des "Kalten Krieges", wo zu beiden Seiten an den Grenzen umfangreiche Seebeobachtungsanlagen errichtet wurden. Wenig später führte uns dann ein kurzer Abstecher zum Bakelberg, der mit seinen 18 Metern immerhin die höchste Erhebung auf dem Fischland ist. Anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Künstlerkolonie Ahrenshoop thront da oben eine weithin sichtbare Skulptur mit dem Namen "Schreitender Paul Müller-Kaempff" und sie stellt den Maler Paul Müller Kaempf dar, der als Mitbegründer der Künstlerkolonie gilt. Ende des 19. Jahrhunderts gründete er gemeinsam mit einigen seiner Weggefährten eine Künstlerkolonie und Malschule in Ahrenshoop. Anschließend erreichten wir den Steilabfall Hohes Ufer mit einem spektakulären Blick auf Strand und Ostsee. Das Hohe Ufer hat eine bis zu 18 Meter hohe Kliffranddüne, die aus eiszeitlichen Sanden gebildet ist und die starke Meeresbrandung der Ostsee hat zur Herausbildung des Kliffs geführt. Durch den stetigen Abtrag des alten Inselkerns des Fischlands bricht es besonders nach herbstlichen Stürmen immer wieder nach. Interessanterweise verlagert sich die Küstenlinie langsam nach Osten. In dem hohen Steilabbruch haben sich sogar Uferschwalben eingenistet und Bruthöhlen gegraben. Später gingen wir dann in den Ort Ahrenshoop mit seinen ca. 700 Einwohnern hinein und bogen den Grenzweg (Grenze südlich Mecklenburg/nördlich Vorpommern) ein. Wir gelangten so zur Dorfstraße, wo wir eine wohlverdiente Pause einlegten und die vielen wunderschönen Häuser in regionaltypischer Bauweise mit rohrgedeckten Dächern bewundern konnten. Später kamen wir dann noch an der Schifferkirche vorbei, die erst vor knapp 70 Jahren eingeweiht wurde und den Ortsbezug durch die gewählte Architektur und die verwendeten heimischen Baumaterialien unterstreichen. Sie trägt ihre Verbundenheit zur Seefahrt nicht nur im Namen, sondern ist sogar einem kieloben liegendem Boot nachempfunden. Unsere Wanderung führte uns nun südlich weiter. Wir erreichten so Althagen mit seinem malerischen Hafen. Wie wäre es mit Räucherfisch und einer Bierprobe...? Gesagt, getan... Zunächst stärkten wir uns mit Räucherfisch am Imbiss "Zur Reuse" mit Schauräucherei. Hier konnten wir den frischen Fisch aus dem Rauch an langen Eichenbänken in rustikalem Ambiente genießen. Wie sagt man so schön, ein Fisch muss schwimmen... Also musste es auch etwas zum "Nachspülen" geben und so konnten wir wenig später das Bier der erst im Jahre 2017 eröffneten "Fischland-Brauerei" verkosten, welches es ausschließlich in Ahrenshoop zu trinken gibt. Anschließend ging es auf dem Deichweg an Niehagen vorbei und aussichtsreich der Boddenküste entlang bis Wustrow zurück. Als wir den Hafen in Wustrow erreichten, stärkten wir uns nochmals – diesmal allerdings mit Kaffee und Eis oder Kuchen. Heute lagen uns schließlich 16,7 Wander-Kilometer in den Beinen!

4. Tag - Donnerstag, 25.06.2020: Zeesbootfahrt


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Heute legten wir zur Abwechslung mal einen Wander-Ruhetag ein und ließen es demnach auch langsam angehen. Wir verabredeten uns am späten Vormittag und spazierten zum direkt am Saaler Bodden gelegenen Hafen von Dierhagen-Dorf, wo zwei traditionelle Zeesboote mitsamt Kapitänen auf uns warteten. Einigen war etwas mulmig zumute, denn der Bodden war durch den recht starken Wind ziemlich aufgewühlt... Man erklärte uns dann später, dass es auf dem Bodden unmöglich sei, seekrank zu werden und dies nur auf hoher See passieren könnte. Also waren wir beruhigt und konnten diese Segelbootsfahrt in vollen Zügen genießen. Mit Zeesbooten wurden immerhin noch bis in die 1970er Jahre hinein auf den Vorpommerschen Boddengewässern gefischt und das Schlepp- bzw. Treibnetz, die sog. "Zeese", gab dem Boot seinen Namen. Wir ließen uns treiben und schipperten ca. 90 Minuten im Bodden umher. Es war traumhaft und die Sonne zeigte sich auch heute wieder in ihrer vollen Pracht. Später am Nachmittag nutzen wir die freie Zeit und das tolle Wetter zum Baden in der Ostsee bei Wassertemperaturen von 18 Grad am hoteleigenen Strand.

