Wandern und Wellness an der Ostsee – eine Reise auf das Fischland und den Darß
Reisebericht: 15.06. – 21.06.2026
Rezeptvorschlag: man nehme ein paar entspannte Wanderungen, dazu eine Prise Gesundheitsvorsorge und garniert das Ganze mit einer tollen Gruppe sowie Sonne, Meer und feinsandigem Strand - thats it!
Ein Reisebericht von
Ralf Mehnert
Anreise nach Dierhagen
Bei bedecktem Himmel und trotzdem voller Vorfreude starteten wir mit dem Bus an einem Montag im Juni zu unserer Wander/Wellnessreise an die Ostsee. Von Dresden aus ging es über Döbeln, Leipzig und an Potsdam vorbei Richtung Norden. Da es keine nennenswerten Staus oder Verzögerungen gab, kamen wir gut voran und erreichten am frühen Nachmittag den kleinen Ostseeort Dierhagen, mit seinen einzelnen Ortsteilen malerisch am Eingang des Fischlandes gelegen. Hier bezogen wir unser Quartier für die kommenden sechs Tage im schön gelegenen Ostseehotel Dierhagen, nur wenige Meter vom breiten, feinsandigen Strand entfernt. Nach dem Zimmerbezug ging es recht schnell zu einer ersten, kurzen Strandvisite, welche allerdings durch den vorherrschenden starken Wind, welcher mit beinahe 60 Stundenkilometern um unsere Ohren blies, nur von kurzer Dauer war. Die Wolken waren grau und hingen tief, das Wasser der Ostsee peitschte mit halbmeterhohen Wellen an den Strand und ließ an diesem Tag keine Badefreuden aufkommen. Aber das Wetter sollte ja laut Wetterbericht in den nächsten Tagen stetig besser werden…
Nachdem wir auch die individuell angereisten Reiseteilnehmer begrüßt und das erste gemeinsame Abendessen genossen haben, trafen wir uns alle noch zu einer Kennenlern-Runde am Rande des Hotels. Bei einem Gläschen Sekt wurde über vergangene Erlebnisse und künftige Vorhaben gesprochen und Informationen zu den kommenden Tagen ausgetauscht.
Rundgang Dierhagen, Wanderung von Wieck nach Born & Freizeit
Nach einem ausgiebigen Frühstück begannen wir unsere Erkundung der näheren Umgebung mit einem geführten Rundgang durch Dierhagen. Margarethe, unsere ortskundige Führerin, empfing uns in der traditionellen Kleidung der Frauen auf dem Fischland und nahm uns mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Mit spannenden Anekdoten, manch Kuriosem und viel Wissenswertem zur Geschichte des Ortes gab sie uns einen guten Einblick in die Vergangenheit und auch Zukunft des kleinen Ostseebades, welches immer im Schatten der großen Geschwister weiter nördlich gestanden hat und sehr wahrscheinlich auch zukünftig stehen wird. In Dierhagen geht es weitaus beschaulicher zu als in den Hotspots Ahrenshoop, Prerow oder Zingst. Für manche ein Geschenk, andere wiederum vermissen vielleicht das touristische Jubel-Trubel-Geschehen.
Nach einem kleinen Mittagsimbiss teilte sich die Gruppe in die Wanderer und in die Nichtwanderer. Letztere nutzten den halben Tag für die weitere Erkundung des Ortes und der näheren Umgebung oder entspannten sich im SPA-Bereich des Hotels. Wir Wanderer nahmen den Bus in das noch beschaulichere Örtchen Wieck, welches am Bodstedter Bodden liegt. Das Wetter war für unsere erste Halbtageswanderung ideal zum Akklimatisieren, sechzehn Grad, mäßiger Wind, aber trocken. Von Wieck aus ging es bei einer leichten Wanderung entlang der Boddenküste nach Born, wo wir nach gut anderthalbstündigem Fußmarsch ankamen. Wir passierten farbenfrohe, schön restaurierte Kapitänshäuschen mit geschnitzten und handbemalten Türen, blumengesäumten Vorgärten und kleinen Booten hinter dem Haus. Da leider in der immer noch andauernden Vorsaison die örtlichen Gasthäuser entweder „heute geschlossen“, „heute ausverkauft (Kuchen)“ oder „dauerhaft geschlossen“ bekundeten, mussten wir uns mit Kuchen-Alternativen begnügen und uns stattdessen an der Architektur der schönen reetgedeckten Häuschen erfreuen.
