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Im Elsass das neue Jahr begrüßen, eine wahrlich gute Idee!

Reisebericht: 29.12. – 02.01.2026

Ein unfreiwilliger Aufenthalt in Magdala, ein kleiner Umweg zum Flammenkuchenessen über New York und VA PENSIERO aus dem Gefangenenchor aus Nabucco - das soll eine Reise ins Elsass gewesen sein?

Wolfgang Kowalewski

Ein Reisebericht von
Wolfgang Kowalewski


Magdala, schon mal hier gewesen?

Es lief wie am Schnürchen. Alle Gäste waren pünktlich in Dresden, Nossen, Chemnitz, Gera und Jena eingestiegen. Paul, unser Chauffeur, war motiviert, uns so zeitig nach Strasbourg zu bringen, dass noch ein Spaziergang um das Europaparlament hätte drin sein können und ein Reiseleiter, der schon strahlte, dieses Angebot machen zu können. Es kam anders. Irgendein trechnisches Gerät irgendwo im Bus wollte irgendwann nicht mehr. Den Bus vorschriftsmäßig auf den Seitenstreifen der Autobahn gefahren, mit polizeilichem Geleit bis zur Ausfahrt Magdala gerollt und da standen wir nun an einer Selbstbedienungstankstelle. Um es kurz zu machen, so zwischen drei bis vier Stunden durften wir die unfreiwillige Szenerie genießen, bis der neue Bus ankam. Wir hatten glücklicherweise noch heißes Wasser für Kaffee und Tee, sogar die Toilette funktionierte. Dann hieß es alles umladen, alle haben mitgeholfen (dickes Lob!), alles auf Anfang, jetzt aber zackig zwei Gäste in Weimar abholen und eine Teilnehmerin in Pfrungstadt. Selten hat ein Abendessen so gut geschmeckt wie an diesem Tag. Ab nun war das Drama Geschichte und die Bühne galt dem vielseitigen Elsass.

Obernai und die heilige Ottilie, die Elsässische Weinstraße bei strahlendem Sonnenschein, leuchtende Augen für Eisenbahnfans in Mulhouse, ein kleiner Umweg über New York und Flammenkuchen satt in der Krauthauptstadt

Kurz vor 9.00 Uhr ging es los. Paul fuhr uns nach Obernai und Nathalie brachte uns fachkundig Obernai nahe. Und da ging sie zurück bis ins 7. Jahrhundert. Ottilie/Odilie, 622 blind geboren, ihr Vater wollte sie deswegen töten lassen, ihre Mutter brachte sie ins Kloster. Mit ihrer Taufe erlangte sie das Augenlicht. Sie versöhnte sich mit ihrem Vater, der ihr ein Grundstück auf dem Odilienberg vermachte, wo sie ein Kloster gründete. Sie verstarb dort als Äbtissin, ihr Grab ist immer noch auf diesem Berg und seitdem wird sie als Schutzpatronin des Elsass und des Augenlichts verehrt. Der Odilienberg ist bis heute ein bedeutender Wallfahrtsort in Frankreich. Nathalie beleuchtete auch das Hin und Her des Elasss zwischen Deutschland und Frankreich. Jede Famile war in irgendeiner Weise von den jeweiligen Machtansprüchen betroffen.
Nach vielen Informationen über Obernai hatten wir die Gelegenheit, den Weihnachtsmarkt in Obernai zu bestaunen, einer der wenigen, die auch nach Weihnachten geöffnet haben.
Wir setzten unsere Fahrt entlang der Elsässischen Weinstraße fort in Richtung Mulhouse, wo wir einen Höhepunkt des Elsass besuchen durften, das Eisenbahnmuseum bzw. die Cité du Train. Was hier an Eisenbahngeschichte ausgestellt wird, verschlägt auch verhaltenen Eisenbahnfans den Atem.
Eines der schönsten Dörfer Frankreichs, Eguisheim, darf bei einem Ausflug ins Elsass nicht fehlen. Die Straßen und Gässchen der Stadt sind zwiebelförmig angelegt und man kommt nicht umhin, auch wirklich jede Gasse gesehen haben zu müssen.
Wieder zurück im Bus darf es nun ein Glas bzw. Becher Crémant sein. Die Elsässer trinken ihn gerne als Apéritif und so tun wir es auch. Beschwingt vom Crémant wagen wir einen Umweg an der Freiheitsstatue von Colmar vorbei, ja richtig. Der Künstler, der das französische Geschenk an die USA gestaltete, ist ein Sohn von Colmar und ihm zu Ehren ist eine Lady Liberty aus Harz auf einem Kreisverkehr in Colmar gewidmet. Unter den Klängen von Frank Sinatras New York, New York drehte unser Chauffeur ein paar Runden und weiter ging es zum Flammenkuchenessen nach Krautergersheim, der Krauthauptstadt des Elsass.

