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Paris ist keine Stadt?

Reisebericht: 15.10. – 19.10.2025

« Paris n’est pas une ville, c’est un monde. »
„Paris ist keine Stadt, es ist eine Welt.“

(Karl V. von Habsburg, 1500–1558, römisch-deutscher Kaiser)

Ein Reisebericht von
G. Adamietz


Die Anreise 🇫🇷

Es ist Mitte Oktober; eine wunderbare und sehr persönliche Reise nach Paris liegt vor uns. Was wird uns erwarten – Spätsommer oder Frühherbst? Womit wird uns das lang imaginierte Ziel unserer Reise empfangen? Es sei vorab schon verraten: Das anfangs noch trübe Wetter wird sich sehr bald in ein wunderbares Spätsommerwetter verwandeln, bei dem sich Paris uns von seiner allerbesten Seite zeigt.

Unsere exklusive Reisegruppe wird aus nur zehn Personen bestehen, die aus allen Teilen Deutschlands anreisen. Die meisten von uns kommen per Flugzeug und landen am eleganten Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle, dem größten Flughafen der Europäischen Union. Aus dem Südwesten Deutschlands dauert die Anreise per Bahn nach Paris nur knapp drei Stunden, und so reist ein Paar aus unserer Gruppe auch auf diesem Wege an.

Alle erreichen wir Paris pünktlich und entspannt und werden jeweils von besonders freundlichen Chauffeuren empfangen, die ein hervorragendes Aushängeschild ihrer Stadt sind. Sie bringen uns durch dichten Verkehr ins historische Zentrum der Stadt Paris, wo ein besonderes Juwel auf uns wartet: unser Hotel Saint Paul Rive Gauche, ein historisches Boutique-Hotel. Es liegt mitten im Herzen des Quartier Latin in einem Gebäude aus dem 17. Jahrhundert, das einst Franziskanermönche beherbergte. Hier werden wir freundlich empfangen und fühlen uns gleich zu Hause.

Bei einem gemeinsamen Spaziergang durchs Viertel verschaffen wir uns einen ersten Überblick über die Umgebung. Wir sehen den Jardin de Luxemburg mit dem Medici-Brunnen, dem Palais, das heute den Senat beherbergt, und natürlich die berühmten Stühle, die ziemlich genau vor hundert Jahren für den Park entworfen wurden und nun an vielen Orten – nicht nur in Paris – in vielen Parks zu finden sind.

Wir haben es gut: Wir wohnen mitten im Odéonviertel im Quartier Latin. Hier waren und sind immer noch die Universitäten, die Professoren und Studenten zu Hause. Latein war früher die Sprache der Lehre und Forschung. Kein Wunder, dass sich auch so viele Buchhandlungen hier ansiedelten, die wir an jeder Ecke sehen. Das eine führte zum anderen, und so wurde die Gegend auch zur Heimat zahlreicher Schriftsteller, Künstler und Intellektueller.

Vor dem Theater Odéon stellt sich uns dann auch eine passende berühmte Frage: Ist das Kunst oder kann das weg? Hier liegt ein ausgebranntes Autowrack, liebevoll drapiert mitten vor dem Eingang, doch niemand weiß, warum. Den Verfasser dieses Berichts hat das nicht ruhig gelassen, und nach Ende der Reise hat er einen Verantwortlichen des Theaters erreicht. Hier ist die Auflösung des Mysteriums:

Das erwähnte „ausgebrannte Autowrack" war Teil einer künstlerischen Aktion des Odéon in Zusammenarbeit mit einer Buchhandlung. Es handelte sich um eine Installation im Rahmen der Lesung „In girum imus nocte et consumimur igni", die von Julien Gosselin, dem neuen Intendanten des Theaters, auf Grundlage von Texten von Guy Debord konzipiert wurde.
„In girum imus nocte et consumimur igni" ist ein bekanntes lateinisches Palindrom, das „Wir drehen uns im Kreis in der Nacht und werden vom Feuer verzehrt" bedeutet – ein Rätsel, dessen Lösung Motten sind, die vom Feuer angezogen werden. Womit wir auch wieder einen wunderbaren Bezug zur lateinischen Sprache hergestellt haben.

