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Paris – ein Fest fürs Leben

Reisebericht: 30.09. – 05.10.2025

"Paris trägst du für den Rest deines Lebens in dir"

(Ernest Hemingway 1899–1961, Schriftsteller und Nobelpreisträger)

Ein Reisebericht von
G. Adamietz


Die Anreise

Der letzte Tag im September, das Wetter wirkt noch so herrlich wie im Hochsommer, die Temperaturen sind allerdings ganz besonders angenehm. Was für eine gute Zeit, um jetzt nach Paris zu reisen!

Aus verschiedenen Teilen Deutschlands reist unsere kleine und feine Reisegruppe heute mit dem Flugzeug an. Der Reiseleiter ist bereits in Paris, das beruhigt alle, denn so besteht keine Gefahr, dass er in Berlin, wo der Flughafen gerade sehr viele Flüge stornieren muss, hängen bleibt.

Am eleganten Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle, dem größten Flughafen der Europäischen Union, werden alle persönlich von besonders freundlichen Chauffeuren empfangen, die sympathische Visitenkarten ihrer Stadt sind. Sie bringen alle durch den dichten Verkehr, die Fahrt in die Stadt kann tatsächlich so lange dauern wie der Flug aus Deutschland nach Frankreich. In jedem Fall gibt es keine bequemere Anreise als im eleganten Wagen mit Chauffeur!

Im historischen Zentrum der Stadt Paris beziehen wir unser Hotel Saint Paul Rive Gauche, ein historisches Boutique-Hotel mit ganz besonderem Charme. Es liegt mitten im Herzen des Quartier Latin in einem Gebäude aus dem 17. Jahrhundert, das einst Franziskanermönche beherbergte. Hier fühlen wir uns gleich zuhause, als der Hoteldirektor uns alle herzlich auf Deutsch begrüßt, er stammt aus dem Elsaß und lebt nun schon lange in Paris. Er und sein freundliches Team tragen viel dazu bei, dass diese Stadt nun für fast eine Woche auch uns zur Heimat wird.

Bei einem gemeinsamen Spaziergang durchs Viertel verschaffen wir uns einen ersten Überblick über die Umgebung. Wir sehen den Jardin de Luxemburg mit dem Medici-Brunnen, dem Palais, das heute den Senat beherbergt, und natürlich die berühmten Stühle, die ziemlich genau vor hundert Jahren für den Park entworfen wurden und nun an vielen Orten, nicht nur in Paris, in vielen Parks zu finden sind.

Wir haben es gut, wir wohnen mitten im Odéonviertel im Quartier Latin. Hier waren und sind immer noch die Universitäten, die Professoren und Studenten zuhause. Latein war früher die Sprache der Lehre und Forschung. Kein Wunder, dass sich auch so viele Buchhandlungen hier ansiedelten, die wir an allen Ecken sehen. Das eine führte zum anderen, und so wurde die Gegend auch zur Heimat zahlreicher Schriftsteller, Künstler und Intellektueller.

Ernest Hemingway war natürlich auch hier, aus Deutschland lebten hier unter anderem seine Kollegen Klaus Mann und Paul Celan.

Ganz früher begannen hier im Viertel die Römer mit der Besiedelung des Flussufers, wir sehen noch die Ruinen ihrer alten Thermen, die später von der Abtei von Cluny erworben wurden und heute ein Museum sind. Wir sehen auch die berühmten Boulevards Saint-Germain und Saint-Michel, die Brücke gleichen Namens und natürlich die nahe Insel Île de la Cité mit der Kathedrale Notre-Dame de Paris.

Jetzt sind wir alle orientiert – und reif für eine Stärkung. Nach einer Erholungspause im Hotel geht es nur einmal um die Ecke in ein ganz besonders gastfreundliches kleines traditionelles Bistro, La Ferrandaise heißt es, nach einer Kuhrasse und der Stadt Clermont-Ferrand in der Auvergne, der Heimat unseres Wirts Gilles, der uns herzlich mit Speis und Trank versorgt.

