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Singlereise Finnland – Eiskreuzfahrt & Wintererlebnisse

Reisebericht: 25.01. – 01.02.2026

Wir haben Finnlands Winter intensiv erlebt: Stille und Weite, klare Kälte, besondere Begegnungen, Sauna, Schnee und gemeinsames Unterwegssein – eine Reise, die nachwirkt.

Christin Kuschka

Ein Reisebericht von
Christin Kuschka


1. Tag, 25.01.2026: Lübeck – der Beginn unserer Reise

Der Tag beginnt früh. Noch liegt Dresden ruhig und grau unter einem wolkenverhangenen Himmel, als wir in unseren modernen Reisebus steigen und uns auf den Weg nach Norden machen. Es ist kühl, das Licht gedämpft – ein typischer Wintermorgen, der perfekt zu dem passt, was vor uns liegt: der Auftakt zu unserer Finnlandreise.

Unsere Route führt uns über Leipzig und den Berliner Ring. Unterwegs stoßen nach und nach weitere Mitreisende zu uns. Mit jedem Halt füllt sich der Bus, erste Gespräche entstehen, man tauscht Erwartungen aus, rückt ein Stück näher zusammen. Spätestens als die letzten beiden Gäste in Lübeck zusteigen, sind wir komplett: 20 Reisende, die sich gemeinsam auf dieses Abenteuer einlassen.

Pünktlich erreichen wir Lübeck. Auch hier zeigt sich der Himmel in dichtem Grau, doch das tut der Stimmung keinen Abbruch. Im Gegenteil: Die gedämpften Farben lassen die Silhouette der Hansestadt besonders eindrucksvoll wirken. Unser erster Weg führt uns über die Trave zum Marzipan-Speicher-Café. Drinnen ist es warm und gemütlich. Vor uns steht ein Stück Lübecker Marzipantorte, dazu ein heißer Kaffee – genau das Richtige an diesem kühlen Wintertag. Es wird gelacht, geplaudert, angekommen.

Natürlich darf danach ein Besuch bei Niederegger nicht fehlen. Zwischen kunstvoll gestalteten Marzipanfiguren, Klassikern und neuen Kreationen fällt die Entscheidung schwer. Kaum jemand verlässt den Laden ohne eine kleine süße Erinnerung im Gepäck.

Am frühen Abend treffen wir uns am Holstentor, dem Wahrzeichen der Stadt. Hier wartet bereits unsere Stadtführerin Kathrin auf uns, die uns als Stadtwächterin auf eine spannende Tour durch Lübeck mitnimmt. In der Dämmerung wirken Gassen, Kirchen und Kaufmannshäuser besonders geheimnisvoll. Geschichten, Legenden und historische Begebenheiten lassen die Vergangenheit lebendig werden, während wir gemeinsam durch die alte Hansestadt ziehen.

Den Abschluss in Lübeck bildet das Abendessen im Paulaner am Dom. Deftig, lecker und genau richtig nach einem langen Tag – und eine gute Gelegenheit, sich weiter kennenzulernen und Gespräche zu vertiefen.

Doch unser Tag ist noch nicht zu Ende. Weiter geht es nach Travemünde zum Fährhafen. Nach dem Check-in dürfen wir gegen 23 Uhr an Bord der Finnlines-Fähre. Die Müdigkeit ist deutlich spürbar, der Tag war lang und voller Eindrücke. So ziehen wir uns recht schnell in unsere Kabinen zurück. Gegen 2 Uhr nachts legt das Schiff schließlich in Richtung Helsinki ab.

Während draußen die Ostsee im Dunkeln liegt, lassen wir die ersten Begegnungen, Gespräche und Eindrücke Revue passieren. Ein intensiver erster Reisetag geht zu Ende – und wir spüren: Diese Reise hat gerade erst begonnen.

2. Tag, 26.01.2026: Zwischen Wind, Weite und wohltuender Ruhe

Die Nacht auf See ist spürbar in Bewegung. Leichter Wellengang und kräftiger Wind begleiten unseren Schlaf, das Schiff arbeitet hörbar – und doch hat dieses Schaukeln etwas Beruhigendes. Am Morgen erwachen wir auf der Ostsee, draußen grau und wolkenverhangen, der Wind pfeift frisch über die Decks. Ein echter Seetag, wie er im Winter eben ist.

Wir starten ruhig in den Tag und treffen uns zum Frühstück. Kein Zeitdruck, kein Ziel vor Augen – nur der Blick hinaus auf das bewegte Wasser. Später lassen wir uns auch das Mittagessen schmecken, sogar mit einem kleinen Glas Sekt. Ein schöner Moment, der diesen Tag besonders macht.