Ganz früher begannen hier im Viertel die Römer mit der Besiedelung des Flussufers; wir sehen noch die Ruinen ihrer alten Thermen, die später von der Abtei von Cluny erworben wurden und heute ein Museum sind. Wir sehen auch die berühmten Boulevards Saint-Germain und Saint-Michel, die Brücke gleichen Namens und natürlich die nahe Insel Île de la Cité mit der Kathedrale Notre-Dame de Paris.

Jetzt sind wir alle orientiert – und reif für eine Stärkung. Nach einer Erholungspause im Hotel geht es nur einmal um die Ecke in ein ganz besonders gastfreundliches kleines traditionelles Bistro. La Ferrandaise heißt es, benannt nach einer Kuhrasse und der Stadt Clermont-Ferrand in der Auvergne, der Heimat unseres Wirts Gilles, der uns herzlich mit Speis' und Trank versorgt.

Man kann sehr viel erleben und sehen an einem einzigen Nachmittag, vor allem, wenn man mitten im Herzen von Paris wohnt! Glücklich, aber auch etwas müde, fallen wir alle in unsere bequemen Betten und träumen unseren nächsten Erlebnissen in Paris entgegen.


Videolink: Frankreich: Das Ende der Seine-Buchhändler | Fokus Europa

Stadtrundfahrt per Métro – Moulin Rouge mit Abendessen

Gut ausgeschlafen beginnt unser erster Morgen in Paris: Ein entspanntes Frühstück – natürlich mit frischen Croissants und vielem mehr –, dazu ein persönlich servierter Kaffee im fast mittelalterlich wirkenden Frühstücksraum des Hotels; das können wir uns nun jeden Tag gerne gefallen lassen!

Nun werden wir erst einmal eingebürgert! Wie richtige Pariser bekommen wir nun einen personalisierten Navigo-Pass mit Foto. Damit können wir alle öffentlichen Verkehrsmittel in Paris und Umgebung benutzen. Ein nützliches Souvenir, den wir auch bei zukünftigen Reisen in Paris jederzeit wieder aktivieren können.

Es geht los mit der U-Bahn ab der Station Odéon, nur einen Katzensprung zur Île de la Cité. Der Zug fährt auf Gummireifen und vollautomatisch ohne Fahrer – ein interessanter Einstieg, um das hocheffiziente Pariser Métronetz kennenzulernen. In Paris gibt es übrigens, wie in ganz Frankreich auch, immer ein ganz besonderes Nebeneinander von Tradition und Moderne.

Als wir die U-Bahn verlassen, stehen wir dann mitten im Blumenmarkt der Königin Elisabeth. Was hier für uns romantisch wirkt, die gusseisernen Marktstände, war allerdings einst auch hochmodern – so wie der Eiffelturm übrigens. Hier können wir die Bauweise und den Durchbruch der Bauingenieur-Technik des 19. Jahrhunderts im Kleinen aus nächster Nähe nachvollziehen.

Noch viel früher, im 12. Jahrhundert, gab es eine ähnliche Revolution in der Bautechnik, als man in der Gotik erstmals die Statik vollkommen neu verstand und völlig neue, filigrane Bauten errichten konnte – allen voran natürlich die Kathedrale Notre-Dame.

Als diese dann vor sechs Jahren in Flammen stand, schien der Stolz Frankreichs fast schon verloren. Die tapfere Pariser Feuerwehr konnte jedoch den Brand unter Kontrolle bringen und den Großteil des Baus für die Nachwelt retten. Allein die Rekonstruktion des Daches schien eine Aufgabe für Generationen; der Präsident Frankreichs versprach jedoch eine Instandsetzung innerhalb von fünf Jahren. Und tatsächlich: Die Wiedereröffnung fand unter großer internationaler Beteiligung genau wie versprochen statt. In Deutschland wäre das mittlerweile ein Wunder; in Frankreich ist das Savoir-faire, zu neudeutsch: Know-how.