Wieder zurück in unserem Strandhotel in Dierhagen ließen wir den Tag bei einem leckeren Abendbuffet ausklingen, nutzten die hoteleigene Schwimmhalle und den Saunabereich oder liefen noch ein paar Schritte am Ostseestrand entlang, begleitet von den tapfer gegen die Wolken kämpfenden Strahlen der untergehenden Sonne.
Wanderung von Prerow zum Leuchtturm Darßer Ort – Besuch des Natureums
Die meisten Wellness-Gäste in unserer Gruppe hatten heute ihren Wohlfühl-Tag, an welchem sie drei verschiedene Anwendungen genießen konnten: eine Aromaöl-Ganzkörper-Massage, eine ayurvedische Gesichts- und Kopfmassage sowie eine Teilkörperpackung mit Schweriner Naturmoor. Bei Unverträglichkeiten konnten die Anwendungen natürlich auch angepasst oder verändert werden.
Der andere Teil der Reisegruppe, die Wanderer, wollten heute die nordwestliche Spitze auf dem Darß erkunden. Dafür nutzten wir den Linienbus bis Prerow, welcher uns in zirka 50 Minuten zu dem idyllischen Ort am Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft brachte. Von hier aus wanderten wir durch den naturbelassenen Dünenwald zum Darßer Ort, den wir nach gut anderthalbstündigem Spaziergang erreichten. Da das Wetter heute wieder ein bisschen wärmer war, der Wind nachgelassen hatte und auch Regen nicht gesichtet wurde, genossen wir den Weg durch den urwüchsigen Forst, allerdings begleitet von allerhand Mückenschwärmen, welche ein Rasten oder längeres Stehenbleiben im Wald verhinderten. Dies holten wir dann am Darßer Ort nach, der mit seinem Natureum und dem über 150 Jahre alten Leuchtturm interessante Ein- und Ausblicke zur Geologie sowie Flora und Fauna auf dem Darß vermittelte. Die Sicht vom Leuchtturm aus 35 Meter Höhe war beeindruckend, man konnte die Windflüchter am Weststrand, die Reffen und Riegen des Neu-Darß und das nahegelegene Naturreservat von oben gut betrachten.
Nach einem kleinen Mittagssnack machten wir uns auf den Rückweg nach Prerow, welcher uns durch das Naturreservat sowie am Strand der heute ruhig liegenden Ostsee entlang führte. Wer nicht die kompletten 16 Kilometer laufen wollte, konnte alternativ auch einen Teil der Strecke mit der Darßbahn oder mit der Pferdekutsche zurücklegen. In Prerow angekommen, nutzten wir die Freizeit bis zur Rückfahrt für einen Ausblick auf die neugebaute, 720 Meter lange Seebrücke, genossen ein leckeres Fischbrötchen und ließen das wuselige Treiben an den Büdchen im Umfeld der Promenade auf uns wirken. Ein abendlicher Strandspaziergang in Dierhagen ließ einen sehr schönen Tag entspannt zu Ende gehen.
Zeesenbootfahrt & Freizeit
Der heutige Tag stand ganz im Zeichen von Erfahrung und Erholung. Erfahren wollten wir, wie sich die Fahrt mit einem traditionellen Zeesenboot anfühlte, erholen wollten wir uns im Anschluss bei Kaffee, Kuchen und sonnenbaden. Nach einem späten Frühstück spazierten wir zum Hafen nach Dierhagen Dorf, wo wir um die elfte Stunde von unseren beiden Zeesboot-Skippern bereits erwartet wurden. Die schön restaurierten alten Holzboote, mit denen jahrhundertelang auf dem Bodden gefischt wurde, lagen startklar im Hafen vor Anker. Jeweils zehn Personen „enterten“ ein Boot und nach einer knorrigen Ansage des Kapitäns, dem Setzen der rostbraun getönten Segel und dem hinausmanövrieren aus dem Hafen begann unser Segeltörn auf dem Saaler Bodden. Die Skipper erzählten Geschichten zur Fischerei an der Ostseeküste, zu den Besonderheiten der Zeesenboote und zum Beruf des Boddenfischers und der Seeleute der Region, natürlich immer getränkt vom dazugehörigem Seemannsgarn. Nach knapp zwei Stunden endete die sehr kurzweilige Fahrt wieder im Hafen von Dierhagen und wir waren um viele interessante Fakten und Geschichten reicher.