Man kann sehr viel erleben und sehen an einem einzigen Nachmittag, vor allem wenn man mitten im Herzen von Paris wohnt! Glücklich, aber auch etwas müde, fallen wir alle in unsere bequemen Betten und träumen unseren nächsten Erlebnissen in Paris entgegen.


Videolink: Frankreich: Das Ende der Seine-Buchhändler | Fokus Europa

Stadtrundfahrt per Métro – Moulin Rouge mit Abendessen

Ausgeschlafen und voller Vorfreude starten wir in unseren ersten Morgen in Paris. Im stimmungsvollen Frühstücksraum unseres Hotels, der fast mittelalterlich wirkt, genießen wir frische Croissants, verschiedene Leckereien und einen persönlich servierten Kaffee – ein Tagesbeginn, an den wir uns gerne gewöhnen.

Danach schlüpfen wir in die Rolle echter Pariser und bekommen jeder eine personalisierte Netzkarte für alle öffentlichen Verkehrsmittel. Sie ist sofort hilfreich und zugleich ein Souvenir, das wir bei späteren Parisreisen wieder aktivieren können.

Unsere Erkundung beginnt an der Station Odéon mit einer der modernsten Métro-Linien zur Île de la Cité. Die Bahnsteigtüren sichern den Bahnsteig, und der Zug fährt leise auf Gummireifen und vollkommen automatisch – ein eindrucksvoller Einstieg in das effiziente Pariser Métronetz.

Beim Verlassen der U-Bahn stehen wir direkt auf dem Blumenmarkt Königin Elisabeth. Die gusseisernen Marktstände wirken heute romantisch, waren damals aber ebenso modern wie später der Eiffelturm und zeigen im Kleinen die Ingenieurkunst des 19. Jahrhunderts.

Schon im 12. Jahrhundert veränderte die Gotik mit einem neuen Verständnis von Statik die Architektur grundlegend. So wurden filigrane, hohe Bauten wie die Kathedrale Notre-Dame überhaupt erst möglich.

Als Notre-Dame vor sechs Jahren brannte, schien ein nationales Symbol verloren. Die Feuerwehr rettete jedoch den Großteil des Bauwerks, und trotz enormer Herausforderungen wurde das Dach innerhalb von fünf Jahren wiederhergestellt – die Wiedereröffnung fand wie angekündigt unter großer internationaler Beachtung statt.

Wir betrachten die Kathedrale in Ruhe von außen und innen und setzen unseren Weg am Blumenmarkt vorbei in Richtung Justizpalast und Conciergerie fort. Dort fällt uns die Uhr von König Johann II., dem Guten, ins Auge, über die schon im 14. Jahrhundert die Menschen die Zeit erfuhren – nicht nur von der Kirche.

Wir überqueren die Seine, spazieren an Theatern vorbei und erreichen den Turm von Saint-Jacques, einen Kirchturm ohne Kirche, während der übrige Teil lange eine Kirche ohne Turm war – eine charmante Kuriosität. Danach erleben wir am Centre Pompidou von Renzo Piano und in den engen Gassen des Marais-Viertels erneut das Nebeneinander von moderner und historischer Architektur.

Am Forum des Halles wirkt es, als sei eine Raumstation gelandet. Wo einst die alten Markthallen, der „Bauch von Paris“, standen, befindet sich heute ein wichtiger Knotenpunkt des schnellen, S-Bahn-ähnlichen RER.

Mit einem dieser Züge fahren wir in nur zehn Minuten an den Rand der Stadt nach La Défense und besuchen die imposante Grande Arche. Von hier reicht der Blick über die fast neun Kilometer lange Sichtachse bis zum Louvre – ein modernes Kapitel der von Baron Haussmann geprägten Stadtplanung.

Anschließend folgen wir mit dem RER dieser Achse etwa bis zur Hälfte zurück und erreichen am Großen Stern Napoleons Triumphbogen. 1806 in Auftrag gegeben und erst Jahrzehnte später eingeweiht, erinnert er an seine Schlachten und – mit dem Grab des unbekannten Soldaten und der ewigen Flamme – an die gefallenen französischen Soldaten.

