Winterreise Finnland mit Eiskreuzfahrt
Reisebericht: 03.03. – 10.03.2026
Typisch für den finnischen Winter sind zugefrorene Seen, verschneite Wälder und märchenhafte Landschaften mit Huskys, Rentieren und Elchen...
Ein Reisebericht von
Katrin Deutschbein
1. Tag – Dienstag, 03.03.2026: Anreise nach Lübeck – Einschiffung an Bord der Finnlines Fähre in Travemünde (555 Bus–km)
Unsere Reise begann im ersten Licht eines noch verschlafenen Morgens in Dresden. Voller Vorfreude und mit einem Hauch Abenteuerlust im Gepäck stiegen wir in den komfortablen Reisebus der Firma Leistner ein. Ein letztes Zurechtrücken der Taschen und schon konnte es losgehen. Während die Landschaft langsam an uns vorbeizog, erfüllten erste Gespräche und erwartungsvolle Blicke den Innenraum. Am Nachmittag erreichten wir schließlich die stolze Hansestadt Lübeck, wo die letzten zwei Reisegäste zu uns stießen. Nun war unsere Gruppe vollständig – 25 Personen, vereint durch die gemeinsame Lust am Entdecken. Kaum ausgestiegen, machten wir uns sofort zu Fuß auf den Weg zum Marzipan-Speicher-Café am Rande der historischen Altstadt. In stilvollem Ambiente erwartete uns dort eine süße Versuchung: Lübecker Marzipantorte – zart, aromatisch, unverwechselbar. Bei einer duftenden Tasse Kaffee oder Tee löste sich die Müdigkeit der Busfahrt ein wenig in Wohlgefallen auf. Ein kleiner Vortrag gewährte uns Einblicke in die Kunst der Marzipanherstellung – und plötzlich schmeckte jeder Bissen noch ein wenig kostbarer. Mit frischer Energie blieb anschließend Zeit, die ersten Eindrücke dieser wunderschönen Stadt zu sammeln. Kleine, liebevoll geführte Geschäfte luden zum Stöbern ein, und überall umgab uns die majestätische Backsteingotik. Die Sonne strahlte vom Himmel, bei frühlingshaften 15 Grad – als hätte Lübeck sich eigens für uns herausgeputzt. Wenig später versammelten wir uns vor dem berühmten Wahrzeichen der Stadt. Stolz und kraftvoll erhebt sich das Holstentor mit seinen wuchtigen Rundtürmen und der Inschrift „Concordia domi foris pax“ – Eintracht innen, Friede außen. Ein Bauwerk, das von der großen Zeit der Hanse erzählt und Geschichte atmet. Hier begann unsere abendliche Stadtführung. Kathrin, unsere freundliche Gästeführerin, nahm uns mit auf eine Reise durch die Jahrhunderte. Durch verwinkelte Gassen und vorbei an ehrwürdigen Kaufmannshäusern lauschten wir ihren lebendigen Erzählungen über Handel, Macht und das Leben im mittelalterlichen Lübeck.
Schließlich öffnete sich der Marktplatz vor uns, und das prächtige Rathaus erhob sich in seiner beeindruckenden Backsteinarchitektur. Ein Moment zum Innehalten – zum Staunen. Man spürte förmlich den Atem der Geschichte. Den krönenden Abschluss unseres Tages bildete ein gemeinsames Abendessen im traditionsreichen Restaurant „Schiffergesellschaft“. Das historische Haus aus dem 16. Jahrhundert empfing uns mit dunklem Holz, kunstvollen Schnitzereien und Modellschiffen, die von der Decke hingen – als segelten sie über uns hinweg durch vergangene Jahrhunderte. Hier schmeckten wir ein Stück norddeutsche Tradition: Labskaus.
Was zunächst ungewöhnlich anmutete – gepökeltes Rindfleisch, Kartoffeln und Rote Bete zu einer kräftigen Masse vermengt, serviert mit Spiegelei, Gewürzgurke und Hering – entpuppte sich als überraschend herzhaft und wohltuend. Ein echtes Seemannsgericht, bodenständig und kraftspendend. Lachen erfüllte den Raum, Gläser klangen zusammen – wir waren angekommen, nicht nur geografisch, sondern auch als Gemeinschaft. Gut gestärkt fuhren wir weiter zum Fährhafen im benachbarten Travemünde. Dort erwartete uns die Fähre der Reederei Finnlines. Nach dem Einchecken bezogen wir unsere Kabinen – kleine Rückzugsorte für die bevorstehende rund 30-stündige Überfahrt nach Helsinki. Pünktlich um 2 Uhr nachts begann unsere Seereise mit der „Finnlady“. Langsam glitt das Schiff hinaus in die nächtliche Ostsee. Lichter spiegelten sich im dunklen Wasser, während eine kühle Brise über das Deck strich. Einige von uns standen noch eine Weile draußen, atmeten die salzige Seeluft ein und blickten in die Weite. Andere zog es bereits in die Kabinen – müde, aber erfüllt von den Eindrücken dieses ersten Tages. So endete unser Auftakt: voller Genuss, Geschichte und Gemeinschaft. Ein Tag, der Lust auf mehr machte. Vor uns lag das offene Meer – und mit ihm Finnland, das nächste Kapitel unserer Reise.
2. Tag – Mittwoch, 04.03.2026: Seetag auf der Ostsee
Den Morgen begannen wir mit einem abwechslungsreichen Frühstücksbuffet an Bord. Das Angebot war kulinarisch äußerst vielfältig und erfüllte wirklich jeden Wunsch: ofenfrische Brötchen und Brot, herzhafte Aufschnitte, Rührei, frisches Obst, Joghurt sowie süße Köstlichkeiten boten für jeden Geschmack das Passende. Bestens gestärkt starteten wir anschließend ganz entspannt in unseren Seetag. Den Tag verbrachten wir damit, die zahlreichen Annehmlichkeiten der komfortablen Star-Class-Fähre der Reederei Finnlines zu genießen. Besonders großen Zuspruch fanden die typisch finnischen Wellnessangebote: Sauna und Whirlpool standen uns kostenfrei zur Verfügung. Ganz im Sinne der finnischen Tradition wagten einige von uns den Wechsel zwischen wohliger Saunawärme und der frischen Meeresluft auf dem Außendeck – ein belebendes Ritual, das Körper und Geist gleichermaßen erfrischte.
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