Strasbourg mit Tram, Bus und zu Fuß, eine Wein– und Käseprobe am Vormittag und eine Silvesterfeier im ältesten Haus der europäischen Hauptstadt

Anne-Catherine, unsere örtliche Reiseleiterin in Strasbourg, brachte uns zunächst auf einen der eindrucksvollsten Plätze der Stadt, den Place de la République. Er ist eng verbunden mit der Entwicklung Strasbourg nach 1871. Dem deutschen Kaiser wurde hier ein Palast gebaut, ebenso eine Universitätsbibliothek und zwei weitere prächtige Verwaltungsgebäude, die heute als Theater und Präfektur genutzt werden. Sie stehen exemplarisch und prominent für die ab diesem Zeitraum entstandene kaiserliche Neustadt. Danach führte uns Anne-Catherine zur Kathedrale und zeigte uns die wichtigsten Bereiche im Innenraum. Vor dem Gang in das malerische Gerberviertel Petite France durften wir uns von der Qualität der elsässischen Weine bei einer Verkostung mit Käse überzeugen. Die Rundfahrt in Strasbourg endete im Europaviertel, wo wir auch unser Hotel hatten.
Mit fünf dunklen Limousinen, fast wie im Film, fuhren wir dann gegen Abend zu unserer Silvesterparty mit Galadinner im Maison Kammerzell, dem ältesten noch erhaltenen Gebäude von Strasbourg. Die Speisekarte ließ keine kulinarischen Wünsche offen und das neue Jahr 2026 durften wir natürlich mit einem Glas elsässischen Crémant begrüßen. Und mit den fünf dunklen Limousinen ging es auch wieder zurück ins Hotel.

Eine Bootsfahrt auf der Ill und irgendjemand summte da mit beim Gefangenenchor von Nabucco

Eine Bootsfahrt geht immer, auch am Neujahrstag. Wenige Schritte von der Kathedrale entfernt, bestiegen wir unser gut beheiztes Schiff, das uns einmal rund um die Innenstadt auf der Ill schippern sollte. Von der Anlegestelle fuhren wir über Schleusen, an Drehbrücken und Stadtbefestigungen vorbei über die kaiserliche Neustadt ins Europaviertel, wo sich das Europaparlament vom Wasser aus von seiner besten Seite zeigt.
Danach gab es für alle etwas Freizeit, die einige für eine typisichen elsässischen Gaumenschmaus nutzten, Sauerkrauft mit Fisch. Mit viel Vitamin C und Protein ins neue Jahr, das kann kein Fehler sein.
Am Nachmittag wurde es musikalisch beim Neujahrskonzert im Palais de la Musique et des Congrés. Ein stimmungsvolles Programm aus bekannten Opernarien wurde uns geboten und den schon erwähnten Gefangenenchor aus Nabucco. Wir hatten extra im Bus den Text geübt, aber so richtig zum Mitsingen haben wir uns nicht getraut. Das blieb es beim Mitsummen. Ob das dem Dirigenten wohl gefiel?

Auf Wiedersehen und Au Revoir im Elsass

Wir durften heute etwas länger schlafen. Gegen 10.00 Uhr setzte sich unser Bus in Bewegung, vorbei am Hafengelände und über die Europabrücke, die Strasbourg mit seiner deutschen Schwesterstadt Kehl verbindet.
Und die Rückfahrt verlief ohne Drama mit einer Präzision aus Pünktlichkeit und Sicherheit. Wir waren sogar zehn Minuten vor der geplanten Zeit in Dresden.


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