Wir besichtigen die Kathedrale natürlich in aller Ruhe von außen und von innen; dann geht es noch einmal am Blumenmarkt vorbei Richtung Justizpalast und Conciergerie. Hier sehen wir die Uhr von König Johann II., dem Guten, der schon im 14. Jahrhundert darauf bedacht war, dass sein Volk die Zeit von ihm erfährt und nicht etwa von der Kirche.

Wir spazieren nun über die Seine, an Theatern vorbei zum Turm von Saint-Jacques, einem Kirchturm ohne Kirche, der kurioserweise der Rest einer Kirche ist, die lange Zeit eine Kirche ohne Turm war. Die Abwechslung von Alt und Neu erleben wir nun am Centre Pompidou, dem Kunstmuseum von Architekt Renzo Piano, und den schmalen Gassen des Marais-Viertels wieder sehr intensiv.

Wie ein Raumschiff scheint hier auch das Forum des Halles gelandet; einst gab es hier die alten Markthallen – man nannte sie auch den Bauch von Paris –, eigentlich waren sie eher der Futtertrog, wenn man es genau nimmt. Nun ist hier auch ein Knotenpunkt des schnellen S-Bahn-artigen RER, dem regionalen Expressnetz.

Einer dieser Züge teleportiert uns nun in nur zehn Minuten an das äußerste Ende der Stadt Paris. Hier, eigentlich schon außerhalb, in La Défense besuchen wir die imposante Grande Arche. Hier bietet sich ein spektakulärer Blick über die fast neun Kilometer lange Sichtachse bis zum Louvre. Die Stadtplanung des Baron Haussmann im 19. Jahrhundert wurde auf jeden Fall seiner würdig weitergeführt!

Mit dem RER fahren wir auf diese Achse nun ungefähr die Hälfte der Strecke zurück. Hier am Großen Stern besuchen wir Napoleons Triumphbogen, den der Kaiser der Franzosen im Jahre 1806 in Auftrag gab. Erst 30 Jahre später und fünfzehn Jahre nach seinem Tod sollte dieses vermutlich zweitwichtigste Wahrzeichen von Paris eingeweiht werden und an die Schlachten des Kaisers erinnern – und zwei Weltkriege später auch an die gefallenen französischen Soldaten der Weltkriege mit dem im Herzen des Triumphbogens liegenden Grab des unbekannten Soldaten, mit seiner ewigen Flamme.

Zwölf der wichtigsten Pariser Straßen treffen sich hier in einem eindrucksvollen Kreisverkehr; die Champs-Élysées natürlich und die Avenue Foch sind wohl die bekanntesten davon. Wir sehen prächtige Stadthäuser und Botschaften in prunkvollen Palais.

Nun wechseln wir wieder zur U-Bahn und fahren zu einem Platz namens Trocadéro. Hier gibt es den spektakulärsten Blick über die Seine auf den Eiffelturm, der jenau jenseits jener Jena-Brücke liegt, die nach der Schlacht von 1806 dort und in Auerstedt benannt wurde. Den Eiffelturm selbst werden wir uns in den folgenden Tagen noch einmal genauer vornehmen – das steht fest. Für uns geht es nun wieder weiter, bis zur eleganten Station Auber.

Hier sind wir nun mitten in den großen Boulevards der Stadt. Genau genommen im Boulevard Haussmann, benannt nach dem bereits erwähnten Generalplaner des prunkvollen Paris aus der Zeit von Napoleon III. Hier endet unsere Stadttour bei den legendären Kaufhäusern Galeries Lafayette und Printemps, mit einem traumhaften Blick über die Dächer der Stadt.

Dann geht es wieder zurück in unser Viertel; wir verhalten uns schon ganz wie Einheimische. Hier ist Zeit zur Entspannung, und schließlich werfen wir uns ein bisschen in Schale, um noch etwas eleganter zu sein, als ohnehin schon.