Rund um den Triumphbogen münden zwölf wichtige Pariser Straßen, darunter die Champs-Élysées und die Avenue Foch. Wir sehen prachtvolle Stadthäuser und Botschaften in eleganten Palais, bevor wir zur Station Auber weiterfahren.

Nun sind wir im Bereich der großen Boulevards, am Boulevard Haussmann, benannt nach dem Architekten des prunkvollen Paris unter Napoleon III. Unsere Stadttour endet bei den berühmten Kaufhäusern Galeries Lafayette und Printemps mit einem traumhaften Blick über die Dächer der Stadt.

Jetzt bleibt Zeit zum Shoppen oder für eine Stärkung in einem der zahlreichen, teils legendären Lokale in der Umgebung.

Einige zieht es dann schon ins Hotel zurück, andere bleiben noch im Zentrum, bis wir uns am Abend in der gemütlichen Hotellobby wiedersehen. Alle sind besonders elegant gekleidet – schließlich wartet einer der Höhepunkte der Reise: der Besuch im Moulin Rouge.

Ein Teil der Métro-Fahrt Richtung Montmartre verläuft als Hochbahnstrecke, sodass wir noch einmal eine andere Seite des Pariser Schienennetzes erleben. Mit großer Vorfreude erreichen wir das berühmte Varieté, nehmen an ausgezeichneten Plätzen Platz und genießen Champagner und ein feines Menü, bevor uns die Revue bestens unterhält. Was dort geschieht, bleibt – selbstverständlich – im Moulin Rouge.

Erfüllt von den Erlebnissen des Tages kehren wir in unser Pariser Zuhause, das Hotel Saint-Paul, zurück, fallen bald in tiefen Schlaf und träumen von Paris und weiteren Abenteuern.


Videolink: Der Haussmann | Karambolage | ARTE

Louvre – Marais

Ausgeruht starten wir in den zweiten Tag, wieder bei perfektem Wetter, dieses Mal mit dem Stadtbus. Bald erreichen wir den gewaltigen Louvre-Palast. Vor den ikonischen Glaspyramiden von I. M. Pei warten Besucher aus aller Welt in langen Schlangen, doch dank einer freundlichen Nachfrage unserer Reiseleitung gelangen wir über einen diskreten Nebeneingang direkt ins riesige Foyer.

Dort erhalten wir eine kurze Einführung ins Museum, bevor wir gemeinsam einen Rundgang durch die schönsten Säle unternehmen. Während viele direkt zur Mona Lisa stürmen und dabei einiges verpassen, haben wir die kunsthandwerklichen Schätze und die prunkvollen Gemächer der einstigen Herrscher fast für uns allein. Die griechischen Skulpturen wie die Venus von Milo und die Nike von Samothrake sind belebter, doch wir steuern weiter auf den Höhepunkt zu – die Galerie d’Apolon, den prunkvollsten Saal des Louvre.

Nur knapp zwei Wochen später wurden hier Juwelen unermesslichen Werts gestohlen, doch heute fühlen wir uns sicher und begeben uns zur Galerie der italienischen Meister, um der Mona Lisa unsere Aufwartung zu machen. Mit ihrem milden Lächeln erträgt sie geduldig den Besucheransturm. Nun haben wir die Pflicht erfüllt – Zeit für die Kür: Wir teilen uns auf, erkunden das Museum nach eigenem Gusto weiter und gönnen uns ein individuelles Mittagessen. Im Museum oder in der Umgebung bieten sich tolle Möglichkeiten, besonders die klassischen Pariser Straßencafés. Obwohl es nun Oktober ist, bleibt es noch herrlich warm, ideal zum Sitzen, Schauen und Gesehenwerden.

Nach der Pause geht es an einem der ungewöhnlichsten Métro-Eingänge – ein echtes Kunstwerk – wieder unter Tage. Unsere Fahrt führt uns in den besonderen Stadtteil Marais, dessen Name vom Sumpf zeugt, der hier einst lag, bevor die Erschließung begann. So entstanden elegante Adelspalais, Kirchenbauten und große städtebauliche Projekte wie der Place de Vosges, wo später Victor Hugo lebte.