Der Seetag gehört ganz dem Entspannen. Einige von uns gönnen sich eine Massage oder genießen die wohlige Wärme der Sauna, andere ziehen sich mit einem Buch zurück oder lassen einfach die Gedanken treiben. Draußen bleibt das Wetter rau, drinnen ist es warm und gemütlich – ein angenehmer Kontrast.

Am Nachmittag kommen wir bei Kaffee und Kuchen wieder zusammen. Es wird erzählt, gelacht, erste Geschichten werden geteilt. Man merkt: Die Gruppe wächst zusammen, Gespräche entstehen ganz von selbst.

Am Abend erwartet uns ein reichhaltiges skandinavisches Buffet. In entspannter Atmosphäre lassen wir den Tag ausklingen, während draußen der Wind weiter über die Ostsee zieht. Noch eine Nacht liegt vor uns auf der Fähre. Morgen erreichen wir Helsinki – heute aber genießen wir bewusst dieses Innehalten zwischen zwei Welten, getragen vom Rhythmus des Meeres.

3. Tag, 27.01.2026: Erster Tag in Finnland: Eis, Bewegung und Sauna

Die Nacht auf der Fähre ist ruhig, fast schon sanft. Am Morgen genießen wir ein letztes Frühstück an Bord, während draußen langsam Bewegung ins Bild kommt. Pünktlich laufen wir in den Hafen von Helsinki ein – und sofort zieht es uns an die Fenster. Auf dem Wasser treiben Eisschollen, die sich knirschend zur Seite schieben, wenn sich unser Schiff seinen Weg bahnt. Kein offenes Meer mehr, sondern fest wirkender Winter: grau, kalt, faszinierend. Finnland begrüßt uns mit Eis.

Nach dem Anlegen geht es weiter im Reisebus. Wir lassen Helsinki hinter uns und fahren über Lahti hinein ins Herz des Landes. Die Landschaft verändert sich spürbar. Wälder, Schnee, immer wieder zugefrorene Seen oder weiße Flächen, unter denen sich Wasser verbirgt. Wir sind nun in der finnischen Seenplatte unterwegs – einer Region, die von Weite, Ruhe und dieser ganz eigenen nordischen Klarheit geprägt ist. Zwischendurch tauchen immer wieder Holzhäuser und einzelne Ferienhütten auf, einsam wirkend und doch perfekt eingebettet in die Natur.

In Himos angekommen, werden wir sofort herzlich empfangen. Bevor es aktiv wird, sammeln wir uns in einer gemütlichen Grillkota. Über offenem Feuer brutzeln Würstchen, dazu trinken wir heißen Früchtesaft, der von innen wärmt. Draußen liegt der Schnee, drinnen knistert das Feuer – ein perfekter Einstieg in unseren finnischen Wintertag.

Dann geht es hinaus aufs Eis. Beim Eiscurling heißt es: zielen und schieben. Anfangs noch vorsichtig, dann mit wachsendem Ehrgeiz versuchen wir, die Steine möglichst nah an das Ziel zu bringen. Gelächter, Zurufe und gemeinsames Anfeuern gehören schnell dazu. Beim Eisbowling wird es nicht weniger lustig, wenn die Kugeln über die Eisbahn gleiten. Einige von uns probieren sich anschließend im Eisfischen: Ein kleines Loch im Eis, die Angel hinein – Geduld ist gefragt, Ruhe ebenso. Finnland in Reinform.

Wer möchte, gönnt sich danach die traditionelle Rauchsauna. Der Raum ist mit Holz beheizt, der Rauch sammelt sich unter der Decke und verleiht der Sauna ihren unverwechselbaren Duft. Erst wenn die richtige Hitze erreicht ist, wird gelüftet. Die Wärme ist intensiv, tiefgehend, fast meditativ. Andere schnallen sich lieber Schneeschuhe an und ziehen noch einmal hinaus in die verschneite Landschaft, Schritt für Schritt durch die Stille.

Am Abend treffen wir uns wieder zum gemeinsamen Essen. Herzhaft, sättigend und genau richtig nach diesem aktiven Tag. Anschließend fahren wir weiter nach Jyväskylä. Draußen ist es dunkel, der Winter zeigt sich ruhig und geschlossen. Im Hotel angekommen, beziehen wir unsere Zimmer – müde, zufrieden und mit dem Gefühl, heute wirklich in Finnland angekommen zu sein.