Es geht nun zu einem der abendlichen Höhepunkte unserer Reise: einem Besuch im Moulin Rouge. Wir sitzen an ganz hervorragenden Plätzen hier und werden aufs Beste unterhalten. Mit Champagner und einem Dreigangmenü gibt es einiges zu feiern – bevor uns die imposante Revue den Atem verschlägt. Fotos gibt es davon keine. Was im Moulin Rouge passiert, das bleibt im Moulin Rouge. ;-)

Voller neuer Eindrücke kehren wir zurück in unser Pariser Zuhause, das gemütliche Hotel Saint-Paul, und schlafen bald tief und träumen von Paris – und von viel, viel mehr.


Videolink: Der Haussmann | Karambolage | ARTE

Pariser Museen – Louvre – Musée d'Orsay

Wiederum gut erholt starten wir in den neuen Tag. Das Wetter ist wieder ganz nach Wunsch, als wir aufbrechen – dieses Mal im Stadtbus. Bald schon erreichen wir den riesigen Louvre-Palast. Hier, vor den ikonischen Glaspyramiden des Architekten I. M. Pei, stehen Besucher aus aller Welt schon in langen Schlangen und warten auf Einlass.

Wir nicht, denn eine freundliche Nachfrage der Reiseleitung genügt; schon bekommen wir an einem geheimen Nebeneingang unmittelbar Einlass. Im riesigen Foyer des Museums gibt es eine kurze Einführung zum Museum, bevor wir gemeinsam einen Rundgang durch die schönsten Räume des Museums unternehmen.

Viele Besucher stürmen direkt zur Mona Lisa; ihnen entgeht doch einiges. Die Sammlung kunsthandwerklicher Schätze und die prunkvollen Gemächer der Herrscher, die hier einst residierten, gehören fast uns alleine. Die griechischen Skulpturen sind schon etwas begehrter – die Venus von Milo natürlich und die Nike von Samothrake auch –, wir nähern uns immer mehr dem bekannten Höhepunkt, bevor wir noch einen ganz besonders prunkvollen Raum besichtigen: die Galerie d'Apollon. Hier bestaunen wir den wohl prunkvollsten Saal des Louvres.

Vor allem aber stehen wir alle gemeinsam um einen ganz besonders prächtigen Tisch mit Edelstein-Intarsien und scherzen darüber, wie wir den am besten unauffällig aus dem Museum tragen könnten! Zu dem Zeitpunkt ahnen wir nicht im Geringsten, dass genau in diesem Raum einer der spektakulärsten Museumsdiebstähle der Geschichte stattfinden wird. Ein paar Meter weiter werden die Diebe zuschlagen und Schmuck und Juwelen von unermesslichem Wert aus den Vitrinen rauben. Wie gut aber, dass wir ehrliche Menschen sind!

Glück haben wir auch, denn ab dem Tag unserer Abreise wird das ganze Museum für eine ganze Weile für die Ermittlungen geschlossen werden. So können wir schließlich auch der Mona Lisa unsere Aufwartung machen, die das Gedränge um sie mit ganz besonders mildem Lächeln erträgt. Dann ist Zeit, um das Museum nach eigener Lust und Laune weiter zu erkunden und anschließend im Museum oder in der Nähe Mittag zu essen.

Dann treffen wir uns und spazieren durch die wunderbaren Gärten der Tuilerien, ein kurzes Stück Richtung Musée d'Orsay. Hier wurde aus einem Bahnhof ein einzigartiges Kunstmuseum geschaffen. Die Sammlung widmet sich vor allem den Künstlern des 19. Jahrhunderts. Impressionisten und ähnliche Meister hinterlassen auch hier einen tiefen, bleibenden Eindruck. Der Nachmittag endet mit Freizeit, bevor wir uns zum Abendessen treffen.

Im historischen Lokal Bouillon Racine wartet ein Abendessen in einem der schönsten Jugendstil-Restaurants der Stadt auf uns. Die Wände bestehen zur Gänze aus Glas und Spiegeln; alles sieht aus wie vor über hundert Jahren in seiner Pracht. Kaum zu glauben, dass hier einst die Kantine der benachbarten Universität Sorbonne war – der Name bedeutet eigentlich „Suppenküche". Man kochte aber immer schon so gut hier, dass man das Lokal mit den Einnahmen immer weiter verschönern konnte und klugerweise bewahrte man es, als es am schönsten war. So lassen wir den Tag in würdigem Ambiente ausklingen, feiern dabei unsere wunderbare Reise und kehren schließlich glücklich zurück – in unser Zuhause in Paris.