Den Nachmittag verbrachten wir dann individuell ganz entspannt bei kleinen kulinarischen Leckereien, Strandspaziergängen und angenehmen Gesprächen. Wer wollte, erkundete noch die umliegenden Ostseedörfer Ahrenshoop und Wustrow oder ließ einfach die Seele baumeln.
Rundwanderung von Wustrow nach Ahrenshoop
Verhieß der Wetterbericht noch Anfang der Woche nur schönes Wetter für den heutigen Freitag, so relativierten sich die Aussichten dann leider von Tag zu Tag immer mehr. Obwohl in den Morgenstunden angenehme Temperaturen von 18 Grad herrschten, ließ ein Blick in den Himmel und in die Wetter-App keine uneingeschränkte Freude aufkommen. Wetterjacke und Regencape oder Schirm waren angesagte Utensilien beim Packen des Wanderrucksacks. Gelangten wir noch trockenen Fußes zur Bushaltestelle und anschließend mit dem Bus ins Nachbarörtchen Wustrow, war spätestens nach den ersten hundert Metern in Richtung Seebrücke klar, dass sich unsere wettermäßigen Befürchtungen bewahrheiten würden. Der einsetzende Regen zwang uns zur Mobilmachung der Wetterjacken und Regencapes, der Schirme und Rucksackschutzhüllen. Ganz im Sinne basisdemokratischer Entscheidungen stimmten wir über das weitere Vorgehen als Gruppe ab, da wir zu dem Zeitpunkt noch nicht wussten, wie lange der Regen anhalten würde. Da Wanderer per se nicht zu den schnell aufgebenden Bevölkerungsschichten gehören, wurde einstimmig beschlossen, den Wetterunbilden zu trotzen und die Wanderung planmäßig fortzusetzen. Was sich im Nachgang als die richtige Entscheidung herausstellte, da es zwar zwischendurch wieder mal kurz schauerte, aber der Regen insgesamt immer schnell wieder aufhörte.
Von dem ehemaligen Fischer- und Seefahrerort Wustrow wanderten wir entlang der Steilküste nach Ahrenshoop, die überregional bekannte ehemalige Künstlerkolonie im Herzen des Fischlandes. Auf unserem Weg genossen wir tolle Ausblicke auf die Küstenlinie und bestiegen den Bakelberg, die mit 17,9 Metern höchste Erhebung des Fischlandes, von wo aus man Bodden und Ostsee gemeinsam im Blick hatte. Unseren Weg säumten allerlei wilde Rosenbüsche, grüne Auen sowie Getreidefelder, in denen auch Mohn- und Kornblumen blühten und dadurch herrlich anzuschauen waren. Um die Mittagszeit erreichten wir den Künstlerort Ahrenshoop, geprägt von kleinen Galerien, Läden voller Kunsthandwerk, Andenken und mondänen Alt- und Neubauten. Wir stärkten uns für den zweiten Teil des Rundwanderweges, genossen ein paar Takte Musik an der Mühle Ahrenshoop und gelangten anschließend zum Hafen Althagen an der Boddenküste. Das Wetter blieb von nun an stabil, die Stimmung war gut und die Motivation bei allen noch hoch. Deshalb setzten wir unsere Wanderung entlang des Küstenstreifens am Bodden fort, passierten schöne Häuschen mit malerischen Vorgärten, bewunderten die in voller Blüte stehenden Pflanzen- und Blumenarrangements und freuten uns, da mittlerweile die Sonne ordentlich schien, auf eine kleine Erfrischung am Ziel unserer Wanderung.
Wir erreichten unseren Ausgangsort Wustrow, den wir am Morgen im Regen verlassen hatten, bei strahlendem Sonnenschein uns sehr angenehmen Temperaturen am Nachmittag. Die evangelische Kirche von Wustrow im Blick, gelangten wir durch die Neue Straße mit ihren Büdnereien und Kapitänshäuschen zum kleinen Hafen, wo wir uns mit Kaffee, Wein und Bier erfrischten und die wieder sehr schöne Wanderung Revue passieren ließen.
Anschließend ging es zurück nach Dierhagen, wo vereinzelt Pläne geschmiedet und die eine oder andere Absprache für den kommenden „freien“ Tag getroffen wurde.