In den engen Gassen des Marais entwickelte sich früh ein lebendiges Zentrum jüdischen Lebens in Paris. Wer hier wohnte – ob reich oder bescheiden – lebte stets etwas für sich. So blieb der Viertel über Jahrhunderte weitgehend unverändert und führte sein eigenes Leben, bis er vor rund 50 Jahren richtig in Mode kam. Die Wiederentdeckung brachte Modernisierungen mit sich, doch der einzigartige Charakter des Marais ist bis heute greifbar.

Zur Seine hin öffnet sich die Bebauung wieder, wir erreichen einen riesigen offenen Platz, den Place de la Bastille. Hier stand einst eine Burg am Stadttor, die später zum berüchtigten Staatsgefängnis wurde. Der Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789 gilt als symbolträchtigstes Datum der französischen Revolution, jährlich wird der Jahrestag als französischer Nationalfeiertag begangen, hier am Platz erinnert die Julisäule daran. Von den alten Befestigungen ist schon lange nichts mehr zu sehen. Heute dominiert den Platz das – zumindest von außen nicht von allen Parisern geliebte – Bastille-Opernhaus.

Wir wechseln nun wieder zur U-Bahn und fahren damit zum Place de la Concorde. Hier sehen wir einen blauen Eberhardt-Reisebus an uns vorbeifahren, die sind ja wirklich überall! Wir bestaunen noch die Eleganz dieses zu Revolutionszeiten gefürchteten Platzes und fahren schließlich mit der Métro weiter, nach einem Umstieg sogar überirdisch, zum Trocadéro-Platz.

Von hier bietet sich der spektakulärste Blick über die Seine zum Eiffelturm, der genau jenseits der Jena-Brücke liegt – benannt nach der Schlacht von 1806 bei Jena und Auerstedt. Den Eiffelturm selbst nehmen wir uns für die kommenden Tage noch genauer vor. Ein Linienbus bringt uns zurück Richtung Odéon.

Nach einer kleinen Erholungspause sind es nur wenige Schritte zum historischen Bouillon Racine, wo ein Abendessen in einem der schönsten Jugendstil-Lokale der Stadt wartet. Die Wände aus Glas und Spiegeln strahlen wie vor über hundert Jahren in voller Pracht. Unglaublich: Dies war einst die Kantine der benachbarten Universität Sorbonne – „Bouillon“ bedeutet Suppenküche. Die einst simple Küche war jedoch immer so exzellent, dass man mit den Einnahmen das Lokal immer weiter verschönerte und es klugerweise in seinem Höchststand konservierte. In diesem würdigen Ambiente lassen wir den Tag ausklingen, feiern unsere tolle Reise und kehren glücklich ins Hotel zurück – und, das sei verraten, im Gewölbekeller unseres Pariser Zuhauses versammeln wir uns noch zu einer kleinen, konspirativen Feier.


Videolink: Der Louvre: Palast und Museum

Musée d’Orsay – Marais – Diner auf der Seine

Eine angenehme Besonderheit dieser kleinen exklusiven Reise ist ihre Stressfreiheit. Ganz ohne Hektik beginnt unser Tag heute, auch wenn uns heute wieder einer der begehrtesten Orte von Paris erwartet, ist es eben so, dass wir erwartet werden – und nicht warten müssen, so wie viele, die heute vor dem Musée d’Orsay stehen.

Gut ausgeschlafen, nach einem entspannten Frühstück fahren wir mit einem direkten Linienbus dorthin, betreten direkt das Museum und beginnen mit einem Orientierungsrundgang mit dem Reiseleiter. Hier wurde aus einem Bahnhof ein einzigartiges Kunstmuseum geschaffen, in sehr vielen Details ist das noch deutlich zu erleben. Ganz besonders hinter den riesigen gläsernen Bahnhofsuhren, durch die man über die Seine bis zum Montmartre sehen kann.

Wenn das Wort „ikonisch“ eine Attraktion beschreiben soll, dann passt es hier besonders gut. Für eine Gruppe von mehreren Dutzend asiatischen Touristen geht es heute um alles: Im Pulk stehen sie vor dem „Selfie-Spot“ Schlange und dürfen dann im Foto-Gewitter für ein bis zwei Sekunden ganz Paris für sich haben!