4. Tag, 28.01.2026: Ein Tag auf dem Bottnischen Meerbusen

Heute führt uns der Weg von Jyväskylä hinaus an die finnische Westküste. Schon die Fahrt nach Vaasa ist ein Erlebnis für sich. Die Landschaft liegt tief verschneit da, Wälder und gefrorene Seen ziehen ruhig an uns vorbei. Immer wieder reißt der Himmel ein wenig auf, und das Licht verändert die Winterwelt – mal silbrig, mal warm, fast golden. Es ist einer dieser Tage, an denen allein das Unterwegssein Freude macht.

In Vaasa angekommen, stellen wir unsere Koffer kurz im Hotel ab, bevor wir uns wenig später auf den Weg zum Hafen machen. Dort wartet bereits die MS Aurora Botnia auf uns – modern, elegant und genau für diese eisigen Bedingungen gebaut. Kaum sind wir an Bord, legt das Schiff auch schon ab. Nicht langsam, nicht zögerlich, sondern mit spürbarer Kraft. Schon nach kurzer Zeit hören wir es deutlich: das Knacken und Brechen des Eises, wenn sich das Schiff seinen Weg durch die gefrorene Oberfläche des Bottnischen Meerbusens bahnt. Hinter uns bleibt eine dunkle Spur offenen Wassers zurück.

Das Licht ist heute einfach außergewöhnlich. Die Sonne steht tief, färbt Himmel und Eis in sanfte Pastelltöne, während wir draußen an Deck oder hinter großen Panoramafenstern stehen und staunen. Diese Kombination aus Technik und Natur, aus Kraft und Stille, ist faszinierend. Unsere Fahrt führt uns hinüber nach Umeå – und später wieder zurück. Auch ohne Landgang fühlt sich diese Überfahrt wie ein echtes Grenzerlebnis an: zwischen Finnland und Schweden, zwischen Tag und Abend, zwischen Eis und Wasser.

An Bord ist es warm und gemütlich. Wir gönnen uns heiße Getränke, tauschen Eindrücke aus, lassen den Blick immer wieder nach draußen schweifen. Am Abend treffen wir uns zum gemeinsamen Essen. Das skandinavische Buffet ist reichhaltig und lecker, genau das Richtige nach so vielen Eindrücken. In entspannter Atmosphäre lassen wir den Tag Revue passieren, während draußen langsam die Dunkelheit über das Eis zieht.

Gegen Mitternacht erreichen wir wieder Vaasa. Ein finnischer Bus bringt uns zurück ins Hotel. Müde, aber erfüllt, beziehen wir unsere Zimmer. Es war ein intensiver Tag – voller Winterlandschaften, besonderem Licht und dem eindrucksvollen Gefühl, sich wirklich durch das Eis bewegt zu haben.

5. Tag, 29.01.2026: Zwischen Elchkuss und Huskyglück

Nach einer etwas kurzen Nacht starten wir dennoch gut gelaunt in den Tag. Ein reichhaltiges Frühstück gibt uns die nötige Energie, dann verlassen wir Vaasa und fahren gemeinsam wieder ins finnische Inland. Schon früh begleitet uns ein beeindruckender Sonnenaufgang, der den Himmel in warme Farben taucht und die winterliche Landschaft zum Leuchten bringt. Die Luft ist klar, der Himmel tiefblau – es ist wunderschön, aber spürbar kalt. Genau so fühlt sich Finnland heute an. Die Landschaft wirkt still, Wälder und Seen ziehen an uns vorbei und lassen uns langsam wach werden. Trotz der Kälte ist die Stimmung leicht, fast beschwingt – dieser Tag zeigt sich von seiner besten Seite.

Um die Mittagszeit erreichen wir das Moose Manor. Bevor wir zu den Tieren aufbrechen, wärmen wir uns bei einem herrlich rustikalen Mittagessen auf. Es gibt eine deftige Wildtopfpfanne, dazu eingelegte Gurken, Rote Beete, grünen Salat und Brot. Der Kaffee wird am offenen Feuer gekocht, zum Abschluss genießen wir eine Blaubeer-Talkkuna-Leckerei. Einfach, ehrlich, unglaublich gut – und genau richtig bei diesen Temperaturen.

Gestärkt spazieren wir hinüber zum Elch- und Rentiergehege. In der klaren Winterluft wirken die Tiere besonders eindrucksvoll. Wir erfahren viel über ihr Leben und ihre Bedeutung für Finnland, dürfen sie füttern und streicheln. Der Elch beeindruckt mit seiner Ruhe und Größe, die Rentiere mit ihrer neugierigen Art. Ein Elchkuss darf natürlich auch nicht fehlen – ein kurzer, sehr finnischer Moment.