Tag der individuellen Aktivität
Heute konnte jeder nochmal nach eigenem Gutdünken sein persönliches Ostsee-Vorhaben ins Auge fassen und umsetzen. Viele nutzten das gute Wetter für einen ausgedehnten Strandaufenthalt, einige ließen sich im SPA-Bereich des Hotels bei einer Gesundheitsanwendung verwöhnen. Wieder andere nutzten die freie Zeit für einen Ausflug zum berühmten Weststrand, der für Abgeschiedenheit, Wildheit und Urwüchsigkeit weithin bekannt ist. Oder man machte eine Fahrradtour an der Küste entlang, besuchte das Salzhafenfest in Dändorf oder die Bernsteinstadt Ribnitz-Damgarten. Die Möglichkeiten waren vielfältig und wurden entsprechend der individuellen Interessenlage auch ausgiebig genutzt.
Am Abend trafen wir uns dann alle wieder zu einem Abschlussabendessen, bevor es gemeinsam an den Strand ging, um uns bei einem Becher Sanddorn-Wein und einem wunderschönen Sonnenuntergang von der Ostsee, von Dierhagen und auch schon vereinzelt untereinander zu verabschieden, da einige bereits zeitig am nächsten Morgen abreisen wollten.
Abreisetag
Eine sehr interessante und abwechslungsreiche Reise ging heute leider schon zu Ende. Die Tage vergingen wie im Flug, da jeder einzelne von unterschiedlichen Aktivitäten und Erlebnissen geprägt war. Wir haben das Fischland und den Darß bei drei sehr schönen Wanderungen besser kennengelernt, sind mit einem Zeesenboot über den Bodden gesegelt, haben verschiedene gesundheitsfördernde Wellness-Anwendungen in Anspruch genommen und das Baden in der Ostsee genossen. Ob beim Strandspaziergang, während der Busfahrten, im Café oder beim gemütlichen Beisammensein, Wegbegleiter waren dabei immer die Gute-Laune, eine gehörige Portion Humor und eine super Stimmung in der gesamten Gruppe.
Alle individuell abreisenden Gäste verließen in Laufe des Vormittags unser Ostsee-Hotel und begaben sich auf den Weg nach Hause. Unsere Bus-Gruppe konnte den Vormittag noch für einen letzten Strandbesuch nutzen oder ließ es sich bei einem ausgedehnten Sonntagsfrühstück schmecken.
Um die Mittagszeit wurden wir dann mit zwei Kleinbusse abgeholt und pünktlich zu unserem Rendezvous-Punkt mit dem Reisebus gebracht, der bereits weitere Gäste von der polnischen und deutschen Ostsee abgeholt hatte. Mit diesen ging es dann gemeinsam an Berlin und dem Spreewald-Dreieck vorbei nach Dresden, wo ein großer Teil beider Gruppen ausstieg und mit dem Eberhardt-Haustürtransferservice zu ihren Wohnorten gebracht wurde. Anschließend ging es für die im Bus verbleibenden Gäste weiter zu den Ausstiegsstellen Siebenlehn und Chemnitz, von wo aus ebenfalls der Haustürtransferservice von Eberhardt TRAVEL für eine unkomplizierte und stressfreie „letzte Meile“ sorgte.
Damit ging eine wirklich sehr schöne Reise an die deutsche Ostseeküste zu Ende, an die wir uns alle sicherlich noch länger gern zurückerinnern werden.
Ihr alle zusammen wart eine tolle Truppe! Als Reiseleiter durfte ich die gemeinsame Zeit mit Euch organisieren, was mir sehr viel Freude bereitet und großen Spaß gemacht hat. Bleibt wie Ihr seid und bleibt vor allem gesund. Ich ziehe auch jetzt wieder symbolisch den Hut vor den Wanderleistungen aller, aber insbesondere auch derjenigen Gruppenmitglieder, die jenseits der Achtzig ohne Wenn und Aber bis zu sechzehn Kilometer der Sonne entgegen gewandert sind! Ab dem achtzigsten Lebensjahr spricht man offiziell nicht mehr von „Silver-Agern“, sondern von „Super-Agern“. In diesem Fall seid ihr die „Wander-Hardrock-Super-Ager“ ;-)! Euch allen eine gute Zeit, vielen Dank für Euer Vertrauen in Eberhardt TRAVEL und vielleicht sieht man sich ja einmal wieder, ich würde wirklich sehr freuen.
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