Wir denken uns unseren Teil dazu, und wenden uns der wahren Kunst zu. Die Sammlung widmet sich vor allem den Künstlern des 19. Jahrhunderts. Der begleitete Rundgang endet in der Galerie der Impressionisten. Nun darf jeder so lange im Museum bleiben, wie er möchte. Wer will, kann hier sogar im prunkvollen Saal des alten Bahnhofshotels essen, niemand bleibt unversorgt und zurück zum Hotel geht es bequem mit der S-Bahn, direkt vor dem Museum gibt es eine Station.

Der Nachmittag steht zur freien Verfügung, wir treffen uns voll mit neuen Erlebnissen und mit Neugier und Appetit am Abend zu einem ganz besonderen Dinner. Heute Abend geht es nicht in eines der vielen gemütlichen Restaurants im Quartier Latin, sondern an den Fuß des Eiffelturms, wo wir an Bord eines eleganten Restaurantschiffs willkommen geheißen werden!

Unser Dinner wird uns heute auf der Seine serviert, während alle wichtigen Sehenswürdigkeiten der Stadt gut durch riesige Scheiben und Glasdächer sichtbar uns vorüberziehen. Viele davon sind schon alte Freunde für uns, das Musée d’Orsay, der Louvre, Notre-Dame und neue kommen dazu, als prominenteste sei vielleicht die Freiheitsstatue genannt. Musik gibt es auch an Bord, was will man mehr?

Ein herrlicher Abend, als wir wieder am Eiffelturm von Bord gehen kennen wir Paris nun auch flussauf- und flussabwärts, fast schon „comme Notre poche“, wie unsere Westentasche!
Ein schöner Spaziergang noch, bei dem der Eiffelturm für uns blinkt, dann eine kurze Bahnfahrt und vorbei an Notre-Dame spazieren wir dann heim für heute.


Videolink: Die Geschichte des Musée d'Orsay

Montmartre – Abendessen auf dem Eiffelturm

Es gibt kein echtes deutsches Wort für die französische „situation gagnant-gagnant“ – wir greifen lieber zum Anglizismus „Win-Win-Situation“. Jedenfalls könnten wir heute wieder herrliches Wetter haben – oder eben etwas ganz Besonderes machen. Kurz gesagt: Wir haben Glück, es regnet heute Morgen! Die Reiseleitung zaubert einen Plan hervor, und wir fahren in den Jardin des Plantes, den botanischen Garten von Paris. Bei unserer Ankunft prasselt es in Strömen, die Pflanzen freuen sich, und unsere kleine, eingeschworene Gruppe ist ebenfalls bestens gelaunt.

Zur Belohnung erwartet uns ein zauberhaftes Museum, das in einen Jules-Verne-Roman – oder gar dessen Verfilmung – passen würde: die Grande Galerie de l’Évolution. Dieses Naturkundemuseum präsentiert nach der Umgestaltung durch René Allio, einen Bühnenbildner und Szenographen, seine Sammlungen auf außergewöhnliche Weise. Wir staunen ausgiebig und werden beim Verlassen mit strahlendem Sonnenschein belohnt.

Dieser Lohn hält den ganzen Tag an. „La chance sourit aux audacieux“, sagt man hier – das Glück lächelt den Waghalsigen. Zugegeben, unser Risiko war gering, doch nun bewundern wir eine Pionierleistung der wahrhaften Helden von früher: den Bahnhof Paris-Austerlitz (Gare d’Austerlitz). 1870 entstand hier eine gewaltige Halle – so sah die Zukunft vor 150 Jahren aus, und alles ist noch erkennbar. Fleißig wird am Erhalt dieses Denkmals gearbeitet, um es zukunftsfähig zu halten.