Am Nachmittag geht es weiter zur McAhon-Huskyfarm. Schon von Weitem hören wir das aufgeregte Bellen. Die Hunde sind voller Energie. Wir helfen dabei, ihnen das Geschirr anzulegen, dann beginnt die Fahrt. Die Huskys ziehen den Schlitten kraftvoll über den gefrorenen Boden, der Fahrtwind ist eisig kalt. Ein intensives Erlebnis – klar, schnell, lebendig. Danach helfen wir beim Ausziehen der Geschirre und wärmen uns in der Grillkota am Feuer mit heißem Saft auf. Der Besuch bei den Welpen bringt noch einmal viele zum Lächeln und warme Momente.

Am Abend machen wir uns auf den Weg nach Helsinki. Unterwegs legen wir einen kurzen Halt an der beeindruckenden Schanzenanlage in Lahti ein. Die Anlage erhebt sich markant über der Stadt, ein Symbol für Finnlands große Skisprungtradition – auch ohne Wettkampf ein imposanter Anblick.

Am Abend erreichen wir schließlich Helsinki. Wir checken im Hotel ein und beziehen unsere Zimmer für die letzte Nacht in Finnland. Ein langer, erlebnisreicher Tag liegt hinter uns – voller Tierbegegnungen, Wärme am Feuer und echter finnischer Momente. Müde, aber glücklich lassen wir ihn ausklingen.

6. Tag, 30.01.2026: Ein Abschied im klaren Winterlicht

Der Tag beginnt heute ganz ungewohnt ruhig. Wir dürfen etwas länger schlafen, genießen ein entspanntes Frühstück und lassen uns Zeit – draußen funkelt Helsinki bereits im Sonnenlicht. Als wir uns schließlich am Bus treffen, empfängt uns die Stadt mit strahlend blauem Himmel, gleißender Wintersonne und klirrender Kälte: minus 18 Grad, die die Luft so klar machen, dass alles schärfer, heller, intensiver wirkt.

Am Bus wartet schon Taru, unsere Stadtführerin, die uns mit einem herzlichen Lächeln begrüßt. In den nächsten zwei Stunden zeigt sie uns ihre Heimatstadt – persönlich, lebendig und mit viel Stolz. Wir fahren durch Straßen, die im Winterlicht fast nordisch-märchenhaft wirken, und erreichen den Senatsplatz, das klassizistische Herz Helsinkis. Der Dom erhebt sich strahlend weiß vor dem tiefblauen Himmel, monumental und ruhig zugleich – ein Bild, das sich einprägt.

Nicht weit entfernt entdecken wir die berühmte Havis Amanda, die anmutige Bronzefigur am Hafen. Taru erzählt von ihrer Bedeutung für die Stadt und davon, wie hier jedes Jahr der Frühling und das Studentenleben gefeiert werden – heute liegt sie still da, eingerahmt von Eis, Sonne und frostiger Eleganz.

Weiter geht es durch das Jugendstilviertel Eira, wo prachtvolle Fassaden, verspielte Details und elegante Wohnhäuser zeigen, wie sehr Helsinki Architektur liebt. Am Sibelius-Denkmal halten wir inne: Die abstrakten Stahlröhren glänzen in der Sonne - sie wurden zu Ehren des berühmtesten finnischen Komponisten Jean Sibelius hier errichtet.

Ein weiterer Kontrast erwartet uns an der Oodi-Bibliothek – modern, offen, ein Symbol für das heutige Finnland. Sie ist weit mehr als eine Büchersammlung: ein Treffpunkt, ein Wohnzimmer der Stadt, ein Ort für Begegnung und Ideen. Alt und Neu liegen hier ganz selbstverständlich nebeneinander.

Nach der Rundfahrt bleibt uns noch freie Zeit im Zentrum. Einige zieht es in die Markthalle mit ihren Düften und kleinen Köstlichkeiten, andere schlendern noch einmal über den Senatsplatz oder genießen einfach die Sonne, die trotz der Kälte erstaunlich viel Wärme ausstrahlt. Helsinki zeigt sich heute von seiner schönsten Seite.

Am Nachmittag heißt es langsam Abschied nehmen. Wir fahren zurück zum Fährhafen, gehen an Bord und nehmen Kurs auf Travemünde. Vor Helsinki kämpfen wir uns noch einmal durch das Eis – das Schiff schiebt sich kraftvoll durch die gefrorene Ostsee, begleitet von einem letzten Blick zurück auf Finnlands Hauptstadt.