Videolink: Die Geschichte des Musée d'Orsay

Montmartre – Abendessen auf dem Eiffelturm

Heute Morgen geht es wieder mit dem Bus vorbei am Louvre, der friedlich im Sonnenschein liegt, ohne zu ahnen, was ihm bald blühen wird, zum Palais Royal. Nicht nur im Louvre, sondern auch hier hatten die französischen Könige einen ihrer zahlreichen ehemaligen Wohnsitze. Ludwig XIV. erlebte hier als Kind einen Volksaufstand, der dazu beitragen sollte, dass er sich ein sicheres Schloss außerhalb von Paris bauen ließ: Versailles.

Im königlichen Palais residiert schon lange der französische Verfassungsrat; früher gab es einen großen Parkplatz für Beamte, der in den 1980er-Jahren in eine großflächige Kunstinstallation aus gestreiften Säulen verwandelt wurde, die inzwischen – so wie der Garten des Palais Royal – ein sehr beliebter Ort für Mittagspausen der in der Nähe Arbeitenden geworden ist. In den Kolonnaden können wir eine Freiluftausstellung über französische Architektur bestaunen.

Die Comédie Française entstand hier gleich nebenan auf königlichem Erlass; am anderen Ende des Gartens sehen wir dann auch noch das Théâtre du Palais-Royal, das ehemalige Stammhaus von Molière. In Paris gibt es übrigens geschätzte 120 Theater; man kann mit gutem Gewissen sagen, dass die Comédie Française und das Odéon die beiden wichtigsten sind.

Wir durchqueren nun eine historische Einkaufspassage und an einem weiteren Theater vorbei erreichen wir nun wieder eine der großen Hauptstraßen. An der Avenue de l'Opéra entlang sehen wir eine lange Schlange von Menschen, die glücklich auf Social Media verkünden, dass sie nun schon Stunden vor der Konditorei von Cédric Grolet warten. Wir warten nicht und schlendern weiter zum Place Vendôme, einem der fünf „königlichen Plätze" von Paris. Hier kann man teuer einkaufen und wohnen; der Platz ist heute ein Zentrum des Luxus mit berühmten Juwelieren wie Cartier und Boucheron sowie dem weltbekannten Hotel Ritz, in dem Prinzessin Diana zu ihrer verhängnisvollen letzten Fahrt aufbrach.

Einige teure Läden weiter – wir machen nur Window-Shopping und sprengen so kein Vermögen – besuchen wir die Kirche La Madeleine. Sie ist die wohl ungewöhnlichste Kirche von Paris und besticht durch ihre tempelartige neoklassizistische Gestaltung und ihre wechselvolle Geschichte.

Zu den königlichen Plätzen gehört auch der Place de la Concorde, mit seinem Obelisken aus Luxor. Hier gibt es den vermutlich exklusivsten Toilettenbesuch der ganzen Stadt am Hôtel de Crillon; nebenan liegt streng bewacht die amerikanische Botschaft, und dahinter der Élysée-Palast, der Sitz des französischen Präsidenten.

Das klingt nach Champs-Élysées, und genau diesen Boulevard besuchen wir nun, noch bevor es dann vom Grand Palais, einem imposanten Ausstellungspalast, mit der Métro weitergeht.

Mit ihr fahren wir nun zum Hauptziel unseres heutigen Ausflugs: dem Montmartre, dem „Berg der Märtyrer" – ein historisches Künstlerviertel mit dörflichem Charme und revolutionärer Vergangenheit. Einst lag hier ein kleines Dorf mit Gipssteinbrüchen und Windmühlen, das 1860 nach Paris eingegliedert wurde. Die Windmühlen wurden später zu Ausflugsziele, und irgendwann wurde die Gegend zu einem beliebten Vergnügungsviertel, das auch zahlreiche Künstler anzog.