Die Métro-Station liegt hier oberirdisch auf einer Brücke über den Gleisen, und mit ihr gelangen wir zum nächsten Highlight: Montmartre. Im 18. Arrondissement gelegen, ist „der Berg des Märtyrers“ ein historisches Künstlerviertel mit dörflichem Flair und revolutionärer Vergangenheit. Der Name stammt vom lateinischen Mons Martis („Hügel des Mars“), später als Mont des Martyrs umgedeutet – eine Anspielung auf die Enthauptung des Heiligen Dionysius von Paris im 3. Jahrhundert. 1860 wurde das einstige Dorf mit Gipssteinbrüchen und Windmühlen Paris eingegliedert, behielt aber seinen eigenen Charakter.

Die Funiculaire de Montmartre bringt uns zur Sacré-Cœur: Diese Standseilbahn meistert 108 Meter in 90 Sekunden und erspart uns 222 Stufen. Anders als viele Kirchen feiert diese keinen Sieg, sondern symbolisiert Buße nach der Niederlage im Deutsch-Französischen Krieg (1870) und der Pariser Kommune (1871). Die Widmung ans „Heiligste Herz Jesu“ steht für Erneuerung und Versöhnung.

Nur wenige Schritte weiter liegt der Place du Tertre. Hier pulsiert bohèmehafter Charme mit lebendiger Kunstszene: Maler und Karikaturisten arbeiten im Freien, Konzessionen haben Wartezeiten bis zu 10 Jahren!

Der Place du Tertre, benannt nach den alten Stufengassen, verkörpert Pariser Kunsttradition und lockt mit Porträts, Motiven und dörflichem Ambiente Gäste weltweit an – sehr viele, wie wir merken. In dieser fröhlichen Menge endet unsere Tour mit Freizeit, bevor wir uns am frühen Abend im Hotel treffen.

Das Abendessen wird zum Höhepunkt der Reise: In der kürzlich eröffneten Madame Brasserie – im Eiffelturm! Der Aufzug schafft die erste Etage in 60 Metern Höhe. Hier genießen wir traditionelle französische Küche, modern umgedeutet vom zweifachen Michelin-Sterne-Koch Thierry Marx, dazu edler Käse und vorzüglicher Wein.

Ein letzter Rundblick über die Stadt, dann abwärts mit dem Lift – der Eiffelturm leuchtet nun mystisch. Am Seine-Ufer spazieren wir zum RER, der uns zur Brücke von Saint-Michel bringt. Hier standen wir am ersten Tag und staunten zur Notre-Dame – nun stoßen wir spontan mit Champagner an und feiern unsere kleine, feine Paris-Reise zufrieden!


Videolink: Eiffelturm, Geschichte einer unglaublichen Wette

Die Heimreise

Nachdem wir heute alle richtig gut ausschlafen können, genießen wir ein letztes Mal unser Frühstück. Im Laufe der nächsten Stunden werden wir alle jeweils pünktlich von den uns bereits bekannten freundlichen Fahrern abgeholt und reisen dann wieder auf unserem ursprünglichen Weg zurück.

Hier muss noch einmal erwähnt werden, mit welcher Gelassenheit unsere Chauffeure uns den doch recht weiten Weg vom Herzen von Paris zum Flughafen fahren, auch über die legendäre Stadtautobahn Périphérique. Eine Reise, bei der für alles gesorgt ist – das ist schon etwas Feines!

So kommen wir schließlich alle wohlbehalten, erholt und sicher in Deutschland an. Und was genauso sicher ist: Wir werden Frankreich und Paris, so wie wir es nun ganz persönlich aus der Nähe erlebt haben, immer in unserem Herzen und Gedächtnis tragen.


Videolink: Ein Beispiel für Autoverkehr in Paris - Kreisverkehr am Place de l`Etoile


Paris im Herbst, der sich für uns als herrlicher Spätsommer zeigte, das Ganze exklusiv und authentisch erlebt – was einst Sehnsucht war, ist nun unser ewiger Erinnerungsschatz.

So wird aus wenigen Tagen lebenslange Reisefreude, eine Erfahrung, die den Blick weitet: für Nah und Fern, für Stadt und Welt – und die Vorfreude auf neue Entdeckungen auf der nächsten Reise!

Merci Paris <3


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