Am Abend wartet ein reichhaltiges Buffet auf uns. Bei gutem Essen, leisen Gesprächen und müder Zufriedenheit lassen wir den Tag ausklingen. Schließlich ziehen wir uns in unsere Kojen zurück. Draußen liegt die dunkle See, hinter uns Finnland – vor uns der Weg nach Hause. Doch die Bilder dieses klaren Wintertages, die Sonne, das Eis und Helsinki im frostigen Glanz, nehmen wir mit.

7. Tag, 31.01.2026: Noch einmal Meer

Der Tag beginnt anders als erwartet. Die Nacht war unruhig, das Schiff hat uns mit deutlichem Wellengang immer wieder sanft – und manchmal weniger sanft – aus dem Schlaf geholt. Und doch liegt am Morgen etwas Besonderes in der Luft. An Deck empfängt uns ein wunderschönes, klares Licht. Winterlich, kühl, aber hell. Das Meer ist in Bewegung, die Wellen bleiben uns auch heute treu, doch genau das verleiht diesem Seetag seinen eigenen Rhythmus.

Beim Frühstück an Bord nehmen wir uns Zeit. Noch einmal sitzen wir zusammen, trinken Kaffee, schauen hinaus auf die Ostsee und lassen den Blick schweifen. Das Licht tanzt auf den Wellen, der Himmel zeigt sich freundlich, auch wenn der Wind die Wasseroberfläche ständig in Bewegung hält. Es ist einer dieser Tage, an denen man nichts planen muss – nur da sein.

Im Laufe des Tages verteilen wir uns an Bord. Manche ziehen es nach draußen an die frische Seeluft, wo der Wind um die Nase weht und die See kraftvoll unter uns arbeitet. Andere genießen die Ruhe im Inneren des Schiffes, gönnen sich einen Saunagang oder lassen im Whirlpool die letzten Reisespannungen abperlen. Zwischendurch treffen wir uns immer wieder – zum Mittagessen, auf einen Kaffee, für ein Gespräch, das sich ganz von selbst ergibt.

Ein besonderer Moment erwartet uns auf der Rückfahrt: Zu unserer linken Seite taucht die Insel Bornholm auf, klar erkennbar im winterlichen Licht, während sich zur rechten Seite das schwedische Festland abzeichnet. Zwei Länder, zwei Horizonte – und wir dazwischen, getragen von der Ostsee. Ein stilles, fast feierliches Bild, das viele von uns lange festhält.

Am Abend genießen wir ein letztes gemeinsames Dinner an Bord. Noch einmal gutes Essen, vertraute Stimmen, ein leises Lachen. Draußen wird es langsam dunkler, das Meer beruhigt sich ein wenig, und schließlich tauchen die ersten Lichter von Travemünde auf. Pünktlich laufen wir in den Hafen ein – ein ruhiges, fast sanftes Ankommen nach diesen bewegten Tagen.

Nach dem Ausschiffen bringt uns unser Uwe zu unserer letzten Übernachtung ins aja Travemünde Hotel, direkt an der Strandpromenade gelegen. Die Ostsee liegt nun wieder ganz nah, diesmal fest unter unseren Füßen. Vielleicht treffen wir uns noch auf einen letzten Drink, vielleicht fallen wir einfach müde, aber zufrieden ins Bett.

Was bleibt, ist dieses Gefühl: Die Reise klingt nicht abrupt aus, sie ebbt langsam ab – wie die Wellen heute, die uns den ganzen Tag begleitet haben.

8. Tag, 01.02.2026: Abschied mit Rückenwind

Der Morgen empfängt uns grau, windig und kalt. Über der Ostsee liegt eine raue Stimmung, die gut zu diesem letzten Reisetag passt. Drinnen ist es warm, beim reichhaltigen Frühstück sitzen wir noch einmal zusammen, lachen leiser, erzählen nach und lassen die vergangenen Tage langsam ausklingen.

Dann heißt es Abschied nehmen. Koffer werden verladen, Umarmungen verteilt, letzte Blicke zurück zum Meer. Unsere Reisegemeinschaft löst sich nach und nach auf, während wir im Bus Platz nehmen und Travemünde hinter uns lassen.

Die Fahrt führt uns über den Berliner Ring, weiter Richtung Leipzig und schließlich nach Dresden. Draußen zieht die winterliche Landschaft vorbei, drinnen wird es ruhiger. Müde, erfüllt und mit vielen Erinnerungen im Gepäck kommen wir an – die Reise endet, doch sie wirkt noch lange nach.


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