Wir kennen ja bereits das Moulin Rouge; an ihm vorbei spazieren wir auch zur Rue Lepic, die uns den Hügel hinaufführt, bis wir die erste echte alte Windmühle sehen. Weiter geht es dann zur Place du Tertre. Hier lebt die Kunstszene in touristischer Form immer noch: Maler und Karikaturisten arbeiten hier unter freiem Himmel; die begehrten Konzessionen haben Wartezeiten von bis zu 10 Jahren!

Dann erreichen wir den Höhepunkt des Montmartre: die Kirche Sacré-Cœur. Sie entstand tatsächlich als Symbol nationaler Buße nach der Niederlage im Deutsch-Französischen Krieg (1870) und der blutigen Pariser Kommune (1871). Die Widmung an das „heiligste Herz Jesu" steht für moralische Erneuerung und Versöhnung.

Die Stufen davor stehen allerdings voller Leute, viele davon jung und laut; dazwischen tritt ein sehr guter Straßenmusiker auf und sorgt für Unterhaltung. Es ist spannend, hier durchzukommen; zur Belohnung bietet sich uns ein herrlicher Panoramablick auf Paris. Den kann man eigentlich nur an einem Ort übertreffen, und genau das werden wir heute Abend auch noch tun. Zuerst aber geht es wieder zurück in unser lateinisches Viertel; hier verbringen wir noch etwas Freizeit und treffen uns schließlich wieder für ein besonderes Abendprogramm.

Unser heutiges Abendessen ist im wahrsten Sinne der Höhepunkt der Reise. Es geht in die erst vor Kurzem eröffnete Madame Brasserie – auf dem Eiffelturm! Mit dem Aufzug geht es auf die erste Etage in knapp 60 Meter Höhe. Hier genießen wir zur Feier des Tages und unserer Reise traditionelle französische Gerichte, modern interpretiert, vom zweifachen Michelin-Sterne-Koch Thierry Marx; dazu wird edler Kir und bester Wein aufgetischt.

Ein abschließender Rundumblick auf die Stadt, dann geht es wieder mit dem Lift nach unten; der Eiffelturm ist inzwischen mystisch beleuchtet. Am Ufer der Seine spazieren wir dann entlang zum RER, der uns zur Brücke von Saint-Michel bringt. Hier standen wir am ersten Tag der Reise und bewunderten den Blick zur Kathedrale Notre-Dame zum ersten Mal; nun stoßen wir hier noch einmal spontan mit Champagner an und feiern zufrieden unsere kleine und feine Reise nach Paris!


Videolink: Visionär Gustave Eiffel, wie er den Eiffelturm erfand und verteidigte

Die Heimreise

Nachdem wir heute alle richtig gut ausgeschlafen haben, können wir ein letztes Mal unser Frühstück genießen, das von unserem Hotel Saint-Paul freundlicherweise bis elf Uhr vormittags serviert wird.

Im Laufe der nächsten Stunden werden wir alle jeweils pünktlich von den uns bereits bekannten freundlichen Fahrern abgeholt und reisen dann wieder auf unserem ursprünglichen Wege zurück. Hier muss noch einmal erwähnt werden, mit welcher Gelassenheit unsere Chauffeure uns den doch recht weiten Weg aus dem Herzen von Paris zum Flughafen fahren, auch über die legendäre Stadtautobahn Périphérique. Eine Reise, bei der für alles gesorgt ist – das ist schon etwas Feines!

Ob mit Flugzeug oder mit Bahn, wir kommen alle wohlbehalten, erholt und sicher in Deutschland an. Und was genauso sicher ist: Wir werden Frankreich und Paris – so wie wir es nun ganz persönlich aus der Nähe erlebt haben – immer in unserem Herzen und Gedächtnis tragen.


Videolink: Der Pariser „Périphérique“ | Karambolage | ARTE


Paris im Herbst, exklusiv und authentisch – was einst Sehnsucht war, ist nun unser ewiger Erinnerungsschatz.

So wird aus wenigen Tagen lebenslange Reisefreude, eine Erfahrung, die den Blick weitet: für das Nahe und Ferne, für die Stadt und die Welt – und für die Vorfreude auf neue Entdeckungen auf der nächsten Reise!


Merci Paris <3

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