5. Tag - Freitag, 26.06.2020: Wieck a. Darß – Born – Darßwald - Weststrand


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Am Morgen hatten wir die Möglichkeit zum Besuch des kleinen Dierhäger Hafenmarktes, wo man sämtliche regionale Spezialitäten angeboten bekommt. Anschließend fuhren wir voller Vorfreude auf unsere letzte Wanderung mit unserem Reisebus in das nur wenige Kilometer entfernte Wieck a. Darß. Der Ortsname leitet sich übrigens von einem niederdeutschen Wort für Bucht ab und bezieht sich auf die Lage in einer Bucht. Wir starteten unsere heutige Wanderung am Parkplatz Darßer Arche, einem informativen Ausstellungsgebäude über die Entstehung der Landschaft des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft. Von hier aus wanderten wir entlang des Boddens nach Born. Dort kamen wir unter anderem auch am Forst- und Jagdmuseum vorbei, welches dem ehemaligen Förster Ferdinand von Raesfeld gewidmet ist, der sich um die Aufforstung des Darßwaldes verdient gemacht hatte. Zudem sahen wir hier viele wunderschöne traditionelle Darß-Häuser mit den typischen, meist bunt bemalten Darßer Haustüren. Sie erinnern an die goldenen Jahre der Segelschifffahrt Mitte des 19. Jahrhunderts und manche Motive nehmen daher direkten Bezug auf die Seefahrt. Ganz typisch ist die Mischung sehr alter (oft auch heidnischer) volkstümlicher Motive mit klassizistischen Elementen. Fast alle alten Türen zeigen außerdem Symbole zum Schutz des Hauses vor ungünstigen Einflüssen, wie zum Beispiel Blitzschlag, Feuer oder Zauberei. Neben Tulpensträußen und Blüten sind auch Sonnenmotive sehr beliebt. Einmal als Zeichen für Licht, Leben und Wärme, aber früher wohl auch aufgrund der Rolle beim Navigieren der Schiffe. Mittlerweile war die Mittagszeit angebrochen und so legten wir kurzerhand in Born unsere Mittagspause am Hafen ein. Ein Fischbrötchen, eine Currywurst oder auch ein Eis – die Auswahl war ganz unterschiedlich! Derart gestärkt wanderten wir in den südlichen Teil des Darßer Waldes hinein. Dies war das Jagdrevier der Herrschenden und wir folgten nun dem Ibenhorster Weg. Der Name "Ibenhorst" erinnert übrigens an die Eiben, die einst im Darßer Wald standen. Heute gibt es davon nur noch wenige Exemplare. Eiben wachsen langsam, ihr festes, schön gemasertes Holz war begehrt und fand u. a. als Innenraumvertäfelung in den dänischen Schlössern Amalienborg und Rosenborg Verwendung, wo man es noch heute bewundern kann. Zu guter Letzt unternahmen wir noch einen kleinen Abstecher zum wilden Weststrand. Es sind hier wirklich nur ein paar Schritte von mitten im Wald bis an den Strand...! Am benachbarten Parkplatz "Drei Eichen" stand dann schließlich nach 14,7 Wander-Kilometern unser Buschauffeur Andreas mit dem Bus bereit und brachte uns zum Hotel zurück. Nun hatten wir nochmals die Gelegenheit zum Baden, denn die Temperaturen bei 26 Grad ließen diese Abkühlung durchaus zu.

6. Tag - Samstag, 27.06.2020: Heimreise


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Ein letztes gemütliches Frühstück im Hotel und ein nochmaliger sehnsuchtsvoller Blick an den Strand rundeten unsere Reise ab. Gegen 10 Uhr begann unsere Rückreise und über Berlin bzw. Leipzig erreichten wir am frühen Abend den Dresdner Flughafen, den Ausgangspunkt unserer Reise – eine tolle Reise mit fantastischen Eindrücken ging nunmehr zu Ende. Wir hatten riesiges Glück mit dem Wetter und dies trug natürlich auch zum Gelingen der Reise bei! Insgesamt haben wir auf dieser Reise 46,9 Wander-Kilometer absolviert und darauf können wir stolz sein!

Ich wünsche allen Mitreisenden an dieser Stelle nochmals alles Gute, viel Glück, Gesundheit und weiterhin große Reiselust. Es hat mir viel Spaß gemacht mit Euch und ich freue mich auf ein baldiges Wiedersehen.

Eure Wander-Reiseleiterin Katrin

Bildergalerie zur Reise

Kommentare zum Reisebericht

Liebe Katrin,
ich möchte mich noch einmal ganz herzlich für deine tolle Organisation der Reise bedanken.Wir hatten eine wundervolle Woche, die wirklich sehr gut geplant war. Du hast uns sehr schöne Orte auf dem Darß gezeigt. Das Wetter hat ja auch mitgespielt und ich habe die Zeit sehr genossen. Der Reisebericht ist eine schöne Erinnerung an eine tolle Reise. Ich wünsche Dir für Deine weiteren Reisen viel Erfolg und alles Gute. Wir werden uns sicher noch auf weiteren Reisen wiedersehen, da ich sicher noch wieder mit Eberhardt-Reisen in Urlaub fahren werde. Liebe Grüße Sabine

Sabine Cohrs
30.06.2020

Liebe Sabine,
vielen Dank für Deinen netten Kommentar. Es freut mich, dass Dir die Reise gefallen hat und ich würde mich sehr freuen, Dich erneut auf einer meiner Reisen begrüßen zu dürfen. Bis dahin bleib gesund und reiselustig! Liebe Grüße Katrin

Katrin Deutschbein 01.07.2020
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